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RENTENANGST

Archiv für September 28th, 2022

Ein Volk ist kein Zuhause

Erstellt von DL-Redaktion am 28. September 2022

Das deutsche Volk ist eine simple Erfindung

Ein Schlagloch von Ilija Trojanow

Der deutsche und andere Nationalstaaten sind in einer Welt globaler Krisen überholt. Warum keine kosmopolitische Alternative? Das deutsche Volk ist eine simple Erfindung: Komplexe Ideen lassen sich schlecht in eine Flagge wickeln und mit einer Hymne begießen.

Das angegraute Haupt des Nationalismus regt sich wieder überall in Europa, weswegen es an der Zeit ist, mal grundsätzlich zu werden. Von Groucho Marx ist der Satz überliefert: „Ich möchte keinem Club angehören, der mich als Mitglied haben will!“ So geht es mir mit dem „deutschen Volk“ (mit jeder anderen Nation auch), obwohl ich seit 1986 Staatsbürger bin, halb freiwillig eingebürgert, denn das Leben davor als Staatenloser war reichlich unbequem.

Das deutsche Volk ist eine Erfindung. So wie die Liliputaner oder die Leute aus Brobdingnag. Ich habe nichts gegen Erfindungen und bin ein Fan von „Gullivers Reisen“. Es geht nicht um Wertung, sondern um Beschreibung. Nationale Identität ist eine Abstraktion, die einen nicht durch den Alltag bringt. Sie stiftet Sinn in Ausnahmesituationen: auf Fernreisen, bei Weltmeisterschaften, im Krieg. Kaum ein Nationalstaat besaß anfänglich ein „Volk“ mit einheitlicher Nationalkultur. Das musste erst geschaffen werden, meist mit Gewalt.

Das deutsche Volk ist somit eine zwanghafte Erfindung, die das Homogene zu verteidigen hatte. Folglich ist der Begriff Volk blutdurchtränkt. Unvermeidlich die vielen Kämpfe und Kriege, die in seinem Namen geführt werden. Das eine Volk muss sich von anderen Völkern abgrenzen, um sichtbar zu werden. Es muss essenzielle Behauptungen aufstellen, um sich zu behaupten.

Das deutsche Volk ist zudem eine recht simple Erfindung. Das muss so sein, um möglichst rasch und unkompliziert Gemeinschaft zu stiften. Komplexe Ideen lassen sich schlecht in eine Flagge wickeln und mit einer Hymne begießen. Pathos verwendet eine einfache Sprache. Individuelles muss draußen bleiben. Nationalisten missachten den intimen Kern von Heimat. Sie setzen der persönlichen Weltbeziehung die Narrenkappe einer konstruierten Uniformierung auf. Und alle paar Jahrzehnte wird der Inhalt dieses Pathos ausgetauscht: vorvorvorgestern Preußen, vorvorgestern das Deutsche Reich, vorgestern BRD und DDR, gestern Deutschland, heute Deutschland in Europa und so weiter.

Sehr wandlungsfähig, dieses deutsche Volk. Eine Erfindung, die auch anders aussehen könnte: Stellen wir uns vor, alle Deutsch sprechenden Menschen, jene aus dem Osten Belgiens sowie alle anderen auch, wären in einem Staat vereint, und dieser Staat hieße … Almanya, so wie Deutschland auf Türkisch heißt, oder Schwabia, so wie die Deutschen auf dem Balkan genannt werden. Was wäre gewonnen oder verloren? Nichts! Der Unterschied wäre kaum merklich. Folgt daraus nicht, dass diese Erfindung verschwinden könnte, ohne großes Getöse?

Das deutsche Volk ist eine Erfindung und zugleich die Voraussetzung für den deutschen Nationalstaat. Was spricht für diesen, außer Gewohnheit und das Echo einstiger progressiver Größe? Gewohnheit ist ein gefährliches politisches Phänomen. Wir akzeptieren das Geläufige unabhängig von seinen Vor- und Nachteilen, wir misstrauen dem Unbekannten. Politisch betrachtet sind die meisten von uns agoraphobisch.

Aber was ist mit der progressiven Größe, die der nationale Gedanke einmal zweifellos innehatte? Um Hannah Arendt zu zitieren: „Der Souveränitätsbegriff des Nationalstaats, der ohnehin aus dem Absolutismus stammt, ist unter heutigen Machtverhältnissen ein gefährlicher Größenwahn. Die für den Nationalstaat typische Fremdenfeindlichkeit ist unter heutigen Verkehrs- und Bevölkerungsbedingungen so provinziell, dass eine bewusst national orientierte Kultur sehr schnell auf den Stand der Folklore und der Heimatkunst herabsinken dürfte. Wirkliche Demokratie aber […] kann es nur geben, wo die Machtzentralisierung des Nationalstaats gebrochen ist und an ihre Stelle die dem föderativen System eigene Diffusion der Macht in viele Machtzentren gesichert ist.“

Der Nationalstaat ist zu klein und zu groß für die Herausforderungen der Gegenwart. Den ökologischen Krisen kann nur global begegnet werden, der Krise der Demokratie hingegen, der Sehnsucht der Menschen nach mehr Teilhabe und Mitbestimmung, viel besser lokal. Die Beschränkung auf eine Nation wird nicht mehr der Tatsache gerecht, dass Menschen selten in eine einzige Gemeinschaft hineinpassen, dass ihre Wechselbeziehungen und die Auswirkungen ihrer Handlungen die Grenzen sprengen, heute mehr denn je zuvor.

