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Archiv für Januar 8th, 2023

lrre und krank ? ……

Erstellt von DL-Redaktion am 8. Januar 2023

Sehnen sich die Täter nach demselben?

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…..   Nicht alle Tassen im Schrank ? – Würde man eher bei vielen Politikern erwarten

Von   :  Konstantin Nowotny

Wenn in Deutschland extreme Taten begangen werden, ist oft von psychisch kranken Einzeltätern die Rede. Was aber, wenn nicht die Tä­te­r*in­nen krank sind, sondern das System? Sehnen sich die Täter nach demselben? Danach, in einer imaginierten Zukunft zu den Gewinnern zu gehören?

Im Oktober 2019 werden in Deutschland zwei Menschen ermordet. Ein 27-jähriger Mann wollte in Halle an der Saale eine ­Synagoge stürmen, scheiterte und brachte anschließend zwei Menschen um. Der Attentäter veröffentlichte zuvor ein umfassendes Pamphlet voller rassistischer und antisemitischer Gedanken. Er glaubte an eine jüdische Weltverschwörung. Er hasste unter anderem auch den Feminismus, war sich aber sicher, dass hinter allem, was ihm sein Leben erschwert, letztlich die Juden steckten.

Krank. Der „fanatisch-ideologische Einzeltäter“ habe sich als „Teil“ eines rechtsextremen Netzwerks „verstanden“, argumentierte die Staatsanwaltschaft. Ein forensischer Psychiater bescheinigte dem Täter später nach dreimaliger Befragung eine „komplexe Persönlichkeitsstörung mit autistischen Zügen“. Im vergangenen Dezember nahm der Täter nach knapp zwei Jahren Haft in der JVA Burg zwei Geiseln und versuchte zu fliehen. Er scheiterte.

Im Februar 2020 werden in Deutschland neun Menschen ermordet. Bevor der 43-jährige Täter in einer Shishabar um sich schoss, veröffentlichte er einen Text, gesättigt mit rassistischen und antisemitischen Ideologien. Er glaubte an einen Rassenkrieg, der bevorstehe oder bereits im Gange sei. Und er glaubte daran, dass Geheimdienste mitverantwortlich dafür seien, dass ihn keine Frau liebe.

Krank. Der Terrorismusexperte Peter Neumann sprach von einem „massiv psychisch gestörten Einzeltäter“. Krankheit und Ideologie seien beim Täter „untrennbar miteinander verschmolzen“, zudem fehle ihm die Fähigkeit, sich mit seiner „krankhaft verformten Weltsicht“ auseinanderzusetzen, urteilte ein forensisch-psychiatrisches Gutachten.

„Untrennbar verschmolzen“, „krankhaft verformte Weltsicht“: Sind Rassismus und Antisemitismus nun eine Weltsicht oder eine Krankheit? Geht das eine aus dem anderen hervor?

Noch keine hundert Jahre ist es her, dass die Theo­re­ti­ke­r*in­nen der Frankfurter Schule sich in ihren „Studien zum autoritären Charakter“ der Frage widmeten, warum Menschen faschistischen Ideologien verfallen. Mit Blick auf den Nationalsozialismus fragten sich die Forscher*innen, warum Menschen Lust aufs Töten verspüren, sich als Teil eines mächtigen Kollektivs verstehen wollen, warum sie mörderische Befehle geben und ausführen. Die Studien offenbarten, wie viele Menschen insgeheim daran glaubten, dass an ihrem individuellen Schicksal ganz konkrete Personen und keine „überindividuellen“ Strukturen schuld sind. Das nütze den „falschen Propheten“ der herrschenden Klasse, argumentierten die Autor*innen: Statt dass sich der Ärger über persönliche Missstände gegen das System richtet, glauben die Leute lieber, ihr Nachbar sei schuld am eigenen Elend.

Die Studien waren nicht unumstritten, aber einflussreich. Jüngst wurden sie wieder öfter diskutiert – etwa im Band „Konformistische Rebellen“ aus dem Jahr 2020 –, weil die falschen Propheten in Form von autoritären Bewegungen wieder erstarken. Weil es wieder Mächtige gibt, die sagen, dass am Weltelend nicht falsche Strukturen schuld sind, sondern falsche Menschen.

Von Sozialpsychologie, vom Zusammenhang zwischen Charakter und Erziehung, Gesellschaft und Ideologie wollten nach Hanau und Halle aber nur wenige etwas wissen. Zu unangenehm sind die Fragen, die eine solche Analyse provoziert. Leben wir etwa in einer Welt, die systematisch potenzielle Mörder hervorbringt?

Nein, das kann nicht sein. Komfortabler: Die Täter sind irre, gestört, autistisch, narzisstisch, schizophren oder paranoid oder paranoid-schizophren; bedauerliche Einzelfälle in einer tragischen, aber losen Reihe; braun verblüht kranke Pflänzchen auf einer ansonsten intakten Wiese. „Es reicht nicht, einen Anschlag wie den in Halle zu verurteilen – und dann wieder zur Tagesordnung überzugehen“, sagte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am ersten Jahrestag des Attentats. Man müsse „die Motive ergründen, die Hintergründe solcher Taten aufklären“. Die „Ergründung“ sah in etwa so aus: Der Täter war einzeln und krank, so wie alle anderen, die Krankes tun.

Selbst wenn die potenziellen Mörder in Kollektiven auftreten, sind es irgendwie doch Einzelfälle. Eine „dreistellige Anzahl von Verschwiegenheitserklärungen“ sollen die Er­mitt­le­r*in­nen bei einer Gruppe von 25 Festgenommenen gefunden haben, die sie der sogenannten Reichsbürgerbewegung zuordnen. Eine Gruppe, bestehend aus ehemaligen Soldaten, Polizisten, Juristen, AfD-Mitgliedern, Neonazis und weiteren Personen hatte einen Putsch geplant, angeführt von einem Adligen. Sie verfügten über Kampferfahrung, Waffen und Geld. Der Adlige selbst schwang zuvor große Reden darüber, dass die Juden Kriege und Revolutionen anzettelten. Seine Gefolgschaft fand das überzeugend. Teile der Gruppe glaubten an die sogenannte QAnon-Theorie, nach der unter anderem Juden Teil einer blutrünstigen Weltverschwörung seien. Auch der Attentäter von Hanau glaubte das wie laut Studien etwa 15 Prozent aller Amerikaner*innen.

