DEMOKRATISCH – LINKS

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RENTENANGST

Archiv für Oktober 20th, 2021

Der Wahnsinnige Hochmut

Erstellt von DL-Redaktion am 20. Oktober 2021

Der Krieg in Afghanistan zeigt, dass die demokratische Kontrolle über kriegerische Einsätze viel zu schwach ist

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Grün-Braun ist die Uniform, Grün Braun bin auch ich, Grün Braun muss mein Mädel sein – gerade so wie ich.  (Musik Schwarz-Braun ist die Haselnuss     …….)

Ein Schlagloch von Ilija Trojanow

Die Aufarbeitung des Militäreinsatzes in Afghanistan wird gemieden wie ein heißes Eisen. Grund dafür ist die Angst vor bitteren Erkenntnissen.

Wie konnte es geschehen, dass wir Afghanistan so schnell wieder vergessen haben. Nicht das Land, das hat uns nie besonders interessiert, sondern den Krieg, an dem wir 20 Jahre lang beteiligt waren. Wie kann es sein, dass all jene, die militärische Interventionen für notwendig erachten, für ein legitimes Instrument der Außenpolitik, jetzt nicht hinterfragen, wie Hunderttausende Menschen sterben konnten und weit mehr als eine Billion Dollar ausgegeben wurde, mit dem Resultat, dass erneut die Taliban regieren. Wie kann es sein, dass wir als angeblich rationale, zivilisierte Gesellschaft nun unsere Annahmen und Wertigkeiten nicht einer grundsätzlichen Kritik unterziehen?

Die Antwort liegt auf der Hand: Eine solche Auseinandersetzung würde unsere Blindheit offenbaren, das ganze Ausmaß einer Tragödie, die an erster Stelle darin besteht, dass der „Westen“ oder die „USA und ihre Lakaien“ Afghanistan umfassend neu gestalten wollten, erschaffen im eigenen Bild, nach unserem Gleichnis. Sich dem Fiasko des Einsatzes zu stellen würde bedeuten, sich kritisch mit der eigenen ideologischen Anmaßung zu beschäftigen, was Fortschritt heißt und wie er erzielt werden kann. Jetzt wissen wir zumindest eines: nicht auf diesem ruinös destruktiven Weg. Wenn zukünftige Generationen auf diese Epoche zurückblicken, werden sie den gewaltigen Wahn westlicher Allmachtsfantasien klarer erkennen.

Um solche Katastrophen in Zukunft zu verhindern, ist es notwendig, einige der größten Fehler zu benennen, die eigentlich keine Fehler sind, sondern unserer politischen DNA seit dem Imperialismus eingeschrieben.

1. Als wäre das Präsidialsystem der Demokratie letzter Schluss, wurden gleich nach der Vertreibung der Taliban ein zentralistisches System und ein Staatsoberhaupt mit zu viel Macht installiert. Anstatt mit Blick auf die regionalen Unterschiede im Land eine Demokratisierung von unten zu fördern, lokal und kommunal, unter Berücksichtigung gewachsener Strukturen und mit Einbindung aller Menschen in einem Prozess der selbst gestalteten Ermächtigung.

2. Obwohl das ursprüngliche Ziel des militärischen Einsatzes die Vernichtung von al-Qaida war und große Teile der Taliban mit dieser Terrororganisation nichts zu tun hatten, wurden die Taliban von Anfang an dämonisiert und zu keiner der vermeintlich inklusiven Konferenzen eingeladen. 19 Jahre lang wurde weiter Krieg geführt, obwohl der ursprüngliche Kriegsgrund weggefallen war, gegen Kräfte, die keine Möglichkeit hatten, sich in eine pluralistischere Gesellschaft einzubringen.

