DEMOKRATISCH – LINKS

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RENTENANGST

Archiv für Dezember 25th, 2021

Wie Menschen riechen:

Erstellt von DL-Redaktion am 25. Dezember 2021

Parfümiert Euch!

Von Doris Akrap

Muss man Körpergeruch aushalten wie Schamhaare? Nein! Parfum ist schon in der Weihnachtsgeschichte ein Geschenk des Himmels.

Gottes Sohn stinkt. Glauben Sie nicht? Stimmt aber. Jedenfalls wenn man der Bibel vertraut, der einzigen Quelle für die Behauptung, dass vor nunmehr auf den Tag genau 2021 Jahren der Heiland geboren wurde.

„Es riecht nach Weihnachten“, denkt und sagt jeder, der in christlichen Kontexten aufgewachsen ist, automatisch, bloß wenn es mal ein wenig nach Zimt, Nelke, einem Spritzer Apfel, einem Hauch Mandel und einem Krümel Lebkuchen riecht. Dabei dürfte es an Jesu Geburtstag im Stall zu Bethlehem im buchstäblichen Sinn tierisch gestunken haben, nach Ochs und Esel. Von lieblichem Weihnachtsduft, getränkt von Vanillekipferln, Glühwein, Marzipan, Tannenbaum und Kerzenwachs ist jedenfalls in der „Es begab sich aber zu der Zeit …“ -Story von Lukas keine Rede. Und auch nicht in der Reportage seines Kollegen Matthäus.

Dank der Recherchen von Matthäus wissen wir aber, dass einige Tage nach der Geburt von Gottes Sohn drei Sterndeuter auftauchten – dass wir die heute als „die Heiligen Drei Könige“ bezeichnen, geht auf mittelalterliche Fake News zurück – und Geschenke mitbrachten. Drei Dinge hatte die drei Jungs dabei: Gold, Weihrauch und Myrrhe. Mit Ausnahme des Goldes (damals so üblich) waren es also Duftstoffe (bis heute so üblich).

Weihrauch, das beim Verbrennen einen kräftigen, würzigen Geruch verbreitet und Myrrhe, das duftende Harz eines immergrünen Baumes, das damals multifunktional als Deo, Parfum und Raumspray (meist bei Beerdigungen) eingesetzt wurde. Bis heute ist Duftstoff beziehungsweise Parfum ein Weihnachtsgeschenkklassiker, und man tut ihm unrecht, wenn man es als fantasieloses Last-Minute-Präsent bezeichnet. Denn ganz offenbar war Parfum das erste Weihnachtsgeschenk in der Geschichte der Weihnachtsgeschenke.

Bauplan für den perfekten Geruch

Tausende Jahre beackerten Kohorten von Bibelexegeten, Historikern und Krippenbauern die Frage: Warum Myrrhe, warum Weihrauch? Sie lieferten sich große Interpretationsschlachten, wussten dies und jenes besser. Aber auf die naheliegende Antwort kam keiner von ihnen: um den Geruch von Ochs und Esel zu vertreiben. Hätte man schließlich einem nach Stall und Schweiß riechenden armen Schlucker abgenommen, dass er Gottes Sohn ist?

Der Schriftsteller Patrick Süskind ist einer der wenigen, der das olfaktorische Element in den Schöpfungsmythen erschnuppert hat. In seinem Roman „Das Parfum“ – der zu den weltweit am meisten verkauften deutschen Romanen zählt – lässt er seinen Antihelden Jean-Baptiste Grenouille erkennen, dass Gott den Menschen stinkend erschaffen hat.

Diese Erkenntnis treibt Grenouille dazu an, ebenfalls ein Schöpfergott zu werden. Aber ein perfekter. Einer, der den Fehler in Gottes Bauplan mit einem eigenen Bauplan für den perfekten Geruch übertrumpft (von Grenouille stammt auch der wunderbare Satz „Gott stinkt“).

Vertreibung der stinkenden Seelensorgen

Grenouille wird zum Mörder, um sein himmlisches Parfum zu kreieren. Die Puristen unter den Naseweisen erklären das so, wie Schöpfergott und Wissenschaftler es tun würden: Grenouille musste scheitern, so wie jeder scheitern muss, der meint, er könne es Gott gleich tun (Prometheus, Faust, Frankenstein).

