DEMOKRATISCH – LINKS

                      KRITISCHE INTERNET-ZEITUNG

RENTENANGST

Archiv für November 2nd, 2022

Musk kauft Twitter

Erstellt von DL-Redaktion am 2. November 2022

Wer hat den Vogel?

Datei:Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, Vogelschwarm im Norderneyer Watt 01.jpg

Reagieren die Vögel nicht gleich wie Politiker-innen da auch deren Ausscheidungen immer nach unten fallen ? Niemand hat doch gesagt, das nun alle Twittern müssen.

Ein Schlagloch von Jagoda Marinic

Um Hetze und Hass im Internet zu stoppen, braucht es einen digitalen Masterplan. Wer die Demokratie schützen will, muss für klare Regeln sorgen.

Es gibt eine Kolumnistin, ohne die mich das Kolumnieren wohl nie interessiert hätte: Maureen Dowd von der New York Times. Immer bissig, meistens bösartig und viel zu klug, um die Welt sehr ernst zu nehmen. Ausgerechnet diese anbetungswürdig respektlose Maureen Dowd schreibt zu Halloween, wie wenig sie dieses Jahr den Grusel braucht, weil die Welt selbst ein gruseliger Ort geworden ist. Maureen: Welcome to the world of the sad and scared.

Ihre ungewohnte Verzweiflung rührt von der Lage der Nation. Die US-amerikanische Wirklichkeit ist zum Horror geworden, lakonisch ironisch geht nicht mehr. Dowd schreibt fassungslos über den Anschlag auf die Sprecherin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi: Ein Mann war mit dem Vorhaben in ihr Haus eingedrungen, Nancy zu entführen und ihr die Kniescheiben einzuschlagen. Er fand nur ihren Mann vor, dem schlug er mit einem Hammer direkt auf den Schädel.

Paul Pelosi liegt im Krankenhaus. Es heißt, er werde sich gut erholen von dem Schlag. Maureed Dowd treibt die Normalisierung des Schreckens um, die Alltäglichkeit des Unerhörten. Kaum ein Medienportal griff den Angriff als Mordversuch auf, man berichtete von einem verrückt Gewordenen, entpolitisiert in Teilen das zutiefst Politische: Der Hass ist tief in die Köpfe der Menschen gedrungen. Der Wahnsinn, der beim Sturm auf das Capitol am 6. Januar letzten Jahres zu sehen war, könnte nur der Anfang gewesen sein.

Damals schrien einige der Besetzer: „Where are you, Nancy?“ und stürmten ihr Büro, in dem sie sich zum Glück nicht mehr befand. Jagd auf Repräsentanten der Demokratie, brachiale Gewalt. Donald Trump brachte den aufgebrachten Hass ins Weiße Haus, er trieb die Nation und die Welt vor sich her mittels eines vermeintlich kleinen, blauen Vogels: Twitter. Desinformationskampagnen vom mächtigsten Mann der Welt gab es damals täglich.

Eine überdimensionale Stimme

Nach dem Sturm auf das Capitol twitterte Trump über die Wahl, die im angeblich geklaut worden war, darüber, dass seine MAKE-AMERICA-GREAT-AGAIN-Anhänger „a GIANT VOICE long into the future“ haben würden, eine überdimensionierte Stimme weit bis in die Zukunft hinein. Am 8. Januar sperrte Twitter Trump.

Doch jetzt gehört Twitter bekanntlich Elon Musk. Als Hillary Clinton einen solidarischen Tweet für die Familie Pelosi postete, verlinkte „Chief Twit“ Musk den Link zu einer üblen Verschwörungstheorie. Demnach sei Paul Pelosi zum Zeitpunkt des Überfalls angetrunken gewesen und habe mit einem männlichen Prostituierten gestritten. Musk löschte den Link nach heftiger Kritik, der Teufel war jedoch längst in der Welt.

Es scheint keine Grundregeln des demokratischen Zusammenspiels mehr zu geben, der noch diskursive Krieg um die Deutungshoheit wird vor allem auch auf Twitter geführt, doch immer öfter schlägt er, wie im Fall Pelosi, um in rohe Gewalt. Haben wir das Ausmaß der Macht, die diese digitalen Plattformen über unsere Demokratien haben, wirklich verstanden?