German military Chaplains during a funeral service at ISAF.jpg

Freiwillig, unter der Begleitung religiöser Gesänge lassen sie sich in Kriege schicken, um sich  anschließend, wenn sie ihren Meister – den Tod gefunden haben, innerhalb einer politischen Stunde als Helden feiern zu lassen ? Als Beispiel des politischen Irrsinn in dieser Welt ?

3. Korruption und Gewalt. Nur eine Zahl sei genannt: Laut einer Studie der UNO zahlten Afghaninnen schon im Jahre 2010 Bestechungsgelder in Höhe von 2,5 Milliarden Dollar an Soldaten, Richter und Beamte, sogar an Lehrer und Ärzte. Unter den Taliban durften die Menschen wenig, unter der neuen Regierung mussten sie blechen. Zudem waren unter den einheimischen Verbündeten der internationalen Menschenrechtsmissionare jene brutalen Warlords, die das Land zuvor zugrunde gerichtet hatten.

4. Lügenschützenhilfe. Von Anfang wurde dieser Angriffskrieg (Pardon: „die Beteiligung bewaffneter deutscher Streitkräfte an dem Einsatz der Internationalen Sicherheitsunterstützungstruppe“) begleitet von euphemistischen Exzessen. Je düsterer die Lage, desto mehr musste rhetorisch aufgerüstet werden. Auf der einen Seite die teuflischen Taliban, die unsere Zivilisation gefährden, auf der anderen die phänomenalen Fortschritte, für deren Absicherung es halt noch ein wenig Gewalt braucht. Ein propagandistisches Schneeballsystem, das zusammenbrechen musste, spätestens als die Zahl der Nato-Soldaten im Land die 100.000 überstieg, als sich Selbstmordattentate häuften, Drohnen Kinder zerfetzten und Bomben Hochzeiten in Beerdigungen verwandelten.

Quelle        :        TAZ-online          >>>>>        weiterlesen

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Grafikquellen          :

Oben     —     German Chancellor Angela Merkel on a visit with the German ISAF forces in Afghanistan. She is meeting with Major-General Hans-Werner Fritz, commander of the German forces in Afghanistan. origianl caption: A meeting was held between Gen. David H. Petraeus, commander, International Security Assistance Force, President of Afghanistan Hamid Karzai and Chancellor of Germany Angela D. Merkel, at Headquarters Regional Command North Dec. 18. ISAF RC North supports Afghanistan in creating a functioning government and administration structure, while preserving Afghan traditions and culture. (U.S. Navy photo/Mass Communication Specialist 2nd class Jason Johnston)

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Wir leben in einer Welt

Erstellt von DL-Redaktion am 20. Oktober 2021

Eine gerechte Zukunft mit Russland und China

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Von Jimmy Bulanik

Das Leben bedeutet immer und überall Veränderungen. Das birgt sowohl positive Gelegenheiten als auch mögliche Risiken, und zwar für alle Menschen, gleich ob sie bedingt durch zufälliges Glück des Herkommens in der Europäischen Union leben, in Neuseeland, in der Russischen Föderation oder in der Volksrepublik China.

Garantiert ist, dass niemand die vollständige Gewissheit darüber, hat welche Ereignisse sich zu welchem Zeitpunkt auf dem Globus ereignen werden. Sicher ist aber, dass alle Menschen ihre Kinder lieben.

Denn es geht um sie, die sich nicht im öffentlichen Fokus befinden. Jene jungen Menschen, welche noch über Jahrzehnte auf dieser Welt leben werden, wenn wir schon lange nicht mehr von Bedeutung oder am Leben sind. Die Zukunft ist das, was wir Menschen ungeachtet aller Eigenheiten (gegenwärtige Regierung, gegenwärtige volkswirtschaftliche Wirtschaftsleistung, gegenwärtige weltanschauliche Befindlichkeiten), als Ganzes daraus gestalten.

Dafür bedarf es der Gerechtigkeit. Ohne Gerechtigkeit gibt es keine Lebensqualität, weder im Inland noch außerhalb unserer Grenzen. Voraussetzung dafür ist ein respektvoller Umgang mit allen Menschen, gleich welcher Nationalität.

