DEMOKRATISCH – LINKS

                      KRITISCHE INTERNET-ZEITUNG

RENTENANGST

Archiv für Januar 7th, 2022

Die grüne Kühlanlage

Erstellt von DL-Redaktion am 7. Januar 2022

Klimaschutz durch gesunde Böden

Grabenstetten - Löher - Streuobstwiese im Mai von Westen.jpg

Von Ute Schwab

Regenerative Landwirtschaft und Wiederaufforstung sind wichtig fürs Klima. Der neue grüne Agrarminister Özdemir sollte deren Förderung forcieren.

Alle reden von CO2, niemand von Wasser. Dabei legen neue Studien nahe: Wiederbegrünung, Aufforstung und regenerative Landwirtschaft könnten die Erderhitzung entscheidend abmildern, indem Städte und Land(wirt)schaften bodennah gekühlt werden.

Wasserknappheit erschien bislang im regenreichen Deutschland undenkbar. Doch die Dürresommer von 2018 bis 2020 ließen Böden so tief austrocknen, dass im Harz und anderswo der Wald stirbt. Me­teo­ro­lo­g:in­nen sagen, die früher beginnende Vegetationsperiode verbrauche das Wasser im Boden schneller, sodass es im Sommer fehlt. Aber Studien zeigen, dass auch Abholzung und Versiegelung enorm zu Dürren und Fluten beitragen. Regionen mit humusverarmten, agroindustriell bearbeiteten Böden sind besonders überflutungsgefährdet. Mit seinen vielen Poren speichert ein Prozent Humus pro Hektar 100 Tonnen CO2 in Form von Kohlenstoff und mindestens 50.000 Liter Wasser – die beste Prävention gegen Trockenheit und Überschwemmungen.

Scheint die Sonne auf eine begrünte Fläche, verwenden Pflanzen über 70 Prozent der Sonnenenergie für die Verdunstung. Sie nutzen Wasser als Transportmittel für Nährstoffe und geben es an die Umwelt ab. Die dafür aufgewendete Energie führt zur Kühlung der Umgebungsluft und steigt als „latente Wärme“ in höhere Schichten auf. Wenn der Boden aber nackt ist – was auf konventionellen Äckern oft monatelang passiert –, heizt er sich auf und strahlt deutlich mehr Wärmeenergie ab.

Trockenheit entsteht nicht durch Regenmangel, sondern es regnet nicht mehr, weil Grün und Humus verschwinden

Das kann eine Differenz von bis zu 21 Grad ausmachen – wie in Tschechien an einem Hitzetag gemessen. In einem Wald herrschten 28 Grad, daneben auf einem abgeernteten Feld 42 und über Asphalt sogar 49 Grad. Eine Untersuchung der ETH Zürich ergab ergänzend, dass Bäume Städte entscheidend kühlen können, deutlich besser als Grünflächen. Ein einzelner Baum transpiriert mehrere 100 Liter Wasser und kühlt seine Umgebung mit 70 Kilowattstunden pro 100 Liter, was zwei 24 Stunden lang laufenden Klimaanlagen entspricht. Pflanzen leisten also einen entscheidenden Beitrag zur Kühlung des Planeten.

Die Erde hat aber etwa die Hälfte ihrer Wälder verloren, weil Menschen Platz für Äcker, Städte und Straßen schafften. Das führte laut einer Studie in Nature Communications zur Abnahme lokaler Wolkenbedeckung und damit der Niederschläge. Global hat sich die Verdunstung von 1950 bis 2010 um etwa 5 Prozent reduziert, gleichzeitig stieg die Oberflächentemperatur im Schnitt um 0,3 Grad. Klingt wenig, macht aber ungefähr ein Viertel der bisher gemessenen Erderhitzung aus.

Große Wälder lassen zudem Bakterien, Pilzsporen und Pollen aufsteigen, diese dienen als Kondensations- und Eiskerne für Wolken und Niederschläge. In Nahost bis nach China herrscht aber immer öfter eine Feuchte in der Atmosphäre, die nicht mehr abregnet – aufgrund fehlender Biokerne sowie menschenverursachter Staub- und Schwefelpartikel, die die Regentropfenbildung verhindern.

Fractal pattern (2485773707).jpg

Wälder produzieren somit ihren Regen selbst. Millionen von Bäumen erzeugen in Form von Wolken riesige Wasserflüsse in der Luft, die „fliegenden Flüsse“, die in 8 bis 10 Tagen bis zu 5.000 Kilometer zurücklegen können. Auch Böden sind Regenmacher. Trockenheit entsteht nicht durch Regenmangel, sondern es regnet nicht mehr, weil Grün und Humus verschwinden.

Deshalb müssen Wälder, Vegetation und Wasserkreisläufe als globales „Kühlsystem des Planeten“ intakt gehalten werden. Das Abholzen sollte gestoppt und Wiederaufforstung gefördert werden. Große Waldökosysteme wie am Amazonas oder am Kongobecken sollten als Gemeingüter unter Schutz gestellt werden. Die besten Naturschützer sind dabei die indigenen Gemeinschaften, die dort leben.

Unser Ernährungssystem sollte konsequent auf regenerative Landwirtschaft umgestellt werden. Diese weist Überschneidungen mit „bio“ auf, ist aber nicht damit identisch, weil auch konventionelle Höfe Humus aufbauen, begrünen und Wasser zurückhalten können. Der Boden sollte nie nackt liegen, sondern gemulcht und mit Zwischenfrüchten und Untersaaten immer begrünt werden. Ausgeräumte Agrarlandschaften wie in östlichen Bundesländern sollte es nicht länger geben dürfen. Hecken  anzupflanzen transpiriert, um damit wieder zu Niederschlag umgewandelt werden kann.

Quelle         :         TAZ-online           >>>>>         weiterlesen

Grafikquellen          :

Oben     —     Landschaftsschutzgebiet „Reutlinger und Uracher Alb“ (Schutzgebiets-Nr. 4.15.135, Steckbrief): Blick auf eine Streuobstwiese im Gewann „Löher“, Grabenstetten, charakteristisch für die Albhochfläche zwischen Grabenstetten, Hülben und Erkenbrechtsweiler. Ansicht von Westen in Mai. Teile dieser Streuobstwiese gehören außerdem zum Biotop „Gehölze im Gewann Platte“ (Biotop-Nr. 174224151201, Info).

