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RENTENANGST

Archiv für Mai 4th, 2022

Die große Vereinfachung

Erstellt von DL-Redaktion am 4. Mai 2022

Die völkerverbindende, grenzüberschreitende Idee von Kultur erhält derzeit einen schweren Dämpfer

Adam und Eva von Lucas Cranach (I).jpg

Ein Schlagloch von   :   Georg Seeßlen

Zwischen Solidarität und einem Stellvertreter-Nationalismus drohen Kulturschaffende eine politische Unschuld zu verlieren – die sie nie hatten.

Es gibt, meiner bescheidenen Meinung nach, nur einen Satz, der unumstößlich und nachhaltig als vollkommen wahr erachtet werden kann. Dieser Satz lautet: Es ist kompliziert.

Fatalerweise ist der wahrste zugleich auch der unpraktischste Satz, jedenfalls wenn es um das richtige Leben geht. Jemand, der auf die Frage: Liebst du mich? die (vermutlich vollkommen wahre) Antwort gibt „Es ist kompliziert“, hat rein beziehungstechnisch wohl nicht die beste Wahl getroffen, und eine Richterin hat bei einem entscheidenden Schuldspruch allenfalls das Strafmaß als Spielraum für die allgemeine und besondere Kompliziertheit der menschlichen Beziehungen und ihrer Störungen. Und ist nun gar ein Krieg – wie sagt man? – „ausgebrochen“, so ist für ein „Es ist kompliziert“ schon gar kein Platz mehr.

Ich vermute, die Erkenntnis, die in der Frucht eines gewissen Baumes im Paradies lauerte, war ebendiese: Es ist kompliziert. Aber was ist das für ein Paradies, in dessen Mitte ein striktes Erkenntnisverbot steht und in dem ein zischelnder Verführer wenig hilfreiche Ratschläge erteilt? Nein, die Kompliziertheit war offenbar schon vorher da und das Paradies eine Falle oder, freundlicher formuliert, genau die Illusion, von der man sich verabschieden muss, um Mensch zu sein. So viel zur negativen Dialektik.

Sie steckt schließlich auch in einem kriegsbedingten Dilemma, was die mehr oder weniger utopisch-paradiesische Funktion der Kultur anbelangt. Dem demokratischen, humanistischen und kosmopolitischen Verständnis nach ist Kultur ­dasjenige Feld, auf dem sich Angehörige verschiedener Nationen, Kulturen, Religionen, Sprachen und Interessen treffen, um Dialog und Kooperation zu üben, auch da, wo auf anderen Feldern – Politik, Ökonomie, Ideologie etwa – Konkurrenz und Konflikt vorherrscht. Kultur wäre, natürlich neben vielem anderen, das Mittel, so viel von ­einander wissen zu können und so viel Gemeinsames in Vielfalt zu erkennen, dass sich Hass, Verachtung und Aggression verflüchtigen. Früher oder später.

Diese völkerverbindende, grenzüberschreitende, verständigungsinnige Idee von Kultur erhält derzeit einen schweren Dämpfer. Seit Russland die Ukraine angegriffen hat, werden nicht nur die politischen und ökonomischen Beziehungen reduziert, sondern auch – vielleicht sogar mehr als die anderen – die kulturellen. Das Ausladen russischer Künstlerinnen und Künstler gehört so sehr zum politischen Konsens wie die Boykotte auf dem Gebiet des Sports – bis hin zum Ausschluss russischer Teilnehmer an den Paralympics. Man könnte sich nun standhaft auf die Verständigungsmetapher von Kultur und Sport zurückziehen und behaupten, da träfe es in aller Regel (sehen wir von einigen erklärten Putin-Parteigängern und Oligarchenlieblingen ab) nicht nur die Falschen, sondern es werde gerade ein Dia­logfeld geschlossen, auf dem am ehesten noch Friedenshoffnungen, Kritik und Versöhnungsbereitschaft zu finden wären.

Doch bei näherem Hinsehen wird auch das wieder eher kompliziert. Denn auch hinter einem Paralympics-Sportler aus Russland, dem wir persönlich die Erfüllung seines Traumes wünschen mögen, steckt so sehr wie hinter der Autorin, die uns Einblick in Alltag und Abgrund ihrer Gesellschaft verschafft, ein Heer von Bürokraten, systemtreuen Funktionären und Lobbyisten. Die Autonomie von Kultur und Kritik, wie sie für einen offenen Dialog vonnöten wäre, reicht offensichtlich im Krisenfall nicht weit. Genauer gesagt: Die Krise macht erst richtig deutlich, wie abhängig auch Kunst, Kultur und Sport von politischen und ökonomischen Strukturen sind. Und wie wenig der sprichwörtliche gute Wille und das mehr oder weniger diplomatische Geschick gegen diese Abhängigkeit vermag.

Dabei geht es nicht allein um den Ausschluss eines Landes aus den globalen Kulturnetzen. Auch die hiesige Kulturlandschaft droht in dem Niemandsland zwischen der Solidarität mit den Menschen in der Ukraine, die zur humanistischen Verpflichtung von Kultur gehört, und einem Stellvertreter-Nationalismus mit fatalen Untertönen die politische Unschuld zu verlieren. Oder genauer gesagt: Es wird deutlich, wie wenig sie diese je besessen hat. Negative Dialektik eben.

Quelle        :       TAZ-online          >>>>>         weiterlesen

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Grafikquellen          :

Oben     — Im Vordergrund: Verbot Gottes an Adam und Eva, im Mittelweg: Erschaffung Adams, der Fall, Entdeckung des Falls, die Vertreibung aus dem Paradies

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Unten      —     Evakuierungen aus Kiew mit Bussen des Roten Kreuzes, 17. März 2022

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Neue Willkommenskultur?

Erstellt von DL-Redaktion am 4. Mai 2022

Wende in der europäischen Flüchtlingspolitik

Datei:02022 1203 Flüchtlinge aus der Ukraine in Krakau.jpg

Niemand solle den Tag vor den Abend loben. Besonders in der Politik heißt es: „Pack schlägt sich – Pack verträgt sich !“ 

Quelle     :     Untergrundblättle – CH

Von   :    Frank Bernhardt

Eine aufgemöbelte Willkommenskultur. Für den neuen Frontstaat Ukraine denkt Deutschland um bzw. bleibt sich treu: Hoch die nationale Solidarität!

Russlands Krieg in der Ukraine geht in den dritten Monat. Was 20 Jahre Afghanistan-Krieg unter US-Führung, der rotgrün mitgetragene Überfall auf Serbien 1999 und dauerhafte Kriegseinsätze der NATO-Staaten – mal mit, mal ohne völkerrechtliche Legitimation – nicht schafften, hat jetzt Putin in kurzer Frist zustande gebracht: Die deutsche Öffentlichkeit ist bis zum höchsten Grade in Militärdingen alarmiert, sie wird tagtäglich über die Gefährdung des Weltfriedens (des-)informiert und zeigt, mit und ohne Ansage von oben, eine ganz neue Empathie mit den Opfern des imperialistischen Staatenverkehrs.

„Wir“ und das russische „Böse“

„Imperialismus“ darf, ja soll man sogar wieder sagen, wenn man damit die russische Politik meint, die „auf die Wiederherstellung des verlorenen Imperiums“ zielt (FAZ, 16.4.22). Wenn man also das Böse brandmarkt (FAZ: „Putin ist der Satan“) und Putin als den neuen Hitler entlarvt. Natürlich darf von da aus nicht – wie von Politik und Presse bei einigen Ostermarsch-Auftritten bemängelt – der Blick auf die amerikanische Suprematie gerichtet werden, die sich mit ihrem konsequenten geopolitischen Revisionismus seit Ende des Ostblocks und des Warschauer Pakts bis an die Grenzen des russischen Rest-Reichs vorgearbeitet und ihm eine multiple Kriegsdrohung mit einem neuen – zu einer Art Amoklauf bereiten – ukrainischen Frontstaat präsentiert hat.

Die imperialen Ansprüche des Westens werden in dem Fall vielmehr als die reinste Verteidigungshaltung verkauft. Vom ersten Tag des Kriegs an sah sich die ganze „freie Welt“ mit angegriffen und versuchte dem Rest des Globus dies als verbindliche Sichtweise vorzuschreiben. Hier gibt es noch den einen oder anderen Querschläger, im Innern dagegen ist die Front begradigt: Massendemonstrationen, auch nach Gewerkschaftsaufrufen, treten lautstark wie mittlerweile bei fast jeder grossen oder kleinen „Antikriegs“-Veranstaltung mit der Losung „#StandWithUkraine“ an. Pazifismus ist im Moment eher „zynisch“ (Kanzler Scholz) oder bestenfalls, so der Grüne Habeck, „ein ferner Traum“, den man sich zur realpolitischen Kriegstreiberei dazudenken, aber nicht dagegen in Stellung bringen darf. Sonst entlarvt man sich gleich als „fünfte Kolonne Putins“ (so der FDP-Politiker Graf Lambsdorff).

Bei den Veranstaltungen zum 1. Mai gab es ein paar gewerkschaftliche Mahnungen, die Bundesregierung solle es mit ihrem Aufrüstungskurs nicht übertreiben. Von der essentielle Aufgabe der Gewerkschaften, den Schaden ihrer Klientel – durch die gewaltigen Preiserhöhungen der Energie- und Handelskonzerne, durch geplante Steuerbelastungen oder Sparmassnahmen – abzuwehren, ist aber weit und breit nichts zu sehen. Das Solidaritätsprinzip einer Kampforganisation, die gegen die Herren über die gesellschaftliche Arbeit antrat, hat sich eben in der BRD von Beginn an der „Sozialpartnerschafts“-Ideologie angeschlossen, es geht selbstverständlich mit Verzicht und Opferbereitschaft einher. Jetzt erfährt man auf allen Ebenen die militaristische Zuspitzung – hin zu einer „Solidarität, die nicht mehr nur helfen will, sondern zum Waffengang ruft“.

