DEMOKRATISCH – LINKS

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RENTENANGST

Archiv für Oktober 27th, 2022

Kämpfen für den Frieden

Erstellt von DL-Redaktion am 27. Oktober 2022

Eine Replik auf den Kommentar von Franz Alt

Ein Debattenbeitrag von Jens Uthoff

Pazifisten, die Zhadan als Militaristen und Völkerhasser bezeichnen, haben ihn nicht verstanden. „Vielleicht kann man das verstehen, wenn man sieht, wie vor einem auf der Straße ein Mensch getötet wird“

Wer das Morden, das Metzeln und den Vernichtungswillen seitens der russischen Armee aus nächster Nähe erlebt und für den dabei empfundenen Ekel, für Abscheu und Hass drastische Worte findet, dem sollte man erst einmal Verständnis entgegenbringen. Serhij Zhadan wählt in seinem Kriegstagebuch „Himmel über Charkiw“ krasse Worte, er schreibt über russische Soldaten als „Abschaum“, „Unrat“ und „Barbaren“. Wer das zitiert, sollte auch die Kontexte nennen: Es geht um den Angriff auf den Bahnhof in Kramatorsk, um Raketen, die unweit von Zhadans Wohnung einschlagen, um reihenweise ermordete Zivilisten. Um Butscha. Oder eben: um Barbarei.

Einige, wie Franz Alt in der taz, halten Zhadan nun für keinen würdigen Träger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels. Nicht nur wegen seiner Wortwahl, sondern auch, weil er sich bedingungslos hinter die ukrainische Armee stellt und damit sicher nicht nur Leute unterstützt, die politisch unverfänglich sind. Doch aus der deutschen „Komfortzone“ (Zhadan) heraus, in der die aktuell dringlichsten Probleme 19 Grad Raumtemperatur und Heizkostenrechnungen sind, lassen sich derlei Urteile auch bequem fällen.

Als Erstes sollte man das Missverständnis aufklären, Zhadan werde „für“ seinen „Hass im Krieg“ geehrt, wie Alt impliziert. Der ukrainische Autor wird für sein Wirken und Werk ausgezeichnet, für Romane wie „Internat“ (2017), der ebendiese Verrohung, Verfinsterung und Verkommenheit im Krieg dicht nachzeichnet. Für die Gedichte in „Antenne“ (2020), in denen er die westliche Ignoranz seinem Land gegenüber anprangert. Dafür, dass er vor Kindern in der Charkiwer Metro Konzerte spielt. Und, ja, auch dafür, dass er unermüdlich Geld für Hilfsgüter und die Armee sammelt. Für Humanität.

Das Wichtigste zu „Himmel über Charkiw“ sagte Zhadan während der Pressekonferenz bei der Frankfurter Buchmesse: „Ich glaube nicht, dass Wut und Hass in dem Buch die zentrale Rolle spielen“, erklärte er. Damit hat er recht. Die Worte des Hasses werden von deutschen Pazifisten aus diesem Werk mit der Pinzette herausgepickt und unter dem Mikroskop gewendet. Und: „Vielleicht kann man das [die hasserfüllte Reaktion] verstehen, wenn man sieht, wie vor einem auf der Straße ein Mensch von einer Rakete getötet wird. Das ist nicht der Moment für politisch korrekte Worte.“ Auch die ukrainische Autorin Tanja Maljartschuk konstatierte in Frankfurt, wie gefühlskalt sie geworden sei.

Zhadan sagt, er glaube nicht, dass sich die Ukrainer für ihre emotionalen Worte rechtfertigen müssten. In seinem Buch – einfach mal den Epilog lesen – setzt er sich differenziert mit dem Sprachverlust auseinander. „Himmel über Charkiw“ sieht er nicht als literarisches Werk. Es sind Facebook-Posts, die ungefiltert seine Kriegswahrnehmung wiedergeben, als solche betrachtet er sie: Ansichten einer Kriegspartei. Sein Verlag machte ein Buch daraus.