Dieses Land braucht keinen Musk,  wir haben eigene Patronen im „Hohen Haus.“

Einer wie Musk hätte auch, wie Milliardäre das bisher taten, einen Präsidentschaftskandidaten seiner Wahl mit viel Geld unterstützen und seine Interessen nach der Wahl durchsetzen können. Es wird nur immer deutlicher, dass ohne digitale Netzwerke kaum mehr eine Wahl zu gewinnen ist. In Brasilien wurden unter anderem über Whatsapp massiv Desinformationskampagnen über Lula da Silva gestreut.

Das gefährliche vermeintlich Seriöse

Lula hat nun zwar knapp gewonnen, aber der direkte Zugang zu den Handys der Wählerinnen und Wähler bestimmt zunehmend, wie Menschen sich die Welt erklären. Während Corona haben wir in Deutschland viele Bürgerinnen an Verschwörungsmythen verloren, seit dem Angriffskrieg auf die Ukraine verbreiten die russischen Desinformationskampagnen ihre Lügen und bringen Bürgerinnen im Westen gegen den Westen auf.

Ich habe keine Sorgen mehr wegen den Hassreden der Trolle, die lassen sich immerhin blocken. Wirklich Sorge macht das vermeintlich Seriöse, die vermeintliche „andere Geschichte“, die in Umlauf kommt, so wie der betrunkene Streit zwischen Paul Pelosi und dem männlichen Prostituierten im Haus. Es ist viel Arbeit, Unsinn aus der Welt zu schaffen. Mitunter schafft man nichts anderes mehr. Das scheint die platte Strategie jener, die verwirrte Demokratien wollen, um ihr autoritäres Handeln zu rechtfertigen.

Viele Republikaner mobilisieren gerade auf der Basis dieser Kampagne ihre Wählerinnen und Wähler für die Zwischenwahlen. Liest man einige der Tweets seit dem Angriff auf Pelosi, wird klar, weshalb Maureen Dowd kein Halloween braucht: groteske, gruslige Realitätsverdrehung, Horror, ja, welche Fratzen Politiker aufsetzen, wie sie mit der Wirklichkeit spielen und auf die Überforderung der Wählerinnen setzen.

Quelle         :         TAZ-online           >>>>>       weiterlesen

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Grafikquellen          :

Oben     —      Vogelschwarm im Norderneyer Watt

Verfasser Jürgen Hamann       /      Quelle   :    Eigene Arbeit        /     Datum     :      31. August 2020, 12:09:22   .

Diese Datei ist lizenziert unter derCreative CommonsAttribution-Share Alike 4.0 International Lizenz.

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Unten      —      Altkanzler Gerhard Schröder als Öl- und Gasoligarch der russischen Konzerne Gazprom und Rosneft.

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Politik und Korruption

Erstellt von DL-Redaktion am 2. November 2022

Die Nachbeben der Episode Kurz gestalten sich als Skandal in Serie

Spielend versuchte auch er sein Land zu verkaufen?  Politiker eben !

Quelle     :      Streifzüge ORG. / Wien 

Von Franz Schandl

Es ist eine Kriminalkomödie, die nun schon länger läuft und auch die nächsten Jahre laufen wird. Geschürt durch die Ermittlungen der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) wird jene in Politik und Medien, aber auch an diversen Gerichten zu unzähligen Aufführungen finden.

Thomas Schmid, ehemals Sebastian Kurz‘ Mann fürs Grobe hat sich der Staatsanwaltschaft als Kronzeuge angeboten. Nun packt er also aus. Fast fünfhundert Seiten Protokoll liegen bereits vor und warten darauf, ausgeschlachtet zu werden. Stoff für einen Endlosstreifen gibt es genug. Wieder einmal geht ein Skandal in Serie.

Zentrale Aussagen Schmids lauten: „Kurz war noch nicht Parteiobmann und hatte keine finanziellen Mittel.“ „Ich habe Kurz und die ÖVP aus dem BMF (Finanzministerium, F.S.) heraus gefördert, die Ressourcen des BMF genutzt, um das Fortkommen der ÖVP unter Sebastian Kurz zu unterstützen.“ „Wir haben Dinge gemacht, die nicht in Ordnung waren“, resümiert er. Das klingt durchaus plausibel. Wollte Kurz Schmid vor Monaten noch dazu drängen, die gesamte Schuld auf sich zu nehmen, so will dieser nun den Großteil derselben von sich abwälzen. Beides verständlich.