Die Heimatfront der – noch – nicht direkt mit eigenem Militär beteiligten BRD ist also zu fast 100 Prozent geschlossen. Dazu gehören Standig ovations im Parlament, als die ersten millionenschweren Waffenlieferungen an die Ukraine beschlossen wurden oder als der Regierungschef Selenskyj in bester faschistischer Tradition das ruhmreiche Erbe seines Landes beschwor.

Überall gibt es nur noch Bekundungen „für Freiheit, Demokratie und Unabhängigkeit“! Die Friedenstaube prangt auf Plakaten, die „Stand by Ukraine!“ fordern, womit als selbstverständlich gilt, dass der Krieg verschärft und verlängert wird. Dagegen, wie gesagt, keine Massendemonstrationen oder Generalstreiks zur Verhinderung harter und immer härterer Zeiten. Diese werden ja offiziell angekündigt, „viele Härten liegen erst noch vor uns“, so Bundespräsident Steinmeier am 27.3.22. Im NRW-Wahlkampf plakatieren z.B. die Grünen allen Ernstes die Losung „Damit nach der Miete noch was bleibt“!

Die veröffentlichte Meinung hat sich in einer Weise gleichgeschaltet, wie es autokratische Direktiven von oben kaum zustandegebracht hätten. Unvorstellbar, dass in einer deutschen Tagesschau ein Schild mit dem Protest gegen Kriegsvorbereitung und Feindbildpflege hochgehalten würde! Stattdessen wird der „Feindsender“ RT abgeschaltet. Widerspruch beschränkt sich im Grunde auf eine klar abgezirkelte Gegenöffentlichkeit, auf Internetportale wie Telepolis, Scharf-Links und Krass & Konkret oder auf eine Tageszeitung wie die Junge Welt, die – nicht zuletzt deswegen – unter Beobachtung des Verfassungsschutzes steht. Die öffentlich bekannt gemachte Observierung der JW wird übrigens, wie jüngst ein deutsches Gericht für rechtens befand, gezielt praktiziert, und zwar um dem Blatt „den Nährboden zu entziehen“, es also wirtschaftlich möglichst zu ruinieren.

Natürlich hält, nomen est omen, die marxistische Vierteljahreszeitschrift GegenStandpunkt dagegen und analysiert unnachgiebig die neuesten Produkte der Symbiose von Geschäft und Gewalt. Ansonsten aber sind die Reihen von demokratischer Führung und einschlägigem Expertentum weitgehend geschlossen – und das auch da, wo es früher um linke, kritische, vielleicht auch nur nachdenkliche Theoriebildung ging. Die Blätter für deutsche und internationale Politik fordern eine „grundlegende Debatte über unsere Wehrhaftigkeit“, die Zeitschrift Sozialismus wartet in einen Beitrag gleich mit der NATO-Falschmeldung „Der Krieg ist zurück in Europa“ auf etc. pp.

Erinnerung an eine Vorgeschichte

Dass der Krieg eine Vorgeschichte hat, dass er nicht aus heiterem Himmel durch einen „wahnsinnigen“ Putin zurück nach Europa gebracht wurde, dass ihm die – dezidierte, offen angesagte – Missachtung östlicher Sicherheitsbedürfnisse zu Grunde liegt, erfährt man aus der hiesigen Öffentlichkeit nicht. Alles wird auf die Kindergarten- oder Grundschulfrage reduziert: Wer hat angefangen? Der objektive Gegensatz selber ist ausgeblendet. „Eine Anerkennung der russischen Sicherheitsinteressen ist für Amerika kategorisch ausgeschlossen; die würde ja auf die Annullierung all der strategischen Fortschritte der letzten Jahrzehnte hinauslaufen, die den mächtigen Rivalen so erfolgreich in Bedrängnis gebracht haben.“ (Peter Decker.

Nur zur Erinnerung, worum es bei diesen strategischen Fortschritten ging: Deutschland, dem durch die USA sehr schnell nach Ende des Zweiten Weltkrieges die Rolle des Frontstaates zugeteilt wurde, fand nach 1990 einen würdigen Nachfolger in der Ukraine, d.h. in einem Land, wo sich ein kampfbereiter, prowestlicher Nationalismus, auch noch mit faschistischer Tradition verstärkt, zum Tod fürs Vaterland (und zu dessen Säuberung von den verbliebenen prorussischen Elementen) bereit erklärte. Hier hatte man das neue – Zug um Zug – ausgebaute Bollwerk gegen den zum Feind erklärten „russischen Bären“ zur Hand. Und damit auch Material für eine Feindbildpflege nach dem Muster des Kalten Kriegs, die dann vor allem seit dem Frühjahr 2021 hochgefahren wurde.

Jetzt herrscht heisser Krieg, er richtet sich von russischer Seite gegen das weitere Vorankommen der Einkreisungspolitik der NATO mit ihren mittlerweile 30 Mitgliedern, „von denen neun dem früheren Warschauer Pakt angehörten“. Das grösste Kriegsbündnis aller Zeiten, der Schutzpatron für diese Länder nach ihrer Abkehr vom Realen Sozialismus und ihrer Hinwendung zur Marktwirtschaft, bekennt sich in ideologischer Sprachregelung zur „Partnership for Peace“. Die NATO-Friedenspartner – die wie Putin ihre Kriege gerne als Operationen eines „peacekeeping“ u. Ä. ankündigen – sind seit der Gründung des Bündnisses mit wenigen Ausnahmen im Kriegseinsatz, meistens unter Umgehung des viel gepriesenen Völkerrechts.

Das ganze Kriegs- bzw. Friedensengagement läuft auf Ansage der Führungsmacht USA, die im Alleingang oder mit einer „Koalition der Willigen“ tätig wird, gerne auch – was Deutschland jetzt, bislang jedenfalls, am Fall der Ukraine praktiziert – in Form eines „leading from behind“. Im Blick auf die neue Ostfront seien hier nur noch ein paar Merkpunkte genannt: Die USA kündigten den ABM-Vertrag sowie das Verbot der Stationierung von Mittelstreckenraketen, in Rumänien wurden „NATO-Abwehrraketen“ installiert, Polen beantragte Nuklearwaffen, die Ukraine positionierte sich auf der Münchner Siko 2022 in ähnlicher Weise, Bulgarien setzt sich für die „Stärkung der Nato-Flanke im Osten“ (SZ, 29.3.22) ein … Das logische Resultat: Russland sieht sich in seiner „Behauptung als strategische Macht“ (www.gegenstandpunkt.com) und damit in seiner staatlichen Selbstbehauptung gefährdet.

Laut und deutlich hat es – nach üblicher imperialistischer Manier – seit Jahren seine roten Linien benannt und sie in der letzten Eskalationsphase seit dem Frühjahr 2021 als Forderungskatalog (kein NATO-Beitritt der Ukraine, atomare Deeskalation auf dem osteuropäischen Glacis, Rückkehr zum Prinzip „unteilbarer Sicherheit“) auf den Tisch gelegt. Danach erfolgte genau das, was angekündigt war und was die USA (sogar mit Datumsangabe) als russische Reaktion voraussahen. Nämlich, der russische Beweis, dass man auch anders kann, und zwar mit einer „robusten“ Mission, eben Krieg, zuschlagen kann – ganz nach der bekannten Devise: Angriff ist die beste Verteidigung.

Und Deutschland?

Mit der von Kanzler Scholz angesagten „Zeitenwende“ ist nun klar, dass Deutschland nicht beiseite stehen darf, sondern ganz vorne mitmischen muss. Die neue Linie, deren „strategischen Kompass“ die grüne Aussenministerin formuliert, setzt ganz selbstbewusst auf einen Militarismus, der nach dem Aufstieg zur Weltwirtschaftsmacht nun auch die Frage nach dem Gewaltbedarf klären soll. Das Land muss mit Milliarden (mit dem drittgrössten Militärhaushalt der Welt) aufgerüstet und zu einer auf der Weltbühne massgeblichen Nation aufgebaut werden, zu einer Macht, die auch der Atommacht Russland Paroli bieten kann.

Dazu kommt nicht nur ein Wirtschaftskrieg in Form eines Sanktionsregimes, das „Russland ruinieren“ (Baerbock) soll, sondern auch – Überraschung! – eine 180 Grad-Wende in der Flüchtlingspolitik. Aber leider nicht für alle! Diesen Zusatz muss man beachten, da man sonst an der neuen europäischen Flüchtlingspolitik irre werden könnte. Denn hier ist ja ebenfalls an eine Vorgeschichte zu erinnern: Bis zum Winter 2021, ja bis in die Weihnachtstage und den Jahresanfang 2022 hinein war in Europa absolut klar, dass kein einziger Flüchtling mehr reinpasst; dass vielmehr der – von Belarus tolerierte – Versuch einiger tausend Elendsgestalten, die polnische Grenze zu überschreiten, eine Art „hybrider Krieg“ des Ostens gegen „uns“ darstellt! Fast hätte hier schon Polen die Rolle des Frontstaats übernommen, wenn nicht die NATO-, sprich die US-Verantwortlichen auf das Heldentum der Ukraine gesetzt hätten.

