DEMOKRATISCH – LINKS

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RENTENANGST

Archiv für Oktober 5th, 2022

Wissen und Wärmepumpen

Erstellt von DL-Redaktion am 5. Oktober 2022

 Eine Zeitungsschau zur Zeitenwende

Datei:Wärmepumpe.jpg

Ein Schlagloch von Mathias Greffrath

Im Streit um schleppende Transformationen taugen Detailaufnahmen besser zum Verständnis als große Theorien. Einzelheiten sind zum Verständnis von Krisen eigentlich spannender als Leitartikel oder Großgedanken.

Soll man jubeln oder weinen? Fünfzig Jahre nachdem die „Grenzen des Wachstums“ erschienen und Robert Jungk im „Jahrtausendmenschen“ die Werkstätten der Zukunft besich-tigt hatte, erschien am vergangenen Freitag eine Sonderausgabe der FAZ. Groß die Ankündigung: „Wie wir in Zukunft leben wollen.“ Nicht mit Fragezeichen, mit Punkt.

Die Ausgabe ist durchsetzt mit Artikeln über vertikale Agrikultur, innovative Mobilität, Städtebau, Entmüllung des Konsums, Revolutionierung der Logistik, sogar über „Verzicht“. Im Feuilleton plädiert Dietmar Dath für „Hopepunk“ und „Anti-Dystopien. Die Interviewer von Herman Daly, dem Nestor der Steady-State-Economy, geben­ dem Argument, dass unendliches Wachstum in einer endlichen Welt nicht möglich ist, großen Raum, bedauern fast, dass es kein Gegenkonzept zum Kapitalismus gebe – und setzen dann auf die nicht ausgeschöpften Potenziale eines „Grünen Wachstums“.

Keine Totalwende, nein, aber eine kleine Akzentverschiebung. Strenge Theoretiker werden eh nicht einverstanden sein, etwa Ulrike Herrmann, die in den Blättern (10/22) anhand von Material­strömen vorrechnet, dass eine noch so grüne Technik sich nie weltweit durchsetzen kann. Ihr Vorschlag, wir sollten uns für ein geplantes Gesundschrumpfen an der britischen Kriegs-Planwirtschaft mit ihren Bezugsscheinen und minutiösen Vorgaben orientieren, greift aber zu kurz. Weniger Fleisch, Harz statt Mallorca, das klingt zwar gut, aber welcher parteienparlamentarische Staat könnte so etwas durchsetzen, und welche volkswirtschaftlich programmierten Computer hätten schon durchgerechnet, was die ökonomischen und sozialen Folgen wären.

Mich plagt seit einiger Zeit ein Unbehagen an Theorien mit hohem linken Zustimmungswert, aber zu großer Flughöhe, an deren Ende regelmäßig die Frage „Und wer soll das machen?“ steht, ebenso wie an analytisch noch so triftigen, aber emotional aufgeladenen Predigten, wir müssten nur „die Irrationalität des Ganzen“ und unseren Eigenanteil daran akzeptieren und dann „eine andere Politik etablieren“ (Stephan Lessenich, „Nicht mehr normal“). Das eine haben die meisten längst, für das andere fehlt die Gebrauchs­anweisung. Andererseits sehnt man sich beim Lesen der Zukunfts-FAZ nach einer großen befeuernden Perspektive.

Einen belebenden Ausweg brachte mir die Lektüre von Bernd Ulrichs Porträt der Institution Wirtschaftsministerium in der Zeit (40/22). Der Gang durch die Entscheidungslabyrinthe endet beim Zuständigen für Wärmepumpen, die ja a tempo 12 Millionen Gasheizungen ersetzen sollen. Und es begab sich folgender schöne Dialog, den ich leicht gekürzt hier zitiere:– 2021 wurden nur 150.000 Wärmepumpen verbaut. Seit dem Gaskrieg mit Putin wollen fast alle eine. Das ist doch gut, oder?

– Fast. Die Installateure stellen sich um.

– Und?

– Es gibt zu wenige.

– Warum?

– Weil die Leute auch noch ihre Bäder sanieren wollen zum Beispiel.

– Aber wenn sie weniger sanieren und mehr Wärmepumpen einbauen, dann läuft’s?

– Nicht ganz, es gibt zu wenige.

– Installateure?

– Wärmepumpen.

