DEMOKRATISCH – LINKS

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RENTENANGST

Archiv für Juni 8th, 2022

Flüchtende zweiter Klasse

Erstellt von DL-Redaktion am 8. Juni 2022

Der Krieg in der Ukraine macht die Heuchelei und den Rassismus hierzulande nur allzu deutlich

Von Emran Feroz

Kurz bevor im vergangenen August das Chaos am Kabuler Flughafen ausbrach, schickte mir ein Freund von dort einen Brief, den er den deutschen Behörden vorlegen wollte.

Er hatte als Ortskraft jahrelang mit der Nato und der Bundeswehr zusammengearbeitet, wollte klarmachen, dass er in Deutschland keine Integrationsprobleme haben werde und man ihm deshalb helfen solle, das Land zu verlassen. Er sei finanziell abgesichert und habe genug Freunde und Verwandte, die sich um ihn und seine Familie kümmern würden. Sprachliche Hürden würde er ebenso meistern, unter anderem etwa, weil seine Muttersprache Paschto dem Deutschen ähnlich sei: „Stern“ heißt „Stori“, „drei“ heißt „dre“ und so weiter. Tatsächlich ist es so, dass Paschto und auch Farsi indogermanische Sprachen sind und viele Gemeinsamkeiten mit der deutschen Sprache aufweisen.

Als ich die Zeilen meines Freundes las, musste ich anfangs schmunzeln. Mittlerweile bin ich traurig, unter anderem auch, weil sich niemand in Deutschland für sein Engagement interessierte und er bis heute – versteckt vor den Taliban – in Kabul ausharrt. Er und seine Sprache gelten trotz der zahlreichen Gemeinsamkeiten hierzulande als „fremd“, „anders“ oder „barbarisch“. Dank diverser Boulevardmedien werden Af­gha­n:in­nen nämlich seit Jahren mit diesen Adjektiven versehen wie auch von weiten Teilen der autochthonen Mehrheitsgesellschaft.

Gleichzeitig ist der Umgang mit ukrainischen Geflüchteten ein gänzlich anderer. Im Gegensatz zu Afghan:innen, Sy­re­r:in­nen oder So­ma­lie­r:in­nen sind sie nicht dem Druck ausgesetzt, die deutsche Sprache zu lernen. Stattdessen sind es nun sogar die Deutschen, die Ukrainisch lernen. Und es kommt noch besser: Ukrai­ne­r:in­nen ohne Schulabschluss können demnächst deutsche Universitäten besuchen. Der unterschiedliche Umgang mit den Geflüchteten ist haarsträubend.

Vor gut 30 Jahren kam meine Mutter nach Österreich. Sie hatte einen Abschluss in Wirtschaftswissenschaften und war in Afghanistan als Beamtin tätig. Aufgrund der Repressalien des damals herrschenden, kommunistischen Regimes musste sie mit ihrer Familie fliehen. In Österreich, wo ich auf die Welt kam, wurden ihre Dokumente nicht anerkannt – bis heute. Meine Mutter brachte mir die persische Schrift bei und half mir und meinen Geschwistern bei unseren Hausaufgaben. Ohne sie hätte wohl niemand von uns die Universität besucht, doch ihr eigener akademischer Hintergrund galt nichts. Andere Verwandte, studierte Ärzte und promovierte Ökonomen wurden in Deutschland oder Österreich zum Taxifahren oder Kloputzen verdammt. In vielen Fällen werden auch ausländische Schulabschlüsse ignoriert.

Viele meiner geflüchteten Freunde, die ihren Bildungsweg fortsetzen wollten, mussten sich immensen bürokratischen Hürden stellen oder mit einer Rückversetzung in die Hauptschule abfinden. Hinzu kamen in nahezu allen Fällen erheblicher finanzieller Druck sowie Kriegstraumata, um die sich niemand kümmerte. Dass bei einer Flucht Dokumente verloren gehen können, interessierte kaum jemanden. Die Handhabe der hiesigen Behörden hat nicht nur viele Af­gha­n:in­nen in die Verzweiflung getrieben, sondern auch viele andere, meist nicht weiße Menschen, die aus Konfliktregionen geflohen sind.

003 Protest gegen Acta in Munich.JPG

Das Deutsche Wesen der Politik hat selten über die länge der Flagge hinausgesehen.

Menschen mit Migrations- und Fluchterfahrung begrüßen den Umgang mit ukrainischen Geflüchteten und die massive Lockerung der berühmt-berüchtigten deutschen Bürokratie aus vollem Herzen. Es ist richtig und wichtig, dass all den Menschen in Not, die von Putins Angriffskrieg betroffen sind, so schnell wie möglich geholfen wird. Dennoch bleibt ein bitterer Beigeschmack und die Frage, warum nicht dasselbe für „uns“ galt. Eine akademische Karriere oder eine Verbeamtung hätte meiner Mutter und meiner gesamten Familie Existenzängste erspart, die uns bis heute begleiten. Um ihren Kindern eine bessere Zukunft zu ermöglichen, mussten die Eltern nach der Flucht über ihren Schatten springen. Das ist keine Selbstverständlichkeit.