Er sei keinesfalls russophob, und doch hält er den Krieg nicht bloß für „Putins Krieg“, sondern für einen, der von vielen propagandaverstrahlten Russinnen und Russen mitgetragen wird. Das sehen regimekritische russische Men­schen­recht­le­r:in­nen und Au­to­r:in­nen nicht anders. Man lese einmal den russischen Autor Arkadi Babtschenko („Im Rausch“), auch der schreibt sich in Rage über seine Landsleute als „Schweinehunde“ und darüber, „dass sich ein ganzes Volk innerhalb weniger Jahre in eine Masse von Charakteridioten verwandeln lässt“. Er vergleicht den Putin’schen Propagandaerfolg mit dem Goebbels’schen. Wollen die deutschen Pazifisten etwa, dass man die Faschisten auch noch mit netten Adjektiven streichelt?

Wer aus Zhadan einen Militaristen und Völkerhasser macht, verkehrt die Verhältnisse. In seiner Friedenspreisrede sagte Zhadan: „Wir unterstützen unsere Armee nicht deshalb, weil wir Krieg wollen, sondern weil wir unbedingt Frieden wollen.“ Klarer geht’s nicht. In seiner Heimatstadt Charkiw liest er regelmäßig vor Soldaten und gibt mit seiner Band Konzerte. Er ist auch vor Bataillonen aufgetreten, die dem ultranationalistischen und rechtsextremen Spektrum zugeordnet werden. Die Situation gibt es nicht anders her.

Ein Rechter ist er deshalb noch lange nicht, wer ihn dazu macht, dient der russischen Propaganda. Schon 2014, in der Debatte über Rechtsextremisten beim Euromaidan, unterschrieb er eine Erklärung mit dem Wortlaut: „Wir sind friedliche Menschen unterschiedlicher ethnischer Herkunft aus verschiedenen Regionen der Ukraine. Wir sympathisieren nicht mit den rechtsradikalen Organisationen.“ Auf die Frage, ob er sich als Nationalist oder Patriot bezeichne, sagte er dem Calvert Journal: „Ich bin kein Nationalist. Ein Patriot – das ja.“ Doch der Begriff Patriot sei in der Ukraine anders konnotiert als in Westeuropa oder den USA.

Quelle      :         TAZ-online       >>>>>          weiterlesen

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Grafikquellen       :

Oben      —     House in Zaporizhzhia after Russian strikes on the city with S-300 rockets in the morning of 21 October 2022. The house, a school and infrastructure objects were damaged.

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Unten       —     National Guard of Ukraine demines Kharkiv Oblast after liberation from Russian occupation.

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Gratis Browsererweiterung

Erstellt von DL-Redaktion am 27. Oktober 2022

Die Browsererweiterung Snowflake im Tor Browser nutzen

Von:    Jimmy Bulanik

Den Menschen in Diktaturen können staatliche Repressionen wie Verhaftungen, Folter und Hinrichtungen erspart werden. Dies geht digital von der EDV der Leserschaft aus. Das alles ist legal und gratis.

Dazu bedarf es das über die Webseite www.torproject.org geladen zu werden, danach installiert. Im Anschluss den Tor Browser starten.

Im Startfenster wird oben rechts auf die drei Streifen geklickt. Der fünfzehnte Reiter Settings anklicken. Danach auf den fünften Punkt Connection klicken. Im zweiten, mittleren Fenster Bridges klicken auf Select a Build – In Bridge, den zweiten Punkt in der Mitte auf die Browsererweiterung Snowflake kicken. Dann auf OK klicken und den Tor Browser neu starten.

Der persönliche, gute Wille ist eine regenerative Energie

Danach den Tor Browser starten, wenn die eigene EDV an ist. Das Fenster des Tor Browser kann runtergelegt werden. Dadurch kann ein Mensch in einem Land wo das Internet so unfrei ist, wie die Menschen es sind unmittelbar helfende Unterstützung leisten.

