DEMOKRATISCH – LINKS

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RENTENANGST

Archiv für Mai 16th, 2022

Tempolimit für die Bahn

Erstellt von DL-Redaktion am 16. Mai 2022

Klimaschutz und die Bahn

Von Werner Sauerborn und Hendrik Auhagen

Mehr Geld für die Schiene bedeutet nicht automatisch Klimaschutz. Nötig ist ein Paradigmenwechsel weg von der Beton- und Hochgeschwindigkeitsbahn.

Eins scheint bei Umweltbewegten bis in die Klimawissenschaft hinein festzustehen: „Bahn ist ökologisch!“ Da klingt es gerade in diesen Zeiten gut, dass die DB 2022 die Rekordsumme von 13,6 Milliarden Euro, 900 Millionen mehr als im Vorjahr, in Bahnhöfe und Infrastruktur investiert. Wofür genau – erst mal unwichtig. Endlich mal gute Nachrichten von der Bahn: neue Hochgeschwindigkeitszüge und Trassen, die den Flugverkehr unattraktiv machen sollen, Überwindung von Zeit und Raum mit Rennstrecken, Bahnhofsbauten für den Deutschlandtakt, spektakulären Brücken- und Tunnelprojekten.

Mehr Geld für die Schiene gleich mehr Klimaschutz! Diese Gleichung geht nur auf, wenn man in der Klimabilanz der Bahn all das ausblendet, was bei anderen Themen einzurechnen meist Standard, zumindest aber bekannt ist. Nämlich die Modi der Nutzung, die den unmittelbaren Energieverbrauch bestimmen, und die „graue Energie“, das heißt der Energieaufwand und Klima­belastungen aus Vorprodukten, zurückgehend bis zur Rohstoffgewinnung.

Bei jedem Staubsauger gibt es Energieeffizienzklassen, angesichts des explodierenden Einsatzes von Mikrochips und Batterien wird über die problematische Gewinnung von Lithium und Kobalt diskutiert. Bei jedem Auto weiß man, dass der Verbrauch, ob Benzin oder Strom, abhängt von seinem Gewicht, der gefahrenen Geschwindigkeit, und dass bei gleichen Tempi weniger verbraucht wird als bei ständigem Bremsen und Beschleunigen.

Auto ist also nicht gleich Auto, aber Bahn ist gleich Bahn und immer klimafreundlich? Physikalische Basics gelten aber auch bei der Bahn. Bei einer geilen Tempo-300-Sause verdreifacht sich der Energiebedarf beziehungsweise THG-Ausstoß pro Kilometer gegenüber 160 km/h. Auf Extremgeschwindigkeiten ausgelegte Züge müssen schwerer gebaut werden, gewichtsbedingt daher höherer Energieaufwand bei Bau und Betrieb sowie signifikant höherer Verschleiß von Gleisen und Gleisbett.

Tunneldurchfahrten sind energieaufwendiger als Fahrten auf offenem Gelände. Immens der Energieaufwand eines voll besetzten, fast 1.000 Tonnen schweren ICE4 beim Beschleunigen auf seine Höchstgeschwindigkeit.

Eine Studie im Auftrag der Friedrich-Naumann-Stiftung errechnet, dass der CO2-Ausstoß für den Bau der 30 Tunnel zwischen Köln und Frankfurt bei mehr als 850.000 Tonnen liegt. Mehr Geld für die Schiene bedeutet nicht automatisch mehr Klimaschutz. Nötig ist ein Paradigmenwechsel weg von der Beton- und Hochgeschwindigkeitsbahn.

Der Verkehrswissenschaftler Karlheinz Rößler hat Ähnliches für die in Stuttgart geplanten sogenannten Ergänzungsprojekte ermittelt. Von den Pro­jekt­geg­ne­r*in­nen als „zweites Stuttgart 21“ kritisiert, sollen mit weiteren 47 Kilometern Tunnel inklusive einem zusätzlichen unterirdischen Kopfbahnhof die immer deutlicher zutage tretenden Defizite von Stuttgart 21 behoben werden.