Diese respektvolle Form, miteinander im Alltag umzugehen, darf gerne von Diplomaten diverser Länder ebenfalls reflektiert werden.

Gerade für Diplomatinnen und Diplomaten muss gewaltfreie Rhetorik Vorrang haben vor Straf-und Boykottmaßnahmen oder gar militärischer Gewalt. Neuseeland mit seiner Gesellschaft und der aktuellen Premierministerin, Jacinda Ardern ist dafür ein global leuchtendes Beispiel.

In Anbetracht der weltweiten Anzahl und Gefährlichkeit der modernisierten Atomwaffen wird die Welt und wir als Menschheit einen Krieg unter Einsatz dieser Massenvernichtungswaffen nicht überstehen. Nur wenn wir lernen, respektvoll miteinander umzugehen, können wir unsere Zukunft friedlich gestalten.

Vladimir Putin and Xi Jinping (2018-06-10) SCO summit.jpg

Seien wir also zuversichtlich und kommunizieren wir dies im Rahmen unserer verbrieften Grundrechte zusammen mit unseren verantwortlichen Politikerinnen und Politikern auf der Ebene der Europäischen Union. Auch die Verantwortlichen innerhalb der Russischen Föderation sowie der Volksrepublik China verfügen über Weisheit genauso wie über die Fähigkeiten des geostrategischen Schachspiels.

Seien wir in unserem Alltag vorbildliche Europäerinnen und Europäer in Form von gelungenen Menschen. Darin besteht sehr viel Schönheit. Diese Schönheit wird garantiert anderen Menschen auf dem Globus eine erfreuliche Inspiration sein.

Sicher ist, wir können nur miteinander auf unserem gemeinsamen Globus existieren. Dieses 21te Jahrhundert muss in jedem Fall einen besseren Verlauf nehmen, als dies im letzten Jahrhundert der Fall gewesen ist. Mittels der modernen Technik, den Möglichkeiten, sich zu verbinden und zu kommunizieren, haben wir die notwendigen Instrumente bereits in unseren Händen.

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Grafikquellen          :

Oben     —     Nahuatl Asia map

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Unten        —     Перед началом саммита Шанхайской организации сотрудничества. С Председателем КНР Си Цзиньпином.

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Mosambik-Kreditskandal:

Erstellt von DL-Redaktion am 20. Oktober 2021

CS zahlt 475 Millionen Dollar Strafe

Credit Suisse, Paradeplatz (Ank Kumar, INFOSYS Limited) 01.jpg

Quelle      :        INFOsperber CH.

Von  Urs P. Gasche /   

Die Grossbank muss für ihren rechtsverletzenden und mit Schmiergeldern verbundenen Milliardenkredit büssen. Das meldet Bloomberg.

Die Schweizer Grossbank Credit Suisse hat sich bereit erklärt, fast 475 Millionen Dollar Busse zu zahlen, um mehrere Untersuchungen über ihre Rolle in einem Geldbeschaffungsskandal beizulegen, bei dem Hunderte von Millionen aus Mosambik geplündert wurden und das Land in eine Wirtschaftskrise stürzte. Das berichtet das Wirtschaftsportal Bloomberg am 19. Oktober. Es handelt sich um eine Einigung mit den Behörden in den USA, in Grossbritannien und der Schweizer Finma.

Die CS erwarte im dritten Quartal einen Abschreiber von 230 Millionen Dollar als Folge des Vergleichs. Das sei ein weiterer Schlag für die Aktionäre, nachdem die Grossbank bereits von den Skandalen um Greensill und Archegos Capital Management erschüttert worden sei.