– Warum?

– Jeder Hersteller hat ein anderes Modell, und die Geräte werden händisch zusammengebaut, da muss erst mal eine industrielle Fertigung her.

– Und dann kann genug produziert werden?

– Wenn es genug Halbleiter gibt.

– Die sind doch gerade knapp.

– Eben.

– Okay, also wenn es die Nachfrage gibt und die Installateure und die Halbleiter und die industrielle Fertigung, dann rollt die Sache?

– Nun, es gibt da noch das Problem mit den Kühlmitteln. Die sind bisher klimawirksam.

– Sie schützen das Klima?

– Sie gefährden es.

– Gibt’s denn da keine Ersatzstoffe?

– Schon.

– Aber?

– Die sind brennbar.

– Ah.

– Wir arbeiten dran.

– Also, wenn es nun die Nachfrage gibt und die Installateure und die industrielle Fertigung und die Halbleiter und die richtigen Kühlmittel, dann können Sie Ihr Ziel erreichen, 1 Million pro Jahr einzubauen?

– Wenn das mit dem Baufenster geklärt ist.

– Baufenster?

– Das ist der Teil eines Grundstücks, der bebaut sein darf.

Einzelheiten sind zum Verständnis von Krisen eigentlich spannender als Leitartikel oder Großgedanken

– Und?

– Ja, die Wärmepumpe muss zum Teil draußen sein. Dann ist sie außerhalb des Baufensters.

– Was macht man da?

– Man muss die Bauordnung ändern.

– Und das machen Sie?

– Nein, es sind Landesbauordnungen.

– Also 16 verschiedene!?

– Ja, 16. Wir sind in konstruktiven Diskussionen mit den Ländern.

– Danke für das Gespräch.

Quelle          :       TAZ-online         >>>>>           weiterlesen

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Grafikquellen          :

Oben     —   

Beschreibung Energiebilanz der Wärmepumpe
Datum
Quelle Quelle: Volker Sperlich: „Übungsaufgaben zur Thermodynamik mit Mathcad“ (2002) Fachbuchverlag Leipzig
Verfasser Volker Sperlich

Diese Datei ist lizenziert unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Germany Lizenz.

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Unten       —       Värmepump, Thermia Villa Classic 105

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Die Copy-Paste-Propaganda

Erstellt von DL-Redaktion am 5. Oktober 2022

Virale Nord-Stream-Thesen

Nord Stream gasbideak.jpg

Eine Kolumne von Christian Stöcker

Die prorussische Propagandamaschine läuft nach den Pipelineexplosionen wieder auf Hochtouren. Seltsame Tweets, zehntausendfach geteilte Videos, Stimmen aus AfD und Die Linke, »Fox News« und Putins Kreml im Gleichklang.

Als am Montag bekannt wurde, dass in der Nacht ein Leck in der Gaspipeline Nord Stream 1 entstanden war, waren sich einige gleich sicher: Das war Sabotage. Manche wussten sogar: Das können nur die USA gewesen sein.

Seit Beginn dieser Woche hat sich, passend zu den beispiellosen Pipeline-Attacken, eine beispiellose Propagandakampagne abgespielt, primär in den sozialen Medien. Global, vielsprachig, ohne Atempause.

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Eine US – Flickschusterei

Erstellt von DL-Redaktion am 5. Oktober 2022

 Mit Demokratie und der internationalen Ordnung

Datei:Barack Obama, Donald Trump, Joe Biden at Inauguration 01-20-17 (cropped).jpg

Quelle       :        Scharf  —  Links

Ein Kommentar von Georg Korfmacher, München

Es ist offensichtlich, dass das politische US-System lichterloh brennt. Gleichwohl wollen die USA andere Länder immer wieder zwingen, ihre demokratischen Standards zu übernehmen und Flickschustern an Bündnissen mit ideologischen Leitlinien, die krass jedem demokratischen Verständnis widersprechen.

Das wird durch die Lage im eigenen Land grotesk bestätigt. Dort bekämpfen sich erbittert ganz linke Progressive, linke Liberale, rechte Liberale und ganz rechte Nationalisten. Die Regierung ist bei essentiellen Entscheidungen in einer Dauer-Patt-Situation blockiert, wobei die Trump-Anhänger praktisch gegen alles sind, was andere denken und wollen, wie z.B. bei der Immigration, der Rolle von Kirchen und Firmen im öffentlichen Leben und dem Rassismus, Rüstung und Waffen.