Viele Menschen hinter einer Absperrung, auf der anderen Seite Helfer mit Westen und Megaphonen

Kaum zu glauben, aber wahr, jetzt gibt es Platz für Millionen Geflüchtete. Prompt hat Deutschland neben Waffenlieferungen, Finanzhilfe und antirussischen Sanktionen eine weitere Solidaritäts-Initiative aufgelegt. Wie schon 2015 mit grosser zivilgesellschaftlicher Bereitschaft bzw. mit bravem staatsbürgerlichem Gehorsam mitgetragen, gibt es wieder die Ansage „Wir schaffen das!“, die Kanzlerin Merkel damals ausgab. Dazu hier ein Hinweis auf ein Interview, das Ende März 2022 vom Podcast „99 zu eins“ veröffentlicht wurde (nachzuhören u.a. auf YouTube.

Das Interview wurde von „99 zu eins“ mit dem Erziehungswissenschaftler Freerk Huisken zum Thema „Neue deutsche Flüchtlingspolitik“ geführt. Es stand unter der Überschrift „Flüchtlingspolitik als Kriegsbeteiligung“ und unterzog im Sinne dieser programmatischen Ansage die neue deutsche Solidarität mit Flüchtenden aus Kriegs- und Bürgerkriegsgebieten einer vernichtenden Kritik.

Huisken, der bis 2006 an der Universität Bremen zur politischen Ökonomie des Ausbildungssektors forschte, ist ein Kenner der Materie. Er hat zum Thema Flüchtlingspolitik in den letzten Jahren zwei Bücher veröffentlicht. 2016 erschien seine Flugschrift „Abgehauen“; 2020 folgten die „Flüchtlingsgespräche 2015ff.“, die sich als Argumentationshilfe zum Streit mit den „Ja-aber-Deutschen“ verstanden, also als Angriff auf die verbreitete, auch demokratisch anerkannte Ausländerfeindlichkeit, und die auf Gespräche und Wortwechsel z.B. aus Huiskens zahlreichen, bundesweiten Diskussions- und Vortragsveranstaltungen zurückgingen (Näheres dazu auf der Homepage: www.fhuisken.de).

Huisken verweist in dem neuen Interview gleich auf die bis zum 24. Februar geltende europäische Ab- und Ausgrenzungspolitik der herrschenden „Ausländerfeinde in Amt und Würden“. Den Politikern, die zeitgleich Frontex und andere Abschottungsmassnahmen aufrecht erhalten, sei „keine moralische Heuchelei zu schade, um sich und die Bürger zu Hilfeleistungen zu verpflichten“. Journalisten fielen die Widersprüche natürlich auf, aber sie nähmen dies nicht als Anlass zur Aufklärung, sondern als Auftrag, um besorgt zu fragen, inwieweit das nicht der deutsch-europäischen Glaubwürdigkeit schade. Als Beispiel nannte Huisken die Süddeutsche Zeitung vom 21.3.22. Zitat: „Es geht nicht darum, das Leid der Geflüchteten gegeneinander auszuspielen, es geht um die europäische Glaubwürdigkeit, die auf dem Spiel steht.“

Huisken kommentiert: „Das ist also die Sorge, die diese Presse, die zu den liberalen Organen gehört, umtreibt: zweierlei Mass und Doppelmoral! Da kennt sich der Bürger am Ende vielleicht gar nicht mehr aus. Da gibt es vielleicht eine Differenz zwischen Bürger und Führung. Und das darf nicht sein! Gegen diese mögliche Unglaubwürdigkeit empfiehlt der Artikel natürlich nicht das, was man eigentlich, wenn man die Sache logisch nimmt, folgern könnte. Sie empfiehlt weder die europäischen Aussengrenzen für die Flüchtlinge, die sich in Lagern stauen, zu öffnen oder umgekehrt – alles im Sinne der Logik der Glaubwürdigkeit – Europa auch gegen die Ukraine abzuschotten. Das wären die beiden Varianten, die aus Glaubwürdigkeit – nähme man das mal ernst – folgen würden.“

All das unterbleibt in der hiesigen Öffentlichkeit, mit deren Analyse Huiskens Interview beginnt. Bei dem SZ-Kommentar hat man das, was eingangs als systematische Desinformation angesprochen wurde, in einem bezeichnenden Beispiel vor sich: Journalisten melden sich zu Wort, damit sie von der Politik gute Gründe geliefert bekommen, die für alle Bürger glaubwürdig begründen, warum mit Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine so ganz anders verfahren wird als mit denen aus Syrien, Afghanistan usw.

Das ist – so Huisken – der Imperativ der gegenwärtigen Lage: „Gerade im Krieg müssen alle verlogenen Begründungen der Politiker glaubwürdig rüberkommen. Gerade im Krieg darf zwischen Volk und nationaler Führung kein Blatt passen. Das ist im Krieg die Notwendigkeit, die neue Variante … von Loyalität.“ Und das ist, wie das Flüchtlingsthema paradigmatisch kenntlich macht, die wirkliche Sorge, die die Verantwortlichen für die nationale Öffentlichkeit umtreibt: dass durch die Unglaubwürdigkeit der Oberen der Zusammenschluss von Volk und Führung leiden könnte.

Und ausgerechnet diese „freie Presse“ beklagt, dass in Russland die unfreien Medien getreulich den Standpunkt der Regierenden wiedergeben statt die Regierten zu Widersetzlichkeit aufzurufen!

Soweit nicht anders angegeben und keine Quellenangabe (Name einer Organisation oder Internet-Adresse) vorhanden ist, gilt für die Texte auf dieser Webseite eine Copyleft (Public Domain) Lizenz.

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Grafikquellen          :

Oben     —    Flüchtlinge aus der Ukraine in Krakau

Verfasser Silar         /      Quelle     : Eigene Arbeit      /     Datum    :      6. März 2022, 13:23:22

Diese Datei ist lizenziert unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International Lizenz.

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Unten      —       Empfang von Flüchtlingen am Berliner Hauptbahnhof. Viele Berliner boten dort freiwillig einen Schlafplatz in ihrer Wohnung an.

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Der Ukraine – Krieg

Erstellt von DL-Redaktion am 4. Mai 2022

Ressourcenkriege sind heute  – „das neue Normal“

Quelle:    Scharf  —  Links

Von Udo Hase

Vorbemerkung

Wenn Krieg gerechtfertigt wird, oder Gründe gesucht werden, warum im 21. Jahrhundert überhaupt noch Kriege stattfinden, werden die materiellen Gründe vom üblichen Propagandanebel so lange besprüht, bis sie gar nicht mehr zu existieren scheinen. Dabei sind diese „materiellen Gründe“ im 21. Jahrhundert sehr evident. Wenn wir im Jahr 2022 über Geopolitik reden, reden wir über den Zugriff auf Ressourcen und ggf. über den Kampf um günstige Ausgangspositionen zur Kontrolle über diese Ressourcen. Die Bedeutung dieses Motives hat angesichts der bereits minutiös berechneten Verknappungen in Folge der Klimakatastrophe so dramatisch zugenommen, dass in diesem Jahrhundert mit weitaus mehr „militärischen Versuchen“ zu rechnen ist. Die Voraussetzung dafür sind jedoch sehr ungleich verteilt. Krieg als Mittel zur Durchsetzung von Ressourcenkontrolle setzt militärische Potenz voraus und wird auch weiterhin immer einer Risikoabwägung durch den Angreifer unterliegen, insbesondere dann, wenn die konkurrierenden Staaten über strategische und taktische Nuklearwaffen verfügen.
Dieser Artikel beginnt mit zwei Situationsbeschreibungen: einer über landwirtschaftlich nutzbare Böden – und einer über die Wasserverfügbarkeit. Sie wurden ausgewählt, weil es sich um die notwendigsten „Zutaten“ zur Lebensmitteproduktion handelt und letztere ein wesentlicher Grund für den Ukrainekrieg ist. Damit soll der Hintergrund oder das „Bühnenbild“ für die Aufführung „Krieg“ ausgeleuchtet werden. Danach wird es um die konkrete Rolle der Ukraine und ihre spezifische Bedeutung in diesem Kontext gehen. Ziel ist es, den Propagandanebel zu vertreiben und damit einen Blick auf die Realität zu ermöglichen. Nicht der geistige Gesundheitszustand des russischen Präsidenten oder dessen Vorstellungen von russischem Imperialismus sind die realen Auslöser für diesen Krieg, sondern das Bestreben von Staaten und Machtblöcken, die global ausübbare Macht durch die Kontrolle über planetare Ressourcen zu erlangen, respektive zu sichern.

Die Menschheit verliert den Boden unter den Füßen

Als hätten wir der Erde mit menschengemachter Erwärmung und dem ebenfalls menschengemachten dramatischen Artenschwund nicht genug Probleme gemacht: 40 Prozent der Böden, die wir zur Produktion von Lebensmitteln benötigen, sind inzwischen geschädigt, vor allem durch die aktuelle landwirtschaftliche Praxis, stellt der neue Global Land Outlook der UN fest. Ein Drittel der Landfläche unseres Planeten benötigt also dringend eine Instandsetzung, oder besser gesagt eine vermutlich jahrzehntewährende Erholung von den zerstörerischen landwirtschaftlichen und industriellen Produktionsmethoden.

Die UN-Konvention zur Bekämpfung der Wüstenbildung UNCCD hat ihren aktuellen Bericht vorgelegt.

