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Die große Wanderung

Erstellt von DL-Redaktion am Donnerstag 3. September 2015

Debatte Flüchtlinge in den Medien

von Mathias Greffrath

Die Welt ist auf der Flucht. Was sagt uns das und was wird geschrieben? Von unbrauchbarer Gedankenlyrik bis zum Tabu der Umverteilung.

Sie sind fett, doof, arbeitslos, wütend oder alles zusammen, die acht Menschen aus der Unterschicht, deren „Sorgen um Deutschland“ mit hässlichen Fotos in der Sonntagszeitung aus dem Hause Springer vorgeführt werden. Zur Deutung ihres uninformierten Gestammels daneben Bild und Artikel über das „hassende Gehirn“: zu wenig Aktivität im frontalen Cortex, zu viel Amygdala. Wer flüchtig hinsieht, denkt: krank eben.

Die „Argumente“ dieser Bekloppten höre ich allerdings auch gelegentlich bei guten Bekannten mit großen Wohnungen und multimedialem Fuhrpark. In der Berliner Sonntagszeitung aus demselben Verlag beschwören im Gegenzug hundert Elitedeutsche Menschenwürde und Solidarität und lassen das Pack richtig übel aussehen. Die Guten, die Schönen, die Hässlichen, die Bösen. Fertig.

Auf der Suche nach einer haltbaren Haltung sichte ich die Intelligenzblätter. In der Zeit raunt der Liebling der Post-Foucault-Generation, Giorgio Agamben: Europa müsse zugrunde gehen, erst dann könne damit eine Politik der Zukunft „eine Lebensform erfinden, die nicht auf der Tat und dem Eigentum begründet ist, sondern auf dem Gebrauch“. Bis dahin könne der denkende Mensch nur im Modus der Flucht leben, nach dem Modell der frühchristlichen Eremiten. Ach ja. Gedankenlyrik, über Jahrtausende gespannt, ohne Verfallsdatum, also unbrauchbar.

Etwas mehr in der Welt gehen die um „Realismus“ bemühten Kommentatoren immer noch davon aus, dass wir es mir einem Notstand, einer Ausnahmesituation, einer Krise zu tun haben. Also humanitäre Hilfe, Übergangslager, Kampf gegen Schlepper, Lockerung oder Verschärfung der Gesetze, Wohnungsbau, Deutschunterricht, schnelle Eingliederung der qualifizierten und jugendlichen Migranten in die Wirtschaft.

Atemlos übers Mittelmeer?

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

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Fotoquelle: Wikipedia : Urheber The Central Intelligence Agency

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