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DIE * WOCHE

Erstellt von DL-Redaktion am Montag 14. November 2022

Wie geht es uns, Herr Küppersbusch?

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Kolumne von Friedrich Küppersbusch

Die Klimakonferenz und die fossile Lobby: Mehr Weltuntergang for Future! Und weniger Weltmeisterschaften  für Fußball. Verbrennerländer sind auf der COP27 stark vertreten. Deutsche Ex-Verkehrsminister haben wichtige Meinungen. Und Deutschland drohen Querlutscher-Demos.

taz: Herr Küppersbusch, was war schlecht vergangene Woche?

Friedrich Küppersbusch: Die Laune von Donald Trump.

Und was wird besser in ­dieser?

Meine.

Die Klimakonferenz in Ägypten hat begonnen. Dieses Jahr sind rund ein Viertel mehr Lob­by­is­t*in­nen vor Ort als letztes Jahr, 636 die für Öl, Gas und Kohle registriert sind. Ist die Konferenz nur Greenwashing?

In Berlin kommen laut offi­ziel­lem Register 38 LobbyistInnen auf je ein Bundestagsmitglied. Da nimmt sich der COP27-Proporz glimpflich aus: bei 35.000 Teilnehmern. Allerdings sind auch unter denen viele Verbrenner, allein die Vereinigten Arabischen Emirate schicken über 1.000 Leute – mehr als die zehn klimabedrohtesten Staaten der Welt zusammen. Schön absurd: Es bräuchte mehr Weltuntergang, um für weniger Weltuntergang zu kämpfen.

Der Streit um die „Letzte Generation“ hört nicht auf. Die Union fordert ein härteres Strafmaß. Wie gefährlich ist dieses Kräftemessen zwischen Staat und Aktivist*innen?

Wenn jemals jemand an Straßen klebte – dann die vier CSU-Verkehrsminister hintereinander weg. Deren Amtsführung glich Sitzblockaden gegen ÖPNV, Schiene, Wasser- und Radwege. Hier stehen sich also zwei hart ideologisierte Lager gegenüber: Dobrindt fordert Haftstrafen für Klimakleber und fantasiert eine „neue RAF“ herbei. Die AktivistInnen loten erneut die traditionelle „Grenze zur Gewalt“ aus: Sitzblockaden, Anketten, Schottern, die elend lange Debatte nach der Melodie „Die Grünen müssen erst mal ihr Verhältnis zur Gewalt klären“. Sie endete mit dem gegenseitigen Traum von der schwarz-grünen Ehe. Schlimme Aussichten für die „Letzte Generation“.

Ein Bündnis aus Ernährungs- und Kinderschutzorganisationen fordert, Werbung für Ungesundes im Fernsehen zwischen 6 und 23 Uhr zu verbieten. Ebenso 100 Meter rund um Spielplätze, Schulen und Kitas. Gute Idee?

Arme Briten: Wenn sie schon mal was Leckeres haben, das nicht aus Essig, Minze oder Fett besteht, dürfen es die Kinder nicht essen. Seit 2019 gibt es dort bereits tagsüber ein TV-Werbeverbot sowie die in Deutschland ewig verquengelte Lebensmittel-Ampel. Die Plakatidee dagegen klingt so semipraktikabel – und umschreibt nur rustikal die Frage, warum überhaupt erwiesen schädliche Produkte erwiesen wehrlosen Kunden eingehämmert werden dürfen. Irgendwie Meinungsfreiheit, vermutlich. Ich bin für das Werbeverbot, allein weil es dagegen pittoreske Aufmärsche von Querlutschern geben wird. Ein großer Spaß für die Kinder.

Die Wirtschaftsweisen fordern eine Steuererhöhung für Reiche. Wa s kommt als nächstes, Kommunismus?

Der deutsche Spitzensteuersatz von 42 Prozent ist eines der irrlichternden Erbstücke von Rot-Grün. Seither müssen restmenschliche Milliardäre Stiftungen gründen und rummäzenieren. Deutschland hat viele Schonvermögen, nur am falschen Ende der Pyramide.

Der WM-Botschafter in Katar, Khalid Salman, nennt Homosexualität einen „geistigen Schaden“. Reiche Scheichs vergleichen in einer ZDF-Doku Frauen mit Süßigkeiten. Sollen Zeitungen wie die taz trotzdem über die WM berichten?

Quelle       :         TAZ-online           >>>>>        weiterlesen

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