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Archiv für Mai 9th, 2022

Andere Kriege auf der Erde

Erstellt von DL-Redaktion am 9. Mai 2022

Nicht vergessen: Auch hier wird getötet

Վահան Գյուղի զոհված ազատամարտիկների հիշատակին կառուցված հուշահամալիրը.jpg

Von der Freitag – Redaktion

Seit dem Angriff Wladimir Putins auf die Ukraine wird das Sterben durch Waffengewalt plötzlich Teil unseres Alltags. Krieg herrscht aber nicht nur in der Ukraine. Auch andernorts lassen Regierungen andere Staaten angreifen.

Chance für Armenien

Von  :  Nikita Gerasimov

Bizarr: Der Ukraine-Krieg führt dazu, dass der Südkaukasus praktisch die einzige Region der Welt ist, in der sich die Interessen des Westens und Russlands decken. Beide wollen Frieden. Der aserbaidschanisch-armenische Konflikt um Bergkarabach hat in den vergangenen Wochen eine völlig neue Dynamik bekommen.

Weitgehend unbemerkt von der Weltöffentlichkeit eskalierte Ende März zunächst die Lage in der Region östlich der Türkei und südlich von Russland, nachdem aserbaidschanische Truppen Stellungen der selbst erklärten Republik Arzach beschossen und mehrere Kilometer tief in das Zuständigkeitsgebiet der russischen Friedenstruppen einrückten. Daraufhin folgten zähe Vermittlungen, um aserbaidschanische Einheiten zum Abzug zu bewegen. Anfang April konnten die beteiligten Seiten jedoch überraschend einen wichtigen Schritt zur Beilegung des Konfliktes initiieren: Unter der Vermittlung der EU starteten sie erstmals seit Jahren vielversprechende Friedensverhandlungen.

Der Ukraine-Krieg entfaltet auf die Friedensgespräche dabei eine sehr ambivalente Wirkung. Einerseits unterstützt Russland die Friedensgespräche, weil es sich einen weiteren Konflikt an seinen Grenzen derzeit schlichtweg nicht leisten kann. Zahlreiche Ressourcen und Armeekapazitäten sind in der „Militäroperation“ gebunden, wie Moskau die Kampfhandlungen auf dem ukrainischen Territorium betitelt.

Die Europäische Union, die finanziell durch Sanktionen und militärisch durch massive Waffenlieferungen im Ukraine-Konflikt mitinvolviert ist, betrachtet es ähnlich und will mit allen Mitteln einen weiteren Großkonflikt auf dem europäischen Kontinent, womöglich noch mit der Beteiligung des NATO-Landes-Türkei (siehe Texte zu Kurdistan und Syrien), vermeiden. Und Armenien selbst braucht erfolgreiche Friedensverhandlungen, um sich gegen neue türkische und aserbaidschanische Provokationen abzusichern.

Andererseits bringt der Ukraine-Krieg für Aserbaidschan eine viel bessere Verhandlungsposition mit sich. Baku signalisierte zwar Bereitschaft für die Friedensverhandlungen und legte einen Friedensplan vor. Zugleich sehen sich Aserbaidschan und die Türkei klar in der Position des Stärkeren, um Bedingungen für den angestrebten Friedensvertrag zu diktieren und mit Konsequenzen im Falle eines Scheiterns zu drohen. Beide wissen, dass Russland unter der Last des Ukraine-Konfliktes kaum Kapazitäten für ein intensives Eingreifen im Südkaukasus hat, während Armenien alleine dem Baku-Ankara-Bündnis hoffnungslos unterlegen ist.

Dementsprechend harsch sind die Stellungnahmen aus Aserbaidschan. So erklärte der aserbaidschanische Präsident Ilham Alijew am 22. April, dass Armenien mit den aktuell laufenden Friedensverhandlungen „die letzte Chance“ bekommen habe. Armenien müsse den fünf aserbaidschanischen Grundpositionen ausnahmslos zustimmen, darunter der Anerkennung der territorialen Integrität sowie dem Verzicht auf jegliche Territorialansprüche – dies würde für Jerewan de facto einen Verzicht auf das von Armenien kontrollierte Bergkarabach bedeuten. Ohne die Anerkennung seiner Grundpositionen werde Baku die Friedensverhandlungen nicht weiter verfolgen und womöglich sogar die Territorialverläufe Armeniens als solches nicht mehr anerkennen. „Das ist die einzige Möglichkeit für Armenien, und vielleicht auch ihre letzte Chance. Wenn sie das ablehnen, werden wir die territoriale Integrität Armeniens nicht anerkennen“, drohte Alijew.

Es war einmal: Syrien

Von      :    Michael Lüders

Seit 2011 herrscht in Syrien Krieg. In der hiesigen Wahrnehmung sind dafür Präsident Baschar al-Assad und seine russischen wie iranischen Verbündeten verantwortlich. Doch haben auch die USA und die EU sowie die Golfstaaten und die Türkei in Syrien einen Stellvertreterkrieg geführt, um Assad zu stürzen und Russland und den Iran zu schwächen. Radikale Islamisten dienten dabei als Hilfstruppen, die mit Waffen und Geld versorgt wurden, vornehmlich über die Türkei. Scharfe Wirtschaftssanktionen aus Washington und Brüssel stellen inzwischen fast jeden Handel mit Damaskus jenseits begrenzter humanitärer Hilfsmaßnahmen unter Strafe.

Baschar al-Assad in Russland (2015-10-21) 09.jpg

In Syrien laufen mehrere Konflikte parallel. Am gefährlichsten ist die Lage in der Region Idlib im Nordwesten, entlang der türkischen Grenze. Dort leben drei Millionen syrische Binnenflüchtlinge unter erbärmlichsten Bedingungen, meist in Zeltstädten. Idlib steht unter der nominellen Kontrolle der Dschihadisten-Miliz „Hai’at Tahrir asch-Scham“ (Bewegung zur Befreiung Syriens), hervorgegangen aus dem syrischen Ableger von al-Qaida. Seit März 2020 herrscht nominell eine Waffenruhe in Idlib. Damaskus wie Moskau würden die Dschihadisten gerne militärisch ausschalten, was Ankara bislang aber verhindert.