Dass da einiges im Busch ist, hat der gerissene Kurz zwischenzeitlich gecheckt. Prophylaktisch hat er ein Gespräch zwischen ihm und Schmid aufgenommen, um es im Eventualfall zu veröffentlichen. Das vom Ex-Kanzler mitgeschnittene Telefonat, wo Schmid erklärt, des öfteren gelogen zu haben, ist so überraschend wiederum nicht und schon gar nicht so entlastend wie Kurz meint. Wenig plausibel klingt jedenfalls, dass Kurz von all diesen Machenschaften nichts gewusst haben soll, dass seine Prätorianer eigenständig und uneigennützig gehandelt haben, ganz selbsttätig straftätig geworden sind.

Jetzt spielen die beiden Schwarzer Peter. Die Auseinandersetzung erinnert frappant an zwei pubertierende Jungs, die, nachdem sie bei einer Gaunerei erwischt worden sind, schreien: „Er war’s!“, „Der da!“. Das sagen Basti und Tommy übereinstimmend gegeneinander, und möglicherweise haben sie sogar beide recht, addiert man ihre Aussagen. Freunde werden Kurz und sein ehemaliger Intimus nimmer. „Ich liebe meinen Kanzler“, das war gestern, „Kriegst eh alles, was Du willst“, ebenso. Viele, die dem jüngsten Altkanzler ihren Aufstieg zu verdanken haben, distanzieren sich mittlerweile von den Praktiken des System Kurz. Bundeskanzler Karl Nehammer ist bloß das prominenteste Beispiel. „Wir waren nicht dabei!“, heißt es nun, oder: „Wir haben nichts mitbekommen!“

Die Besetzung diverser Szenen der Reality-Soap kann sich jedenfalls sehen lassen. Da sind nicht nur Kurz und Schmid, da tummelt sich lukratives Personal: Der Parlamentspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) etwa, der Immo-Tycoon René Benko, Ex-Magna-Chef Sigi Wolf, diverse Ex-Minister, der Glücksspielkonzern Novomatic, das Boulevard-Blatt Österreich, die Meinungsforscherin Sabine Beinschab, die für die ÖVP Meinungsumfragen frisiert haben soll und bei Schmid nun charmanterweise als „depperte Kuh“ firmiert. Lediglich die Geldknappen von Wirecard wurden noch nicht gesichtet. Dazu aber jede Menge Aufdeckjournalisten, badend im Kotmeer der Affären.

Inhaltlich geht es um unterdrückte Steuerprüfungen, freihändige Steuernachlässe, Postenbesetzungen und Auftragsvergaben nach Wunsch, Scheinrechnungen, öffentliche Inserate als Belohnung u.v.m. Die obligate Palette. Gespielt und gedreht wurde etwa in der Wiener Innenstadt, auf dem Weingut eines Ex-Ministers, bei einem Event in Dubai, auf einer Yacht im Mittelmeer. Luxusautos und Maßanzüge inklusive. Diese Verschwörungspraxis stellt zweifellos jede Verschwörungstheorie in den Schatten. Als Drehbuch wäre es glatt durchgefallen, weil zu durchgeknallt. Fehlt nur noch ein Selbstmord, der nicht unbedingt einer gewesen sein muss.

Haben die Religionen die Welt mit ihren Nebel umhüllt – lässt sie sich von den Politikern leichter verkaufen.

Schlussendlich war aber die kriminelle Energie größer als die kriminelle Potenz. Während Schmid und andere wohl noch glaubten, dass ihre Handydaten unwiderruflich gelöscht seien, waren die ersten Chats bereits geleakt. Die türkise ÖVP betrieb ungeschützten Korruptionsverkehr. Ganz mit ohne. Die ausgewerteten Handys werfen ein grelles Licht auf die herrschenden Politpraxen. Neu sind die aber nicht, neu ist nur die unfreiwillige Transparenz. Alle paar Wochen werden weitere Details publik. Die Volkspartei steckt in der investigativen Falle.

Der soeben wiedergewählte Bundespräsident spricht von einem „sichtbaren Wasserschaden“ der Demokratie und fordert eine „Generalsanierung der Substanz“. Indes, es ist Jauche und nicht Wasser, das da austritt, und die Substanz ist nicht bloß lädiert, sondern marod. Derlei Überlegungen sind dem Oberbefehlshaber naivster Plattitüden aber völlig fremd. Denn, so der Präsident im O-Ton „Das darf doch nicht wahr sein…“ Indes, es ist! Wer sich hier „erschüttert“ zeigt, dem ist nicht zu helfen. Das politische System kann bei diesem zunehmend unerträglichen Wechselspiel von Skandal und Aufdeckung, Lüge und Verlogenheit nur Schaden nehmen. Es ist ein Oktoberfest der Politikverdrossenheit.