Das deutsche Volk ist ein Anachronismus. Das ist Latein für „Schnee von gestern“, und wenn Sie in letzter Zeit auf der Zugspitze waren, dann wissen Sie, dass auf dem Gipfel Deutschlands das Gletschereis unwiederbringlich schmilzt. Wir sollten das nationale Pathos ablegen und unsere politischen Beziehungen mithilfe von Recht und Menschenrecht regeln, das für alle überall gültig ist

Quelle       :         TAZ-online          >>>>>          weiterlesen

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Oben     —     Giebel mit der Inschrift am Reichstagsgebäude

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Unten      —     Schriftsteller Ilija Trojanow bei einer Lesung anlässlich der Verleihung des Preises der Literaturhäuser in Köln

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Der Generationenstreit

Erstellt von DL-Redaktion am 28. September 2022

Das ohrenbetäubende Geschrei der Selbstguten

Eine Kolumne von Thomas Fischer

Muss man sich als arthritischer Pensionär von Menschen belehren lassen, die noch nicht einmal ahnen, was Jesuslatschen und Batik-T-Shirts sind?

Caprihosen, Kapuzenpullis

Wie wir Älteren wissen, verehrte Leser, gewinnen gewisse Erkenntnisse, Begebenheiten und Emanationen im Lauf der Zeit zunächst Patina, dann Bedeutung, dann Unbestreitbarkeit. Wer also etwa heute als Student des Fachs »Kreatives Schreiben« verkündet, er wolle fürderhin auf dem Alexanderplatz in Berlin, Hauptstadt der Republik, in einem mehr oder weniger leeren Müllcontainer eines Lebensmittelmarktes wohnen und tags die Tauben, nachts die Ratten zählen, hat keine Gnade zu erwarten, weder vom Ordnungsamt noch von der Jahrestagung der deutschsprachigen Erkenntnisphilosophie. Die bittere Enttäuschung des jungen Menschen verhindert aber nicht die Möglichkeit, dass die Aktion in etwa 1000 Jahren als Durchbruch eines Zenmeisters oder Lebenswerk eines »Philosophen im Fass« angesehen wird.

Unsereins, Vor-Boomer aus einer Menschheitsepoche kurz nach dem, wie wir erfahren, von unseren eigenen Kindern gewonnenen Krieg gegen den Faschismus, muss vorsichtig sein. Wir selbst haben lange genug unsere Leben und sogar unsere Identität damit erklärt, wir hätten, falls wir denn gelebt und etwas zu sagen gehabt hätten, keinesfalls Völkermord begangen, gutgeheißen, toleriert oder Argumente dafür als »umstritten« angesehen hätten. Ich schwöre, dass ich schon damals dem Rittmeister von Trotha einen extrem empörten Tweet sowie einen Shitstorm-Hashtag gewidmet hätte, falls es hätte sein können.

Nun ja: Das klingt jetzt schon wieder irgendwie »beleidigt«. Obwohl ich doch gerade das unbedingt vermeiden will und – Indianer-Ehrenblutswort – es doch nur gut meine! Ich habe vor zwei oder drei Tagen hier einen Beitrag gelesen, in dem eine als Frau gelesene Frau (24) und als Schriftstellerin gelesene Studentin des Fachs »Kreatives Schreiben« sich zur historisch-materialistischen Lizenz zum Kapuzenpullitragen äußerte. Manchmal denkt man, nun sei der Boden erreicht. Muss man sich als arthritischer Pensionär von als Menschen gelesenen Personen belehren lassen, die noch nicht einmal ahnen, was Jesuslatschen und Batik-T-Shirts sind?

Aber dann entdeckt man in einer großen deutschen Wochenzeitung ein Interview mit der Generaldirektorin (57) der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und erfährt, dass man im Katalog der Galerien mittels Klick auswählen kann, ob man den Titel des etwas mediokren Kunstwerks »Mohr mit der Smaragdstufe« (B. Permoser, 1723, Birnenholz) »mit dem M-Wort« oder, falls man das nicht erträgt, auch mit einem richtigen Wort lesen kann.

Da weiß man: Es gibt jedenfalls keine Obergrenze der Heuchelei und Bigotterie. Wir warten also, vorerst, auf die wahlweise zu klickende Digitalversion von E.T.A. Hoffmanns »der Liebe und Freundschaft gewidmetem« Text von 1820, entweder als »Das Fräulein von Scuderi« oder ohne F-Wort »Die als Frau gelesene Scuderi«. Auch »Fräulein Smillas Gefühl für Schnee« sollte noch mal in die Freiwillige Selbstkontrolle. Schlimmer als der Dresdner Bildtitel »Hund, kleinwüchsiger Mann und Junge« statt »Großer Hund, Zwerg und Knabe« (Jan Fyt, 1652) kann es nicht werden.

Sünderlein

In derselben Ausgabe derselben Zeitung werden übrigens noch einmal die Massagesitze von Frau Intendantin a. D. Schlesinger extrem kritisch hinterfragt, ebenso das »italienische« (!) Parkett der Leitungsetage für 16.000 Euro, von dem wir, bevor vor Aufregung ein Magengeschwür entsteht, nun endlich wissen möchten, wie viele italienische Quadratmeter wir uns vorzustellen haben. Vielleicht könnte ein Investigativjournalist des RBB das ausmessen und möglichst auch Vergleichsangebote für schwedisches Linoleum und unbehandelte Brandenburger Kiefer beifügen.