Die Ergebnisse der Untersuchungen sind bitter. Der neue Bericht „Global Land Outlook 2“ zeigt, dass bereits 70 Prozent der Landflächen der Erde vom Menschen verändert wurden. 40 Prozent sind geschädigt und dadurch nicht mehr so fruchtbar ist wie ursprünglich, oder gänzlich untauglich geworden. Von den Folgeproblem sinkender Ernteerträge und zunehmender Versteppung ist mittlerweile die Hälfte der Menschheit betroffen.

Schuld am schlechten Zustand der Böden ist vor allem die Landwirtschaft. UNCCD-Chef Ibrahim Thiaw sagte: „Wir müssen dringend unsere globalen Lebensmittelsysteme überdenken, die für 80 Prozent der Entwaldung und 70 Prozent des Süßwasserverbrauchs verantwortlich sind und die mit Abstand größte Ursache für den Verlust der biologischen Vielfalt auf dem Land darstellen.“

Und diese Belastungen werden bei einem ungebremsten Fortschreiten der Entwicklung deutlich zunehmen, stellt der Bericht klar. In diesem Fall würden weitere zwölf Prozent der Böden weltweit bis zum Jahr 2050 geschädigt. Das ist eine Fläche so groß wie Südamerika.

Warnung vor einem Weiter-so

Außerdem würden bis zu diesem Zeitpunkt weitere 253 Milliarden Tonnen CO2 emittiert – durch Kohlenstoffverlust in den Böden, die Rodung von Wäldern und die Trockenlegung von Feuchtgebieten. Das entspricht den kompletten heutigen globalen Treibhausgas-Emissionen von fünfeinhalb Jahren.

Der Bericht kommt daher zum Schluss: „Ein Weiter-so ist kein gangbarer Weg für unser weiteres Überleben und unseren Wohlstand.“

Der Bericht nennt zwei Alternativen. Bei der ersten werden die Böden auf einer Fläche von 50 Millionen Quadratkilometern gezielt verbessert. Das entspricht gut einem Drittel der Landfläche unseres Planeten und ist das Fünffache der Fläche, die die Länder nach eigenen Angaben bislang wieder instand setzen wollen. Auch hier liegt, wie bei den Teibhausgas – Emissionen, schon die Absichtserklärung weit unter der Notwendigkeit.

Die Methoden bestehen zudem in profitschmälernden Maßnahmen, wie dem Verzicht auf Pflügen, durch Bäume auf Feldern und Weiden, ein besseres Weidemanagement sowie Maßnahmen gegen Bodenerosion. Dadurch ließe sich die Fruchtbarkeit der Böden in den meisten s.g. Entwicklungsländern um fünf bis zehn Prozent verbessern. Zudem würden die Böden und die Bodennutzung zu einer Netto-CO2-Senke.

Auch bei einer weiteren Abnahme der Waldfläche könnten dann Böden und Vegetation 62 Milliarden Tonnen CO2 zusätzlich speichern. Wegen der fortgesetzten Ausdehnung von Agrarland und Städten würde die Artenvielfalt allerdings immer noch abnehmen. Die Lösungen sind also keineswegs wirklich nachhaltig. Inwieweit das durch den bisherigen landwirtschaftlichen Raubbau verursachte, katastrophale Artensterben die Produktivität der Böden weiter beeinträchtigt, ist, mangels umfassender Studien noch nicht klar. Klar ist: Der Einfluss ist negativ.

Mehr Schutzgebiete heißt intensivere Nahrungsproduktion

Bei einer naheliegenden Alternative zum Weiter-so werden sollen, zusätzlich zu den beschriebenen Maßnahmen, vier Millionen Quadratkilometer unter Schutz gestellt werden. Das sollen Gebiete mit besonders hoher Artenvielfalt sein sowie solche, die eine besondere Bedeutung für die Wasserregulierung oder andere Ökosystemdienstleistungen haben.

Die vorgeschlagene Ausweitung der Schutzgebiete um Flächen von der halben Größe Brasiliens würde allerdings die Nahrungsmittelproduktion stark reduzieren. Auf dem verbleibenden Agrarland müssten die Erträge dann um neun Prozent gesteigert werden und Nahrungsmittel würden sich entsprechend verteuern. Für diese Steigerung ist bisher keine nachhaltige Methode in Sicht.

Für das Klima wäre das Schutzgebiet – Konzept hingegen ein großer Vorteil. Im Vergleich zum Weiter-so würden ca. 304 Milliarden Tonnen CO2 zusätzlich gebunden. Die Artenvielfalt nähme allerdings immer noch ab, wenn auch um ein Drittel geringer als bei der bisherigen Verfahrensweise.

Die dringend notwendigen Maßnahmen werden Geld kosten. Schon die Wiederherstellung von zehn Millionen Quadratkilometern wird auf rund 160 Milliarden US-Dollar pro Jahr geschätzt. Eine Kostenschätzung für eine Fläche, die fünfmal größer ist, liegt nicht vor. Zum Vergleich: der Gesamthaushalt der Bundesrepublik Deutschland lag 2021 bei 548 Milliarden Euro (etwa 578 Milliarden US – Dollar)

Zwar würde sich die Investition langfristig ganz famos rechnen, aber weder existiert ein System, um die private Landwirtschaft zu einer solchen Maßnahme zu ertüchtigen (also z.B. für die sinnvolle Verteilung von Finanzmitteln), noch gibt es auch nur eine einzige Erfahrung mit solchen Eingriffen, die nicht an der kurzfristigen Profiterwartung der privaten Produktionsmittel- und Bodenbesitzer gescheitert wäre. Die Autoren schätzen, dass für jeden investierten Dollar ein Nutzen zwischen sieben und 30 Dollar erzielt würde. Ibrahim Thiaw sagte entsprechend: „Investitionen in die großflächige Wiederherstellung von Land sind eine Win-win-Lösung: ein Gewinn für die Umwelt, für das Klima, für die Wirtschaft und für den Lebensunterhalt der lokalen Gemeinschaften.“ Wozu er wohlweislich nichts sagte, ist die notorische Erfolglosigkeit gemeinwohlorientierter Megaprojekte, wenn in deren Verlauf kurzfristige Profitinteressen beeinträchtigt werden.

(Quelle für die Daten: https://www.sonnenseite.com/de/umwelt/menschheit-verliert-den-boden-unter-den-fuessen/)

Update planetare Grenzen: Grenze für Süßwasser überschritten

Die Grenzen des Wachstums bei der Ausbeutung landwirtschaftlicher Böden ist also mehr als erreicht. Kommen wir zu einer weiteren „Baustelle“: Eine Neubewertung der planetaren Grenze im Bereich Süßwasser hat zum Ergebnis, dass diese nun überschritten ist, so ein internationales Forschungsteam unter Leitung des Stockholm Resilience Centre und unter Beteiligung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK). Diese Schlussfolgerung ist auf die erstmalige Einbeziehung von „grünem Wasser“ – dem für Pflanzen verfügbaren Wasser – in die Bewertung der planetaren Grenze zurückzuführen.

„Wasser ist der Blutkreislauf der Biosphäre. Aber wir sind dabei, den Wasserkreislauf tiefgreifend zu verändern. Dies wirkt sich auf die Gesundheit des gesamten Planeten aus und macht ihn deutlich weniger widerstandsfähig gegen Schocks“, sagt Hauptautorin Lan Wang-Erlandsson vom Stockholm Resilience Centre (SRC) an der Universität Stockholm.

Das Konzept der planetaren Grenzen wurde erstmals 2009 von Johan Rockström – damals Direktor des SRC, heute Direktor des Potsdam-Instituts und Mitautor der neuen Studie vorgestellt. Die planetaren Grenzen markieren den sicheren Handlungsraum für die Menschheit (innerer grüner Kreis). Wasser ist einer der neun Regulatoren für den Zustand des Erdsystems und die sechste Grenze, deren Überschreitung Forschende festgestellt haben. Andere überschrittene Grenzen sind: Klimawandel, Integrität der Biosphäre, biogeochemische Kreisläufe, Veränderung des Landsystems und, im Jahr 2022, neuartige Stoffe, zu denen Plastik und andere vom Menschen hergestellte Chemikalien gehören.

Unterscheidung zwischen „blauem Wasser“ und „grünem Wasser“

Bislang galt die planetare Grenze für Süßwasser als innerhalb des sicheren Handlungsraums liegend, wobei dabei zu berücksichtigen ist, dass die Süßwasservorräte keineswegs gleichverteilt sind. Das bedeutet, dass benachteiligte Gegenden, durch vertrocknen der Böden, bereits in großem Umfang der Erosion zum Opfer fallen. Diese Zerstörungen sind irreversibel. Die ursprüngliche Süßwassergrenze bezog sich nur auf die Entnahme von Wasser aus Flüssen, Seen und Grundwasser – dem so genannten „blauen Wasser“. Jetzt haben Forschende die Wassergrenze genauer untersucht und herausgefunden, dass frühere Bewertungen die Rolle des grünen Wassers und insbesondere der Bodenfeuchtigkeit für die Widerstandsfähigkeit der Biosphäre, für die Sicherung der Kohlenstoffsenken an Land und für die Regulierung der atmosphärischen Zirkulation nicht ausreichend berücksichtigt haben.