Den Nordosten Syriens kontrollieren verschiedene kurdische Gruppierungen (siehe Text zu Kurdistan), die nur deswegen nicht von der Türkei angegriffen werden, weil sie enge Verbündete der USA sind. Das Assad-Regime kontrolliert etwa drei Viertel des Landes, mit Ausnahme der Grenzgebiete im Norden und jener im Osten, entlang der irakischen Grenze. Dort herrschen die USA, die alle Erdöl- und Erdgasquellen Syriens besetzt haben und sie völkerrechtswidrig ausbeuten– und der IS, der Kurden wie auch Assads Truppen bekämpft. Hinzu kommt ein Schattenkrieg Israels gegen den Iran auf syrischem Boden.

Eine Friedenslösung ist nicht in Sicht. Der Westen besteht auf einem Regimewechsel, der aber liegt in weiter Ferne. Ebenso das Ende der mörderischen Sanktionen. Die lange vom Ausland unterstützte Opposition ist zerstritten und bedeutungslos. Unterdessen fehlt jedem zweiten Syrer der gesicherte Zugang zu Lebensmitteln und Medikamenten.

Dauerkrieg: Kurdistan

Von    :    Anita Starosta

Während alle Welt auf Wladimir Putins Angriffskrieg in der Ukraine blickt, startete der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan eine Invasion im Nordirak: Mit der Operation „Klauen-Verschluss“ griff die türkische Armee in der Nacht zum 18. April Einheiten der kurdischen Arbeiterpartei (PKK) in den nordirakischen Bergen an. Die Bevölkerung musste sich vor den massiven Angriffen aus der Luft in Sicherheit bringen. So gewohnt die Nachricht des Kampfs gegen Kurd:innen auch sein mag, sie bleibt völkerrechtlich ein Delikt. In der Vergangenheit schätzte der Wissenschaftliche Dienst des Bundestags die türkischen Angriffe im Nordirak als völkerrechtwidrig ein, da das Selbstverteidigungsrecht der Türkei nicht gegeben sei. Es käme kaum noch zu Angriffen durch die PKK, die ein solches Vorgehen rechtfertigen könnten. In dem Papier wird auch diskutiert, ob eine Verletzung der irakischen territorialen Souveränität vorliegt, da die Regierung in Bagdad den türkischen Militäroperationen nicht zustimmte – Erdoğans Partner ist der Regierungspräsident der nordirakischen Autonomieregion Kurdistan, Masrur Barzani. Die irakische Seite gibt sich entzürnt über die Angriffe, bringt sich aber gleichzeitig in Stellung, um das seit Jahren umkämpfte Kernland der Jesiden – Shengal – unter eigene Kontrolle zu bringen.

In Nordostsyrien, dem kurdischen Rojava, stellt sich die völkerrechtliche Frage in ähnlicher Weise. Türkische Angriffe wie die anschließende Besetzung des kurdischen Gebiets Afrin (Operation „Olivenzweig“ im Frühjahr 2018) und des Grenzgebiets zwischen Serêkaniyê und Girê Spî (Operation „Friedenquelle“ im Herbst 2019) beschreibt der Wissenschaftliche Dienst des Bundestags als völkerrechtswidrig. Auch die vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs diskutierte Gefahr eines NATO-Bündnisfalls spielt in der Betrachtung eine Rolle: Der Wissenschaftliche Dienst kam allerdings zu dem Schluss, dass ein Bündnisfall selbst dann nicht gegeben ist, sollte Syrien die türkischen Truppen bis auf türkisches Gebiet zurückdrängen.

12. September 2016 Aufbau der Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung in Van nach PKK-Angriff mit Bombenauto.jpg

In Syrien und im Irak lebt die Zivilbevölkerung unterdessen mit den Folgen der türkischen Angriffe. Hunderttausende flohen 2019 aus Nordsyrien ins Landesinnere und verließen ihre Häuser, nachdem der Aggressor ankündigte, den gesamten Grenzstreifen zu einer türkisch kontrollierten „Sicherheitszone“ zu machen. Bis heute halten sich türkische Söldner mit ihren Familien in den damals erkämpften Gebieten auf, besetzen die Häuser der Vertriebenen. Türkische Infrastruktur – ob Zahlungsmittel oder Bildungssystem – hat sich etabliert. Die Zivilbevölkerung in der Region Hasakeh leidet unter der Wasserkappung. Seit Monaten kommt es zudem regelmäßig zu Drohnenangriffen und Beschuss auf grenznahe Städte. Allein dieses Jahr gab es in Nordostsyrien 34 Drohnenangriffe, bei denen 29 Personen verletzt und neun getötet wurden. Letztes Jahr waren es 89 Drohnenangriffe. Ziele waren dabei vor allem militärische und politische Personen der demokratischen Selbstverwaltung. Es kommt jedoch immer wieder auch zu zivilen Opfern. Im Zuge der aktuellen türkischen Offensive im Nordirak hat das türkische Militär Beschuss und Drohneneinsätze in Nordostsyrien nochmals intensiviert.

Die internationale Gemeinschaft lässt Erdoğan gewähren – seine Druckmittel sind immer noch bedeutend: Flüchtlingsdeal, Rüstungsexporte und ökonomische Beziehungen. Hinzu kommt jetzt seine Rolle als vermeintlicher Mittler im Ukraine-Krieg. Die NATO-Partner üben sich in lautem Schweigen zu der Militäroperation in Kurdistan-Irak und den anhaltenden Angriffen in Nordostsyrien.

Ohne Hegemonie: Mali

Quelle        :       Der Freitag-online          >>>>>           weiterlesen

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Grafikquellen          :

Oben       —      Denkmal der Freiheitskämpfer des Dorfes Vahan Armenien

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2.) von Oben     —     Рабочий визит в Россию Президента Сирии Башара Асада. Встреча с Президентом России Владимиром Путиным

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Unten      —      12. September 2016 Aufbau der Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung in Van nach PKK-Angriff mit Bombenanschlag

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Liebe DL-Redaktion ….

Erstellt von DL-Redaktion am 9. Mai 2022

Olaf Scholz‘ Rede zum 8. Mai 2022

Feldmarschall Keitel unterzeichnet deutsche Kapitulationsbedingungen in Berlin 8. Mai 1945 - Restauration.png

Genau diese Mörder  in Uniformen bekamen in der CDU die Plattform geboten, so weiter zu machen als wäre nichts geschehen !

