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Archiv für Januar 24th, 2022

Einfach nur Glück gehabt

Erstellt von DL-Redaktion am 24. Januar 2022

Brückenenergie und Erneuerbare

Pelamis bei EMEC.jpg

Pelamis Wellen-Energiewandler vor ort im Europäisches Testzentrum für Meeresenergie (EMEC).

Essay von Franz Alt

Die Erderwärmung ist eine Gefahr für unser Überleben – die atomare Vernichtung nicht weniger. Lieber gleich komplett umsteigen, als auf AKWs setzen.

Was die taz-Autorin Silke Mertins am 13. Januar „Tabu­thema Atomkraft“ nennt, ist in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und in der ARD schon lange und in den letzten Monaten auch in der Welt, im Spiegel und der Süddeutschen Zeitung diskutiert worden. Ein „großes Tabu“, wie die Kollegin meint, ist die Frage nicht.

„Wenn die Erderwärmung die größte politische Krise unserer Zeit ist, von deren Lösung das Überleben der Menschheit abhängt“, so schreibt sie, „wie kann es dann sein, dass die klimaschädlichen Kohlekraftwerke nicht zuerst abgeschaltet werden?“ Gemeint ist: erst Kohlekraft und dann AKWs abschalten. Also längere Laufzeiten der noch drei deutschen AKWs, die zum Jahresende 2022 vom Netz sollen.

Silke Mertins überschätzt – wie viele Journalisten oder auch Bill Gates – die alten Energieträger und unterschätzt die Chancen einer raschen hundertprozentigen Energieversorgung mit erneuerbaren Energien. Bill Gates will „kleine, aber sehr sichere Atomkraftwerke“ verkaufen, hat er Sandra Maischberger erzählt.

Zumindest über eine Laufzeitverlängerung der deutschen AKWs „müssen wir reden“, meint jetzt auch die taz-Autorin. Ich tue es als konservativer Mensch, der bis Tschernobyl für Atomenergie eintrat und für den „konservativ“ heißt: bewahren, was uns bewahrt. Also saubere Luft, reines Wasser und fruchtbare, nicht kontaminierte Böden.

Nach Tschernobyl zeigte ich in meinen damaligen „Report“-Sendungen in der ARD viele Beiträge gegen Atomkraft. Dann lernte ich über den SPD-Politiker und späteren „Vater“ des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes, Hermann Scheer, die Vorteile der erneuerbaren Energien kennen und schrieb das Buch „Die Sonne schickt uns keine Rechnung“, hielt dazu weltweit 3.000 Vorträge und konnte global über 300 Windräder und Windparks mit einweihen.

Kostenlose Geschenke der Natur

Dabei lernte ich die Effizienz und die Chancen der Öko-Energien noch besser kennen. Sie sind beinahe kostenlose Geschenke der Natur (die alten Energien werden immer teurer), sie sind umweltfreundlich (die fossilen sind klimaschädlich und die nuklearen gefährlich und unbezahlbar, wenn die Folgekosten mit einberechnet werden) und sie sind ewig vorhanden, während alle fossil-atomaren Energieträger Auslaufmodelle sind. Und es sind Bürgerenergien, weitgehend unabhängig von Konzerninteressen.

Das stärkt, vertieft und verankert die Demokratie bei den Menschen. Warum also längere Laufzeiten für deutsche AKWs? Wir haben unbestreitbar bessere und preiswertere Alternativen. Hierzulande kann heute eine Kilowattstunde Solarstrom für etwa 3 Cent und in Afrika oder Indien für 1,5 Cent produziert werden. Die Internationale Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA) schätzt, dass diese Preise in wenigen Jahren noch mal halbiert werden. Ein weiterer Vorteil der Erneuerbaren: Solarstrom ist Sozialstrom.