Der Vergleich vor Gericht ist eine Folge aus den Kreditgeschäften in Höhe von insgesamt zwei Milliarden Dollar, die zur Finanzierung einer neuen Küstenpatrouille und einer Thunfischfangflotte in Mosambik, einem der ärmsten Länder der Welt, beitragen sollten. Drei Banker der Credit Suisse haben sich in dieser Angelegenheit bereits schuldig bekannt.

Bloomberg berichtet weiter:

«Die Credit Suisse Securities Europe Ltd. hat sich 19. Oktober bei einer Anhörung vor einem Bundesgericht in Brooklyn in einem einzigen Fall der Verschwörung zum Betrug schuldig bekannt. Die Muttergesellschaft schloss zudem eine dreijährige Vereinbarung mit dem US-Justizministerium über den Aufschub der Strafverfolgung ab … Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, hat die Bank Investoren getäuscht, indem sie Informationen über die Verwendung der Erlöse von drei Anleihenemissionen zwischen 2013 und 2016 verschwieg. Banker der Credit Suisse erhielten 50 Millionen Dollar an Schmiergeldern, die vor anderen Mitgliedern der Geschäftsleitung verborgen wurden. Dies ist Teil von mindestens 200 Millionen Dollar an ‹unzulässigen Zahlungen› und Bestechungsgeldern, so die Staatsanwaltschaft.»

Die wichtigsten Vergleichspunkte:

  • 247,5 Millionen Dollar Strafgeld an das US-Justizministerium, das nach Anrechnung der Zahlungen an andere Behörden auf 175,5 Millionen Dollar reduziert wird;
  • 100 Millionen Dollar an die US-Wertpapier- und Börsenaufsichtsbehörde. Zahlung von 147,2 Mio. GBP (200,6 Mio. USD) an die britische Financial Conduct Authority;
  • Erlass von 200 Millionen Dollar an Schulden, die Mosambik aufgrund der Darlehen hatte
  • Beauftragung eines unabhängigen Dritten mit der Überprüfung von Compliance-Massnahmen für Unternehmen in finanzschwachen Hochrisikoländern aufgrund von Durchsetzungsmaßnahmen der Schweizer Finanzmarktaufsichtsbehörde Finma.

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Die US-Börsenaufsicht beanstandete unhaltbare Zustände innerhalb der CS-Gruppe:

«Die fehlbaren Bankdirektoren konnten den Plan auszuführen, weil die internen Buchhaltungskontrollen der Credit Suisse mangelhaft waren, weil sie sich bei der Strukturierung des Geschäfts in unangemessener Weise auf die CS Banker verliessen und weil die Reputations-, Kreditrisiko- und Compliance-Gruppen der Bank die Bestechungsrisiken nicht ausreichend erkannten.»

Infosperber hat über den grössten Kreditskandal der letzten Jahre regelmässig informiert. Alle Beiträge sind im
DOSSIER Credit Suisse im Mosambik-Skandal

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Grafikquellen        :

Oben      —  Credit Suisse, Zürich – Paradeplatz (Ank Kumar, INFOSYS Limited)

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Stadtgespräch aus Berlin

Erstellt von DL-Redaktion am 20. Oktober 2021

Abgesang auf Julian Reichelt: Hausgemachter „Bild“-Skandal

Düzen Tekkal, Friede Springer, Mathias Döpfner, Kai Diekmann, and Julian Reichelt, June 2019.jpg

Von Steffen Grimberg

„Bild“-Chef Julian Reichelt ist freigestellt, nachdem die „New York Times“ dessen Machtmissbrauch aufdeckte. Macht strömte ihm aus jeder Pore.

„Ich bin so sehr Bild, dass ich niemandem hinterher weine, der sich entscheidet, nicht mehr bei Bild zu sein. Das muss jeder selber wissen.“

Der Mensch, von dem dieser Satz stammt, ist seit Montag auch nicht mehr bei Bild. Doch Julian Reichelt verlässt das Immer-noch-Springer-Flaggschiff nicht aus eigener Entscheidung. Sein hausgemachter Skandal hat ihn eingeholt. Es geht um Sex, Beförderungen und Beziehungen. Um Macht auf dem Boulevard, um – aus Reichelts Sicht – Verrat und Rache. Großes Kino für Bild, wenn es nicht blöderweise den Mann an der Spitze träfe.