Der Krieg in der Ukraine macht die Heuchelei und den Rassismus hierzulande nämlich nur allzu deutlich. Der erleichterte Hochschulzugang für Ukrai­ne­r:in­nen ist in diesem Kontext nur die Spitze des Eisbergs. In Österreich erhalten geflüchtete Menschen aus der Ukraine mittlerweile einen sogenannten Vertriebenenpass (das klingt toll und irgendwie edel), während etwa Afghanen (tatsächlich geht es hier nur um Männer) noch im vergangenen Jahr unmittelbar vor der Machtübernahme der Taliban brutal abgeschoben wurden. Unter ihnen befand sich mein Freund Jahanzeb, der nicht nur gut Deutsch sprach, sondern fast zehn Jahre lang in meiner Heimatstadt Innsbruck lebte und dort einer geregelten Arbeit nachging.

Quelle       :        TAZ-online         >>>>>        weiterlesen

Grafikquellen          :

Oben     —  823 Menschen an Bord einer überfüllten Boeing C-17 der US Air Force in Kabul, 15. August[24]

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Die Jugend in Ravensburg

Erstellt von DL-Redaktion am 8. Juni 2022

Schachpartie der Ravensburger Stadtverwaltung, oder  :
Partyszene in Selbstverantwortung?

Rutenfest 2008 Festzug Kinder mit Ruten.jpg

Von:   Stefan Weinert
„Einmal hier – einmal dort …“ So könnte Hannes Waders Lied 2022 beginnen, wenn er sich in Ravensburg befände und er sich mit den Rochade-Plänen der Ravensburger Stadtverwaltung hinsichtlich der feiernden Jugendszene beschäftigen würde. Doch dafür hat er keine Zeit, deswegen einer seiner  größten Fans, ein Ravensburger Blogger, das für ihn übernommen hat – seit über zwei Jahren. Denn genau so soll es nach den Plänen unserer Bürgermeister aussehen: Mal Hirschgraben, Bärengarten, Scheffelplatz, auf der Molldiete, mal in der Kantine, mal im Douala, mal auf dem Parkplatz der Gewerblichen Schulen… und dann kommen noch die 16 Geheimplätze dazu, von denen niemand weiß, ob es sie wirklich gibt. Getränke selbst mitbringen ist Tabu, im Gegenteil: im Bärengarten – wie es tatsächlich von den Oberen gedacht ist, ist nur Bier vom Tresen erlaubt. Diese Rumgeschubse lassen sich die wahlberechtigten  (Kommunalwahlen ab 16) jungen Leute offensichtlich nicht gefallen. Höchstens die Quotenjugendlichen, die artig tun, was von Oben erwartet.
Zunächst einmal gehört das Eingeständnis dazu, dass es wohl für die jüngere Generation keinen besseren Partyplatz in der Stadt Ravensburg gibt, als den Platz auf der Veitsburg und dem Hang darunter (Serpentinenweg). Denn schließlich feiert dort die heile, erwachsene Ravensburger Gesellschaft jährlich das bierselige „Rutenvergraben“ – wenn denn Corona das zulässt, wonach es 2022 ganz aussieht.

Des weiteren braucht es die Erkenntnis, dass sich junge Leute selbst ihren Platz/ihre Plätze suchen (so wie es auch das Wasser tut), wo einfach alles stimmt, um Feiern zu können – inklusive der selbst mitgebrachten Getränke!! Jedenfalls aus der Sicht und Perspektive der jungen Leute wäre das so. Drittens, dass es offensichtlich keinen Sinn macht und zu einer endlosen Geschichte führen wird, wenn man/frau der Jugend befiehlt !, wo sie sich zu treffen hat und verbietet !, wo nicht. Egal ob es sich dabei um die  Eishalle, die Oberschwabenhalle oder einen der 16 – der Öffentlichkeit nicht bekannten – Plätze der Stadtverwaltung handelt.

Abgesehen davon, dass niemand weiß, wie lange wir in diesem Jahr noch Partys feiern können, scheint die gesamte Stadtverwaltung plus all‘ der Protagonist/innen und Akteur/innen in Sachen „Jugend-Party-Szene“ hoffnungslos überfordert zu sein. Und das geht nun schon seit zwei Jahren mit Versprechungen und davor auch schon einige Jahre ohne Versprechungen so! Dabei ist eine Lösung relativ einfach. Vorausgesetzt, man und frau weiß, wie so etwas angepackt werden könnte, um mit Überblick und Kreativität sowohl eine topografische als auch inhaltlich akzeptable Lösung zu finden.