Abgelegt unter Ernährungspolitik, Europa, Positionen, Umwelt | Keine Kommentare »

Schwerter zu Pflugscharen!

Erstellt von DL-Redaktion am 7. Januar 2022

Kasernen zu Krankenhäuser!
und

Militärbudget zu Krankenetat  ——–  Soldaten zu Krankenpflegern! 

KAS-Wehrpflicht-Bild-11728-1.jpg

Mit Waffen – verteidigen sich nicht einmal die Affen !

Vor Dr. Nikolaus Götz

Es ist eine Schande für die Bundesrepublik Deutschland, dass im 21. Jahrhundert die politische Führungsschicht in Land und Bund von SPD/FDP/Bündnis 90/DIE GRÜNEN sodann auch CDU wie AfD sich immer noch mit ’Militär’ umgibt. Und da eigentlich die Bundesrepublik Deutschland von Freunden umgeben ist und das sogenannte Land der „Dichter und Denker“ eine in die Europäische Union eingebettete friedliche Handelsnation ist, benötigt dieses Deutschland und spätestens seit dem Fall der Mauer von 1989 keine Streitkräfte mehr! „Nie wieder Krieg!“, war die Losung des Deutschen Volkes nach 1945 und auch der politische Wegbereiter der deutschen Wiedervereinigung, der Bundeskanzler und Friedensnobelpreisträger Willi Brandt meinte: „Von deutschen Boden soll nie wieder Krieg ausgehen!“ So gesehen ist die heutige Existenz einer ’Bundeswehr’, wie das deutsche Militär seit 1955 bezeichnet wird, komplett überflüssig. Forschung, Wissenschaft und internationale Hilfe: das sind die tragenden Säulen einer modernen friedliebenden republikanischen Nation!

Doch die Bundesrepublik Deutschland unterhält Militär. Nicht nur, dass der bestehende enorme Militärapparat und der zu seiner Unterstützung benötigte militärisch-industrielle Komplex immense Geldmittel in Milliardenhöhe an Volksressourcen korrumpiert, sondern, es verlieren dabei auch immer noch die jungen, naiven, willig dienenden ’Universal Soldier’ auf dem Altar der politischen Propaganda ihr kostbares Leben. Die verlogenen Bundestagsabgeordneten der Parteien von CDU/SPD/FDP/ Bündnis 90/DIE GRÜNEN wie die der AfD haben seit 2001 Jahr für Jahr gegen den ausdrücklichen Protest der Partei DIE LINKE und der Deutschen Friedenbewegung ihre Zustimmung für ’Kriege’ gegeben. Der bekannte Mehrheitswille des Deutschen Volkes wurde dabei stets ignoriert. Auch die deutschen Leitmedien und ihre stetige Kriegspropaganda für die NATO tragen Mitschuld an diesen politischen Fehlentwicklungen. Deutschland ist wieder wie 1939 eine Rüstungsschmiede! Seit 2020 montiert der Mainstream mit den politischen Kriegsparteien nun sogar das seit Jahrtausenden friedliebende ’China’ als neue europäische Bedrohung.

Die alten deutschen Regierungen tragen Mitschuld an offiziell 59 gefallenen deutschen Soldaten und an über 100 Mrd. Euro verpulverten Kriegskosten allein im Krieg um Afghanistan. Sie tragen Mitschuld am Flüchtlingselend, den dortigen Zerstörungen des Landes sowie dem Leid der Zivilbevölkerung. Deshalb gilt es endlich „das Übel“ an der Wurzel zu kurieren. Seit der sogenannten Corona-Pandemie „dienen“ deutsche Soldaten dem Volk. Sie wurden eigentlich „zweckentfremdet“ eingesetzt und arbeiten nun als ’saisonale Hilfssanitäter’ überall in der deutschen Republik. Der alte Traum aller Friedensbewegten, nämlich den der militärischen ’Konversion’ oder der ’Umwandelung’ von Militärs in sinnvolle, dem Volke dienenden, friedliche Berufe, so zeigt das Corona-Beispiel, ist doch und sofort möglich! Warum aber soll diese neue Funktion der Bundeswehr nicht bestehen bleiben?

Fritz and merkel.jpg

Die Deutschen Krisenfiguren  der Bendlerblock-Demokratie in Afghanistan

Alle Kasernen in der Bundesrepublik Deutschland sollten deshalb sofort in Krankenhäuser umgewandelt werden, wobei die intendierten 2% BIP im Staatsetat als Geldfonds zur Projektrealisierung genommen werden könnten. Die Benennung der Krankenhäuser soll mit Namen international anerkannter Ärzte erfolgen. Zusätzliche medizinische Schulungsprogramme sowie humanitäre Ausbildungskurse sollten die Modernisierungs- und Ausbaupläne ergänzen, wobei so weitere neue Arbeitsplätze geschaffen würden, die die deutsche Wirtschaft stärken und die internationale Reputation Deutschlands als Wissens- und Friedensmacht stärken würden. Die komplette Infrastruktur des deutschen Militärs sowie ihr komplettes Personal sollte mit dem bestehenden THW integriert werden, wobei an der Spitze des neuen „Medizinisch-Humanitären Hilfswerkes“ (MHHW) der deutsche Bundesminister für Gesundheit stehen sollte. So schaffen WIR eine neue, friedlich-humanitäre demokratische deutsche Gesellschaft!

*********************************************************

Grafikquellen          :

Oben     —     Sicherheit für unsere Freiheit Kräfteverhältnis in Mitteleuropa Warschauer Pakt NATO … Eine starke Verteidigung ist notwendig zum Schutz unserer Freiheit. … Aber Frieden und Freiheit sind bedroht. Die ständige Aufrüstung der Sowjetunion und des Ostblocks, …, verschiebt das Gleichgewicht immer mehr zu Ungunsten des Westens. … Deshalb: Ja zur allgemeinen Wehrpflicht CDU sicher sozial und frei Abbildung: Soldaten der Bundeswehr vor der Kaiserpflaz in Goslar (Foto) Plakatart: Motiv-/Textplakat Auftraggeber: CDU-Bundesgeschäftsstelle, Abt. Öffentlichkeitsarbeit, Konrad-Adenauer-Haus, Bonn Drucker_Druckart_Druckort: VVA Düsseldorf Objekt-Signatur: 10-025 : 105 Bestand: Wandzeitungen (10-025) GliederungBestand10-18: CDU-Bundesgeschäftsstelle Lizenz (Lizenz): KAS/ACDP 10-025 : 105 CC-BY-SA 3.0 DE

Abgelegt unter Deutschland, International, Kriegspolitik, Regierungs - Werte | 1 Kommentar »

Ukraine: Wer will den Krieg?

