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RENTENANGST

Archiv für August 11th, 2022

Das bisschen Wind im Haar

Erstellt von DL-Redaktion am 11. August 2022

Kopftuch weg und dann wird alles gut?

Es ist schon Erstaunlich welche Probleme wichtig sind. Seder entscheidet für sich selbst.

Von Julia Neumann

Die Protestaktionen der iranisch­stämmigen US-Aktivistin Masih Alinejad stehen für westliche Ideologien. Die Vorstellung des Kopftuchsals Gradmesser von Freiheit ist verdammt gefährlich.

Mit wehenden Haaren gegen die Mullahs“ heißt die ARD-Dokumentation über die iranisch-amerikanische Aktivistin Masih Alinejad, die am heutigen Mittwoch erscheint. Alinejad unterstützt aus dem Exil Proteste, bei denen Frauen im Iran das Kopftuch ablegen. Als ob das Abnehmen eines Kleidungsstückes aus Protest den Weg zur Gleichberechtigung und dem Schutz von Frauen ebnen könnte.

Alinejad ermutigt Frauen im Iran, den Hidschab abzulegen und davon ein Video zu drehen. Die Videos stellt sie auf ihre Kanäle in den sozialen Medien, in denen ihr über sieben Millionen Menschen folgen. Ende Juli stand dann ein Auftragsmörder vor ihrem Haus in New York – mit einer geladenen AK-47 im Auto. Das FBI verhaftete ihn und fand heraus: Er war für den iranischen Geheimdienst unterwegs. Danach sagte Alinejad dem Fernsehsender CNN: „Ich dachte mir: Okay, ich bin sicher, endlich kann ich meine Freiheit in Amerika genießen, um den stimmlosen Menschen im Iran eine Stimme zu geben.“ Als ob Frauen noch eine Stimme bräuchten, die statt ihnen für sie spricht.

Alinejad bedient in ihren Äußerungen die Erzählung, dass Frauen vom Kopftuch und damit vom Islam befreit werden müssten – und die USA als Land der Demokratie und Freiheit sie retten könne. Die Vorstellung des Kopftuchs als Gradmesser von Freiheit wurde vom Westen erst populär gemacht. Und sie ist verdammt gefährlich.

Die Idee, dass weiße Männer Frauen of Color vor Männern of Color schützen können, stammt aus der Kolonialzeit: Mitten im algerischen Unabhängigkeitskrieg, im Mai 1958, startete das französische Militär eine Kampagne zur „Befreiung“ der algerischen muslimischen Frauen. Auf öffentlichen Plätzen in Algier wurden Frauen zusammengetrommelt, die medienwirksam ihr weißes Kopftuch, das Haik abnahmen und es verbrannten. Das Ganze wurde als spontaner Befreiungsakt inszeniert – tatsächlich aber waren die Frauen nicht freiwillig da, viele von ihnen wurden mit Armeelastwagen aus den Dörfern in die Stadt transportiert. Die „Emanzipationskampagne“ war der letzte klägliche Versuch der Kolonialmacht, zu zeigen, Frankreich könne das „rückständige“ Algerien „modernisieren“.

In Wirklichkeit hatte das französische Militär Frauen während des Algerienkriegs eingesperrt, missbraucht und gefoltert. Einige Frauen gehörten der Befreiungsfront FLN an, versteckten Nachrichten oder Waffen unter ihren Gewändern. Deshalb versuchte die Kolonialmacht, sie zu „enthüllen“.

Die Verbindung zwischen Terrorismus und Verhüllung fand ihren Höhepunkt in den USA mit den Anschlägen vom 11. September 2001. Muslimische Frauen aus den Händen von Terroristen zu befreien, diente der Bush-Administration als Legitimation für die Invasion in Afghanistan. Und weil Lügen um Massenvernichtungswaffen nicht reichten, um einen Angriff auf den Irak zu starten, wollte man Frauen aus den barbarischen Händen von Saddam Hussein befreien und für sie Schulen bauen – dabei waren die Frauen dort durch vorherigen „Staatsfeminismus“ besser gebildet als ihre Nachbarinnen.

Frauen im Iran können nicht genießen, wie ihnen der Wind durch die Haare weht! Frauen im Iran dürfen nicht tanzen! Klar, dass auch konservative, rechte Medien auf den Diskurs aufspringen. Schaut, wie die Mullahs ihre Frauen unterdrücken! Dabei lassen sie gerne unerwähnt, dass auch Männer einem Kleidungszwang im Iran unterlegen sind: Auch sie sollen ihre Knie und Schultern verdecken.