Die eigene EDV funktioniert in dem Fall als Proxy und ist ein Möglichkeit zum Zugang zu Webseiten im World Wide Web und dem Tor Netzwerk gleichermaßen. Von dort aus können die Menschen in Not Informationen auf Seiten im Internet lesen, eigene Texte und Medieninhalte wie Videos online stellen. Davon profitieren wir alle. Durch valide Informationen und mittels der Macht der Fotos oder der selbst erstellten Videos mit Ton.

Damit können alle, die es wirklich wollen, den Menschen an einem anderen Ort die Hand reichen. Je mehr Menschen sich dazu entscheiden, desto mehr Mut können die Menschen vor Ort sich wagen. Das versetzt die Diktatoren auf der Welt in die Situation, dass ihre berechtigten Ängste vor ihren eigenen Menschen anwachsen, bis sie gestürzt werden und durch das Neue etwas Besseres entstehen werden wird.

Jimmy Bulanik

Nützliche Links im Internet:

Johnny Clegg – When the system has fallen

www.youtube.com/watch?v=c7Y-z13i2vk

Das Tor Netzwerk

de.wikipedia.org/wiki/Tor_(Netzwerk)#Tor_Browser

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Grafikquellen       :

Oben      —   Bildschirmkopie von Tor Browser 8.5

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Xi Jinping wiedergewählt

Erstellt von DL-Redaktion am 27. Oktober 2022

Warm sollte sich China ändern, wenn in dieser Welt doch nur das Geld zählt?

Quelle       :        Scharf  —  Links

Ein Kommentar von Georg Korfmacher, München

Der XX. Parteitag der KP Chinas hat die Verfassung der Partei geändert und so die Wiederwahl von Xi Jinping zum Generalsekretär für weitere fünf Jahre ermöglicht. Somit wird er auch im März 2023 wieder Präsident der VRC werden.

Damit hat der Parteitag die Basis für eine Kontinuität in der Politik Chinas gelegt, die besonders in den letzten zehn Jahren große Fortschritte und mehr Eigenständigkeit gebracht hat. Auch ohne Vorlage eines Regierungsprogrammes sind die Äusserungen von Xi zu seiner Politik bemerkenswert. Hauptziel für ihn sind die Wahrung des Weltfriedens, die Demokratisierung der internationalen Beziehungen, die Ablehnung jeder Form von Hegemonie und Machtpolitik sowie eine gemeinsame Zukunft der Welt. Er will eine selbstbewusste Außenpolitik nach den Prinzipien der friedlichen Koexistenz zum gegenseitigen Vorteil und ohne Einmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten.

Diese öffentlichen Aussagen passen nun gar nicht zu den eher hinterfotzigen bis falschen Äußerungen deutscher Politiker und Medien, die Vorgänge in China nur durch ihre verkratzte Lupe von Vorurteilen und westlichen Wunschvorstellungen sehen wollen. In nur 40 Jahren und besonders unter Xi ist China zu einem selbstbewussten und gemeinwohlorientierten Staat geworden. Und kein ja aber! Auch die Demokratie ist in der chinesischen Verfassung verankert und eine sehr differenzierte Variante der westlichen Demokratievorstellungen. Auch in Sachen Taiwan verspricht Xi Kontinuität seit der Flucht der Kuomintang auf die chinesische Insel Formosa/Taiwan 1949. „Taiwan ist ein unabtrennbarer Teil des chinesischen Territoriums“, also ein Teil von China und kein eigenständiger Staat. Seit 1949 ist die VRC bestrebt, Taiwan in ein Gesamtchina aufzunehmen. Bezeichnenderweise wird in asiatischen Ländern nicht von einem demokratischen, sonder von einem selbstverwalteten Taiwan gesprochen. Die chinesische Einstellung zu Taiwan wurde auch von der UN sanktioniert.