„Der Amazonas-Regenwald ist für sein Überleben auf Bodenfeuchtigkeit angewiesen. Es gibt jedoch Anzeichen dafür, dass Teile des Amazonas austrocknen. Der Wald verliert durch den Klimawandel und die Abholzung an Bodenfeuchtigkeit“, sagt Arne Tobian, Zweitautor und Doktorand am Stockholm Resilience Centre und PIK. „Diese Veränderungen bringen den Amazonas näher an einen Kipppunkt, an dem große Teile des Regenwaldes in savannenähnliche Zustände übergehen könnten“, fügt er hinzu.

Und das gilt nicht nur für den Amazonas – das Phänomen ist global zu beobachten. Überall, von den borealen Wäldern bis zu den Tropen, von Ackerland bis zu Wäldern, verändert sich die Bodenfeuchtigkeit. Ungewöhnlich feuchte und trockene Böden sind zunehmend an der Tagesordnung.

„Diese neueste wissenschaftliche Analyse zeigt, wie wir Menschen das grüne Wasser weit jenseits dessen verändern, was die Erde während des Erdzeitalters des Holozäns über mehrere tausend Jahre erlebt hat“, schließt Rockström. „Dies ist eine ernste Bedrohung für die lebenserhaltenden Systeme auf der Erde, verursacht durch die globale Erwärmung, nicht nachhaltige Landbewirtschaftung und die Zerstörung der Natur.“

Das waren zwei Beispiele für die aktuelle Situation der menschlichen Zivilisation auf diesem Planeten. Weitere, ebenso bedrohliche, ließen sich im Dutzend beibringen.

Die Ressourcen der Ukraine

Bei einem Vergleich der landwirtschaftlichen Produktivität spielt die Qualität der Böden eine entscheidende Rolle. In Deutschland gibt es ein „Ackerzahlsystem“, das die Berechnung eines normativen Ertrages in Abhängigkeit von der Bodenart ermöglicht (z. B. 50 Punkte – entspricht der Hälfte des normativen Ertrages). Für die Ukraine wurden die Vergleichswerte auf der Grundlage von Bodenkarten geschätzt.

Der Anteil der besonders fruchtbaren Schwarzerdeböden, die vor allem in den zentralen und östlichen Teilen des Landes verbreitet sind, ist in der Ukraine weit höher als in Deutschland. In Deutschland herrschen lehmige Ton- und Lössböden (mit Ackerzahlen von nur 50-80 Punkten) vor. Wenig produktive sandige und sandige Lehmböden sind im Nordosten Deutschlands verbreitet. Die Ukraine hingegen verfügt zu großen Teilen über eine, ursprünglich bis zu 3 Meter mächtige Bodenstruktur, die traditionell als Schwarzerde bezeichnet wird. Diese Bodenqualität liefert die höchste landwirtschaftliche Produktivität, die auf der Erde existiert. Die östlich der Ukraine liegenden Böden auf russischem Staatsgebiet gehören ebenfalls zur Schwarzerde – Region.

Quellen: Berechnete Werte auf der Basis der Angaben der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, Öffentliche Katasterkarte der Ukraine https://apd-ukraine.de/de/slider/393-yakist-silskogospodarskikh-zemel

Die blaue Linie in der Karte kennzeichnet grob die Ausdehnung der hochwertigen Böden nach Westen. Die rote Linie deutet die Verteilung wichtiger anderer Rohstoffe, wie Mangan, Eisenerz und Steinkohle an.
Wenn wir uns anschauen, was das für die Versorgung der Welt mit Nahrungsmitteln bedeutet, bieten die folgenden Graphiken einen guten Überblick, worum es geht:

 https://www.agrochart.com/en/usda/section/38/oilseeds/commodity/22/oilseed-sunflowerseed/attribute/4/production/

Fachpublikationen, die sich mit den Spotmärkten für Öl- und Rapssaaten beschäftigen, schlagen seit dem 25. Februar 2022 Alarm:

The markets, of course, have been on high alert to this prospect over the last couple of weeks, adding significant price risk into wheat, corn, and soybeans, but still cautious as the world hoped common sense would prevail. So, when the invasion did happen, the markets surged higher in anticipation of major disruptions of grain exports from the Black Sea, which supplies 1/3 of the world’s wheat and corn.”

https://www.agriculture.com/markets/analysis/crops/black-sea-grain-export-disruptions-won-t-be-easy-to-replace-analyst-says

Und das ist mehr als verständlich. Wenn die russische Regierung mit dem Angriffskrieg gegen die Ukraine Erfolg hat, liegt ein wichtiger Teil der Welternährung, für den es mangels verfügbarer Böden keinen Ersatz geben wird, unter russischer Kontrolle. Die russische Ökonomie beruht stark auf fossilen Bodenschätzen, die in den sich abzeichnenden Ressourcenkonflikten bisher an erster Stelle zu stehen schienen. Da bisher kein einziger Industriestaat eine funktionierende Energiewende eingeleitet hat, wird die Herrschaft über Kohle-, Gas-, und Ölvorkommen zur Waffe, die globalen Einfluss verspricht. Die Herrschaft über entscheidende Teile der weltweiten Nahrungsmittelproduktion ergänzt dieses Arsenal und fügt ihm ein noch wirksameres Instrument hinzu. Wie uns das Gebaren unseres grünen Wirtschaftsministers lehrt, sind Rohstoffe zu Erzeugung von Wärme (Gas, Fracking- Gas, Kohle, Öl) im gewissen Umfang (noch) substituierbar. Nahrungsmittel sind es, u.a. aufgrund der weltweiten Erschöpfung der Böden und den Auswirkungen der menschengemachten Klimaerwärmung deutlich weniger oder gar nicht. Fossile Rohstoffe können trotz Klimakatastrophe ausgebeutet werden, solange welche da sind. Landwirtschaftliche Produktivität „verschwindet“ sofort.

Ressourcenkriege – „das neue Normal“

Das Propagandagetöse aller Beteiligten lässt den Krieg in der Ukraine so aussehen wie das mittelalterliche Spektakel eines größenwahnsinnigen Potentaten. Dieses Bild wird kolportiert, um die Realität eines ausgewachsenen Ressourcenkrieges in Europa zu verschleiern. Stellt man sich dieser Realität, wird sehr schnell erkennbar, dass Kriege um Ressourcen das „neue Normal“ werden. Und an dieser Erkenntnis ist niemand interessiert – auch die wirtschaftlich (noch) starken, aber von Rohstofflieferungen abhängigen westeuropäischen Regierungen nicht. Die Propaganda der russischen Regierung zeichnet ein Bild (Entnazifizierung der Ukraine, Demilitarisierung, Schutz der russischsprachigen Bevölkerung, …) zur moralischen Rechtfertigung eines Angriffskrieges. Das haben alle Angreifer in der Geschichte des Planeten mit meistens ebenso erlogenen Argumenten genauso gemacht. Die Propagandisten im Westen spekulieren über Geisteskrankheit, Größenwahn, ideologische Verblendung und andere Ursachen für den Krieg. Nur die entlarvenden materiellen Ursachen sollen möglichst verborgen bleiben, selbst dann, wenn jeder Mensch, der in die Supermarktregale für Speiseöle aus Ölsaaten (Raps & Sonnenblumen) guckt, leicht sehen kann, dass dort gähnende Leere herrscht. Wem dass nicht genügt, der schaue auf seinen Kassenzettel. Wie so häufig, werden auch bei den Nahrungsmittelkrisen in erster Linie Menschen betroffen, die um ein Vielfaches ärmer sind als die Bürgerinnen Westeuropas.

Die Abhängigkeit von russischen oder ukrainischen Getreide- und Ölsaatenlieferungen betrifft besonders Länder aus dem globalen Süden, Länder mit niedrigem Pro-Kopf-Einkommen, in denen ein wesentlich größerer Anteil der Ausgaben für den privaten Konsum auf Lebensmittel entfällt. Diese einkommensschwachen Länder sind von dem derzeitigen Preisauftrieb und einem historischen Allzeithoch des FAO Nahrungsmittel-Preisindexes (nächste Abb.) besonders stark betroffen. Soziale Spannungen und Unruhen werden die ohnehin prekäre Lage der Menschen in diesen Ländern noch verschärfen.

Das gewaltige Potential der „Ernährungswaffe“ steht also außer Frage. Und diese Waffe wirkt je nach Reichtum des betroffenen Landes in unterschiedlichem Maße:

Je ärmer eine Bevölkerung ist, umso gewichtiger sind kalorienreiche Nahrungsbestandteile. Ölsaaten gehören zu den Spitzenreitern.

Das bedeutet in einfachen Worten: Wenn Öle vom Speisezettel verschwinden, hat das katastrophale Folgen für Menschen, deren Kalorienaufnahme armutsbedingt ohnehin am unteren Ende der Überlebensfähigkeit angesiedelt ist.

Damit dürfte die materielle Motivation für den Krieg in der Ukraine evident sein. Natürlich sind auch die Bodenschätze und das Potential an Industrieproduktion von Bedeutung, wenn es um Ressourcen geht. Diese werden jedoch eher wahrgenommen und sind (noch) leichter substituierbar.