Und die Verfechter der reinen Seele (Kulturprotestanten, Bioladen-Abonnenten, Aussteiger) würden sicher noch einwenden, dass man seinen Körpergeruch ohnehin nicht loswerden könne, da helfe auch kein Vollbad in Eau de Parfum. Es sind die gleichen Leute, die auch daran glauben, dass man zu seinem Körpergeruch stehen muss wie zu Schamhaar, familiärer Hypercholesterinämie und der Verfassung. Leute, die wie Schöpfergott und Wissenschaft nichts übrig haben für Versuchung und Verführung, für Illusionskunst und flüchtige Wahrheiten.

Das alles aber ist Parfum.

Wer es protestantisch-asketisch mag, wird Parfum immer für überflüssig, dekadent und unnatürlich halten. Wer so denkt, dürfte sich konsequenterweise aber weder die Haare kämmen noch die Zehennägel schneiden und maximal drei Mal in seinem Leben eine neue Unterhose kaufen.

Wer es lieber katholisch-grenzüberschreitend mag, kann gar nicht genug Flakons zu Hause rumstehen haben. Denn wer sich nicht ständig auf die Suche nach seinem wahren Ich oder seinem unverfälschten Selbst begeben oder sich mit seinem unvollkommenen Körper zufrieden geben will, nimmt ein paar Sprühstöße und vertreibt damit alle stinkenden Seelensorgen. Und wer auf die zunehmende Protestantisierung des Alltags (Scham, Moral, Verzicht, Mäßigung) und ein damit einhergehendes Leben mit angezogener Handbremse keinen Bock hat, sollte immer noch einen Sprühstoß extra auflegen.

Schutz vor Schnüfflern

Ob Atheist oder bibelfest, es gibt auch einen ganz praktischen Grund, sich in einen Geruch zu hüllen, der den des eigenen Körpers zu verdecken versucht: den Schnüffler. Also den Hund, beziehungsweise die Odorologie, die kriminalistische Methode der Täteridentifizierung mittels Körpergeruch.

Zuerst von den Niederländern Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelt, wurde die Technik der „Geruchsdifferenzierung“ vor allem von der Stasi verfeinert, in der DDR der 1970er Jahre: man steckte Stofflappen mit dem Geruch eines Körpers in luftdicht verschlossene Glasbehälter. Auf diese Weise sollte ein Archiv aufgebaut werden, in dem jeder Staatsbürger mit einer Duftprobe vertreten sein sollte.

Quelle        :         TAZ-online            >>>>>          weiterlesen

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Grafikquellen          :

Oben     —      Ausschnitt aus einer über Jahrzehnte entstandenen privaten Krippenlandschaft, ausgestellt im Stadtmuseum Mülheim-Kärlich

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Streit über EU-Taxonomie

Erstellt von DL-Redaktion am 25. Dezember 2021

Kernkraft ist nachhaltig – nachhaltig unversicherbar

Kernkraftwerk Cruas

Eine Kolumne von Christian Stöcker

Frankreich und diverse Staaten Osteuropas wollen Atomenergie für »nachhaltig« erklären lassen, Deutschland soll dafür womöglich ein Klimasiegel für Erdgas bekommen. Was soll das?

Man kann Atomkraft aus sehr unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten und dabei ergeben sich auch verblüffend unterschiedliche Bilder. Mal ist sie völlig sicher und harmlos. Und mal sind die Risiken so groß, dass es absolut unverantwortlich wäre, weiter Kernkraftwerke zu betreiben.

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Treiber des Wandels

Erstellt von DL-Redaktion am 25. Dezember 2021

Protestbewegungen unter Druck

Verschwörungsprotest Berlin 2021-04-21 10.jpg

Sind und waren Politiker-Innen oder Religionsmitglieder nicht schon immer die größeren Realitätsverweigerer-Innen? Sind nicht die sich selbst als Freiheitlich-Propagierenden Staaten vielleicht die Gefährlichsten? 

