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DIE * WOCHE

Erstellt von DL-Redaktion am Montag 7. Dezember 2020

Wie geht es uns, Herr Küppersbusch?

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Kolumne von Friedrich Küppersbusch

Impfstoff für die Briten, Thea Dorns Literatursendung die zum Promi-Laufsteg verkommen ist, die Ersatzbank der SPD und Giffeys – Dead Doc Walking, das Vakuum der CDU und Männer mit großen teuren Autos.

taz: Herr Küppersbusch, was war schlecht vergangene Woche?

Friedrich Küppersbusch: AKK fordert Grüne auf, gegen Rundfunkstaatsvertrag zu stimmen.

Und was wird besser in dieser?

Baerbock schickt AKK Aufnahmeantrag.

Großbritannien hat noch vor der EU und den USA eine Notfallzulassung für den Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer erteilt und kann am kommenden Dienstag mit dem Impfen beginnen. Hat sich der Brexit also doch schon gelohnt?

Ist es seit circa Thatcher nicht traditionell, dass die Briten irgendwelche radikalen Rezepte an sich selbst ausprobieren und wir dann schaudernd ihre Not bestaunen? Mampft man synchron mit, was der Brite kocht, kriegt man schlimm New Labour und heißt hinterher Gerhard Schröder. Dass die Briten ein US- und ein deutsches Fabrikat auf sich loslassen, kann man bei Thatcher verursacht sehen: De-Industrialisierung. Go ahead.

Kabarettistin Lisa Eckhart, die vermehrt mit antisemitischen Aussagen aufgefallen war, wurde vom ZDF ins „Literarische Quartett“ eingeladen. Schriftsteller Maxim Biller kritisierte dies in einem Gastbeitrag für die Süddeutsche Zeitung scharf und konstatierte, durch die Einladung habe der jüdische Schriftsteller und Initiator der Literatursendung, Marcel Reich-Ranicki, endgültig seinen Kampf gegen die Nazis verloren. Stimmen Sie Biller zu?

Streichen wir den „Liter“ und die Bude brummt. Ohne Panik lässt sich simpel fragen: Wäre Eckhart dort gewesen, wenn sie nicht vorher antisemitisch herumprovoziert hätte? Bitte schön. Auch unter Marcel Reich-Ranicki war die Runde eine semifrivol als Literatursceance getarnte Boxbude. Wen tütet der Meister ein, wer bekommt Hardcover auf die Omme, wie mies benimmt sich der Gastgeber Frauen gegenüber. Am nächsten Morgen standen auch die verrissensten Bücher vorne in den Auslagen, die Show galt pro Titel für 30.000 Verkäufe. Unter Thea Dorn schwenkt das Format von Kirmescatchen zu Promi-Laufsteg. Auch am Erregungsvorschlag Eckhart redet man kaum über Bücher. Lasst sie beim nächsten Relaunch weg.

Franziska Giffey ist am vergangenen Montag vom Berliner Landesvorstand der SPD zur Spitzenkandidatin für die Abgeordnetenhauswahl im Herbst 2021 nominiert worden. Ist das jetzt diese ständig ausgerufene „Erneuerung“ der So­zial­demokrat:innen?

In vergleichbaren Lagen sandten früher die Bundes­parteien strenge Gouvernanten: von Weizsäcker, Hans-Jochen Vogel. Nun machen es Raed ­Saleh, Meister der unfreiwilligen Komik, und Franziska Giffey, dead Doc walking. Die Berliner Filialen der Parteien waren immer schon mal desolat; neu ist die leere Ersatzbank im Bund.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff hat am vergangenen Freitag seinen Innenminister Holger Stahlknecht entlassen. Haben Sie noch einen Innenminister auf der Liste, der unbedingt entlassen werden sollte?

Quelle        :     TAZ       >>>>>        weiterlesen

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