Copyleft

„Jede Wiedergabe, Vervielfältigung und Verbreitung unserer Publikationen ist im Sinne der Bereicherung des allgemeinen geistigen Lebens erwünscht. Es gibt kein geistiges Eigentum. Es sei denn, als Diebstahl. Der Geist weht, wo er will. Jede Geschäftemacherei ist dabei auszuschließen. Wir danken den Toten und den Lebendigen für ihre Zuarbeit und arbeiten unsererseits nach Kräften zu.“ (aramis)

siehe auch wikipedia s.v. „copyleft“

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Grafikquellen          :

Oben     —       Matthias Laurenz Gräff, „Bella gerant alii, tu felix Austria nube. Sebastian Kurz, Der große Diktator, Opportunist, Rebell“, Öl auf Leinwand, 100×100 cm, 2019

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Unten      —         Der österreichische Außenminister Sebastian Kurz trifft den Großmufti von Jerusalem, Muhammad Ahmad Hussein (April 2014).

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South Climate Database:

Erstellt von DL-Redaktion am 2. November 2022

Klima-Expertise aus dem Globalen Süden sichtbar machen

Wikimania 2016 – Gender Gap im globalen Süden: Lehren aus Politik und Öffentlichkeitsarbeit

Quelle          :        Netzpolitik ORG.

Von     :     

Eine neue Datenbank soll das Fachwissen von Klima-Expert:innen aus dem Globalen Süden in den Medien sichtbarer machen. Interessierte finden dort Hunderte Expert:innen, aufgeschlüsselt nach Sprache, Schlagworten und Fachgebiet – darunter digitale Transformation und KI.

Klima-Expert:innen aus dem Globalen Süden sind in Wissenschaft und Medien deutlich unterrepräsentiert. Dabei sind die Regionen dort meist weitaus stärker von den Folgen der Klimakrise betroffen als im Globalen Norden. Um die große Repräsentationslücke zu schließen, haben Carbon Brief und das Oxford Climate Journalism Network eine Datenbank ins Leben berufen, die Global South Climate Database. Sie soll es Journalist:innen erleichtern, vielfältigere Quellen für ihre Berichterstattung zu finden.

Das Oxford Climate Journalism Network gehört zum Reuters-Institut, einer Forschungseinrichtung der Universität Oxford. Carbon Brief ist ein britisches Online-Magazin, das über die Klimakrise berichtet.

Die Repräsentationslücke schließen

Ein Beispiel für die fehlende Repräsentation von Expert:innen aus dem Globalen Süden bietet die „The Reuters Hot List“ der 1.000 „einflussreichsten“ Klimawissenschaftler:innen. Das Ranking beruht vor allem an der Zahl der akademischen Veröffentlichungen und des Engagements der Expert:innen in den sozialen Medien.

Knapp drei Viertel der in der Liste aufgeführten Personen sind in europäische oder nordamerikanische Institutionen eingebunden. Zugleich finden sich darauf gerade einmal fünf afrikanische Wissenschaftler:innen. Und nur gut zehn Prozent der 1.000 Expert:innen sind weiblich.

Die neue Datenbank ist öffentlich zugänglich und durchsuchbar. Schon jetzt enthält sie mehr als 400 Klimawissenschaftler:innen und -expert:innen, die aus 80 verschiedenen Ländern weltweit kommen und mehr als 50 Sprachen sprechen.

Das Fachwissen der Expert:innen handelt etwa von Dekarbonisierung des Straßengüterverkehrs oder tropischer Meteorologie, aber auch von digitaler Transformation, Künstlicher Intelligenz und angewandter Computermathematik. Um selbst Teil der Datenbank zu werden, können Expert*innen aus dem Globalen Süden ein Online-Formular ausfüllen.

Lizenz: Die von uns verfassten Inhalte stehen, soweit nicht anders vermerkt, unter der Lizenz Creative Commons BY-NC-SA 4.0.

