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Archiv für Oktober 8th, 2021

Adieu, Volksparteien

Erstellt von DL-Redaktion am 8. Oktober 2021

Nach der Bundestagswahl

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Geld Drucken – ist das einzige was Politiker-Innen im Kopf haben !

Von Michael Koß

Die eierlegende Wollmilchsau der repräsentativen Demokratie hat ihre Existenzbedingungen verloren. Wir sollten uns daran gewöhnen.

Alle reden von Volksparteien. SPD und Union wollen es nach wie vor sein (ganz besonders die CSU macht daraus ein Mantra), die Grünen wollen es werden. Selbst die abgewatschte Linke reklamiert den Begriff für sich, zumindest in Ostdeutschland. Volkspartei zu sein, und wenn auch nur im Kleinen, das scheint der Goldstandard, an dem der Erfolg einer Partei bemessen wird. Ob der Begriff der Volkspartei wirklich ein normatives Ideal darstellt, gerät dabei nur selten in den Blick.

Ursprünglich bezeichnet der Begriff der Volkspartei ein Niedergangsszenario. Der SPD-Parteitheoretiker Eduard Bernstein fragte 1905 bang: „Wird die Sozialdemokratie Volkspartei?“ Für ihn war dieses Szenario alles andere als verheißungsvoll. Etabliert hat den Begriff der Volkspartei in den 1960er Jahren Otto Kirchheimer, einer der Gründungsväter der deutschen Politikwissenschaft.

Kennt man den Begriff, den Kirchheimer synonym zu dem der Volkspartei verwendet, dann ahnt man schon, dass auch er kein Fan des neuen Parteityps war: Für Kirchheimer galten Volksparteien als Allerweltsparteien, ideologisch verwässert und ihres organisatorischen Unterbaus beraubt. Den von ihm ursprünglich gewählten Begriff der „catch-all party“ (als Emigrant schrieb Kirchheimer auf Englisch) wendete er bezeichnenderweise zuerst auf die Nationale Front der DDR an.

Für Bernstein und Kirchheimer bezeichnete der Begriff der Volkspartei einen Etikettenschwindel, bei dem die zentralen Werte der Kernwählerschaft auf dem Altar des Appells an breitere Bevölkerungsschichten geopfert wurden. In der Tat ist der Spagat zwischen tiefer Verwurzelung in einem Kernmilieu und gleichzeitiger Attraktivität für weitere gesellschaftliche Gruppen eigentlich nicht zu schaffen.

Eigentlich. Uneigentlich gab es aber eine Zeit für diese eierlegende Wollmilchsau der repräsentativen Demokratie: den Kalten Krieg. In dessen bipolarer Weltordnung erwuchsen den Führungen von Christ- und Sozialdemokratie unverhofft zwei Drohungen, vermittels derer sie das verhindern konnten, was den Erfolg von Volksparteien unter Normalbedingungen konterkariert: die Abwendung der Kernwählerschaft hin zu Parteien, die weiterhin die reine Lehre vertreten und diese nicht für den Appell an die Massen verwässern. Diese Drohungen waren zum einen der Antikommunismus, mit dem Linksabweichler diszipliniert werden konnten. Die letzten Ausläufer dieses Disziplinierungsreflexes haben wir im gerade erst zu Ende gegangenen Wahlkampf erlebt. Zum anderen diente der Appell an den Verbleib im „westlichen Bündnis“ denjenigen als wirksame Drohung, die nach rechts erneut auf deutsche Sonderwege abbiegen wollten. Wer wollte schon mit „Moskau“ gemeinsame Sache machen oder den Schutzschirm der USA verlassen?

Diese beiden Drohungen waren der Nährboden, auf dem Volksparteien erst gedeihen konnten, und angesichts der deutschen Vergangenheit ging diese Saat besonders gut auf und blühte im europäischen Vergleich erstaunlich lange. Stabilität, das war der Slogan der Volksparteien, und noch Olaf Scholz (geschickter) und Armin Laschet (plumper) haben ihn im Wahlkampf permanent im Mund geführt.