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Krank. Reichsbürger seien „psychisch auffällig“, kommentierte der prominente Jurist und Spiegel-Kolumnist Thomas Fischer nach der Razzia. Er gab aber Entwarnung: „Deutschland drohte weder ein Staatsstreich noch ein Putsch.“ So sahen es viele. Eine Reporterin der Welt sprach auf Twitter von „verstrahlten Reichsbürger-Rentnern“ und wunderte sich über die „äußerst eigenartigen Hysterie“ rund um den Fall. Der ehemalige Innenminister Otto Schily gestand, er habe zwar „keine Erkenntnisse über Organisationsgrad und Gefahrenpotenzial“ der Reichsbürger-Bewegung, halte sie aber dennoch für eine „eher skurrile Spinner-Truppe“, die keine reale Gefahr darstelle. Das reimte sich mit den Deutungen ordinärer Faschisten: Von einer „Seifenoper“ rund um einen Staatsstreich, geplant von einem „Häuflein“, sprach Björn Höcke am Tag nach dem Zugriff. Ein Häuflein: Etwa 23.000 Menschen umfasst laut Bundesverfassungsschutz das „Personenpotenzial von Reichsbürgern und Selbstverwaltern“. Gerade einmal 5 Prozent gelten für die Behörden als „rechtsextrem“, fand die Süddeutsche Zeitung heraus. Und der Rest? „Nur“ verrückt?

Psychische Krankheiten fallen nicht vom Himmel. Sie entstehen in einer bestimmten Gesellschaft, in einem bestimmten Zustand. Der Kulturtheoretiker Mark Fisher erklärte so unter anderem, warum Millionen Menschen unserer Zeit depressiv werden: Das Erodieren der staatlichen Vorsorgenetze – Rentensystem, Arbeitslosenversicherung, Krankenversicherung, Bildungssystem – mache Menschen unsicher, nervös und auf lange Sicht krank. „Depression ist die Schattenseite unserer Wirtschaftskultur, sie ist, was passiert, wenn der magische Voluntarismus auf eingeschränkte Möglichkeiten stößt.“ Diejenigen, die das System am Laufen halten wollen, so Fisher, hätten ein Interesse daran, dass psychische Krankheiten Privatsache bleiben. Sie sollen nicht politisch thematisiert werden, damit keiner auf die Idee kommt, dass irgendetwas faul sein könnte.

„Magischen Voluntarismus“ nannte Fisher den Glauben, dass man sich nur genug anstrengen müsse, um seine Ziele zu erreichen. In der Realität finden sich die meisten, die in diesem Glauben erzogen wurden, in einem System wieder, dass davon lebt, dass es einigen ohne erkennbaren Grund schlechter und anderen besser geht. Ist es denkbar, dass sich der Ärger darüber, die Aggression, nicht nur nach innen richten kann wie bei der Depression, sondern auch nach außen, gegen andere, vermeintlich Schuldige?

Quelle       :           TAZ-online          >>>>>        weiterlesen

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Grafikquellen     :

Oben          —     Charleroi (Belgique) – Station Janson du métro légerLes Psy.

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Häme gegen Lambrecht

Erstellt von DL-Redaktion am 8. Januar 2023

Muss eine Ministerin Instagram beherrschen?

Manche Politiker wären doch froh ihre Namen richtig Schreiben zu können – unter der Maske

Eine Kolumne von Sascha Lobo

Das Silvestervideo der Verteidigungsministerin war unprofessionell. Aber ein Rücktrittsgrund? Solche Überhöhungen entstehen, weil das Social-Media-Publikum erwartungsradikal ist.

Wie gut muss man als Ministerin Social Media können? Gibt es eine Untergrenze der Instagram-Fähigkeiten, ab der die Eignung als Regierungsmitglied infrage steht? Die Frage scheint merkwürdig und oberflächlich zugleich, aber es steckt mehr dahinter: die Erwartungsradikalität des sozialmedialen 21. Jahrhunderts.

Die Verteidigungsministerin hat ein viel besprochenes und weltweit verspottetes Silvestervideo veröffentlicht , das alle, die es auch nur entfernt interessieren könnte, bereits gesehen haben dürften. Mit gruseliger Tonqualität, überlagert vom Berliner Silvestergetöse, spricht Lambrecht einen ungelenken und wenig ministerialen Text bock los in die Kamera. Sie rekapituliert ihr 2022: »Mitten in Europa tobt ein Krieg. Und damit verbunden waren für mich ganz viele besondere Eindrücke, die ich gewinnen konnte – viele, viele Begegnungen mit interessanten und tollen Menschen.« Als Verteidigungsministerin aus dem Thema Krieg überleiten in die eigene »tolle« Erlebniswurstigkeit, dabei kein Wort zu den Opfern, das ist nicht mehr unsensibel, das ist schon ein Video-Mahnmal im ewigen Gedenken des unbekannten Social-Media-Beraters.

Man könnte das Instagram-Video unter Ungeschicktheit, Unprofessionalität oder Nachlässigkeit abhaken. Aber dafür ist es ein allzu treffendes Symbol für ein größeres Problem unserer Zeit, das in einem Tweet  so beschrieben wird: »Ich finde es ja doch höchst interessant wie man in Deutschland als Politiker*in in höchste Ämter kommen kann und gleichzeitig VOLLKOMMEN UNFÄHIG in der Außenkommunikation sein kann.«

Eine große Zahl von Reaktionen auf Lambrechts zweifellos unkluges Silvestervideo geht in die gleiche Richtung. Und sie betreffen eine Ministerin, der ohnehin kein gelungener Lauf in der Öffentlichkeitsarbeit unterstellt werden darf.

