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DER ROTE FADEN

Erstellt von DL-Redaktion am Dienstag 15. November 2022

Geschönte Sicht auf die Dinge: Alles halb so wild!?

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Durch die Woche mit Lukas Wallraff

Der taz Panter FC freut sich über Spiele ohne Eigentor, Medien bejubeln den verpassten Erdrutschsieg der Republikaner. Irgendwas ist immer gut.

Was lange zehrt, wird endlich gut. All die Mühe scheint sich doch zu lohnen. Noch nie konnte ich so glücklich Bilanz ziehen wie in dieser schönen Woche. Denn das, wofür wir jahrelang im Schweiße unseres Altensackgesichts und Seite an Seite mit starken Frauen gekämpft haben, geht wundersamerweise in Erfüllung.

Die optimistische Weltsicht und die in der Satzung von 2018 verankerte Überlebenseinstellung des taz Panter FC setzt sich auf ganzer Linie durch. Was wurden wir belächelt und mitleidig aufgemuntert, die müden Schultern schmerzten schon vom Klopfen.

Und nun, siehe da, betrachten plötzlich alle die Welt wie wir nach einem 0:10. Immerhin die ersten zehn Minuten ohne Gegentreffer überstanden und kein einziges Eigentor im ganzen Spiel! Keine Verletzten! Und deutlich besser als in der Vorsaison beim 0:12! Wadenkrämpfe ja, Weinkrämpfe nein!

So halten es jetzt auch die bisher stets zu traurigem Jammern aufgelegten Medienschaffenden in Deutschland. Was auch immer passiert, und sei es noch so niederschmetternd, irgendwas ist trotzdem gut und liefert Grund zur freudigen Erleichterung.

Das aufgeregte TV-Publikum darf aufatmen

Gewinnt beispielsweise eine Partei, die lügt, betrügt und von einem rechtsradikalen Narzissten angeführt wird, nicht ganz so hoch wie vorher befürchtet, lässt der neue Polit­sender ProSieben das aufgeregte Publikum aufatmen: „Trumps Republikaner verpassen Erdrutschsieg“. Ja, und die Demokraten haben diesmal kein Eigentor geschossen!

Okay, bei ProSieben sind sie halt sehr bescheiden, da wurden sogar stolpernde Kanzlerkandidatinnen von ihren FragestellerInnen begeistert für ihre Anwesenheit beklatscht. Aber die neue positive Haltung teilen alle.

„Rote Welle bleibt aus“, entwarnt Zeit Online metaphorisch Bezug nehmend auf die republikanischen Vereinsfarben, die seltsamerweise sozialistisch aussehen, aber das Gegenteil bedeuten. Es gibt „Kein Chaos, keinen Durchmarsch“, beruhigt tagesschau.de, dafür „ein ermutigendes Signal“ (laut Tagesspiegel).

Es hätte ja schlimmer kommen können

Auch in der taz rollt „Keine Trump-Lawine“. Am schönsten bringt es das Schweizer Journal 21 auf den Punkt: „Die rote Welle ist kein Erdrutsch“. Und es stimmt ja, bisher floss kein Blut, nichts stürzte ein und alles hätte schlimmer kommen können.

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Hoffentlich wurde der Florida Boy nicht so heiß gebadet wie der Deutsch-Verwurzelte Verlierer ?

Ob der aufstrebende, smarte Trump-Rivale Ron De-Santis sogar noch gefährlicher sein mag als der irre Alte, werden wir früh genug erfahren. Ich verdränge auch lieber noch ein bisschen, dass der Vorletzte Panter FC am Montag auf den Tabellensiebten trifft. Und wo wenig Hoffnung ist, hilft jeder kleinste Schimmer, auch wenn man keine blasse Ahnung hat, was er verheißt.

Verständlicherweise freuten sich diese Woche viele über den ukrainischen Landgewinn in Cherson. Nicht nur die Frankfurter Rundschau sah darin einen „neuen Rückschlag für Russland“. Auch wenn Putins Rückzug vielleicht nur eine fiese Falle ist, um per Staudammsprengung den ganzen Landstrich zu überfluten. Aber die Meldung machte doppelt Mut, denn so erfuhr man auch, dass die gute alte FR offenbar ebenfalls weiter durchhält.

Quelle       :        TAZ-online          >>>>>           weiterlesen

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Grafikquellen       :

Oben        —     Roter Faden in Hannover mit beschriftetem Aufkleber als Test für einen möglichen Ersatz des auf das Pflaster gemalten roten Strichs

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