Milliarden aus dem Fenster werfen? Kita-Plätze statt Betreuungsgeld Aktion mit Sylvia Löhrmann, Cem Özdemir und Stefan Engstfeld.jpg

Dennoch: Sogar im Kalten Krieg war das Unbehagen an den Allerwelts-, pardon: den Volksparteien greifbar. Den Grünen waren in ihren ersten Jahren die Volksparteien das, was heute der AfD die „Altparteien“ sind: die Folie, von der sie sich um jeden Preis – im Fall der Grünen als „Anti-Parteien-Partei“ – abzugrenzen versuchten. Zu einer Tugend wurde die volksparteitypische Quadratur des Kreises der Repräsentation eigentlich erst, als ihre Existenzbedingung zusehends entfiel.

Die Käseglocke des Kalten Krieges, die den politischen Wettbewerb zu deckeln vermochte, ist passé. Nichts verdeutlicht dies besser als die ideologisch vermeintlich „reineren“ Konkurrenten, die den Sozial- und Christdemokraten mittlerweile erwachsen sind. Erstere handelten sich im Zuge der Agenda-Reformen die gesamtdeutsche Linkspartei ein und Letztere im Zuge der Migrationskrise die AfD. Die Klimaliste wartet mutmaßlich schon auf das selbsterkorene Fanal, das ihnen die Grünen bieten. Willkommen also zurück in der alten neuen Normalität des volksparteifreien Parteiensystems.

Quelle         :        TAZ-online           >>>>>         weiterlesen

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Schwarz-grünes Versagen

Erstellt von DL-Redaktion am 8. Oktober 2021

Die Wiedererweckung der SPD

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Bundestagswahlen von historischer Dimension hat es in der Geschichte der Republik immer wieder gegeben. Wohl keine hat diesen Namen allerdings so wie die jüngste aus gleich vier Gründen verdient: Erstens steht der Wahlausgang für die noch vor Kurzem für schier unmöglich gehaltene Wiederauferstehung der SPD. Oder genauer gesagt: für ihre Wiedererweckung – und zwar von fremder Hand. Denn zweitens steht diese Wahl für das Verspielen einer bisher einzigartigen Macht- und Gestaltungschance der Grünen und drittens, einschneidender noch, für den Absturz der CDU/CSU als der letzten intakten Volkspartei und damit für das Ende der schwarzen Merkel-Republik, in der sich alles um die Union als das Zentrum der Macht drehte.[1] Damit aber – viertens schließlich – steht diese Wahl für die Notwendigkeit fundamental neuer, weit komplexerer politischer Konstellationen und folglich für das definitive Ende der Statik der alten Bundesrepublik.

Diese Wahl kennt einen Gewinner, die deutsche Sozialdemokratie. Das Bild dieses Wahlausgangs ist das eines Olaf Scholz in der Mitte, umringt von den beiden Landtagswahlsiegerinnen Franziska Giffey und Manuela Schwesig, Letztere als die starke Führungsreserve der Partei. Um sich die ganze Dimension dieses Dreifachtriumphes deutlich zu machen, lohnt es sich daran zu erinnern, wo diese SPD zuletzt herkam. Sachsen 7,7 Prozent, Sachsen-Anhalt 8,4, Bayern 9,7, Baden-Württemberg 11,0: Die SPD war zu einer nordwestdeutschen Regionalpartei geschrumpft. Nun ist sie wie Phönix aus der Asche emporgestiegen. Der sagenhafte Aufstieg geschah jedoch nicht aus eigener Kraft, sondern aufgrund des historischen Versagens ihrer Gegner. Mehr als jede andere Wahl zuvor wurde diese nicht durch den Sieger, sondern durch die Verlierer entschieden. Nicht die Stärke der SPD, sondern die Schwäche von Grünen und CDU/CSU hat die deutsche Sozialdemokratie aus ihrer Agonie befreit. Das zeigt schon der Vergleich mit der Lage von vor exakt einem Jahr. Obwohl Olaf Scholz zu diesem Zeitpunkt längst als Kanzlerkandidat nominiert war, rangierte seine Partei damals in den Umfragen bleischwer bei nur 17 Prozent und damit 20 Prozent hinter der Union und auch klar hinter den Grünen.[2]

Die Zeichen der Zeit standen damals auf Schwarz-Grün. Nur durch gewaltige Fehler von Schwarzen und Grünen konnte die Rechnung von Scholz am Ende aufgehen. Er und seine Strategen hatten von Anfang an darauf spekuliert, dass das durch den Abgang Angela Merkels erzeugte Vakuum am stärksten durch den Finanzminister gefüllt werden würde. Denn durch die 16jährige Dominanz der Kanzlerin war diese Wahl, zusätzlich medial verstärkt, ganz auf die Person an der Spitze fokussiert. Erstmals in der Geschichte der Republik war die Kandidatenpräferenz eindeutig wichtiger als die Parteipräferenz.