Der aktuelle Rekordhalter V150 der Rad-Schiene-Technik bei einer Geschwindigkeit von rund 574 km/h (2007)

Der Bau allein der geplanten Tunnelstrecken erfordert fast 3,5 Millionen Tonnen Material, im Wesentlichen Stahlbeton für die Tunnelwände, -böden und -decken. In der Klimawährung ausgedrückt: zusätzliche 730.000 Tonnen Treibhausgase, vor allem CO2! Je aufwendiger das Projekt, umso geringer der Klimagewinn.

Ähnlich verheerende Klimabilanzen dürften die vielen bundesweit geplanten Großprojekte der DB aufweisen, wie die Verlegung des Bahnhofs Hamburg-Altona, der Nord-Zulauftunnel zum Brenner-Basistunnel, der Fehmarnbelt-Tunnel durch die Ostsee, der Fernbahntunnel in Frankfurt am Main, der zweite S-Bahn-Tunnel in München.

Zu all diesen Vorhaben gibt es Bürgerinitiativen, die klimaverträglichere Alternativen entwickelt haben. In Stuttgart zum Beispiel das Konversionsprojekt Umstieg 21. Eine ehrliche Klimabilanz würde zeigen, dass der gefahrene Personenkilometer mit dem Auto oder dem Flugzeug weniger klimabelastend ist als ein Kilometer Zugfahrt in diesen Tunnel- und Hochgeschwindigkeitswelten.

Auf jeden Fall verkleinert diese anachronistische Ausbaustrategie den klimapolitischen Systemvorsprung der Schiene gegenüber den Verkehrsträgern Auto und Flugzeug, die ja mit der Verkehrswende zurückgedrängt werden sollen.

Quelle      :          TAZ-online         >>>>>          weiterlesen

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Oben     —       Schnellfahrstrecke Hannover–Würzburg

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Ein offener Brief

Erstellt von DL-Redaktion am 16. Mai 2022

An die Herausgeberin von „Scharf-Links“

Parteitages der Partei DIE LINKE 2019, Bonn.2.jpg

Von Wolfgang Gerecht, 16. Mai 2022

Ein offener Brief an die Herausgeberin einer der „mächtigsten“ nicht kommerziellen Online-Zeitungen der BRDeutschland www.scharf-links.de anlässlich der NRW-Landtagswahlen

Guten Tag Edith,

bitte nicht traurig sein. DIE LINKE.NRW hat sich wenigstens jetzt Dank ihrer starken Spitzen-Kandidaten und der tatkräftigen Unterstützung der Bundes-Partei-Prominenz von Gysi über Wißler („Wissler“) auf passablem Niveau stabilisiert. 2,2%, darauf kann Mensch jetzt aufbauen.

Frau Wißler, als Allein-Vorsitzenden der Bundes-Partei bekam trotz der relativ geringen 2,2% Prozente immerhin  noch ein Interview von Frau Schausten im ZDF gewährt.

Die herrschende politische Klasse braucht eben in Zeiten einer All-Parteien-Regierung (SPD-GRÜNE-FDP + CDU-CSU) eine „linke“ Opposition.

Für die Partei-Führerin Frau Wißler, besteht demnach in der BRDeutschland ein Wähler-Potential für DIE LINKE von 19-20%. „DIE LINKE“ müsse lediglich ihre „Streitereien“ einstellen, dann wird alles wieder gut. Ähnlich auch der Bundes-Geschäftsführer Herr Schindler in der Berliner Runde.

Selbst wenn Mensch, Frau Wißlers politisches Denkvermögen in Sachen Potenzial-Einschätzung aufgrund konkreter Erfahrungen bei der BTW 2021 (Zur Erinnerung: 10% mindestens hatte die Spitzen-Kandidatin als Ziel ausgegeben, 4,9% wurden es !) anzweifelt, blieben immer noch 9,5-10%  für DIE LINKE – unter Wißlers Führung natürlich – übrig.

Vielleicht sollte Mensch nicht so streng sein, sie hat ja keine Mathematik studiert. Sie war ja in „Politik-Wissenschaften“  auf der Uni eingeschrieben und es wurde ja auch eine Diplom-Arbeit – von wem auch immer – geschrieben. Jedenfalls für eine Partei-Karriere in der Partei DIE LINKE, vorher WASG, hat es – wie für viele andere auch – gereicht.