Die taumelte bis torkelnde Berichterstattung westlicher Politiker und Leitmedien zeigt deutlich, dass die vom Westen immer wieder hochgelobten Werte in China keinen Wert an sich haben. Während sich der Westen durch den Handel die privaten Taschen geil mit Geld füllt, betreibt China den Handel auch zur Förderung des Gemeinwohls. Noch nie und nirgendwo auf der Welt haben sich in nur 40 Jahren die Lebensbedingungen für so viele Menschen so positiv gewandelt wie durch den von China praktizierten Handel.

Datei:COSCO Hamburg (Schiff, 2001) 001.jpg

Das haben die westlichen Werteprediger von Anfang an nicht verstanden und diskreditieren diesen beispielhaften Fortschritt heute als Ergebnis authoritärer und repressiver Staatsführung. Wer China nicht versteht und immer nur verdreht, wird der von Xi konsequent fortgesetzten Politik nie gewachsen sein. Xi setzt auf Kooperation und Koexistenz, auf Frieden und beiderseitigen Vorteil. Nach gehöriger Lehrzeit will Xi jetzt eine hochqualitative sozialistische Marktwirtschaft. Das alles sind Vorstellungen, die gerade uns Deutschen nicht fremd sein sollten: Xi hat offenbar die Maxime vom Wandel durch Annäherung von Willy Brandt besser verstanden als so mancher Politiker hier. Dabei ist ihm sehr bewusst, dass das auch mit Schwierigkeiten verbunden sein wird. Mit seiner Wiederwahl zeigt er auch, dass er, sich den kommenden Herausforderungen zu stellen, bereit ist.

Urheberrecht
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Grafikquellen       :

Oben      —      Präsident Alberto Fernández traf sich mit Xi Jinping in der Großen Halle des Volkes und sie einigten sich darauf, Argentinien in den Gürtel und die Seidenstraße aufzunehmen.

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Unten      —          Containerschiff COSCO Hamburg, San Francisco, Kalifornien

Verfasser Vince Smith aus London, Vereinigtes Königreich    /   Quelle   :  Cosco Hamburg Containerschiff

Diese Datei ist lizenziert unter der Creative Commons Attribution 2.0 Generic Lizenz.

Copyright-Symbol überprüft.svg Dieses Bild wurde ursprünglich auf Flickr von VSmithUK bei https://www.flickr.com/photos/74733773@N00/1500289954 gepostet. Es wurde am 23. Dezember 2014 von FlickreviewR überprüft und bestätigt, dass es unter den Bedingungen von cc-by-2.0 lizenziert ist.

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Stadtgespräch aus Berlin

Erstellt von DL-Redaktion am 27. Oktober 2022

Klima-Protestaktionen in Museen: Bild frei, Kartoffelbrei

Von Susanne Schwarz

Deutsche Kli­ma­ak­ti­vis­ten haben in Potsdam ein Monet-Gemälde mit Kartoffelpüree beworfen. Es folgt eine Welle der Empörung. Zu Recht?

Plötzlich tropfte es rot von den friedlich stillstehenden Sonnenblumen. Zwei Kli­ma­ak­ti­vis­t:in­nen der Gruppe „Just Stop Oil“ hatten das in der britischen Nationalgalerie in London ausgestellte Meisterwerk von Vincent van Gogh mit Tomatensuppe besudelt. Fotos von den beiden gingen schnell um die Welt und mit ihnen eine Welle der Empörung: Geht es zu weit, wenn Klimaprotest sich gegen unersetzliche Kulturgüter richtet? Schnell gab das Museum Entwarnung: Das Gemälde war geschützt hinter Glas, ihm war nichts passiert. Eine der Ak­ti­vis­t:in­nen erklärte in einer Stellungnahme, dass die Gruppe niemals ein nicht verglastes Gemälde für die Aktion genutzt hätte. Alles nicht so wild.