Unvergessen die ungünstig verargumentierte Reise ihres Sohnes im Bundeswehrhubschrauber , der davon auch noch Fotos auf Instagram veröffentlichte. Oder als sie in ihrer Regierungserklärung behauptete, der Flugabwehrpanzer Gepard sei kein Panzer. Um sich dann aufs Infantilste selbst zu widersprechen: »Der Gepard ist ja dafür da, Infrastruktur zu schützen , dadurch, dass er dann mit diesem Rohr in die Luft schießt«.

Überfällige Veränderung in der politischen Kommunikation

Im ersten politischen Halbjahr bekamen Annalena Baerbock und Robert Habeck viel Lob für einen neuen politischen Stil, der sich vor allem in der Kommunikation bemerkbar machte. Insbesondere bei Habeck wurde hervorgehoben, dass er menschlich erscheine, weil er Zweifel und Abwägungen erkennen lasse und so das Publikum in seine Entscheidungen miteinbeziehe, übrigens ebenfalls in einem Instagram-Video. Selbst von Konservativen bekam Habeck Unterstützung, bis ihnen wenig später dieser Grünen-Applaus mulmig wurde und Habeck für einen weniger gelungenen Talkshow-Auftritt unverhältnismäßig kritisiert wurde.

In jedem Fall aber handelt es sich um Anzeichen einer überfälligen Veränderung in der politischen Kommunikation, die mit den sozialen Medien einhergeht. Sich jederzeit direkt ans Publikum zu richten, ist in den letzten Jahren von der Möglichkeit zur Selbstverständlichkeit geworden. Seit jeher gehört es zur demokratischen Politik, diese den Wählenden auch zu erklären – aber heute geschieht das nach anderen Regeln. Die vielleicht wichtigste ist, dass mit sozialen Medien ein Echtzeit-Rückkanal entstanden ist, der potenziell jede Kommunikation zum unignorierbaren Dialog macht.

Hier kommt eine Eigenschaft ins Spiel, die in manchen Social-Media-Zirkeln schon lange zu beobachten ist, die sich aber in den letzten sechs, sieben Jahren verselbständigt zu haben scheint, und zwar mit und durch soziale Medien: die oben erwähnte Erwartungsradikalität des Publikums.

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Ich verstehe darunter die weit verbreitete Bereitschaft, aus Details extrem weitreichende Schlussfolgerungen zu ziehen. Pars pro toto heißt dieser Mechanismus als Sprachfigur im Lateinischen. Im Fall Lambrecht wäre das, ein unprofessionelles, misslungenes, unsensibles Video als Zeichen für eine komplette ministeriale Unfähigkeit zu halten und deshalb als Rücktrittsgrund zu betrachten, wie es Markus Söder und Friedrich Merz getan haben.

Ständige Bereitschaft zur Soforteskalation

Erwartungsradikalität bedeutet auch, jederzeit zur vollständigen Aufgabe aller Grautöne und Kontexte bereit zu sein. Mit der Erwartungsradikalität transportiert man deshalb die ständige Bereitschaft zur umfassenden Soforteskalation anhand von vermeintlichen oder tatsächlichen Kleinigkeiten. Im Extremfall bedeutet das sogar, dass für die Nichteskalation die eigenen Maßstäbe vollständig erfüllt sein müssen.

Quelle     :             Spiegel-online           >>>>>         weiterlesen

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Grafikquellen       :

Oben      —     Unterzeichnung des Koalitionsvertrags für die 20. Bundestagswahl am 7. Dezember 2021

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Unten      —     Sascha Lobo; 10 Jahre Wikipedia; Party am 15.01.2011 in Berlin.

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Fordern ohne zu Liefern ?

Erstellt von DL-Redaktion am 8. Januar 2023

Deutschland zum Jahreswechsel – von Böllern bedroht?

 

Quelle     :     Untergrundblättle – CH

Von      : Renate Dillmann

Forderung nach härteren Strafen und besserer Ausrüstung der Polizei. Das fängt ja gut an. Während die Berichterstatter der Nation im Rest der Welt Silvesterfeiern mit „berauschendem Feuerwerk“, ausgelassener Stimmung am Big Ben, der Copa Cabana und New York sehen, macht der Blick ins eigene Land ihnen schon wieder Sorgen.

So berichtet die Tagesschau am Neujahrstag gleich in ihrer ersten Meldung, dass Ordnungskräfte, Rettungsdienste, Feuerwehren und Straßenreinigung es zur Jahreswende „mal wieder“ und zugleich „so schwer wie noch nie“ hatten!

Als ob die Staatsmacht nicht schon 364 Tage und Nächte genug zu tun hätte im endlosen Kampf gegen das Böse, gegen Extremisten, Terroristen, Spione, Islamisten, Faschisten, Kommunisten, Anarchisten, Chaoten, Clans, Kriminelle, Illegale, Irre im Inland und beim Export ganz anderer Böller und Raketen in alle Welt (zur Bewahrung von Frieden und Freiheit natürlich) nun auch noch das.

Das Volk böllert am 365. Tag – ohne heißen Herbst wohlgemerkt und bei 15 Grad plus zu Silvester – trotz lokaler Feuerwerks-Verbote und Klimawandel wild drauf los! Schlimmer noch: Die „Ordnungskräfte“, medial verkörpert durch die Feuerwehr, nicht durch die Polizei, berichten von zahlreichen Angriffen auf die „Helfer“.

Zwar fehlt es an jeglichen Beweisen für die unsagbare Brutalität, die ansonsten stets zumindest durch Amateuraufnahmen belegt werden kann (die „Tagesschau“ suggeriert durch den Schnitt ihrer Bilder tatsächlich, dass Feuerwehr beim Löschen eines Hausbrands behindert wurde, während die „junge Welt“ von „brennenden Mülltonnen“ berichtet), aber das Urteil steht fest: Grundlos und wider aller Vernunft greifen in deutschen Großstädten unbestimmte Subjekte jene Kräfte an, die ihnen doch nur helfen wollen!