Noch immer bestreiten Republikaner die Rechtmäßigkeit und das Ergebnis der Wahlen von 2020. Die Gewaltenteilung wird durch gezielte Richterbesetzungen zur Farce. Der einstweilige Gipfel dieser Flickschusterei ist die Mutation der Demokraten zur jetzt führenden Kriegstreiberpartei, und das nicht nur in der Ukraine und in Taiwan. Bei diesen Missständen und noch vielen mehr könnte man eher von einem Scheiterhaufen der Demokratie in der US-Politik reden. Weltweit respektier bare demokratische Werte sind dort nicht mehr zu erkennen. Auf jeden Fall ist die US-Politik kein Vorbild, schon gar nicht für eine internationale Ordnung

Kein Wunder also, dass sich weltweit Widerstand regt, insbesondere aus dem globalen Süden, Indien und China. Allen voran fordert China laut eine internationale Ordnung im Rahmen der UN und auf der Grundlage eines klar definierten und konsensualen internationalen Rechts, eben keine von einem Staat oder einer Handvoll davon einseitig diktierte Ordnung nach Belieben.

„Neue Länder, neue Vögel, neue Vögel, neue Lieder“, reimte schon Heinrich Heine, und „Andere Länder, andere Sitten“, ist uns wohlbekannt. 40 Jahre lang arbeiteten der Osten und der Westen trotz großer politischer Systemunterschiede friedvoll und mit Erfolg zusammen, bis dann die Corona-Pandemie die massiven Schwächen des ach so hochgelobten US-Kapitalismus offenlegte. Anstatt die eigenen Fehler nachzubessern, werden jetzt alle Probleme im Handel allein China angelastet. Das beweist, dass man China nie als Partner, sondern nur als billigen Lieferanten gesehen hat.

Ein großer Fehler, den einige Firmen vernünftigerweise nicht machen. Multinationale Beziehungen müssen zum Gelingen Frieden und Fortschritt im Auge haben, um gegenseitiges Vertrauen und Zusammenarbeit zu fördern. Aber nein, aus lauter Gier nach Geld hat man übersehen, dass der billige Lieferant sich in vielen Techniken zum Weltführer entwickelt hat. In unserer derzeit fatal zerstrittenen Welt ist es mehr als verwerflich, wenn der aktuelle US-Präsident seinen trickreichen Stellvertreterkrieg gegen Russland „bis zum letzten Ukrainer“ durchziehen will. Spätestens jetzt sollten seine Rockzipfelhalter im Westen und bei der NATO aufwachen und loslassen. Die seit dem Vietnamkrieg praktizierte US-Politik ist kein Vorbild für irgendeine Ordnung. Die US- Demokratie ist eine einzige Flickschusterei und keinerlei Vorbild für gar nichts, was international Gültigkeit haben könnte.

Urheberrecht
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Grafikquellen       :

Oben      —        Präsident Donald J. Trump schüttelt dem 44. Präsidenten der Vereinigten Staaten, Barack H. Obama, während der 58. Amtseinführung des Präsidenten im US-Kapitol in Washington, D.C., am 20. Januar 2017 die Hand. Mehr als 5.000 Militärangehörige aus allen Zweigen der Streitkräfte der Vereinigten Staaten, einschließlich Reserve- und Nationalgardekomponenten, leisteten während der Eröffnungsphase zeremonielle Unterstützung und Verteidigungsunterstützung der Zivilbehörden. (DoD-Foto von U.S. Marine Corps Lance Cpl. Cristian L. Ricardo)

Datum
Quelle https://www.dvidshub.net/image/3110898/58th-presidential-inaugural-ceremony
Verfasser U.S. Marine Corps Lance Cpl. Cristian L. Ricardo
Berechtigung
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Gemeinfreiheit
Diese Datei ist ein Werk eines United States Marine oder Mitarbeiters, das im Rahmen der offiziellen Pflichten dieser Person entnommen oder hergestellt wird. Als Werk der US-Bundesregierung ist es gemeinfrei.

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KOLUMNE – Der Postprolet

Erstellt von DL-Redaktion am 5. Oktober 2022

Sparmaßnahmen im Zuge der Energiekrise: Heizt du schon?