Von Christian Jakob, Dominik Johnson, Barbara Oertel, Bernd Pickert und Sven Hansen

Je freier die Zivilgesellschaft agieren kann, desto fortschrittlicher die Gesellschaft. Doch wie steht es um die Freiheit des „Civic Space“ weltweit?

 

Mal landet eine Droh-E-Mail im Postfach, mal kommen nachts Bewaffnete ins Haus. Mal werden Demonstrierende vor laufenden Kameras zusammengeschlagen, mal geschieht dies im Verborgenen. Es trifft weltberühmte Künstler genauso wie Kleinbauern, die außerhalb ihres Dorfs niemand kennt. Es passiert in Staaten, in denen nie ernsthaft eine Wahlurne aufgestellt wird, aber auch in Brüssel, Rom und Budapest. Manche der Opfer lesen in der Zeitung, sie seien „ausländische Agenten“, bei anderen bleibt die Bankkarte im Automaten stecken, weil ihr Konto gesperrt wird. Wieder andere werden angeklagt, am Handy bedroht oder verschwinden und tauchen nie wieder auf.

Repression ist so vielfältig wie uferlos. Sie kann tödlich sein, auch wenn Menschen Selbstverständliches einfordern: Den Rücktritt korrupter Politiker, Klimaschutz, Wahlen. Oder das Land, auf dem eine Familie lebt, nicht für eine zerstörerische Pipeline hergeben zu müssen.

Wie die Wet’suwet’en-Indigenen in Kanada: Durch deren Territorium soll die Coastal GasLink-Pipeline führen, um Erdgas nach Asien zu exportieren. Als die Indigenen sich weigerten, dafür eine ihrer Siedlungen zu räumen, rückten am 26. November Sondereinheiten mit Kettensäge und Automatikgewehr an, um sie aus ihren Hütten zu holen und ins Gefängnis zu bringen.

„Aktivisten zum Schweigen zu bringen ist eine Taktik der Regierenden, um Maßnahmen gegen den Klimawandel zu umgehen“, sagt Marianna Barreto von der NGO Civicus. Die dokumentiert, wie es um die Freiheit der globalen Zivilgesellschaft bestellt ist. Klimabezogene Proteste sind demnach zu einem der wichtigsten Ziele von Repression geworden. Das kommt nicht von ungefähr. „Die Zivilgesellschaft ist der einzige verlässliche Motor, der die Institutionen dazu bringt, sich im erforderlichen Tempo zu verändern“, schrieb schon 2018 der UN-Weltklimarat.

Hierzulande gehen „Querdenker“ auf die Straße, getrieben vom Hass auf eine halluzinierte „Corona-Diktatur“. Echte Diktaturen wissen Corona derweil für sich zu nutzen. Als in Niger ein gigantischer Korruptionsskandal beim Militär ruchbar wurde, verbot die Regierung Proteste mit Verweis auf Corona – während das übrige öffentliche Leben ungehindert weiterlief. Als dennoch demonstriert wurde, griff das Militär ein, vier Menschen starben. „Durch die Pandemie haben repressive Regierungen einen weiteren Vorwand gefunden, um ihre Angriffe auf die Zivilgesellschaft fortzusetzen“, sagt Theresa Bergmann von Amnesty International.

Schon vor der Pandemie hatten soziale Bewegungen es auch deshalb schwer, weil nationalistische, autoritäre Regierungen auf dem Vormarsch waren. Ob dies anhält, ist offen. In Südamerika deutet sich nicht erst seit der Wahl in Chile ein Linksschwenk an. In Afrika haben Massenproteste den Wunsch nach demokratischer Veränderung immer deutlicher gemacht, in Europa ist der Kampf zwischen Populisten und liberaleren Akteuren weiter unentschieden. Wie wird es 2022 weitergehen? Welche Formen werden Repression und Überwachung annehmen, wenn sich die sozialen Folgen der Pandemie noch schärfer zeigen und die Konflikte um die Bewältigung der Klimakrise zunehmen?

Im neuen Ampel-Koalitionsvertrag sind Menschenrechte als Orientierung für ihre Innen- und Außenpolitik festgeschrieben. Rüstungsexporte sollen konsequenter kontrolliert, der Export von Überwachungssoftware an „repressive Regime“ gestoppt werden. Es wäre kein schlechtes Signal.

