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Clan-Politik und Pfründe

Erstellt von DL-Redaktion am Donnerstag 13. Mai 2021

Repräsentative Kleptokratie?

Karikatur Merkel Politikerdiäten.jpg

Quelle:    Scharf  —  Links

Von Knarx

„Die Münchner Unternehmerin Andrea Tandler, Tochter des CSU-Granden Gerold Tandler, hat üppige Provisionen bei Maskendeals der Schweizer Firma Emix mit dem Freistaat Bayern, dem Bund und dem Land Nordrhein-Westfalen kassiert. Es geht um Ansprüche in Höhe von 34 bis 51 Millionen Euro für die Firma Little Penguin.“

Das ist ein Zitat aus der Süddeutschen Zeitung von heute. Der Artikel stammt von von Andreas Glas, Lena Kampf, Klaus Ott und Jörg Schmitt.

Dieser Satz ist von den Autoren sicher, im wohlverstandenen Sinne eines investigativen Journalismus formuliert worden.

Knarx sagt: Der Satz führt leider in die Irre. Wer glaubt, das Konto von Frau Tandler sei nun um 51 Millionen Euro, oder so angewachsen und das bliebe auch so, hat die Systematik der kleptomanischen Parteien- korruption nicht verstanden.

Wir sehen prognostisch und mit freudiger Erwartung einen großen Teil dieses untreu ausgegebenen Steuergeldes in Richtung CSU Kasse direkt, oder in Projekte mit CSU – nützlichem Charakter fließen. Niemals wird das offen zu Tage treten. Das Geld fließt gewissermaßen um die Ecke zu Vertrauten, die „little Penguin“ dafür faszinierende Rechnungen ausstellen werden und anschließend, nach Abzug ihrer „Beteiligungsentgelte“ eine kleine Spende, unterhalb des Radars der Veröffentlichungspflicht an die Partei oder Vor- Zwischen- und Nachfeldorganisationen der CSU entrichten werden. Untreue ist eine Straftat nach §266 StGb, die keineswegs auf Frau Tandler anzuwenden ist. Frau Tandler hat einfach nur ein ganz normales kapitalistisches Geschäft gemacht: Vermittlung von Kontakten mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit, dass die öffentlichen Geschäftspartner sich untreu verhalten werden. Auch die schweizerischen Lieferanten haben nur ein ganz normales Geschäft gemacht. Untreu waren Verwaltungsbeamte der Bayerischen Landesverwaltung als sie die Aufträge für die horrend überteuerten Masken vergaben. Das Ministerium hatte Anfang März 2020 eine Million dieser Masken für 8,9 Millionen Euro bei Emix gekauft. Also für – im Schnitt – 8,90 Euro pro Maske. Getoppt wurde das nur in NRW, dort kaufte man offenbar (ebenfalls vom selben schweizerischen Lieferanten) 500.000 Masken für 9.90 Euro das Stück.

Bundesarchiv Bild 183-1990-0226-315, Leipzig, Frühjahrsmesse, Strauß, Honecker.jpg

Ha, haha, bleiben doch alle Clan-Erbschaften in der CSU !

Was hier geschah ist normal Knarx? So mögt ihr entsetzt fragen.

Knarx antwortet: Ja, das ist kapitalistische Normalität, soweit die privaten Unternehmen dazu beitrugen. Die Untreue der Verwaltungen ist auch normal, weil sie durch kriminelle Organisationen kontrolliert werden. Wie wir wissen, ist das nicht der Wähler, sondern es sind regierende Parteien. Das ist auch normal, im Sinne von „die Norm“.

Wenn daran irgendwas skandalös ist, dann die Regelmäßigkeit, mit der das geschieht. Um die Verhältnisse etwas aufzuklären: für 51 Millionen Euro Provision hätte der Staat (zur Erinnerung: das seid ihr) Dreimillionenzweihunderttausend Impfdosen kaufen können, deren Entwicklung er vorher mit Forschungssubventionen bereits bezahlt hatte. Das Übel sind nicht die Verbrecher, die sich in diesem System tummeln. Das Übel ist das verbrecherische System.

Euer Knarx

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3 Kommentare zu “Clan-Politik und Pfründe”

  1. HeinBlöd sagt:

    und wer glaubt dass Drosten leer ausgeht, irrt gewaltig.

    Christian Drosten:
    „Wer sich nicht impfen lässt, wird sich unweigerlich infizieren“
    Das Coronavirus werde nicht weggehen, mahnt Virologe Drosten. Wer sich nicht impfen lasse, entscheide sich „aktiv für die natürliche Infektion“.

    https://www.zeit.de/gesundheit/2021-05/coronavirus-christian-drosten-impfung-immunitaet-optimismus?wt_zmc=sm.int.zonaudev.twitter.ref.zeitde.redpost.link.x&utm_medium=sm&utm_source=twitter_zonaudev_int&utm_campaign=ref&utm_content=zeitde_redpost_link_x&fbclid=IwAR02Ni8O3rU_nogfKBusmn4Jx7jdLyOmTZkSePDFVaLrldNAqCm9O5c8dlo

  2. Frühaufsteher sagt:

    Medienanstalt Berlin-Brandenburg fordert Medien auf, Inhalte, besonders zur Corona-Politik, nach Vorgabe der Regierung »anzupassen«, sonst drohe gegen die Online-Zeitung ein Verwaltungsverfahren.

  3. Regenbogenhexe sagt:

    Netzfund – Aufstand der Selbständigen

    „Wir fordern sofortige Öffnung unserer Geschäfte!“ Das sagte die Schuhhändlerin Brigitte Meier aus München in der ARD-Talksendung bei Anne Will. Das war im Januar. Mittelständische Unternehmen sind bis heute im Lockdown. Mal mehr, mal weniger. Ein Ende ist nicht abzusehen. Tausende Unternehmer und deren Mitarbeiter haben jetzt eine spektakuläre „Briefwahlaktion“ gestartet. „Warum sollen wir Sie wählen?“, fragen sie ihre Bundestagskandidaten. Politiker im Erklärungsnotstand! Corona-Kollateralschaden, millionenfach!

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