Zusammenfassend:

Streitereien einstellen! Den Vorgaben, Entschuldigung, den „strategischen Planungen“ unter der Partei-Führerin Wißler folgen und alles wird gut werden.

Anhang zu bereits eingeleiteten (Sofort) Maßnahmen:

Die Antikapitalistische LINKE (AKL), eine von fast unzähligen Bundes-Arbeitsgemeinschaften (BAG) hat sich schon „zum großen Sprung nach vorne“ bereit gemacht und  alle AKL – Landesverbände zu umfassenden „Beratungen“ mit dem ewigen Thema der Links-Partei „Was tun?“ aufgerufen.

Wenn zu den Bemühungen der AKL noch die Kommunistische Plattform (KPF), die Sozialistische LINKE (SL) und die „Bewegungslinke“ dazu kommt und auch das alte Forum Demokratischer Sozialisten (FDS) und der neue Arbeitskreis  Die Linke erneuern“ https://linke-erneuern.de/ ebenfalls ihre Beiträge zur Beseitigung der allgemeinen „Streitereien“ liefern, dann kann ja nichts mehr „schiefgehen“.

Nur worin konkret die als „Streitereien“ benannten Meinungsverschiedenheiten bestehen, das sollte eine politische Führung auch endlich einmal öffentlich, also  den ehemals Millionen Wähler Innen der Partei benennen.

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Parteitag der Linkspartei in Bonn. 2. Tagung des 6. Parteitages der Partei DIE LINKE, 22. und 23. Februar 2019, Bonn.

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Charta der Vielfalt

Erstellt von DL-Redaktion am 16. Mai 2022

Gerechtigkeit und Würde in Rendsburg – Eckernförde

Rendsburgerhochbrücke.jpg

Rendsburger Hochbrücke

Von   :     Jimmy Bulanik

voor :    Nora – Marie Rohmann

Der Kreis Rendsburg – Eckernförde ist der Charta der Vielfalt beigetreten. Damit wird ein entschlossenes Signal für ein Plus an Menschenwürde und Toleranz gesetzt. Bereits im Jahr 2016 ist die Kommune dem Bündnis gegen Homophobie beigetreten und hat die Lübecker Erklärung unterzeichnet.

Dies ist ein Arbeitskreis unter der Leitung der Gleichstellungsbeauftragten entstanden. Politische Repräsentantinnen und Repräsentanten, juristische Personen des privaten Rechtes sowie natürliche Personen der demokratisch gesinnten Zivilgesellschaft sowie Engagierte begegnen sich am Runden Tisch für Akzeptanz und Respekt. Das zeitnahe bewerkstelligen von mehr Gerechtigkeit, Menschenwürde und die Erhebung der Lebensqualität ist das Ziel.

Der Runde Tisch setzt die Werte der Charta der Vielfalt um. Dazu gehört die Implementierung von Maßnahmen der Pluralität. Darüber hinaus die Methoden der Vernetzung.

Am internationalen Tag gegen Homo-, Bi, inter* und trans* Phobie am 17. Mai 2022 wird der Beitritt im Kurpark in Eckernförde mit einem farbenfrohen Straßenfest gefeiert.

Die Tugend der Solidarität steht allen Menschen frei

Der Kinderchor der Sprottenschule Eckernförde wird um 17:15 Uhr solidarische Lieder für die Menschen aus der Ukraine vortragen. Für den politischen Antifaschismus wird die Band Bejarano & die Microphone Mafia ab 18 Uhr auftreten. Sie alle streben für ein humanistisches, zeitgemäßes Wertegerüst.

Obendrein wird ein charismatisches Rahmenprogramm mit Informationsständen (Gleichstellungsstelle Rendsburger Regenbogengruppe, die Lobbyorganisation LSVD), sensorische bekömmliche Speisen wie Phil‘s Burger, Nordic Kaffeekocher, Basteltisch mit Buttonmaschine und Kinderschminken mit dem Einhorn Sophie angeboten.