Erstellt von DL-Redaktion am 7. Januar 2022

Immer wieder: Mehr Teutsche Verantwortung!

„Wollt ihr den totalen Krieg ?“

Quelle:    Scharf  —  Links

Von Suitbert Cechura

Glaubt man der Berichterstattung der deutschen Presse, ist klar: Russland! Stellt sich nur die Frage, warum Putin überhaupt Angebote zur Entspannung macht.

Die NATO und die deutsche Außenministerin betonen ihre Gesprächsbereitschaft und erhöhen gleichzeitig die Alarmbereitschaft ihrer Truppen an Russlands Grenzen (WAZ, 23.12.21). Ehemalige Generäle der Bundeswehr und hochrangige Diplomaten im Ruhestand warnen – ungehört – vor einer Eskalation und fordern die eigene Regierung zur Deeskalation auf (https://www.global-review.info/2021/12/06/get-out-of-the-escalation-spiral-for-a-new-beginning-in-the-relation-with-russia-december-5th-2021-appeal).

Die FAZ (27.12.21) wiederum „warnt vor geopolitischem Revisionismus“ Russlands – als ob die NATO bloß am Staus quo interessierte wäre; außerdem lässt das Blatt einen ukrainischen Autor zu Wort kommen, der weiß: „Appeasement ist der falsche Weg“. Ist Putin also der neue Hitler, dem wir Antifaschisten Einhalt gebieten müssen? Was ist da los?

Die Fronten

In Fernsehen und Presse werden Bilder von Militärlagern gezeigt sowie eine deutsche Verteidigungsministerin, die vor einem Panzer posiert. Bilder sprechen für sich, heißt es im Volksmund, doch er irrt. Auf den Bildern, die durch die Medien gehen, ist nicht zu erkennen, was da für ein Heerlager oder Panzerparkplatz abgebildet worden ist und wo sie aufgenommen wurden. Auch das Foto mit der Ministerin kann ebenso in Hammelburg gemacht worden sein wie in Litauen.

Dennoch sollen allein schon die Bilder – bevor sie von Bellingcat oder sonstigen Geheimdienstspezis kommentiert werden – einiges demonstrieren. Die deutsche Ministerin spricht ganz ohne weitere Begründung von dem „Aggressor Russland“ (Bild am Sonntag, 19.12.21). Eine Redeweise, die von den Medien ungefiltert übernommen wird.

Ganz anders soll hingegen der Panzeraufmarsch der NATO in Litauen bewertet werden, dem die Ministerin ihre Aufwartung macht. Es soll sich dabei um eine reine Verteidigungsmaßnahme handeln, in deren Rahmen sich deutsche Truppen an die Grenze zu Russland bewegen. Eine Sprachregelung, die ebenfalls von den Medien übernommen wird.

Verantwortliche Journalisten geben eben ganz neutral die Äußerungen wieder, die allein deswegen bedeutsam sind, weil sie von – unseren! – Machthabern kommen. So betätigen sie sich als Sprachrohr derer, die an der Macht sind. Eine ungefilterte Wiedergabe von Putins Äußerungen z.B. war in der letzten Zeit gar nicht so einfach in den hiesigen Medien zu finden.

Betrachtet man die Lage einmal sachlich, dann demonstriert Russland genauso wie die NATO, dass es über einiges an Gewaltmitteln verfügt und in Stellung bringen kann. Beide Mächte bedrohen sich gegenseitig und zeigen die Bereitschaft, ihre Gewaltmittel auch einzusetzen. Dass sie dazu bereit sind, kann man ihnen getrost abnehmen, haben es doch beide Seiten in einer ganzen Reihe von Kriegen bewiesen. Auch Deutschland kann ja mittlerweile auf eine ganze Liste von Kriegseinsätzen seit dem Zweiten Weltkrieg zurückblicken. Erinnert sei nur an den Balkankrieg, an die Einsätze in Afghanistan, Syrien und Mali. Und in weiteren Konfliktherden ist die Bundeswehr – mal beratend, mal zur Ausbildung, mal zu wer weiß was – präsent.

Auch die Beteuerung beider Seiten ist ernst zu nehmen, dass sie einen Krieg möglichst vermeiden wollen. Dazu nennen beide ihre Bedingungen, die der andere jeweils erfüllen soll, wenn er denn eine kriegerische Auseinandersetzung wirklich vermeiden möchte. Insofern entpuppen sich beide Seiten als bedingte Kriegs- wie Friedensfreunde. Zur Klärung der gegenwärtigen Konfliktlage kommt es also umso mehr darauf an, welche Bedingungen für Friedfertigkeit die beiden formulieren.

Putins Vertragsangebote

Im Gespräch zwischen dem russischen Präsidenten Putin und dem amerikanischen Präsidenten Biden hat die russische Seite zwei Verträge ins Gespräch gebracht, einen mit den Vereinigten Staaten und einen mit der NATO. Das russische Fernsehen (https://www.anti-spiegel.ru/2021/das-russische-fernsehen-ueber-die-sicherheitsgarantien-ueber-die-mit-den-usa-verhandelt-wird/) fasst die beiden Vertragsangebote wie folgt zusammen:

„Amerika wird aufgefordert, das Territorium anderer Staaten nicht zur Vorbereitung eines Angriffs auf Russland zu nutzen. Moskau übernimmt seinerseits die gleichen Verpflichtungen. Gleichzeitig garantiert uns Amerika, dass es keine Länder in die Nato aufnehmen wird, die früher Teil der UdSSR waren. Es wird außerdem vorgeschlagen, die Annäherung von Atomwaffen an die Grenzen unserer Länder gegenseitig zu begrenzen.

