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Archiv für Januar 25th, 2022

Polizei und Pokémon

Erstellt von DL-Redaktion am 25. Januar 2022

Das Problem strukturelle Polizeigewalt

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Der Staatszirkus ist bekannt – wo kommen die weißen Clowns her ?

Von Mohamed Amjahid

In Los Angeles wurden zwei Polizisten gefeuert, weil sie trotz eines akuten Notrufs lieber Pokémon spielten. Das ist so symbolisch wie tragisch.

Bei meiner täglichen Polizei-Lektüre ist mir letzte Woche diese Schlagzeile entgegengesprungen: „Polizisten in Los Angeles gefeuert, weil sie ein Snorlax anstatt Kriminelle jagten.“

Officer Lozano und Officer Mitchell vom Los Angeles Police Department (LAPD) ignorierten laut Ermittlungen einen Notruf, bei dem sie Diebe hätten festnehmen sollen, und entschieden sich, ein Snorlax zu fangen. Beim 3D-Reality-Spiel Pokémon Go sind meist in Stadtgebieten überall auf der Welt Pokémons versteckt.

Man kann ihre Standorte auf dem Smartphone sehen und sie, wie in der Serie, mit einem virtuellen Poké-Ball fangen, somit Prestige und Macht sammeln. Vor einer Untersuchungskommission gaben Lozano und Mitchell an, dass sie „beschäftigt gewesen“ seien und nicht zum Einsatz fahren konnten. Eine Kamera im Einsatzwagen brachte Klarheit: sie zeigte, wie die Polizisten das Pokémon-Monster triumphierend mit dem Smartphone einfangen.

Den ganzen Tag schlafen

Als Kind hätte ich das Spiel geliebt, ich war ein großer Fan der Anime-Serie von 1999. Damals gab es weder Smartphones noch mobiles Internet, noch wusste ich über das Polizeiproblem Bescheid. So interpretiere ich heute viel in diese Geschichte mit meinem Pokémon-Insiderwissen und meinen Recherchen zur strukturellen Polizeigewalt:

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Die meisten Pokémon-Monster gehen durch Entwicklungsstadien, lernen fürs Leben, reifen und entwickeln eine Fehlerkultur. So auch das berühmte Elektro-Pokémon Pikachu, das zu einem weisen Raichu wird. Pikachu soll by the way eine Ratte symbolisieren, habe ich neulich gelesen. Das hat den jugendlichen Pokémon-Enthusiasten in mir richtig getroffen. Ich komme vom Thema ab …

Quelle        :      TAZ-online          >>>>>        weiterlesen

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Grafikquellen          :

Oben     —  Ultras des Fußballvereins de:Eintracht Frankfurtanlässlich eines Lokalderbys (gegen Offenbach, August 2009). Die Polizei greift ein, nachdem es Verletzte gab.

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Corona – Kommunikation

Erstellt von DL-Redaktion am 25. Januar 2022

Was passiert gerade genau in der Krise – und warum?

Eine Kolumne von Samira El Ouassil

Nur noch drei statt sechs Monate: Der Bundesrat hat den Genesenenstatus von heute auf morgen halbiert. Als Bürger und Bürgerin aber wünscht man sich mehr Einordnung und Aufklärung. Denn Transparenz schafft Akzeptanz.

Ankündigung, Planbarkeit oder irgendeine Form von Transferzeit erfolgt. Auch für Handelsverbände kommt diese Information einer Überrumpelung gleich, ebenso wie für Menschen in Gesundheitsberufen, für welche diese Regeländerung elementar Einfluss auf ihr Arbeitsleben nimmt. Neben der unglücklichen Kommunikation helfen auch die nun wie nachgereicht wirkenden Quellen für die Begründung dieser Verkürzung auf drei Monate nicht viel weiter (im Grunde sind es übrigens eigentlich auch nur zwei Monate, weil das Datum der positiven Testung mindestens 28 Tage zurückliegen muss, bevor dann für die verbliebenen 62 Tage dieser drei Monate der Status als Genesener greift). Vom RKI heißt es zu dieser Verkürzung: »Die Dauer des Genesenenstatus wurde von sechs Monate auf 90 Tage reduziert, da die bisherige wissenschaftliche Evidenz darauf hindeutet, dass Ungeimpfte nach einer durchgemachten Infektion einen im Vergleich zur Deltavariante herabgesetzten und zeitlich noch stärker begrenzten Schutz vor einer erneuten Infektion mit der Omikronvariante haben