Eröffnet wird das Fest durch die Kreispräsidentin, Juliane Rumpf. Um 20 Uhr wird die Feierlichkeiten enden. Laut Geodaten wird das Wetter bei 18 C sonnig werden.

Die demokratisch, humanistisch gesinnte Zivilgesellschaft entwickelt sich weiter. Was in Eckernförde stattfindet wird durch die Welt reisen. Jede Form von Gerechtigkeit ist begrüßenswert.

Nützlicher Link im Internet:

Het kleine paradijs

„Als de liefde brandt in dit kleine land is het hier het paradijs“

www.youtube.com/watch?v=t0ADj1q71RE

Als de regen onze liefde blust
En de hemel op mijn schouders rust
Wil ik naar een land
Aan de andere kant
Naar een land hier ver vandaan
Naar een ander land
Aan de overkant
Waar de wolken niet bestaan.

Als een vogel wil ik vliegen dan
Veel verder dan ik dromen kan
Als het even kan wil ik naar de zon
Wil ik heel ver weg op reis
Op een klein balkon
In de avondzon
In een heerlijk paradijs

Maar dan weet ik dat mijn hart verlangt
Naar de regen van dit kleine land
Waar ook jij mijn hart verwarmen kan
Ja, mijn hele leven lang

Want al is de hemel soms heel grauw
Als je houdt van mij en ik van jou
Ben je rijker dan
Ik ooit wensen kan
In dit kleine paradijs
Ook al is het koud
Als je van me houdt
Is het hier het paradijs

Van een hele kleine luchtballon
Maken wij een reuze grote zon
Als de liefde brandt
In dit kleine land
Is het hier het paradijs
Als de liefde brandt
In dit kleine land
Is het hier het paradijs

Nu de sterren aan de hemel staan
En ons hart verwarmd wordt door de maan
Nu we samen zijn
Niemand krijgt ons klein
In dit kleine paradijs

Kom we zingen tot de ochtend komt
En we dansen samen in het rond
Als de liefde brandt
In dit kleine land
Is het hier het paradijs
Als de liefde brandt
In dit kleine land
Is het hier het paradijs

Kom we zingen tot de ochtend komt
En we dansen samen in het rond
Als de liefde brandt
In dit kleine land
Is het hier het paradijs
Als de liefde brandt
In dit kleine land
Is het hier het paradijs
Als de liefde brandt
In dit kleine land
Is het hier het paradijs

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Gemeinfreiheit Ich, der Urheberrechtsinhaber dieses Werkes, gebe dieses Werk in die Gemeinfreiheit frei. Dies gilt weltweit.
In einigen Ländern ist dies möglicherweise rechtlich nicht möglich; wenn ja:
Ich gewähre jedem das Recht, dieses Werk für jeden Zweck und ohne Bedingungen zu verwenden, es sei denn, solche Bedingungen sind gesetzlich vorgeschrieben.
Verfasser Malte Hübner             /       Quelle   :  Foto aufgenommen von Malte Hübner       / Datum    :  August 2005

 

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DIE * WOCHE

Erstellt von DL-Redaktion am 16. Mai 2022

Wie geht es uns, Herr Küppersbusch?

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/1b/Die-Woche.png?uselang=de

Kolumne von Friedrich Küppersbusch

Landtagswahlen, AfD und ESC: Sondierend wie der Kanzler – Unsere Verteidigungsministerin betreibt Kinderbetreuung hoch oben in den Wolken, der Planet überhitzt und Eier fliegen gegen Politikerinnen.

taz: Herr Küppersbusch, was war schlecht vergangene Woche?

Friedrich Küppersbusch: Während ich schreibe, wählt NRW noch: zu früh.

Und was wird in dieser besser?

Wahlergebnis ’ne Woche alt: zu spät.

Erst Franziska Giffey am 1. Mai in Berlin, jetzt Annalena Baerbock auf einer Wahlkampfveranstaltung in Wuppertal: Eier auf Politikerinnen zu werfen, wird scheinbar immer beliebter. Wen hätten Sie gerne diese Woche mit Eiern beworfen?