Selten hatte das Blatt einen Chefredakteur, der so polarisierte. Zur gediegenen Springer-Kultur passte der 41-Jährige, der sich auch schon mal als Brachialproll inszenierte, selbst auf den dritten Blick so gar nicht. Genau das war aber Reichelts großer Vorteil, mit dem ihm ein kometenhafter Aufstieg genau da gelang, wo seine Vor­gän­ge­r*in­nen das Bild vom bösen Boulevard aufzuweichen versucht hatten. Unter dem Langzeit-Chefredakteur und taz-Genossen Kai Diekmann wurde Bild für Springer-Verhältnisse geradezu spontihaft und fast ein bisschen links.

Diekmanns Nachfolgerin Tanit Koch ging diesen Weg auf dem Boulevard der Versöhnung konsequent weiter. Reichelt dagegen hatte von Tag eins an die Lizenz zum Ätzen. Unter seiner Führung wurde Bild zumindest gefühlt wieder die alte Kampfschleuder aus den 1980ern.

Reichelt ist ein Bild-Eigengewächs

Reichelts Durchmarsch und die Inthronisierung seiner Buddys auf den Schaltstellen der Redaktion führte zur Abwanderung oder inneren Emigration vieler gestandener Bild-Kräfte. Selbst das früher gefürchtete Investigativressort des Blattes zerbröselte. „Es ist doch gut, klar zu sein und zu sagen: An diesen Punkten passen wir nicht mehr zu einander. Dann trennt man sich – und es kommt etwas Neues. Leistungsträger haben wir durch neue Leistungsträger ersetzt“, kommentierte Reichelt die Entwicklung trocken vor gut einem Jahr im Fachdienst kressPro.

Macht strömt Reichelt dabei aus jeder Pore, er gefällt sich zwischendurch auch immer mal in der Rolle des enfant terrible. Wohl niemand raucht so demonstrativ und marktschreierisch im heute eher nikotinfreien Journalismus. Was Reichelt zugute zu halten ist: Er sorgte auf seine Weise für Durchlässigkeit im verkrusteten Springer-Reich. Die Anekdote, wie er einen jungen Nachtportier aus einem Freiburger Hotel, der für Bild brannte, mal eben zum Reporter machte und bald nach Beirut schickte, gab er gern zum Besten.

Spektakuläre Auslandseinsätze sind ohnehin ganz nach Reichelts Geschmack, schließlich ist das Bild-Eigengewächs so selbst ganz nach oben gekommen. Reichelt kennt Bild und sonst fast nix. Zuerst machte er ein Volontariat bei Bild, dann besuchte er die hauseigene Axel-Springer-Akademie.

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„Ich liebe Bild“

Es folgten Einsätze in Afghanistan, Georgien, Thailand und vielen Kriegs- und Krisengebieten mehr. 2007 war er schon Chefreporter. Ab 2014 durfte er dann als Chef von bild.de einen Vorgeschmack darauf geben, was passieren würde, wenn er ganz oben ankommt. 2017 war es dann soweit. Dass Tanit Koch vor allem wegen Reichelt ging, ist ein offenes Geheimnis.

Genau wie der Umstand, dass Reichelt seine unangefochtene Position vor allem dem Mann verdankt, der bei Springer längst in die Rolle des Verlegers geschlüpft ist. Dass Mathias Döpfner in Reichelt so etwas wie ein alter ego sieht, ist dabei nur auf den ersten Blick ein Widerspruch.

