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Archiv für September 12th, 2022

Die Queen im Afrobeat

Erstellt von DL-Redaktion am 12. September 2022

Die Queen und Afrika: Elizabeths Erbe in Kenia

Stadtbild.

Von Dominic Johnson

Die koloniale Hinterlassenschaft wirkt nach. In Kenia, wo die Flaggen auf halbmast hängen, hat sie nicht nur das Gesicht des brutalen Kolonialkrieges.

Elizabeth II. wurde 1952 in Kenia Königin. Als ihr Vater George VI. starb, befand sie sich gerade auf Weltreise mit ihrem Ehemann und übernachtete in Treetops, einer Lodge im kenianischen Aberdare-Nationalpark. Die Schlafsuite war in einen alten Feigenbaum hineingebaut, mit Blick über ein Wasserloch. Nach ihrem Dinner traf Elizabeth am Abend dort auf einen Elefanten. In der Nacht starb im fernen London ihr Vater, aber das erfuhr sie erst am nächsten Tag in der königlichen Sagana Royal Lodge.

Die ehemaligen Kolonien haben mit dem Empire nicht gebrochen. Sie haben sein Erbe verinnerlicht !

Auf den Stufen vom State House in Nairobi wurde dann die Proklamation von Queen Elizabeth II. verlesen. Ein Jäger, der Elizabeth in Treetops bewachte, schrieb später ins Gästebuch: „Zum ersten Mal in der Weltgeschichte ist ein junges Mädchen an einem Tag als Prinzessin in einen Baum gestiegen und am nächsten Tag als Königin vom Baum geklettert.“

Wenige Monate später riefen dieselben britischen Kolonialbehörden in Kenia den Ausnahmezustand aus, um die Mau-Mau-Rebellion zu vernichten – die bewaffnete Unabhängigkeitsbewegung des Kikuyu-Volkes, die sich in Reaktion auf die Landnahme durch weiße Siedler im kenianischen Hochland gebildet hatte. Ganze Landstriche wurden zu Sperrzonen erklärt. Zehntausende Menschen wurden getötet, Hunderttausende in Lagern interniert.

Der Staatsterror war vergeblich, wie alle europäischen Kriege gegen afrikanische Unabhängigkeitsbewegungen. Die Rebellion wurde zerschlagen, aber die Legitimation der Kolonialherrschaft war dahin. 1963 wurde Kenia unabhängig, unter Kikuyu-Führer Jomo Kenyatta. Die Spuren der Queen in Kenia sind auch Spuren des Krieges.

Mulmig nach dem Tod der Queen

Im Jahr 1953 plünderten Rebellen die Sagana Royal Lodge. Treetops wurde 1954 von Mau-Mau-Kämpfern in Brand gesteckt. Für Elizabeths Sicherheit in Sagana war der britische Polizeioffizier Ian Henderson zuständig: Er persönlich spürte am 21. Oktober 1956 den Anführer der Mau-Mau-Rebellion, Dedan Kimathi, auf, schoss ihn an und verhaftete ihn. Kimathi wurde 1957 gehenkt. Henderson wurde befördert.

Von 1966 bis 1998 leitete er den Inlandsgeheimdienst von Bahrain – eine typische postkoloniale Karriere: Nicht nur in Großbritannien, auch in anderen Kolonialmächten haben alte Amtsträger mit Blut an den Händen und mit Orden überhäuft den neuen Staaten gedient. Henderson erhielt 1984 von der Queen den Orden des Britischen Empire. Kimathis Grab in Kenia wurde erst 2019 entdeckt – auf einem Gefängnisgelände. Überlebende des Mau-Mau-Krieges streiten bis heute für Anerkennung und Entschädigung.

Und so manche Kenianer haben ein mulmiges Gefühl bei der weltweiten Huldigung für die Queen, die zwar zu militärischen Angelegenheiten überhaupt nichts zu sagen hatte, aber das dafür verantwortliche System repräsentierte. Großbritannien war mit seinem Wüten in Kenia keineswegs allein. Zur gleichen Zeit überzog Frankreich seine Algerien-Kolonie mit noch viel blutigerem Terror, Hunderttausende starben. Eine kleinere Version davon wiederholte Frankreich in Kamerun.

Auch das ist Nairobi – heute noch !

Belgien setzte beim Abzug aus Ruanda ab 1959 und Kongo 1960 blutige Konflikte in Gang, die bis heute andauern. Der Kampf zwischen weißem Herrschaftsanspruch und schwarzem Freiheitsanspruch zerriss ganz Afrika. Ab den 1960er Jahren kamen die Freiheitskriege in den ehemaligen portugiesischen Kolonien Angola, Mosambik und Guinea-Bissau dazu, ab den 1970er Jahren in Rhodesien (heute Simbabwe), und der Umgang mit der weißen Apartheidherrschaft in Südafrika überschattete die Beziehungen zwischen Afrika und dem Rest der Welt.

Kein Bruch mit dem Empire

Wer sich wundert, warum viele afrikanische Länder heute noch Sympathien für Moskau hegen und warum viele Afrikaner westliche Diskurse über universelle Freiheitswerte als verlogene Heuchelei abtun, muss nur einen Blick in die Geschichtsbücher werfen und auf Ereignisse, die viele Menschen in Afrika nicht aus Büchern, sondern aus den Erzählungen ihrer Eltern und Großeltern kennen, besonders in den ehemaligen Siedlerkolonien: Algerien, Simbabwe, Namibia und eben Kenia, mit dem Sonderfall Südafrika.

Aber die ehemaligen Kolonien haben mit dem Empire nicht gebrochen. Sie haben es im besten dialektischen Sinne „aufgehoben“, sein Erbe verinnerlicht und für ihre eigene Neuerfindung angenommen. Das englischsprachige Afrika bewegt sich mit großer Selbstverständlichkeit im englischsprachigen Kulturraum, der längst ein globaler ist.