Was die schriftlichen Vorschläge Russlands an die Nato betrifft, so lauten sie wie folgt: Die Nato soll ihre Sicherheit konzeptionell nicht auf Kosten der Sicherheit Russlands stärken. Es versteht sich von selbst, dass das auf Gegenseitigkeit beruht. Moskau schlägt der Nato außerdem vor, sich gegenseitig nicht mehr als Gegner zu betrachten. In der Praxis bedeutet das, dass Mittelstreckenraketen in Gebieten aufgegeben werden, von denen aus sie Ziele das Hoheitsgebiet der anderen Vertragsparteien erreichen können. Der wichtigste Punkt ist die Verweigerung der Aufnahme der Ukraine in die Nato und die Verweigerung jeglicher militärischer Aktivitäten in der Ukraine sowie in den anderen Ländern Osteuropas, des Kaukasus und Zentralasiens.“

Treffen von Wladimir Putin und Alexander Lukaschenko 01 (13-07-2021).jpg

Russland sieht sich demnach von der NATO eingekreist, die zunehmend Staaten der früheren UdSSR die Aufnahme in ihr Bündnis in Aussicht stellt, Waffen und Militärs in Richtung der russischen Grenzen verlagert sowie mit einer Kette von Manövern in Osteuropa präsent ist. Putin führte dazu in seiner Fernsehansprache aus:

„Wenn irgendeine Art von Angriffssystem auf ukrainischem Territorium auftaucht, wird die Flugzeit nach Moskau sieben bis zehn Minuten betragen, und im Falle des Einsatzes von Hyperschallwaffen fünf Minuten. Stellen Sie sich das vor! Und was sollen wir tun? Dann müssen wir so etwas in Bezug auf diejenigen, die uns bedrohen, schaffen, können Sie sich das vorstellen? Aber wir können das jetzt schon tun, denn wir haben sie bereits erfolgreich getestet und werden ab Anfang des Jahres eine neue seegestützte Rakete mit Hyperschallgeschwindigkeit von Mach neun im Einsatz haben. Die Flugzeit für diejenigen, die den Befehl geben, beträgt ebenfalls fünf Minuten. Wohin gehen wir? Warum tun wir das alles?“.

Die Fragen, die Putin stellt, kann er sicher selbst rasch beantworten. Ihm geht es bei seinen Forderung an die Adresse der NATO und deren Führungsmacht um die Anerkennung Russlands als gleichwertiger Weltmacht, die ihre Interessen in der Welt berücksichtigt sehen will. Und die dafür auch bereit ist – wie bei Weltmächten üblich –, Krieg zu führen. Mit seinem militärischen Aufmarsch und seinen Vertragsangeboten signalisiert der Kreml, dass er den augenblicklichen Zustand an seinen Grenzen für nicht mehr hinnehmbar hält. Zwar ist die Ukraine kein Mitglied der NATO, aber sie wird zunehmend von der NATO ausgerüstet und die NATO-Staaten treten als ihre Schutzmacht auf.

Ein Anschlag auf die Selbstbestimmung der Völker

USA und Deutschland signalisieren als Reaktion auf die Vorschläge Russlands Gesprächsbereitschaft: „Auch die hochrangige US-Diplomatin Karin Donfried hatte am Dienstag erklärt, dass sie auf Gespräche im Januar hoffe… In Berlin erklärte Regierungssprecher Steffen Hebestreit, Deutschland sei zu allen Gesprächsformaten bereit, um zur Deeskalation beizutragen.“ (SZ, 23.12.21)

Gleichzeitig wird vermeldet, dass die NATO ihre Truppen in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt hat und damit den Konflikt weiter anheizt. Gesprächsbereitschaft heißt also nicht, dass die Vorschläge der Gegenseite in irgendeiner Form akzeptiert würden. Als Grund für die erhöhte Alarmbereitschaft, wird der Aufmarsch der russischen Truppen an der Grenze zur Ukraine angeführt, wobei die angegebenen Zahlen ziemlich schwanken – von 100.000 bis zu 175.000 Soldaten ist die Rede.

Zweifel an der Qualität der NATO-Aufklärung sollen einem dabei nicht kommen. Es ist offenbar egal, was die Russen dort treiben, das Urteil der NATO steht in jedem Fall fest: Jeder Aufmarsch von Truppen in Russland in der Nähe der Ukraine wird so behandelt, als ob die Ukraine bereits ein Teil der NATO sei. Militärisch verteidigen will die NATO das Gebiet der Ukraine zwar nicht, aber Moskau werden massive wirtschaftliche Sanktionen angedroht:

„Jede weitere militärische Aggression werde ‚massive Konsequenzen und hohe Kosten‘ zur Folge haben. Die genannten Strafmaßnahmen werden nicht näher beschrieben: Erwogen werden Sanktionen gegen Staatsunternehmen und Oligarchen aus dem Umfeld von Präsident Wladimir Putin; zudem könnte Russland aus dem internationalen Zahlungsverkehrssystem Swift ausgeschlossen werden.“ (SZ, 18./19.12.21)

Der Ausschluss vom internationalen Zahlungsverkehrssystem wäre gleichbedeutend mit dem Ausschluss vom Welthandel überhaupt und würde nicht nur Russland schwer treffen, sondern auch seine Handelspartner wie z.B. Deutschland. Immerhin beträgt der Handel mit Russland 2 Prozent des deutschen Exports und deutsche Unternehmen sind mit 20 Milliarden Euro Direktinvestitionen auf dem russischen Markt präsent. (https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Artikel/Aussenwirtschaft/laendervermerk-russische-foerderation.html).

Ganz unbeeindruckt von allen Drohungen und russischen Reaktionen wird die Ukraine mit Waffenlieferungen aufgerüstet. Dabei betrifft die erhöhte Alarmbereitschaft der NATO-Truppen nicht irgendeine Einheit, sondern die Militärteile, die unmittelbar für den Einsatz an Russlands Grenzen im Baltikum vorgesehen sind. Als Begründung für die Frontstellung der NATO gilt die Annexion der Krim durch Russland: „Das Jahr 2014, in dem Russland völkerrechtswidrig die Halbinsel Krim annektiert und die Separatisten im bis heute andauernden Krieg in der Ostukraine unterstützt hat, gilt in der Nato als Wendepunkt.“ (SZ, 23.12.21)

Was da als Grund referiert wird, könnte Zweifel hervorrufen (natürlich nicht bei verantwortungsbewussten Redakteuren aus München): Schließlich wurde nach der Auflösung der Sowjetunion und des Warschauer Paktes das „Verteidigungsbündnis“ NATO nicht aufgelöst, sondern schrittweise nach Osten hin erweitert. Das war natürlich keine Annexion, sondern nur eine Integration in eine Schicksalsgemeinschaft, der gelegentlich mit wirtschaftlichem und politischem Druck nachgeholfen werden musste.