Von    :      Stefan Weinert

Nun hat er sie doch gehalten, die Rede zur Nation am 8. Mai 2022. Olaf Scholz habe den richtigen Ton getroffen, meint der Tagesspiegel heute. Da habe ich was ganz anderes aus dem Mund eines emotionslosen und emphatiearmen Bundeskanzlers gehört und gesehen. Deshalb anbei meine kritischen Anmerkungen als freier Linker und meine Analyse als ebenso freier Journalist. Der Absturz der SPD in Schleswig-Holstein (meinem Geburtsland) am selbigen Tag unterstreicht, dass Scholz seit nun 74 Tagen nichts als Misstöne von sich gibt. 

Mit linken Grüßen, Stefan Weinert

Quelle des Redetextes von Olaf Scholz: „Nie wieder“: Scholz‘ Rede zum 8. Mai im Wortlaut – n-tv.de *)

[Kritisch kommentiert und analysiert von Stefan Weinert]

Die entsprechenden Rede-Sequenzen wurden vom Kritiker fett unterlegt.

*) Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger!

Heute vor 77 Jahren endete in Europa der Zweite Weltkrieg. Das Schweigen der Waffen am 8. Mai 1945 glich einer Friedhofsruhe – über den Gräbern von mehr als 60 Millionen Frauen, Männern und Kindern. [Von einer „Friedhofsruhe“ am 8. Mai 1945 zu reden, ist Zynismus pur, da noch heute – 77 Jahre später – die Schreie der in den Gaskammern Erstickenden, der an die Bäume lebendig genagelten Kinder, der mehrfach vergewaltigten Frauen, der Schwangeren, denen die Unterleiber bei lebendigem Leibe aufgeschnitten wurden, der ohne jede Betäubung „Operierten“, lebendig Begrabenen … zu hören sind. – Nein Herr Bundeskanzler, das ist und war trotz des Schweigens der Waffen, keine „Ruhe oder gar Frieden“ über den Gräbern (FRIED-Hof), denn für die 6 Millionen in deutschen KZ Ermordeten und für die meisten der anderen über 55 Millionen Kriegstoten, gab es am 8. Mai 1945 keine Gräber und gibt es sie bis heute nicht. Sie wurden verbrannt, ihre Knochen zu Seife verarbeitet, ihre Haut zu Lampenschirmen gegerbt, ihre Köpfe als Schreibtischdekoration geschrumpft, ihre Haare in U-Booten verwendet, ihre Goldzähne eingeschmolzen, in Massengräbern verscharrt oder sie befinden sich am Grund der Meere, eingeschlossen in Stahl. Nur wer ihre Schreie und die Schreie der Ungerechtigkeit und die der unterlassenen Wiedergutmachung nicht hört, kann von „Friedhofsruhe“ sprechen.]

Millionen sind von ihnen auf den Schlachtfeldern gefallen. Millionen sind in ihren Städten und Dörfern, in Konzentrations- oder Vernichtungslagern ermordet worden. Deutsche haben dieses Menschheitsverbrechen verübt. [… und bis heute, „laufen“ viele von ihnen, den deutschen Täter/innen, noch frei herum, bzw. konnten unbehelligt irgendwann zwischen 1945 in Frieden leben und in Frieden sterben.]

Umso schmerzhafter ist es mitzuerleben, wie heute, 77 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, erneut rohe Gewalt das Recht bricht, mitten in Europa. Wie Russlands Armee in der Ukraine Männer, Frauen und Kinder umbringt, Städte in Schutt und Asche legt, ja selbst Flüchtende angreift.

Für mich ist dies ein 8. Mai wie kein anderer. Deshalb wende ich mich heute an Sie. [Nein! Nicht das war der Grund Ihrer Rede, sondern Sie wollten Ihr herb angeschlagenes Image etwas aufpolieren! Und glauben Sie, Herr Scholz, uns über 82.000.000 Bürger/innen geht dieser 8. Mai 2022 nicht nahe?; „näher“ wahrscheinlich als Ihnen. Auch ohne Ihre Rede! Wir warten seit nun 73 Tagen auf eine klare und eindeutige, entschiedene und wohldurchdachte Rede an die Nation und ihr entsprechendes Handeln. Damit hätte die von ihnen oben beschriebenen „rohe Gewalt, Schutt und Asche“ verhindert werden können.]

Wir können nicht an das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa erinnern, ohne der Tatsache ins Auge zu sehen: Es herrscht wieder Krieg in Europa. Russland hat diesen Krieg entfesselt. [Den „Tatsachen ins Auge sehen“ ist gerade das, was Sie nicht tun. Im Gegenteil. Sie versuchen wiederholt die Wirklichkeit zu de-realisieren und unterschlagen das, was uns noch als Auswirkungen dieser Realität erwartet.Millionen Menschen in der Welt werden des Hungers sterben, wir Deutsche werden eine Epoche der Entbehrungen erleben …]

Einst kämpften Russen und Ukrainer gemeinsam unter größten Opfern, um Deutschlands mörderischen Nationalsozialismus niederzuringen. Deutschland hat sich damals schuldig gemacht, an beiden Nationen, der russischen wie der ukrainischen. Mit beiden streben wir seit Jahrzehnten nach Aussöhnung.

Nun jedoch will Russlands Präsident Putin die Ukraine unterwerfen, ihre Kultur und ihre Identität vernichten. [Wovor auch Sie, Herr Bundeskanzler, gewarnt waren, es aber in den „Wind“ schlugen.] 

Präsident Putin setzt seinen barbarischen Angriffskrieg sogar mit dem Kampf gegen den Nationalsozialismus gleich. Das ist geschichtsverfälschend und infam. Dies klar auszusprechen, ist unsere Pflicht. [Richtig: Aber dann müssen Sie auch aussprechen, wo hier die Versäumnisse und die Irrtümer der NATO, der EU und der BRD (SPD), zu dieser Barbarei geführt haben. Der Begriff „infam“ wird heute als Synonym für „hinterhältig, unverschämt, zynisch“ genutzt – vermutlich auch von Ihnen; doch auch Ihrer Rede vom 8. Mai 2022 fehlte es nicht an Zynismus]

Doch damit ist es nicht getan.

Es war der militärische Sieg der Alliierten, der der nationalsozialistischen Diktatur in Deutschland ein Ende setzte. Wir Deutsche sind dafür bis heute dankbar. Daher konnte der damalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker 1985 vom 8. Mai als „Tag der Befreiung“ sprechen.