Und so hätte die deutsche Kopie der Aktion eigentlich mehr für ein müdes Schulterzucken sorgen können, oder? Aber weit gefehlt: Die Rage kennt kein Ende. Ak­ti­vis­t:in­nen der Klimaschutz-Gruppe „Letzte Generation“ beschmadderten im Potsdamer Museum Barberini am Sonntag Monets „Getreideschober“ mit Kartoffelbrei, klebten sich daneben fest. „Aktionen, die fremdes Eigentum beschädigen, sind nicht nur eine Dummheit, sondern auch kriminell“, twitterte Justizminister Marco Buschmann (FDP). Dabei hatte auch das Barberini sofort mitgeteilt, dass das Gemälde wie im Londoner Fall verglast und somit nicht beschädigt worden war. Ab Mittwoch ist es wieder zu sehen.

Macht die radikale Flanke gemäßigte Gruppen sympathisch?

Buschmann und seine FDP sind natürlich ohnehin nicht als Speerspitze des Klimaschutzes bekannt, aber er ist mit seiner Aufregung nicht allein. Ebenfalls auf Twitter äußerte sich der Pianist Igor Levit, der Grünen-Mitglied ist und schon für und mit Fridays for Future auf der Straße Klavier gespielt hat: „Wenn Du etwas Schönes bewahren willst, warum verletzt / zerstörst Du etwas Schönes? Wem wird geholfen? Die Kausalität will mir nicht in den Kopf.“ Und „simply embarrassing“, also einfach nur peinlich, findet der Journalist und Youtuber Tilo Jung die Aktion, wie er auf Twitter mitteilte. Die Ak­ti­vis­t:in­nen würden der Sache schaden.

Das Manko der Aktion ist die schwer verständliche Kommunikation

Gäbe es denn nach andere Aktionen, gegen eine Politik, welche schon seit vielen Jahren aus allen Fugen geraten ist und auch nicht den geringsten Anlass einer Änderung, sondern als einzige Lösung die Macht zur Gewalt zeigt ?

Ist das denn so? Es klingt erst mal schlüssig: Radikale Aktionen verprellen Menschen, die inhaltlich eigentlich an Bord wären. Ganz von der Hand zu weisen ist das sicher nicht. Sozialwissenschaftliche Forschung zeigt aber, dass das nichts Schlechtes sein muss. Die radikale Flanke einer Bewegung kann zum Beispiel auch die positive Wirkung haben, dass die gemäßigteren Gruppen plötzlich besonders sympathisch und vernünftig wirken – und so Zulauf und Unterstützung bekommen. Der Diskurs kann sich so erfolgreich verschieben. Ein Beispiel dafür sind die Suffragetten, die für Frauenrechte Blockaden veranstalteten, Briefkästen sprengten und daher nicht beliebt waren – aber das Thema zwangsweise auf der Tagesordnung hielten.

Quelle         :          TAZ-online           >>>>>        weiterlesen

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Grafikquellen          :

Oben      —     Mashed potatoes served during Christmas dinner in the Franklin Farm section of Oak Hill, Fairfax County, Virginia

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DL – Tagesticker 27.10.2022

Erstellt von DL-Redaktion am 27. Oktober 2022

Direkt eingeflogen mit unseren Hubschrappschrap

Heute in der Auswahl des „Bengels“:  – . –  1.) Untersuchungen in den Niederlanden  – . –  2.) Deutsch-französische Beziehungen  – . –  3.) Auf in die nächste Abhängigkeit  – . –   4.) Zeitumstellung: Energiesparen für Fortgeschrittene  – . –  5.) Einfach „Hahn aufdrehen“  – . –  DL wünscht allen Leser-Innen eine  gute Unterhaltung.

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Wer sich in der EU in Häfen einkauft, benötigt doch auch Kaimauern an denen die Schiffe anlegen können!

Unterhält China illegale Polizeistationen in Europa? In den Räumen soll angeblich diplomatischer Beistand geleistet werden. Offiziell registriert wurden zwei niederländische Posten aber nicht, weshalb ermittelt wird. In Europa soll es 36 solcher Stationen geben, eine davon befindet sich in Frankfurt.