Erstes Opfer dieser Entwicklung sind die Grünen. Zwar hat die Partei ihr bisher bestes Ergebnis auf Bundesebene erzielt und die 10,7 Prozentpunkte von 2009 klar übertroffen. Doch gemessen an dem, was möglich war, ist der Wahlausgang eine herbe Enttäuschung. Die Grünen hatten zwei zentrale Ziele: erstens über 20 Prozent der Stimmen zu erzielen und damit zweitens die SPD als hegemoniale Kraft der linken Mitte abzulösen, wenn nicht gar die Kanzlerin zu stellen. Im Ergebnis haben sie beide Ziele klar verfehlt. Damit haben sie eine historische Chance verspielt, nämlich eine konsequente Klimapolitik durchzusetzen, der nun in einer Dreierkonstellation massive Widerstände entgegenstehen werden.

Die Grünen sind ob der Personalisierung an zweierlei gescheitert: an ihrer eigenen Spitzenkandidatin, genauer an deren aufgehübschtem Lebenslauf und dem teils abgeschriebenen Buch, und damit einhergehend an dem allein von ihnen erhobenen Anspruch auf ökologische Erneuerung. „Bereit, weil ihr es seid“, lautete der zentrale grüne Wahlkampfslogan. Die große Mehrheit der Bevölkerung war jedoch nach Baerbocks Pannen für eine radikale Erneuerung durch eine völlig regierungsunerfahrene Kandidatin im Kanzleramt nicht mehr bereit.

Dabei spielten die Ereignisse des Sommers den Grünen eigentlich in die Hände. Die Flutkatastrophe wie auch die verheerenden Brände in weiten Teilen Europas und der USA hätten die Partei normalerweise in neue Höhen katapultieren müssen – zumal Klimapolitik als Wahlkampfthema bei den Umfragen stets ganz oben rangierte. Doch am Ende wurde es ob der enormen auch medialen Kandidatinnenfixierung eben nicht die von den Inhalten her durchaus mögliche „Klimawahl, die wir uns erhofft haben“, so ein sichtlich frustrierter Christoph Bautz, Co-Chef von „Campact“.[3]

Die Selbstzerstörung der Union

Noch weit dramatischer ist allerdings der Absturz der CDU/CSU. Ihr Kandidat Armin Laschet hat das schlechteste Unions-Ergebnis in der Geschichte der Republik eingefahren – schlechter noch als im Gründungsjahr 1949, als Konrad Adenauer gegen einen charismatischen SPD-Führer Kurt Schumacher und zehn andere Parteien im späteren ersten Parlament mit immerhin 31 Prozent das Rennen machte. Aber schlimmer noch für die Union: Mit ihrem Ergebnis klar unter 30 Prozent ist jetzt die für jede Volkspartei entscheidende Schallmauer durchbrochen. Denn erst über dieser Marke werden klassische Koalitionen mit einer kleineren Partei, jenseits der auch immer kleiner werdenden großen Koalition, überhaupt wieder möglich.

Der Grund für diesen beispiellosen Absturz: Die Machtmaschine Union hat durch die Auseinandersetzung zwischen Markus Söder und Laschet ihren Machtinstinkt völlig verloren. Im Gegensatz zu 2002: Damals musste die CDU-Vorsitzende Merkel eiligst zum Frühstück nach Wolfratshausen pilgern, um Edmund Stoiber höchstpersönlich die Kanzlerkandidatur anzutragen, bevor ihr die halbjungen Wilden um Roland Koch die Entscheidung zugunsten des erfolgsversprechenderen CSU-Chefs aus der Hand genommen hätten. Ganz anders nun bei Merkels Abgang. Es war die Hybris eines Teils der CDU-Führung, an der Spitze Wolfgang Schäuble, zu glauben, man habe den Sieg als Union ohnehin in der Tasche und könne es sich daher leisten, auf einen Volkstribun wie Söder zu verzichten, obwohl dessen Zustimmungswerte bis heute klar über denen von Scholz rangieren. Die Schwäche der SPD, so die Ironie der Geschichte, verleitete die CDU-Spitze zu dem Trugschluss, die Union werde ohnehin gewählt, ganz egal, welches Gesicht am Ende auf den Plakaten prangt.