Quelle       :        TAZ-online         >>>>>         weiterlesen

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Grafikquellen          :

Oben     —   L to R: Düzen TekkalFriede SpringerMathias DöpfnerKai Diekmann, and Julian Reichelt, June 2019

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DL – Tagesticker 20.10.2021

Erstellt von DL-Redaktion am 20. Oktober 2021

Direkt eingeflogen mit unseren Hubschrappschrap

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Will eine neue Regierung zeigen mehr von Politik zu verstehen, als ihre dilettantischen Vorgänger, sollten Diese die gemachten Abkommen schnellstmöglich auf den politischen Müllberg der langen Geschichte werfen. Erpressung darf in der Politik nicht das Erste und auch nicht das Letzte Wort sein. Das gilt aber nicht gegen Putin sondern im Besonderen gegen die Blutsbrüder-Innen von CDU – gegen der USA. 

Baerbock gegen schnelle Lizenz für Nord Stream 2

1.) Energiepolitik

Erdgas ist knapp – und Russland will mehr liefern, wenn Deutschland rasch die Genehmigung für die Pipeline durch die Ostsee erteilt. „Wir dürfen uns nicht erpressen lassen“, sagt die Grünen-Chefin. Grünen-Chefin Annalena Baerbock spricht sich dafür aus, zunächst keine Betriebsgenehmigung für die Ostsee-Erdgaspipeline Nord Stream 2 zu erteilen. Nach europäischem Energierecht müsse der Betreiber der Pipeline „ein anderer sein als derjenige, der das Gas durchleitet“, sagte sie der Funke-Mediengruppe. „Solange das ein und derselbe Konzern ist, darf die Betriebserlaubnis nicht erteilt werden.“ Baerbock sagte: „Wir dürfen uns nicht erpressen lassen.“ Russland habe offenbar bewusst die Situation herbeigeführt, dass die Gasspeicher relativ leer seien, „um so die schnelle Inbetriebnahme von Nord Stream 2 zu erzwingen“. Das sei „eine strategische Entscheidung“ des Gaskonzerns Gazprom gegen die Europäer. Zuvor hatte Russland nach Medienberichten von Deutschland eine Zertifizierung der Pipeline noch vor dem 8. Januar verlangt. Die etwa 1200 Kilometer lange Leitung soll Gas von Russland nach Deutschland transportieren. Die Bundesnetzagentur prüft derzeit den Antrag auf eine Zertifizierung. Dabei geht es besonders darum, ob die Betreiber die EU-Regeln zur Entflechtung einhalten, wonach die Gasproduktion und der Gastransport getrennt sein müssen.

Süddeutsche-Zeitung-online

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Keine Niete und Versager – Hypokrisie war schon immer mein richtiger Name. Alle Verschwörungstheoretiker, Vertreter von Pegida und anderen Protestierenden: „Ein dreifach lebe hoch – im Namen der Demokratie!“ Wer hat diese Gesellschaft zerstört ? 

„Sollte gut behandelt werden“ – Merkel macht sich für Opposition stark

2.) REGIERUNGSWECHSEL

Es ist vermutlicher einer ihrer letzten Auftritte als Bundeskanzlerin: Angela Merkel hat einen Empfang in ihrem Wahlkreis in Greifswald besucht. Sie traf auf ihre Nachfolgerin von der SPD – und mahnte, die Opposition im neuen Bundestag gut zu behandeln. Die scheidende Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich für einen guten Umgang auch mit nicht regierenden Parteien ausgesprochen. „Selbst die Opposition sollte gut behandelt werden, weil sie immer mal die Regierung von morgen sein kann“, sagte Merkel bei einer Veranstaltung in ihrem bisherigen Wahlkreis in Greifswald. Das erlebe man an einigen Stellen jetzt, aber es komme auch wieder anders, sagte sie und sorgte für Gelächter im Publikum. SPD, Grüne und FDP wollen am Donnerstagnachmittag die Koalitionsverhandlungen zur Bildung einer gemeinsamen Bundesregierung beginnen. Im Falle einer derartigen Regierung würde die Union nach langer Zeit in die Opposition wechseln. „Man kann gar nicht genug zusammenarbeiten in der Politik“, sagte Merkel auch mit Blick auf die Kooperation zwischen Kommunen, Ländern und dem Bund. Merkel war bei der zurückliegenden Bundestagswahl nicht mehr angetreten. Ihre Nachfolgerin als Bundestagsabgeordnete mit Direktmandat, Anna Kassautzki (SPD), nahm ebenfalls an der Veranstaltung teil.