In den USA tanzt Alinejad mit offenen Haaren zur Musik einer Jazzband auf der Straße – fruchtbarer Boden für ihre Narrative. Statt komplexe Themen zu Hause anzugehen, fokussierten sich amerikanische Fe­mi­nis­t*in­nen in den 1990ern auf plakative Anliegen in entfernten Regionen: Kopftuchzwang, Genitalverstümmelung, Femizide. Damit erhielten sie Mitsprache in größeren politischen Diskussionen über die Rolle der USA als Verfechterin der Humanität.

Quelle         :         TAZ-online          >>>>>        weiterlesen

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Grafikquellen          :

Oben     —   Junge Mädchen im Wadi El-Marzunad bei Ash Shafadirah, Jemen

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Unten     —     Afghan Midwives Association veranstaltet den sechsten jährlichen Hebammenkongress in Kabul, Afghanistan.

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Verzicht als Bürgerpflicht?

Erstellt von DL-Redaktion am 11. August 2022

Gegen die Politik des Laissez-faire

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Erfolg dank Algorithmus

Erstellt von DL-Redaktion am 11. August 2022

Warum TikTok so interessant ist – und trotzdem ein Problem

Lindners Hochzeit auf Sylt ?

Eine Kolumne von Sascha Lobo

Keine App befriedigt unsere digitale Neugier besser als TikTok. Längst wollen Facebook, YouTube und Instagram so werden wie die App aus China. Unser Kolumnist wünscht sich, dass es ihnen gelingen wird.

Stellen Sie sich einen Raum vor mit mehreren zehntausend Personen. Darin hervorragend ausgebildete, hoch bezahlte Software-Fachleute, und alle haben nur ein einziges Ziel: Genau Sie dazu zu bringen, so lange wie möglich eine App zu benutzen. Und zwar mithilfe von Daten, die Ihre Interessen bis ins kleinste Detail vermessen sollen. Die von diesen Leuten geschaffene Technologie ist extrem gut darin. Wenn man Menschen fragt, die diese App benutzen, dann ist eine der häufigsten Erzählungen derjenigen sehr ähnlich, die kürzlich im SPIEGEL zu lesen war: »(…) wenn ich nur zwei Minuten reingucken möchte und dann eine Stunde davor sitze. Das ist wirklich absurd.«

Dieser Raum existiert im übertragenen Sinn tatsächlich, denn die App heißt TikTok, das Unternehmen dahinter Bytedance und ein guter Teil der über 110.000 Angestellten dieses chinesischen Digitalkonzerns haben in allererster Linie den Auftrag, die sogenannte Stickyness der Produkte wie TikTok zu erhöhen. Klebrigkeit ist die wörtliche Übersetzung, die wunderbar nah an die tatsächliche Funktion herankommt. Es geht in nüchternen, EDV-haft sperrigen Worten um die Erhöhung der Verweildauer.

Heraus kommt ein Algorithmus, der TikTok-Algorithmus, der im Moment das heißeste in der digitalen Welt ist. Man könnte das negativ formulieren und von »süchtigmachend« sprechen oder von »Manipulation«. Diese Lesart ist meiner Meinung nach mindestens unvollständig, vielleicht sogar irreführend. Es gibt auch eine sehr viel positivere Sichtweise.

Algorithmen ordnen die Masse an Inhalten

Faktisch hat die Erfindung der sozialen Medien ein Problem exponentiell verstärkt, das schon zuvor unüberwindbar schien: Die schiere Fülle der Inhalte ist viel, viel zu groß. Im Jahr 2020 wurden allein auf YouTube in jeder Stunde etwa 30.000 Stunden Videos hochgeladen. Das bedeutet, um die Inhalte eines einzigen Tages anzuschauen, bräuchte man über 80 Jahre. Und das ist nur YouTube. Ohne die Inhalte vorschlagenden Algorithmen wäre man da aufgeschmissen.

»Serendipität« oder »Serendipity« ist der Fachbegriff für die Erwartung, etwas irgendwie Interessantes zu finden, ohne danach zu suchen. Im 21. Jahrhundert ist Serendipität die digitale Form der Neugier im Wortsinn: die Gier nach Neuem – mit einem Twist, der durch die Content-Fülle des Internets ausschlaggebend geworden ist. Neu reicht nicht, es muss neu und für die jeweilige Person interessant sein, denn eigentlich ist nichts individueller als die Befriedigung von Neugier.