Nur wirklich gute Freunde. Fischers Farbbeutel übertünchte seine Wende zum Krieg, Kohls Wrestlingshow in Halle die welkenden Landschaften. Dann stürzen Bodyguards herbei und schubsen die Märtyrer in Mehrtürer. Im Ergebnis sind die Anliegen – Friede, Freude, Eierwerfen – blamiert und die Beworfenen fein raus. Um Schock und Schreck sind sie nicht zu beneiden. Aber richtig böse wären Sprechchöre wie „Unsere Eier kriegt ihr nicht“.

Die AfD fliegt in Schleswig-Holstein aus dem Landtag. Innerhalb der Partei diskutiert man nun über eine mögliche Neuausrichtung. Welche Orientierungshilfe braucht die Partei jetzt Ihrer Meinung nach?

Man verehrt alte Nazikumpel, pöbelt demokratische Würdenträger an und bellt, die Linken mögen doch mal die Klappe halten: Hoppla, Ukraines Botschafter Andrij Melnyk würde als Ein-Mann-AfD durchgehen. Wenn da nicht deren abgründige Verliebtheit in das russische Regime wäre. An dieser Bruchkante taumelt die Partei. Im Osten eher immer noch unterwegs auf der Straße der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft, im Westen mit Neigung zum grundsympathischen Nationalismus der Ukraine. Im Angesicht von Kriegsflüchtlingen zieht Fremdenfeindlichkeit nicht, die dämonische „Impfpflicht“ ist abgeräumt. Bleibt das alte NPD-Ticket als nationalistische SPD. Oder radikalisierte FDP. Wären das Chemikalien, wollte man ihre Reaktion nicht riechen müssen.

Verteidigungsministerin Christine Lambrecht hat ihren Sohn wohl mehrmals im Regierungshubschrauber mitfliegen lassen. Illegal ist das nicht. Die Kosten hat sie schließlich selbst übernommen. Trotzdem ein Skandal?

Lambrecht ist für die SPD, was Loriots „Familien-Allzweck-Verwender“ am nächsten kommt: In der GroKo amtierte sie gegen Ende für Frauen, Familie, Jugend, Senioren, Justiz, Verbraucher und baldigen Abschied in die Rente. Dann überraschend im fortgeschrittenen Alter – die Einberufung. Und nun die große Tauglichkeitsdebatte. Die erreicht aus dem Stand 10 von 10 Bobbycars in der großen Christian-Wulff-Skala: Journalistinnen bemühen da sexistische Klischee vom „Muttersöhnchen“, Kanzler Scholz schickt eine WDR-Interviewerin charmant in die 50er, als sie ihm Lambrechts High Heels vorhält. Die Ministerin verkörpert, höflich gesagt: ungeschickt, den, höflich gesagt: sondierenden, Stil des Kanzlers. Über ihr ein strackzimmermannförmiger Nebel karlauterbachischer Düsternis. Wenn der Liebling der Massen es dann wird, ruft irgendwer als Erster: Die Neue hat ja gar keine Kleider an! Und keinen Helm auf.

Schon 2026 könnte es so weit sein, warnt die UN-Weltwetterorganisation: Die weltweite Erwärmung könnte erstmals mehr als 1,5 Grad über dem vorindustriellen Niveau liegen. Ist Ihnen schon warm?

Quelle          :        TAZ-online            >>>>>           weiterlesen

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DL – Tagesticker 16.05.2022

Erstellt von DL-Redaktion am 16. Mai 2022

Direkt eingeflogen mit unseren Hubschrappschrap

Heute in der Auswahl des „Bengels“:   – . –  1.)  NRW – LANDTAGSWAHL 2022  – . –   2.) Presse über die NRW-Wahl  – . –   3.) Mit Wagenknecht in den Abgrund  – . –  4.) Christine Lambrechts Hubschrauberflug  – . –   5.)  Ukraine-Krieg – Ein schmaler Grat  – . –   DL wünscht allen Lesern eine  gute Unterhaltung.