Eine Erfindung der Presse? Oder Propaganda der zunehmend von AfD und Nazis unterwanderten Berufsvereinigungen von Polizei und insbesondere der Feuerwehr? Mag sein. Und wenn nicht?…

Dann hätte eine um Aufklärung bemühte Presse zumindest die Aufgabe zu ermitteln, wie es zu dieser vermeintlich irrationalen Wut auf die Ordnungskräfte kommt. Anhaltspunkte gäbe es ja:

1. Eine zunehmend grosse Zahl angestammter, sowie zugezogener und geflüchteter, in jedem Fall aber verachteter armer Teufel, die sich sinn- und zwecklos an einer Ordnung (ab)arbeiten, die ihnen kein materielles Zurechtkommen, keine Familie, keine gesellschaftliche Anerkennung und kaum eine gesellige Zusammenkunft gewährt.

2. Die erzwungene Ergebenheit braver Knechte gegenüber den „Sachzwängen“ einer Nation der steigenden Preise, Renditen und Ansprüche gegen jene, die das Privileg eines Arbeitsplatzes im Menschenrechts Paradies Deutschland genießen.

3. Die kleine kompensatorische Hoffnung, wenigstens nach vollbrachter Dienstbarkeit am Ende des Jahres (ziemlich grund- und sinnlos übrigens!) einmal ein Recht auf Krach, ein Recht auf Ausgelassenheit und ein Recht auf die Straße zu haben, in der man sonst als Paketzusteller, Bettler, Putzfrau, Müllmann und Taugenichts existiert und wahrgenommen wird. Und in der einen die Polizei auch am Silvesterabend als Problem einstuft und vorsorglich in Mannschaftsstärke aufmarschiert.

4. Vielleicht auch die „Testosteron gesteuerten Party People“, die die Gelegenheit nutzen, einmal im Beisein des weiblichen Publikums den eigenen Mut und die Kampfbereitschaft jenseits allen Klassenbewusstseins unter Beweis zu stellen…

All das böte reichlich Stoff, nachzufragen und über Ursachen nachzudenken, wenn man der vermeintlich grundlosen Aggressivität (so sie denn überhaupt so wie behauptet stattgefunden hat) auf die Spur kommen wollte.

Die Presse lässt sich allerdings nicht beirren: Es braucht keine Aufklärung über die Fakten und schon gleich keine (soziologische) Ursachenanalyse für die einseitige und ungeprüfte Beschuldigung. Was die Nation stattdessen braucht, ist klar: Der Rechtsstaat kann „solche Formen der Verrohung von Gewalt nicht hinnehmen“ (Nancy Faeser, Tagesschau vom 2.1.): Die Konsequenzen heißen härtere Strafen, bessere Ausrüstung der Polizei (nicht der Rettungsdienste – oder kriegen die Sanitäter jetzt mehr Geld, kürzere Einsatzzeiten und bessere Ausrüstung?!) und überhaupt mehr innere Sicherheit.

Das BILD von der „notorisch bedrohten Nation“ gehört bekanntlich zu den alltäglichen Kontinuitäten der öffentlichen Berichterstattung vor und nach 1945 im Reich der Dichter und Henker, also mit und ohne Gleichschaltung ihrer Presseorgane. Das gilt für den letzten Tag des alten Jahres wie den Start ins neue…

Na dann, Prosit Neujahr!

Soweit nicht anders angegeben und keine Quellenangabe (Name einer Organisation oder Internet-Adresse) vorhanden ist, gilt für die Texte auf dieser Webseite eine Copyleft (Public Domain) Lizenz.

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Oben        —   Feuerwerksverkauf in Berlin-Marzahn

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Gift aus dem Ausland

Erstellt von DL-Redaktion am 8. Januar 2023

In Uganda setzen Kleinbauern Pestizide ein, die in Europa verboten sind.

Bananenplantage in Afrika

Aus Kampala von Simone Schlindwein

Nun soll deren Export aus Deutschland und der EU untersagt werden. Welche Folgen hätte das? „Die Chemikalien werden über-dosiert oder falsch angewandt, zum Beispiel in der Regenzeit, wenn der Regen sie einfach wegspült“.

Faustine Mugalula schraubt die kleine Plastikflasche auf und schüttet vorsichtig etwas Flüssigkeit in einen Messbecher. „25 Milliliter auf 20 Liter Wasser reichen aus, um meinen Garten zu sprühen“, sagt er und kippt die Flüssigkeit in einen mit Wasser gefüllten Kanister, den er sich auf den Rücken schnallt. Auf dem Etikett der Flasche steht: „giftig“.

Mugalula bindet sich ein rotes bereits löchriges Stofftuch um Mund und Nase und nimmt das Spritzrohr in die Hand. In Gummistiefeln stapft er in seinen Gemüsegarten, um Raupen und anderen Schädlingen auf seinen Auberginenpflanzen den Garaus zu machen.

Mugalula ist 50 Jahre alt, ein hagerer Mann mit grauen Bartstoppeln im Gesicht. Sein Acker liegt in einem kleinen Dorf im Süden Ugandas, rund 30 Kilometer von der Hauptstadt Kampala. Er ist einer von Millionen von Kleinbauern im Land, der regelmäßig seine Tomaten, Auberginen und Bohnen mit Pestiziden besprüht. „Das erhöht meine Erträge“, sagt er und zeigt auf die sechs Kinder, die vor seinem Haus mit unverputzten Mauern Mensch-Ärgere-Dich-Nicht spielen. „Ich verkaufe meine Ernte, um davon die Schulgebühren zu bezahlen“, sagt Mugalula.

Seit sieben Jahren sprühe er, sagt er und erzählt, wie es dazu kam. Ein Vertreter einer Firma kam ins Dorf und erklärte ihnen, dass die Pflanzen mit Chemikalien besser wachsen. Einer von Mugalulus Nachbarn kaufte sich spontan eine Flasche und seine Ernte war sehr gut. Das hat ihn überzeugt und deshalb fährt Mugalulu regelmäßig nach Kampala, um dort das Pflanzenschutzmittel zu besorgen.