Der TikTok-Algorithmus ist derzeit mit weitem Abstand am besten darin, die digitale Neugier zu befriedigen. Das geht so weit, dass nicht wenige Nutzer*innen berichten, wie ihnen Videoclips vorgeschlagen werden mit Inhalten, die ihre geheimsten, nie geäußerten Wünsche und Vorlieben beinhalten.

Digitalisierung bedeutet ständige Veränderung

Jede Generation hat ihr Social Network. Millennials fühlen sich auf Instagram zu Hause, die Generation Z hat TikTok zur meistheruntergeladenen (Social) App der letzten Jahre gemacht, Boomer und ihre Eltern sind auf Facebook. Nur die Generation X taumelt zwischen allen Welten hin und her oder ist auf Twitter, dem Social Network für Empörungsjunkies. Diese zugegeben sanft vereinfachte Momentaufnahme ist für Mark Zuckerberg Anlass zur Sorge.

Denn soziale Medien sind wie Madonna, sie müssen sich ständig verändern, um erfolgreich zu bleiben. Das ist ein Muster der Digitalisierung, was in Deutschland bisher kaum verstanden worden ist. Viel zu oft glauben Verantwortliche, egal ob in Unternehmen, Institutionen oder der Politik, dass digitale Transformation – also der Wandel durch die Digitalisierung – irgendwann abgeschlossen sei. Was leider der Begriff auch nahelegt.

In Wahrheit handelt es sich bei der digitalen Transformation um einen Prozess, der niemals aufhört. Nicht nur, weil sich die Technologie immer weiterentwickelt, sondern auch, weil ein wesentlicher Aspekt der digitalen Transformation darin liegt, ständig den gigantischen Rückkanal der Nutzungsdaten in die eigenen Produkte, Prozesse und Geschäftsmodelle einzubauen.

Das gelingt nicht einmal denen immer, die es nahezu perfekt verstanden haben. Mark Zuckerberg ist eine der Personen, die den digitalen Wandel nicht nur umfassend begriffen haben, sondern auch selbst aktiv vorantreiben. Und trotzdem ist Zuckerberg Herr über ein Netzwerk, das den Wandel bisher nicht geschafft hat: Facebook war einmal das mit Abstand wichtigste Netzwerk der Welt (und ist immer noch das größte), aber inzwischen entfaltet es die Coolness eines Klassentreffen nach 35 Jahren.

Werbekunden wollen Coolness

Coolness – also der Sog des Dabeiseinwollens – ist für eine Welt, in der Werbung die einzige Geldmaschine ist, überlebenswichtig. Mark Zuckerberg hat große Angst davor, dass Instagram verfacebookt. Eigentlich haben alle sozialen Medien Angst zu verfacebooken. Das vermeintliche Gegenmittel ist die TikTokisierung. Facebook hatte von November 2018 bis Juli 2020 eine TikTok nachempfundene App namens Lasso, die heute zu Recht niemand mehr kennt. Selbst LinkedIn setzt auf Hochformatvideos und Vorschlagsalgorithmen. YouTube hat mit seinen »Shorts« TikTok ebenso dreist kopiert wie es Instagram seit einiger Zeit versucht.

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Als Instagram es vor einigen Wochen testweise bei einigen Nutzer*innen mit der TikTokerei übertrieb, wehrte sich die influencendste Familie der Welt, der Kardashian-Clan, höchstpersönlich dagegen und unterstützte eine Onlinepetition mit dem Slogan »Make Instagram Instagram again«. Sie bezogen sich dabei vor allem auf die sogenannte Immersivität, was man ungefähr mit »Eintauchigkeit« übersetzen könnte. Wie sehr nimmt mich ein Inhalt in Beschlag?

Mark Zuckerberg hat sich an einer Stelle im Metaverse getäuscht

Mark Zuckerberg hatte die Immersivität schon sehr früh als entscheidend erkannt und deshalb voll auf das sogenannte Metaverse gesetzt, also die virtuelle, zusammenhängende, digitale Entsprechung der Welt. Er hat sein Unternehmen ja sogar in Meta umbenannt deshalb – aber sich leider in einem Punkt getäuscht.