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Wer sagte es: „Nur die dümmsten Kälber wählen sich ihre Metzger selber aus!“ Viele Menschen haben das verstanden – was eine Wahlbeteiligung von 55.5 Prozent nachhaltig unter Beweis stellt. Wer solche Politiker-Innen benötigt, dem ist sowie so nicht mehr zu helfen.

Alle Ergebnisse und Grafiken in Nordrhein-Westfalen im Überblick

1.)  NRW – LANDTAGSWAHL 2022

Nordrhein-Westfalen hat einen neuen Landtag gewählt. Die CDU mit Ministerpräsident Hendrik Wüst ist stärkste Kraft im Land, die Grünen legen am meisten zu. Hier finden Sie alle Hochrechnungen und Grafiken zur Landtagswahl. In Nordrhein-Westfalen waren am Sonntag rund 13 Millionen Personen aufgerufen, bei der Landtagswahl ihre Stimme abzugeben – 6,7 Millionen Frauen und 6,3 Millionen Männer. Darunter sind 785.900 Erstwählerinnen und Erstwähler. Noch nie gab es bei einer Landtagswahl in NRW so viele Wahlberechtigte im Alter von 60 Jahren und mehr. Insgesamt gab es 128 Wahlkreise, die Landeslisten von 29 Parteien waren zugelassen. Die CDU gewann die Wahl klar, auch die Grünen legten stark zu. Nach dem vorläufigen amtlichen Ergebnis, das der Landeswahlleiter am frühen Montagmorgen veröffentlichte, wurde die CDU von Ministerpräsident Hendrik Wüst mit 35,7 Prozent der Zweitstimmen stärkste Kraft. Die SPD mit ihrem Spitzenkandidaten Thomas Kutschaty sackte auf 26,7 Prozent. Die Grünen verdreifachten ihr Ergebnis auf 18,2 Prozent. Der bisherige Koalitionspartner FDP hingegen stürzte auf 5,9 Prozent. Die AfD kann mit 5,4 Prozent knapp im Landtag verbleiben. Die Linke scheiterte erneut mit 2,1 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde. Die Wahlbeteiligung lag bei 55,5 Prozent.

Welt-online

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Da wussten sich die Kinder auf den Schulhöfen in den 50.ger Jahren aber klarer auszudrücken, nachdem sie von den Lehrern verprügelt worden waren: „In die Fresse – auf die Schnauze – Haut sie“ lautete Einer von den Sprüchen.

„Eine Klatsche für Olaf Scholz, die man bis nach Berlin hört“

2.) Presse über die NRW-Wahl

Die „kleine Bundestagswahl“ ging unerfreulich für die SPD aus: Das Ziel, stärkste Partei zu werden, verfehlte sie deutlich. Die Kommentare der Presse zielen daher auf Kanzler Scholz. Hendrik Wüst fährt mit der CDU einen klaren Wahlsieg ein, die SPD muss eine wohl historische Niederlage wegstecken: Die „kleine Bundestagswahl“ in Nordrhein-Westfalen fiel überraschend eindeutig aus. Hier können Sie das Ergebnis nachlesen. Die deutsche Presse sieht dafür eine Mitschuld auch beim Bundeskanzler. Eine Auswahl der Kommentare: „Eine schallende Ohrfeige für Bundeskanzler Olaf Scholz“ Der Bremer „Weser-Kurier“ schreibt: „Das schlechteste Wahlergebnis für die SPD in der Geschichte Nordrhein-Westfalens ist in erster Linie eine schallende Ohrfeige für Bundeskanzler Olaf Scholz.“ Das Ergebnis sei, anders als in Schleswig-Holstein oder im Saarland, dem „zögerlichen und zaudernden Kurs des Bundeskanzlers in der Ukraine-Frage zuzuschreiben“. Es zeuge „mehr von der Schwäche des Kanzlers als von der Stärke des CDU-Ministerpräsidenten“. „Olaf Scholz konnte in NRW keinen Kanzlerbonus einbringen“. Die „Allgemeine Zeitung“ aus Mainz kommentiert: „Die SPD muss erkennen, dass Olaf Scholz in NRW keinen Kanzlerbonus einbringen konnte. Wer den Stoiker im Kanzleramt kennt, weiß allerdings, dass die NRW-Schlappe keinen Einfluss auf seine Regierungsarbeit haben wird, in dieser Krisenlage schon gar nicht. Das muss kein Fehler sein.“

T – online

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Es ist zwar unter Politiker-Innen Usus geworden mit falschen Flaggen durch das Land zu reisen, um den Wähler-Innen Sand in die Augen zu streuen. Für eine Partei aber, welche so nahe vor dem Abgrund steht, ist es doppelt gefährlich das soziale zu Fordern um das A-soziale, als im Wind flatterndes Fähnlein anzubieten!

Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen:

3.) Mit Wagenknecht in den Abgrund

Beim letzten Mal war es noch knapp, diesmal nicht: Die Linkspartei verpasst in NRW deutlich den Einzug in den Düsseldorfer Landtag. Den Ort für ihre Wahlparty hätte die Linkspartei kaum symbolträchtiger wählen können: Von der Jugendherberge auf der anderen Rheinseite aus ist der Düsseldorfer Landtag nur aus der Ferne zu sehen. Das entspricht ihrem Wahlergebnis. Mit um die 2 Prozent hat sie nach den ersten Hochrechnungen den Einzug ins Parlament mehr als deutlich verpasst. Bei den paar Dutzend Partygästen herrschte Fassungslosigkeit. Dass die Linkspartei nach den Wahlkatastrophen im Saarland und in Schleswig-Holstein nun auch in NRW ein Debakel erlebt, ist keine Überraschung. Schon bei der Bundestagswahl war sie an Rhein und Ruhr mit Sahra Wagenknecht an der Spitze der Landesliste auf 3,7 Prozent abgestürzt. Auch im Landtagswahlkampf wollte die Partei nicht auf die zweifelhafte Prominenz der Ex-Bundestagsfraktionsvorsitzenden verzichten und ließ sie in der Schlussphase in Bochum und Wuppertal auftreten, was innerparteilich nicht unumstritten war. Der Landesverband gilt als letzte Hochburg der Wa­gen­knech­tia­ne­r:in­nen – und als chronisch zerstritten.

TAZ-online

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Nirgendwo sonst können sich die „Show-Off“ der Gesellschaft besser präsentieren als in der Politik. Das legen die Nachkriegs-Strukturen eindringlich offen. Dagegen sehen sogar frühere Spitzensportler-Innen welche nach Abschluss ihrer Laufbahn zeigen, was sie in ihrer Schulzeit liegen lassen haben, sehr blass aus. Wie sagte die Jugend früher: „Keinen Arsch in der Hose – aber La Paloma pfeifen.“ Ein einigermaßen intelligenter Mensch würde sich solche Dreistigkeiten nicht herausnehmen. Aber der würde auch nie Politiker-In werden müssen !

Wie Politiker noch besser abheben könnten

4.) Christine Lambrechts Hubschrauberflug

Die Regeln der Flugbereitschaft begünstigen Privatreisen, aber nennen sie nicht so. Sollte man das ändern? Daniel Draken heißt der Kommandeur der Flugbereitschaft des Bundesverteidigungsministeriums; Jahrgang 1967, verheiratet, drei Kinder. Ob eines mal mitfliegen durfte? Womöglich. Es wäre ihm zu wünschen. Andererseits: Warum sollten die Kinder von Oberst Draken mitfliegen dürfen, die Kinder anderer Bediensteter nicht? Nur, weil Draken Kommandeur ist? Es sind keine einfachen Fragen, die Drakens Chefin, Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD), mit ihrem jüngsten Helikopterflug aufgeworfen hat. Sie betreffen den Zugang zu staatlich finanzierten Privilegien. Solche sind die Reisemittel der Flugbereitschaft. Der Luftwaffenverband besorgt weltweit Personen- und Materialtransporte. Seine zweite wichtige Aufgabe ist die Beförderung politischen Personals. Für diesen Bereich bestehen Regelungen, auf die sich Ministerin Lambrecht bezieht, wenn sie weit mehr als ein Mal sagt: Rechtlich sei alles sauber, einwandfrei, vollkommen in Ordnung oder mindestens in jeder Hinsicht unangreifbar gewesen.  Das wird niemand bestreiten wollen. Anderseits wird auch niemand bestreiten können, dass der Sohn im Helikopter ein Bild von sich und damit indirekt von seiner Mutter abgegeben hat, das man besser kein weiteres Mal zeigt. Es wird also künftig weder Sohn-Flüge in noch Sohn-Fotos aus den Maschinen der Flugbereitschaft geben. Folglich erlauben die Regeln etwas, das man in Anspruch nehmen darf, aber besser nicht sollte.