Doch der Umstieg wird halt noch dauern, meint die Kollegin und empfiehlt längere AKW-Übergangs-Laufzeiten als kleineres Übel. Vom Slogan „Atomkraft?– nein danke“ zu „Atomkraft? – ja bitte“? Einspruch: Einer der renommiertesten Solarforscher der Welt und langjähriger Chef des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme in Freiburg, Professor Eicke Weber, hat soeben in meiner Zukunftssendung auf „Transparenz TV“ gesagt:

„Der Umstieg auf 100 Prozent erneuerbaren Strom ist bis 2030 in Deutschland möglich“. Man muss es also nur wollen. Auch Eicke Weber sieht in AKWs eher einen Teil des Problems als einen Teil der Lösung. Ich halte die aktuelle Diskussion „Kohle oder Atomkraft?“ für eine Gespenster-Diskussion. Wer gegen Cholera ist, muss sich doch nicht für die Pest entscheiden. Erst vor wenigen Wochen hat der neue Eon-Chef, Leonhard Birnbaum, längere Laufzeiten für AKWs abgelehnt und der Süddeutschen Zeitung gesagt:

„Das Thema Kohleausstieg erledigt sich gerade von selbst“. Wegen der stets steigenden CO2-Bepreisung. Die einstige Wunderwaffe des deutschen Wirtschaftswachstums nach 1950, die Kohle, ist preislich nicht mehr konkurrenzfähig mit den Erneuerbaren. Schon zuvor hatte mir der EnBW-Chef in einer Diskussion gesagt: „Wir brauchen keine längeren AKW-Laufzeiten. Erst unter Rot-Grün raus aus der Atomkraft, dann 2010 unter Merkel wieder rein und kurz nach Fukushima 2011 wieder raus und jetzt wieder rein?

Kohleausstieg erledigt sich von selbst

Das ist doch ökonomisch unmöglich. Wir brauchen vor allem Planungssicherheit“. Wir können davon ausgehen, dass die deutschen Atomkonzerne an einem finanziellen Harakiri kein Interesse haben. Atomarer Klimaschutz? Es ist schlauer, gleich komplett umzusteigen. Wir setzen auf unserem Hausdach in Baden-Baden seit 30 Jahren auf den Fusionsreaktor Sonne, der uns aus sicherer Entfernung von etwa 150 Millionen Kilometern preiswert, zuverlässig, sicher und per Speicher mit Strom und zum Teil auch mit Wärme versorgt.

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Es reicht auch noch für kostenloses Fahren mit einem E-Auto. Der Atomreaktor Sonne schickt uns etwa 15.000-mal mehr Energie als die gesamte Menschheit heute verbraucht. Es gibt von Natur aus kein Energieproblem, es gibt nur falsches Energieverhalten und vorgestrige Energiepolitik. Leider stehen in Deutschland 2022 noch 90 Prozent der Dächer energetisch völlig umsonst in der Gegend herum.

Die Kollegin hat natürlich recht, dass der komplette Umstieg nicht von heute auf morgen geht. Doch er ist in 10, spätestens 15 Jahren machbar. Das traue ich dem neuen Klimaminister Robert Habeck eher zu als der alten Groko. Dieses Szenario wird auch gestützt von den Wissenschaftlern des Wuppertal-Instituts und des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung.

Habeck bekommt zwar viel Gegenwind, doch er setzt auf die gesamte Symphonie der Erneuerbaren: Sonne, Wind, Wasserkraft, Bioenergie, Erdwärme sowie Gezeiten- und Strömungsenergie der Ozeane. So wirds klappen. Die deutsche Solar- und Energieforschung hat hierfür über Jahrzehnte hervorragende Arbeit geleistet.

Schlag ins Gesicht der Anti-AKW-Bewegung

Silke Mertins meint auch: „Die Klimakiller Kohlekraftwerke länger laufen zu lassen, während AKWs abgeschaltet werden, ergibt einfach keinen Sinn“. Doch welchen Sinn macht ein zweiter Ausstieg aus dem zweiten Ausstieg von AKWs? Zwei gravierende Gegenargumente. Erstens: Wie glaubwürdig wäre noch unser Jahrzehnte langer Kampf gegen die Gefährlichkeit von Atomkraft, wenn wir jetzt für eine Verlängerung der AKW-Laufzeiten kämpfen würden?

Quelle        :         TAZ-online           >>>>>          weiterlesen

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Oben     —     Pelamis Wellen-Energiewandler vor ort im Europäisches Testzentrum für Meeresenergie (EMEC). Portugal

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Hoppla, die Portokasse!