Kolumne von Volkan Agar

Jüngst bestimmte Corona die öffentliche Debatte. Nun ist es die Angst vor Kälte. Die Mittelschicht identifiziert sich mit den Nöten der Armen.

Mit Neoprenanzug im Schwimmbad. Das klingt schräg, weil das Wellenbad am Berliner Spreewaldplatz nicht die französische Atlantikküste ist und man im Hallenbad nicht surft, sondern Brust schwimmt. Aber die Schwimmbecken in Berlin werden mittlerweile heruntergekühlt und das Tragen von Neopren ist deshalb gestattet.

Gespart wird seit Anfang September auf Basis der Energiesparverordnung auch bei Außenbeleuchtungen, in öffentlichen Gebäuden oder Bürogebäuden, wo weniger geheizt wird. Universitäten kühlen ebenso runter, und manche erwägen laut Spiegel („Droht ein Energie-Shutdown an den Hochschulen?“), die Weihnachtsferien zu verlängern.

Zwar versicherten Berliner Hochschulen, dass sie auch im Winter am Präsenzbetrieb festhalten wollten. Weil ein einziger Autokrat offenbar ähnlich große Macht hat wie eine tödliche Pandemie, lassen sich neue Lockdowns aber nicht ausschließen: Was passiert, wenn runterkühlen nicht mehr reicht? Der Smalltalk der Armen wird so zum Smalltalk der Mittelschicht, „Heizt du schon?“ wird zum neuen „Bist du schon geimpft?“.

Der September fühlt sich an wie ein Februar mit 90 Tagen. Arme Menschen werden ärmer und neue arme Menschen kommen dazu: mehr als 2 Millionen nutzen mittlerweile das Angebot der Tafel, heißt es in einer Meldung, die am gleichen Tag herumgereicht wird wie „DAX-Manager mit fast 25 Prozent Lohn plus“. Zu dieser dunklen Gleichzeitigkeit mischt sich die Angst vor echter Dunkelheit: Seit Tagen erscheinen Artikel und Interviews zum Thema Blackout, einem längeren, großflächigen Stromausfall, der bei einer Überlastung des Stromnetzes eintreten könnte.

Auch wenn Städte wie Berlin oder Potsdam Vorbereitungen treffen, gilt das Szenario als unwahrscheinlich. Weil Rechtsextreme aber niemals genug Weltuntergangsstimmung bekommen können, schüren sie über ihre Kanäle längst Panik. Feuchte Prepperträume mischen sich unter vernünftige Erwägungen.

Noch vor wenigen Monaten bestimmte ein Virus (immer noch anwesend) die öffentliche Debatte, heute ist es die Angst vor Kälte und Dunkelheit. Aber hey, in allem Schlechten steckt bekanntlich auch etwas Gutes: Endlich kann sich die Mittelschicht mit den armen Schluckern identifizieren, die schon vor dem 24. Februar viele Winter das Frieren gefürchtet haben.

Quelle       :        TAZ-online         >>>>>        weiterlesen

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Grafikquellen          :

Oben     —   Ehemaliger Deutscher Bundeskanzler Gerhard Schröder als Oligarch in Erdöl und Erdgas von russischen Unternehmen Gasprom und Rosneft.

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DL – Tagesticker 05.10.2022

Erstellt von DL-Redaktion am 5. Oktober 2022

Direkt eingeflogen mit unseren Hubschrappschrap

Heute in der Auswahl des „Bengels“:  – . –  1.) »Piff und Paff statt Doppel Wumms«  – . –  2.) Ist das Geld weg, platzt die Illusion  – . –   3.) Wo bleibt die CO2-Minderung?  – . –   4.) Precht und Welzer bei Lanz  – . –  5.) Putin muss warten  – . –   DL wünscht allen Leser-Innen eine  gute Unterhaltung.

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Da staunt der Laie und der Fachmann wundert sich ! Kann wer es einer Opp0sition von rechts denn noch leichter machen ? Warum wird eine Ampel nicht ohne Gelb geschaltet ? Sollte Scholz, in Eigenverantwortung,  jemals hinter dem Steuer eines Fahrzeuges gesessen haben, müsste er wissen: „Es kann auf Dauergelb nur ein Chaos folgen!“

Union kritisiert fehlende Einigung beim Bund-Länder-Treffen. Bund und Länder haben die Finanzierungsfrage von Entlastung in der Energiekrise vertagt. Die Union macht Kanzler Scholz dafür verantwortlich. Friedrich Merz spricht von einem »Abend der verpassten Chancen«.