Beschworen wird von den NATO-Staaten häufig die „Unverletzlichkeit der Grenzen“ in Europa (Scholz, SZ 23.12.21) – ein Prinzip, gegen das Russland mit der Annexion der Krim verstoßen haben soll, als es sich seinen Militärhafen auf der Krim sicherte. Zweifel an diesem beschworenen Prinzip kommen keinem Kommentator, obgleich es jetzt von Staaten bemüht wird, die seinerzeit die Grenzen auf dem Balkan mit der Zerstörung des Staates Jugoslawien grundlegend neu gezogen haben.

Dass die neuen Grenzen dort dem Wunsch nach Selbstbestimmung der Menschen geschuldet seien, gilt hierzulande als nicht zu bezweifelnde Tatsache. Da stört es auch nicht, dass zu ihrer Sicherung immer noch ein hoher Kommissar die Einhaltung des Grenzregimes überprüft und dafür die Präsenz der Bundeswehr auf dem Balkan braucht. Dass viele Völkerschaften damit gar nicht einverstanden sind – wie zuletzt wieder in Bosnien, wo das Ding auseinanderzufliegen droht –, fällt unter deren Unbelehrbarkeit: Hier bestimmen eben wirkliche Weltmächte, wann und wo Grenzen unverletzlich sind.

Die Forderung Russlands, keine weiteren Staaten und vor allem nicht die Ukraine in die NATO aufzunehmen, also die Frontlinie nicht näher an Russlands Grenzen zu verschieben, wird von der NATO zurückgewiesen:

„Dass Putins Forderung, die Nato solle erklären, die Ukraine sowie Georgien nie aufzunehmen, für deren 30 Mitglieder inakzeptabel ist, stellte Stoltenberg in der Pressekonferenz klar: ‚Wir werden keine Kompromisse machen, wenn es darum geht, dass jedes europäische Land über seinen Weg frei entscheiden kann. Das gilt auch für die Ukraine‘.“ (SZ, 23.12.21)

Was heißt hier „frei entscheiden“? Putin hat sich ja nicht an die Ukraine gewandt und dieser etwas verboten. Vielmehr hat er die USA und die NATO aufgefordert, einen eventuellen Aufnahmeantrag abzulehnen. Schließlich ist es ja nicht so, dass dieser Staatenbund einfach jedem Aufnahmeantrag statt geben würde, weil er gestellt wird. Und auch die EU behält sich vor, zu entscheiden, wen sie aufnimmt und wen nicht.

Im Fall der Ablehnung einer Aufnahme in die NATO will das Staatenbündnis nun plötzlich einen Verstoß gegen die Selbstbestimmung von Staaten entdecken. Ihm ist nämlich daran gelegen, sich die Option des Beitritts offen zu halten, und es ist bereit, den Konflikt mit Russland weiter zu eskalieren.

Deutsche Drangsale

Soweit zeigt der Westen klare Kante, wie von Kommentatoren immer gefordert, und das einheitlich. Mit seinen Vorschlägen für Verträge mit den USA und der NATO hat Putin aber Deutschland ins Abseits gestellt:

„Berlin droht die Führung über die Verhandlungen im Ukraine-Konflikt zu verlieren und steht damit vor einer neuen Niederlage im Einflusskampf gegen Washington. Hintergrund ist, dass US-Präsident Joe Biden in der vergangenen Woche angekündigt hat, Washington werde seinerseits Gespräche mit Moskau aufnehmen, um ‚die Temperatur an der östlichen Front zu senken‘. Dies hat zu wütenden Reaktionen geführt: Der Plan sei für Brüssel, das nicht eingebunden sei, ‚eine gewaltige Demütigung‘, gegen die die EU ‚in aller Härte ihren Gestaltungsanspruch deutlich machen‘ müsse, hieß es in einer führenden deutschen Tageszeitung.“ (https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/8791/)

Mit dem sogenannten Normandie-Format, das Deutschland, Frankreich, Russland und die Ukraine umfasst, hatten sich die europäischen Staaten zu Aufsichtsmächten im Streit zwischen Russland und der Ukraine aufgeschwungen – und dabei die USA außen vor gelassen. Das Ergebnis war das Minsker-Abkommen (siehe Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Minsk_II). In ihm wurde geregelt, was die Ukraine und die abgespaltenen Regionen, Volksrepublik Luhansk und Volksrepublik Donezk, zu leisten haben.

Die Vereinbarung umfasst 13 Punkte, so die Vereinbarung über einen Waffenstillstand, den Abzug schwerer Waffen, die Amnestie der separatistischen Kämpfer, Autonomieregelungen für die Gebiete Luhansk und Donezk, eine entsprechende Verfassungsänderung der Ukraine und die Durchführung von Wahlen in den Autonomiegebieten. Was im Endeffekt heißt: Wiedererrichtung der Souveränität der Ukraine über ihre Außengrenzen.

Das Minsker Abkommen ist allerdings ein seltsames Gebilde: Formal sind die Ukraine und die Volksrepubliken Luhansk und Donezk die Vertragspartner. Die Volksrepubliken werden aber nicht von der Ukraine anerkannt, und sie waren beim Abschluss der Vereinbarung auch nicht präsent und sind nicht im Normandie-Format vertreten. Praktisch werden sie von Russland vertreten, das aber nicht Vertragspartner ist, sondern sich wie Deutschland und Frankreich als Aufsichtsmacht über das Abkommen versteht.

Auch der Inhalt des Abkommens verlangt den Vertragsparteien einiges ab. Nach einem Waffenstillstand und dem Rückzug von schweren Waffen soll die Ukraine mit den Separatisten Gespräche aufnehmen, sie quasi anerkennen. Dies kommt der Aufgabe eines Stückes ihrer Souveränität gleich. Die Gespräche sollen aber zu einer Autonomieregelung für die Regionen führen, was wiederum von den Volksrepubliken die Aufgabe ihres Souveränitätsanspruchs erfordern würde. Das soll im Ergebnis zu eine erneuten Eingliederung in die Ukraine führen, die so ihre Souveränität wiederhergestellt sähe, wobei sie mit dem Abkommen akzeptieren müsste, wie ihr Staatsgebilde in Zukunft aussehen soll.