Womit wir, Freunde der kolumnistischen Weltwissenschaft, natürlich wieder beim Thema »Du mich auch« gelandet sind und damit – altersangemessen! – bei frühen Stars wie Herrn Willy Reichert (1896 bis 1973) oder Willy Millowitsch (1909 bis 1999), populären Volksphilosophen des mittleren 20. Jahrhunderts, welche, liebe Jugend, Ihre oberpeinlichen Großeltern bei so manchem Gläslein Trollinger/Kölsch ebenso cool fanden wie die endpeinlichen 24-Jährigen heute Frau Nicki Minaj (39), die sich die nordfriesische Kultur mittels Strohperücken anzueignen pflegt.

ch weiß es ja, dass es auch schön ist, sich dafür zu schämen, dass andere so blöd, schlecht, verdorben oder unmoralisch sind. Ich selbst habe es vor 50 Jahren auch getan! Die oben erwähnte Autorin (24) hat versichert, dass sie, um ein geglücktes Leben zu verwirklichen, unbedingt unzufrieden bleiben möchte.

Das scheint nur auf den ersten Blick widersprüchlich zu sein. Denn gemeint ist ja: Sie strebt höchstmögliche Zufriedenheit mit sich selbst durch höchstmögliche Unzufriedenheit mit allen anderen an. Es gibt Menschen und Professionen, die so einen Lebensplan »narzisstische Störung« nennen. So weit muss man aber nicht gehen. Sagen wir: Diese »Akzentuierung« scheint mir im Kosmos des »Authentischen« bemerkenswert verbreitet.

Quelle        :         Spiegel-online           >>>>>           weiterlesen

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Oben     —   XR Islington Straßenfest – London

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Dekolonisation Anyone?

Erstellt von DL-Redaktion am 28. September 2022

 Reparationen, Reparatur –
und das Leben nach der Klimakatastrophe

Quelle        :     Berliner Gazette

Von    :     Nishat Awan

Nach der kolonial-industriellen Expansion Europas ist die Klimakatastrophe längst in Regionen angekommen, in denen die Emissionen, die zu dieser Katastrophe geführt haben, nicht produziert wurden. Wenn dies zu einer großflächigen Vertreibung von Millionen von Menschen führt, dann ist es höchste Zeit, Umwelt- und Migrationspolitik zu dekolonisieren, wie Nishat Awan in ihrem Beitrag zur BG-Textreihe “After Extractivism” argumentiert.

Ein Drittel Pakistans steht unter Wasser, ertrunken in der Sintflut eines “Monsuns auf Steroiden“, wie der UN-Generalsekretär António Guterres es nannte. Zu den Monsunregenfällen kommen noch die Wassermassen hinzu, die durch das Abschmelzen der Gletscher infolge der globalen Erwärmung entstehen. Was kann man in einem solchen Kontext über die Klimakatastrophe – und Europa – sagen, ohne das Wort Wiedergutmachung zu benutzen?

Klima- und Kolonialreparationen

Doch dieses Wort will Europa nicht hören. Als sie die Verwüstung durch die Überschwemmungen sahen, reagierten viele Menschen in Pakistan in den sozialen Medien verzweifelt – mir ging es nicht anders – ich war aufgebracht, wütend und forderte Wiedergutmachung. Eine interessante Antwort auf meinen Tweet bestand darauf, dass ich mich auf die Reparationen beziehen sollte, die “wir schulden” und nicht “ihr schuldet”, was vermutlich auf die Tatsache anspielt, dass ich im Vereinigten Königreich lebe.

Dass das historische Gedächtnis bei manchen Dingen so kurz und bei anderen so lang ist, sollte nicht überraschen; das sehen wir an der parteiischen Geschichte, die derzeit in den britischen Medien nach dem Tod von Königin Elisabeth II. erzählt wird. Diejenigen von uns, die Reparationen fordern, meinten sowohl Klima- als auch koloniale Reparationen, weil beides untrennbar miteinander verbunden ist. Ich mag in London leben und mehr als meinen gerechten Anteil an den Ressourcen der Erde verbrauchen, wie wir alle, die wir im globalen Norden leben, es mehr oder weniger zwangsläufig tun. Aber meine Vorfahren (um genau zu sein: mein Großvater und mein Vater) wurden von ihrem Land vertrieben, um die größte Kaserne des britischen Empires zu bauen, und wurden dann erneut heimatlos, als die koloniale Politik des Teilens und Herrschens den Subkontinent aufteilte.

Nach Angaben des Wirtschaftswissenschaftlers Utsa Patnaik indischen Subkontinent Reichtümer im Wert von 45 Billionen Dollar gestohlen, und Pakistan ist derzeit mit fast 250 Milliarden Dollar verschuldet, deren Rückzahlung dem Land keinen Aufschwung ermöglicht hat. Natürlich haben auch unsere eigenen Regierungen und das gefräßige Militär nichts dazu beigetragen, aber wir waren schon zum Scheitern verurteilt, bevor wir überhaupt angefangen hatten.

Die koloniale Matrix der Migration

Vieles davon wird für viele Leser nichts Neues sein, und doch wird dieser Kontext in angrenzenden Debatten, z. B. im Zusammenhang mit Migration, oft vergessen. Ich untersuche die undokumentierte Migration aus Pakistan nach Europa und die Art und Weise, wie die Kolonialpolitik die große Mehrheit der Menschen in Pakistan als billige Arbeitskräfte geformt hat und weiterhin formt. Ein historischer Hintergrund, der oft vergessen wird. Pakistan ist eines der wenigen Länder, die die Auswanderung kriminalisiert haben, d. h. das Verlassen des Landes mit den “falschen” Absichten kann ein Verbrechen sein.