1.) »Piff und Paff statt Doppel Wumms«

Trotz mehrstündiger Beratungen haben die Vertreter von Bund und Ländern sich in der Frage der Finanzierung milliardenschwerer Entlastungsmaßnahmen nicht geeinigt. Kritik daran kommt nun aus der Union. Dort sieht man die Verantwortung bei der Bundesregierung und Kanzler Olaf Scholz (SPD). CDU-Chef Friedrich Merz sprach in den Zeitungen der Funke-Mediengruppe von einem »Abend der verpassten Chancen, der die Bürgerinnen und Bürger verunsichert zurücklässt«. »Der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz, Stephan Weil, und Bundeskanzler Olaf Scholz sind alleine verantwortlich, dass es keine Ergebnisse gibt«, sagte Merz mit Blick auf beide SPD-Politiker. Weil ist Regierungschef von Niedersachsen, am Sonntag findet dort die Landtagswahlen statt. Bürger und Unternehmen müssen weiter auf konkrete Antworten warten, wie sie angesichts der hohen Energiepreise entlastet werden. Bund und Länder erzielten bei mehrstündigen Verhandlungen am Dienstag noch keinen Konsens über die Verteilung der Kosten.  Scholz bezifferte das Volumen der bisherigen und noch geplanten Entlastungen auf 295 Milliarden Euro, von denen der Bund zwischen 240 und 250 Milliarden Euro übernehmen werde. Offen sind noch die konkrete Ausgestaltung der geplanten Strom- und Gaspreisbremse, eine Nachfolgelösung für das Ende August ausgelaufene 9-Euro-Ticket für den Nah- und Regionalverkehr und die Kostenfrage für die Wohngeld-Ausweitung.

Spiegel-online

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Fänden wir denn unter den sich anbiedernden Trollen noch Könner, welche ein Land aus der Versenkung wieder nach Oben führen könnten ? Diem Land ist doch in den  letzten ca. 40 Jahren von den Vorgänger-innen systematisch das Wasser abgegraben worden und kaum jemand von der öffentlichen Presse ist seinen Aufgaben gerecht geworden, um aus dem gemütlichen  Schlafwagen auszusteigen.

Gaspreisdeckel der BundesregierungZu spät und unzureichend. Die am Donnerstag angekündigten Maßnahmen zur Eindämmung der Strom- und Gaskrise machen deutlich, dass die Ampel-Regierung den Ernst der Lage immer noch nicht erkannt hat. Denn ein Energiepreisdeckel ist nur sinnvoll, wenn er mit einer massiven Ausweitung des Angebots einhergeht. Vier Kardinalfehler zeigen die Unzulänglichkeit des Konzepts auf.

2.) Ist das Geld weg, platzt die Illusion

Am Montag habe ich an dieser Stelle einen Gaspreisdeckel gefordert. An diesem Donnerstag nun hat die Bundesregierung genau einen solchen Strom- und Gaspreisdeckel beschlossen. Grund zur Freude? Keineswegs. Denn die Beschlüsse der Bundesregierung unterstreichen einmal mehr, dass die Politiker, die unser Land durch die wohl schwerste Krise seit dem Zweiten Weltkrieg führen wollen, den Ernst der Lage nicht erkannt haben oder nicht erkennen wollen. Auf den ersten Blick klingt alles so, wie von vielen gefordert. Die Bundesregierung mobilisiert 200 Milliarden Euro (unseres heutigen oder künftigen Steuergeldes), um den Energiekostenschock für Privathaushalte und Unternehmen abzufedern. Die Bürger haben mehr in der Tasche, die Unternehmen müssen sich nicht mehr um ihre Existenz sorgen. Doch wie so häufig handelt es sich um Maßnahmen, die die Symptome bekämpfen, die Ursachen der Krise aber nicht adressieren. Worin besteht meine Kritik? 1.) Die Maßnahme greift viel zu spät: Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine begann vor sieben Monaten. Erste Konzepte, um die Folgen des Energiepreisschocks abzufedern, lagen im Juni vor. Es musste Oktober werden, bis die Bundesregierung reagiert – und dabei liegt außer einem versprochenen Ausgabenvolumen von 200 Milliarden kein Konzept vor, nach welchen Kriterien und auf welchem Weg die Mittel fließen werden. Selbst wenn das, wie nun versprochen, bis Mitte Oktober ausgearbeitet werden soll, dürfte die Maßnahme erst im Januar greifen. Viel zu spät für viele Haushalte und Unternehmen.