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Grafikquellen      :

Oben     —    Wikimania 2016 – Gender Gap im globalen Süden: Lehren aus Politik und Öffentlichkeitsarbeit

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KOLUMNE – La dolce Vita

Erstellt von DL-Redaktion am 2. November 2022

Der Fokus auf Geschehnisse der Revolution ist falsch

Von    :    Amina Aziz

Die Debatte über Iran ist auch von Missverständnissen geprägt. Fünf Aspekte, die oft zu kurz kommen:

1. Die Iran-Politik der Bundesregierung und der EU ist reaktionär. Sie ist eine gestrige Auffassung von Sicherheitspolitik, statt der radikalen Durchsetzung von Demokratie und der Beachtung von Menschenrechten.

Weder wird die Machtelite von Iran isoliert (selbst mit den Revolutionsgarden auf einer Sanktionsliste), noch wird der Atomdeal beendet oder werden wirtschaftliche Interessen zurückgestellt. Demokratische Kräfte werden kaum unterstützt, etwa durch die Bereitstellung von Internet oder die Forderung, politische Gefangene freizulassen.

Das Festhalten des Westens am iranischen Regime geht auf Kosten der iranischen Bevölkerung. Wohlstandssicherung um jeden Preis aufgrund von Eigeninteressen ist im Westen nichts Neues, aber verstaubt. Dabei kann man davon ausgehen, dass ein demokratischer Iran kein Interesse an einer Atombombe hätte, dafür aber an wirtschaftlichen Beziehungen. Solche Einschätzungen als unrealistisch abzutun, zeugt von einer einfallslosen, hängengebliebenen Politik.

2. Revolutionen passieren nicht über Nacht. Die Revolution von 1979 hatte, je nachdem welche Vorfälle man dazu zählt, mindestens ein Jahr Vorlauf. Im Grunde war der politische Iran des 20. Jahrhunderts geprägt von Kämpfen zwischen An­hän­ge­r*in­nen der Monarchie und ihren Gegner*innen.

3. Es ist keine Voraussetzung für eine Revolution, einen Plan fürs Danach zu haben. Es wäre das Ideal. Tägliche Gewalt, kaum Internet und Telefonie erschweren es erheblich, sich zu organisieren. Im Land selbst gibt es genug Frauen und andere, die demokratische Politik gestalten können. Nur weil das hierzulande nicht bekannt ist, heißt es nicht, dass es sie nicht gibt.

4. Anzunehmen, die Menschen in Iran wüssten nicht, wie stabil das Regime in seinen Machtstrukturen ist, ist überheblich. Die Proteste sind auch deswegen so radikal und kompromisslos, weil sie genau das verstanden haben. Befürchtungen, spätestens nach dem Tod des Obersten Führers Ali Chamenei könnte ein Nachfolger oder das Militär übernehmen, rühren aus diesem Bewusstsein.

Quelle       :        TAZ-online        >>>>>          weiterlesen

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Grafikquellen      :

Oben     —    Kostüm von Danilo Donati für „Il Casanova“, Film von Federico Fellini en 1976, Schauspieler Donald Sutherland. – Anita Ekberg – Giulietta Massina et Marcello Mastroianni / Kostüme, Accessoires, Dessins, Dekore, Scénarios, Fotografien, Montage, Postproduktion.

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DL – Tagesticker 02.11.2022

Erstellt von DL-Redaktion am 2. November 2022

Direkt eingeflogen mit unseren Hubschrappschrap

Heute in der Auswahl des „Bengels“:  – . –  1.) Dänische Regierung tritt trotz Wahlsieg zurück  – . –  2.) Lauterbach kündigt Milliardenhilfe für Kliniken an  – . –  3.) Proteste der „Letzten Generation“  – . –  4.) Fußball-WM, Olympia & Co  – . –  5.) MILITARISIERUNG – Fabriken des Todes  – . –   DL wünscht allen Leser-Innen eine  gute Unterhaltung.

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Auf eine solche Größe gezeigter Zivilcourage werden Deutsche Wähler-innen lange warten müssen ! Hier wenden und drehen die Clan-Parteien, in ihren im Anschluss an die Wahlen abhaltenden Koalitionsverhandlungen so lange, bis auch noch der letzte Funke eines Erfolges aus weiter Ferne sichtbar erscheint.  „Nepper, Schlepper, Bauernfängerei!“

Lange blieb es spannend, doch am Ende holte das Bündnis um Regierungschefin Fredriksen die Mehrheit. Dennoch will sie zurücktreten. Warum?