Die Gesetzgebung, die praktisch die rechtliche Behandlung von Bürgern bestimmt, die aus Pakistan auswandern, ist die Emigration Ordinance (1979), die sowohl Vermittler als auch undokumentierte Migranten kriminalisiert. Sie hat ihre Wurzeln in der kolonialen Gesetzgebung, die die Zuwanderung von Arbeitsverpflichteten aus Indien zur Arbeit auf den Plantagen des britischen Empires kontrollierte. Später wurde der Geltungsbereich des Gesetzes auf die Kontrolle von “ungelernten Migranten” ausgeweitet, da die Kolonialherren befürchteten, dass linke Bewegungen die Arbeiter in Übersee radikalisieren könnten.

Die letzte Fassung des Gesetzes wurde nach der Unabhängigkeit von der autoritären Regierung von General Zia ul-Haq verabschiedet, als die Arbeitsmigration in die Golfstaaten zunahm und die wirtschaftliche Abhängigkeit des Landes von Überweisungen wuchs.Andere Länder, die in den letzten zehn Jahren ähnliche Gesetze wie Pakistan eingeführt haben, sind Marokko, Algerien, Tunesien und der Senegal, die alle unter dem Druck der EU (und des Vereinigten Königreichs) stehen, um die Migration einzudämmen, und als Teil umfassenderer Bemühungen, die EU-Grenzen zu externalisieren.

Einschränkung der Freizügigkeit von Menschen

Es ist wichtig, darauf hinzuweisen, dass der aktivistische Diskurs in Europa über Freizügigkeit und Grenzsicherung dazu tendiert, sich auf die Frage nach dem Recht zu konzentrieren, die befestigten Räume der nördlichen Privilegien zu betreten, und nicht auf die Kriminalisierung des Verlassens des eigenen Landes. Man könnte sich fragen, warum diese Nuancierung wichtig ist, da sie im weiteren Sinne auch die Freizügigkeit von Menschen einschränkt.

Am Beispiel Pakistans ) wird ein “biometrischer Personalausweis” verwendet, der von lokalen Behörden ausgestellt wird. Das bedeutet, dass jeder, der in einem Bus in der Nähe der pakistanisch-iranischen Grenze reist und beispielsweise einen Ausweis aus einem Dorf in der Provinz Punjab besitzt, von der Polizei oder der Federal Investigation Agency (FIA) angehalten werden kann.

Zwar gibt es keine rechtliche Handhabe, jemanden zu belangen, nur weil er sich in einem anderen Teil des Landes aufhält, doch werden häufig Personen festgenommen und dann ohne Anklage freigelassen, weil sie wahrscheinlich versuchen, das Land ohne die erforderlichen Genehmigungen zu verlassen. Ein örtlicher Grenzbeamter in der Provinz Belutschistan beklagte2019:

“Auf der 600 km langen Straße von Quetta nach Taftan gibt es keinen einzigen FIA-Kontrollposten. Wie können wir also Migranten ohne Papiere erkennen und festnehmen? Außerdem haben wir es mit Problemen der Rechtsprechung zu tun: Es gibt kein Gesetz, das mich daran hindern kann, zur Grenze zu fahren, und niemand kann wissen, wohin ich eigentlich fahren will.”

Dieses Zitat zeigt deutlich, dass eine präventive Verhaftung von Möchtegern-Migranten von den Behörden als unproblematisch angesehen wird, während die Tatsache, dass sie nicht in der Lage sind, sie erfolgreich zu verfolgen, als Problem angesehen wird. In der Tat wird auch die Bewegung bestimmter Menschen innerhalb ihres eigenen Landes kriminalisiert, und zweifellos bestimmen Fragen der Klasse und des Privilegs, wer wohin reisen darf.

Verflechtung von Umwelt- und Wirtschaftsfragen

Um zu verstehen, warum sich die Menschen gezwungen sehen, diese höchst gefährliche Reise anzutreten, ist es wichtig, die Verflechtung von Umwelt- und Wirtschaftsfragen zu beachten. In den letzten Jahren habe ich in den Dörfern des nördlichen Punjab im Bezirk Gujranwala recherchiert und Interviews geführt, woher viele der Menschen stammen, die versuchen, nach Europa zu gelangen. Das landwirtschaftlich geprägte Gebiet ist berühmt für seine Bewohner aus Übersee, aber auch für die Produktion von hochwertigem Basmati-Reis. Der Widerspruch zwischen diesen beiden Tatsachen erklärt sich ein wenig, wenn man von der Stadt Lahore aus in das Gebiet fährt. Es wird von der Urbanisierung verschlungen, die sich in den letzten zehn Jahren von der Stadt aus nach Norden ausgebreitet hat.

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In dem Maße, wie Dörfer ihr Land an private Wohnsiedlungen, Industrieanlagen und kleine, stark umweltverschmutzende Fabriken verlieren und der Klimawandel die Ernteerträge unvorhersehbar macht, werden junge Männer dazu verleitet, sich auf eine beschwerliche Reise zu begeben, um bahir zu gehen, ein Wort, das “draußen” bedeutet und für sie normalerweise irgendwo im wohlhabenden Westen bedeutet. Die Dörfer liegen eingebettet zwischen Kleinstädten, halbfertigen Autobahnen und den Trümmern einer schnellen und unkontrollierten industriellen Expansion. Trotzdem ist die Arbeitslosigkeit hoch, und die Arbeit, die es gibt, ist äußerst prekär.