Das Metaverse mit seinen Virtual-Reality-Brillen ist der derzeit bekannte Gipfel der Immersivität – aber es gibt zwischen Instagram und dem kommenden Metaverse einen Zwischenschritt der Immersivität. Er mutet simpel an, aber hat detonative Wirkung. Auf TikTok kann man immer nur ein Video gleichzeitig sehen. Es füllt den gesamten Smartphone-Bildschirm aus und ist damit immersiver als alle anderen großen Netzwerke.

Auf TikTok kann man daher nicht im bisherigen Sinn durch die Inhalte durchscrollen. Die Timeline, der Feed oder der Nachrichtenstrom waren die wichtigsten Social-Media-Erfindungen der Nullerjahre. Also die algorithmisch und nach ganz persönlichen Interessen zusammengesetzten Inhalte, die einem beim Durchscrollen der Seite oder der App angeboten werden. Von Twitter erfunden, von Facebook kopiert, von Instagram perfektioniert.

Quelle       :          Spiegel-online          >>>>>         weiterlesen

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Oben     —       Illustration aus Ozma von Oz

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KOLUMNE * HABIBITUS

Erstellt von DL-Redaktion am 11. August 2022

Christian Lindners Stop-Being-Poor-Mentalität

KOLUMNE VON HENGAMEH YAGHOOBIFARAH

Das 9-Euro-Ticket steigert die Mobilität – auch für jene, die sie sich sonst nicht leisten können. Warum wehrt sich der Finanzminister so dagegen?

Nicht alles, was es für lau gibt, ist wertlos. Shoplifter wissen es. Influencer mit üppigen Giftings wissen es. Alle, die schon mal was geschenkt bekommen haben, wissen es.

Und der Finanzminister? Müsste das am besten wissen. Schließlich finanzieren Steuer­zahler_innen ihm seine BahnCard 100, seinen Dienstwagen oder die Security auf der Sylt-Hochzeit. Und doch steht ihm seine Stop-Being-Poor-Mentalität im Weg, uns anderen ein durchgängiges 9-Euro-Tickets zu gönnen, welches, man ahnt es, gar nicht gratis ist, sondern 9 Euro pro Monat kostet. In Luxemburg, Malta und einigen europäischen Städten ist kostenloser Nahverkehr Standard – ohne dass hässlich rumgegeizt wird, als lebe maus nicht in einem der reichsten Länder der Welt.

Wer fürs Militär und Milliardär_innen die Spendierhosen anzieht und in sozialen Fragen auf einmal eine zerrissene Jogginghose trägt, steht nicht peinlicher da als Genoss_innen, die vornerum auf arm machen, während sie hintenrum ihren Wohlstand bunkern. Christian Lindner tut, als ob er das 9-Euro-Ticket aus eigener Tasche zahlt und nicht von denselben Steuergeldern, die ihm sein Gehalt von über 10.323,29 Euro im Monat finanzieren.

In der Debatte um die Fortsetzung des Tickets argumentieren Gegner_innen des Angebots, dass viele der Fahrten „unnötig“ seien, also Menschen reisen, die sonst zu Hause geblieben wären. Dabei sollte es egal sein, ob das Ticket zum Pendeln oder in der Freizeit genutzt wird, das Signal ist eindeutig: Es steigert die Mobilität – auch für jene, die sie sich sonst nicht leisten können. Warum würden Po­li­tike­r_in­nen die einschränken wollen?

So etwas treiben die Parteien – Clans  hoch, wäre bei einer Direktwahl unmöglich!

Wer nicht zahlen kann, riskiert Knast

Ganz einfach: Manche Gruppen sind im öffentlichen Raum unerwünscht. Es wäre verfassungswidrig, Menschen aufgrund von Merkmalen wie Armut, Queerness, Transsein oder Schwarzsein den Zutritt zu bestimmten Orten zu verbieten. Doch es gibt Maßnahmen, die ihnen den Alltag erschweren beziehungsweise die zur Kriminalisierung oder Sanktionierung dieser Gruppen führen.

Quelle        :           TAZ-online        >>>>>        weiterlesen

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Grafikquellen          :

Oben     —    Hengameh Yaghoobifarah (2016)

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DL – Tagesticker 11.08.2022

Erstellt von DL-Redaktion am 11. August 2022

Direkt eingeflogen mit unseren Hubschrappschrap

Heute in der Auswahl des „Bengels“:  – . –  1.) Lindners Steuerpläne passen nicht in die Zeit  – . –  2.) Reserveoffizier als mutmaßlicher Spion vor Gericht  – . –  3.) USA –  Legal, illegal, scheißegal  – . –   4.)  UN-Report zu Afghanistan  – . –  5.) Getötet mit fünf Schuss   . –   DL wünscht allen Leser-Innen eine  gute Unterhaltung.