1.) Dänische Regierung tritt trotz Wahlsieg zurück

Die sozialdemokratische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen hat nach der Parlamentswahl in Dänemark angekündigt, noch am Mittwoch den Rücktritt ihrer Regierung bei Königin Margrethe II. einzureichen. Das sagte die 44-Jährige am frühen Mittwochmorgen vor Parteianhängern in Kopenhagen, obwohl das Mitte-links-Bündnis um ihre Sozialdemokraten bei der Wahl in letzter Minute doch noch eine höchstwahrscheinliche Mehrheit erhalten hatte. Knappe Mehrheit für linkes Lager. Das Linksbündnis um die Sozialdemokraten von Ministerpräsidentin Mette Frederiksen hat die Parlamentswahl in Dänemark gewonnen. Dem in der Nacht auf Mittwoch veröffentlichten Endergebnis zufolge entfielen auf Frederiksens „roten Block“ insgesamt 90 von 179 Sitzen im dänischen Parlament – und somit eine knappe Regierungsmehrheit. Frederiksen kündigte nach Bekanntgabe des Ergebnisses noch für Mittwoch den formellen Rücktritt ihrer Regierung und Koalitionsverhandlungen für eine breite Koalition an. Auf dem dänischen Festland bekam Frederiksens „roter Block“ 87 Sitze, hinzu kamen drei Sitze in Grönland und auf den Färöer-Inseln. Das „blauer Block“ genannte Bündnis aus Liberalen, Konservativen und Rechtspopulisten kam bei den Wahlen auf insgesamt 73 Sitze. Die Moderaten-Partei von Ex-Ministerpräsident Lars Lökke Rasmussen zieht mit 16 Abgeordneten erstmals in Parlament ein.

t.- online 

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In wessen Taschen der Politiker-innen könnten denn viele dieser Gelder in den letzten Jahren gewandert sein? Ist es nicht äußerst Verwunderlich was manche Einer-n beim Rauchen wieder zu Bewusstsein kommt ?

Die Bundesregierung will Krankenhäusern in der Krise unter die Arme greifen. Das will das Kabinett am heutigen Mittwoch beschließen, kündigt Gesundheitsminister Lauterbach in der ZDF-Sendung „Markus Lanz“ an. Zugleich versucht der Minister, die geplante Legalisierung von Cannabis zu begründen.

2.) Lauterbach kündigt Milliardenhilfe für Kliniken an

Die Ampelkoalition will Krankenhäuser in der aktuellen Krise finanziell unterstützen. Dazu will die Bundesregierung bis zu acht Milliarden Euro aus dem Energiestabilisierungsfond bereitstellen, kündigt Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach von der SPD am Dienstagabend in der ZDF-Talkshow „Markus Lanz“ an. Das wolle das Kabinett am heutigen Mittwoch beschließen, so Lauterbach. „Wir werden sicherstellen, dass zu keinem Zeitpunkt den Krankenhäusern Strom oder Gas fehlt.“ Kein Krankenhaus solle durch Inflation sowie durch die Strom- und Gaskrise in Liquiditätsprobleme kommen, verspricht Lauterbach. „In dieser Krise wird kein Krankenhaus leiden müssen“, sagt der Politiker. Anders als die Industrie müsse zudem kein Krankenhaus Energie einsparen. Es ist nicht das erste Mal, dass Lauterbach eine politische Entscheidung zuerst in der Talkshow von Markus Lanz ankündigt. Eingeladen ist er jedoch vor allem, um über die geplante Freigabe von Cannabis zu reden. Hier hat der Minister an diesem Abend einen schlechten Stand. Und nicht jede seiner Rechtfertigungen trifft ins Schwarze. „Es könnte nicht schlechter laufen“. Die Ampelparteien hatten in ihrem Koalitionsvertrag eine Freigabe von Cannabis vereinbart. Das hatte vor allem die FDP gefordert. In der vergangenen Woche hatte zunächst die Bundesregierung grünes Licht gegeben. Dennoch müssen Kiffer noch warten, denn das entsprechende Gesetz muss zunächst von der EU-Kommission abgesegnet werden. Juristen hatten zuletzt angemahnt, es verstoße gegen Europarecht und diverse UN-Abkommen. Das Gesetz sieht vor, dass Cannabis nur von speziell dafür lizenzierten Händlern verkauft werden darf. Die Abgabe der Droge an Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ist grundsätzlich strafbar.