Quelle         :       TAZ-online        >>>>>         weiterlesen

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Oben      —     Stadtbild von Nairobi

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Ware ohne Wert

Erstellt von DL-Redaktion am 12. September 2022

Wie das System des Kapitals sich selbst zu einer leeren Hülle degradiert

Quelle     :      Streifzüge ORG. / Wien 

von   ;    Emmerich Nyikos

„Aber ein Gebrauchswert, der nicht das Produkt der Arbeit, kann keinen Wert haben, d.h., er kann nicht als Vergegenständlichung eines gewissen Quantums sozialer Arbeit, als sozialer Ausdruck eines gewissen Quantums Arbeit ausgesprochen werden. Er ist es nicht. Damit der Gebrauchswert als Tauschwert sich darstelle – Ware sei –, muss er das Produkt konkreter Arbeit sein. Nur unter dieser Voraussetzung kann diese konkrete Arbeit ihrerseits wieder dargestellt werden als gesellschaftliche Arbeit, Wert.“ (K. Marx, Theorien über den Mehrwert III, in: MEW 26.3, S. 509)

„In demselben Maße wie die Arbeitszeit – das bloße Quantum Arbeit – durch das Kapital als einzig bestimmendes Element gesetzt wird, in demselben Maße verschwindet die unmittelbare Arbeit und ihre Quantität als das bestimmende Prinzip der Produktion – der Schöpfung von Gebrauchswerten – und wird sowohl quantitativ zu einer geringen Proportion herabgesetzt, wie qualitativ als ein zwar unentbehrliches, aber subalternes Moment gegen die allgemeine wissenschaftliche Arbeit, technologische Anwendung der Naturwissenschaften nach der einen Seite, wie gegen die aus der gesellschaftlichen Gliederung in der Gesamtproduktion hervorgehende allgemeine Produktivkraft – die als Naturgabe der gesellschaftlichen Arbeit (obgleich historisches Produkt) erscheint. Das Kapital arbeitet so an seiner eignen Auflösung als die Produktion beherrschende Form.“ (K. Marx, Grundrisse der Kritik der Politischen Ökonomie, in: MEW 42, S. 587f.)

„Sobald die Arbeit in unmittelbarer Form aufgehört hat, die große Quelle des Reichtums zu sein, hört und muss aufhören die Arbeitszeit sein Maß zu sein und daher der Tauschwert (das Maß) des Gebrauchswerts.“ (K. Marx, Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie, in: MEW 42, S. 601)

1.

Was ist der Wert? Ganz generell kann man sagen: die Tauschfähigkeit der Ware, oder, wenn man so will, das spezifische Gewicht der Ware im Austausch, dasjenige also, was in letzter Konsequenz die Tauschraten der Waren bestimmt.

In einer Gesellschaft, die auf der Grundlage des Privateigentums an den Produktionsmitteln nicht nur arbeitsteilig, sondern auch privat produziert, kann logischerweise die Verteilung der Produkte nur über den Austausch erfolgen – und dieser macht jene zu Waren. Mit anderen Worten: Der Austausch setzt das Privateigentum an den Produktionsmitteln als seine Basis voraus. Ohne dieses Privateigentum gibt es keinen Austausch und daher auch keinen Warenwert. Das leuchtet unmittelbar ein: Wenn das, was die Bedingung einer Sache ist, allen gehört oder, was auf dasselbe hinausläuft, diese Sache frei verfügbar ist wie die Luft, braucht man nicht zu tauschen und kann man auch gar nicht tauschen (oder eben nur so tun, als ob man austauschen würde). Und dann gibt es keine Waren und auch keinen Wert.

Privateigentum allein genügt aber noch nicht, damit eine Sache zur „Wert-Sache“ wird. Diese Katze, diese Muscheln, die ich am Strand gesammelt habe, dieser Talisman mögen mir gehören, für andere sind diese Objekte indessen völlig belanglos. Jede Ware muss nicht nur über einen spezifischen Gebrauchswert verfügen (was evident ist), sondern auch über einen „Gebrauchswert für andere“, und zugleich muss sie ein Nicht-Gebrauchswert für denjenigen sein, der austauscht oder, was dasselbe ist, diese Ware veräußert. Wenn nicht, würde man offenbar nicht austauschen können, und es gäbe weder Waren noch gäbe es Wert. Gebrauchswerte aber (Objekte, die einen spezifischen Bedarf decken können) entstehen (historisch gesprochen) in den allermeisten Fällen nicht von allein, sie sind eben nicht so wie Beeren am Wegrand, die man nur zu pflücken braucht, um sie konsumieren zu können.

Der Gebrauchswert, der in den Austausch eingeht (d.h. in ein gesellschaftliches Austauschsystem), ist vielmehr Funktion der Arbeit, d.h. der aktiven Manipulation von Objekten im weitesten Sinn (wozu die Produktionsinstrumente auf der einen und die Arbeitsmaterialien, Rohstoffe und Halbfertigprodukte, auf der anderen Seite zählen) im Hinblick auf die Deckung eines bestimmten (gesellschaftlichen) Bedarfs. Um überhaupt austauschen zu können, muss zuvor in irgendeiner Weise Gebrauchswert (in der Form von Produktionsmitteln) in einen neuen Gebrauchswert (sei dieser nun wieder ein Mittel zur Produktion oder ein Konsumtionsgegenstand) transformiert worden sein (was den Transport durchaus miteinschließt), es bedarf des Arbeitsprozesses in seinen diversen Ausprägungen, oder, wie Marx es genannt hat, der konkreten Arbeit.

Austauschbar aber (im Sinne gesellschaftlicher oder funktioneller Austauschbarkeit) sind Dinge nur dann, wenn sie sich in bestimmter Weise als gleich und somit als vergleichbar erweisen. Denn sonst liefe der Austausch (der Stellungswechsel der „Waren“) auf eine gesellschaftlich sinn- und gehaltlose Übung hinaus.