2021-09-12 Politik, TV-Triell Bundestagswahl 2021 1DX 3711 by Stepro.jpg

Das letzte Grinsen ?

Diese Arroganz der Macht, die Siegessicherheit der CDU, hat sich bitter gerächt. Oder genauer: Sie wurde bitter gerächt. Und zwar von niemand anderem als dem unterlegenen CSU-Chef. Die CDU musste die Erfahrung machen, dass wer einen geschlagenen Markus Söder in den eigenen Reihen hat, keine Feinde mehr braucht. Kein Tag bis kurz vor der Wahl, an dem der Franke nicht deutlich gemacht hätte, dass Laschet nur ein Kandidat zweiter Wahl war. Der ganze „Wahlkampf“ wurde so zu einem Prozess fortgesetzter Selbstzerstörung, für den die Union nicht einmal einen Rezo brauchte.

Laschets Lachen als Kipppunkt der Kandidatur

Quelle         :           Blätter-online           >>>>>        weiterlesen

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Oben     —       Politik, TV-Triell Bundestagswahl 2021: Olaf Scholz, Stellvertreter der Bundeskanzlerin und Bundesminister der Finanzen, Kanzlerkandidat der SPD trifft vor dem Studio ein

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Unten        —       Politik, TV-Triell Bundestagswahl 2021: Armin Laschet, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, Kanzlerkandidat der CDU/CSU trifft vor dem Studio auf Anhänger der Jungen Union

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Die Büchse der Pandora

Erstellt von DL-Redaktion am 8. Oktober 2021

Wenn Pandora ihre Büchse öffnet…

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Quelle:    Scharf  —  Links

Ein Kommentar von Georg Korfmacher, München

… kommen nicht nur nach der griechischen Mythologie Übel an den Tag, welche die Menschheit bis dahin nicht kannte und heute allenfalls vermuten bzw. geflissentlich dulden. Nach den Panama und Paradise Papers machen jetzt die Pandora Papers einen Steuer- und Finanzskandal publik, den es so noch nie gegeben hat. Wenn jetzt unser Staat und seine Bewohner nicht beinhart reagieren, ist das eine Bankrotterklärung für unsere Demokratie. Denn wie kann es sein, dass z.B. die Stadt München nicht weiß, wer der Eigentümer einer der teuersten Immobilien Münchens am Anfang der Maximilianstraße ist? Jährlich entgehen der Stadt Millionen an Steuereinnahmen, weil der Ertrag aus dieser Immobilie über trickreiche Firmenkonstruktionen anonym ins Ausland abfließt. Das verstößt klar gegen Art.14 (2) GG: Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen. Die Leute, die täglich an diesem wunderschönen Palais vorbeigehen und brav Steuern zahlen, müssen sich verhohnepipelt fühlen ob solcher Obszönität und verlieren das Vertrauen in unsere Demokratie. Denn diese lässt zu, dass Reiche sich in ein Steuer- und Finanzsystem einloggen können, um am Volk vorbei steuerfrei Wohlstand zu schaffen und zu mehren. Z.B. über BlackRock.

Dabei kennen unsere zuständigen Behörden die Schliche und Tricks des Systems der „Briefkastenfirmen“. Es gibt sogar einige gesetzliche Bestimmungen zur Offenlegung der Eigentümerschaft von Immobilien und Unternehmen. Aber keiner schaut da hinein oder wird gar tätig, obwohl Ungereimtheiten und Verstöße (siehe München) offenkundig sind. Briefkastenfirmen sind nämlich nicht etwa bewundernswerte Gestaltungsmöglichkeiten besonders clevererer Firmenkonstrukte, sondern sie entziehen sich dank ihrer Anonymität jeglicher Verpflichtung gegenüber dem Gemeinwohl und verstoßen somit gegen die Sollvorschrift des GG. Da hilft alles Schönreden nichts, denn wäre da nicht die bewusst gesuchte Anonymität bräuchte es solcher Konstruktionen nicht. Demokratie kann aber nur überleben, wenn die Gesetze für alle gleich sind. Bei einer Schattenwirtschaft mit der Möglichkeit, sich der für alle geltenden Gesetze zu entziehen, schwindet das Vertrauen in unsere Demokratie bis hin zu ihrem völligen Zusammenbruch.