NTV-online 

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Warum wird eine solche Rechnung nicht aufgestellt, wenn solche Taten von den Politiker-innen verursacht werden ? Wer zahlt für die vielen Kriege einer langen Menschheitsgeschichte? Für die heutigen Flüchtlinge, die verhungernden Kinder, die Obdachlosen, den Klimawandel  usw.  in der Jetzt-Zeit? Wer nimmt die Verantwortung dafür auf sich? Die versagende Politik? Nein – letztendlich zahlt der Bürger für das – was Politiker-innen versäumen, da sie nicht Leisten was sie zuvor versprachen.

Die Geister, die sie riefen.  Bei einer Aktion der „Letzten Generation“ wurde die Rettung einer verunglückten Radfahrerin behindert. Hat die Umweltgruppe den Bogen überspannt?

3.) Proteste der „Letzten Generation“

Es existiert etwas im beginnenden 21. Jahrhundert, das wertvoller ist als Gold und Diamanten: Aufmerksamkeit. Nach ihr giert jedes Produkt, jede Idee, jeder Influencer, jedermann und jede Frau. Sie zu erzeugen ist eine Kunst, die nicht immer gelingt. Es gibt da eine kleine Gruppe, die darin eine Meisterschaft erreicht hat. Sie nennt sich „Letzte Generation“ und will den Klimawandel bekämpfen. Doch nun droht sie zu scheitern – an sich selbst. Die Forderungen dieser meist jungen Frauen und Männer sind so banal wie mehrheitsfähig: eine Fortsetzung des 9-Euro-Tickets im Nahverkehr und ein Tempolimit auf der Autobahn. Das ist politischer Mainstream, hundertfach wiederholt, gewiss richtig, aber auch ziemlich langweilig. Damit lockt man keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervor. Die Praxis der Aufmerksamkeitsökonomie bestraft solches Verlangen in der Regel mit vollständiger Nichtbeachtung. Wären da nicht diese spektakulären Aktionen. Jedenfalls bis jetzt. Bisher galt unter Protestierenden die Praxis, dass eine Gruppierung gleich welcher Coleur darum bemüht sein sollte, sich in der Öffentlichkeit möglichst positiv darzustellen. Das Greenpeace-Schlauchboot gegen die Ölplattform. Der sich um die Nöte der Bevölkerung sorgende Bundeskanzler. Die Partei, die den Bürgern zur Seite steht. Die Inszenierung muss sitzen, die Art und Weise, wie eine Forderung gestellt wird, auf die Sympathie der Menschen stoßen und damit die Gruppierung selbst sympathisch machen.

TAZ-online

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Ja richtig, aber dafür müssten erst einmal Menschen in die Verantwortung gewählt werden, welche von der Sache auch etwas Verstehen. Solange der Sport als Spiegelbild der versagenden Politik daherkommt, wird auch nichts besseres erwartet werden können. Denn bei Beiden scheint das wichtigste die wirtschaftlichen Verbindungen zu sein. Ob nun Merkel Wirecard oder Scholz einen Teil des Hamburger Haven in China verkauft, oder die Bosse des  Fußball / Olympische  Winterspiele in die Wüste verscherbeln. Sie dienen doch einzig und alleine ihren Göttern des Mammon. Es sind wie immer die unersättlichen  Trüffelschweine welche diese Welt beherrschen. 

Gegen den permanenten Boykott helfen nur radikale Maßnahmen.  Sklavenarbeit, Homophobie, Kriegsbeteiligungen: Irgendwas ist immer. Große Sportevents gehören deshalb bis auf Weiteres in möglichst unwichtige Kleinstaaten.