Seit dem Abschluss der Minsker Vereinbarung gibt es einen Streit darüber, wer in welchem Umfang den Vertrag nicht einhält oder offensiv bricht. Verhandlungen über einen Autonomiestatus hat es bislang nicht gegeben, ebenso lehnt die Ukraine eine Verfassungsänderung und eine Amnestie für die Kämpfer der Separatisten ab, verweist vielmehr darauf, dass die Voraussetzungen – die Einhaltung des Waffenstillstandes und der Abzug schwerer Waffen – nicht erfüllt sind, wobei dasselbe auch auf Seiten der Ukraine feststellbar ist.

Während Deutschland und Frankreich immer wieder Russland dafür kritisieren, dass es nichts unternehme, um die Separatisten zur Einhaltung des Minsker Vertrages zu bewegen, vermisst Russland jede Initiative Deutschlands und Frankreichs, entsprechende Aktivitäten von der ukrainischen Regierung zu verlangen.

Bei der letzten Einladung zum Treffen im Normandie-Format kam es dann zum Eklat, weil Russland darauf bestand, dass das Treffen die Ukraine auffordern sollte, ihre Verpflichtungen aus dem Minsker Abkommen zu erfüllen. Dies wurde von Deutschland, Frankreich und der Ukraine abgelehnt – und damit das Abkommen aufgekündigt.

Schon wieder: mehr deutsche Verantwortung!

Wenn nun deutsche Politiker wie Außenministerin Baerbock oder Kanzler Scholz immer wieder ihre Bereitschaft betonen, den Ukraine Konflikt im Rahmen des Normandie-Format zu besprechen, dann hat dies einen doppelten Sinn. Zum einen verlangen sie damit, dass die bestehende Regelung hinfällig ist und Russland sich zu einer Neuverhandlung bereit erklären soll.

Joe Biden und Wladimir Putin in Genf, 16. Juni 2021 (05).jpg

Zum anderen wollen sie den Konflikt wieder in europäischer Regie regeln und die USA weiter außen vor halten, was aber von wenig Erfolg gekrönt sein dürfte. Schließlich haben die USA während der letzten Jahre die Regierung in der Ukraine in ihrer ablehnenden Haltung gegenüber dem Abkommen und in ihrer Gegnerschaft gegenüber Russland bestärkt und weiter aufgerüstet. Damit wurde das Abkommen konterkariert und für Russland das Festhalten am Normandie-Format eine Sache von nachrangiger Bedeutung. Deshalb die Initiative in Richtung USA und NATO, die Europa und damit Deutschland ins Abseits stellt.

Zufrieden geben sich deutsche Politiker damit nicht, sondern setzen alle Hebel in Bewegung, deutlich zu machen, dass sie in der Auseinandersetzung mit Russland eine wichtige Rolle spielen, was nicht heißt, dass sie damit zur Deeskalation beitragen:

„Für Litauen ist die Bundeswehr zuständig. Am Wochenende meldete der Spiegel, dass Oberbefehlshaber Wolters vorgeschlagen habe, ähnliche Verbände in Rumänien und Bulgarien aufzubauen. Zumindest Bulgarien lehnt dies ab.“ (SZ, 23.12.21)

So entdecken deutsche Militärs, die in der Regel nicht ohne politische Abstimmung handeln, Verteidigungsbedarf in Ländern, die davon gar nichts wissen wollen. Man muss eben Verantwortung übernehmen, um die Frontstellung gegen Russland weiter auszubauen. So geht Friedenspolitik der Ampel-Koalition.

Zuerst erschienen bei Telepolis

Urheberrecht
Die unter www.scharf-links.de angebotenen Inhalte und Informationen stehen unter einer deutschen Creative Commons Lizenz. Diese Lizenz gestattet es jedem, zu ausschließlich nicht-kommerziellen Zwecken die Inhalte und Informationen von www.scharf-links.de zu vervielfältigen, zu verbreiten und öffentlich zugänglich zu machen. Hierbei müssen die Autoren und die Quelle genannt werden. Urhebervermerke dürfen nicht verändert werden.  Einzelheiten zur Lizenz in allgemeinverständlicher Form finden sich auf der Seite von Creative Commons http://de.creativecommons.org/was-ist-

********************************************************

Grafikquellen      :

Oben       —       Großkundgebung mit Hakenkreuzfahnen und dem Transparent „TOTALER KRIEG – KÜRZESTER KRIEG“ am 18. Februar 1943 im Berliner Sportpalast

Abgelegt unter Asien, International, Kriegspolitik, Medien | Keine Kommentare »

So retten wir die Welt

Erstellt von DL-Redaktion am 7. Januar 2022

Jupiter und andere Sterne vor den Augen

Von Bernhard Pötter

Die letzten Donnerschläge des Böllerverbots sind verhallt. Auch der größte Tierfreund ist seinen Kater zum Jahresbeginn wieder losgeworden. Und immer noch wohnt für 2022 jedem Anfang ein Zauber inne. Zeit also für das große Horoskop.

Liebe und Erotik

Sie haben sich unter dem Einfluss der magischen Demoskopia für ein großes Wagnis entschieden: In einer bislang unbekannten Dreierkonstellation von verschiedenen Planeten ein gemeinsames Ziel anzugehen. Das eröffnet Ihnen neue Gefühlswelten. Ihr Unbewusstes hält sie vor allem in Nächten mit zu- oder abnehmendem Mond wach. Eine Liebesheirat war das nicht, aber Zweckbündnisse werden unterschätzt. Wenn Sie sich nach Verschmelzung sehnen, rufen Sie einen Stahlkocher (mit grünem Wasserstoff). Achtung: Bleigießen gefährdet die Gesundheit! Wie alle Prognosen.

Job und Finanzen

Sie ernten jetzt, was andere nicht gesät haben. Spätestens im März wird sichtbar, dass das schlechte Betriebsklima auf diesem Planeten ab sofort Ihr Problem ist. Wenn Sie jetzt noch gegen Windmühlen kämpfen, machen Sie grundlegend etwas falsch. Ihr inneres und äußeres Zuhause verlangen dringend nach einer Renovierung: Jetzt ist die Zeit, Ihre Fassade liften zu lassen! Wenn enge Grenzen Sie bedrücken, bleiben Sie mobil – aber achten Sie darauf. dabei immer unter Strom zu stehen. Und, ganz wichtig: Umarmen Sie Ihre Verlustängste! Geld ist genug da, wenn Sie nur den gelben Merkur, den pfiffigen Knaben und Gott der Schwindler und Kaufleute, bezirzen können. Schenken Sie seinem Unterbewussten Aufmerksamkeit. Erinnern Sie ihn an die „Demut“, von der er immer redet. Nur Sie wissen: Es heißt eigentlich „der Mut“.