1.) Untersuchungen in den Niederlanden

Die niederländische Regierung hat eine Untersuchung eingeleitet und geht Hinweisen nach, wonach China zwei „illegale Polizeistationen“ in den Niederlanden eingerichtet haben soll. Das berichten die Financial Times und die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf die Sprecherin des niederländischen Außenministeriums, Maxime Hovenkamp. Den Medienberichten zufolge gibt es seit 2018 jeweils einen solchen „Posten“ in Amsterdam und Rotterdam. Diese sogenannten „chinesischen Polizeistationen“ sollen nach chinesischen Angaben dazu dienen, Staatsangehörigen im Ausland diplomatischen Beistand zu leisten, sind aber laut Hovenkamp nicht bei der niederländischen Regierung registriert worden. „Die chinesische Regierung hat uns nie auf diplomatischem Wege über die Zentren informiert, so dass sie illegal sind“, sagte Hovenkamp. Eine nichtstaatliche Organisation (Englisch: Non-governmental organization, kurz NGO) wiederum behauptet, dass diese Einrichtungen in Wirklichkeit von Peking genutzt würden, um politische Gegner und Dissidenten im Ausland zu überwachen und zum Schweigen zu bringen. Dafür würden ehemalige Militär- und Geheimdienstbeamte als Mitarbeiter eingesetzt. Zugleich soll es ihren Angaben nach weitere solche Stationen in Europa und weltweit geben, darunter eine in Frankfurt, behauptet die spanische Menschenrechtsorganisation „Safeguard Defenders„. Chinas Regierung weist die Vorwürfe zurück: Diese Berichte seien „völlig falsch“, heißt es aus Peking.

Süddeutsche-Zeitung-online

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Wer würde sich in diesen Land noch in Verwunderung zeigen, wenn er in Bälde Wähler sieht, welche unter der Last ihres Kreuzchen zusammenbrechen?

In der europäischen Familie ist Deutschland der egozentrische Teenager. Die Bundesregierung präsentiert sich gerne als «Diener» Europas. Doch im Ernstfall rangiert die Koordination mit dem wichtigsten Partner Frankreich weit hinter den eigenen Interessen.

2.) Deutsch-französische Beziehungen

«Keine Alleingänge!» – das ist das Mantra der deutschen Außenpolitik unter Kanzler Olaf Scholz. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs werden so die zögerlichen Waffenlieferungen verteidigt; Aussenministerin Annalena Baerbock beteuert wiederholt, dass Deutschland seine Interessen nicht über die Köpfe der Partner hinweg durchsetze. Die Absage an außenpolitische Alleingänge zieht sich auch durch den Koalitionsvertrag der Bundesregierung. Abwandlungen des Wortes «europäisch» oder «Europa» tauchen in dem Schriftstück insgesamt über 200-mal auf. Die Regierung gibt sich gleichzeitig bescheiden und dienstbeflissen: «Als grösster Mitgliedstaat werden wir unsere besondere Verantwortung in einem dienenden Verständnis für die EU als Ganzes wahrnehmen.» Von diesem hehren Anspruch ist in der Realität allerdings nichts zu spüren. Erkennbar wird das vor allem in dem Verhältnis zu Frankreich, dem traditionell wichtigsten Partner Deutschlands. Am Mittwoch besuchte Olaf Scholz den französischen Präsidenten Emmanuel Macron, um die Beziehungen nach der Absage des deutsch-französischen Ministerrats zu kitten. Diese sind aufgrund deutschen Vorpreschens so frostig, dass sich beide Partner noch nicht einmal zu einem gemeinsamen Pressetermin durchringen konnten. Berlin kommunizierte im Vorfeld, dass eine Pressekonferenz stattfinde, doch der Élysée-Palast widersprach am Dienstagabend. Einem Regierungschef bei einem Staatsbesuch den Presseauftritt zu verwehren, signalisiert höchste Ablehnung. Scholz sollte das wissen: Er ging kürzlich mit dem ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban bei dessen Berlin-Besuch genauso um. In Paris wird Scholz also wie Orban empfangen, als der Paria der EU. Frankreich ist zu Recht verärgert.