Als weitere Quellen zur Begründung der neuen Regel wurde zudem auf eine britische Studie und auf einen Bericht der britischen Gesundheitsbehörde UK Health Security Agency (UKHSA) verlinkt, in diesen Dokumenten werden die drei Monate allerdings nicht erklärt.

Diese Strategie- und Regeländerung auf Grundlage einer Empfehlung ist hierbei nicht das von mir Kritisierte, sondern vielmehr ihre nuschelige Vermittlung und die mangelnde Transparenzmachung, die schon fast an Fahrlässigkeit grenzt. Hinzu kommt ein verrutschtes Timing beim Kommunizieren dieser relevanten Informationen, die unmittelbaren und existenziellen Einfluss auf die alltägliche Mobilität und Arbeitssituation vieler Menschen nehmen.

Quelle      :         Spiegel-online          >>>>>         weiterlesen

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Oben     —   Beschilderung zur 2G-plus-Regel mit einfachem Mundschutz

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Das globale Finanzcasino

Erstellt von DL-Redaktion am 25. Januar 2022

Noch mehr Geld für das globale Finanzcasino?

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Quelle:    Scharf  —  Links

Von Holger Balodis

Die deutsche Alterssicherung könnte zu einem Brandbeschleuniger des internationalen Finanzcasinos werden. Es wäre die fatale Wandlung von einem Anker der Sicherheit zu einer Institution, die sogar unmittelbar krisenverschärfend wirkt. Was steckt dahinter?

Rund zwei Jahrzehnte nachdem die rot-grüne Koalition mit der Riester-Rente der kapitalgedeckten Altersvorsorge den Weg bahnte, soll diese Strategie nun sogar noch intensiviert werden. Frei nach dem Motto: Versagt ein Rezept grandios, so muss man nur die Dosis erhöhen. Denn die Riester-Rente gilt landauf landab als gescheitert.

Auch der zweite Bereich der Altersvorsorge, der ganz überwiegend von Lebensversicherungen in Form von Pensionskassen betrieben wird, läuft aktuell schlecht, die betriebliche Altersversorgung (bAV). Was sich früher Betriebsrente nannte, hat diesen Namen heute nicht mehr verdient. Die Einzahlungen erfolgen ganz überwiegend durch die Arbeitnehmer*innen, verwaltet werden diese meist von Pensionskassen. Doch die Ergebnisse sind so schlecht, dass 40 der 135 Pensionskassen in der Gefahr sind, in Schieflage zu geraten. Bei der Kölner Pensionskasse, der Pensionskasse der Caritas und der Pensionskasse der deutschen Steuerberater ist das schon passiert. Die Aufsichtsbehörde hat ihnen die Erlaubnis zum Geschäftsbetrieb entzogen. Und wie reagiert die neue Bundesregierung?

Sie will mehr Risiko durch noch mehr Aktieninvestments in den Bereichen Riester und bAV ermöglichen. Auch im Kernbereich, der gesetzlichen Rente, soll der Einstieg in diese riskante Anlage erfolgen. Dafür sollen Sicherheiten wie der garantierte Beitragserhalt bei Riester und die Arbeitgeberhaftung in der bAV fallen. Soll heißen: Die Risiken werden alleine auf Arbeitnehmer*innen und Rentner*innen abgeladen. Die Arbeitgeber*innen und Finanzunternehmen wie Allianz und Blackrock profitieren hingegen. Sie sind raus aus der Haftung und bekommen neues Geschäft zugeschustert. Und was kaum jemand zu bemerken scheint: Wenn aus allen drei Säulen der deutschen Altersvorsorge mehr Geld in den Kapitalmarkt fließt, wird das Risiko einer weltweiten Wirtschaftskrise angefacht.