Welt-online

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Nach langen Zögern hat die EU in Ihren Konflikt mit Polen endlich einen politischen Schiedsrichter gefunden! Man Höre und Staune nicht – es ist der „Uferlose“ IMI aus Schland ! Die Vögel in grün-braunen Tarnuniformen werden jetzt die Flüchtlingsprobleme an der Grenze „erlegen“. Im Auftrag seiner Chefin, unsere „Flüchtlingskanzlernden Mutti, welche schon auf den „Abtritt“ ihren Platz eingenommen hat ? „Seit 5:45 Uhr wird jetzt zurückgeschossen?“

File:George Floyd neck knelt on by police officer.png

Die Uniform wird angepasst!

Flüchtlingskonflikt mit Belarus :

3.)Bundespolizei soll an Polens Grenze

Was tun mit immer mehr Flüchtlingen aus Belarus? Innenminister Seehofer will die Bundesbehörden einschalten, die EU den Druck auf Minsk erhöhen. Atmosphärisch sind Deutschland und Polen wegen des EU-Rechtsstreits gerade auf Distanz wie lange nicht. Im Flüchtlingskonflikt aber übernahm Brandenburgs Innenminister Michael Stübgen (CDU) Warschaus Diktion: Man habe es „mit einer hybriden Kriegsführung“ durch Belarus und Moskau zu tun – fast dasselbe sagte kürzlich Jarosław Kaczyński, Chef von Polens Regierungspartei PiS. Seit August registrierten die deutschen Behörden etwa 4.500 Menschen, die über Belarus und Polen kamen. Sie reisen vor allem aus dem Nahen Osten nach Minsk, seit Belarus keine Visa mehr verlangt und die Grenze zu Polen nicht mehr kontrolliert. Machthaber Lukaschenko versucht so offenbar, ein Ende der EU-Sanktionen gegen sein Land zu erzwingen. Es ist ein starker Anstieg, aber an der Gesamtzahl der Ankünfte in Deutschland hat die Belarus-Route bislang nur einen kleinen Anteil: Bis Ende September stellten in Deutschland 100.278 Menschen einen ersten Asylantrag – davon kamen also nicht einmal 5 Prozent über Belarus.

TAZ-online

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Kann ein Deutscher „Flachminister“ mit solchen Angaben weder die Masken- noch die Impf-Industrie in spendender Lobbyisten Laune halten ? Er nennt sich doch hochtrabend Gesundheitsminister, was hat der denn noch mit den Kranken zu schaffen?