Erstellt von DL-Redaktion am 24. Januar 2022

Untreue-Ermittlungen gegen Grünenspitze

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Ein Gastbeitrag von Thomas Fischer

Der grüne Parteivorstand, auf dem Weg in die Moderne, verhakelt sich in einer Parteikasse. Wer vom Völkerrecht kommt, kann nicht auf alles achten, oder?

Weihnachten

Es läuft, das darf man so sagen, nicht wirklich gut für das Team Annalena. Die Kranzniederlegung in Moskau war zwar, vom Völkerrecht her, durchaus mal ein Einstieg, wenngleich man schon beim Betrachten der Fotos ein wenig fröstelt und der Protagonistin einen ordentlichen Sankt Petersburger Zobelmantel wünscht. Aber der Heiko hätte das vielleicht im körpernahen Leinenanzug erledigt, und so wollen wir vorsichtshalber auch hier diplomatische Kontinuität signalisieren. Die Sache mit dem Sergej war dann schon eine etwas ernstere Nummer, und wirklich erschrocken sah er ja auch nicht aus, wie man zugeben muss. Immerhin ging’s noch ein Stündchen in die Kunstgalerie, sehr schön, sehr schön, und dann, mit 99 Luftballons hoch über das Aufmarschgebiet dahingebraust, wieder zurück beim Robert und bei der Katrin, die zwar nicht vom kursorischen Völkerrecht, aber immerhin von der abgebrochenen Theologie herkommt und schon allein deshalb gern mindestens fünf Weihnachtsansprachen gehalten hätte, aber auch hier: leider!

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Fake News von Heute

Erstellt von DL-Redaktion am 24. Januar 2022

Aus der USA über Russland Manöver und Chinas Bedrohungen

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Quelle:    Scharf  —  Links

Ein Kommentar von Georg Korfmacher, München

Wer in unsere Medien schaut, der oder dem wird redundant eingetrichtert, dass Russland in die Ukraine einmarschieren will, jetzt gar von drei Seiten, und deshalb die Spannung auf die Spitze treibt. All diese „Informationen“ haben nur eine Quelle: Vermutungen der USA, ohne Beweise und geboren aus jenen Machtphantasien, die sie selber hegen, bevor sie aus nichtigem Grund und nach eigenem Belieben in ein Land einfallen. Manipulative und vorgetäuschte Nachrichten aber sind Fake News und ungeeignet, uns ein klares Bild von einer Situation zu machen. Der Meinung ist auch der Fraktionschef der ukrainischen Regierungsparte, David Arachamia, und wirft den westlichen Medien die Verbreitung von Gerüchten vor. Und er muss es wissen, denn seit Jahren schwelt die Auseinandersetzung um den Donbas im östlichen Grenzgebiet zwischen Russland und der Ukraine.

Und seit Jahren hält Russland Manöver entlang seiner westlichen Grenzen ab, ebenso wie seit Jahren die NATO Manöver entlang der russischen Grenzen veranstaltet. Geradezu lächerlich wird es, wenn der US-Präsident von einem „keineren Einfall“ (a minor incursionfabuliert, denn dann würde man darüber streiten, was zu tun sei und was nicht („then we end up having to fight about what to do and not do etc.”) Da könnte Russland sich ja einen Spaß daraus machen, das auszuprobieren. Noch tollpatschiger kann man sich auf der diplomatischen Bühne kaum bewegen. Und doch plappern unsere Politiker und Medien die Phantasievorstellungen und Fake News der USA unkritisch nach, anstatt die bereits eingegangenen Verpflichtungen (Minsk II) erst einmal zu Ende zu bringen, bevor man sich blindlings in neue Abenteuer stürzt. Da gibt es das Memorandum von Budapester mit der Anerkennung der ukrainischen Grenzen.