Schon heute betragen die globalen Finanzanlagen über 1.000 Billionen Dollar, was dem 12fachen des weitweiten Sozialprodukts entspricht.
Damit entkoppeln sich diese Finanzanlagen immer mehr von der Realwirtschaft. Es kommt zu gefährlichen Blasenbildungen, Finanz- und Wirtschaftskrisen wie in den Jahren 2001 und 2008 werden immer wahrscheinlicher. Der amerikanische Ökonom Robert Shiller, ein Experte für Kapitalmarktanalyse, hatte beide Krisen vorhergesagt und erhielt u.a. dafür den Wirtschaftsnobelpreis 2013. Für Shiller ist die Lage an den weltweiten Aktienmärkten so überhitzt, dass er Verluste von 50 Prozent für wahrscheinlich hält.

Soll die deutsche Altersicherung wirklich Teil eines solchen Zockersystems werden? Wohl kaum. Stattdessen sollten wir die stabile, umlagefinanzierte gesetzliche Rente so ausbauen, dass alle Rentner*innen wirklich davon leben können. Außerdem das Riester-Experiment zu den Akten legen und die Betriebsrente wieder zu dem machen, was sie früher mal war: Eine rein arbeitgeberfinanzierte Zusatzleistung. Das kann klappen.

Holger Balodis und Dagmar Hühne: Rente rauf! So kann es klappen, DVS Verlag, 204 Seiten, 18 Euro (ISBN 978-3-932246-98-2)

Urheberrecht
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Oben       —         Casino im Resort World Sentosa (Singapur)

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DER ROTE FADEN

Erstellt von DL-Redaktion am 25. Januar 2022

Antisemitismus oder Humanismus?

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Durch die Woche mit Ulrich Gutmair

Das Künstlerkollektiv Ruangrupa kuratiert die Documenta. Die Kritik, es habe radikale Antizionisten eingeladen, ist nicht aus der Luft gegriffen.

Die Antisemiten des 19. Jahrhunderts erscheinen von heute aus betrachtet wie Ehrenmänner alten Schlags. Sie machten aus ihrer Überzeugung keinen Hehl. Wenn sie fanden, dass die Juden unser Unglück seien, dann schrieben sie es so auf. Die Antisemiten von heute drücken sich vornehmer aus.

Aber wenn sie es nicht tun, wie der britische Dschihadist, der vier Juden in einer texanischen Synagoge als Geiseln nahm, um eine andere Dschihadistin, die in einem texanischen Gefängnis sitzt, freizupressen, finden sich sicher Leute wie jener Berichterstatter der BBC, der es fertig bringt, das Wort Antisemitismus nicht in den Mund zu nehmen.

Wichtiger war dem BBC-Mann, darauf hinzuweisen, dass der Geiselnehmer psychische Probleme hatte (als sei Dschihadismus an sich nicht schon Ausweis einer paranoiden Weltanschauung), und sodann die kritische Frage zu stellen, ob es nicht übertrieben ist, wenn ein Geiselnehmer, der ausdrücklich zum Märtyrer werden wollte, von der Polizei erschossen wird.

Dass Teile der britischen Gesellschaft und insbesondere ihre BBC ein Problem mit Juden haben, is nothing new, man muss ja nur Jeremy Corbyn zuhören oder eben BBC schauen. Das wird komischerweise auf der Insel nicht gern gehört. Vergangenheitsbewältigungs-weltmeister Deutschland dagegen reagiert weniger empfindlich auf Antisemitismusvorwürfe, die nicht zum Selbstbild passen. Hier hat man bloß keine Lust, sich mit an den Haaren herbeigezogenen Vorwürfen zu befassen.