Hier sind zwei Aspekte zu beachten:

1. Da diese Dinge im Austausch offenbar spontan gleichgesetzt werden, so müssen sie in irgendeiner Hinsicht qualitativ gleich oder „gleichwertig“ sein, d.h. über eine gemeinsame Substanz verfügen, und diese kann nur in dem Umstand bestehen, dass sie an der gesamtgesellschaftlichen Arbeitszeit partizipieren, mit anderen Worten: einen aliquoten Teil dieser Gesamtarbeitszeit absorbieren – dessen, was der Gesellschaft „Mühe kostet“. Denn niemand (zumindest in einem Warensystem) wäre so blöd, sich in einem Arbeitsprozess abzumühen und dabei Lebenssubstanz einzubüßen, um dann für diese Anstrengung und diese Verausgabung von Arbeitskraft eine Sache zu bekommen, die nichts „gekostet“ hat. Und eben das, die Partizipation an der gesellschaftlichen Gesamtarbeitszeit, macht die Wertqualität der Waren aus, d.h. verleiht ihnen die prinzipielle Fähigkeit zum Austausch – fügt ihnen einen „gesellschaftlichen Gebrauchswert“ hinzu, wie Marx das genannt hat. Denn was nicht an dieser Gesamtarbeitszeit partizipiert, so wie etwa die Luft (die ja auch ein Gebrauchswert und zwar ein sehr nützlicher ist), wird nie und nimmer ausgetauscht werden können – wenn diese Operation gesellschaftlichen Sinn haben soll. Man versuche es mit einem Haustier, mit einer Muschel vom Strand oder mit einem belanglosen Ding, das für den, der es trägt, Glück bringen soll – alles Dinge, die eben keinen „gesellschaftlichen Gebrauchswert“ besitzen.

2. Aber nicht nur bestimmt die abstrakte Arbeit, die Verausgabung von Arbeitskraft als solche, die Arbeitszeit mithin, die prinzipielle Tauschfähigkeit der Waren, sondern sie determiniert auch die Raten, zu denen sie ausgetauscht werden. Die gesellschaftlich zu ihrer Produktion notwendige Arbeitszeit bestimmt die Tauschrelationen der Waren, denn wenn (der Tendenz nach) in Relation zur und auf der Grundlage der (gesellschaftlich notwendigen) Arbeitszeit ausgetauscht wird, wird sich die (gegebene) Warengesamtheit, werden die Warenquanta, die, so wollen wir annehmen, in der adäquaten Proportion hergestellt worden sind, sich gemäß der Bedarfsstruktur verteilen (die selbst wieder in letzter Konsequenz dieser Proportion zugrunde liegt), oder anders gesagt: wird die Distribution in Einklang mit dieser Struktur organisiert und geregelt werden, wenngleich hinter dem Rücken der Akteure und in einem fortwährenden Prozess der Oszillation zwischen Deviation und Adaption (vgl. E. Nyikos, Das Kapital als Prozess, Peter Lang (2010), S. 86ff.).

Es sei hier nur nebenbei bemerkt, dass diese Bedarfsstruktur selbst (das relative Verhältnis der nachgefragten Warenkategorien) sich als völlig irrational herausstellen kann – zu diesen Kategorien mögen auch Werbespots, Drohnen oder sonstige im Prinzip überflüssige Gebrauchswerte zählen –, was der Angemessenheit der Distribution gemäß der gesellschaftlich notwendigen Arbeitszeit, die in den jeweiligen Waren „dargestellt“ ist, keinerlei Abbruch tut – eine Angemessenheit freilich, die sich, wie gesagt, immer nur post festum bewährt.

Es kann hier nicht näher auf weitere Aspekte der Werttheorie eingegangen werden, da dies in die Details und daher zu weit führen würde. Nur so viel: Der Wert einer Ware wird sichtbar, manifestiert sich in einem bestimmten Quantum des Gebrauchswerts einer anderen Ware, und dieses Quantum ist der Tauschwert der Ware (in dem sich das konkrete Tauschverhältnis ausdrückt), der, in der Geldware, dem allgemeinen Äquivalent, ausgedrückt, zum Preis der Ware wird. In dieser Konstellation wirkt dann der Warenwert gewissermaßen als Attraktor der Preise.

2.

Das Kapitalsystem ist ein zutiefst historisches Gesellschaftssystem, es durchläuft mithin im Laufe der Zeit verschiedene Phasen, die sich eine aus der anderen zwanglos und notwendigerweise ergeben. Es unterliegt sozusagen einer strukturellen Genese. Die Triebfeder dieser Metamorphosen ist dabei der gesellschaftliche Zwang zur Profitmaximierung, der auf die Kapitalentitäten ausgeübt wird und der sich aus dem Konkurrenzcharakter des Systems, also daraus ergibt, dass diese Kapitalentitäten sich als Rivalen (innerhalb einer Branche und zwischen den Branchen) hinsichtlich des Mehrwerts gegenüberstehen, der in der Gesellschaft produziert worden ist.

Diejenige Methode nun, die an vorderster Front diese Profitmaximierung zu realisieren erlaubt, ist die Produktion eines Extramehrwerts durch den Einsatz jeweils produktiverer (effektiverer) Verfahren (von Maschinerie usw.), die, wenn sie in den Sektoren der Lohngüter angewandt werden (wodurch der Wert der gesellschaftlichen Arbeitskraft infolge der Wertminderung der notwendigen Lebensmittel herabgesetzt wird), in der Produktion des relativen Mehrwerts resultieren.