All die Akteure und Protagonisten haben sich vor zwei Monaten nun mal wieder zusammengesetzt, um zu eruieren, was möglich und was gewünscht ist. 

Schloss Veitsburg Peter Felber 1817.jpg

Zunächst einmal gehört das Eingeständnis dazu, dass es wohl für die jüngere Generation keinen besseren Partyplatz in der Stadt Ravensburg gibt, als den Platz auf der Veitsburg und dem Hang darunter (Serpentinenweg). Denn schließlich feiert dort die heile, erwachsene Ravensburger Gesellschaft jährlich das bierselige „Rutenvergraben“ – wenn denn Corona das zulässt, wonach es 2022 ganz aussieht.Des weiteren braucht es die Erkenntnis, dass sich junge Leute selbst ihren Platz/ihre Plätze suchen (so wie es auch das Wasser tut), wo einfach alles stimmt, um Feiern zu können – inklusive der selbst mitgebrachten Getränke!! Jedenfalls aus der Sicht und Perspektive der jungen Leute wäre das so. Drittens, dass es offensichtlich keinen Sinn macht und zu einer endlosen Geschichte führen wird, wenn man/frau der Jugend befiehlt !, wo sie sich zu treffen hat und verbietet !, wo nicht. Egal ob es sich dabei um die  Eishalle, die Oberschwabenhalle oder einen der 16 – der Öffentlichkeit nicht bekannten – Plätze der Stadtverwaltung handelt.

Abgesehen davon, dass niemand weiß, wie lange wir in diesem Jahr noch Partys feiern können, scheint die gesamte Stadtverwaltung plus all‘ der Protagonist/innen und Akteur/innen in Sachen „Jugend-Party-Szene“ hoffnungslos überfordert zu sein. Und das geht nun schon seit zwei Jahren mit Versprechungen und davor auch schon einige Jahre ohne Versprechungen so! Dabei ist eine Lösung relativ einfach. Vorausgesetzt, man und frau weiß, wie so etwas angepackt werden könnte, um mit Überblick und Kreativität sowohl eine topografische als auch inhaltlich akzeptable Lösung zu finden.

All die Akteure und Protagonisten haben sich vor zwei Monaten nun mal wieder zusammengesetzt, um zu eruieren, was möglich und was gewünscht ist. 

Ravensburger Karmeliterkloster img04.jpg

Es sei darauf hingewiesen, dass eine so platzierte Partyszene keinen Anwohner stören würde, weil es dort keine gibt. Dennoch ist auch dieser Vorschlag nicht perfekt. Fast perfekt wäre der Vorschlag , wenn die Jugend in Ravensburg in den zurückliegenden 12 Jahren den gleichen Stellenwert wie die feiernden Erwachsenen hätte (Areal zwischen rotem Rathaus und Landgericht, Rutenfest etc.).

Wer hier reflexartig sein „Aber“ und andere „Bedenken“ ins Feld führt, der muss sich leider den Boykott einer nicht so schlechten Idee vorwerfen lassen. Zum Beispiel das Argument der möglichen Vermischung mit der „Bahnhofsszene“. Zum einen wäre das ziemlich diskriminierend und würde andere diskreditieren – und es wäre exklusiv statt inklusiv. Ganz davon abgesehen, ob die Szene am Bahnhof sich überhaupt „gemein“ machen möchte mit den aus ihrer Sicht „gutbürgerlichen Hipstern“!

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Grafikquellen          :

Oben     —      Rutenfest Ravensburg 2008, Festzug, Kinder mit Ruten

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2.) von Oben        —     Ravensburg „Schloss Veitsburg“, Gouache von Peter Felber, 1817

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Unten       —   Ravensburg, ähm. Karmeliterkloster (jetzt Landgericht), Hof (vom Parkplatz)

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Der Westen und Putin

Erstellt von DL-Redaktion am 8. Juni 2022

Zum Teufel mit den vielbeschworenen westlichen Werten

2017-05-14 Souvenirs aus der Ukraine 2.jpg

 

Geschenke aus der Ukraine : Blockflöten für den Westen und das Toilettenpapier für Putin

Quelle:    Scharf  —  Links

Ein Kommentar von Georg Korfmacher, München

Bei jeder passenden und noch mehr unpassenden Gelegenheit berufen sich Politiker der westlichen Welt auf errungene Freiheiten und Werte der Demokratie, die Anrufung Gottes um Hilfe nicht zu vergessen. Aber um welche Werte geht es denn da eigentlich, um welche Demokratie und um welche Freiheiten? Ein schärferer Blick hinter die Kulissen lässt vermuten, dass es vielmehr um Macht und Geld geht. Die USA führen uns das beispielhaft vor.