Ganz ähnlich sieht es um China aus. Man kann nur mit dem Kopf schütteln, wie in kürzester Zeit aus einem jahrzehntelang beliebten Lieferantenland kurzerhand der schlimmste Feind und die größte Bedrohung der USA wird. Als China in den 1970er Jahren langsam die Grenzen öffnete, konnte es der US-Industrie gar nicht schnell genug gehen, im billigen und fleißigen China produzieren zu lassen. Typisches Beispiel die Trump-Tochter Ivanka, die „ihre“ Schmuckkollektion in China fertigen ließ. Das alles in der Wahnvorstellung, dass mit der intensiven wirtschaflichen Zusammenarbeit China auch die westlichen Wertevorstellungen übernehmen würde.

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Aus über 3000 Jahren Kultur und einer marxistisch-sozialistischen Revolution hatte China aber schon eigene Wertevorstellungen, die den USA bis heute verschlossen bleiben. Also rühren sie die Fake-News-Trommel gegen China mit unhaltbaren Unterstellungen und mit nach eigener Willkür verbogenen Behauptungen. Gleichzeitig aber befahren sie ohne Genehmigung mit schweren Kriegsschiffen chinesische Gewässer, und unsere Fregatte „Bayern“ folgt brav dem Vorbild des Bündnispartners. Aber das geschieht ja alles nur, um deutlich der Bedrohung durch China zu begegnen. Kurios nur, dass noch nie ein chinesisches Kriegsschiff in die Nordsee eingefahren ist, um hier chinesische Macht zu demonstrieren.

Wann endlich besinnen sich unsere Politiker und Medien darauf, ihre Aktionen und Berichte auf belegbare Fakten zu stützen und verifizierbar zu handeln? Keiner will durch fehlgeleitete Politik oder Fake News sein Leben gefährdet sehen.

Urheberrecht
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Oben       —       März 2015

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Unten    —      Chinatown, Manhattan im Oktober 2021

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DIE * WOCHE

Erstellt von DL-Redaktion am 24. Januar 2022

Wie geht es uns, Herr Küppersbusch?

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/1b/Die-Woche.png?uselang=de

Kolumne von Friedrich Küppersbusch

Hardy Krüger, Kapitäne und Frisuren: Wann ist Russland Hitler? Ist Scholz die Omikron-Variante von Merkel? Und wer ist der Dixie Dörner der BRD und die Gottmutter des allseits einschläfernden Stehtanzes?

taz: Herr Küppersbusch, was war schlecht vergangene Woche?

Friedrich Küppersbusch: Olaf Scholz wird für kompetentes Abwesen kritisiert.

Und was wird besser in dieser?

Ist Scholz die Omikron-Variante von Merkel?

Hans-Jürgen „Dixie“ Dörner ist im Alter von 70 Jahren gestorben. An welchen seiner Spielzüge erinnern Sie sich?

Wie sie Bayern München 1973 im Europapokal fast abgezogen hätten. Mit Dörner als direktem Gegenüber von Beckenbauer. Den man, jedenfalls bitte jetzt, den Dixie Dörner der BRD nennen darf einmal.

Und vielleicht auch eine Erinnerung an den aufrechten Antifaschisten Hardy Krüger?

Krüger wurde vom „stramm nationalsozialistischen Elternhaus“ als Dreizehnjähriger auf eine „Adolf-Hitler-Schule“ geschickt, Führungsnachwuchs für wenn der Führer mal schwächelt. Das ist beglückend schief gegangen, der späte Pimpf sponserte die Amadeu-Antonio-Stiftung und mitbegründete die Initiative „Exit Deutschland – Gemeinsam gegen rechte Gewalt“. Ich gab mir sofort noch mal seinen Klassiker „Der Flug des Phoenix“ von 1965. Krüger gibt einen blaublonden Kerndeutschen, dem seine Ingenieursreligion wichtiger ist als Menschen. Eingebunden in James Stewarts bunte US-Flugzeugcrew wird trotzdem ein wertvoller Retter aus ihm. Selten wurde die Adoption deutscher Kriegsverbrecher in die NASA berührender erzählt. Dagegen anzuleben ist ihm gelungen; Respekt.

Der Preis für den Liter Diesel hat erstmals die Marke von 1,60 Euro überschritten. Ist daran irgendetwas schlecht?

Die Profitspanne.

Österreich hat eine Corona-Impfpflicht eingeführt. Zieht Deutschland nach?