Tagesspiegel-online

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Ist es nicht die aller schlechteste Lösung sich von den Ängsten treiben zu lassen? Menschen sollten immer versuchen „das Handeln“ in den eigenen Händen zu halten. Was bedeutet der Gefahr tief in die Augen zu sehen. Unkontrollierbar wir die Gefahr erst dann, wenn sie aus dem Hinterhalt – im Rücken – auftaucht. Das ist auch im täglichen Leben so.

Ukrainian Border Guard post shelled by Russian missiles in the Kiev region near the border with Belarus.jpg

Debatte um Kriegseintritt und nukleare Eskalation

5.)  Ukraine-Krieg – Ein schmaler Grat

Ist Deutschland schon Kriegspartei? Oder tun wir doch zu wenig? In dieser Debatte ist für Besonnenheit kein Platz. Das ist ein Fehler. Vor gut vier Jahrzehnten trieb die Angst vor einem Atomkrieg schon einmal viele um. Die NATO drohte, zur Abwehr gegen sowjetische Atomwaffen selbst nukleare Mittelstreckenraketen zu stationieren. Dagegen mobilisierte die Friedensbewegung Hunderttausende, die einen Slogan besonders gern riefen: „Stell dir vor, es ist Krieg, und keiner geht hin.“ Heute, im Angesicht des russischen Überfalls auf die Ukraine, ist die Furcht wohl noch größer: Die Moskauer Drohung mit Atomwaffen bestimmt die Debatten. Wohl kaum jemand käme auf die Idee, mit dem spontihaften Sarkasmus von 1981 zu antworten. Angemessener wäre eine bittere Abwandlung des Spruchs von damals: Stell dir vor, wir sind schon im Krieg und haben es nur noch nicht gemerkt. Sind wir also in Wahrheit schon Kriegspartei? Tatsächlich gibt es eine fließende Grenze zwischen Unterstützung der Ukraine einerseits und direkter Teilnahme am Krieg andererseits. Dass etwa eine Flugverbotszone jenseits dieser Grenze läge, hat auch die NATO begriffen, weswegen sie dieses direkte Eingreifen vermeidet. Aber was ist mit den schweren Waffen, die jetzt auch Deutschland liefern will? Lange hatte es so ausgesehen, als erschöpfte sich jede Opposition gegen den zunächst abwägenden Kanzler Olaf Scholz in den Rufen nach immer mehr Militärgerät für die Ukraine, die aus der grünen Partei, der FDP und der „offiziellen“ Opposition der Unionsparteien ertönten. Nun aber hebt endlich die grundsätzliche Debatte an: Welche Hilfe für das überfallene Land erhöht die Gefahr einer nuklearen Eskalation so sehr, dass sie im Zweifel unterbleiben muss? Und: Darf diese Frage überhaupt eine Rolle spielen? Grauzonen zwischen Nichtkriegsführung und Konfliktteilnahme.

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Den Morgengruß an gleicher Stelle – schreibt jeden Tag
„Der freche Bengel“

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Anregungen nehmen wir gerne entgegen

Wir erhalten in letzter Zeit viele Mails mit Texten zwecks Veröffentlichung – Um diese zu Verbreiten  sollten Sie sich aber erst einmal vorstellen und zeigen mit wem wir es zu tuen haben.  Danke !

Treu unserem Motto: Es gibt keine schlechte Presse, sondern nur unkritische Leser

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Grafikquellen          :

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Unten       —   Ukrainian Border Guard post shelled by Russian missiles in the Kiev region near the border with Belarus

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