Die Beschreibung der materiellen Kriegsgründe eröffnet allerdings auch die Perspektive darauf, dass Krieg zur Normalität wird, wenn kein anderer Umgang mit den Weltressourcen vor dem Hintergrund ihrer zunehmenden und disruptiven Verknappung durch die menschengemachte Erderwärmung gefunden wird. Eine Verbreitung dieser Erkenntnis ist für die herrschenden Eliten aller Länder unerwünscht. Würde doch offenbar, dass die Strategie der Besitzstandswahrung und, wenn nötig gewaltsamen Verteidigung dieser Besitzstände, oder, schlimmer noch, Strategien zur Herstellung und Absicherung von Kontrollierbarkeit durch einen Machtblock, oder auch durch einen Staat, zwangsläufig zu einer endlosen Reihe von Kriegen bis zur Selbstvernichtung der Spezies Mensch führen muss. Von Krieg zu Krieg werden uns dann Propagandablasen davon abhalten wollen, die zugrunde liegenden materiellen Ursachen zu erkennen. Das alles geschieht, um einer winzigen Elite in den Machtzentren der Welt ihren gewohnten Standard zu sichern. Ein Standard, der sich in den letzten 30 Jahren in absurde Höhen entwickelt hat.

Der folgende Text aus dem aktuellen OXFAM – Bericht ist inzwischen weitgehend bekannt, jedoch leider nicht präsent:

Gemeinsam besitzt die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung nicht einmal ein Prozent des globalen Vermögens. Schaut man dagegen auf die Reichsten, ist es umgekehrt: Einem Prozent der Menschheit gehören 45 Prozent des globalen Vermögens.
Die kleine Gruppe der Milliardär*innen dieser Welt – 2.153 Personen – verfügt zusammen über die sagenhafte Summe von 8.700.000.000.000 (8,7 Billionen) US-Dollar. Extreme Armut ist die Kehrseite dieses unfassbaren Reichtums:
Nach Angaben der Weltbank lebte 2015 etwa jede*r Zehnte von weniger als 1,90 US-Dollar pro Tag – insgesamt sind das 736 Millionen Menschen. Zwar ist diese Zahl in den vergangenen Jahren gesunken, doch die Geschwindigkeit, in der extreme Armut abnimmt, hat sich zugleich halbiert.
Da die Armutsschwelle von 1,90 US-Dollar global betrachtet zu niedrig angesetzt ist, hat die Weltbank 2018 zudem neue Definitionen vorgelegt. Demnach gelten auch Menschen als arm, die in Staaten mit mittlerem Einkommen mit weniger als 5,50 US-Dollar auskommen müssen – und damit weniger Geld zur Verfügung haben als die dortigen minimalen Lebenshaltungskosten. Unter diesem Schwellenwert leben weltweit 3,4 Milliarden Menschen, also fast die Hälfte der Weltbevölkerung – ein Skandal angesichts des extremen Reichtums, der in den Händen von so wenigen Personen konzentriert ist.
Ungleichheit in Vermögen und in Einkommen, aber auch in Bildung und Gesundheit, behindert die Entwicklung von Einzelnen und von Gesellschaften. In welchem Land ein Mensch geboren ist, hat dabei großen Einfluss auf die Chancen, die sich ihm*ihr bieten: Nur drei von hundert jungen Erwachsenen, die im Jahr 2000 in einem Land mit einem niedrigen Wohlstandsindikator geboren
wurden, besuchen laut den Vereinten Nationen eine Hochschule. In reichen Ländern sind es 55. Innerhalb der Länder hat wiederum Ungleichheit einen maßgeblichen Einfluss darauf, ob Wohlstandsgewinne tatsächlich allen Menschen Perspektiven eröffnen“.

In der Ukraine sterben grade zehntausende von Menschen, ukrainische Zivilisten, ukrainische und russische Soldaten, um zu entscheiden ob zukünftig ukrainische Oligarchen oder russische Oligarchen über die genannten Ressourcen verfügen. Im Hintergrund sitzen, recht bequem, europäische Oligarchen und amerikanischen Oligarchen, die eine Schwächung des russischen Einflusses besser für ihre Geschäfte finden als umgekehrt. Hinzu kommen die Oligarchen, die an der weltweiten Ankurbelung der Rüstungsproduktion direkt verdienen. Das ist die nackte, triste Situation. Das Geplärre der russischen Regierung und die Nebelwerfer westlicher Propaganda sind nur die übliche Begleitmusik, damit möglichst niemand merkt was wirklich geschieht. Ein Ressourcenkrieg unter dem Damoklesschwert der Erderhitzung, der die bisherigen Strategien fast aller Regierungen wirtschaftlich stärkerer Länder dieser Welt gnadenlos entzaubert: Wenn sich die Staaten und Staatenbünde dieser Welt nicht endlich klar darüber werden, dass Besitzstandswahrung und Ressourcendominanz zwingend zu Kriegen bis hin zur Nuklearen Vernichtung führen werden, Kriegen die ausschließlich den kurzfristigen Profitinteressen der herrschenden Eliten geschuldet sind, dann wird die Zukunft den Kakerlaken gehören.

Sollte jetzt jemand die Frage stellen: „was ist mit Freiheit und Demokratie?“, so bliebe festzustellen, dass über Freiheit nach dem Tod nichts bekannt ist und das Demokratie etwas voraussetzt: Nämlich gerechte Verteilung der Ressourcen und eine Bewirtschaftung dieses Planeten in den Grenzen seiner ökologischen Tragfähigkeit. Das schließt Kapitalismus, Despotismus und auch die ärmliche Gestalt der uns vertrauten repräsentativen Demokratie aus. Wenn die Wirtschaft und die notwendig aus ihr resultierende, ökologische Belastung nicht mit zur Demokratie gehören, weil Privateigentum wichtiger sein soll als „Leben dürfen“, dann ist der Begriff nichts wert. Die Situation dieses Planeten und seiner menschlichen Zivilisation ist ultimativ geworden. Das Ultimatum wird nicht von einem bösen Despoten diktiert (obwohl es viele böse und noch bösere Despoten gibt), sondern von den Naturgesetzen, die sehr präzise definieren, was die hiesige Ökosphäre tragen kann und wann sie zusammenbricht. Menschen, die ihre Freiheit bedroht fühlen, weil es da nichts zu verhandeln gibt, leben offenbar in „Netflix – Serienrealitäten“. Der Planet könnte uns verkraften, wenn wir ein materielles Niveau einhalten und das gilt dann für alle gleich, welches sich innerhalb seiner Regenerationsfähigkeit abspielt. Davon hätte niemand einen Schaden, außer das eine Prozent aus dem OXFAM – Report. Auch denen ginge es nicht schlecht, wenn man den Verlust von Privatjachten und -flugzeugen, den Besitz von Häusern mit 100 Zimmern, vorzugsweise an mehreren Orten dieser Welt, mal ausklammert. Die Gegenwärtige, weltweit verbreitete Strategie wird zu milliardenfachem Sterben führen. Mittlerweile sieht es so aus als sei genau dass das Kalkül.
Sie werden spätestens eure Kinder zu Milliarden opfern, um ihren Reichtum zu behalten. Politiker:innen in annähernd allen Statten dieser Welt geben dafür die Steigbügelhalter. Ich sage dazu nur: Leute wehrt euch jetzt und das mit voller Kraft. System Change not Climate change

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Oben     —   The consequences of a missile strike on Kyiv (6)

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Wenn Putin siegen sollte

Erstellt von DL-Redaktion am 4. Mai 2022

Europa muss sich auf lange Konfrontationen mit Putin gefasst machen

Aus der Geschichte nichts gelernt.jpg

Von :  FJODOR KRASCHENINNIKOW

Der Kreml darf keine Chance haben, international wieder hoffähig zu werden, bevor die Machthaber in Moskau eine demokratische Umwandlung vollziehen.

Könnte Putin aus diesem Krieg in der Ukraine als Sieger hervorgehen und danach noch viele Jahre lang regieren, wobei er Russland völlig unter Kontrolle hielte und den Westen immer wieder angriffe? Schon die Frage allein erscheint heute ketzerisch. Trotzdem lohnt es sich, über sie nachzudenken, damit die Realität nach diesem Krieg für Westeuropa nicht wieder zu genau solch einer Überraschung wird, wie es sie am Anfang gab.

Wir kommen um die wichtigste Frage nicht herum: Wie müsste denn eine militärische Niederlage Putins aussehen? Eine völlige Niederlage für Putin könnte nämlich nur darin bestehen, dass die ukrainische Armee Donezk, Luhansk und die Krim befreite. Ist so etwas in absehbarer Zeit denkbar?

Nichts deutet vorläufig darauf hin. Selbst wenn es Putin auch nur gelingt, den Donbass unter seiner Kontrolle zu behalten, kann er das allein als Sieg hinstellen, denn rein formell betrachtet hätte sich die von Russland kontrollierte Zone innerhalb der Ukraine dadurch ausgeweitet.

Unterdessen folgt aus Interviews und aus Erklärungen der ukrainischen Führung, vor allem von Präsident Selenski selbst, dass ein Befreiungsfeldzug auf der Krim überhaupt nicht auf der Tagesordnung steht. Und es redet auch niemand im Ernst davon, die Regionen des Donbass von den russischen Besatzern zu befreien, die schon vor dem 24. Februar 2022 nicht mehr von der Ukrai­ne kontrolliert wurden.

So hat Präsident Wolodimir Selenski bei einem Auftritt im staatlichen Fensehen am 4. April erklärt, dass es schon ein Sieg für die Ukraine wäre, wenn sich Russland auf die vor dem 24. Februar 2022 eingenommenen Positionen zurückzöge. Sollten die Streitkräfte der Ukraine versuchen, die 2014 besetzten Teile des Donbass zu befreien, „könnten wir auf einen Schlag bis zu 50.000 unserer kampftüchtigsten Armeeangehörigen verlieren“.