Denn dass autoritäre Regime sich oft halten können, liegt auch am höchst disparaten Verhalten des Westens. „Würde ich nur mit Demokraten reden, wäre meine Arbeitswoche immer schon Dienstag zu Ende“, sagte Ex-EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker einmal. Die Frage ist, was man den Übrigen im Rest der Woche sagt – und wie die Ampel dies in Zukunft halten wird.

331 ermordete Aktivisten

Unter dem bisherigen SPD-Außenminister Heiko Maas variierte Deutschlands Linie – ebenso wie jene der EU – stark, je nach Interessenlage. Die Diktatur in Belarus etwa wird sanktioniert, Russland nach der Annektion der Krim ebenso. Die Türkei hingegen bekommt Waffen für ihren Feldzug gegen die Kurden, Saudi-Arabien darf Journalisten im Konsulat ohne jede Spur von Konsequenzen zersägen. In Togo regiert die älteste Diktatur Afrikas. Als die Herrscherfamilie 2020 monatelange Protesten aussaß und sich weigerte, die Macht nach 53 (!) Jahren abzugeben, gratulierten Staaten wie Deutschland und Frankreich zur „Wiederwahl“ – und verwiesen auf „Stabilität“.

All das hat Folgen für die Zivilgesellschaft vor Ort. Wo internationaler Druck fehlt, geht es ihr umso schneller an den Kragen.

2020 registrierte die NGO Frontline Defenders weltweit mindestens 331 ermordete Menschenrechts-Aktivisten – rund 70 Prozent waren im Bereich Ökologie und Landrechte aktiv. Neben Staaten sind auch Unternehmen, mafiöse Banden oder islamistische Gruppen für diese Morde verantwortlich – die wiederum umso eher mit dem Staat verwoben sind, je geschwächter Justiz, Medien und soziale Bewegungen sind.

Für den Raum, in dem all dies sich abspielt, hat sich ein Begriff etabliert: Civic Space, der „Raum der Zivilgesellschaft“. Zu dieser zählt alles, was weder dem Staat, wirtschaftlichen Unternehmen noch dem Privaten zuzurechnen ist. Der Civic Space ist ein Raum politischer Freiheit. Und so amorph die globale Zivilgesellschaft ist: Sie ist der Treiber politischen Wandels. Schrumpft ihre Handlungsfreiheit, erstarrt die Gesellschaft, Mächtige werden nicht zur Verantwortung gezogen. Dann bleiben oder werden Regierungen korrupt, autoritär, dysfunktional, mafiös.

„Der Ruf nach Veränderung bringt soziale Bewegungen weltweit in die Schusslinie“, sagt Lysa John, die Generalsekretärin von Civicus. Die NGO klassifiziert die Staaten der Welt laufend nach dem Grad politischer Freiheit. Insgesamt lebten 2021 demnach nur etwa 250 Millionen Menschen in 40 Staaten, die uneingeschränkte Freiheiten gewähren, darunter Deutschland oder Portugal. 6 von 10 Menschen leben in Ländern, die staatsbürgerliche Freiheiten teils stark einschränken – darunter Polen und Ungarn. Vollständig „geschlossen“ ist der Civic Space für 2,1 Milliarden Menschen in 25 Staaten, in denen zivilgesellschaftliches Handeln fast komplett unterbunden wird – darunter China, Syrien oder Ägypten, wo Protestierende mit langer Haft oder Ermordung rechnen müssen.

Diktaturen kennzeichnet, den Civic Space zu schließen. Semiautoritäre Staaten lassen manches laufen und zerschlagen nur, was der Regierung nicht passt. Demokratien hingegen begreifen Zivilgesellschaft als Teil ihrer selbst und fördern sie. So die Theorie. Doch die Civicus-Daten zeigen auch: In 16 der 27 EU-Staaten werden die Freiheitsrechte eingeschränkt – etwa in Italien, das gegen Seenotretter vorgeht oder in Polen, das die Justiz zum Erfüllungsgehilfen einer Partei degradiert. 13 Staaten rutschten 2021 im Civicus-Ranking stark ab, darunter Polen, die USA, Belarus, Hongkong und Südafrika. In dem Land starben im Sommer über 350 Menschen, als das Militär Massenproteste auflöste.