Daraus ergeben sich im zeitlichen Ablauf folgende Modifikationen struktureller Natur:

1. die Differenzierung der Sektoren im Hinblick auf das Gewicht des konstanten Kapitals und damit die Tendenz zur Ausbildung einer uniformen Profitrate mit dem Korollarium der Verwandlung der direkten Preise in Produktionspreise (die dennoch in letzter Konsequenz an den Warenwert gebunden sind);

2. die Konzentration und Zentralisation des Kapitals, die zur Monopolisierung und daher zu Monopolpreisen führt (die sich noch weiter von den Werten entfernen, aber auch in diesem Fall letztendlich an sie gebunden sind);

3. die Automation der Produktion, die nur eine direkte Fortsetzung des beständigen Anhebens des gesellschaftlichen Niveaus der Produktivkräfte infolge technologischer Innovationen ist und sich der Aneignung der Wissenschaft durch das Kapital (weitgehend auf der Basis von Monopolprofiten) schuldet (im speziellen der Kybernetik und der Informationstheorie).

3.

Die Computerisierung und Robotisierung der Produktion, die die letzte Phase des Kapitalsystems eingeleitet haben, machen die Arbeit (verstanden als Produktionstätigkeit im Rahmen des Stoffwechsels mit der Natur) der Tendenz nach überflüssig. Was nun aber würde geschehen, wenn dieser Prozess irgendwann einen hypothetischen Endpunkt erreichte? Was, wenn die gesamte Produktion automatisiert werden würde? Wenn, mit anderen Worten, die Arbeitsprozesse aus der Produktion einmal völlig eliminiert worden sind? Dann lässt sich zeigen (vgl. ebenda, S. 473ff.), dass der Wert jeder Ware sich auf Null reduziert (und natürlich muss das dann auch, wie gleichfalls gezeigt werden kann, für den Wert der Produktionsmittel gelten). Man könnte auch sagen: Die totale Automatisierung der Produktion (die die Selbstreproduktion der Automaten impliziert, die, wie John von Neumann schon vor langer Zeit theoretisch nachweisen konnte, im Prinzip kein Problem ist) führt zur Gebrauchswertproduktion ohne Arbeitsprozesse. Und wo diese fehlen, da gibt es auch keinen Wert, ist die abstrakte Arbeit, die Arbeitszeit, doch, wie wir sahen, dessen Substanz. Der Wert verschwindet ganz einfach aus dem System.

Dieser (absolute) Bedeutungsverlust ist jedoch nur der Höhepunkt eines Prozesses, der schon früh eingesetzt hat und der sich in letzter Konsequenz dem zunehmenden Gewicht des konstanten Kapitals (der „toten Arbeit“) im Laufe des historischen Akkumulationsprozesses schuldet: So ist der Produktionspreis Konsequenz der relativen Bedeutung der Masse des konstanten Kapitals, der Monopolpreis Konsequenz der absoluten Bedeutung der Masse des konstanten Kapitals und der fiktive Preis, derjenige Preis, der in der Luft hängt, weil völlig losgelöst vom Wert (den es ja dann gar nicht mehr gibt), Konsequenz des konstanten Kapitals in seiner Form als fixes Kapital, das keiner Arbeit mehr bedarf, weil die Prozesse automatisch ablaufen können – des konstanten Kapitals mithin, das allein überlebt und in das sich das Gesamtkapital, nachdem das variable Kapital glücklich entsorgt worden ist, komplett und restlos aufgelöst hat – wenn man dann überhaupt noch von „Kapital“ im eigentlichen Sinn sprechen kann, das ja definitionsgemäß ein Produktionsverhältnis: „der sich selbst verwertende Wert“ ist.

4.

Verschwindet der Wert aus dem System, so beruht der produzierte Gebrauchswert exklusiv auf der vergangenen Arbeit in ihrer konkreten Dimension – auf der Arbeit der Toten mithin. Das aber heißt, dass, da die Toten tot sind, die Gebrauchswerte denselben Status besitzen wie das, was gar nicht produziert worden ist. Im Prinzip bedeutet dies: Die Gebrauchswerte sind da, so wie die Luft.

Haufen von Plastikmüll in Thilafushi, 2012 (2).jpg

Rekapitulieren wir: Geht man davon aus, dass die Substanz des Werts die abstrakte Arbeit, also die gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit ist, dass, weiter, die Wertstruktur nur die Verteilung der gesellschaftlichen Gesamtarbeitszeit auf die diversen Warenkategorien reflektiert, d.h. diese Verteilung die relative Tauschfähigkeit der Waren begründet – also die Werte derselben in ihrer quantitativen Dimension –, dann folgt aus der (perspektivischen) Vollautomatisierung der Produktion, die natürlicherweise die Elimination der Arbeit aus dem Produktionsprozess impliziert, dass die Waren ihre Tauschfähigkeit verlieren oder, wenn man so will, gar nicht mehr ausgetauscht werden müssten. Denn was die Fähigkeit verliert, verliert auch die Notwendigkeit: Wenn ein Organismus die Fähigkeit zum Stoffwechsel einbüßt, also tot ist, dann muss er auch nicht mehr Nahrung assimilieren und exkrementieren, obwohl man ihm durchaus noch künstlich Nahrung zuführen könnte. Oder, um eine andere Analogie zu bemühen: Wer die Fähigkeit, Steuern zu zahlen, verliert (weil er bankrott ist), muss keine Steuern mehr zahlen, obwohl er die Steuererklärung nach wie vor ausfüllen kann. Damit fällt aber auch die Grundlage des Warensystems, die private Produktion auf der Grundlage des Privateigentums an den Produktionsmitteln und damit auch das Privateigentum an den Produktionsmitteln selbst dem Verdikt der Obsoletheit anheim. Denn wenn die Gebrauchswerte da sind so wie die Luft, dann macht es gar keinen Sinn, ja dann ist es in hohem Grade widersinnig, dass privat „produziert“ und damit ausgetauscht wird – was durch das Verschwinden des Werts, der Tauschfähigkeit, sinnfällig wird.

5.