Das sollten sich auch die die neue Regierungskoalition verhandelnden Parteien hinter die Ohren schreiben. Steuergerechtigkeit für alle ist die Basis für das Angehen aller anderen Aufgaben. Wenn man schon privilegierte Reiche noch mit pikanten Steuervergünstigungen hätscheln will und gleichzeitig einen Mindestlohn und eine menschenwürdige Grundsicherung verweigert, sollte man lieber nicht als schlecht regieren. Nur eine gesunde Gesellschaft kann die großen Aufgaben der Klimakrise langfristig stemmen. Nur wenn alle gleich behandelt werden entsteht Gemeinschaft.

Nachdem die Büchse der Pandora jetzt weltweit geöffnet ist, gibt es auch keinen Grund mehr, aus Angst vor Vermögensverschiebungen nichts dagegen zu tun. Alle sind betroffen und aufgerufen, diesen stinkenden Sumpf auszutrocknen, weil es für alle nur Vorteile bringen kann, im Großen wie im Kleinen. Die von Pandora bloßgestellten Personen, Firmen und Konstrukte sind gesichts- und verantwortungslose Gesetzlose, die wir radikal aus unserer Zukunft streichen müssen, egal wie liberal- und/oder sozial-demokratisch sie auftreten.

Urheberrecht
Die unter www.scharf-links.de angebotenen Inhalte und Informationen stehen unter einer deutschen Creative Commons Lizenz. Diese Lizenz gestattet es jedem, zu ausschließlich nicht-kommerziellen Zwecken die Inhalte und Informationen von www.scharf-links.de zu vervielfältigen, zu verbreiten und öffentlich zugänglich zu machen. Hierbei müssen die Autoren und die Quelle genannt werden. Urhebervermerke dürfen nicht verändert werden.  Einzelheiten zur Lizenz in allgemeinverständlicher Form finden sich auf der Seite von Creative Commons http://de.creativecommons.org/was-ist-cc/.

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Grafikquelle :

Oben      —    A satire on the refurbishment (or building) of a Lock Hospital: men with various ailments are stepping out of a box, a rich, smiling, doctor drives by in a carriage. Coloured etching attributed to J. Williamson, 1802. Iconographic Collections Keywords: Lock Hospital (Hyde Park, London); J. Williamson; Pandora

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Medizin, Physik und Chemie

Erstellt von DL-Redaktion am 8. Oktober 2021

Nobelpreise für Klima, Turbo-Chemie und Rezeptoren

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Dieses Mal nicht – vielleicht nach dem Einfrieren ?

Von Manfred Ronzheimer und Kathrin Burger

In den naturwissenschaftlichen Sparten bleiben die Männer unter sich. Unter den 7 ausgewählten Preisträgern ist auch diesmal keine Frau.

Chemie: Frühe Warnung vorm Klimawandel

Der Kampf gegen den Klimawandel basiert auf soliden wissenschaftlichen Erkenntnissen. Mit dieser Begründung wurde der Physik-Nobelpreis 2021 vergeben, wenige Wochen vor der wichtigen Weltklimakonferenz in Glasgow. Die Auszeichnung ging an drei Forscher, die mit ihren Rechenmethoden Ordnung in das vermeintliche Chaos der Klimadaten brachten und damit auch den menschlichen Einfluss auf die Erderwärmung belegen konnten. Unter ihnen der deutsche Klimaforscher Klaus Hasselmann.

Der weltweit renommierteste Wissenschaftspreis wurde zur einen Hälfte Hasselmann und dem US-amerikanischen Meteorologen Syukuro Manabe zuerkannt; die andere Hälfte ging an den Italiener ­Giorgio Parisi. Alle drei lieferten „bahnbrechende Beiträge zu unserem Verständnis komplexer physikalischer Systeme“, so die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften.