Politik der Undurchsichtigkeit

In einigen Dörfern haben fast alle älteren Männer schon einmal versucht, nach Europa zu reisen – mit unterschiedlichem Erfolg. Viele dieser Männer sind als Agenten tätig – das heißt, sie sind Agenten, die anderen die Reise erleichtern. Ein Mann (unter den Personen, mit denen ich sprach), der vor kurzem aus Griechenland zurückgekehrt war, verfügte über ein enzyklopädisches Wissen über die verschiedenen bürokratischen, biometrischen und Datenerfassungsverfahren, die von der EU an ihren Außengrenzen eingeführt wurden. Er hatte viele Monate auf Lesbos und dann in Athen als Freiwilliger für eine NGO gearbeitet.

Auf diese Weise war es ihm auch gelungen, über das so genannte Programm der IOM zur freiwilligen Rückkehr zurückzukehren. Er war sich der Funktionsweise der verschiedenen Datenbanken und Kontrollsysteme, die er im Falle einer Rückkehr durchlaufen müsste, sehr bewusst. Denn die Frage der Rückkehr ist in seinem unsteten Leben, in dem der Ort, den er sein Zuhause nannte, aufgrund von Urbanisierung und Umweltzerstörung nicht mehr existiert, immer offen.

Da er weiß, wie die Kontrollsysteme funktionieren, war er auch zuversichtlich, dass er einen Weg hindurch finden würde, indem er die Undurchsichtigkeit mobilisierte, die das Geschenk einer rassifizierten Welt an diejenigen ist, die als undifferenzierte Masse angesehen werden. Wie mir bei verschiedenen Gelegenheiten gesagt wurde, besteht der Trick darin, seine Finger- oder Augenabdrücke nicht in die biometrischen Kontrollapparate einzuspeisen, da sich die (menschlichen) Grenzbeamten ohne diese maschinelle Unterstützung wahrscheinlich nicht an Sie erinnern oder Ihr Gesicht erkennen werden. In Kombination mit verzweifelten Taktiken wie dem Verbrennen der eigenen Fingerabdrücke ist eine Rückkehr immer möglich, solange das Beziehungsnetz, das während dieser schwierigen Reisen aufgebaut wurde, aufrechterhalten wird.

Diejenigen, die sich für Agententätigkeit entschieden haben, tragen dazu bei, die Grenzen offen zu halten, auch wenn sie dies nur tun können, indem sie innerhalb der Gewalt der Grenzen bleiben und diese Gewalt oft fortsetzen; die Geschichten über die Rücksichtslosigkeit der Agenten des Punjab sind zahlreich und erschütternd.

Auf dem Weg zur Reparatur und Selbstreparatur

Wie diese kurze Darstellung der kolonialen Ökonomie, der legislativen Folgen imperialer Weltanschauungen und der Gewalt rassifizierter Grenzen zeigt, gibt es – zumindest bis jetzt – kein “Danach” des Extraktivismus. Es gibt nur das Nachspiel, das viele Menschen auf der ganzen Welt erleben, und das ist ein ganz anderer Ort. Die Klimakatastrophe ist dort, wo die Emissionen, die uns dahin geführt haben, wo wir heute sind, nicht entstanden sind, schon längst eingetroffen und führt zu einer großflächigen Vertreibung von Menschen.

Trotz der Hysterie der westlichen Massenmedien über einen “Kontrollverlust” sind die Grenzen Europas und anderer nördlicher Länder geschlossen. Die überwiegende Mehrheit der Vertriebenen bewegt sich innerhalb bestimmter Regionen. Und die Realität der Migration ist eine Intensivierung der regionalen Bewegungen und der internen Vertreibung von Menschen innerhalb der nationalen Grenzen. Dies führt zur Entstehung neuer Binnengrenzen, da Territorien und Ressourcen schrumpfen.

In Pakistan können wir bereits eine Kluft zwischen den Städten, die von den Verwüstungen durch die Flut weitgehend verschont geblieben sind, und den ländlichen Gemeinden, die alles verloren haben, beobachten. Ohne dass die nördlichen Staaten und ihre Bürger ihre Mitschuld an der Zerstörung von Welten und Leben anerkennen und ihre Schulden begleichen, gibt es für niemanden viel Hoffnung. Eine solche Anerkennung beginnt mit Reparationen, die zu Reparaturen führen können, zur Reparatur unseres zerstörten Planeten, zur Reparatur von Ökosystemen und Leben und zur Neugestaltung von Wirtschaftssystemennach gerechten Grundsätzen. Am dringendsten ist jedoch eine Selbstreparatur, die es uns ermöglicht, unsere eigene Mitschuld anzuerkennen, was auch immer sie sein mag.

Anm.d.Red.: Dieser Text ist ein Beitrag zur “After Extractivism”-Textreihe der Berliner Gazette; seine englische Version ist auf Mediapart verfügbar. Weitere Inhalte finden Sie auf der englischsprachigen “After Extractivism”-Website. Werfen Sie einen Blick darauf: https://after-extractivism.berlinergazette.de

Copyright | Creative Commons-Lizenz

Dieses Werk ist unter einem Creative Commons Namensnennung-Keine kommerzielle Nutzung-Keine Bearbeitung 3.0 Unported Lizenzvertrag lizenziert. Um die Lizenz anzusehen, gehen Sie bitte auf creativecommons.org oder schicken Sie einen Brief an Creative Commons, 171 Second Street, Suite 300, San Francisco, California 94105, USA.