Israelische Emanzipation vom jüdischen Staat

Die „Wortkeule“ Antisemitismus wird resolut vom Tisch gewischt. In einer deutschen Tageszeitung erfuhr der geneigte Leser in dieser Woche über die Vorwürfe gegen die künstlerische Leitung der kommenden Documenta, vorgetragen von einer Gruppe aus Kassel, die sich, warum auch immer, dem Kampf gegen den Antisemitismus verschrieben hat.

In einem anonym von dieser Gruppe verfassten Text, so las man, seien zahlreiche Hinweise auf Künstler und Mitarbeiter genannt worden, „die angeblich die Existenz Israels in Frage stellen sollen und sich antisemitisch geäußert hätten“. Angeblich? Wird hier etwa ein Dementi suggeriert, statt zu verifizieren oder gegebenenfalls zu falsifizieren, ob an der Sache was dran ist?

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Wer sich die Mühe machte, ihr selber nachzugehen, konnte feststellen, dass der Verifizierung des Vorwurfs im Einzelfall nichts im Wege steht. Einer der Sprecher des Kollektivs „Question of Funding“, das zur Documenta eingeladen wurde, erklärt etwa in einem im Netz nachzulesenden Text, die BDS-Bewegung sei nicht radikal genug: Wenn die Forderungen von BDS erfüllt wären, bliebe der für „Gräueltaten“ verantwortliche „Apparat“ doch unangetastet, meint der Mann.

Weswegen er sich fragt, ob man nicht besser gleich den zionistischen Staat zerstören sollte? Dieser postkolonial inspirierte Kulturschaffende, der bald in der Kunstmetropole Kassel tätig sein wird, schlägt netterweise vor, man solle den jüdischen Bürgern Israels doch dabei helfen, sich von ihrem Staat zu „emanzipieren“.

Quelle         :         TAZ-online           >>>>>         weiterlesen

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Grafikquellen          :

Oben     —    Roter Faden in Hannover mit beschriftetem Aufkleber als Test für einen möglichen Ersatz des auf das Pflaster gemalten roten Strichs

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Unten     —   Es ist ein gemaltes Symbol des säkularen Humanismus.

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DL – Tagesticker 25.01.2022

Erstellt von DL-Redaktion am 25. Januar 2022

Direkt eingeflogen mit unseren Hubschrappschrap

Heute in der Auswahl des „Bengels“:  – . –   1.) CDU-Mann als AfD Kandidat?  – . –  2.) Impfpflicht: Dead on Arrival  – . –    3.) Ende einer Merkel Ehre   – . –  4.) Reden, nicht schreien  – . –   5.) Leerflüge zwischen Köln/Bonn und Berlin  – . –   DL wünscht allen Lesern eine  gute Unterhaltung. 

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Ein schon genialer Schachzug auf die Wahl von Merz zum Clan-Vorsitzenden – da selbst dieser den Partei Millionär auf der rechten Seite kaum überbieten kann. So gelingt es vielleicht auf Dauer, die CDU ins Nirwana zu senden?

AfD nominiert Max Otte als Bundespräsidentenkandidat

1.) CDU-Mann als AfD Kandidat?