Verwundert fragt man sich, was insbesondere in dem USA seit den Amtszeiten von Trump und Biden vor sich geht, ohne das Warum zu hinterfragen. Nach den desaströsen Kriegen der USA in der ganzen Welt seit den 50-er Jahren und dem notwendigen aber auch peinlichen Rückzug aus Afghanistan erfährt die Militärmacht USA zwar einen merklichen Muskelschwund, versucht aber gleichzeitig ihre gehabte hegemoniale Führungsrolle als die demokratische Kraft in der Welt neu zu artikulieren.

Unter Demokratie versteht man in unserem Kulturkreis und in der Politik im Wesentlichen die Herrschaft des Volkes bei Gleichheit und Freiheit aller Bürger eines Staates. Und diese Demokratie reklamiert der US-Präsident wohl wissend, dass in seinem Land eher nicht-repräsentative Minderheiten die Sache des Volkes bestimmen. Wie das? Das hängt – weitgehend übersehen – mit dem Wahlsystem in den USA zusammen. In den sog. Primaries (Vorwahlen) werden die Wunschkandidaten der Parteien nominiert. An ihnen nahmen 2020 aber nur etwa 10% der US-Wähler teil mit der Folge, dass effektiv nur 23 von 235 Mio. Wählerinnen und Wählern 83% der Kongress-Sitze bestimmten. Andere Kandidaten hatten bei der eigentlichen Wahl kaum eine Chance, sich durchzusetzen. Das hat mit Demokratie nichts zu tun! Das Problem ist umso eklatanter, als die Vorwahlen extrem interessengesteuert sind, überwiegend von Macht und Geld. Das Ergebnis sehen wir alle Tage bei der Beschlussunfähigkeit und somit Lösung von dringenden Anliegen.

Das allein ist neben anderen Missständen wie Rassismus, menschenverachtendes Sozialsystem, täglichem Mord und Totschlag Grund genug, die Demokratie nach US-Vorbild schlicht zu vergessen. Unverständlich also, dass und warum sich unsere Politiker immer wieder die Werte westlicher Demokratie berufen.

Bei uns regiert nach wie vor Geld die Welt! Die starke Polarisierung in den USA z.B. bei Wohlstand und Bildung ist geeignet, unserer Demokratie den Todesstoß zu versetzen, wenn wir blind und tumb den Wertevorstellungen der USA folgen. Unsere moderne Demokratie ist mit liberté, égalité und fraternité (Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit) in Europa entstanden und ist an sich für alle Länder dieser Erde eine Wunschvorstellung. Sie um- und durchzusetzen fällt uns allerdings immer wieder schwer.

Hohle Worte wie „regelbasierte Ordnung“ helfen uns überhaupt nicht weiter, zumal diese Ordnung nirgends festgeschrieben ist, nicht einmal in der UNO. Also, zum Teufel mit den vielbeschworenen westlichen Werten. Sagen wir klar, stellen wir echt demokratisch zur Wahl und vor allem tun wir auch, was wir sagen. Beethovens 9. Symphonie, letzter Satz, ist zur Europahymne geworden. Die verstehen und singen begeistert viele Menschen auf der Welt. Das ist glaubwürdiger als hohles politisches Geschwätz.

Urheberrecht
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Grafikquellen      :

Oben     —     Souvenirs der Ukraine

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DER ROTE FADEN

Erstellt von DL-Redaktion am 8. Juni 2022

Lindners Tankrabatt und die Wirklichkeit:  Ganz Holland sagt Danke

Roter Faden Hannover rote Zusatzmarkierung.jpg

Durch die Woche mit Silke Mertins

In den Niederlanden ist Autofahren sehr teuer, trotzdem gibt es nicht weniger Autos. Lindners Tankrabatt setzt jetzt einen regen Grenzverkehr in Gang.

Die Minderjährige, die zu meiner Hausgemeinschaft gehört, hält mich für zu theoretisch. Wenn ich etwas für logisch und nachweisbar hielte, glaubte ich doch tatsächlich, es entspräche der Wirklichkeit. Ich stelle hierzu fest: Es stimmt. Immer kommt mir gewissermaßen die Empirie in die Quere. Von der Generation Z weiß man beispielsweise durch Studien sehr genau, dass ihr eine gute Work-Life-Balance mit ausreichend Zeit für Power-Yoga und Töpfern, Familie und Freunde wichtiger ist als eine große Karriere und viel Geld. Empirisch betrachtet sieht es jedoch so aus: Die Minderjährige beschied jüngst einem Berufsberater in der Schule, sie wolle später einmal reich werden. Welcher Beruf passe denn bitte dazu? Allzu anstrengend sollte er allerdings nicht sein. Genau ihrem Lebensgefühl entspräche nämlich ein Song, den sie aus Versehen auf einer „Alte-Leute-Playlist“ von Spotify gehört hätte – „Ich wär so gerne Millionär“ von den Prinzen.