Faustine Mugalula hilft das Gift aus dem Ausland dabei, seine Familie zu ernähren. Aber in Zukunft muss er die Schädlinge womöglich anders bekämpfen. Denn es gibt – nicht zuletzt in Deutschland – Bestrebungen, giftige Insektenbekämpfungsmittel vom Markt zu verbannen. Das hätte Auswirkungen nicht nur auf die Arbeit von Landwirten, sondern auch auf die Geschäfte großer Chemiekonzerne.

Nachdem Faustine Mugalula fertig gesprüht hat, hängt feiner Sprühnebel zwischen den Auberginensträuchern. Darunter picken Küken nach Insekten. Eine junge Ziege grast nur wenige Meter entfernt. Die Chemikalie riecht ätzend, kommt man dem Sprühnebel zu nahe, wird einem übel und man bekommt einen Brechreiz.

„Rocket“ steht auf der Plastikflasche. Als Wirkstoffe sind Profenophos und Cypermethrin ausgewiesen, die als Nervengifte nicht nur Raupen und Kakerlaken, sondern auch alle Bienen im Umkreis töten. Das Produkt ist hergestellt worden für Schädlinge auf Baumwoll- oder Tabaksträuchern – nicht für essbare Gemüsepflanzen. So steht es in der Packungsbeilage. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit kam 2020 zum Schluss, dass diese Wirkstoffe Schilddrüsenkrebs hervorrufen können, und stufte die Substanz deshalb als „hormonschädlich für den Menschen“ und „wahrscheinlich hormonschädlich für die Umwelt“ ein.

„Ich habe keine Probleme damit“, sagt Mugalula und wäscht sich in einer Wanne die Hände mit Seife. Das Schmutzwasser kippt er danach ins Gras, das die Ziege frisst. Dann bindet er sich das Stofftuch ab und stopft es ungewaschen in seine Hosentasche. „Sie haben uns gesagt, dass wir Handschuhe und professionelle Schutzmasken tragen sollen“, sagt Mugalula. „Aber das Geld dafür spare ich mir.“

Die 100-Milliliter-Flasche, die Mugalula für umgerechnet rund 1,50 Euro einkauft, ist in Uganda abgefüllt. Doch die Inhaltsstoffe darin stammen aus dem Ausland und müssen importiert werden: aus Indien und China, aber auch aus Deutschland.

Auf der Liste der in Uganda zugelassenen Pestizide stehen 109 Namen, die legal eingeführt werden dürfen, zum Teil sind das giftige und gefährliche Wirkstoffe. 39 davon stammen von deutschen Herstellern, darunter sind die Chemie-Giganten Bayer und BASF, aber auch kleinere Unternehmen. Sie liefern Pflanzenschutzmittel, die zum Teil in der EU nicht mehr zugelassen sind. Darunter beispielsweise das Fungizid Mancozeb von Bayer oder der Wirkstoff Fipronil von BASF.

Der Export dieser Substanzen aus Europa ist immer noch erlaubt. Laut dem im November von der Heinrich-Böll-Stiftung publizierten Pestizid-Atlas genehmigten europäische und britische Behörden in den Jahren 2018 und 2019 die Ausfuhr von mehr als 140.000 Tonnen an Pestiziden, die innerhalb der EU verboten sind. 10.000 Tonnen davon stammen von deutschen Herstellern.

Afrika gilt als Absatz-markt der Zukunft

Hauptabnehmer sind Länder im globalen Süden mit einem großen Agrarsektor wie etwa Brasilien. Rund 13 Prozent gehen nach Afrika: nach Kenia, Südafrika, Nigeria und auch Uganda. Hier werden sie nicht nur von großen Baumwoll-, Mais- oder Schnittblumenbetrieben verwendet, sondern auch von Kleinbauern wie Faustine Mugalula.

Der Absatzmarkt in Afrika ist im Vergleich zu anderen Kontinenten noch klein, sagt die Ökotoxikologin Silke Bollmohr, die den Pestizid-Atlas mit erarbeitet hat. „Afrika wird dementsprechend von der Industrie als großer Absatzmarkt der Zukunft betrachtet.“

Doch daraus wird womöglich nichts werden. „Es geht nicht an, dass wir nach wie vor Pestizide produzieren und exportieren, die wir bei uns mit Blick auf die Gesundheit der Menschen zu recht verboten haben“, erklärte Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir von den Grünen im September. Mit einer neuen Verordnung wolle er das im Koalitionsvertrag vorgesehene Ausfuhrverbot umsetzen. Auf taz-Nachfrage konkretisiert seine Pressestelle, dass sie den Export von „bestimmten Pestiziden“ untersagen wolle, „die in der EU aus Gründen des Schutzes der menschlichen Gesundheit nicht zugelassen sind“. Gemeinsam mit Frankreich wolle sich die Bundesregierung zudem für einen EU-weiten Exportstopp einsetzen. Welche Pestizide das konkret sein werden, stehe jedoch noch nicht fest. Die deutsche Verordnung soll im ersten Halbjahr 2023 kommen.

Ein Exportverbot sei lange überfällig, heißt es in einem offenen Brief, den 274 Menschenrechtsorganisationen aus 54 Ländern des globalen Südens im November an Özdemir geschickt haben. Sie fordern, dass das Verbot sowohl fertige Produkte als auch die Wirkstoffe umfasst. Ein Exportverbot dürfe auch nur der erste Schritt sein auf dem Weg zu einem weltweiten Verbot. Es bedürfe eines strukturellen Umdenkens hin zu biologischen Anbaumethoden, damit die Menschenrechte gewahrt blieben.

Die Hersteller sehen das – wenig überraschend – anders. Bayer und BASF betonen auf taz-Anfrage, dass ein Exportverbot nicht zielführend sei, wenn man Ernährungssicherheit gewährleisten wolle.

Landwirte im globalen Süden seien auf wirksame Pflanzenschutzmittel angewiesen, „da der Schädlingsdruck durch die klimatischen Bedingungen dort viel höher ist als beispielsweise in Europa“, heißt es von Bayer.