Nach fast zwei Jahren am-Parlament-vorbei-Regieren ist es richtig, diese Frage zu entriegeln und den ParlamentarierInnen ins Gewissen zu stellen. Die Kritik der Union am Schweigen der Ampel ist wohlfeil, sie nörgeln, dass es nichts zu nörgeln gibt. Es wäre ein Wortbruch, ja, und wer was gegen Wortbruch hat, kann sich impfen lassen.

Von einem ist in der gegenwärtigen Russland-Ukraine-Krise bemerkenswert wenig die Rede – von der russisch ­besetzten Krim. Sollte man sie nicht ganz offiziell an Putin übergeben, als realpolitisches Beschwichtigungsgeschenk?

Geil! Wenn ich Ja sage, wird der deutsche Botschafter einbestellt und ich muss nie wieder Krawattenkapitän bei der Marine sein! Marine-Inspekteur Schönbach hat in Indien ordentlich Welle gemacht mit militärischem locker-room-talk und erfrischt damit die maritime Tradition der Selbstversenkung. Putin wolle Respekt, den gebe es doch gratis, und die Krim sei halt futsch. Ein Effekt der Krim-Besetzung ist: Die Nato kann keine Gebiete aufnehmen, die von anderen Truppen – hier der russischen Schwarzmeerflotte – besetzt sind.

Ließe Putin die Krim gehen, bräuchte er eine neue Krise, etwa indem er in die Ostukraine einmarschiert. Der politische Schlüssel ist also das Drängen der Nato – vorneweg der USA – auf die Mitgliedschaft der Ukraine. Das ist wesentlich älter als die Krim-Besetzung. Kluge Außenpolitik denkt die Gedanken des Gegners zum eigenen Ziel hin. Derzeit wird man dann gefeuert. Fußnote: Beide Seiten eskalieren munter los just in dem Moment, da die Gottmutter des allseits einschläfernden Stehtanzes die Bühne verließ. Merkel ist Vergangenheit, und aus der soll man ja lernen.

Israel und Deutschland haben sich auf U-Boot-Lieferungen geeinigt. Auch die Ukraine hätte gern Kriegsschiffe von Deutschland, bekommt sie aber nicht. Ist das nachvollziehbar?

Quelle      :      TAZ-online          >>>>>        weiterlesen

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Oben     —        Bearbeitung durch User:Denis_Apel – Lizenz “Creative Commons“ „Namensnennung – Weitergabeter gleichen Bedingungen“

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DL – Tagesticker 24.01.2022

Erstellt von DL-Redaktion am 24. Januar 2022

Direkt eingeflogen mit unseren Hubschrappschrap

Heute in der Auswahl des „Bengels“:  – . –  1.) ENTSCHÄDIGUNGSZAHLUNGEN   – . –  2.)Konflikte aus Washington   – . –  3.) Affäre um Marinechef Schönbach   – . –   4.) Kreml-Chef im Angriffsmodus  – . –  5.) Marineinspekteur tritt ab   – . –  DL wünscht allen Lesern eine  gute Unterhaltung. 

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An welche Kandidaten denken wir denn zuerst wenn wir die CSU, so als Hirnversion – geistig vorüberziehen lassen? Söder, Herrmann, Scheuer und den tief gelegten Abschiebekönig der Frontex ?