Meinem Lebensgefühl entspricht indes der Prinzen-Song „Fahrrad“, den ich grob auswendig kann: „Jeder AfD-Popel fährt ’nen Opel, jeder Linke fährt ’nen Ford, jeder Lindner fährt ’nen Porsche, jeder Scholz ’nen Audi Sport, jeder Wissing fährt ’nen Manta, jeder Merz ’nen Jaguar, nur die Grünen fahren Fahrrad und sind immer früher da.“

Wäre in Deutschland Autofahren also sehr deutlich teurer, Fahrradfahren attraktiver und der öffentliche Nah- und Fernverkehr ein ständiger und kostenloser Quell der Freude, wäre eine Verkehrswende längst Realität. Schon der Grüne Jürgen Trittin, der ja bekanntlich von Natur aus recht hat, wusste lange, bevor er 2013 die Wahl verlor: Eigentlich müsste Benzin fünf Mark pro Liter kosten. Dann wird alles gut.

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Hohe Benzinpreise führen zu weniger Verkehrsaufkommen und damit auch zu einer besseren CO2-Bilanz. Kurz gesagt müsste man es so machen wie die Niederlande. Theoretisch jedenfalls. Die holländischen Treibstoffpreise sind im Durchschnitt 30 Cent höher als in Deutschland und ein Neuwagen kostet bis zu 40 Prozent mehr. Nirgendwo sonst in Europa ist Autofahren so teuer. Ein Erfolgsrezept, wie aus dem grünen Wahlprogramm. Doch wieder will die missliche Wirklichkeit nicht der Theorie folgen. Denn: Es gibt kaum weniger Autos in den Niederlanden. Offenbar scheint es in den Niederlanden auch keine Pend­le­r*in­nen zu geben, die aufgrund der hohen Spritpreise verarmen oder ihren Job nicht mehr ausüben können. Die Empirie ist ein Mysterium.

Die Niederländerin, die in unserer Hausgemeinschaft für die Versorgung mit Hummus und Pita zuständig ist, beobachtet entsprechend ratlos die Diskussionen in Deutschland. Wie jetzt, hohe Benzinpreise? Wie meint ihr das? Und schon ist sie auf dem Weg zur deutschen Tankstelle, um mit dem herrlich günstigen E10-Treibstoff den Tank bis zum Rand zu füllen. Angesichts des Lindner’schen Tankrabatts sagt ganz Holland Danke.

Quelle        :          TAZ-online          >>>>>           weiterlesen

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Grafikquellen       :

Oben        —             Roter Faden in Hannover mit beschriftetem Aufkleber als Test für einen möglichen Ersatz des auf das Pflaster gemalten roten Strichs

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DL – Tagesticker 08.06.2022

Erstellt von DL-Redaktion am 8. Juni 2022

Direkt eingeflogen mit unseren Hubschrappschrap

Heute in der Auswahl des „Bengels“:  – . –  1.) Repubblica in Berlin  – . –  2.) Plagiate bei Diana Kinnert  – . –  3.) Merkel weist Vorwürfe zurück  – . –  4.)  Ich war’s nicht, die Struktur war’s!    – . –  5.) Tierwohl erwünscht  – . –  DL wünscht allen Lesern eine  gute Unterhaltung.

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Vielleicht hat er auch Angst, nach Russland verschleppt zu werden. Seine Vorgängerin wusste sicher warum sie  sich, so wurde es erzählt, von ehemaligen Stasimitarbeitern beschützen ließ. Das eigene Leben hat auch bei den Volksverrätern immer einen höheren  Stellenwert als das  ihrer Mündel welche ihn den Judaslohn  bezahlen.

Olaf Scholz reist lieber nach Alt-Treptow als nach Kiew

1.) Repubblica in Berlin

Den Machern des Netzfestivals re:publica  in Berlin ist etwas gelungen, das Wolodymyr Selenskyj bisher vergeblich versucht: Sie haben den Bundeskanzler zu sich gelockt. Am Donnerstag soll Olaf Scholz in der Arena Berlin zu Gast sein. Das ist durchaus ein Coup für die re:publica-Veranstalter. Nicht nur weil Alt-Treptow damit Kiew schlägt. Sondern auch weil sie zuvor jahrelang vergeblich versucht hatten, Scholz’ Amtsvorgängerin Angela Merkel zu einem Besuch zu bewegen. »An uns lag’s nicht. Wir haben sie mehrfach eingeladen und immer Absagen bekommen«, erzählte uns Markus Beckedahl  im vergangenen Jahr, als wir mit ihm auf die Digitalpolitik der Ära Merkel zurückblickten. Das Fernbleiben der Kanzlerin war in gewisser Weise symptomatisch für die re:publica: Im Innenhof der langjährigen Stammlocation, der Station Berlin, versammelten sich die deutschen »Elders of the Internet«  und redeten – aber die Politik hörte nicht zu. Oder wie Beckedahl uns damals sagte: »Die Digitalisierung wurde vor allem entlang der Interessen und Vorstellungen von Industrielobbyisten gestaltet, die immer überall mit am Tisch saßen. Zivilgesellschaftliche und gemeinwohlorientierte Perspektiven haben es, wenn überhaupt, nur an die Katzentische geschafft.« Jetzt hofft Beckedahl, dass die diesjährige re:publica »der Startpunkt für einen besseren Dialog zwischen Zivilgesellschaft und Bundesregierung zur gemeinsamen Gestaltung unserer digitalen Zukunft« sein könnte, wie er dem »Tagesspiegel« sagte . Schließlich kommt nicht nur Scholz. Auch Digitalminister Volker Wissing (FDP), Innenministerin Nancy Faeser und Arbeitsminister Hubertus Heil (beide SPD) geben sich die Ehre. Und Familienministerin Lisa Paus (Grüne) und Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sind auf der Tincon  zu Gast, dem Jugendableger der re:publica.