Max Otte ist Bundesvorsitzender der WerteUnion und CDU-Mitglied, steht der AfD aber nahe. Nun hat ihn die AfD als Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten nominiert. Die AfD hat den CDU-Politiker Max Otte nach SPIEGEL-Informationen als Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten nominiert. In einer gemeinsamen Telefonkonferenz des Bundesvorstands mit den Landeschefs entschied sich eine Mehrheit für Otte. Zuvor wurde intern heftig debattiert. Im Laufe des Montags hatte sich der Bundesvorstand allein nicht einigen können. Wie der SPIEGEL erfuhr, stimmten im Bundesvorstand am Ende sechs Mitglieder für Otte und vier Mitglieder dagegen, dazu gab es zwei Enthaltungen. Unter den Landesvorsitzenden war das Ergebnis für Otte hingegen deutlicher: 14 Landeschefs stimmten dafür, nur zwei dagegen. Der Bundesvorsitzende der WerteUnion war vom AfD-Chef Tino Chrupalla vorgeschlagen worden, gegen den Widerstand des Co-Vorsitzenden Jörg Meuthen. Otte hatte ihn vor rund zwei Jahren im internen AfD-Machtkampf per Twitter scharf kritisiert: »Jörg Meuthen hat den Lucke-Petry-Virus und betreibt aus ideologischen und persönlichen Gründen die Spaltung der AfD«. Chef der Werte Unión.

Spiegel-online

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Ja – Dead on Arrival (Tod bei der Ankunft!) Aber wer traut der Politik soviel Verstand zu? Sind die Deutschen nicht seit langen dafür bekannt, nicht die Ursachen -hier ein Virus- zu bekämpfen, sondern zuerst auf alles zu reagieren, was der Obrigkeitshörigkeit im Wege ist? Würde das Geld, welches in die „Nazi-o-nalisierung zur Staatsräson“ in die Verfolgung des Virus gesteckt – wäre eine Lösung des Problem schon lange wahrscheinlich! Dabei ging dann aber auch manch Einer leer aus.

Covid-Pandemie

2.) Impfpflicht: Dead on Arrival

Ende Januar soll der Bundestag erstmals über die Einführung einer allgemeinen Impfpflicht beraten. Die jüngsten Entwicklungen des Pandemie- und Impfgeschehens zeigen jedoch, dass es dafür keine legitime Grundlage gibt. Die Debatte wird schlicht von der pandemischen Wirklichkeit überholt. Wenige Tage vor der ersten Beratung des Bundestages am 26. Januar streiten die unterschiedlichen politischen Lager heftig über das Für und Wider einer allgemeinen gesetzlichen Impfpflicht. Jenseits dieser Kontroversen dürfte jedoch ein Punkt unstrittig sein: Die Impfpflicht stellt einen schwerwiegenden Eingriff in das Grundrecht der körperlichen Unversehrtheit des Einzelnen dar. Die Selbstbestimmung über den eigenen Körper ist ein wesentliches Fundament der Menschenwürde. Daraus leitet sich sowohl aus ethischer als auch verfassungsrechtlicher Sicht eine besonders hohe Rechtfertigungslast ab. Noch bis in den Herbst letzten Jahres hinein hatten die Spitzen aller Parteien im Bundestag dementsprechend auch eine allgemeine Impfpflicht explizit ausgeschlossen. Mit dem Auftauchen von Omikron und steigenden Infektionszahlen drehte sich dann nach der Bundestagswahl politisch schnell der Wind. Selbst Christian Lindner neigte nun zur Impfpflicht. Stichwort: „Lernende Politik“. Der Deutsche Ethikrat vollzog diesen Schwenk in Einklang mit der veränderten politischen Wetterlage mit. Kurz vor Weihnachten letzten Jahres votierte er in einer Ad-hoc-Empfehlung aufgrund der „veränderten Faktenlage“ mehrheitlich für eine allgemeine Impflicht. Im Februar 2021 hatte sich der Ethikrat noch dagegen ausgesprochen.

Cicero-online

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In der Politik wird niemand einen Ehrung ablehnen, wenn es ihr – ihm nicht um Macht und Geld Dürsten würde. Ohne eine solche Aussicht würde sich kein Mensch um eine solch fragliche Ehre drängen. Für gewöhnlich ist der Andrag auch wesentlich größer als freie Plätze zu vergeben sind.