Freundschaft und Familie

Verbünden Sie sich mit dem Wassermann. Das wird gerade beim nächsten Hochwasser entscheidend sein. Hüten Sie sich aber vor dem selbsternannten Jupiter im Westen. Er will Sie in heikler Konstellation mit Uranium und Plutonium in eine gefährliche Lage bringen, die Ihre innere Waage zum Kippen bringen kann. Konzentrieren Sie sich auf Ihre Stärken und auf die Herausforderungen im Mai und Oktober, wo im Westen, Norden und in Ihrer inneren Mitte viele wichtige Menschen eine Wahl haben. Machen Sie bei den vielen Begegnungen der Magischen Mächtigen Sieben, die Sie leiten werden, eines klar: Herausforderungen können auch Hereinforderungen sein. Und dann immer schön schlumpfig grinsen.

Quelle      :       TAZ-online            >>>>>          weiterlesen

*********************************************************

Grafikquellen          :

Oben     —     Panorama (~280°) des Sommernachthimmels bei Brandenburg an der Havel mit Lichtdom am Horizont

Abgelegt unter Feuilleton, International, Religionen, Umwelt | Keine Kommentare »

DL – Tagesticker 07.01.2022

Erstellt von DL-Redaktion am 7. Januar 2022

Direkt eingeflogen mit unseren Hubschrappschrap

Heute in der Auswahl des „Bengels“:  – . –  1.) Anleger müssen Nerven behalten  – . –  2.) Omikron bringt Impfpflicht ins Wanken  – . –  3.) Unisex und Behördenwahn  – . –  4.) Der große Wurf Macrons  – . –  5.) Wirtschaftspolitikerin schafft sich Luft – . –  DL wünscht allen Lesern eine  gute Unterhaltung. 

*********************************************************

Wer hätte daran  gedacht ? Würde nicht jede/r Verbraucher-In, selbst wenn sie ein paar Cent über hätten, ihre Nerven nicht dem schnöden Krösus nachwerfen? Wer in einer Lotterie gewinnen will, muss in der Lage sein. sehr viel Geld verlieren zu können!

Die Neuigkeit des Tages vom Aktienmarkt

1.) Anleger müssen Nerven behalten

Die Kursschwankungen werden im neuen Börsenjahr zunehmen. Darin liegen aber auch Chancen. Die Anleger müssen sich im neuen Börsenjahr auf einen unruhigen Kursverlauf gefasst machen. Dafür sorgen die steigenden Inflationsraten und damit die Sorge vor steigenden Zinsen. Die amerikanische Notenbank Fed hat sich auf ihrer jüngsten Sitzung im Dezember unerwartet aggressiv gezeigt und erwägt eine straffere Geldpolitik. Auch die Europäische Zentralbank (EZB) wird es sich nicht leisten können, der Geldentwertung tatenlos zuzuschauen. Auf die bedingungslose Rückendeckung der Notenbanken werden sich die Anleger also nicht mehr verlassen können. Dieses Szenario ist aber alles andere als ein negativer Schock. Denn steigende Preise, vorsichtige Notenbanken und höhere Zinsen sind auch ein Indiz dafür, dass die Wirtschaft nach dem Corona-Schock wieder Tritt fasst. Das lässt sich auch am amerikanischen Arbeitsmarkt ablesen, wo die Unternehmen händeringend nach Personal suchen.

FAZ-online

*********************************************************

Wenn für einen im Land anerkannten DR. – Professor – Arzt der Werdegang in die Politik wichtiger ist, als für die Anerkennung seines Jahrelangen Studiums zu werben, läuft sehr, sehr vieles in diesem Land daneben! Da bleibt dann nur als Resümee: Lange Studiert – aber leider rein gar nicht kapiert. Kann das persönliche Unvermögen schöner Öffentlich gemacht werden ? Wer mit Pack schwimmen geht, wird auch nass.

Auf 5 Fragen muss die Politik eine Antwort finden

2.) Omikron bringt Impfpflicht ins Wanken

Omikron breitet sich immer schneller aus. Aber wie gefährlich ist das Virus? Und wenn es denn nicht so gefährlich wäre – sollte dann der Staat wirklich die Menschen zwingen, sich impfen zu lassen? Bei der Debatte geht es nicht nur um ein Virus. Sondern auch um die Rolle des Bundeskanzlers Olaf Scholz. Bevor wir nun hier die rasant anschwellende Debatte um eine Impfpflicht einsortieren, eins vorweg: Jeder Impfgegner ist ein Impfpflichtgegner. Aber nicht jeder Impfpflichtgegner ist ein Impfgegner. Diese Unterscheidung ist wichtig, weil sie die möglichst große Freiheit der politischen Debatte sichert. Es muss möglich sein, das Für und Wider einer Impfpflicht zu debattieren, ohne in die Radikalen-Ecke der „Impfleugner“ gedrückt zu werden. Noch vor kurzem war der neben Karl Lauterbach zweite Chef des „Teams Vorsicht“ klar für eine allgemeine Impfpflicht. Heute sagte Markus Söder: „Ich bin auch etwas verunsichert.“ Söder sagt jetzt auch andere Sätze, die man so von ihm noch nicht gehört hat. Mit Blick auf die wachsende Zahl demonstrierender Impfgegner mahnt Söder in einem sehr langen „Bild“-Interview, man müsse die „Gesellschaft wieder heilen und versöhnen“, denn viele seien „Verunsichert, müde und gestresst“. Denen müsse man ein „Angebot zum Gespräch“ machen. Man dürfe nun „keine Glaubenskämpfe“ führen, sondern müsse „Brücken bauen“. Söder sagt das, weil auch für ihn über allem die Frage steht: „Wie gefährlich ist Omikron wirklich?“ Omikron: Man könnte „Es“ auch laufen lassen.