Ein Exportstopp würde den Landwirten gerade den Zugang zu den nach höchsten Umweltstandards produzierten Mitteln verwehren, argumentiert BASF.

Ugandas Bauern sind nicht unbedingt auf deutsche Produkte angewiesen. Der Laden, in dem Bauer Mugalula sein Insektengift kauft, befindet sich in einer geschäftigen Straße in der Altstadt von Kampala. „Container City“ wird der Straßenzug genannt, weil sich hier hunderte containergroße Buden aneinander reihen: alle bis unter die Decke voll mit Chemikalien – vom Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat bis hin zu Insektiziden, die keine Biene überleben lassen.

In der Bude, wo Mugalula immer einkauft, sitzt die Verkäuferin mit ihrem Baby auf dem Schoß. Hannah Balinda heißt sie, 26 Jahre alt, um sie herum türmen sich bis unter die Decke Plastikflaschen mit dem Warnhinweis „giftig“. Die meisten sind von indischen und chinesischen Herstellern, die billige Generika anbieten. An der Wand hinter ihr hängen einige Gummihandschuhe und Atemschutzmasken. Doch die verkaufe sie nur selten, gibt Balinda zu: „Die Bauern sparen sich meist das Geld dafür.“ Einige der Läden in der Nachbarschaft führen schon gar keine Schutzkleidung mehr, weil sie sich nicht gut verkaufen, sagen die Verkäufer. Eine geeignete Atemschutzmaske kostet drei Mal so viel wie die Plastikflasche, die Bauer Mugalula einkauft.

In einem etwas größeren Laden sortiert der Verkäufer gerade seine neu eingetroffene Ware in die Regale. Im vorderen Bereich präsentiert Oduor Ambrose sichtbar die Dosen mit Samen, die er frisch aus Deutschland per Luftfracht geliefert bekommen hat: Mais, Wassermelonen, Bohnen, Paprika und Zwiebeln – hybride Samen aus den Laboren von Bayer Crop Science in Leverkusen.

In den Regalen dahinter stehen Plastikflaschen mit Glyphosat und anderen Pestiziden von Bayer, die in Kombination mit diesen Samen angewandt werden sollen. „Der Mais wächst sonst nicht gut, wenn man nicht sprüht“, erklärt er und zückt ein kleines Handbuch. Auf dem Titel eine aufgehende Sonne über einem prallen Maisfeld kurz vor der Ernte. Rechts oben: das Bayer-Logo.

In Comic-artigen Bildern und Fotos ist in dem Handbuch erklärt, für was welches Produkt wie angewendet werden soll – und welche Schutzkleidung vorgesehen ist: Handschuhe, Ganzkörper-Schutzanzug, Schutzbrille, Gummistiefel, Mütze; sowie der Hinweis, dass man sich nach der Anwendung duschen und die Schutzkleidung waschen soll. „Wir wollen ja nicht, dass die Bauern sterben, wenn sie unsere Produkte anwenden“, sagt Ambrose und lacht: „Das wäre nicht gut für das Image.“

Landesweit führt seine Firma im Auftrag von Bayer Trainings zur sachgemäßen Anwendung durch, sagt er. Auf seinem Handy zeigt er Fotos in einer Whatsapp-Gruppe, die er für Kunden aufgesetzt hat. Darin tauschen sich die Bauern aus, welches Mittel am besten wirkt, wie man sie am besten anwendet – sie machen damit auch indirekt Werbung.

Quelle         :        TAZ-online         >>>>>          weiterlesen

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Oben     —     Dies ist ein Bild mit dem Thema „Home + Habitat in Afrika“ aus:

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DL – Tagesticker 08.01.2023

Erstellt von DL-Redaktion am 8. Januar 2023

Direkt eingeflogen mit unseren Hubschrappschrap

Heute in der Leseauswahl des „Bengels“:  – . –  1.) SEK schnappt nachts zwei mutmaßliche Chemie-Bomber  – . –  2.) Klimaaktivisten hoffen auf Last-Minute-Stopp  – . –  3.) Ringen um die Revolution  – . –  4.) Joe Bidens Lateinamerika-Politik  – . –  5.) Paderborn und Auschwitz  – . –   DL wünscht allen Leser-Innen eine gute Unterhaltung.

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Wer hätte schon jemals so weit gedacht – staatliche Uniformträger arbeiten auch des Nachts ? Was aber für Mut-maßliche Chemie-Bomber gilt, wird für die Bomber in den hohen Lüften als Beruhigung gelten, da selbst der Hebestreit nicht so hoch denken kann.  War das Robert Koch-Institut wohl in Aufregung ob ihrer Corona-Impf-Dosen geraten ?

Terrorgefahr in NRW! Beweismittel in blauen Fässern. – SEK-Einsatz in NRW: In Castrop-Rauxel wurden zwei Männer verhaftet, die womöglich einen Terroranschlag mit Cyanid und Rizin geplant hatten. Ein „befreundeter Geheimdienst“ hatte die Ermittler auf die Spur der mutmaßlichen Chemie-Bomber geführt.

1.) SEK schnappt nachts zwei mutmaßliche Chemie-Bomber

Anti-Terror-Ermittler haben im Ruhrgebiet einen iranischen Staatsangehörigen festgenommen, der einen islamistischen Anschlag vorbereitet haben soll. Die Fahnder durchsuchten in der Nacht zum Sonntag die Wohnung des 32-Jährigen in Castrop-Rauxel. Der Mann sei verdächtig, sich für die Tat die Giftstoffe Cyanid und Rizin besorgt zu haben, teilten die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorfdie Polizei Recklinghausen und die Polizei Münster am frühen Sonntagmorgen mit. Der 32-Jährige wurde den Angaben zufolge gemeinsam mit einem weiteren Mann in Gewahrsam genommen. Wie weit die Anschlagspläne fortgeschritten waren und ob es schon ein konkretes Anschlagsziel gab, blieb zunächst unklar. Die Ermittlungen dauerten am Morgen noch an. Bereits kleinste Mengen wirken bei Menschen tödlich. Wegen der biologisch-chemischen Gefahren für die Einsatzkräfte waren laut einem Bericht der „Bild“ auch Mitarbeiter des Robert Koch-Instituts (RKI) als Berater vor Ort. Auch mehrere Mitarbeiter des Bundeskriminalamtes (BKA) und ein Entschärfer-Kommando seien im Einsatz gewesen. Das BKA wollte sich nicht zu dem Einsatz äußern und verwies auf die Generalstaatsanwaltschaft. Das hochgiftige wird laut dem RKI in der Kriegswaffenliste unter „Biologische Waffen“ aufgeführt. Cyanid ist ebenfalls hochgiftig, bereits kleinste Mengen wirken bei Menschen tödlich.