Wo die zivilgesellschaftliche Freiheit erodiert, wachsen Armut und Ungleichheit. Kämpfe um gerechte Löhne, Arbeitsrechte, gegen Korruption, und für funktionierende staatliche Dienstleistungen sind umso wirksamer, je freier die Zivilgesellschaft ist. Das ist messbar: Wo der Civic Space „offen“ ist, liegt der Human Development Index – ein statistisches Maß für die soziale Entwicklung – im Schnitt bei 0,82. In Staaten mit „unterdrückter“ Zivilgesellschaft fällt er meist Richtung 0,5. Ebenso verhält es sich mit der Einkommensverteilung: Je mehr politische Freiheit, desto gleichmäßiger ist das Einkommen innerhalb einer Gesellschaft verteilt.

Auch die härteste Repression hat den Wandel immer nur herausgezögert

536 Meldungen über Angriffe auf die Zivilgesellschaft hat Civicus zuletzt ausgewertet. Sie sind nicht repräsentativ, zeigen aber klare Muster der Repression. Besonders verbreitet ist demnach die staatliche Zensur von Medien – einschließlich der Kontrolle des Internets und der sozialen Medien.

2021 wurden laut Reporter ohne Grenzen 44 Journalisten, deren Mitarbeiter und Blogger getötet, 489 sitzen in Haft. Donald Trumps „Kommunikationsmodell, Journalisten als ‚Staatsfeinde‘ zu betrachten, wurde durch den Aufstieg des Populismus in Europa neu belebt“, schreibt die serbische Kommunikationswissenschaftlerin Milica Kulić. Kürzlich wurde bekannt, dass die „Pegasus“ genannte Spionagesoftware des israelischen Unternehmens NSO Group an viele Staaten verkauft wurde, um Journalisten auszuforschen. Auch das BKA und der BND setzen sie ein.

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Wann findet der erste Impf-Dart Wettbewerb statt ?

Front Line Defenders berichtete jüngst wie Aktivisten, die gegen ein Wasserkraftwerksprojekt in Chile protestieren, überwacht werden. Der Kraftwerksbetreiber beauftragte eine „Sicherheitsfirma“, WhatsApp- und Facebook-Chats zu infiltrieren. Sie rechtfertigte dies damit, dass die Aktivisten „Öko-Terroristen“ seien. „Den Terrorismusbegriff missbrauchen Regierungen und Konzerne um jene zu diffamieren, die Sozialabbau und Umweltzerstörung nicht hinnehmen wolle“, schreibt Civicus. Der Begriff „Öko-Terrorist“ bringe Klimaaktivisten monatelang für Dinge in Haft, die sonst mit einem Bußgeld erledigt wären, schreibt die kanadische Klimastreik-Organisatorin Alienor Rougeot. Der Umgang mit den Pipeline-Protesten der Wet’suwet’en-Indigenen etwa sei ein „Lehrbuchbeispiel für Kriminalisierung“ nach dem Muster: Diffamierung – Kriminalisierung – Entrechtung.

Werden solche Strategien die globalen Kämpfe um Demokratie, Ökologie, soziale und Geschlechtergerechtigkeit am Ende niederschlagen? Kaum. Die historische Erfahrung zeigt, dass auch die härteste Repression Wandel immer nur herausgezögert hat. Die italienische Arbeiterbewegung der 1970er Jahre hatte dafür eine einleuchtende Erklärung: Die Handlungen des Kapitals seien nur als Reaktionen auf den Kampf der Arbeiter zu begreifen, nicht umgekehrt. Soziale Kämpfe sind demnach naturgemäß in der Offensive. Ein ermutigender Gedanke. Christian Jakob

Belarus: Auf dem Weg zum „Anschluss“

Quelle     :        TAZ-online           >>>>>         weiterlesen

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Grafikquellen          :

Oben     —   Protest von Verschwörungsgläubigen gegen die Änderung des Infektionsschutzgesetzes während der Abstimmung im Bundestag am 21. März 2021. Die Kundegebung wurde wegen Missachtung der Hygieneregeln aufgelöst, woraufhin versucht wurde an das Brandenburg Tor zu gelangen und den Tiergarten zu besetzen.