Aus der katastrophalen Geschichte unseres Landes zwischen 1933 und 1945 haben wir eine zentrale Lehre gezogen. Sie lautet: „Nie wieder!“ [Aber gerade diese Losung haben Sie heuer karikiert und konterkariert, indem sie gezögert und gezaudert haben, mit dem billigen Argument, nicht im Alleingang handeln zu wollen. Umkehrschluss: Wenn die NATO und die anderen EU-Ländern bis heute nichts in Richtung Ukraine unternommen hätten, dann hätte auch die BRD bis heute nichts getan?!!]

Nie wieder Krieg.
Nie wieder Völkermord.
Nie wieder Gewaltherrschaft.

Und doch ist es wieder passiert – Krieg in Europa. Darauf hat der ukrainische Präsident Selensky heute hingewiesen. In der gegenwärtigen Lage kann dies nur bedeuten: Wir verteidigen Recht und Freiheit – an der Seite der Angegriffenen. Wir unterstützen die Ukraine im Kampf gegen den Aggressor. Das nicht zu tun, hieße zu kapitulieren vor blanker Gewalt – und den Aggressor zu bestärken. [Sie, Herr Scholz, implizieren mit dieser Rhetorik, Sie hätten seit 73 Tagen genau das getan, was Sie hier für als selbstverständlich beschreiben, und Sie hätten das, als Geboten beschriebene, nicht unterlassen. Das beurteilen mindestens 40 Millionen Deutsche ganz anders. Die anderen 40 Millionen lehnen Sie als Kriegskanzler ab. Wen haben Sie eigentlich noch auf Ihrer Seite?]

Wir helfen, damit die Gewalt ein Ende finden kann. Daher haben wir in den vergangenen Tagen und Wochen weitreichende und schwierige Entscheidungen getroffen – zügig und entschlossen, durchdacht und abgewogen. [Das Gegenteil ist und war der Fall: zügig? entschlossen? durchdacht? Mitnichten – Gegenteiliges war der Fall. abgewogen!! DAS ist ZYNISMUS PUR! Ja, aber mit was „abgewogen“? Nicht mit den Leben der in der Ukraine Verbliebenen und Ermordeten, sondern mit dem, was andere Länder tun, mit Umfragewerten, veralteten Waffen, mit Ihrer Angst …]

  • Wir haben nie dagewesene Sanktionen gegen die russische Wirtschaft und die russische Führung verhängt, um Putin von seinem Kriegskurs abzubringen.
  • Mit offenen Armen haben wir hunderttausende Ukrainerinnen und Ukrainer aufgenommen.
    Hunderttausende, die vor der Gewalt in ihrer Heimat bei uns Zuflucht finden.
    Hilfsorganisationen leisten erste Unterstützung, Schulen und Kitas richten Willkommensklassen ein, Bürgerinnen und Bürger nehmen Geflüchtete bei sich Zuhause auf.
    Für diese enorme Hilfsbereitschaft überall in unserem Land danke ich Ihnen von Herzen!
  • Und wir haben erstmals überhaupt in der Geschichte der Bundesrepublik Waffen in ein solches Kriegsgebiet geschickt, in großem Umfang – und immer sorgfältig abwägend auch schweres Gerät.
    Das setzen wir fort.
     [Das, Herr Bundeskanzler, stimmt nachweislich nicht. In den 1980er Jahren wurde der Erzfeind des damaligen Iran, der Irak, regelrecht mit deutschen Rüstungsgütern überflutet: Insgesamt 80 deutsche Firmen, darunter Daimler-Benz, MAN und Siemens, halfen bei der Hochrüstung des Saddam-Regimes. Eine besonders unrühmliche Rolle spielte die Chemiefabrik in Samara, die mit deutscher Hilfe gebaut wurde. Saddam Hussein nutzte sie für die Produktion von Giftgas, das er gegen die irakischen Kurden einsetzte. Seine militärische Offensive kostete 200.000 Kurden das Leben und vertrieb rund 1,5 Millionen Menschen.   Der kurdischen Peschmerga wurden 2015 Lenkwaffensysteme, Handgranaten und Sturmgewehre im Wert von 65 Millionen Euro aus Deutschland geliefert, um sie im Kampf gegen den „Islamischen Staat“ auszurüsten.] Quelle:  Fluchtgrund | Deutsche Waffen gelangen auch in Konfliktgebiete

Ich kann mir gut vorstellen, [Sie WISSEN es doch ganz genau durch den „Emma“-Brief!] wie sehr diese Entscheidungen viele von Ihnen bewegen. Schließlich geht es buchstäblich um Krieg und Frieden. Um unsere historische Verantwortung und maximale Solidarität [die hätte anders aussehen müssen] mit der angegriffenen Ukraine. Um die Sicherheit unseres Landes und unseres Bündnisses.

Diese Ziele miteinander in Einklang zu bringen – dieser Aufgabe stellen wir uns Tag für Tag.

Bundesarchiv Bild 183-J0422-0600-002, Berlin-Karlshorst, Kapitulation, Shukow, Keitel.jpg

Die Lumpen in ihren Uniformen !

Dass wir als Land über Fragen solcher Tragweite intensiv miteinander diskutieren, ist gut und legitim. Zur Demokratie gehört auch, solche Kontroversen in „Respekt und gegenseitiger Achtung“ zu führen. Darauf hat der Bundespräsident in seiner Rede heute Morgen zu Recht hingewiesen. [Er sprach aber auch dreimal von einem „Epochenbruch“ und nicht einmal von „Zeitenwende“]

Aus vielen Äußerungen, die ich dieser Tage höre, spricht ernste Sorge. Sorge auch davor, dass sich der Krieg ausweitet, dass der Frieden auch bei uns in Gefahr geraten könnte.

Es wäre falsch, dies einfach abzutun. Solche Sorgen müssen ausgesprochen werden können.

Gleichzeitig gilt: Angst darf uns nicht lähmen.