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Oben       —   Dieses Foto wurde am 5. April 2019 bei einer Versammlung von Demonstranten in der Lobby des Whitney Museum, New York, NY, aufgenommen. Diese Versammlung war die dritte in einer Reihe von Veranstaltungen, die zur Whitney Biennale 2019 führten, die organisiert wurde, um zu fordern, dass das Museum Warren Kanders wegen seiner Rolle als Eigentümer des Waffenherstellers Safariland aus dem Museumsvorstand entfernt.

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DER ROTE FADEN

Erstellt von DL-Redaktion am 28. September 2022

Oktoberfest und Exzess: Zu Hause sitzen ist auch keine Art

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Durch die Woche mit Ariane Lemme

Das Oktoberfest hat bei vielen einen zweifelhaften Ruf. Aber es ist ein guter Ort, um zu checken, dass Gaudi nicht zur Abgrenzung gegen andere taugt.

Erinnern Sie sich noch? „Die Welt nach Corona wird eine andere sein“, hieß es. Und ich war vermutlich nicht die Einzige, die das mit einem wohligen Gefühl von Hoffnung geglaubt hat. Zwei Jahre Verzicht und Verlangsamung müssen doch ein bisschen Besinnung bewirken können – klima- und sozialpolitisch, oder? Hinter der Entschleunigung, den Grenzerfahrungen musste doch das große Ganze: Solidarität, Mitgefühl, umso heller einleuchten.

Mich haben die Lockdowns an das erinnert, was wir in der 9. Klasse unseres bayerischen Gymnasiums Besinnungstage nannten: eine Woche in einem alten Kloster, wo wir uns in gruppendynamischen Spielen emotional ein bisschen nackig machen mussten. War natürlich super anstrengend und peinlich, aber tatsächlich waren wir als Klasse nachher ein Team, keine Cliquen mehr.

Gut, wir hatten natürlich Glück, dass mein Freund M. beim Kiffen nur beinahe aus dem Fenster des dritten Stocks gefallen ist. Weil aber alles gut ging, sind selbst schüchterne Leute wie ich ein bisschen größer nach Hause gegangen.

Aber hey, die Welt ist kein bayerisches Gymnasium – und deshalb nach Corona genau wie vor Corona. Herbstsonnenklarer als jetzt kann es gar nicht sein, denn derzeit läuft die erste Wiesn aka Oktoberfest nach der Pandemie. Und klar läuft der „Mein Exzess ist besser als deiner“-Contest schon seit Wochen auf Hochtouren.

Ist die Wiesn Abschaum?

Denn wir können uns zwar weder auf einen vernünftigen Umgang mit Putin, ordentliche Waffenlieferungen an die Ukraine, Unterstützung für die Frauen Irans, die ihr unterdrückerisches Kopftuch ablegen wollen (und dafür sterben), eine faire Gasumlage und schon gar nicht auf ein bisschen echten Verzicht fürs Klima (oder auch: unser Überleben) einigen, aber darauf: Die Wiesn ist nicht Bier-, sondern Abschaum. Da werfen sich Menschen in seltsame Kostüme und tun unter Einfluss von Drogen enthemmte Dinge, pfui. Ganz anders als beim Karneval oder im Berliner Kitkat-Club, klar.

O'zapft ist! Münchens 5 Jahreszeit hat begonnen - O'zapft is! München 5 Saison, das Oktoberfest hat begonnen (9855483374).jpg

Ich will nichts beschönigen und schon gar keine Verbrechen rechtfertigen. Sexuelle und gewaltvolle Übergriffe sind genau das: Verbrechen, und niemals einfach Kollateralschäden von Exzess. Rassistische und sexistische Lieder, Sprüche haben nirgends etwas verloren auf keiner Party, zu keiner Zeit. Das ist doch auch klar.

Aber es ist auch lächerlich, so zu tun, als wäre all das Alleinstellungsmerkmal der Wiesn und nicht überall zu finden: in Fußballstadien, beim Karneval, beim Spring Break. Macht es das besser? Rechtfertigt das irgendwas? Nö. Aber es ist halt so: Der Zustand der Welt zeigt sich am deutlichsten da, wo viele Menschen aus verschiedenen Blasen zusammenkommen. Und siehe da: Die Welt ist schlecht.

Steckerlfisch und Kotze

Aber zugleich auch schrill, bunt und aufregend. Manchmal riecht sie nach gebrannten Mandeln, manchmal nach Steckerlfisch und Lebkuchen, manchmal nach Kotze. Gut, in Berlin meist nach Hundescheiße, aber auch das gehört halt dazu.

Quelle         :       TAZ-online           >>>>>           weiterlesen

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Oben        —     Roter Faden in Hannover mit beschriftetem Aufkleber als Test für einen möglichen Ersatz des auf das Pflaster gemalten roten Strichs

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DL – Tagesticker 28.09.2022

Erstellt von DL-Redaktion am 28. September 2022

Direkt eingeflogen mit unseren Hubschrappschrap

Heute in der Auswahl des „Bengels“:  – . –  1.) Scholz Leben in der Pandemie  – . –   2.) Ministerpräsidenten beraten ohne Kanzler  – . –  3.) Merz unterstellt „Sozialtourismus“  – . –   4.) Linke in Italien – Konstantin Wecker  – . –  5.) Kubicki nennt Erdogan „Kanalratte“  – . –   DL wünscht allen Leser-Innen eine  gute Unterhaltung.