Die Pandemie, über die man lieber schweigt

4.) Depressionen

Vier Millionen Menschen sind in Deutschland dauerhaft erkrankt. Warum werden die psychischen Leiden nicht zum Gesundheitsrisiko Nummer eins erklärt? Nicht jeder hat es mitbekommen: Wir schreiben die „Aktionswoche Seelische Gesundheit“, der Titel ist auch Folge eines Tabus. Wem die Seele schmerzt, der beißt sich lieber auf die Zunge – und schweigt. Es geht also in Wahrheit um seelische Erkrankungen. Und ihre weiteVerbreitung: Statistiken legen nahe, dass Depressionen und Ängste die Dimension einer Pandemie erreichen, ja toppen. Fände die „Mental-Gesundheit“, so der entstigmatisierende internationale Sprachgebrauch, so viel Beachtung wie das Coronavirus, läge dieser Dämon schon lange in Fesseln! Anderthalb Jahre haben wir uns gedreht wie herumeiernde Brummkreisel. Geschäfte, Schulen, Kneipen geöffnet, zugesperrt. Beschossen von Zahlenfeuerwerken mit Inzidenzen, Neuinfektionen, verwirrt von Ausstößen sich täglich ändernder Verhaltensregeln. Corona und künftige Seuchen gebannt? Nein! Die größte lauert nicht draußen. Sondern innen. Die Megapandemie, dies ist die größte Ungereimtheit am Corona-Notstand, ignorieren wir. Seit langem. Zehn bis 15 Prozent aller Menschen hierzulande wie auch weltweit leiden unter Depressionen und Ängsten: quasi einer Infektion von innen, endogen, die oft auch tödlich verläuft. Suizidal und bisher ohne Impfhoffnung. Die Corona-Isolation hat die Erkrankung weiter forciert. Unter Depressionen – ohne spezifische Angsterkrankungen – leiden weltweit 322 Millionen Menschen. Im Vergleich zu insgesamt 236 Millionen Corona-Infizierten, von denen 214 Millionen bereits wieder genesen sind (WHO 10/2021).

Der Freitag-online

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Bürger-Innen welchen es an Mut fehlt sich den Pseudowahlen zu verweigern, sind für anschließende System-Proteste die denkbar schlechtesten Ratgeber. Kein Schuh würde die Tritte aushalten, welche hier von Nöten wären!

Berlin »Gerechtigkeit Jetzt«-Aktionstage

5.) Gemeinsamer Kampf gegen das System

Ein breites Bewegungsbündnis will Druck auf Koalitionsverhandlungen machen. Ist das Klima noch zu retten? Werden Menschen mit niedrigem Einkommen ihre Miete noch zahlen können? Haben Geflüchtete in Deutschland eine Perspektive? All das müsse sich bei den anstehenden Koalitionsverhandlungen auf Bundes- wie auf Berliner Landesebene entscheiden, findet das Bündnis Gerechtigkeit Jetzt. Das will ab Freitag mit unterschiedlichen Aktionen Druck auf die Politik ausüben. Denn, so Bündnis-Sprecherin Ronja Weil: »Keine der Parteien hat auch nur ansatzweise eine Lösung für die Gerechtigkeitsfragen unserer Zeit.« Insgesamt 30 bundesweite und Berliner Gruppen aus der antirassistischen, Klimagerechtigkeits- und Mietenbewegung – darunter Fridays for Future, Ende Gelände, Mietenwahnsinn, Deutsche Wohnen und Co enteignen und Sea Watch – haben sich zu Gerechtigkeit Jetzt zusammengeschlossen, um zu zeigen, »dass sich unsere Kämpfe nicht gegeneinander ausspielen lassen«, wie Ronja Weil sagt. So erklärte beispielsweise Berlins designierte Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) vergangenen Monat im Wahlkampf, die Personalnot im Gesundheitswesen lasse sich ja ganz einfach beenden, »indem ich nicht 30 Milliarden Euro für Enteignungen ausgebe«.

ND-online

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Den Morgengruß an gleicher Stelle – schreibt jeden Tag
„Der freche Bengel“

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Anregungen nehmen wir gerne entgegen

Wir erhalten in letzter Zeit viele Mails mit Texten zwecks Veröffentlichung – Um diese zu Verbreiten  sollten Sie sich aber erst einmal vorstellen und zeigen mit wem wir es zu tuen haben.  Danke !

Treu unserem Motto: Es gibt keine schlechte Presse, sondern nur unkritische Leser

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Grafikquellen          :

Oben     —   DL / privat – Wikimedia

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Unten     —

Police officer Derek Chauvin kneeling on George Floyd’s neck, leading to Floyd’s death. Taken by onlooker with a mobile phone.
Source Darnella Frazier Facebook post.
Article Killing of George Floyd

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