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DIE * WOCHE

Erstellt von DL-Redaktion am Montag 15. März 2021

Wie geht es uns, Herr Küppersbusch?

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Kolumne von Friedrich Küppersbusch

Superwahljahr und einige Superdebakel : Mit  Ehrenerklärungen und der Bundeskompetenz von Rasensprengern. Die CDU blamiert sich, die Windsors schockieren und Jogi Löw macht gleich ganz Schluss. Was außer Wahlen noch so passiert ist.

taz: Herr Küppersbusch, was war schlecht vergangene Woche?

Friedrich Küppersbusch: Früher waren die Deutschen obrigkeitsgläubig.

Und was wird in dieser besser?

Heute wählen sie gern die, die eh schon dran sind.

Seit mehreren Tagen melden die Gesundheitsämter steigende Coronazahlen in Deutschland. Die Infektionszahlen steigen laut RKI-Chef Wieler vor allem bei Kindern und Jugendlichen. Sollten Kitas und Schulen also besser wieder schließen?

Die Linie der Bundesbildungsministerin dazu: „Ich hab nix zu sagen und kann das auch gut begründen.“ So bleibt unklar, ob Föderalismus bis zur kleinsten Dorfschule prima ist und jeweils örtlich angemessene Lösungen findet. Oder Chaos als Konzept verkauft wird. Die Debatte ist national, die Kritik auch – vielleicht sollte auch die Kompetenz zum Bund.

Viele Monate wurde der russische Impfstoff Sputnik V heftig kritisiert. Nun lobt ihn der Chef der ständigen Impfkommission in Deutschland, die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) prüft das Vakzin. Aber: Ist es so clever, mit Russland Geschäfte zu machen?

Wenn die EMA das Zeug freigibt, wird es uns gehen wie den DDR-Bürgern, die die sowjetischen Impfstoffe überlebt haben. Blieben moralische Fragen: Werden wir abhängig? Nein, es sind viele Vakzine im Markt. Füttern wir ein Unrechtsregime: Ja. Zum Glück gibt’s noch keinen Impfstoff aus Saudi-Arabien.

Am Sonntag ist das Superwahljahr mit den Landtagswahlen in Rheinland Pfalz und BW fulminant gestartet. Auf welche Wahl freuen Sie sich 2021 am meisten?

Ein Wahljahr sind mehrere Wahlen, ein Superwahljahr ist, wenn eine Bundestagswahl hinzukommt. Diesmal und erstmals seit 1949 eines ohne „TitelverteidigerIn“. Da gehen uns die Superlative aus.

Ob Masken oder Aserbai­dschan: In der Union werden immer mehr Korruptionsfälle bekannt. Alles Einzelfälle?

Die „Ehrenerklärung“ – seit Barschel hat so was in der Union sicher einen guten Klang – ringt einem schon Respekt ab. Als nächstes beteuern 240 Unionsabgeordnete schriftlich, dass sie regelmäßig atmen. Die Aserbaidschan-Connection über den CSU-Veteranen Lintner war seit Jahren aktenkundig, MdB Strenz hatte wegen Korruptionsverdachts seit 2018 Hausverbot beim Europarat. Die jetzt blamierten Käuflinge mögen untergehen, doch grundsätzlich beträgt die Spanne zwischen Affäre und Comeback einen Amthor = 12 Monate. Wie verhielten sich Strenz, Nüßlein, Hauptmann, Löbl in der Debatte über ein „Lobbyregister“? Dies würde ein „exekutiver Fußabdruck“ aufhellen, und mindestens den verhindert bisher die Union. Ehrenwort.

Nach dem Aufsehen erregenden Interview von Herzogin Meghan und Prinz Harry mit Oprah Winfrey, in dem sie dem britischen Königshaus Rassismus vorwerfen, äußert sich nun Prinz William. Auf Nachfrage eines Reporters sagte er: „Wir sind klar keine rassistische Familie.“ Also Ende gut, alles gut?

Quelle         :           TAZ         >>>>>      weiterlesen

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