Bayern erkennt vier Impfschäden an

1.) ENTSCHÄDIGUNGSZAHLUNGEN

Mehr als ein Jahr nach Impfstart gegen das Coronavirus ist ein dauerhafter impfbedingter Gesundheitsschaden bisher bei vier Menschen in Bayern anerkannt worden. Drei weitere Anträge seien abgelehnt, zwei zurückgenommen worden. 263 Anträge würden noch bearbeitet (Stichtag: 17. Januar), teilte das zuständige Zentrum Bayern Familie und Soziales (ZBFS) in Bayreuth mit. Zuvor hatten mehrere Medien darüber berichtet. Seit dem Start der Impfkampagne im Freistaat sind nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) fast 25 Millionen Impfdosen gegen Covid-19 verabreicht worden. Welche Impfschäden die vier Betroffenen erlitten haben, konnte die Behörde aus Datenschutzgründen nicht mitteilen. Ein Impfschaden ist laut Infektionsschutzgesetz „die gesundheitliche und wirtschaftliche Folge einer über das übliche Ausmaß einer Impfreaktion hinausgehenden gesundheitlichen Schädigung durch die Schutzimpfung“ (§2). „Ein zufälliger zeitlicher Zusammenhang zwischen einer Impfung und einer Erkrankung reicht nicht aus“, erklärt ZBFS-Sprecher Benjamin Vrban. Das für die Sicherheit von Impfstoffen zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) verweist darauf, dass unerwünschte Reaktionen im zeitlichen, nicht aber unbedingt im ursächlichen Zusammenhang mit einer Impfung gemeldet würden. Ob eine Reaktion tatsächlich eine Folge der Impfung ist, könnten nur Studien beweisen. „Nach derzeitigem Kenntnisstand sind schwerwiegende Nebenwirkungen sehr selten und ändern nicht das positive Nutzen-Risiko-Verhältnis der Impfstoffe.“ Fieber gehört zu den typischen Beschwerden nach Impfung.

Welt-online

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Möchte die USA weiterhin als Esel auf dem Drahtseil der NATO tanzen? Wer glaubt denn noch daran das Politiker-Innen jemals aus gemachten Erfahrungen etwas positives lernen ?

Familienangehörige von US-Diplomaten sollen Kiew verlassen

2.)Konflikte aus Washington

Die US-Regierung verringert angesichts der angespannten Lage im Ukraine-Konflikt mit Russland ihre Botschaftspräsenz in Kiew. Die freiwillige Ausreise nicht unmittelbar benötigter Beschäftigter wegen der anhaltenden Bedrohung durch russische Militäraktionen sei genehmigt worden, teilte das US-Außenministerium mit. Familienangehörige von Diplomatinnen und Diplomaten wurden aufgefordert, die Ukraine zu verlassen. Einem Bericht der „New York Times“ zufolge erwägt US-Präsident Joe Biden nun sogar die Entsendung von mehreren Tausend US-Soldaten zu Nato-Verbündeten im Baltikum und in Osteuropa. Über die jüngsten Entwicklungen in der Krise wollen die Außenminister der EU-Staaten sich mit ihrem US-Kollegen Antony Blinken an diesem Montag austauschen. Es handle sich bei den Maßnahmen die US-Botschaft betreffend um „Vorsichtsmaßnahmen“, sagte eine hochrangige Beamtin des US-Außenministeriums. Auf die Frage, warum diese Entscheidung ausgerechnet jetzt getroffen worden sei, verwies das Ministerium auf die Warnung des Weißen Hauses aus der vergangenen Woche, wonach es jederzeit zu einem Einmarsch Russlands in die Ukraine kommen könne. Die Ausreise des nicht vor Ort notwendigen Personals sei freiwillig. Familienangehörige seien jedoch dazu verpflichtet, das Land zu verlassen. Über den Schritt war bereits seit einigen Tagen spekuliert worden.

Süddeutsche-Zeitung-online

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Ist ein solcher Vorfall vielleicht der wahre Grund weshalb sich eine in Grün lackierte Regierung einen mit Eichenlaub in Schei– aufgeputzten Uniformträger in den Beraterstab hat drücken lassen. Scholz hat doch schon immer auf diese Uniformträger gesetzt – wie er es bei dem Gangster 20 Treffen in Hamburg zeigte. Als Höhepunkt schickte er nun noch einen Verantwortlichen Trainer fürs Bombenwerfen und Scharfschießen als Diplomat nach Indien. Wer dieses nachempfinden kann, sollte sich bei der Admiralität als neuer Posten-Anwärter melden, denn so Einer wird jetzt wieder gesucht. Ein Ballermann als Diplomat.