Spiegel-online

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Läge bei Ihr alles im grünen Bereich, wäre sie wohl kaum in der Politik gelandet. Selbst wenn ein noch größerer Hut noch mehr Kopf verdrängt hätte, 

Zu viel Lob für ein schlechtes Buch

2.) Plagiate bei Diana Kinnert

Es geht nicht nur um abgeschriebene Passagen oder gefälschte Interviews. Diana Kinnerts Einsamkeitsbuch vermag auch inhaltlich nicht zu überzeugen. Plagiatsexperte Jochen Zenthöfer fragt sich: Weshalb haben die öffentlich-rechtlichen Medien das Buch der 30-Jährigen dann so gelobt? Der Verlag Hoffmann und Campe nimmt das Buch „Die neue Einsamkeit“, 2021 von Diana Kinnert publiziert, aus dem Verkauf. Grund sind Plagiate, die die Experten Stefan Weber und Martin Jaksch gefunden haben. Zuerst hatte Heike Schmoll in der FAZ berichtet. Die dokumentierten Plagiatsfragmente sind zahlreich und finden sich auf 201 der 444 Seiten des Buches. Autorin Kinnert, Mitglied der CDU, wiewohl ohne Funktion in der Partei und daher auch keine „CDU-Politikerin“, wie oft kolportiert, hat sich entschuldigt. Ende gut, alles gut? Wohl kaum. Das Buch leidet nicht nur unter Plagiaten. Es kann auch inhaltlich nicht überzeugen. Leser und Öffentlichkeit müssen sich fragen: Wie konnten wir uns so täuschen lassen? Jubel in der ARD. Denn das Buch wurde bejubelt. Vor allem, wie man in der Werbung des Verlags nachlesen kann, vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk: „Ein wahnsinnig schlaues Buch“ (rbb), „Kluges Porträt der Einsamkeit“ (WDR), „Lesenswert, klug, beklemmend“ (MDR), „höchst reflektiert“ (ARD Audiothek), „sehr spannendes Buch zum Thema Einsamkeit“ (NDR) und, der Ritterschlag, Markus Lanz: „Ein tolles Buch, es hat mich sehr nachdenklich gemacht.“ Die Sendung „ttt – titel, thesen, temperamente“ berichtete ausführlich. Und auch die CDU ließ es sich nicht nehmen, ihr junges Parteimitglied im hauseigenen Fernsehkanal „CDUtv“ zu interviewen. Unter dem entsprechenden Youtube-Video schrieb allerdings schon vor fünf Monaten, also lange vor Bekanntwerden der Plagiate, ein Nutzer: „Ich finde es toll, dass sie der Wissenschaft, insbesondere der Psychologie, eine Stimme innerhalb ihrer Partei verleiht. Noch besser wäre es, wenn sie die Autorinnen und Autoren der zitierten Studien auch mal nennen würde. Die haben schließlich die ganze Arbeit gemacht. Sie hat es meiner Meinung nach nicht nötig, sich mit fremden Federn zu schmücken.“ Ein CDU-Sympathisant wird misstrauisch.

Cicero-online

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Beinhaltet  ein nachträgliches Schönreden nicht alleine schon die beste Form einer Entschuldigung? Wann hätte es je eine Person aus der Politik gegeben welche gemachte Fehler eingestanden hätte? Würden gemachte Fehler sofort von der Presse aufgezeigt, würden die meisten Pöstchen Grabscher den Abend nicht erleben, an dem sie sich in ihre Sesseln breitgemacht hätten.  

Sie habe in ihrer Amtszeit alles versucht, um eine Eskalation mit Russland zu verhindern, so die Ex-Kanzlerin. Norwegen liefert 22 Panzerhaubitzen.

