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Boomendes »True Crime«

Erstellt von DL-Redaktion am Mittwoch 19. Mai 2021

Boulevard für Besserverdienende

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Eine Kolumne von Margarete Stokowski

Wenn Frauen entführt, gefoltert und ermordet werden, was ist das dann? Vor allem spannend! Finden die zahllosen »True Crime«-Formate, die pietätlos die Schicksale von Verbrechensopfern für Unterhaltung nutzen.

Wir sind uns wahrscheinlich einig, dass es grauenvoll ist, wenn Menschen ermordet werden. Sind wir uns aber auch einig, dass man real geschehene Morde und andere Gewalttaten nicht zur Belustigung, zur Befriedigung der Sensationsgier und für Profite nutzen sollte?

Nein. Denn sonst würde das Genre »True Crime« nicht heillos boomen. Laber-Podcasts mögen langweilig sein, Pärchen-Podcasts mögen peinlich sein, es mag generell sein, dass es viele Podcasts gibt, die die Welt nicht braucht, aber die allermeisten »True Crime«-Podcasts sind der räudigste Auswurf seit Erfindung von Aufnahme- und Sendetechnik.

Falls es jemand nicht kennt: »True Crime« ist ein Genre, in dem tatsächlich passierte Verbrechen in entweder halbwegs journalistischer Form, oft in Podcasts oder Magazinen, oder belletristisch, im Theater, Film und Fernsehen oder sonstigen Formaten nacherzählt werden, teils mit Recherche über die Akten hinaus, teils ohne. Wobei »nacherzählt« sehr neutral formuliert ist, denn oft geht es dabei um eine möglichst spannende, gruselige Darstellung der Geschehnisse, um möglichst schockierende Einblicke in die Psyche der Täter und pietätloses Stochern im Leben der Opfer. Nicht immer geht es um Mord, manchmal auch um Banküberfälle oder anderes.

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