Focus-online

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Auf diesen Stopp werden die Aktivisten aber wohl vergeblich hoffen, nachdem die „GRÜNEN“ alle Ideologien für schmutzigen Mammon ihrer politischen Nieten in den staatlichen Parlamenten und der Regierungsbeteiligung verscherbelt t haben. Politik machen darf nicht bedeuten seine Wähler-innen Meuchelnd zu verraten, sondern seine Versprechungen auch einzulösen ! Aber dafür wird in diesem Land der politischen Schmierfinken eine Systemänderung benötigt. Parteien zeigen sich dafür als Unfähig, solange ein Clan die Macht steuert.

Lützerath vor der Räumung. Ein Klimabündnis plant am 14. Januar eine Großdemonstration in Lützerath. Sie soll auch stattfinden, wenn die bevorstehende Räumung bereits begonnen hat.

2.) Klimaaktivisten hoffen auf Last-Minute-Stopp

Das Schicksal des von rund 300 Klimaaktivisten besetzten Braunkohledorfs Lützerath im Tagebau Garzweiler II wird sich in wenigen Tagen entscheiden. Die Räumung könnte unmittelbar bevorstehen. Protest dagegen hat sich längst formiert und nimmt nach Angaben der Kohle-Gegner immer größere Dimensionen an. Ein Bündnis stellte am Freitag unter anderem die Pläne für eine Großdemonstration am Samstag, 14. Januar vor. Der Ort im Kreis Heinsberg soll zur Kohlegewinnung abgebaggert werden, das ist eigentlich beschlossene Sache. Gebäude und Grundstücke gehören schon dem Energiekonzern RWE, der erklärt, dass die „Inanspruchnahme der ehemaligen Siedlung in diesem Winter“ notwendig sei, „um inmitten der Energiekrise eine sichere Versorgung der Kraftwerke zu gewährleisten“. Die grüne NRW-Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur verteidigt die Abbaggerung von Lützerath damit, dass im Gegenzug der Kohleausstieg um acht Jahre von 2038 auf 2030 vorgezogen worden sei. „Wer die Millionen Tonnen Kohle, die unter Lützerath liegen, abbaggert, der reißt die 1,5 Grad-Grenze und bricht damit das Pariser Klimaabkommen, zu dem sich unser Land völkerrechtlich verpflichtet hat“, sagte Christoph Bautz von der Kampagnenorganisation Campact, die sich an den Protesten beteiligt. Der schwarz-grünen Landesregierung in Düsseldorf warf Bautz vor, sie betreibe mit „ihrem sogenannten Kohleausstieg 2030 Greenwashing“.

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War nicht diese Gespensterkrabbe selber der Ausgangspinkt aller Vergehen welche in der Medizin heute sichtbar werden ? Dieser wird einen Teufel tun sich auf den Daumen dieses Wegweisen zu setzen. Da müsste schon etwas für den Kopf angeboten werden. Aber ein Professor – Dr. wählt nicht ohne Grund, die Politik für sein weiteres Schaffen aus. Wer mit den Händen zeigt, was das Hirn sagen sollte, benötigt Zuseher und keine Zuhörer.

Klinikmisere und Krankenhausreform. –  Höchste Zeit, dass nicht der Profit, sondern das Pa­ti­en­t-in­nen­wohl zum Leitsatz der Kliniken wird. Auch wenn das die akute Notlage nicht lösen wird.

3.) Ringen um die Revolution

Der Weg zur Revolution ist lang und mühevoll. Welch dicke Brocken zu bezwingen sind, zeigte das erste Arbeitstreffen von Bund und Ländern zur Krankenhausreform. Immerhin, der Ernst der Lage ist allen klar. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) geht davon aus, dass viele Krankenhäuser auf der „Intensivstation“ liegen. Vom Kliniksterben auf dem Land ist die Rede, von knappsten Ressourcen bundesweit. Der „Durchökonomisierung“ der Kliniken will Lauterbach ein Ende setzen. Eine illustre Regierungskommission aus Expertinnen hat entsprechende Reformvorschläge gemacht. Im Fokus steht eine – zumindest teilweise – Abkehr von den Fallpauschalen. Durch sie bekommen die Häuser einen fixen Preis pro Behandlung. Die tatsächlichen Kosten werden dadurch aber nicht erstattet. Und so entspann sich über Jahre hinweg ein über Anreize gefütterter Konkurrenzkampf, Personalabbau, ein Wettlauf um möglichst viele lukrative Behandlungen. Ein auf Masse getrimmtes System. Das soll nun anders werden. Die medizinische Versorgung und Qualität sollen fortan im Vordergrund stehen, Leistungen stärker konzentriert werden. Das heißt auch, dass manche Behandlungen nicht mehr überall zu haben sind, wobei die Grundversorgung gewährleistet bleiben soll.

TAZ-online

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Haben nicht Diejenigen welche solche Verwesis auch noch Wählen, damit gezeigt den Zeitgeist nicht verstehen zu wollen. Aber die Teutschen Republikaner haben sich zwar nicht Freiwillig aber doch gerne, diese Nachkriegskröte geschluckt. Was besseres hatten doch die Nachfahren aus der „Weimarer Republik“  auch nicht in ihren Angebot! Einmal Adolf für immer als wiedergeborenes Denkmal ?