NZZ-online

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Es scheint wohl eine Sache der Natur zu sein, dass die Dummheit keine Schmerzen bereitet. Aber so holzt sich der Scholz auf das Niveau von Schröder hinunter wenn er zeigt, aus gemachten Erfahrungen nichts, aber auch gar nichts gelernt zu haben. In einen jeden anderen Beruf würde er auf der Stelle aus seinen Job gejagt werden.  Aber wie schon gesagt, so etwas passiert ja auch nur in der Politik, wo die Bürger solch ein Versagen wieder ausbügeln müssen. Hat er seine erhaltende Dividende vielleicht schon Mehrend angelegt ?

Coscos Einstieg in den Hamburger Hafen. Die Beteiligung Chinas am Hamburger Hafen birgt zahlreiche Risiken. Der Kanzler agiert in der Cosco-Causa schröderesk.

3.) Auf in die nächste Abhängigkeit

Ein Mufti ist ein islamischer Rechtsgelehrter. Wie hoch seine Autorität und wie schwer verständlich seine Urteile für Außenstehende sind, zeigt sich daran, dass es die Redewendung „par ordre du mufti“ ganz ähnlich im Französischen, im Deutschen und auch im Italienischen gibt. Wenn Olaf Scholz gleich zweimal binnen kürzester Zeit muftimäßig auf den Koalitionstisch haut, zeigt das nach westlicher Lesart von Autorität nur, dass nach nicht mal einem Jahr im Amt die Macht des Kanzlers bereits arg angekratzt ist. Schon beim AKW-Zoff regierte er nicht kraft seiner Argumente, sondern um des Friedens mit der FDP willen per Richtlinienbefehl und entschied über den Reservebetrieb des Meilers in Lingen bis April. Dabei braucht den Strom vermutlich niemand mehr. Ähnlich schröderesk agiert der Kanzler in der Cosco-Causa. Nicht nur FDP und Grüne kritisieren seine Sturheit in Sachen Chinabeteiligung am Hamburger Hafen, sogar der Bundespräsident äußert Unmut: Frank-Walter Steinmeier, der in seiner Zeit als SPD-Kanzleramts- und Außenminister als Putin-Versteher galt, warnt vor „zu großer Abhängigkeit von China“. Eine diplomatisch verbrämte Kritik – und deutlicher Rüffel für den Kanzler vom höchsten Mann im Staat.

TAZ-online

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So war es unter den Politiker-innen doch immer schon. Wer den letzten Schuss nicht mehr hören konnte, dem ist auch ein jegliches Gefühl für den Zeitablauf abhandengekommen. Ein Jeder welcher sich von den Lobgesängen seiner Parteiclans getragen fühlt, benötigt keine Uhr mehr.

So geht Energiesparen: Unsere Fernheizung bleibt aus, die Wohnung bleibt dunkel. Kochwäsche kochen wir nicht mehr. Und die Uhren stellen wir auch nicht um!