Die Gesellschaftskritik

3.)Ende einer Merkel Ehre

Ehre, wem Ehre gebührt? Angela Merkel lässt sich keinen Status zuschreiben. Macht muss einem Spaß machen und tiefe Befriedigung verschaffen, sonst frisst sie einen auf. Entgegen dem Klischee sind die meisten Menschen eben deswegen nicht machthungrig: Sie ziehen mehr Befriedigung aus der Tatsache, im Zweifelsfall sagen zu können, nichts machen zu können, eben machtlos zu sein. Die Ehre kann nach dem Grimmschen Wörterbuch mit der Ära in Verbindung gebracht werden. Wer geehrt wird, hat irgendeine Ära geprägt, ob nun die im Kaninchenzuchtverein oder im Kanzleramt. Solchen Ämtern vorgesessen zu sein, war Ehre genug, die Ehrung setzt erst ein, wenn der Vorsitz anderweitig vergeben und besessen ist. Das biblische „Ehre, wem Ehre gebührt“ steht im Kontext der Aufforderung zum absoluten Gehorsam gegenüber der Macht. Indem Angela Merkel den ihr vom CDU-Vorsitzenden Friedrich Merz angetragenen Ehrenvorsitz der CDU abgewiesen hat, stellt sie klar, dass mit dieser Funktion keine Macht verbunden ist; und sie lässt sich auch nicht auf die quasireligiöse Versöhnungsgeste ein, die man den Ahnen, den Toten also entgegenbringt, damit sie nicht wiederkehren und einen im Schlaf verfolgen. Weil Merz nun also selbst an dieser Retrofront es nicht geschafft hat, für Ruhe zu sorgen, warnte er beim CDU-Parteitag am Samstag gleich mal „vor Zerstrittenheit“ (FAZ).

TAZ-online

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Wer schreit hat Unrecht? Hört irgendjemand den rund 800 Idioten im Bundestag zu, möchte man dieses vergleichen mit dem Marsch durch einen Urwald, in dem die Brüllaffen in der Bäumen ihre weit hörbaren Feists Tänze aufführen. Auch dort ist aber Vorsicht angesagt wenn es überraschend ganz still wird – dann sollte jeder seinen nächsten Schritt sehr sorgfältig kontrollieren. Aber solche Erkenntnisse können Abgeordnete nie bekommen, da ihnen das Geifern um Geld und Macht wichtiger ist.

Bundestag - Palais du Reichstag.jpg

In der Corona-Krise ist es um die Debattenkultur schlecht bestellt.

4.) Reden, nicht schreien

Hören wir auf zu drohen, zu beschimpfen, zu geifern und Menschen, die anders denken, lächerlich zu machen! In einer westdeutschen Großstadt: Impfgegner hatten zur Kundgebung aufgerufen, Impfbefürworter wollten dagegen protestieren. Wir, die wir das Ganze als Passanten beobachteten, konnten in dem Handgemenge, das rasch entstanden war, nicht mehr erkennen, wer zu welcher Fraktion gehörte. Die eine Gruppe beschimpfte die andere als Faschisten, die anderen ihre Gegner als Nazis. Darunter geht es in Deutschland nicht mehr. Wer die absolute Deutungshoheit für sich beansprucht, befindet sich im verbalen Krieg. Auch die politische Elite mischt mit. Sie trägt damit zur Verunsicherung, Ängstlichkeit und, ja, Spaltung der Gesellschaft bei. Was meint ein Bundeskanzler genau, wenn er sagt, es dürfe keine roten Linien mehr bei der Pandemie-Bekämpfung geben? Will er das Grundgesetz außer Kraft setzen? Bei der Neujahrsansprache sagte Olaf Scholz, eine starke Gemeinschaft halte Widersprüche aus. Stimmt, tut sie, aber verbaler Krieg geht an die Substanz. Wie klingt ein Bundesgesundheitsminister, der abermals harsche Kontaktbeschränkungen fordert, aber kein Verständnis für die hat, die in beengten Verhältnissen leben und ihren einzigen Lichtblick einmal in der Woche im Bier der Kneipe haben? Da fordert eine Bundestagsabgeordnete der Grünen tatsächlich, Schlagstöcke gegen Corona-Kritiker anzuwenden. Zur Erinnerung: Die Grünen sind eine Partei, die ihre Wurzeln in Brokdorf und Wackersdorf hat, Orte, die mit brutalen Polizeieinsätzen verbunden sind. Die Abgeordnete ist eine eloquente Frau. Später löscht sie ihren Eintrag und schreibt, sie sei falsch verstanden worden. Was kann man da falsch verstehen? Die Forderung wird auch in den sozialen Netzwerken erhoben, von Menschen, die sich als links und grün verstehen. Lauterbach-Kritik gilt als Majestätsbeleidigung.