USA – Anachronistisch und antiquiert: – Joe Biden hat den Hinterhof Nordamerikas zwar nicht völlig aus den Augen verloren, aber zuletzt mit Desinteresse bedacht – mit seiner Lateinamerika-Politik kommt der US-Präsident kaum über die Gepflogenheiten des 20. Jahrhunderts hinaus.

4.) Joe Bidens Lateinamerika-Politik

Im Januar reist Joe Biden ins Nachbarland Mexiko, zum Kollegen Andrés Manuel López Obrador, seine erste Reise als Präsident nach Lateinamerika. Den neuen brasilianischen Staatschef „Lula“ da Silva hat er bereits nach Washington eingeladen. Man wolle die „wichtige bilaterale Beziehung“ in Bewegung bringen, sagt Regierungssprecherin Karine Jean-Pierre. Biden will offenbar Möglichkeiten im Hinterhof erkunden. Süd- und Mittelamerika, das waren bislang keine Schwerpunkte für Team Biden, abgesehen von den Asylsuchenden und Migranten an der Grenze zu Mexiko. Sie wurden dort – nicht anders als unter Donald Trump – zu Hunderttausenden als Hilfesuchende abgewiesen. Bidens Lateinamerika-Politik, bemängelte kürzlich ein Kommentar im linksliberalen Magazin The Nation, sei streckenweise „kaum zu unterscheiden von der seines Vorgängers“. Als Subkontinent ignoriert zu werden, ist vielleicht gar nicht so schlecht. Lateinamerika hat sich verändert, nicht erst, seit Trump ohne merkliches Interesse an diesem Erdteil in Washington residierte. Der republikanische Präsident hoffte, die Regierung von Nicolás Maduro in Venezuela stürzen zu können, auch wenn der Plan für einen Regime Change eher vage blieb (s. Übersicht). Er verhängte neue Sanktionen gegen Kuba. Kernstück seiner Politik war die „wunderschöne“ (Trump) Grenzmauer zu Mexiko. Gegenwärtig erfasst viele Staaten südlich des Rio Grande ein sanfter Linkstrend. Das alarmiert augenscheinlich Bidens Außenpolitiker. Neue Führungskräfte seien zur Zusammenarbeit mit China und Russland bereit und weniger zum Befolgen „amerikanischer Politik“, klagt ein Text im Wall Street Journal. Die Hegemonie sei auf den Kopf gestellt worden, bedauerte das Fachmagazin Foreign Policy: Washington müsse sich heutzutage an den „Launen kleiner Nationen“ orientieren. Bidens Anlauf im Juni 2022, das beim transkontinentalen „Summit of the Americas“ in Los Angeles zu ändern, hat wenig gebracht. Mexikos López Obrador blieb weg. Er akzeptierte nicht, dass die US-Regierung definieren wollte, wer zu „den Amerikas“ gehört und wer nicht. Biden hatte Nicaragua, Kuba und Venezuela nicht eingeladen.

Freitag-online

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Die Kälte der Steine zeigt sich in der Gefühlslosigkeit der regierenden Trüffelschweine ? In Deutschland ist grundsätzlich alles Hausgemacht. Wichtig ist nur das  die Fahne hoch oben für alle Republikaner gut Sichtbarbar bleibt.

Holocaust-Mahnmal, Tiergarten, Reichstag 2.jpg

Deutschlehrer wollen sich mit der Shoah beschäftigen, nicht aber mit dem Antisemitismus. Die Interessenvertretung der Deutschlehrkräfte fordert in ihrer Paderborner Erklärung, dass Holocaust-Literatur im Deutschunterricht verpflichtend behandelt werden müsse. Damit will sie dem stetigen Rückgang des Wissen über die Shoah begegnen. Bei genauerer Betrachtung bleibt jedoch fraglich, wie auch dem mangelnden Wissen über Antisemitismus begegnet werden kann.

5.) Paderborn und Auschwitz

Ende Dezember forderte der Fachverband Deutsch im Deutschen Germanistenverband, die Interessenvertretung der Deutschlehrkräfte, Holocaust-Literatur in allen Schulformen verpflichtend in die Lehrpläne für das Fach Deutsch aufzunehmen. Die Schule sei der einzige »Sozialraum«, den »alle Menschen durchlaufen«, weshalb dessen »Beiträge zu einer modernen Er­innerungskultur nicht zu überschätzen« seien. »Dringlichkeit und Eile« seien geboten, »weil zahlreiche erschreckende Ereignisse und Geschehnisse, nicht erst seit der Jahrtausendwende, die Gefahren von Verdrängen und Vergessen in bedrohlicher Deutlichkeit dokumentieren«, heißt es in der Paderborner Erklärung. Konkrete Beispiele werden nicht genannt.  Bei einer qualitativen Studie zu Antisemitismus an Schulen wurden in den Jahren 2017 bis 2019 an 171 Schulen in ganz Deutschland Interviews mit jüdischen Schülern, ihren Eltern sowie mit jüdischen und Nicht jüdischen Lehrkräften geführt. Die Ergebnisse zeigen, dass sich der Antisemitismus als Pro­blem an den Schulen verfestigt hat – unter anderem weil seine Manifestationen bei den Schülern häufig von Lehrern bagatellisiert würden. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat bereits 2021 beklagt, dass der Antisemitismus an den deutschen Schulen wächst. Einer Befragung der Körber-Stiftung zufolge haben vier von zehn Schülern nichts von Auschwitz gehört und eine repräsentative Studie von CNN hat gezeigt, dass das Wissen über die nationalsozialistische Verfolgung der Juden schwindet. Holocaust Education geht in einer allgemeinen Menschenrechts Pädagogik auf; die Shoah wird lediglich zu einem Menschenrechts­verbrechen unter vielen.

Jungle.world-online

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Den Morgengruß an gleicher Stelle – schreibt jeden Tag
„Der freche Bengel“

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Unten     —      Blick vom Holocaust-Mahnmal auf den Tiergarten und den Reichstag

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