All dies heißt aber nicht, dass das (kapitalistische) Warensystem, seiner Wertgrundlage beraubt, notwendig zusammenbrechen müsste – etwa in einer apokalyptischen Krise. Denn es ist ein Preissystem denkbar – wie etwa von V. K. Dmitriev oder S. J. Pack gezeigt worden ist –, das, auf der Basis der Vollautomatisierung der Produktion (und dem Eigentumsmonopol an den Produktionsmitteln), durchaus eine positive Profitrate zulässt, die überhaupt die mathematische Bedingung eines solchen Preissystems ist. Die Gebrauchswerte verschwinden ja nicht und auch nicht das Surplus (in Gebrauchswertausdrücken), das freilich dann mit dem Nettoprodukt in eins fallen wird. Ein solches (post-modernes) System (die Endphase des Kapitalsystems) muss in keine Krise schlittern (was Turbulenzen und Dysfunktionalitäten, so wie bisher, beileibe nicht ausschließt), es ist nur völlig fiktiv, sinnentleert, grotesk, absurd, kläglich, eine leere Hülle, die jedweder Notwendigkeit entbehrt und reif ist, auf den Abfallhaufen der Geschichte geworfen zu werden.

Post scriptum: Der Umstand, dass das System des Kapitals nicht „zusammenbrechen“ muss, wenn es sich selbst seine Wert-Grundlage entzieht, impliziert, dass der fortschreitende geistige Verfall der bürgerlichen Gesellschaft, der jetzt schon sehr schön am Corona-Wahn ablesbar ist, bis zur Vollendung fortschreiten kann. Diese „Verwilderung des Denkens“ ist freilich nicht zufällig, sondern sie ist direkte Konsequenz der Funktionsweise des Kapitalsystems selbst, insbesondere der obstinaten Fixierung auf die Gegenwart, die in der „Post-Moderne“ endemisch, ja virulent geworden ist. Diese Fixierung ist das Gift, das dabei ist, der Kritik und der Logik den Garaus zu machen. Diesbezüglich sollte man keinen Illusionen erliegen.

Copyleft

„Jede Wiedergabe, Vervielfältigung und Verbreitung unserer Publikationen ist im Sinne der Bereicherung des allgemeinen geistigen Lebens erwünscht. Es gibt kein geistiges Eigentum. Es sei denn, als Diebstahl. Der Geist weht, wo er will. Jede Geschäftemacherei ist dabei auszuschließen. Wir danken den Toten und den Lebendigen für ihre Zuarbeit und arbeiten unsererseits nach Kräften zu.“ (aramis)

siehe auch wikipedia s.v. „copyleft“

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Grafikquellen          :

Oben     —    Plastikflasche, die von Brigada do Mar während einer Strandreinigung in Portugal gesammelt wurde

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Nord-Lägern/Hohentengen

Erstellt von DL-Redaktion am 12. September 2022

Der beste aller schlechten Standorte für ein Atommülllager
der Schweiz?

Quelle:    Scharf  —  Links

Von Axel Mayer

Die Schweiz will das Endlager für Atommüll an der Grenze zu Deutschland im Gebiet Nördlich Lägern, wenige Kilometer südlich der deutschen Gemeinde Hohentengen bauen. Das teilte der Sprecher der Nationalen Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra), Patrick Studer, am 10.9.2022 mit. Die Veröffentlichung erfolgte zeitlich fast parallel zum Erdbeben mit Stärke 4,7 in der französisch-Schweizer Grenzregion. Die jetzige Standortauswahl, für den besten aller schlechten Standorte eines atomaren Endlagers in der Schweiz spricht für eine gewisse Verzweiflung der AKW-Betreiber und der NAGRA und verheißt nichts Gutes. Atommüll, der eine Million Jahre sicher verwahrt werden muss, braucht eine gute Geologie und nicht gute Worthülsen. Die Geologie (und sie alleine zählt!) spricht gegen den Standort Nördlich Lägern

  • Die Opalinustonschichten im Gebiet Nördlich Lägern sind im internationalen Vergleich sehr dünn, auch wenn die NAGRA gerne die darüber und darunter liegenden tonhaltigen Schichten dazurechnet.
  • Am wichtigsten aber: „Der Standort Nördlich Lägern liegt über einem Permo-Karbon-Trog, dessen Bedeutung bisher nicht sauber abgeklärt wurde. Findet man tatsächlich Erdgas in diesem Trog, dürften die Tage eines Endlagers in diesen Gebieten gezählt sein“, sagt der unabhängige Experte Marcos Buser.
  • Hier braucht es weitere, unabhängige Untersuchungen und eine intensive wissenschaftliche Analyse.

Für den Standort gibt es allerdings auch einige Argumente:

  • Im Gebiet „Nördlich Lägern“ rechnet die Schweizer Atomlobby und die NAGRA mit einem geringeren innerschweizer Widerstand als beispielsweise im Weinland.
  • Ein grenznäherer Standort war schwer find bar und die Beteiligung der direkt betroffenen deutschen AnliegerInnen war und ist die mächtig aufgeblasene Illusion von Beteiligung. Was würden die Menschen in der Schweiz sagen, wenn Deutschland seine gesamten atomaren Hochrisiko-Anlagen im Grenzgebiet konzentrieren würde?
  • Ein Teil der Regional- und Kommunalpolitik auf beiden Rheinseiten schaut leider weniger auf die Sicherheit als auf den zu erwartenden großen Geldsegen aus dem Geldsäckel der Atomindustrie. Es ist erschreckend, wie in Demokratien das lang geübte Prinzip der atomaren Käuflichkeit auch von den Medien als Selbstverständlichkeit hingenommen wird.

Der extrem grenznahe Standort entspricht einem alten europäischen Prinzip: Nationale Vorteile werden genossen – Risiken aber international verteilt. Wir Deutschen haben mit unseren politisch gewählten Atommüll-Standorten Gorleben/Morsleben an der ehemals innerdeutschen Grenze, sehr schlechte Erfahrungen gemacht. Plutonium hat eine längere Halbwertszeit als Nationalstaaten. Bei einem Endlager, das Sicherheit für eine Million Jahre geben soll, muss die Geologie im Vordergrund stehen und nicht die, auch mit viel Geld erkaufte, politische Durchsetzbarkeit.