Focus-online

*********************************************************

Es wird immer Menschen geben, welche ihr Hirn schon im Mutterleib liegen gelassen haben. So machen sie es den Politiker-Innen wirklich zu leicht, das eigene Unvermögen auf die Anklagebank zu setzen. Es findet sich immer noch Irgendwo und irgendjemand welcher die Unfähigkeit noch übertrifft. Siehe auch: „Das Peter Prinzip“

Manche wollen noch vernichten, was lang nicht mehr da ist

3.) Unisex und Behördenwahn

Eine Frau flieht, auf der Suche nach Sicherheit und einem ruhigen Leben. Sie überquert die Ägäis, nimmt die Balkanroute. Sie kommt nach Deutschland. Sie lernt die Sprache, findet eine Tätigkeit in der Beratung, wo sie anderen helfen kann. Findet Freund*innen. Aber Sicherheit und Ruhe findet sie nicht. Obwohl ihr als trans Frau in ihrem Herkunftsland Iran Gewalt droht, erhält sie in Deutschland zunächst kein Asyl. Dass die reine Existenz eines transgeschlechtlichen Körpers für viele Menschen Grund genug ist, diesem Körper schaden zu wollen, sehen deutsche Behörden nicht. Erst durch eine Klage behauptet sich die Frau, nach Jahren. Und muss sogleich weiterkämpfen, um transmedizinische Versorgung, um Anerkennung ihres Geschlechts. Im September hat sich Ella N. am Berliner Alexanderplatz durch Selbstverbrennung das Leben genommen (die taz berichtete). Ihre Beweggründe sind unbekannt. Über Gründe für Suizide zu spekulieren führt zu nichts, und niemand, sei er*­sie noch so verzweifelt, soll ihrem Beispiel folgen. Es sei nur so viel gesagt, dass Selbstverbrennungen der Versuch sein können, ein grauenvolles Signal zu senden: dass man all denen zuvorgekommen ist bei der Vernichtung des eigenen Körpers, die es bis dahin versucht hatten. Ein extremer Akt, begleitet womöglich von der Hoffnung, dass am Ende die Selbstbehauptung steht.

TAZ-online

*********************************************************

Hieß es nicht schon Anno Dunnemals schon immer : „Die Augen sind immer größer als der Mund“, wenn es darum ging den selber angehäuften Teller zu leeren? Für die Eigene Militarisierung wird er wohl die weiße CDU Dame gewinnen können, aber die neue Regierung? Sie könnte daran schon zerbrechen?

Emmanuel Macron hat viele Pläne für die EU – aber wird er sie umsetzen können?

4.) Der große Wurf Macrons

Ratspräsidentschaft Reformstau, Schulden, globale Souveränität. Lust am Risiko kann Emmanuel Macron nicht bestritten werden. Er deutet an, mit Europa und als Europäer um die nächste Präsidentschaft streiten zu wollen. Und das beim EU-Nihilismus nationalistischer, ultrarechter Gegenkandidaten wie Marine Le Pen und Éric Zemmour. Umso mehr sieht der Élysée die soeben begonnene Ratspräsidentschaft als Anstoß, das vereinte Europa von seinem Reformstau zu erlösen und notfalls gegen den Strich zu bürsten. Macron will überdies die Regierungschefs der anderen 26 Mitgliedstaaten dafür gewinnen, der EU mehr globale Souveränität zu verschaffen. Es gelte Sorge zu tragen, dass diese Staatenunion vom Ranking her neben den USA, China und Russland nicht abfalle. „Wir müssen zu einem Europa kommen, das stark ist in der Welt, frei in seiner Wahl und Meister des eigenen Schicksals“, so der Präsident. Aus seiner Sicht ist dafür strategisches Eigengewicht unverzichtbar, damit sich die EU von den USA und der NATO emanzipiert, weil das ihrer inneren Verfassung zugute kommt. Dabei dürfte Macron kaum entgangen sein, dass sein Land lediglich den Europäischen Rat führt, nicht die gesamte EU. Ohnehin wird er mit einer Agenda der Selbstermächtigung auf Gegenwehr bei unentwegten Atlantikern in Deutschland und unerschütterlichen Amerika-Freunden in Osteuropa stoßen. Da sich die Regierung Scholz weniger der imperialen Aura als der inneren Metamorphose der EU verschrieben hat, sind Konflikte mit Paris absehbar. In ihrem Koalitionsvertrag wird für einen verfassungsgebenden Konvent plädiert, der sich einer „Weiterentwicklung der Europäischen Union zum föderalen europäischen Bundesstaat“ widmet.

Der Freitag-online

*********************************************************

Da hielt sie dann nur noch die eigene Luft in ihren Händen? Dann gibt es keine andere Möglichkeit als sich rauswerfen zu lassen, oder selber diesen Schritt zu vollziehen. Einer schlecht organisierten Partei sollte sie aber keine Träne nachweinen. Es werden viele Weitere folgen, zumindest wenn einige der noch  Verbliebenen weiterhin ihre geistigen Seifenblasen erzeugen können.

Christa Luft aus der Linkspartei ausgetreten

5.) Wirtschaftspolitikerin schafft sich Luft

Fehlende Konsequenzen nach Wahldesaster. Die Ökonomin und Wirtschaftspolitikerin Christa Luft hat ihren Austritt aus der Linkspartei erklärt. Sie teilte ihre Entscheidung in dieser Woche mehreren Parteigremien mit, wie »nd« erfuhr. Luft, die 1958 der SED beitrat und später Mitglied der PDS und der Linken war, war zur DDR-Zeiten Wirtschaftsprofessorin an der Hochschule für Ökonomie in Berlin. In der Wendezeit 1989/90 war sie Wirtschaftsministerin in der Modrow-Regierung, später PDS-Bundestagsabgeordnete. Sie verlasse die Linkspartei, weil deren Gründungskonsens von 2007, die Systemfrage zu stellen, sukzessive aufgekündigt werde, heißt es in einer Erklärung des Linke-Ältestenrates zu dem Parteiaustritt.

ND-online

*********************************************************

Den Morgengruß an gleicher Stelle – schreibt jeden Tag
„Der freche Bengel“

*********************************************************

Anregungen nehmen wir gerne entgegen

Wir erhalten in letzter Zeit viele Mails mit Texten zwecks Veröffentlichung – Um diese zu Verbreiten  sollten Sie sich aber erst einmal vorstellen und zeigen mit wem wir es zu tuen haben.  Danke !

Treu unserem Motto: Es gibt keine schlechte Presse, sondern nur unkritische Leser

*********************************************************

Grafikquellen          :

Oben     —   DL / privat – Wikimedia

Abgelegt unter Allgemein | Keine Kommentare »