Ich habe Ihnen geschildert, was wir tun, um Recht und Freiheit zu verteidigen in der Ukraine und in ganz Europa. Das ist sehr viel. [Das ist zu wenig]

Und zugleich tun wir nicht einfach alles, was der eine oder die andere gerade fordert. Denn: Ich habe in meinem Amtseid geschworen, Schaden vom deutschen Volk abzuwenden. [Wie sie es durch Ihre Finanzskandale getan haben? Diejenigen, die vor Wirecard gut begründet gewarnt hatten, wurden von der BAFIN und der StA verfolgt. ]

Dazu zählt, unser Land und unsere Verbündeten vor Gefahren zu schützen. Vier klare Grundsätze folgen daraus für die Politik:

  • Erstens: keine deutschen Alleingänge! Was immer wir tun, stimmen wir auf das Engste mit unseren Bündnispartnern ab – in Europa und jenseits des Atlantiks. [Siehe wie schon oben beschrieben]
  • Zweitens: Bei allem, was wir tun, achten wir darauf, unsere eigene Verteidigungsfähigkeit zu erhalten! Und wir haben entschieden, die Bundeswehr deutlich besser auszustatten, damit sie uns auch in Zukunft verteidigen kann. [In ihrem jetzigen Zustand ist die Bundeswehr gar nicht verteidigungsfähig, von daher kann von „erhalten“ keine Rede sein.]
  • Drittens: Wir unternehmen nichts, was uns und unseren Partnern mehr schadet als Russland. [?]
  • Und viertens: Wir werden keine Entscheidung treffen, die die NATO Kriegspartei werden lässt. Dabei bleibt es! [Das aber wird nicht ausbleiben. Wie werden Sie dann argumentieren?]

Dass es keinen Weltkrieg mehr geben soll – erst recht keinen zwischen Nuklearmächten – auch das ist eine Lehre des 8. Mai.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
ich kann Ihnen heute noch nicht sagen, wann und auf welche Weise Russlands grausamer Krieg gegen die Ukraine enden wird. [!]

Klar ist aber: Einen russischen Diktatfrieden soll es nicht geben. Den werden die Ukrainerinnen und Ukrainer nicht akzeptieren – und wir auch nicht.

Selten standen wir mit unseren Freunden und Partnern so geschlossen und geeint da wie heute.

Ich bin zutiefst überzeugt:
Putin wird den Krieg nicht gewinnen. [Sie, Herr Bundeskanzler, mögen davon aus Kalkül (?) überzeugt sein (müssen). Doch leider ist das völlig unsicher. Wir können es nur „hoffen“ – aber nicht wissen]
Die Ukraine wird bestehen. [dito]
Freiheit und Sicherheit werden siegen – so wie Freiheit und Sicherheit vor 77 Jahren über Unfreiheit, Gewalt und Diktatur triumphiert haben. [dito]

Dazu nach [„allen uns zur Verfügung stehenden“, fehlt in Ihrer Rede] Kräften beizutragen, das bedeutet heute „Nie wieder“!

Darin liegt das Vermächtnis des 8. Mai.

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Grafikquellen          :

Oben     —     Feldmarschall Wilhelm Keitel Unterzeichnung der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht im sowjetischen Hauptquartier in Karlshorst, Berlin.

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08. Mai 1945 Daheim

Erstellt von DL-Redaktion am 9. Mai 2022

Sieben und Siebzig – Jahre  Danach

Erdhütten in KZ-Außenlager bei Kaufering.jpg

Blick auf Kasernen nach der Befreiung Kauferings, ein Netzwerk von Außenlagern des KZ Dachau. Landsberg-Kaufering, Deutschland, 29. April 1945.

Quelle:    Scharf  —  Links

Ein Kommentar von Georg Korfmacher, München

Es ist gerade mal 77 Jahre her, dass der bis dahin größte und schändlichste Weltkrieg beendet wurde. Glücklicherweise, denn sonst wäre meine Mutter mit mir und meinem jüngeren Bruder nach Theresienstadt deportiert worden und dort verendet. So aber entkamen wir dem fanatischen Nazi-Bürgermeister und konnten – zwar in Trümmern – selbst bestimmt aufwachsen.

Vom Kriegsende bei uns heute kaum ein Wort. Wie in einer permanenten Show wird uns der Ukrainekrieg vorgeführt und über Krieg und Waffenlieferungen diskutiert. Die eigene Geschichte ist/wird vergessen oder verdrängt, ebenso wie das Tucholsky-Zitat „Soldaten sind Mörder“. Im Krieg gibt es wahrlich keine Sieger, nur unendlich leidvolle Menschenopfer wegen der Wahnvorstellungen einiger Politikprotze.

Die USA haben uns mit dem Abwurf der Atombomben auf Japan und seit dem Vietnamkrieg in unzähligen von ihnen angezettelten Kriegen vorgeführt, dass kriegerische Erpressungen schlussendlich scheitern, bis sie sich dann in Afghanistan wie ein feiger Hund mit eingezogenem Schwanz vom Acker gemacht haben. Und im Ukrainekonflikt schieben sie mit Geld und Waffen wieder kräftig an, und unsere Regierung hilft dabei tumb mit.

Vor gerade mal 27 Jahren hatte Richard von Weizäcker 50 Jahre nach dem Krieg den 8. Mai zum „Tag der Befreiung“ erklärt. Von Befreiung und Frieden aber heute keine Spur. Nur wieder Krieg, Sanktionen, Ausgrenzung und Ausbeutung aller Art. Wie befreit sind wir eigentlich? Sind wir wirklich nur frei, wenn wir genau das tun können, was uns gerade passt? Oder machen wir nur immer wieder dieselben Fehler, weil wir sie so gut kennen? Freiheit und Verantwortung sind die beiden ein und derselben Medaille.

Ein Tag wie der 8. Mai sollte uns zu Ruhe und Besinnung kommen lassen. Nachdenken über das, was hinter und was vor uns liegt. Denn, „Wer nicht weiß woher er kommt, der nicht weiß wohin er geht“ (Darius Romanelli). Bildung, Wissen und Denken könnten uns da behilflich sein.

Urheberrecht
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Grafikquelle :

Oben     —     Blick auf Kasernen nach der Befreiung Kauferings, ein Netzwerk von Außenlagern des KZ Dachau. Landsberg-Kaufering, Deutschland, 29. April 1945.

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DIE * WOCHE

Erstellt von DL-Redaktion am 9. Mai 2022

Wie geht es uns, Herr Küppersbusch?