Die Lage verschlechtert sich

Selenskis Einschätzung erscheint sogar leicht optimistisch, da sich die Kampfhandlungen jetzt doch auf dem Territorium abspielen, das sich noch vor dem 24. Februar fest in den Händen der Ukraine befand, während sich die russische Armee, wenn auch mit großen Verlusten, auf die Grenzen der Regierungsbezirke Donezk und Luhansk zubewegt und dabei weiterhin Cherson, Melitopol und andere Ortschaften im Südosten der Ukraine besetzt hält.

In den letzten Wochen hat sich die Situation noch wesentlich verschlechtert. Der Abzug der russischen Truppen aus der Umgebung von Kiew, den Putin als eine Geste des guten Willens ausgegeben hatte, verwandelte sich für das Image seiner Armee in eine Katastrophe. In den zurückgelassenen Städten entdeckte man die Spuren zahlreicher Kriegsverbrechen – von Morden, Vergewaltigungen, Folter, Plünderungen. Die Tragödie von Butscha hat die Welt aufgewühlt.

Im Kreml aber hat man allem Anschein nach aus dieser Geschichte ganz andere Schlüsse gezogen: Um weitere Skandale dieser Art zu vermeiden, hat man beschlossen, einmal eroberte ukrainische Gebiete nie mehr zu verlassen – jedenfalls nicht freiwillig. Deshalb werden in den nunmehr besetzten Gebieten alle Maßnahmen ergriffen, um sie Russland möglichst schnell einzuverleiben. So gesehen ist ein sowohl militärischer als auch politischer Sieg Putins leider schon jetzt eine realistischere Perspektive als seine Niederlage.

Den gesamten ukrainischen Staat in so etwas wie das heutige Belarus zu verwandeln, ist zwar nicht mehr möglich. Aber eine Verpflichtung der Ukraine zur Neutralität und ihr Verzicht auf einen künftigen Nato-Beitritt erscheinen durchaus möglich. Und das alles wird man den Bürger_innen Russlands als Resultat einer erfolgreichen militärischen Aktion verkaufen – als die berühmt-berüchtigte Entmilitarisierung und Entnazifizierung.

Jegliche Erweiterung der von Russland kontrollierten Gebiete innerhalb der Ukrai­ne lässt sich erst recht als Sieg ausgeben, wie unangemessen der für diese territorialen Gewinne gezahlte Preis sich auch ausnehmen mag. Zumal Russlands reale Verluste, die menschlichen wie die materiellen, den meisten seiner Bürger_innen verborgen bleiben – jedenfalls bis zum Fall des Putin’schen Regimes.

Der Krieg könnte Putins Macht stärken

Anstatt zur Schwächung oder gar zum Zusammenbruch dieses Regimes kann der aktuelle Krieg leider immer noch zu dessen Festigung führen, es in Form einer noch grausameren, offen fa­schistischen Diktatur stabilisieren. In der wird dann die bedingungs- und grenzenlose Macht des Führers nicht mehr durch Wahlen oder deren Imitation legalisiert, sondern durch den errungenen Sieg und die damit verbundenen territorialen Gewinne.

Wie realistisch die Hoffnungen auf einen unausweichlichen Zusammenbruch der Wirtschaft und einen darauf folgenden Zusammenbruch von Putins System sind, kann man schwer einschätzen. Die Ansichten der jeweiligen Experten über die Perspektiven der russischen Wirtschaft hängen stark von deren Beziehungen zu diesem Putin-Regime ab.

Auf jeden Fall hat Putin noch einige Monate vor sich, bis die ökonomischen Schwierigkeiten für die Bevölkerung und die Machthaber zu einem wirklich großen Problem werden. Allem Anschein nach hofft er, dass man nach der unausweichlichen Unterzeichnung eines Friedensvertrags zu ihm genehmen Bedingungen gewisse Sanktionen gegen ihn aufhebt (was er ebenfalls als seinen Sieg ausgeben wird).

Flashmob für die Wahrheit (34933187932).jpg

Und dass in Europa dann die Anhänger der Versöhnung und des Handels mit Russland aktiv werden, was wiederum erlauben könnte, das Regelwerk der Sanktionen weiter aufzuweichen. Höchstwahrscheinlich hofft Putin, einem totalen Zusammenbruch der russischen Wirtschaft zuvorzukommen. Vielleicht sieht er darüber hinaus sogar eine Chance, die russische Wirtschaft auf Dauer autark zu machen, sie noch weiter den Gesetzen des Marktes zu entfremden und der Kontrolle des Staates noch stärker zu unterwerfen.

Protest ist nicht zu erwarten

Man darf nicht vergessen, dass auch bei noch viel schlechteren Lebensbedingungen in Russland kaum mit sozialen Protesten zu rechnen ist. Die Vorstellung, Putin könne sein Regime sogar im Falle von Hungersnöten mit Polizeiterror aufrechterhalten, erscheint durchaus realistisch. Dass die Not der Bevölkerung Putin nicht im Geringsten interessiert, zeigen die Erfahrungen aus dem Ukrainekrieg.

Mit derselben Kaltblütigkeit, mit der er den Beschuss friedlicher ukrainischer Städte anordnete, kann er auch Waffen aller Art gegen russische Bürger einsetzen, sobald die Proteste Massencharakter annehmen und für das Regime gefährlich werden. Die westliche Welt und vor allem Europa müssen sich auf eine zweifellos lang anhaltende, ideologische, ökonomische und sogar militärische Konfrontation mit Putins autoritärem, antidemokratischem, archaischem und konservativem Regime gefasst machen.

Wir dürfen nicht damit rechnen, dass es sich bald selbst abschafft, ja nicht einmal damit, dass Russland nach dem Zusammenbruch dieses Regimes rasch ein normales Land würde: schon jetzt haben wir es mit einem System zu tun, das seit 23 Jahren mehr oder weniger erfolgreich existiert.

Quelle        :        TAZ-online             >>>>>        weiterlesen

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Grafikquellen          :

Oben     —  Antikriegs- und Antiputingrafik STOP Putin in der Ukraine. Inhalt der Sprechblase (… oder wäre das zu viel?). Karikatur aus der Zeit 2014 der Krim Annexion durch Russland.

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Unten     —       Flashmob für die Wahrheit

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DL – Tagesticker 04 05.2022

Erstellt von DL-Redaktion am 4. Mai 2022

Direkt eingeflogen mit unseren Hubschrappschrap

Heute in der Auswahl des „Bengels“:  – . –   1.) Scheuers Sünden  – . –   2.) CSU-General tritt zurück!   – . –   3.) Militäreinsatz in Mali   – . –   4.) König der Trolle-Elon Musk- Twitter   – . –  5.) Tod durch Polizeigewalt   – . –   DL wünscht allen Lesern eine  gute Unterhaltung.

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Einmal mit dem Staat verbandelt, sieht jeder wie politische Lumpen handeln. Ob Masken Deal oder Impf-Kanonen, selbst Richter schlagen Kapriolen.  Besonders Bayerns Almeinödis behandeln Steuerzahler gern gleich Uli König. 

ERMITTLUNGEN WEGEN PKW-MAUT:

1.) Scheuers Sünden

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Ex-Verkehrsminister Andreas Scheuer. Doch das ist gar nicht mal das größte Problem. Die Pkw-Maut ist das beste Beispiel für einen Politikstil, der vollmundige Wahlversprechen für die eigene Klientel auf Kosten der Allgemeinheit durchboxt. In Bayern hatte man sich lange über die Maut der österreichischen Nachbarn geärgert. 2018 schien es der CSU an der Zeit, in Deutschland dagegenzuhalten. Der Auftrag für das milliardenschwere umstrittene Maut-Projekt landete letztlich bei ihrem Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer. Die Sache ging so gründlich schief, dass die Maut Scheuer selbst jetzt noch als Bundestagsabgeordneten auf unangenehme Weise beschäftigt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen des Verdachts der Falschaussage gegen ihn. Um fair zu bleiben: Scheuer bestreitet, gelogen zu haben, außerdem betreffen diese Untersuchungen nur einen Nebenschauplatz des Streits um die verunglückte Maut. Gut möglich, dass sie versanden.

FAZ-online 

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Politik wie sie immer leben wird. Die größten Schmierhanseln schießen aus ihren Wolkenkuckucksheimen mit ihren schmutzigen Mäulern, Kanonen gleich auf Spatzen.  Kommt ein Pips zurück,  fühlen sie sich schon durch Spaziergänger belästigt. Ehrt nie Menschen welche selber keine Ehre kennen. „Hunde wollt ihr ewig leben?“

Mayer spricht von „gesundheitlichen Gründen“. Er drohte BUNTE-Reporter mit „Vernichtung“.

2.) CSU-General tritt zurück!

Nicht einmal drei Monate war er im Amt – jetzt tritt CSU-Generalsekretär Stephan Mayer zurück. Der Grund: Kurz zuvor war herausgekommen, dass er einem BUNTE-Reporter mit „Vernichtung“ gedroht hatte. Der Grund: Ein Bericht über Mayers uneheliches Kind, um das er sich nicht kümmert. Ende April hatte BUNTE (gehört zum Burda-Verlag, Anm. d. Red) berichtet, dass Mayer – entgegen öffentlicher Angaben ledig und kinderlos zu sein – einen achtjährigen Sohn hat, für den er zuletzt auch keinen Unterhalt zahlte. Den Unterhalt habe stattdessen Mayers Vater gezahlt. Mayer bedrohte den BUNTE-Reporter Manfred Otzelberger einen Tag vor Veröffentlichung des Berichts massiv. Wörtlich sagte der CSU-Mann am Telefon: „Ich werde Sie vernichten. Ich werde Sie ausfindig machen, ich verfolge Sie bis ans Ende Ihres Lebens. Ich verlange 200 000 Euro Schmerzensgeld, die müssen Sie mir noch heute überweisen.“ Otzelberger hatte Mayer zuvor die Möglichkeit gegeben, sich zu dem Bericht zu äußern, welche dieser nicht wahrnahm. Weiter sagte Mayer in dem Telefonat: „Ich werde den Burda Verlag verklagen und zerstören.“ Mehrere Zeugen waren anwesend, als der Journalist von Mayer mit einer Lawine von Androhungen und Vorwürfen überschüttete. Direkt nach dem Telefonat fertigte Otzelberger ein Gedächtnisprotokoll an.

