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RENTENANGST

Die Placebos der Politik

Erstellt von Gast-Autor am Samstag 6. August 2011

Rettungsschirme – Placebos der Politik

„Angst regiert die Börsen weltweit. Seit der Einigung im Schuldenstreit in den USA sind DAX, Dow Jones und Co. heftig abgestürzt und haben alle Gewinne dieses Jahres wieder abgegeben. In den USA verlieren die Aktien in einem Tempo, das die Welt seit der Finanzkrise 2008 nicht mehr gesehen hat. Der Deutsche Index verliert am Freitag-Vormittag erneut rund drei Prozent. Selbst die Erdbebenkatastrophe in Japan und die damit verbundene Atomhavarie in Fukushima verkrafteten die Börsen besser. Die Politik schaut bislang machtlos zu – jetzt will Kanzlerin Merkel durch ein Telefonat mit den spanischen und französischen Regierungschefs die Lage sondieren. Angst vor einer neuen Weltwirtschaftskrise macht sich breit. Am Nachmittag könnten neue US-Daten zusätzlich verunsichern. Droht nach der verlustreichen Woche auch noch ein „Schwarzer Freitag“?“

Politik in der westlichen Welt braucht Massenzustimmung, Legitimation. Nur so kann das System relativ stabil gehalten werden und den Herrschenden und Reichen Sicherheit für ihren Status des Reichtums und des immer reicher Werdens garantiert werden.

Gegen die Krisenhaftigkeit des Kapitalismus gibt es nur eine „Rettung“, Sozialismus (in neuer Gestalt). Transformation bedeutet, mit der Machtbegrenzung des Kapitals im Kapitalismus zu beginnen, die neoliberale Religion zu brechen! Transformation bedeutet zugleich, ohne Wachstum und bei neuer internationaler gerechter Verteilung eine Welt mit anderen Lebensweisen anzustreben.

Sie haben versucht den Crash zu vermeiden. Damit haben sie aber nur die in der Krise notwendige Kapitalvernichtung verzögert und noch mehr fiktives Geld, noch mehr fiktiven privaten Reichtum ohne realwirtschaftliches Fundament in die an Bereicherungs-Tollheit leidenden Kassenwarte und Eigentümer geleitet.

Die Staatverschuldung exorbitant in die Höhe treibend, wurden die akuten Krisen “dämpfungslasten“ den kommenden Generationen Steuern zahlender und den Reichtum der Gesellschaft erarbeitenden Arbeitnehmern aufgebürdet.

Die Reichen und Mächtigen können die Logik des Kapitals, die Notwendigkeit von Krisen nicht unterbrechen, sie können sie nur verzögern, in ihren konkreten Formen zu beeinflussen suchen und wie immer, mittels der politischen Macht die arbeitenden Volksmassen als Hauptzahler in Geiselhaft zu nehmen. Aber: Das Geld, welches zur Dämpfung in das System gepumpt wurde, wird die Wucht der kommenden Krise verschärfen.

Wir sind zu „freundlich“ mit unseren Reichen und deren Mächtigen.

Wir sind bisher zu zufrieden, mit den Krumen oder Bröckchen, die vom erarbeiteten Reichtum
für uns abfallen!

Nach dem Crash ist vor dem Crash und mit weiterer Wachstumsorientierung folgt die ökologische Katastrophe und die Ressourcenkriege. Unweigerlich!

Es gibt noch viel zu lernen, bis zum Widerstand, der wirkt!

Was sagt DIE LINKE, was tut DIE LINKE, wenn schon nächste Woche die Welt ganz anders ist? Was kann die/der BürgerIn tun?

Das fragen sich heute Millionen BürgerInnen, Prekäre, Erwerbslose, ArbeitnehmerInnen, eingebildete Glücks- und Konjunkturritter der „Mitte“, die wähnten, nur sie allein seien ihres Glückes Schmied? Was wählen sie, wenn ihr Traum vom Aufstieg aus ist?

Bernd Wittich Ludwigshafen, 5. August 2011

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Grafikquelle   :    Tandemsprung an einem Flächenfallschirm

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