Der heute 89-jährige Hasselmann hatte in Hamburg und Göttingen Physik und Mathematik studiert und lehrte nach seiner Promotion in Deutschland und den USA. 1975 übernahm er die Leitung des Max-Planck-Instituts für Meteorologie in Hamburg und später des Deutschen Klimarechenzen­trums. Auch an der Gründung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) war er beteiligt, das ihn jetzt zu der „fantastischen Anerkennung“ seiner Forschungsarbeiten beglückwünschte.

Hasselmann entwickelte einen Ansatz der Klimamodellierung im Rechner, der Wetter und Klima verband und so erklären konnte, warum Klimamodelle trotz der scheinbar chaotischen Natur des Wetters verlässlich sein können. Auf Grundlage seiner Forschung warnte Hasselmann schon früh vor den gefährlichen Folgen eines menschengemachten Klimawandels. „In 30 bis 100 Jahren, je nachdem, wie viel fossiles Brennmaterial wir verbrauchen, wird auf uns eine ganz erhebliche Klimaänderung zukommen“, äußerte er sich 1988 in einem Zeitungsinterview.

Syukuro Manabe wurde 1931 in Japan geboren und ging 1958 in die USA, wo er zuletzt an der Princeton Universität forschte. Seine Pionierarbeit bestand für das Nobel-Komitee darin, dass er nachweisen konnte, wie ein erhöhter Kohlendioxidgehalt in der Atmosphäre zu einem Anstieg der Temperaturen an der Erdoberfläche führt. In den 1960er-Jahren legten Manabes Arbeiten den Grundstein für die Entwicklung von Klimamodellen, die auch Hasselmann benutzte. Unter anderem untersuchte der Meteorologe als Erster die Wechselwirkung zwischen Strahlungsbilanz und dem vertikalem Transport von Luftmassen.

Auch an der Gründung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) war Klaus Hasselmann er beteiligt

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Der dritte Preisträger, der Physiker Giorgio Parisi, wurde 1948 in Rom geboren und forscht an der dortigen Universität La Sapienza. Sein Schwerpunkt ist die Untersuchung versteckter Muster in scheinbar ungeordneten Systemen und deren mathematischer Beschreibung. Dazu zählt etwa wie sich Eisenatome in einem Netzwerk aus Kupferatomen verhalten. Seine Entdeckungen, urteilte das Nobel-Komitee, „ermöglichen das Verständnis und die Beschreibung vieler verschiedener und scheinbar völlig zufälliger Materialien und Phänomene, nicht nur in der Physik, sondern auch in anderen, sehr verschiedenen Bereichen, wie Mathematik, Biologie, Neurowissenschaften und maschinelles Lernen“.

„Ich bin noch ganz überrascht. Ich will gar nicht aufwachen, für mich ist das ein schöner Traum“, sagte Hasselmann in einer ersten Reaktion. Es sei ihm wichtig, „dass meine Forschung zeigt, dass Menschen das Klima tatsächlich beeinflusst haben“. Sein Hamburger Institut empfing den früheren Direktor Dienstag mit Standing Ovations. Für die Max-Planck-Gesellschaft, Deutschlands führender Einrichtung für Grundlagenforschung, war es der zweite Physik-Nobelpreis in Serie. Letztes Jahr war der Münchner Astrophysiker Reinhard Genzel ausgezeichnet worden. (Manfred Ronzheimer)

Medizin: Mit Chili und Minze zum Nobelpreis

Schon seit über hundert Jahren ist bekannt, dass Sinnesempfindungen wie Kälte, Hitze, Schmerz oder Berührung von der Haut über diverse Rezeptoren und Nervenleitungen erkannt und ans Gehirn geleitet werden. Unklar war bislang allerdings, wie genau Temperatur und Druck oder leichte Berührungen zu elektrischen Impulsen werden. Dieses Geheimnis haben die Forscher David Julius von der University of California in San Francisco sowie Ardem Patapoutian vom Scripps Research Institute in La Jolla gelüftet. Darum hat das Nobelkomitee sie dieses Jahr mit dem renommierten Medizin-Nobelpreis bedacht.