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Jetzt wird sicher ein großer Neid in der Bevölkerung erwachen. Denn wer kann es sich sonst noch erlauben in der absoluten Luxusklasse sein Leben zu genießen, ohne je eine Vorleistung gebracht zu haben. Aber warum der Neid? Wollen wir nicht lieber Wetten – Dass er sich auf gar keinen Fall von seinen Clan Genossen den Professor, DR. Lauterberg behandeln lässt, welcher für Politiker die einzig qualifizierte Person in derartigen Fällen wäre! Sonst wäre die Berufung der größte Witz im Deutschen Kasperletheater. 

Verbringe die gesamte Corona-Isolation im Kanzleramt. Olaf Scholz will trotz Infektion in seiner kleinen Dienstwohnung im Regierungsviertel weiter arbeiten. Er nehme auf ärztlichen Rat hin das Medikament Paxlovid. 

1.) Scholz Leben in der Pandemie 

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) verbringt seine gesamte Corona-Isolationszeit im Kanzleramt. Die kleine Wohnung dort „biete sich an, weil ich von hier aus meiner Arbeit gut nachgehen kann“, sagte Scholz, der normalerweise in Potsdam lebt, in einem Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung. Er habe dort alles, was er brauche. Hunderttausende Bürgerinnen und Bürger hätten in den vergangenen zweieinhalb Jahren eine Zeitspanne in Quarantäne oder Isolation verbracht, da müsse er nun kein Aufheben darum machen, sagte Scholz. Corona-Infektion: Kanzler Scholz musste Termine absagen. Auf ärztlichen Rat nehme er Paxlovid, sagte Scholz weiter. Das Medikament könne helfen, die Ausbreitung des Virus im Körper zu unterdrücken. Gesundheitlich gehe es ihm „den Umständen entsprechend ganz gut“. Die Infektion scheine eher mild zu verlaufen. Um die abgesagten Termine tue es ihm leid, sagte Scholz. „Nun nutze ich die Zeit, um intern vieles zu bewegen.“

Berliner-Zeitung-online

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Die sprechende Schlaftablette aus Baden-Württemberg konnte nun wirklich kaum jemand im Fernsehen mit seinen Lehren überhören. An und für sich der gegebener Anlass für einen abendlichen Spaziergang.  

Anders als gedacht müssen die Ministerpräsidenten zunächst ohne den Kanzler über die geplanten milliardenschweren Entlastungen für steigende Energiepreise beraten. Bei den Länderchefs hat sich viel Ärger aufgestaut.

2.) Ministerpräsidenten beraten ohne Kanzler

Die Regierungschef und -Chefinnen der Länder kommen am Mittwoch (12.45 Uhr) in Berlin zu einer Sonderkonferenz zusammen. Thema der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) ist das geplante dritte Entlastungspaket gegen die Folgen der Energiekrise. Anders als ursprünglich vorgesehen, wird es im Anschluss keine Bund-Länder-Gespräche mit Kanzler Olaf Scholz (SPD) geben. Der Kanzler habe ihn gebeten, diese Beratungen auf den 4. Oktober zu verschieben, hatte der MPK-Vorsitzende, Nordrhein-Westfalens Regierungschef Hendrik Wüst (CDU), am Dienstag überraschend mitgeteilt. Wüst: „Wir brauchen schnell substanzielle Entlastungen“ Wie auch Regierungskreise in Berlin bestätigten, möchte Scholz persönlich an den Beratungen teilnehmen. Dies sei dem Kanzler aufgrund seiner coronabedingten Isolation derzeit nicht möglich, erklärte Wüst. Die Länderchefs wollten dennoch zusammen kommen, um an Lösungen zu arbeiten. „Wir brauchen schnell substanzielle Entlastungen, damit im Winter mit steigenden Preisen schlimmsten soziale Härten spürbar abgemildert werden können“, sagte Wüst. „Die Länder strecken dem Bund die Hand ausdrücklich aus, damit es zeitnah zu einem gemeinsamen Signal der Hoffnung für viele Menschen kommen kann.“ Er hoffe, dass die rot-gelb-grüne Bundesregierung ihren internen Streit rechtzeitig beende, „damit wir gemeinsam wirksam helfen können“, unterstrich der CDU-Politiker.

Sächsische-Zeitung-online

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Sollte er wirklich der erste Fackelwerfer auf seine Sauerländer Habe werden ? Es hatte aber doch wirklich noch Niemand gesagt, dass er etwas in sein angestrebtes Amt einbringen würde, was schon seine vorherige Ausboterin, nicht gekonnt haben wollte. Die CDU wird es nie lassen können ihre Nazi-onale Staatsräson außen vor zu lassen ! Eine Erbschaft bleibt immer ein Erbe!

Der Brandbeschleuniger Merz. –  CDU-Chef Friedrich Merz hat Geflüchteten aus der Ukraine „Sozialtourismus“ unterstellt. Solche Parolen sind perfide – und alles andere als harmlos.