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/1b/Die-Woche.png?uselang=de

Kolumne von Friedrich Küppersbusch

Steinmeiers Entspannungspolitik, mit Deutschland als Möppeliger Hilfssheriff im Saloon. Die Spitzenkandidaten bei der Landtagswahl sind schwach und stille Diplomatie wird als russlandfreundlich gescholten. Außerdem: Rückkehr von der ISS.

taz: Herr Küppersbusch, was war schlecht vergangene Woche?

Friedrich Küppersbusch: Ich freute mich über Äußerungen des Papstes.

Und was wird in dieser besser?

Vielleicht um den herum eine neue Kirche gründen?

Der Bundespräsident und Selenski haben am Donnerstag über 45 Minuten miteinander telefoniert und sich versöhnt. Braucht die Welt mehr Versöhnungsanrufe?

Kommt drauf an, wer spricht. Aus Steinmeier die untergegangene deutsche Entspannungspolitik. Er darf sich allseits „russlandfreundlich“ zeihen lassen, wo man gestern noch von effi­zien­ter stiller Diplomatie sprach. Brandts „Wandel durch Annäherung“ wird auf einen gescheiterten „Wandel durch Handel“ verkürzt. Selenski forderte vor dem Bundestag von Deutschland „die Führungsrolle, die ihm zusteht“, und knüpfte damit an George W. Bushs „­partners in leadership“ von 1989 an. Höflich gesagt erscheint also offen, ob hier zwei Staatschefs über Wege aus der Kriegskatastrophe sprechen oder zwei Faktoren sich ihr Plätzchen in einem wesentlich größeren Spiel suchen. Deutschland als möppeliger Hilfssheriff, der lieber einen schwunghaften Saloon betreibt, als draußen den verdammten Rothäuten eins überzubrennen: Dies Framing hat Konjunktur – das Bild von Selenski, der gleich die ganze Welt verteidigt, auch. Vielleicht schaffen wenigstens die beiden ein Abrüstungsgespräch.

Das 9-Euro-Ticket kommt. Die Angst nimmt zu, dass das schöne Sylt nun in den Sommermonaten von Massen an Tou­ris­t:in­nen überrannt wird. Wie können wir die Reichen und Schönen schützen?

Solange der Landweg dahin Hindenburgdamm heißt, gehen geschichtsbewusste Gäste zu Fuß. Watt ihr wollt.

Es boomt der Secondhandmarkt. Ein Drittel kauft regelmäßig gebrauchte Kleidung. Sie auch?

Unter Corona machten die Container dicke Backen: Das Quarantänevolk mistete aus, doch Sortierwerke, Secondhandshops und die Lieferketten dahinter stauten. Nun flust es wieder: Die Hälfte geht in Putzlumpen und Schredderfasern, ein Gutteil nach Osteuropa, der Rest in die Dritte Welt. Nur 10 Prozent bleiben hier. Das ist eine profitable Industrie, die wenig mit dem altruistischen „Mit Wonne in die Tonne“ am gebrauchten Hut hat. Deswegen kann man die Freude am Gebrauchtlappen durchaus neben den Blödsinn des Kaufrauschs stellen: Verschwendung.

Es ist Wahlkampf in NRW. Hendrik Wüst gegen Thomas Kutschaty. Welcher der beiden verheirateten katholischen Juristen kämpft besser?

Bei Kutschaty staunen auch Landesinsassen, dass er schon mal sieben Jahre Minister gewesen sein soll. Bei Wüst ähnlich über die kühne Behauptung, er sei Ministerpräsident. Die Wahl wird bundespolitisch entschieden werden, zumal die Kampagnen von vor dem Krieg stammen. Dass die Grünen mit einer hörbar bayerischen Spitzenkandidatin sehr gut im Rennen liegen, zeigt die Schwäche der beiden anderen Spitzenkandidaten.

Auf einen offenen Brief in der Emma, worin Intellektuelle und Prominente sich gegen die Lieferung schwerer Waffen aussprachen, folgte ein offener Brief in der Zeit pro kontinuierliche Waffenlieferungen in die Ukraine. Ist Briefe zu unterzeichnen die neue Art, Debatten auszutragen?

Die Zivilgesellschaft streitet, das war vor dem Krieg ein wichtiger Exportschlager der „westlichen Demokratien“. Man muss hüben wie drüben nicht jedes Argument zwingend und jede Gefühlsaufwallung mitreißend finden. Doch es ist ein verdienstvoller Schlag gegen die drohende Generaldebilmachung.

Ein halbes Jahr lang war der Astronaut Matthias Maurer auf der „ISS“. Am Freitag landete er auf der Erde. Hätte er doch im All bleiben sollen?

Quelle         :       TAZ-online           >>>>>         weiterlesen

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Oben     —        Bearbeitung durch User:Denis_Apel – Lizenz “Creative Commons“ „Namensnennung – Weitergabeter gleichen Bedingungen“

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DL – Tagesticker 09.05.2022

Erstellt von DL-Redaktion am 9. Mai 2022

Direkt eingeflogen mit unseren Hubschrappschrap

Heute in der Auswahl des „Bengels“:  – . –  1.) Vorläufiges Ergebnis nach Landtagswahl   – . –       2.) Macron nach seiner Wiederwahl   – . –  3.) Pervertiertes Gedenken  – . –  4.) Die harte Droge Wirklichkeit  – . –   5.) Garanten des Elends   – . –  DL wünscht allen Lesern eine  gute Unterhaltung.

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Wer hatte diesen Niedergang der Linken nicht voraussehen können ? Er zeichnete sich seid mehr als zehn Jahre ab. Wer sich an Typen wie Lafontaine oder Wagenknecht anhängte, wird mit Diesen auch untergehen. Niemand kann an seinen letzten Tagen das  nachholen, was in den jungen Jahren versäumt wurde. Zu spät aufgewacht zu sein, heißt auch in der Politik immer noch, seine beste Zeit verschlafen zu haben.