Westlicher Druck zeigt Wirkung: Putins bester Admiral zurückgetreten

3.) Affäre um Marinechef Schönbach

Der Rücktritt von Marine-Inspektor Schönbach war nötig. Schwadronierer wie er füllen eine Lücke, die die Bundespolitik in Sicherheitsfragen aufmacht. Wenn sich Generäle in einem demokratisch verfassten Staat in die Politik einmischen, haben beide Seiten ein Problem. Der Chef der deutschen Marine, Vizeadmiral Schönbach, hat bei einem Vortrag in Indien als „ganz radikaler Katholik“ Russland zum christlichen Bündnispartner gegen China erklärt, gegen das es Krieg geben werde, und mit huldigenden Äußerungen gegenüber Putin die Ukrai­ne brüskiert. Seine politische Vorgesetzte, Bundesverteidigungsministerin Lambrecht, hat seinen Rücktritt angenommen. Dass der Admiral es für angebracht hielt, dergestalt über deutsche Außenpolitik zu philosophieren – in Uniform, vor der Kamera, umgeben von namhaften Sicherheitsexperten einer Großmacht –, das ist weder hinnehmbar noch erstaunlich. Außen- und Verteidigungspolitik ist in der deutschen Politik eine Leerstelle geworden, die diese Bundesregierung bislang noch weniger mit einem kohärenten Inhalt füllt als ihre Vorgängerin. Ganz unabhängig davon, was man von Schönbachs Weltsicht halten mag: Wieso hält eigentlich ein deutscher General in Indien eine strategische Grundsatzrede über den Indopazifik? Hat Deutschland gerade keine Politiker übrig, die schon mal auf einen Globus geschaut haben?

TAZ-online

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Sind es nicht ganz besonders im Westen Personen welche zumeist nicht einmal ein Autor selber fahren, geschweige denn schieben können? Diejenigen welche Soldaten benötigen um im Namen ihrer Staaten Morden zu lassen? Niemals würde ein ehrlicher Machthaber-In sich selber die Hände beschmutzen lassen.

Putins „unsichtbare Hand“ reicht sehr, sehr weit

4.) Kreml-Chef im Angriffsmodus

Einst fuhr er Taxi, heute dirigiert Wladimir Putin Soldaten Richtung Ukraine. Wie aber kann der Westen den Kreml-Chef wieder beruhigen? An Telefonkosten sollte Olaf Scholz jedenfalls nicht sparen, meint Wladimir Kaminer. Eine einzige Kolumne reicht nicht aus, um Wladimir Putin verstehen zu können, sagt t-online-Kolumnist Wladimir Kaminer. Denn das Phänomen des russischen Präsidenten gleiche einer Erfolgsserie im Fernsehen. Nach Staffel 1 folgt daher nun die Fortsetzung des russischen Dauerbrenners „Präsident Putin“. Bitte nehmen Sie Platz … Kurze Zusammenfassung der Ereignisse in der letzten Staffel: Nach dem Untergang der Sowjetunion wird die Führung Russlands vom ehemaligen stellvertretenden Vorsitzenden der staatlichen Baubehörde, Boris Jelzin, übernommen. Er kann das Land auf Dauer nicht regieren, vor allem wegen seiner fehlenden Trinkdisziplin. Sein Gesundheitszustand verschlechtert sich. Im Kreml wird verzweifelt nach einem Nachfolger gesucht, verschiedene Interessengruppen, auch „Kremltürme“ genannt, können sich nicht einigen. Eine kollektive Führung kommt nicht infrage, die Einheit der Russischen Föderation ist in Gefahr. Bei einem geheimen Treffen einigen sich die streitenden Parteien: Der Nachfolger Jelzins soll ein Mann des Volkes sein, jemand, den keiner kennt und der keine Partei ergreifen, sich auf keine Interessengruppe stützen kann. Am besten ein ehemaliger Sicherheitsoffizier mit einer gehobenen Trinkdisziplin und mit Auslandserfahrung. Durch den Zerfall der Sowjetunion sind viele Offiziere der Staatssicherheit arbeitslos geworden, sie haben große Mühe, sich im neuen Russland zurechtzufinden. Major Putin, ein Geheimdienstoffizier mit Deutschkenntnissen, früher für Auslandsspionage zuständig, versucht sich als Geschäftsmann in St. Petersburg, abends fährt er mit eigenem Auto Taxi.

T-Online.