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DL – Tagesticker 25.12.2021

Erstellt von DL-Redaktion am 25. Dezember 2021

Direkt eingeflogen mit unseren Hubschrappschrap

Heute in der Auswahl des „Bengels“:  – . –  1.) „Wir stecken tief in Ihrer Schuld“  – . –  2.) „Stärker verbreitet als angenommen“  – . –  3.) Gegen die Wand  – . –  4.) Vom Mahner zum Wächter des Koalitionsfriedens  – . –  5.) Kultur – Politische Linke  – . –  DL wünscht allen Lesern eine  gute Unterhaltung.

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Wer hebt ihn auf und wirft den heißen Dung weiter ? Wie oft und wie lange werden sich die Pfleger-Innen solche Platituden noch anhören müssen? „Lieber Leierkasten-Mann stimme das Lied von vorne an!“ Ein Lied der größten Volksverarschung !

LAUTERBACH DANKT PFLEGERN

1.) „Wir stecken tief in Ihrer Schuld“

In einer Videobotschaft dankt Gesundheitsminister Lauterbach den Beschäftigten im Gesundheitswesen. Er wisse um die „außerordentlichen Arbeitsbelastungen“, sagt der Minister – und gibt ein Versprechen. undesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat unmittelbar vor Heiligabend allen Beschäftigten im Gesundheitswesen für ihre Arbeit gedankt. „Nun ist es schon das zweite Weihnachten in der Pandemie. Wir hatten es uns gewünscht, ja, wir hatten es uns erhofft, dass es anders verlaufen würde. Es ist aber nicht so gekommen“, sagte der SPD-Politiker in einer am Freitag veröffentlichten Videobotschaft, in der er sich direkt an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wendet. „So dramatisch wie die Situation letztes Jahr in den Pflegeeinrichtungen insbesondere gewesen ist, so hatten wir doch die Hoffnung, dass über die Impfkampagne im Laufe des Jahres wir aus der Pandemie herauskommen könnten. Leider ist das nicht eingetreten.“ Die Impflücken seien immer noch viel zu groß.

FAZ-online

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Wie können sich Menschen doch irren? Die dachten doch sicher alle die Söder, Scheuer oder Seehofer führen Benziner oder Diesel um die Abwässer zu verschmutzen. Und wo bleibt hier die Opikron und woher kommt sie? Haben sich die Alpha, Beta, Zeta oder Theta Kindlein zu Weihnachten schon angemeldet? Wann stimmt der Lautebach sein Lied an: „Jeden Tag ne Impfe, jeden Tag ne Impfe – bis wir haben nur noch Pimpfe“?

Forscher entdecken Omikron in Münchens Abwasser:

2.) „Stärker verbreitet als angenommen“

Ein Forscherteam der LMU München hat erstmals Omikron-Spuren im Abwasser von München gefunden. Die Daten zeigen: Die Virusvariante war offenbar bereits Anfang Dezember deutlich weiter verbreitet als bislang angenommen. Wie stark hat sich die Omikron-Variante des Coronavirus in Deutschland schon ausgebreitet? Diese Frage können Experten immer noch nicht genau beantworten. In seinem letzten Lagebericht verzeichnete das Robert-Koch-Institut (RKI) insgesamt 112 Fälle der hochansteckenden Corona-Variante bis zum 13. Dezember. Der Anteil an den Gesamtinfektionen lag damit in der ersten Dezemberwoche bei 0,6 Prozent. Vor allem vor dem Hintergrund der extrem dynamischen Entwicklung in Großbritannien oder Dänemark ist jedoch davon auszugehen, dass die Zahlen auch hierzulande inzwischen weitaus höher liegen.

Focus-online

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War dieser Tausch gegen Trump je etwas anderes als der Tausch zwischen Merkel und Scholz – oder Kohl und Schröder? Diese „Demokratische“ Leiter könnten wir hinuntersteigen bis zu Adenauer und wir finden immer sich ähnelnde Parteigänger ihrer Clans. Das will in der Politik auch niemand ändern, solange von den Clans die Wahlen entschieden werden können und nicht vom Volk.