Focus-online

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Warum eigentlich kommt keiner auf die Idee, den Militäreinsatz der Weißen in Mali, mit den Überfall der Russen auf die Ukraine zu vergleichen? Da Afrika ein wenig weiter entfernt ist und die Weißen Überfälle in Afrika seit Menschgedenken eine gewisse Normalität innehaben. An Afrika ist für die Weißen Europäer nur die Wirtschaft interessant. Niemand würde sich um diesen Erdteil kümmern – wenn nicht die Wirtschaftlichen Interessen des „Weißen – Mannes“ im Vordergrund ständen. Ich habe noch nie einen Menschen kennengelernt welcher aus den gezahlten „Entwicklungsgeldern“ auch nur einen Cent bekommen hätte. Diese Gelder kommen in drei- und vielfacher Höhe an das Geberland zurück. 

Mali wirft Frankreichs Truppen hinaus

3.) Militäreinsatz in Mali

Die Militärregierung in Bamako kündigt die Militärabkommen, die Frankreichs Antiterroreinsätze gegen islamistische Gruppen erlauben. Die rund 2.500 französischen Soldaten, die in Mali islamistische Untergrundgruppen bekämpfen, sind ab sofort illegal im Land. Dies jedenfalls ist die Haltung der vom Militär dominierten Regierung Malis. Sie kündigte am Montagabend das geltende Verteidigungsabkommen mit der ehemaligen Kolonialmacht von 2014 auf und dazu auch gleich das Truppenstationierungsabkommen von 2013, das den Einsatz französischer Truppen in Mali regelt, samt seinem Zusatzprotokoll von 2020 über europäische Spezialkräfte.„Flagrante Verletzungen der nationalen Souveränität Malis“ nannte Regierungssprecher Oberst Abdoulaye Maiga in einer im Staatsfernsehen verlesenen Ansprache als Grund. Im Einzelnen wirft Malis Regierung Frankreich Verletzungen des malischen Luftraums vor sowie den „einseitigen“ Beschluss Frankreichs zum Abzug seiner Antiterrormission Barkhane. Das Verteidigungsabkommen von 2014 wird ordnungsgemäß mit einer Frist von sechs Monaten gekündigt. Das Truppenstationierungsabkommen von 2013 mit Zusatzprotokoll hingegen kündigt Mali mit sofortiger Wirkung. Damit entfällt ab sofort die rechtliche Grundlage sowohl für die Antiterroroperation Bar­khane, mit der Frankreich seit 2013 – damals noch unter dem Namen Serval – mit Tausenden Soldaten in Mali einen Kampfeinsatz gegen islamistische Gruppen führt, als auch für den europäischen Spezialkräfteeinsatz Takuba, der Barkhane perspektivisch ersetzen soll. Nicht betroffen sind die UN- und EU-Missionen, an denen die Bundeswehr beteiligt ist. Grundlage des Stationierungsabkommens ist zweifelhaft

TAZ-online

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Aber solche Typen schneien doch nicht von Ungefähr in dieses Land herein. Immerhin wird er Anfragen gestartet haben und sich dann das beste Angebot herausgefischt haben. Aus Nichts kommt eben Nichts und dieses vor allen Dingen nicht im Selbigen, wo jeder weiß wo der Speck ausgelegt werden muss, damit die Maus auch anbeißt. Das ist alles nicht über Nacht geschehen sondern wird sich über mehrere Jahre hinziehen.

Was der Twitter-Kauf von Elon Musk bedeutet

4.) König der Trolle-Elon Musk – Twitter

Was bezweckt Tesla-Chef Elon Musk mit dem Kauf von Twitter? Es als bloßes Hobby abzutun würde die Realität verkennen. Denn Elon Musk ist ein Troll, der das Netzwerk für sich zu nutzen weiß. Selbst während er die letzten Details des Twitter-Kaufs für 44 Milliarden Dollar (41,7 Milliarden Euro) festklopfte, nahm sich Elon Musk am Wochenende Zeit zu twittern. Er twittert gern, sagt der reichste Mann der Welt, und das häufig auf dem Klo oder – wie er es nennt – von seinem „Porzellanthron“ aus (ein Detail, das natürlich auch über Twitter verraten wurde). Beim Tweet vom Wochenende handelte es sich um ein Foto von Bill Gates, das die bescheidene Leibesfülle des 66-Jährigen in den Mittelpunkt rückte und neben die Karikatur eines schwangeren Mannes platzierte. Das Ganze kommentierte Musk mit dem woh witzig gemeinten Satz: „Für den Fall, dass Sie schnell einen Ständer verlieren müssen“. Man wird in den kommenden Tagen viele Info-Häppchen über den neuen Twitter-Besitzer lesen. Dass er rund 265 Milliarden US-Dollar schwer ist. Dass er in seiner Elektro-Autofirma Tesla nicht den Titel Chief Executive oder etwas ähnlich Verstaubtes führt, sondern sich offiziell „Technoking“ – Technokönig – nennt. Dass sein jüngster Sohn X Æ A-Xii heißt, was offenbar „X“ ausgesprochen wird, während seine kleine Baby-Tochter den Spitznahmen „Y“ trägt. Aber das Wichtigste, was man über Musk wissen muss, ist, dass er ein Troll ist. Wie alle Trolle legt er es darauf an, zu kränken und aus der Fassung zu bringen, allein mit dem Ziel, die Aufmerksamkeit der Welt zu bekommen. Dabei ist Musk im Trollen nicht nur besser als jeder andere. Es ist auch Teil seines Geschäftsmodells und der Art und Weise, wie er mit der Welt umgeht. Das aber macht seinen Twitter-Erwerb so gefährlich.

Der Freitag-online

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Ganz egal wo immer die Staatsgewalt durch ihre Uniformierten auch zuschlagen, es bleibt für gewöhnlich wenige Lebendiges zurück und dieses mal sogar im Ländle der Frischluftfanatisierten Spaziergänger ! Wir sehen also direkt was dummes daher Geplapper aus den ungewaschenen Mäuler der Politiker, selbst außerhalb eines Krieges  alles auslösen kann.  Aber hat sich das Recht auf Gewalt nicht schon immer die Regierungen für sich reservieren lassen? 

2017.09.17 Winfried Kretschmann von Olaf Kosinsky-2.jpg

So wie die Herren regieren, geht dann das Volk spazieren.

BRUTALER EINSATZ in Mannheim

5.) Tod durch Polizeigewalt

Mannheim: Video zeigt Misshandlung eines am Boden liegenden Mannes durch Polizeibeamte. Protestkundgebungen in mehreren Städten. Mitten in der belebten Mannheimer Innenstadt ist am Montag nachmittag ein offenbar psychisch kranker Mann bei einer Festnahme durch zwei Polizeibeamte schwer verletzt worden. Wenig später verstarb der 47jährige. Auf einem Video, das sich im Internet verbreitete, ist zu sehen, wie einer der Beamten mehrfach gegen den Kopf des am Boden fixierten Mannes schlägt. Ein zweites Video zeigt, wie einer der Beamten zuvor Pfefferspray einsetzte, und die beiden dem Mann hinterher rannten. Nach Angaben der Polizei wurde das Opfer, das nach Informationen von jW kroatischer Herkunft sein soll, vor Ort reanimiert. Es starb aber wenig später im Universitätsklinikum Mannheim. Die verfügbaren Informationen zur Vorgeschichte des Einsatzes sind bisher dünn. In einer gemeinsamen Mitteilung der Staatsanwaltschaft Mannheim und des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg von Montag abend wird lediglich vermerkt, die Polizei sei am Mittag von einem Arzt des Zentralinstituts für seelische Gesundheit Mannheim, einer Psychiatrie mit knapp 400 Betten, alarmiert worden. Ein Patient der Klinik, bei dem es sich um den 47jährigen gehandelt haben soll, benötige Hilfe. Der Mann habe dann »durch zwei Beamte des Polizeireviers Mannheim-Innenstadt zusammen mit dem alarmierenden Arzt« im Bereich der Marktstraße »lokalisiert« werden können.
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Den Morgengruß an gleicher Stelle – schreibt jeden Tag
„Der freche Bengel“

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Anregungen nehmen wir gerne entgegen

Wir erhalten in letzter Zeit viele Mails mit Texten zwecks Veröffentlichung – Um diese zu Verbreiten  sollten Sie sich aber erst einmal vorstellen und zeigen mit wem wir es zu tuen haben.  Danke !

Treu unserem Motto: Es gibt keine schlechte Presse, sondern nur unkritische Leser

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Grafikquellen          :

Oben     —   DL / privat – Wikimedia 

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Unten     —   Winfried Kretschmann im Rahmen des Länderrates der GRÜNEN am 17. September 2017 in Berlin (Gasometer Schöneberg)

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