3.) Merz unterstellt „Sozialtourismus“

Friedrich Merz kann es nicht lassen. Da bemüht der CDU-Chef sich in der Öffentlichkeit um ein neues Image – empathischer, sozialer. Nur um dann doch zurückzufallen in die Rolle des konservativen Unionspolitikers, der am rechten Rand fischt. Er tut das auf dem Rücken der Menschen, die vor dem russischen Krieg mitsamt seiner Kriegsverbrechen in der Ukraine fliehen. Das ist perfide. Und es ist gefährlich. „Wir erleben mittlerweile einen Sozialtourismus dieser Flüchtlinge“, sagte Merz am Montagabend bei „Bild Live“; „nach Deutschland, zurück in die Ukraine, nach Deutschland, zurück in die Ukraine.“ Unter den Geflüchteten mache „mittlerweile eine größere Zahl sich dieses System zunutze“. Merz macht sich damit einen Begriff zu eigen, mit dem sonst vor allem die AfD hausieren geht. Und er springt auf ein Gerücht auf, dass seit Wochen auf WhatsApp und Facebook kursiert, das gezielt Stimmung macht gegen Geflüchtete und ihnen Sozialbetrug unterstellt: Seit Geflüchtete aus der Ukraine Hartz IV statt Asylbewerberleistungen bezögen, reisten Menschen kurzzeitig aus der Ukraine ein, nur um einen Antrag zu stellen und unrechtmäßig Leistungen zu beziehen. Belege dafür gibt es aber keine. Das Recherchezentrum Correctiv hat schon Anfang September beim Busunternehmen FlixBus nachgefragt, ob es auffälligen Pendelverkehr gebe, und sich bei Bundesagentur für Arbeit und Bundesarbeitsministerium nach verdächtigen Hartz-IV-Anträgen erkundigt. Nirgendwo gibt es Hinweise auf solche Vorfälle.

TAZ-online

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Solange in diesen Land dem Volk, die „Glorreiche“ Vergangenheit mit Fahne, Hymne und Mordende Uniformierte vorgeführt werden, wird  auch hier jeder Gedanke in eine Zukunft hinter  politische Nebelbänke verschwinden. Dasselbe gilt auch für Italien.

Damals haben wir über die Rechten gelacht. – Konstantin Wecker lebt seit mehr als 40 Jahren in der Toskana. Damals war diese Region in Mittelitalien eine kommunistische Bastion. Jetzt gibt es in ganz Italien keine Linke mehr. 

4.) Linke in Italien – Konstantin Wecker 

Für mich und meine Freunde, die auch in der Toskana leben, ist es ein ungeheurer Schock. Aber es kommt nicht überraschend. Als wir hier ankamen, vor mehr als 40 Jahren, da wurden wir von Italienern beschimpft. Wir mussten klarstellen, dass wir keine Nazis sind. Wir haben uns immer entschuldigt, und dann mit ihnen zusammen versucht, an die Taten zu erinnern. Wir Deutsche in der Toskana haben uns immer dafür eingesetzt, dass die Verbrechen der Nazis nicht vergessen werden. Seit vielen Jahren besuche ich zusammen mit Italienern die Luoghi di Memoria e Resistenza, Mahnmale der Erinnerung an den Widerstand. Einmal im Jahr legen wir dort Blumen nieder. Wir wollen auch den Italienern die Grauen des Faschismus ins Gedächtnis rufen. Mussolini. Für uns war die Aufarbeitung des Faschismus wahnsinnig wichtig. Für viele Italiener auch, nicht für alle. Als ich in den Siebzigern hier ankam, haben wir über die Rechten gelacht, die Toskana war eine kommunistische Bastion. Auch in meinem Dorf, in Ambra. Jetzt haben die Rechten hier in der Toskana gewonnen. Es gibt in ganz Italien keine Linke mehr.

Freitag-online

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War Politik denn je etwas anderes, selbst in der „Werte-Demokratie“, als die Ideologische Vernichtung von Andersdenkenden? Vergisst nicht jeder Oben sitzende  wo er als  unscheinbare Person aufgezogen worden ist. Wäre es heute  nicht so, würde Niemand mehr mit den anderen Schmuddelkinder seine schmutzigen Spielchen durchzuziehen versuchen zum Schaden des Volkes.

Das türkische Außenministerium hat eine Aussage von Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki aufs Schärfste verurteilt. Nun folgen Konsequenzen. Türkei bestellt Botschafter ein.

5.) Kubicki nennt Erdogan „Kanalratte“

Die türkische Regierung zeigt sich empört über einen „Tiervergleich“, den Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki geäußert hat: Auf einer Wahlkampfveranstaltung in Hildesheim kritisierte Kubicki den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan aufgrund seiner Flüchtlingspolitik – und nannte ihn übereinstimmenden Medienberichten zur Folge eine „kleine Kanalratte“. FDP-Vize Kubicki warf der türkischen Regierung vor, die nächste Krise mit Absicht auszulösen. An die Ampel-Regierung stellte er deshalb Forderungen: Sie solle nicht wieder „einfach die Arme aufmachen“, wenn eine mögliche, neue Flüchtlingskrise beginnen sollte. Auf diese Äußerung folgen nun Konsequenzen. Die Regierung in der Türkei bestellte am Dienstag (27. September) den deutschen Botschafter in Ankara ein. „Wir verurteilen die beleidigenden Äußerungen auf Schärfste“, erklärte der türkische Außenamtssprecher Tanju Bilgiç in einer Mitteilung des türkischen Außenministeriums. Diese Äußerungen würden Aufschluss über Kubickis politisches und moralisches Niveau und seine Banalität offenbaren, so Bilgiç.

FR-online

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Den Morgengruß an gleicher Stelle – schreibt jeden Tag
„Der freche Bengel“

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Unten        —   Wolfgang Kubicki Mitglied des Deutschen Bundestages während einer Plenarsitzung am 9. Mai 2019 in Berlin.

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