3.) Merkel weist Vorwürfe zurück

Die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Vorwürfe gegen ihre Russland-Politik und die Finanzierung der Bundeswehr in ihrer Amtszeit zurückgewiesen. Bei ihrem ersten öffentlichen Auftritt seit Ende ihrer 16-jährigen Amtszeit warf sie Russlands Präsidenten Wladimir Putin zudem einen „brutalen, das Völkerrecht missachtenden Überfall“ auf die Ukraine vor, für den es keine Entschuldigung gebe. Man könne bei Putin eine „kontinuierliche Linie“ in den vergangenen Jahren sehen, immer mehr Grenzen zu überschreiten. Merkel wies Vorwürfe eigener Fehler in ihrer Russland-Politik zurück, die diesen Angriff am 24. Februar auf die Ukraine begünstigt hätten. Sie mache sich keine Vorwürfe, weil sie in ihrer Amtszeit immer wieder alles versucht habe, um eine Eskalation mit Russland zu verhindern und sie habe nach der Annexion der Krim 2014 einen Sanktionskurs gegen Moskau forciert. „Ich habe nicht daran geglaubt, dass Putin durch Handel gewandelt wird“, sagte sie zum Vorwurf, sie habe auf ein Konzept „Wandel durch Handel“ gesetzt. Es sei darum gegangen, wenigstens Wirtschaftsbeziehungen mit Russland aufrechtzuerhalten, wenn es schon politische Konflikte gebe. Sie verteidigte auch ihre Position, 2008 auf dem Nato-Gipfel in Bukarest dagegen gewesen zu sein, der Ukraine die Vorstufe zu einer Nato-Mitgliedschaft anzubieten. Sie habe damals als Reaktion eine Eskalation durch Putin befürchtet. Zudem sei die Ukraine damals kein politisch stabiles Land gewesen. 2014 habe sie dann nach der russischen Annexion der Krim und den Kämpfen in der Ostukraine mit dem Minsker Abkommen dafür sorgen wollen, dass Putin nicht noch mehr Schaden in der Ukraine anrichte. Dies habe der Ukraine die Zeit gegeben, sich in den Staat zu verwandeln, der sich heute in beeindruckender Weise gegen den russischen Angriff verteidige. „Ich werde mich deshalb auch nicht entschuldigen“, sagte Merkel und verwies darauf, dass das Minsker Abkommen damals sowohl von der EU gebilligt als auch vom UN-Sicherheitsrat übernommen worden sei.

TAZ-online

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Waren es denn nicht in den Geschichten der Politik immer nur die Andren, welche die Schuld an den Verbrechen der Menschheit auf sich zu nehmen hatten ? Der Schwächling in der Uniform des Staates war nie der Täter, es war die Waffe welchen den Gegner ermordete. Es waren auch nur die Naturgewalten, welche für die Ausbeutung der Erdkugel verantwortlich gemacht wurden. Wobei sich Diese. das alles Er manipulierenden Politiker-Innen mit Kopfloser Mine, ihre Untaten verteidigten. Bis zum heutigen Tag.

Identitätspolitik und die Frage nach der eigenen Verantwortung

4.) Ich war’s nicht, die Struktur war’s!

Wo von ›wokeness‹ die Rede ist, wird von Interessen meist geschwiegen. Identitätspolitik entzieht sich dem Streit über die Wahrheit ebenso wie der eigenen Verantwortung. Denn an allem sind ihr zufolge »die Strukturen« schuld, nie man selbst. Vor etwa 15 Jahren zerbröselte der Hamburger Literaturwissenschaftler und wissenschaftsorientierte Mäzen Jan Philipp Reemtsma eine Debatte über den sogenannten »freien Willen«. Diese war entbrannt, nachdem Neurobiologen konstatiert hatten, es gebe ihrer Forschung nach einen solchen nicht, alles sei – wenn ich mich recht an deren Argumente erinnere – synaptisch und anderweitig gehirnphysiologisch nachgerade vorbestimmt und vorhersehbar. Der Mensch bilde sich nur ein, einen freien Willen zu haben Reemtsma forderte, die Debatte zu beenden: Gut möglich, sagte er, dass der Glaube des Menschen an seine freie Willenskraft allzu selbstverliebt sei. Dennoch müsse man für das alltägliche Allerlei in hochkomplexen Gesellschaften feststellen: Selbst wenn es keinen freien Willen gäbe, müssten wir annehmen, er existiere. Denn sonst müsse man alle Regeln der Ethik und des Rechts, bei denen es um individuell zurechenbare Verantwortlichkeit geht, verwerfen – und das alltägliche Miteinander könnte nicht mehr funktionieren. Selbst wenn es keinen freien Willen gäbe, müssten wir annehmen, er existiere. Um den »freien Willen«, genauer um dessen Grenzen, geht es letztlich auch bei einer der ehernen Wahrheiten der Identitätspolitik: dass der Rassismus »strukturell« sei. Wobei die Gruppe, deren Benachteiligung strukturell sein soll, recht beliebig ausgetauscht werden kann; die These lässt sich etwa auch auf Behinderte, Frauen, LGBT-Personen, Roma und Sinti, Juden und Jüdinnen und andere anwenden. Natürlich lässt sich nicht bestreiten, dass es im Alltag, in Behörden, im Sicherheitsapparat, im Bildungssystem teils eklatante Fälle von Ungerechtigkeiten verschiedenster Art gegen Menschen gibt, die sich in schwächeren Positionen befinden; kurzum, dass Diskriminierung alltäglich sein kann. Dass diese aber »strukturell« sein soll, in dem Sinn, wie dieses Wort in der Linken zumeist gebraucht wird, nämlich dem »Kapitalismus« und dem »herrschenden System« immanent, ist falsch. Es hätte ja sonst keinen gesellschaftlichen Fortschritt geben können. Wer alles als »strukturell« vorbestimmt, als untilgbares Verhängnis ansieht – denn gegen Strukturen ist kein Ankommen, schon gar nicht aus »marginaler« Position –, will die facts of our life nicht zur Kenntnis nehmen.