Cicero-online

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Warum so zaghaft und alles Mogelei nennen? Das ist ein vorsätzlicher Betrug an die Wähler der grünen Partei. Aber wie sagt es der Volksmund schon: „Nur die dümmsten Kälber, wählen sich ihre Metzger selber! Bald das Volk sagen: „Es hab da einmal so einige Grüne, welche ganz hoch hinaus wollten.“ Sie sind tief gefallen!

Kohlepolitik in NRW: NRW will acht Jahre früher aus der Kohle aussteigen. Zugleich sollen Braunkohlekraftwerke länger laufen. Wie man das nennt? Eine unschöne Mogelei.

3.) Wo bleibt die CO2-Minderung?

Nordrhein-Westfalen will den Kohleausstieg um acht Jahre auf 2030 vorziehen. Das ist eine sehr gute Nachricht. Je schneller die Kohle Geschichte ist, umso besser. Aber die zeitliche Koppelung der Verkündung dieser Entscheidung an eine weitere ist ausgesprochen ernüchternd: Mit dem vorgezogenen Ausstieg teilten die beiden grünen Wirt­schafts­mi­nis­te­r-in­nen Robert Habeck und Mona Neubaur mit, dass in NRW zwei Braunkohlekraftwerke bis 2024 weiterlaufen sollen. Dass ausgerechnet das Dorf Lützerath weichen muss, das Symbol des Widerstands gegen den Mega-Erderhitzer Braunkohle, erscheint wie das bittere Menetekel einer klima­ignoranten Politik. Was aussieht wie ein Kompensationsgeschäft – Weiterbetrieb gegen früheren Ausstieg –, ist keins. Grüne und CDU in NRW hatten sich bereits auf das Vorziehen des Kohleausstiegs in ihrem Koalitions­vertrag vom vergangenen Juni verständigt. Die Forderung der Grünen nach einem vorgezogenen Kohlestopp stammt aus der Zeit vor der Energiekrise. Sie ist Teil ihrer Klimapolitik vor dem russischen Angriff auf die Ukraine. Jetzt so zu tun, als käme der frühere Ausstieg, um die zusätzlichen CO2-Emissionen durch die länger laufenden Braunkohlekraftwerke auszugleichen, ist eine unschöne Mogelei. Richtig ist, dass es keine Kompensation für den vermehrten CO2-Ausstoß gibt. Und das gilt nicht nur für die beiden länger laufenden Braun­kohle­kraftwerke in NRW, sondern auch die Anlagen, die entgegen ursprünglichen Plänen weiterlaufen oder wieder ans Netz gehen. Diese Anlagen zur Sicherung der Energieversorgung einzusetzen, ist wahrscheinlich unumgänglich. Es erhöht die Aussichten, dass die Bür­ge­r-in­nen, ohne zu frieren und gut mit Strom versorgt, über den Winter kommen – wenn alle mit Bedacht Energie einsetzen und so viel wie möglich sparen.

TAZ-online

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Wir es nicht vielen Schreiber-innen welche, aus ihren Schreirausch erwachend, ganz erschrocken auf das hinunterblicken was sie sich da zusammen gekritzelt haben ?

Ab ins Theater damit! Ein  Theatertagebuch! –  Groteske Dialoge, stereotype Charaktere, rasantes Tempo: Unsere Autorin sah die Lanz-Sendung über das medienkritische Buch von Harald Welzer und Richard David Precht und dachte: Das muss auf die Bühne. Da war sie nicht die einzige.