Schleswig-Holstein: CDU gewinnt – AfD fliegt erstmals wieder aus einem Landtag

1.) Vorläufiges Ergebnis nach Landtagswahl

Die CDU von Ministerpräsident Daniel Günther ist klarer Wahlsieger der Landtagswahlen in Schleswig-Holstein. Die SPD schnitt mit 16,0 Prozent historisch schlecht ab. Die AfD ist erstmals in Deutschland wieder aus einem Landesparlament geflogen.  Die CDU von Ministerpräsident Daniel Günther hat die Landtagswahl in Schleswig-Holstein klar gewonnen. Dem vorläufigen Ergebnis zufolge kamen die Christdemokraten am Sonntag auf 43,4 Prozent der Stimmen. Das sind 11,4 Punkte mehr als 2017, es ist das beste Ergebnis nach 1983.  Die SPD mit Spitzenkandidat Thomas Losse-Müller dagegen schnitt mit 16,0 Prozent historisch schlecht ab und fiel sogar hinter die Grünen zurück, die von 12,9 Prozent bei der Wahl 2017 auf jetzt 18,3 Prozent zulegten. Die FDP, die mit CDU und Grünen in einer Jamaika-Koalition regiert, verlor 5,1 Punkte (11,5) und kam auf 6,4 Prozent. Stark verbessern von 3,3 auf 5,7 Prozent konnte sich der Südschleswigsche Wählerverband (SSW).  Die AfD ist bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein erstmals in Deutschland wieder aus einem Landesparlament geflogen. Die Partei um ihren Spitzenkandidaten Jörg Nobis erhielt am Sonntag laut vorläufigem Ergebnis nur 4,4 Prozent und scheiterte damit an der Fünf-Prozent-Hürde. Erst 2017 hatte die AfD im nördlichsten Bundesland überhaupt den Einzug in den Landtag geschafft. Umfragen hatten die Partei vor der Wahl noch bei fünf bis sechs Prozent gesehen.

Ostsee-Zeitung-online

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Schmalz trifft auf Locke ? Nach den TV Erzählungen, bei denen viele Zuschauer  sicher froh waren das diese Apparate auch  Ausschaltbar sind, werden vielleicht Beide vereinbaren ihre Militärs zum Training in die Ukraine zu schicken, als Strafe für ihrer Uniformierten, in Afrika versagt zu haben und ihren Aufträgen nicht nachkamen?

Frankreichs Präsident Macron trifft Kanzler Scholz in Berlin

2.) Macron nach seiner Wiederwahl

Am Montagabend wollen sich die Staatschefs zum Ukraine-Krieg und zur europäischen Souveränität austauschen. Es ist Macrons erste Auslandsreise nach seiner Wiederwahl. Der französische Präsident Emmanuel Macron reist am Montagabend erstmals nach seiner Wiederwahl für ein Treffen mit Bundeskanzler Olaf Scholz nach Berlin. Ab 18.00 Uhr wollen sich beide unter anderem zum Krieg in der Ukraine und zur europäischen Souveränität austauschen. Die Aspekte Verteidigung und Energieversorgung sollen dabei im Zentrum stehen. Der SPD-Politiker Scholz und der Liberale Macron wollen auch weitere internationale Themen in den Blick nehmen: die Situation in der afrikanischen Sahelzone, das Verhältnis zur Balkanregion und die Beziehung der Europäischen Union zu China. Auf der Agenda stehen zudem der Klimawandel, die Ernährungssicherheit und die Raumfahrt.

Tagesspiegel-online

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Ist es nicht das Einzig wahre, was in der Politik geleert wird: Wie Rede ich aus einer krachenden Niederlage einen heroischen Sieg zu unseren Gunsten herbei? So gibt es dann letztendlich nur noch Gewinner und keine Verlierer mehr und die Kriegsspielereien können erneut beginnen.  Die Fahnen und das Militär werden immer treue Begleiter bleiben, wenn sich die Politik zu einer konsequenten Veränderung durch das Volk gezwungen wird.  

8./ 9. Mai 1945:

3.) Pervertiertes Gedenken

Über den Tag der Befreiung herrschte lange Konsens. Jetzt wird der Zweite Weltkrieg zur Begründung für eine neue Menschen Schlächterei herangezogen. Der 8. oder 9. Mai war nie ein einfacher Gedenktag. Für die Hinterbliebenen in den Siegerstaaten blieb es lange ein Datum der Trauer. Erst Jahrzehnte später konnten sich die Menschen auch darüber freuen, dass das Massenschlachten in Europa an diesem Tag ein Ende fand. Die Deutschen, denen dieses Datum lange als eines der Niederlage galt, erhielten erst in jüngster Zeit die Gelegenheit zur Teilnahme. Die damaligen Alliierten öffneten sich für ihre Feinde von einst, nachdem diese zu begreifen begannen, dass auch sie befreit worden sind. Es hat in all diesen Jahrzehnten nach dem 8. Mai 1945 nicht an Versuchen gefehlt, dieses Datum für die jeweils eigene aktuelle Politik zu instrumentalisieren. Aber immer blieb es bei der Übereinstimmung, dass es sich um einen historischen Tag handelt; immer war damit der Konsens des „Nie wieder!“ verbunden. Dieses Miteinander ist zerstört, niedergewalzt durch den Krieg Russlands in der Ukraine. Das Ende des Zweiten Weltkriegs ist in Moskau zur bloßen Folie verkommen, mit der die Machthaber ihre expansiven Gelüste ummanteln und Tausende Tote mit dem Kampf gegen einen angeblichen Faschismus begründen. Es ist eine Pervertierung: Der übelste Massenmord der Menschheitsgeschichte wird zur Begründung für eine neue Menschen Schlächterei herangezogen.

TAZ-online

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Wäre es möglich das in dieser kaputten Welt zu viel Laber Köpfe, gleich NATO, UNO und wie auch immer sich diese Verdummungs-Institutionen auch  selber benennen. Sie sind offensichtlich nicht das Geld -Wert was Völker in sie Investieren, da sie keinen Frieden garantieren können, wie es uns  gerade vorgespielt wird.  Wo kein Kläger – da kein Richter welcher auch entscheidend tätig werden könnte. Alles gleicht den Religionen – welche nie ihren Gott bei seiner Arbeit zusehen durften. Wofür dann der ganze Firlefanz, wenn ein jeder auf diesen Planeten seine Mörder von der Leine lassen kann. Nach Tausenden von Jahren gilt immer noch die Faustregel: Die Kleinen Mörder werden verurteilt – die Massenmörder laufen weiter frei umher.