Jungle.world-online 

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Wer, von den für eine solche Gesetzgebung der Fleischauszeichnung Verantwortlichen war denn je in einen Schweinestall zwecks Überprüfung der Gesetzeinhaltung? Hätten diese Barden nicht Angst, nach der Geruchanpassung an die Schweine,  auch für Eines unter Gleichen gehalten worden wäre, um dann dort festgehalten zu werden?

Stalleinrichtung für Schweine.jpg

Seriöse Kennzeichnung wäre ein echter Fortschritt

5.) Tierwohl erwünscht

 Die Preise für Schweinefleisch sind im Keller. Immer mehr landwirtschaftliche Betriebe müssen die Mast aufgeben. Grund ist nicht zuletzt das Importverbot, das China nach Auftreten der Afrikanischen Schweinepest im September 2020 erlassen hat. Deutschland produziert weit über den Bedarf. Masse statt Klasse ist noch immer der Maßstab. Das laugt die Böden aus, quält Tiere, muss sich ändern. Ob das Tierwohl-Label von Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) einen wesentlichen Betrag dazu leistet, wird sich in Zukunft zeigen. Es wäre ein großer Fortschritt. Die Zeit dazu ist reif. Rund die Hälfte des deutschen Schweinefleisches wurde bis zum chinesischen Importstopp für den Export produziert. Und dann kam noch Corona mit dem Lockdown – ohne Schnitzel im Restaurant, ohne Bratwurst bei der Großveranstaltung. Vielen Bäuerinnen und Bauern steht das Wasser bis zum Halse. Von daher ist es eine gute Idee, bei der Einführung des Tierwohl-Kennzeichens mit dem Schweinefleisch anzufangen. Tierwohl: Kennzeichen-Kriterien sind aktuell noch zu limitiert So manchem Betrieb könnte Özdemirs Vorstoß die Existenz sichern. Aber nur, wenn sich die Umstellung für dieses Unternehmen rechnet. Siehe Legehennenhaltung. Özdemirs Parteifreundin Renate Künast war an der Abschaffung maßgeblich beteiligt. So gut wie keiner weint der lange verteidigten Käfighaltung mehr nach. Rund die Hälfte des deutschen Schweinefleisches wurde bis zum chinesischen Importstopp für den Export produziert. Und dann kam noch Corona mit dem Lockdown – ohne Schnitzel im Restaurant, ohne Bratwurst bei der Großveranstaltung. Vielen Bäuerinnen und Bauern steht das Wasser bis zum Halse. Von daher ist es eine gute Idee, bei der Einführung des Tierwohl-Kennzeichens mit dem Schweinefleisch anzufangen. Tierwohl: Kennzeichen-Kriterien sind aktuell noch zu limitiert. So manchem Betrieb könnte Özdemirs Vorstoß die Existenz sichern. Aber nur, wenn sich die Umstellung für dieses Unternehmen rechnet. Siehe Legehennenhaltung. Özdemirs Parteifreundin Renate Künast war an der Abschaffung maßgeblich beteiligt. So gut wie keiner weint der lange verteidigten Käfighaltung mehr nach.

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Den Morgengruß an gleicher Stelle – schreibt jeden Tag
„Der freche Bengel“

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Anregungen nehmen wir gerne entgegen

Wir erhalten in letzter Zeit viele Mails mit Texten zwecks Veröffentlichung – Um diese zu Verbreiten  sollten Sie sich aber erst einmal vorstellen und zeigen mit wem wir es zu tuen haben.  Danke !

Treu unserem Motto: Es gibt keine schlechte Presse, sondern nur unkritische Leser

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Grafikquellen          :

Oben     —   DL / privat – Wikimedia

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Unten       —     مزرعة خنازير مكتظة

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