Radioactive keeper drums.JPG

Die wichtigen offenen Fragen und berechtigten Zweifel im Bereich der Geologie beim Standort Nördlich Lägern müssen jetzt kritisch und vor allem unabhängig und neutral geprüft werden. Hier steht auch das Land Baden-Württemberg in Verantwortung.

Nach dieser schlechten Standortvorentscheidung wachsen allerdings massiv die Zweifel, ob die Schweiz in der Lage ist, den langlebig-hochradioaktiven Müll im eigenen Land zu lagern.

Axel Mayer, Mitwelt Stiftung Oberrhein, (Der Autor war 30 Jahre lang BUND-Geschäftsführer und ist Mitglied im Vorstand des Trinationalen Atomschutzverbandes TRAS)

Mehr Infos: https://www.mitwelt.org/atom-muell-info-schweiz-nagra.html

Nachtrag:

Die nachfolgenden Generationen werden uns und unser Zeitalter der Zerstörung und der Gier für unseren Nachlass hassen und verachten. Für die Klimakatastrophe, die Artenausrottung, für Atomwaffen, Rohstoff verschwendenden Überkonsum und Antibiotikaresistenzen… Und für die Produktion und schlechte Lagerung von Atommüll, der noch 33.000 Generationen gefährden wird.

Urheberrecht
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Oben     —     Deutsches Dorf Hohentengen

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DIE * WOCHE

Erstellt von DL-Redaktion am 12. September 2022

Wie geht es uns, Herr Küppersbusch?

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/1b/Die-Woche.png?uselang=de

Kolumne von Friedrich Küppersbusch

Gute Tote, schlechte Lebendige: Drei von den andren, zwei für CDU. Konrad Adenauer wurde mit 73 erstmals Bundeskanzler, da ist für Charles noch alles drin. Und beim RBB soll es eine junge Neue richten.

taz: Herr Küppersbusch, was war schlecht letzte Woche?

Friedrich Küppersbusch: Nach Gorbatschow und Ströbele die Queen.

Was wird besser in dieser?

Jetzt drei von den anderen.

Die Queen ist tot, lang lebe der König. Ist Charles nicht eigentlich zu alt für den Job?

Konrad Adenauer wurde mit 73 erstmals Bundeskanzler. Jetzt wird sich herausstellen, ob Britannien noch eine Monarchie ist oder längst ein Elisabethanium war.

Beim RBB kommt die Interims-Nachfolge aus der ÖRR-Familie. Kann Katrin Vernau was verändern?

WDR-Kollegen schildern sie als auf großer Bühne kühl und sachlich, in der Begegnung aufgeschlossen und zugänglich. Als Ex-Partnerin bei der Unternehmensberatung Roland Berger dürfte sie fantasievolle Gehälter kennen und scheint dem entsagt zu haben, um als Parteilose im Schattenkabinett der SPD Baden-Württemberg anzutreten. Beim WDR verdreifachten sich die Kosten für ein „digitales Medienhaus“, im RBB war eines geplant, über das sie nun entscheiden muss. Die Belegschaft ist heillos gefrustet, wird bei Recherchen vom Publikum angepflaumt und trägt noch geringe Spuren DNA der Wendezeit. Auf die Stimmung „ein Journalist aus dem Osten“ ist eine Verwalterin aus dem Westen eine interessante Antwort. Scharfe Kostenkontrolle und gutes Programm sind immer eine Option.

Der Bundeskanzler ist lautstark die CDU angegangen. Das Internet schien überrascht. Und Sie?

Die Treffer kommen näher. Im NRW-Wahlkampf dröhnte er eine Rotte Querdenker an: „Nur weil man laut brüllt, hat man auch nicht recht“. Brüllte er laut. Bei der Maikundgebung traf es Pazifisten: „Zynisch!“ zeigefingerte Scholz in maximaler Entfesselung seiner Körpersprache, die es sonst mit jeder Eckfahne aufnehmen kann. Solche Ausraster mochte man als Ventil deuten: Der Kanzler verprügelt ein bisschen wohlfeiles Fallobst, um auf den großen Bühnen besonnen, nicht aufgeregt, integrierend rüberzukommen. Wie bei Merkel soll „die Ruhe in der Kraft liegen“, zudem braucht er die Union für seine „Zeitenwende“. Also erfrischt und erfreut es, auch wenn man den Eindruck nicht loswird: In seinem Terminkalender stand „Mittwoch, 9.24 Uhr, Ausrasten“.

Die CDU hat die Frauenquote beschlossen. Können Sie sich Friedrich Merz in einer Doppelspitze mit Frau vorstellen?

15 Jahre „Prinz Charles der Union“ ist auch keine Lösung: Merz hatte sich 2004 verschmollt und getrollt, nachdem Merkel ihn düpiert hatte. Er wollte das ganze Königreich. Deshalb klingt plausibel, wenn er die Quote nun ein „Signal“ nennt, auf Frauen als Wählerinnen hinweist und so ziemlich jedes Argument anführt, das auf Außenwirkung und Image zielt und keines, das von Herzen kommt. Frauen die Tür aufzuhalten ist die charmanteste Methode, sicherzustellen, dass sie auf dem Beifahrersitz landen.

Der Synodale Weg soll Reformen bringen. Die deutschen Bischöfe stimmten aber gegen die Verabschiedung eines Grundlagentextes zur Sexualmoral. Haben Sie noch Hoffnung, dass die Kirche sich reformieren wird?

Quelle        :          TAZ-online          >>>>>      weiterlesen

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DL – Tagesticker 12.09.2022

Erstellt von DL-Redaktion am 12. September 2022

Direkt eingeflogen mit unseren Hubschrappschrap

Heute in der Auswahl des „Bengels“:  – . –  1.) Die Vorbereitungen laufen in GB  – . –  2.) ENERGIEKRISE – Grünen-Chef  – . –   3.) Streit in der Linkspartei  – . –   4.) Dem Klima gefällt das nicht  – . –  5.) Kuba: Nichts wie weg  – . –   DL wünscht allen Leser-Innen eine  gute Unterhaltung.