4.) Precht und Welzer bei Lanz

Regelmäßig gibt es in der deutschsprachigen Theaterszene entnervtes Augenrollen darüber, dass es keine richtig gute Gegenwartsdramatik gibt. Zwar ist die Bühnenlandschaft gepflastert mit Stipendien, Festivals und Preisen, die dazu angetreten sind, die Gegenwartsdramatik zu fördern, aber die meisten dieser Arbeitsergebnisse scheinen ihr kurzes Leben ausschließlich in diesen Veranstaltungen zu fristen. Wenn es jedoch einem Gegenwartsstück nur mal halbwegs gelänge, so erfolgreich zu sein wie – sagen wir mal – die Talkshow „Lanz“ im ZDF, dann müsste sich das Theater um den Publikumsschwund keine Sorgen mehr machen. Gemeint ist die Ausgabe von letzter Woche, als der Soziologe Harald Welzer und der All-Inclusive-Philosoph Richard David Precht zu Gast waren, um ihr medienkritisches Buch Die vierte Gewalt vorzustellen. Unabhängig vom Inhalt, um den es da angeblich gehen sollte (deutsche Leitmedien scheuchen die Politik vor sich her, indem sie Mehrheitsmeinung machen, die gar keine ist), rieb ich mir während der Sendung die Augen, wie theatral und komödienhaft das Ganze daherkam. Hier waren alle Zutaten für ein sogenanntes Well-Made-Play enthalten: messerscharfe Dialoge, fiese Pointen, rasantes Tempo, stereotype Charaktere sowie eine Aneinanderreihung von grotesken Dialogen, die den desolaten Zustand unserer Gesellschaft bloßlegen. Ein Well-Made-Play ist genau das – gehobener Boulevard mit einer dunklen Kehrseite. So war es auch hier bei „Lanz“. Diese Talkshow müsste auf die Bühne! Dinnerparty im Livestream.

Freitag-online

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Es ist nicht ungewöhnlich die Pandemie mit Putins werkeln  zu vergleichen zumal die Beherrscher dieser Genres die gleichen  Angeboten in ihren Auslagen zur verwirrenden Verfügung stellen. Zumal die beiden Personen welche für diese Atemlosigkeit der Bürger-innen Anlass geben, mit ihren Medizin schon von Beginn am Ende anlangten. 

Anmerkungen zur Philosophie des Wartens unter Zuhilfenahme einer kleinen Bildgeschichte über den russischen Diktator. Die Kolumne.

5.) Putin muss warten

Die Pandemie, so wurde unlängst von höchster Warte aus mitgeteilt, ist vorbei. Wer dennoch auf steigende Fallzahlen und Inzidenzen schaut, hat den Move der Zeit nicht kapiert und läuft Gefahr, Gefangener oder Gefangene eines postpandemischen Verhaltens zu bleiben. Was ist bloß los mit mir, dass ich es weiterhin bevorzuge, in öffentlichen Räumen eine Maske zu tragen? Schlimmer noch: Beinahe unbemerkt bin ich dazu übergegangen, ein kleines Ladengeschäft erst dann zu betreten, wenn ein anderer es vor mir verlassen hat. „Wir müssen leider draußen bleiben“ lautete einst das Gebot für Hunde, das ich mir, zumindest vorübergehend, zu eigen gemacht habe. Schönreden hilft. Wenn es nicht gerade regnet, gibt es nichts Angenehmeres als die Wahrnehmung vergehender Zeit als wohlige Pause im Freien. Was ist bloß los mit mir, dass ich es weiterhin bevorzuge, in öffentlichen Räumen eine Maske zu tragen? Schlimmer noch: Beinahe unbemerkt bin ich dazu übergegangen, ein kleines Ladengeschäft erst dann zu betreten, wenn ein anderer es vor mir verlassen hat. „Wir müssen leider draußen bleiben“ lautete einst das Gebot für Hunde, das ich mir, zumindest vorübergehend, zu eigen gemacht habe. Schönreden hilft. Wenn es nicht gerade regnet, gibt es nichts Angenehmeres als die Wahrnehmung vergehender Zeit als wohlige Pause im Freien.

FR-online

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Den Morgengruß an gleicher Stelle – schreibt jeden Tag
„Der freche Bengel“

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Anregungen nehmen wir gerne entgegen

Wir erhalten in letzter Zeit viele Mails mit Texten zwecks Veröffentlichung – Um diese zu verbreiten  sollten Sie sich aber erst einmal vorstellen und zeigen mit wem wir es zu tun haben.  Danke !

Treu unserem Motto: Es gibt keine schlechte Presse, sondern nur unkritische Leser

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Grafikquellen          :

Oben     —   DL / privat – Wikimedia  

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