Der Freitag-online

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Das mag verstehen wer will, wenn die Flugzeuge der Luftaffen auch für das Reisen in Comfort der vom Volk Gewählten verantwortlich sind? So werden also nicht nur Körper sondern auch noch sonstige Leerflüge auf Rechnung der Steuerzahler durchgeführt. Die faulen Säcke sollten zu Fuß laufen. Es heißt nicht umsonst: „Jeder Gang hält schlank“. Gleichwohl hörten wir aber auch; „Heil dir du Siegerkranz, nimm was du kriegen kannst!“

Regierungsflugzeuge waren 336 Mal ohne Passagiere unterwegs

5.) Leerflüge zwischen Köln/Bonn und Berlin

Die Flugbereitschaft der Luftwaffe pendelt zwischen ihren Standorten oft mit leeren Maschinen. Ein klimapolitischer Irrsinn, sagt Linken-Fraktionschef Bartsch. Die Flugbereitschaft der Luftwaffe ist zwischen ihren Standorten in Köln/Bonn und Berlin weiterhin ganz überwiegend ohne Passagiere unterwegs. In den 13 Monaten seit November 2020 habe es 336 Leerflüge auf den Strecken gegeben, schrieb das Verteidigungsministerium auf eine Anfrage des Linken-Fraktionschefs Dietmar Bartsch. Der Anteil sogenannter Bereitstellungsflüge ohne Passagiere betrug damit rund 78 Prozent von insgesamt 431 Flüge zwischen den Standorten. „Bereitstellungsflüge (ohne Passagiere) wurden und werden sinnvoll zur Erfüllung der Aus- und Weiterbildungsprogramme der für Luftfahrzeugbesatzungen geforderten jährlichen Flugstunden und Verfahren genutzt“, schreibt das Ministerium in seiner Antwort, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Die Luftwaffe wartet seit geraumer Zeit darauf, dass der Betreiber auf dem Flughafen Berlin-Brandenburg die Infrastruktur für einen Umzug der Technik aus Köln nach Berlin ermöglicht. Es geht um Flächen und Gebäude. Im Jahr 2020 war die Luftwaffe in einem Zwischenschritt von Berlin-Tegel zum neuen Hauptstadtflughafen Berlin-Brandenburg umgezogen. Ziel ist es, auch den größeren Teil der Abteilungen aus Köln-Wahn dorthin zu bringen. Allerdings war erklärt worden, dies könne bis 2034 dauern.

Tagesspiegel

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Den Morgengruß an gleicher Stelle – schreibt jeden Tag
„Der freche Bengel“

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Anregungen nehmen wir gerne entgegen

Wir erhalten in letzter Zeit viele Mails mit Texten zwecks Veröffentlichung – Um diese zu Verbreiten  sollten Sie sich aber erst einmal vorstellen und zeigen mit wem wir es zu tuen haben.  Danke !

Treu unserem Motto: Es gibt keine schlechte Presse, sondern nur unkritische Leser

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Grafikquellen          :

Oben     —   DL / privat – Wikimedia  

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Unten     —     Siège du Bundestag au Palais du Reichstag.

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