Krisenreporterin – Journalismus

4.) Die harte Droge Wirklichkeit

Vierzehn Jahre lang reiste Gabriele Riedle für das Magazin „Geo“ in die Krisengebiete der Welt. Ihr vierter Roman handelt davon. Kurz bevor der britische Fotojournalist und Dokumentarfilmer Tim Hetherington 2011 in Libyen von einer Granate zerfetzt wurde, twitterte er: „In der belagerten libyschen Stadt Misrata. Rücksichtsloses Granatfeuer durch Gaddafis Streitkräfte. Von der NATO nichts zu sehen.“ Man muss nicht viel verändern, um diesen Tweet auf die aktuelle Situation in der Ukraine umzuschreiben. Dort sind bis Anfang April bereits fünf Journalisten getötet worden.  Hetheringtons Tod ging um die Welt und Gabriele Riedles Roman läuft auf diesen Tod zu. Die 1958 in Stuttgart geborene Reporterin ist viele Jahre für das Geo-Magazin durch die Welt gereist, um den Menschen in Deutschland zu erklären, was in Krisengebieten wie Afghanistan, Südafrika, Liberia oder Libyen vor sich geht. Die Erfahrungen, die sie dabei gemacht hat, sind in ihren vierten Roman eingeflossen. Darin erzählt eine namenlose Ich-Erzählerin von ihrem Leben als Krisenreporterin. Von ihrer kleinen Wohnung in Berlin bricht diese Frau immer wieder auf, um das Wehen und Walten des Hegel’schen Weltgeistes in Kabul, Port Moresby, Monrovia oder Tripolis zu beobachten. Mit preisgekrönten Fotografen wie Tim (Hetherington) für eine unbestimmte Zeit zusammengewürfelt, um In Dschungeln. In Wüsten. Im Krieg. die Geschichten hinter den Schlagzeilen zu recherchieren. In Kabul begegnet sie einem ehemaligen afghanischen Königssohn, der selbst fotografiert. Trotz Bilderverbot betreibt er ein Fotostudio, weil auch ein Steinzeit-Regime wie das der Taliban Passbilder für Ausweispapiere brauchte. „Der Sohn des Königs berichtete also, dass die Taliban ihn gezwungen hatten zu tun, was getan werden musste, auch wenn es nicht getan werden durfte, und deshalb eigentlich auch gar nicht geschah.“ Hier klingt der ironische-entlarvende Ton an, mit dem Riedles Erzählerin ihre ungewöhnlichen Eindrücke beschreibt. In der im Nordkaukasus gelegenen autonomen Republik Inguschetien trifft sie auf die temperamentvolle Gattin des Groß-Imams und erfährt, wie der Prediger ins Visier von Wladimir Putin geriet, weil er in seinen Freitagspredigten vom Frieden im Kaukasus träumt.

Der Freitag-online

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Wieder so ein Fall der Weltpolitischen Selbstzufriedenheit und niemand kümmert sich um Flüchtlingsströme. So wird im Westen mit ihren Schein-Demokratien noch darüber nachgedacht, beide Kopfschlächter ja nicht von ihren Sockeln zu stoßen.  Denn des eine Elend macht des anderen Größe und fördert die Geschäftstüchtigkeit, nicht nur durch den  Verkauf neuer Waffen!

Baschar al-Assad in Russland (2015-10-21) 06.jpg

Der Kleine und der Große -dahinter stehen die Trauerklöße 

Das syrische Regime ist nach wie vor auf russische Unterstützung angewiesen

5.) Garanten des Elends

Russland ist die wichtigste Stütze des Regimes von Bashar al-Assad und sichert den labilen, von Gewalttätigkeit geprägten Status quo in Syrien. Zöge Russland wegen des Ukraine-Kriegs Truppen ab, würde das den Iran stärken. In Syrien ist immer noch alles beim Alten. Ende März meldete die UN genau 5 724 230 registrierte syrische Flüchtlinge in den Nachbarländern. Das ist zwar ein neuer Höchststand, aber seit der syrische Diktator Bashar al-Assad um das Jahr 2018 herum angeblich den Krieg gewonnen hat, sind nur noch ein paar Zehntausend dazugekommen; Flüchtlingszahl bleibt seit Jahren recht konstant. Fast niemand kehrt zurück, höchstens Syrer, die die Not aus dem wirtschaftlich kollabierten Libanon über die Grenze treibt. Das Assad-Regime finanziert sich weiterhin durch Drogenhandel, vor allem mit Captagon, und aus der – maßgeblich von Deutschland mitfinanzierten – humanitären UN-Hilfe; Assads Unterstützer Russland und Iran haben Soldaten, aber kein Geld für ihn übrig. Größere Kampfhandlungen gibt es tatsächlich seit Jahren nicht mehr, ab und zu überfällt der »Islamische Staat« (IS) einen Konvoi mit Regierungssoldaten in der Wüste. In Dara’a, im Süden, bringen Assads Geheimdienstleute, die unter russischem Kommando stehen, derweil ehemalige Rebellen um. Im Norden kontrolliert die Türkei das Gebiet um Idlib mit seinen Islamisten, in dem über vier Millionen Menschen vor Assad Schutz suchen. Jüngst wurde dort ein türkisches Panzerfahrzeug mit einer Rakete angegriffen, vielleicht war es ­Assad, vielleicht die syrischen Truppen der PKK, jedenfalls war es eine Botschaft. Israel wiederum bombardiert regelmäßig Militäranlagen der Iraner und der Hizbollah in Assads Herrschaftsgebiet, Anfang März wurden dabei auch zwei Offiziere der iranischen ­Revolutionsgarden getötet Der Konflikt in Syrien ist auf seine Art eingefroren – aber wer weiß, wie lange noch. Denn es stellt sich die große Frage, welche Rolle Russland dort in Zukunft spielen wird. Nachdem sich Meldungen über den geplanten massenhaften Einsatz syrischer Söldner auf russischer Seite in der Ukraine erwartbarerweise als reine Propaganda herausgestellt haben, bleibt offen, inwieweit Russland Militär aus Syrien abzieht, um es in der Ukraine einzusetzen. Inoffizielle Meldungen aus israelischen Armeekreisen sprechen davon, dass bereits jetzt iranische Militärberater an die Stelle russischer Truppen treten sollen. Das könnte die Situation irgendwann zum Kippen bringen und insbesondere für Israel gefährlich werden.
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Den Morgengruß an gleicher Stelle – schreibt jeden Tag
„Der freche Bengel“

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Grafikquellen          :

Oben     —   DL / privat – Wikimedia 

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Unten     —   Рабочий визит в Россию Президента Сирии Башара Асада. Встреча с Президентом России Владимиром Путиным

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