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Was anderes wird doch von einen Uniformträger auch nicht erwartet. Muss denn nicht Jedermann/frau schon mit Stahlhelm und Springerstiefel geboren werden, um seinen leeren Kopf oben zu halten ? Welch ein Selberdenkender würde denn, nach den Vorfällen der Vergangenheit, anders, als aus Lust und Laune heraus, freiwillig andere Menschen für einen Staat umbringen ? Die dafür verantwortlichen Politiker bestimmt nicht! Die sitzen in Bunkern zu Hause, spielen Billiard und heizen die Stimmung auf.

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Mit dem Hammer

5.) Marineinspekteur tritt ab

Kay-Achim Schönbach wird auch im Ruhestand seinem Dienstherrn treu bleiben. Darauf lässt schließen, was FAZ-Wirtschaftskorrespondent Christoph Hein am Donnerstag unter der Überschrift »Säbelrasseln in der Wachstumsregion« vom Singapur-Aufenthalt des nunmehr gewesenen Marineinspekteurs berichtete: Der Vizeadmiral habe ausgerechnet in der Tropenstadt drei Tage vor Weihnachten vor bei 32 Grad strammstehenden Matrosen das Herumkreuzen der Fregat­te »Bayern« im Indopazi­fik als »Eisbre­cher« bezeichnet. Hein gab wieder, was nun folgen soll: »Im nächs­ten Jahr wollen die Deut­schen Mili­tär­flug­zeu­ge schi­cken, die gemein­sam mit Singa­pu­rer Maschi­nen in Austra­li­en trai­nie­ren werden, im Jahr darauf dann einen größe­ren Mari­ne­ver­band, der auch die umstrit­te­ne Taiwan-Straße durch­fah­ren solle – so wie andere Natio­nen dies seit Jahren tun.« Schönbach rief offenbar im Überschwang über den wieder greifbaren Platz an der Sonne aus, die Deut­schen woll­ten nicht gleich »mit einem Hammer« kommen. Doch habe die Region eine stark wach­sen­de wirt­schaft­li­che Bedeu­tung, die auch Deutsch­land und Europa absi­chern woll­ten. Der Kaiser und sein Tirpitz, der Führer und sein Dönitz hätten ihre Freude an einem solch strammem Kanonenbootfahrer. Einen Tag aber nach der Hein-Reportage hat sich Hoffnungsträger Schönbach selbst mit einem verbalen Hammer in den vorzeitigen Ruhestand befördert. Sein Vortrag in einer sogenannten Denkfabrik in Neu-Delhi am Freitag bestand im Wiederkäuen der Worthülsen, mit denen eine mittlere imperialistische Macht wie die Bundesrepublik aggressive Politik verkauft: »vitales Interesse« am Indopazifik, stets für Stabilität, leider aber mache China nicht mit, zum Glück aber Indien. Bei der anschließenden Fragerunde fielen dann die Bemerkungen, die ihn das Amt kosteten: »Respekt« für Putin, der kein Interesse habe, »einen kleinen Streifen ukrainischen Bodens zu haben«. Das Gegenteil sei Unsinn, die Krim sei »weg«, im übrigen bräuchten Indien und Deutschland »Russland gegen China«.

junge. Welt-online

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Den Morgengruß an gleicher Stelle – schreibt jeden Tag
„Der freche Bengel“

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Anregungen nehmen wir gerne entgegen

Wir erhalten in letzter Zeit viele Mails mit Texten zwecks Veröffentlichung – Um diese zu Verbreiten  sollten Sie sich aber erst einmal vorstellen und zeigen mit wem wir es zu tuen haben.  Danke !

Treu unserem Motto: Es gibt keine schlechte Presse, sondern nur unkritische Leser

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Oben     —   DL / privat – Wikimedia  

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Unten     —       210915-N-TR763-2039 NEWPORT, RI. (Sept. 15, 2021) International delegates, including the U.S Secretary of the Navy and heads of navies and coast guards pose for a photo during the 24th International Seapower Symposium (ISS). Hosted by the Chief of Naval Operations Adm. Mike Gilday, ISS provides a forum for dialogue that bolsters maritime security by providing opportunities for international heads of navies and coast guards to collaborate, develop trust, and further maritime training. (U.S. Navy photo by Chief Mass Communication Specialist Nicholas Brown/Released)

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