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War es nicht schon immer der ganz gesunde Menschenverstand, an welchen es in der Politik am meisten gefehlt hat und hatte? Oder wie will man einer Gesellschaft sonst erklären, warum Lobbyisten aus den Clans ihrer Parteien, als gelernte Hausmeister an die Spitze eines Staates installiert werden,? Gestalten welche auch nur fünf Finger an jeder Hand zum Abzählen haben. 

Wirtschaftsweise zur Inflation. – Momentan müssten vor allem untere und mittlere Einkommen entlastet werden, sagt Veronika Grimm. Der Deutsche Städtetag warnt vor Steuerausfällen für Kommunen.

1.) Lindners Steuerpläne passen nicht in die Zeit

Die Pläne von Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) zur Entlastung der Steuerzahler passen nach Einschätzung der Wirtschaftsweisen Veronika Grimm nicht in die Zeit. „Eine Reform, bei der nominal die Besserverdienenden mehr gewinnen, kommt einfach zum falschen Zeitpunkt“, sagte Grimm der Rheinischen Post. Lindner will nach eigener Aussage 48 Millionen Bürger bei der Steuer entlasten, denen durch die sogenannte kalte Progression im kommenden Jahr eine Steuererhöhung bevorstehe. Als „kalte Progression“ bezeichnet man eine Art schleichende Steuererhöhung, wenn Gehaltserhöhungen durch die Inflation aufgefressen werden, aber dennoch zu einer höheren Besteuerung führen. Diese fällt dann an, obwohl die Kaufkraft real gar nicht steigt. Der Staat würde sich, wie Lindner sagt, auf diese Art in einer Phase wirtschaftlicher Instabilität und hoher Energiekosten um zehn Milliarden Euro bereichern. Er wolle nun eine „Steuererhöhung durch Unterlassung“ verhindern und die Steuersätze so verändern, dass eine kalte Progression vermieden werde. Zusätzlich zu einer Anpassung des Einkommensteuertarifs sollen auch das Kindergeld und der Kinderfreibetrag erhöht werden, wie Lindner am Mittwoch ankündigte. Die Pläne sind in der Ampelkoalition umstritten.

Süddeutsche-Zeitung-online

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Glück gehabt das dieser Clown in Uniform nicht in den USA lebt. Dort würde er vermutlich von Biden per Drohne von seinen Lametta befreit? Nationalhymnen und Fahnen – alles gleicht nur den Bananen. 

Ein Oberstleutnant der Bundeswehr-Reserve soll den russischen Geheimdienst GRU jahrelang mit Informationen versorgt haben – aus Sympathie zu Russland. Nun muss er in Düsseldorf vor Gericht.

2.) Reserveoffizier als mutmaßlicher Spion vor Gericht

Ein Reserveoffizier der Bundeswehr soll einen russischen Geheimdienst jahrelang mit Informationen versorgt haben. Von diesem Donnerstag an muss sich der 65-Jährige wegen geheimdienstlicher Agententätigkeit vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht verantworten. Laut Anklage der Bundesanwaltschaft hat der Mann aus Erkrath bei Düsseldorf Informationen zum deutschen Reservistenwesen und zur zivil-militärischen Zusammenarbeit in Krisensituationen verraten. Außerdem sei es um die Auswirkungen der 2014 verhängten Russland-Sanktionen und die inzwischen gestoppte Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 gegangen. Weiterhin soll der Mann den Russen private Kontaktdaten von hochrangigen Angehörigen der Bundeswehr und aus der Wirtschaft gegeben haben. Auch die Sicherheits- und Verteidigungspolitik der USA und ihrer westlichen Verbündeten sei ein Thema gewesen. Die Dokumente und Informationen stammten laut Anklage teilweise aus öffentlichen, aber auch aus nichtöffentlichen Quellen. Bei der Reserve der Bundeswehr stand der Mann einem Kreisverbindungskommandos als stellvertretender Leiter vor. Das Gericht hat für den Fall bis Mitte Dezember 20 Verhandlungstage angesetzt.

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