Demokratie in den USA

3.) Gegen die Wand

US-Präsident Biden stößt mit seiner Politik auf harten Widerstand – bei den Themen Impfen und Trump-Ära.Es war ein Flehen: Mindestens ein Dutzend Mal drängte US-Präsident Joe Biden am Dienstag vor TV-Kameras im Weißen Haus seine Zuschauer:innen, sich jetzt impfen oder boostern zu lassen. Er legte dar, wie er die Vereinigten Staaten gegen die neue Omikron-Variante des Coronavirus wappnen will: mit mehr Impf- und Testzentren, 500 Millionen kostenlosen Tests und dem Einsatz von ärztlichem Militärpersonal. Aber er sagte auch: Nur ein Impfschutz garantiere das gewohnte Weihnachtsfest mit der Familie und Verwandten. Ungeimpfte hingegen – also ein Viertel der Bevölkerung – riskierten eine schwere Erkrankung oder den Tod. Schon jetzt ist die Omikron-Variante in den USA für mehr als 70 Prozent der neuen Coronafälle verantwortlich und hat dafür gesorgt, dass vielerlei Beschränkungen den Alltag erschweren. Doch es sieht so aus, als ob Bidens Flehen bei denen, an die es gerichtet war, auf taube Ohren stößt. Besonders in ländlichen, tiefgläubigen und konservativen Regionen ist die Impfskepsis hoch. Sie macht nicht einmal vor einem halt, der sie lange mitgeschürt hat: Donald Trump wurde jüngst ausgebuht, als er einräumte, er habe seinen Booster-Shot bereits erhalten. Der Enthusiasmus für Biden schmilzt dahin.

TAZ-online

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Aus dem Märchenbuch eines Arztes welcher gerne von Politiker-Innen als Professor erkannt werden möchte. In der Natur ähnelnd einem Pfau welcher nie nur Hahn sein wollte? Aber was soll es- Einer muss immer das rote Schlusslicht halten und der kam schon immer aus der SPD ? So auch im Saarland.

Viele hatten ihre Hoffnungen in Karl Lauterbach gesetzt.

4.) Vom Mahner zum Wächter des Koalitionsfriedens

Viele hatten ihre Hoffnungen in Karl Lauterbach gesetzt. Doch schon kurz nach seinem Antritt zeigt sich: Der Gesundheitsminister hat weder einen Plan noch seinen Laden im Griff. Wieder kein starker Mann, den sich manche Deutsche so wünschen. Der durchgreift und die Schotten dichtmacht, auch vor Weihnachten. Was die beiden Sozialdemokraten, Kanzler Olaf Scholz und Gesundheitsminister Karl Lauterbach, als Maßnahmen gegen Omikron präsentiert haben, klingt ein bisschen nach „Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass“. Mit Ausnahme von Sport- und Tanzveranstaltungen bleiben die Einschränkungen ab dem 28. Dezember auf den privaten Raum beschränkt, den ohnehin keiner kontrollieren kann. Freiheitseingriffe vor dem Fest wurden wohl mit Rücksicht auf das Weihnachtsgeschäft und die Angst vor Popularitätsverlust ganz vermieden, getrieben vom Koalitionspartner FDP, dessen eigene Reihen durch die Debatte um die Impfpflicht zerrissen sind, und der im Wort steht, dass es keinen neuerlichen Lockdown gebe. Die Kakophonie widersprüchlicher Ansagen trägt nicht eben zur Beruhigung bei. Da gibt es einen Expertenrat, dessen Zusammensetzung nach Professionen ohnehin fragwürdig ist, und auf dessen Ratschläge die Politik bei erster Gelegenheit verzichtet. Dann schert eines seiner Mitglieder, der Chef des Robert-Koch-Instituts Lothar Wieler, aus, pfeift auf den Konsens und fordert Karl Lauterbach offen heraus. Dieser wiederum ist immer noch imstande, die Vorratslage zum Impfstoff schlüssig zu erklären.