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Auf, auf ihr Bauernfänger, Schlepper und Nepper, wer weiß woe lange der Biden schon in „Halb-Acht Stellung“ auf das niedrige Volk hinunter blickt? Wird Putin auch erscheinen um seinen Kaspar dort zu machen?

Staatsbegräbnis der Queen: Staatsgäste müssen mit Linienflug anreisen, dürfen nur mit Bus zur Trauerfeier fahren.  Nix damit Air Force One: US-Präsident Joe Biden und seine Frau Jill müssen wohl mit einem Linienflieger zum Staatsbegräbnis der Queen anreisen.

1.) Die Vorbereitungen laufen in GB

Die Vorbereitungen für das Staatsbegräbnis für Queen Elizabeth II. am 19. September laufen auf Hochtouren. Und die strengen Sicherheitsvorkehrungen in London gelten auch für die Staatsoberhäupter, die zu dem Staatsakt am 19. September erwartet werden. Laut Geheimdokumenten des britischen Außenministeriums dürfen die Staatsgäste nur mit einem Linienflugzeug kommen und sollen mit dem Bus zur Trauerfeier fahren. Zu dem Staatsbegräbnis haben bereits US-Präsident Joe Biden nebst Frau, der japanische Kaiser Naruhito und seine Frau Masako, EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ihr Erscheinen zugesagt. Statt mit Regierungsmaschinen müssen sie nun Linie fliegen. So berichtet es das Nachrichtenmagazin Politico, beruft sich auf interne Dokumente des britischen Außenministeriums. Der Grund, warum nun Staatsoberhäute sich einen Platz in einer Linienmaschine buchen müssen: Der Londoner Flughafen Heathrow stehe nicht für Privatjets zur Verfügung. Gäste, die auf Privatflugzeugen beharrten, sollten auf andere Flughäfen rund um London ausweichen, heißt es. Helikopterflüge zwischen Flughäfen und Veranstaltungsorten sollen mit Blick auf die hohe Zahl an Flügen den Dokumenten zufolge an dem Tag verboten werden.

Berliner Kurier-online

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Ist eine Partei erst Oben in der Regierung angekommen, muss sie lernen Kreide zu fressen ! Genau so wurde das Nachkriegs System der Politik hier im Lande von den Alliierten ausgerichtet. Es fing mit Adenauer an und durchlief alle weiteren Nachfolger-Innen. Weder die Grünen noch die FDP werden diese Fahnenstange absägen. Warten wir also weiter ab, wer und wann es als Erster gelernt hat Selbstständig zu denken und zu handeln!

Grünen-Chef: Brauchen auch die Union für die Bewältigung der Krise. Zusammenhalt statt Attacken: Bei der Bewältigung der Energiekrise hat der Grünen-Vorsitzende die Union mit der Koalition zu kooperieren.

2.) ENERGIEKRISE – Grünen-Chef

Der Grünen-Vorsitzende Omid Nouripour hat die Union aufgefordert, bei der Bewältigung der Energiekrise mit der Koalition zu kooperieren, statt sie zu attackieren. „Ich erwarte von der demokratischen Opposition, allen voran von der Unionsspitze, dass sie an den Tisch der Vernunft zurückkehrt“, sagte er der „Augsburger Allgemeinen“ (Montag). „Wenn wir bestmöglich durch den Winter kommen wollen, kommt es dafür auf uns alle an. Auch auf (die Chefs von CDU und CSU) Friedrich Merz und Markus Söder.“Er erklärte: „In der Ampel sind wir gerade dabei, in wenigen Monaten mit 16 Jahren energiepolitischem Versagen aufzuräumen. Und die Menschen sehen das. Wenn nun einige versuchen, das politisch gegen uns zu wenden und daraus Honig zu saugen, werden wir uns davon nicht irritieren lassen.“ Mit der Zahl 16 spielte er offensichtlich auf die Regierungszeit der Union unter Kanzlerin Angela Merkel (CDU) an, allerdings haben die heutigen Koalitionsparteien SPD und FDP die gesamte Zeit abwechselnd mitregiert.

WiWo-online

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Die Linke befindet sich  auf dem besten Weg, sich den Religionen anzupassen. Denn auch dort wird als oberstes Credo vertreten: “ Die größten Sünder-innen sollten als erstes die Bereitschaft zur Vergebung zeigen.“ Auf das wir nach Möglichkeit auf unseren Posten sitzen  können wird nun wieder die Schminke ihre Anwendung finden.! 

Vorsitzende befürchten Spaltung. Wissler und Schirdewan beschwören die Einheit der Linkspartei. Es ist wohl nur noch eine Frage der Zeit, wann das Wagenknecht-Lager geht.

3.) Streit in der Linkspartei

Als Janine Wissler und Martin Schirdewan am Sonntagmittag im brandenburgischen Rathenow vor die Presse treten, haben die beiden Linken-Vorsitzenden ein strahlendes Lächeln aufgesetzt. Positive Botschaften wollen sie von der ersten Klausurtagung des Ende Juni neugewählten Bundesvorstandes vermitteln. Sprechen möchte das Linken-Führungsduo über das beschlossene Konzept zur Verstaatlichung von Energiekonzernen. Oder über die Planungen für einen „heißen Herbst gegen die soziale Kälte“. Über die wieder heftig aufgeflammten innerparteilichen Konflikte wollen Schirdewan und Wissler hingegen nicht so gerne reden. Doch angesichts der bohrenden Nachfragen bleibt ihnen nichts anderes übrig. Wortreich beschwören sie die Einheit der Partei. Die Linkspartei sei eine „historische Errungenschaft“, sagt Wissler mit deutlich verfinsterter Miene. Deswegen appelliere sie „an alle, wirklich dieses historische Projekt nicht zu gefährden“. Er werde die Existenz dieser Partei verteidigen und an ihrer Zukunft arbeiten, sagt Schirdewan mit nicht minder ernstem Blick. Das klingt nach Durchhalteparolen.