4.) Fußball-WM, Olympia & Co

Und nun zum Sport. Ernsthaft? In Zeiten wie diesen? Genau über diesen Reflex muss reden, wem der Sport etwas bedeutet. Und das sollte er, denn er ist ein Blitzableiter. Er konzentriert die Leidenschaften auf etwas Folgenloses, Ausgedachtes – wenn man ihn Sport sein lässt. Aber das steht jetzt infrage wie noch nie. Die Politik droht ihn zu fressen. Das zeigen etwa die Fußballstadien. In Europa kann sich kaum noch eine Ultra-Kurve einen Verzicht auf einen Katar-WM-Boykottaufruf leisten. Und kaum ein namhafter Landesverband mag dabei zurückstehen, den homophoben Kataris per Kapitänsbinde eins auszuwischen: „One Love“ in Regenbogenfarben, zumindest fast – im Herrenfußball, wo sich noch immer kein höherklassiger Aktiver geoutet hat. Aber lassen wir die Haarspalterei. Und konzentrieren uns auf die Königsdisziplin der Sport-Politisierung: die Standortsuche für seine Großevents. Saudi-Arabien veranstaltet die asiatischen Winterspiele (!) 2029 – ein zweites Katar, auch Klima-symbolisch. Und dieser Staat, der alles zu kriegen gewohnt ist, weil wir ihn brauchen, will nun auch die Herrenfußball-WM 2030, im Paket mit Ägypten und Griechenland: ein Ein- oder Zwei-Drittel-Boykottfall? Wir setzen auf die Gegenbewerbung von Spanien und Portugal, denen außer ein paar Jahrhunderten blutiger Fremdherrschaft rund um den Globus nichts vorzuwerfen ist. Zumal sie nun die Ukraine als Co-Host aufbieten! Was wäre es für ein herzloses Statement, dem geschundenen Land das zu verweigern! Vielleicht sieht man das in Afrika teils anders. Oder in Indien und Indonesien, wo dieser Krieg nicht als Zeitenwende gilt, sondern bloß als typisches Produkt von Einflusszonen-Gerangel im fernen Europa. Aber was wissen die schon? Und können die kicken?

Freitag-online

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Solange die Toten eines Krieges auf den Friedhöfen dieser Welt als Helden begraben werden und nicht als Mörder, werden die dafür zuständigen Verbrecher in aller Welt nach neuen Möglichkeiten suchen, mittels erneuter Kriege ihren Reichtum zu mehren.

Die Mär von der »kaputtgesparten« Bundeswehr half, die weitere Militarisierung zu rechtfertigen. Zur Rüstungsindustrie in Deutschland

5.) MILITARISIERUNG – Fabriken des Todes

Das Wissen um die deutsche Rüstungsindustrie ist begrenzt: Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, wenn sich selbst die FAZ darüber beschwert, dass es über die »Branche wenig aktuelle Daten« gebe, man deshalb auf »Gegner der Rüstungsindustrie« angewiesen sei, zumal selbst »das Wirtschaftsministerium« auf Daten einer »Erhebung der Informationsstelle Militarisierung« verweise. Besagte Informationsstelle veröffentlichte im Sommer 2022 ein »Handbuch Rüstung«, in dem der Versuch unternommen wurde, die wesentlichen deutschen Rüstungsfirmen mit Standorten und Kurzbeschreibungen sowie weitergehenden Informationen bündig zusammenzufassen. Als wichtigste Rüstungskonzerne werden darin Airbus Defense and Space (primär Deutschland und Frankreich, Umsatz 2021: 10,85 Milliarden Dollar), Rheinmetall (4,79 Milliarden Dollar), KNDS (mit dem deutschen Unternehmen Krauss-Maffei Wegmann: 2,79 Milliarden Dollar im Jahr 2020), Hensoldt (1,74 Milliarden Dollar) und Diehl-Defense (651 Millionen Dollar) genannt. Weitere relevante Unternehmen sind MBDA, MTU Aero Engines, Rhode und Schwarz, die U-Boot- und Schiffbauer Lürssen und Thyssen-Krupp Marine Systems sowie die Kleinwaffenhersteller Heckler und Koch, Walther, Haenel und SIG Sauer. Daneben verweist die Informationsstelle Militarisierung in ihrem Handbuch aber auch darauf, dass es derzeit noch einen großen »wehrtechnischen Mittelstand« (mehr als 1.000 Mitarbeiter, mehr als 300 Millionen Euro Jahresumsatz) gebe, zu dem insgesamt 1.350 Unternehmen zu zählen seien.¹

junge. Welt-online

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Den Morgengruß an gleicher Stelle – schreibt jeden Tag
„Der freche Bengel“

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Anregungen nehmen wir gerne entgegen

Wir erhalten in letzter Zeit viele Mails mit Texten zwecks Veröffentlichung – Um diese zu verbreiten  sollten Sie sich aber erst einmal vorstellen und zeigen mit wem wir es zu tun haben.  Danke !

Treu unserem Motto: Es gibt keine schlechte Presse, sondern nur unkritische Leser

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Grafikquellen          :

Oben     —   DL / privat – Wikimedia  

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