Der Freitag-online

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Aber – saßen nicht  immer, auch in diesen selbsternannten „Demokratien“ – Religionen und Regierungen in einen Boot ? Wo keine Gläubigkeit an einen Gott als Macher, vor welchen Menschen sich niederwerfen, dort kein Glaube zu einer/n Präsident-In. Die Unterschiede sehen wir nur in der Verschiedenheit der Religionen. Nirgendwo wurde nach dem Krieg eine größere Wahlwerbung für die C-Parteien betrieben, als von den Kanzeln der Kirchen. Religionen sind in den meisten Staaten auch heute noch Staatsreligionen! 

Der Kampf um die Köpfe

5.) Kultur – Politische Linke

Die politische Linke war mal gegen Religion, heute ist sie merkwürdig freundlich gestimmt. Jesses Maria, jetzt wird’s knifflig: Von welchem CSU-Parteichef stammt das Zitat »Mein Idol ist Jesus«? Welche führende CDU-Politikerin war jahrelang Vorsitzende der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland? Und welche christdemokratische Arbeitsgemeinschaft stellte fest, »dass religiöser Glaube Gläubigen Freude, Gewissheit und Hoffnung vermittelt«? Die Antworten werden Sie überraschen: Es war niemand aus den C-Parteien. Ich gebe zu, ich habe Sie aufs Glatteis geführt. Es war die SPD-Vorsitzende Andrea Nahles, die ihr politisches Handeln mit Jesus begründete. Es war die Grünen-Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt, die zur Führungsriege der Evangelischen Kirche gehörte. Und es war die PDS, die 1990 die »sinnstiftenden, gesellschafts- und lebensgestaltenden Potenzen« der Religionen lobte. Heute gehen ihre Nachfolgerin Die Linke und deren Bundesarbeitsgemeinschaft Linke Christinnen und Christen noch einen Schritt weiter, wenn diese pastoral verkündet: »Linke Christinnen und Christen haben eine Vision.« Links sein und auch noch religiös? Spurensuche in Trier: Diese Stadt hat nicht nur Karl Marx hervorgebracht, sondern auch den Jesuiten Oswald von Nell-Breuning, Begründer der katholischen Soziallehre. Beides ist kein Zufall. Karl Marx, geboren in Trier 1818, wuchs an einem Ort auf, in dem die Volksfrömmigkeit tief verwurzelt war. Täglich konnte er miterleben, wie Menschen – in der Hoffnung auf ein besseres Leben im Jenseits – noch die unerträglichste Gegenwart erduldeten. Marx erkannte in der Religion den »Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüt einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volks.« Und solange die Massen von den Opiumdealern – den Geistlichen – immer wieder narkotisiert wurden, war jede Revolution schon im Vorfeld zum Scheitern verurteilt. Die Religion verhinderte, dass Menschen gegen Elend und Willkür aufbegehrten.

ND-online

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Den Morgengruß an gleicher Stelle – schreibt jeden Tag
„Der freche Bengel“

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Anregungen nehmen wir gerne entgegen

Wir erhalten in letzter Zeit viele Mails mit Texten zwecks Veröffentlichung – Um diese zu Verbreiten  sollten Sie sich aber erst einmal vorstellen und zeigen mit wem wir es zu tuen haben.  Danke !

Treu unserem Motto: Es gibt keine schlechte Presse, sondern nur unkritische Leser

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Oben     —   DL / privat – Wikimedia

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Frohe Festtage 2021

Erstellt von DL-Redaktion am 25. Dezember 2021

Allen Mitarbeiter-Innen und Leser-Innen wünschen wir frohe Weihnachtstage  2021

File:Keine frohe Weihnachten.jpg

Red. – DL / i.A. / I.E – Das gilt natürlich auch für die politisch-Nichts-schaffenden der Regierung und Opposition welche, sich gerade in ihren wahren Pandemie-Rausch neu erleben. 

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Grafikqielle     :       Keine frohen Weihnachten. Cartoon über eine Familie, die kein Geld für Weihnachtsgeschenke hat.

Transkription:

Weihnachten 2002 – Walter hatte gerade seine Stelle verloren, und wir mußten unsere Geschenke mit dem Haushaltsgeld kaufen. Dieses Jahr gab’s Erbsen und Möhren, Bohnen und Tomaten.

Author Gaspirtz     /  Own  work

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