 TAZ-online

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Nichts wurde jemals so kalt gegessen wie es die korrupte Politik zuvor auf ihren Wandbrett alarmierend verbreitete. Dann säßen sie wohl nicht mehr lange auf ihren heißen Stuhl ? Aber – waren es nicht gerade die Kriege, welche die Umwelt am meisten zerstörten und damit auch Gleichzeitig am meisten von Klimawandel ablenkten? 

Na, schon Brennholz für den kalten Winter gehamstert? Immer mehr Menschen wollen offenbar im Winter Holz verfeuern, wenn andere Energiequellen nicht ausreichend zur Verfügung stehen – der Markt ist leergefegt. Sogar Bäume in Schutzgebieten werden abgeholzt

4.) Dem Klima gefällt das nicht

Bäume pflanzen: Das ist die Lösung für alles und die Legitimation dafür, alles weiter so machen zu können wie bisher. Fliegen, Auto fahren, Billigstrom beziehen – pflanzt man halt einen Baum. Also nicht selbst. Man bezahlt Unternehmen wie „Yes, we plant“ oder „Grow my tree“ dafür. Und dann, so wird einem dort versprochen, wird man zum „Climate Rockstar“. Yeah, schöne neue Welt! Dass das Konzept nicht ganz schlüssig ist, darauf kann man mit ein bisschen Nachdenken selbst kommen. Denn so ein Baum bindet CO2 ja nicht sofort als winzig kleiner Setzling, sondern erst, wenn er über Jahre wächst und ganz eifrig Photosynthese betreibt. Eine Buche braucht zum Beispiel ihr ganzes Leben, um eine Tonne CO2 zu binden, wenn ihr vorher nichts passiert. Was könnte das sein? Ein Waldbrand, Schädlingsbefall, Dürre – oder Abholzung. Absägen muss noch nicht so schlimm sein, wenn man zum Beispiel Möbel oder Häuser aus dem Holz baut, dann bleibt das CO2 da weiter drin. Wenn man die Bäume aber verbrennt, dann ist alles wieder wie vorher, also das CO2 in der Atmosphäre und der Baum weg. Bäume werden verbrannt, um damit Strom zu erzeugen. „In der aktuellen Holznutzung entfällt in Deutschland nahezu die Hälfte auf die energetische Nutzung“, schreibt das Umweltbundesamt. Das betrifft auch Bäume aus Schutzgebieten. Greenpeace hat recherchiert, dass zwar 67 Prozent der deutschen Wälder in Schutzgebieten liegen, nur 2,8 Prozent davon sind aber tatsächlich vor Holzeinschlag geschützt. Auch in Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Schutzgebieten darf abgeholzt werden, die sollen eigentlich wildlebende Arten und ihre Lebensräume schützen. Und dieses Jahr hat Greenpeace mal Peilsender an ein paar Baumstämmen installiert, um zu verfolgen, was mit ihnen passiert. Und siehe da, nicht wenige von ihnen landeten dann tatsächlich auf direktem Weg in einem Biomassekraftwerk der Stadtwerke Leipzig, um dort verbrannt zu werden. Aus Holz Strom oder Wärme zu erzeugen ist klimatisch gesehen die dümmste Idee, denn dabei entstehen noch höhere CO2-Emissionen als bei Kohle oder Gas.

Freitag-online

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Es scheint den Weltweiten politischen Volksverrätern immer weniger zu gelingen, auf ihren über viele Jahrzehnte andauernden Tiefschlaf auszuweichen. Wir sehen mit immer größerer Deutlichkeit wie die Fluchtbewegungen ansteigen, was auf eine Zunehmende Verarmung der Menschen hindeutet. Hauptschuldig an einen solchen Desaster sind nicht die Armen, sondern die reichen Länder, welche ihr Sklaventum durch ihr mehr an Wirtschaft immer weiter ausdehnen. 

Zu Zigtausenden kehren die Menschen dem Inselstaat den Rücken. Vor allem die Jungen sehen angesichts von Wirtschaftskrise und Inflation keine Zukunft. Protest wird drakonisch bestraft.

5.) Kuba: Nichts wie weg

Maria Fernanda Contreras ist keine Frau, die der Opposition nahesteht oder sich sonst viel beschwert über die Situation in Kuba. Die Frau Mitte 60 war und – das betont sie im Gespräch besonders – ist immer noch eine Anhängerin der Revolution. Fidel Castro bleibt bis heute ihr großes Idol. Contreras arbeitete ihr Leben lang als Übersetzerin für die Regierung und sagt gerade trotzdem: „Das sind echt harte Zeiten jetzt.“ Das Leben in Kuba gleiche im Moment der „Periodo Especial“ genannten Phase zu Beginn der 1990er Jahre nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion. Seinerzeit sackte die Wirtschaftskraft der Insel um 35 Prozent ab, der Außenhandel gar um gut 80 Prozent. Damals drohte dem letzten kommunistischen Eiland im kapitalistischen Meer zeitweise sogar der wirtschaftliche Untergang. Kuba hielt sich nur durch hartes Sparen und homöopathische Dosen von Kapitalismus auf Kurs. Der Dollar wurde zugelassen, Devisenläden wie in der DDR aufgebaut. Lebensmittel wurden rationiert, der Strom regelmäßig abgeschaltet, und das Schlangestehen war routinierte Übung. Alle Kubanerinnen und Kubaner mussten den Gürtel enger schnallen. Wirtschaftswissenschaftler Vidal schätzt, dass die Teuerung bei weit über einhundert Prozent liegt.

FR-online

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Den Morgengruß an gleicher Stelle – schreibt jeden Tag
„Der freche Bengel“

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