4.) Zeitumstellung: Energiesparen für Fortgeschrittene

Es ist grotesk: Mitten in der sogenannten Energiekrise stehen die Herbstferienreisenden am Flughafen einander auf den Füßen, um für ihr staatlich subventioniertes Menschenrecht auf Klimaschädigung zu demonstrieren. Während sie die neueste Energiespar-App checken, besteigen sie die Kerosinschleudern und helfen, das Ozonloch zu vergrößern. Zeitgleich votiert in seltener Direktdemokratie eine Stop-and-Go-Volksabstimmung fürs Tempolimit: Munter stauen sich die Autos auf den Straßen, nachdem der Liter „Super“ die magische 2-Euro-Marke gerissen hat. Doch uns ficht all das nicht an. Wir bleiben zu Hause und halten durch. Die Fernheizung bleibt aus. Unsere Familie engagiert sich in der Energiekrise und steht fest an der Seite des Sparens. Waschlappen liegen bereit. Die Dusche ist auf maximal 15 Grad gestellt. Wir stellen auch die Uhren nicht um! Von wegen Zeitumstellung. Wissen Sie noch, wie sie eingeführt wurde, 1980, in der Ölkrise? Um Energie zu sparen! Je länger es abends hell ist, desto später wird das Licht angestellt, ist doch logisch. Und jetzt soll es am 30. Oktober eine Stunde früher dunkel werden? Nicht mit uns. Wir lassen die Sommerzeit an, wie es Ökonomen gerade wieder fordern, und Heizung und Fernseher aus. Das Licht übrigens auch. Einfach dunkel. Einfach nix mehr mitkriegen. Kopf in den Sand und Ruhe. Dann ist auch die Zeitumstellung egal. Kochwäsche kochen wir nicht mehr, die Hygiene muss warten, es geht jetzt um höhere Werte. Wir waschen alles bei 30 Grad, bis der Geruch unaushaltbar wird. Wo diese magische Grenze ist? Darüber diskutieren wir uns die Köpfe heiß, das lenkt von den frierenden Zehen ab. Wir wickeln uns in Decken, hören auf zu googeln – Server kosten irrsinnig viel Strom – und erzählen uns die Welt, wie sie uns gefällt. Über die Kerzen stülpen wir leere Blumentöpfe und gedenken unserer Vorfahren.

Freitag-online

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Und erneut brüllt der Chor der Affenbande: „Wer hat die Kokosnuss, wer hat die Kokosnuss geklaut.“

Deutschland glaubt nicht an intakte Nord-Stream-Pipeline. Putin behauptet, eine Pipeline von Nord Stream 2 funktioniere noch: „Man muss nur den Hahn aufdrehen.“ Doch die Bundesregierung geht nicht davon aus.

5.) Einfach „Hahn aufdrehen“?

Nach der mutmaßlichen Sabotage an den Nord-Stream-Pipelines fließt keinerlei Gas von Russland mehr nach Deutschland. Und das wird wohl auch so bleiben: Die deutsche Bundesregierung geht entgegen der russischen Darstellung nicht davon aus, dass eine der beiden Röhren der Pipeline Nord Stream 2 nach den Explosionen vom September noch intakt ist.  „Es ist sehr wahrscheinlich, dass der Sabotageakt mit starken Explosionen negative Auswirkungen auf beide Pipelinestränge hatte und die grundsätzliche technische Verfügbarkeit somit aktuell nicht mehr gegeben ist“, heißt es in einer Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage von AfD-Fraktionsvize Leif-Erik Holm. Darüber hinaus habe die Nord-Stream-2-Pipeline ohnehin die für ihren Betrieb notwendige Zertifizierung nicht erhalten und werde weiterhin nicht in Betrieb gehen können. Nord-Stream-Pipelines: Putin stellt es anders dar. Ihm erscheine es so, „als hoffe man in der Ampel geradezu, dass sich das Thema Gaslieferungen über Nord Stream mit den Anschlägen von selbst erledigt hat“, sagte der AfD-Abgeordnete Holm. Seine Partei plädiert für eine Inbetriebnahme von Nord Stream 2 und lehnt den Kurs der Bundesregierung ab, die sich als Reaktion auf den russischen Angriffskrieg in der Ukraine von russischen Gaslieferungen unabhängig machen will.

FR-online

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Den Morgengruß an gleicher Stelle – schreibt jeden Tag
„Der freche Bengel“

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Anregungen nehmen wir gerne entgegen

Wir erhalten in letzter Zeit viele Mails mit Texten zwecks Veröffentlichung – Um diese zu verbreiten  sollten Sie sich aber erst einmal vorstellen und zeigen mit wem wir es zu tun haben.  Danke !

Treu unserem Motto: Es gibt keine schlechte Presse, sondern nur unkritische Leser

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Grafikquellen          :

Oben     —   DL / privat – Wikimedia  

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Unten      —   Церемония открытия газопровода «Северный поток».

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