Die Beobachtung, dass der Chilischoten-Inhaltsstoff Capsaicin in den Mundschleimhäuten aber auch auf der Haut durch Chemiker Benjamin Listseine Schärfe einen ähnlichen Schmerz auslöst wie Hitze, brachte David Julius auf eine Fährte. Um den zuständigen Rezeptor aufzuspüren, erstellte das Forscherteam um Julius eine Liste der Gene, die bei Nagetieren aktiv werden, wenn diese auf äußere Reize reagieren. Hatten die Wissenschaftler ein solches Gen aufgespürt, testeten sie es im Erbgut von kultivierten Zellen und unter Beigabe von Capsaicin. Es dauerte viele Forscherjahre bis endlich eines der Gene auf den Chili-Stoff reagierte.

Julius hat das Gen entschlüsselt und gezeigt, dass es für einen zuvor unbekannten Kanal in der Zellmembran codiert, den Ionenkanal nannte er TRPV1. Dieser Kanal öffnet sich, wenn Capsaicin an das Rezeptormolekül andockt. Das Gleichgewicht der Ionen innerhalb und außerhalb der Zelle kommt dadurch aus der Balance – der elektrische Nervenreiz wird ausgelöst. Die Forscher setzten den Rezeptor dann auch Hitze aus. Dabei zeigte sich, dass sich der Rezeptorkanal ab Temperaturen von 40 Grad ebenfalls öffnet und die gleiche Kaskade vonstatten geht. Hitze und Schmerz lösen also nicht nur subjektiv ein ganz ähnliches Empfinden aus, auch der physiologische Mechanismus beider Sinnesarten ist identisch. Die englische Bezeichnung „hot“ für Scharfes wie auch Heißes kommChemiker Benjamin Listt also nicht von ungefähr.

Quelle        :       TAZ-online         >>>>>         weiterlesen

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Oben     —   Bundeskanzlerin Deutschland Federal Chancellor Germany

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Beschreibung Prof. Dr. Klaus Hasselmann
Max-Planck-Institut für Meteorologie Hamburg (MPIfM HH)
Nobelpreisträger für Physik 2021
Quelle Pressestelle des Max-Planck-Instituts für Meteorologie Hamburg
Urheber bzw.
Nutzungsrechtinhaber
s. Quelle
Datum 6. Oktober 2021
Genehmigung vorläufig freigegeben durch Fr. Dr. Anette Kirk (Leiterin der Pressestelle des MPIfM HH)

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DL – Tagesticker 08.10.2021

Erstellt von DL-Redaktion am 8. Oktober 2021

Direkt eingeflogen mit unseren Hubschrappschrap

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Das ist doch keine Frage von Schuld oder Unschuld ? Ist es nicht eher eine Frage zwischen Cleverness und Naivität ? Hier das Cleverle mit Namen Schröder und auf der Gegenseite das Naiv-chen Merkel welche sich hat verschaukeln lassen ? Wenn Putin jetzt so klug gewesen sein soll muss der Gegenpart schon totale von Verblödung befallen sein ! Dort wo Politiker-Innen sich erpressbar machen, wird immer  auch die Erpressung als Teil zum politischen Handwerk gehören !

Fünf vor acht / Erdgaspreise :

1.) Gazproms Botschaft an die EU

Mit den explodierenden Gaspreisen in Europa will Russland nichts zu tun haben. Dann kündigt Wladimir Putin an, die Energiemärkte stabilisieren zu wollen. Ja was denn nun? In Europa explodieren die Gaspreise und Europas größter Lieferant Russland behauptet allen Ernstes, damit nichts zu tun zu haben. Russland „spielt keine Rolle bei diesen Ereignissen“, sagte jüngst der Sprecher von Präsident Putin, Dmitri Peskow. Dagegen beschuldigen europäische Politiker, allen voran die Grünen, aber auch Europa-Parlamentarier, den russischen Staatskonzern Gazprom, die Preise zu manipulieren. Es geht um viel: Die europäischen Verbraucher werden für ihr Gas so viel bezahlen wie nie zuvor. Bei steigenden Preisen für CO₂ werden sich viele Menschen das Heizen in gewohnter Form nicht mehr leisten können. Dann wird der Gaspreis politisch. Ist Gazprom daran schuld? Zunächst stimmt es, dass Gazprom die Preisexplosion nicht verursacht hat. Es sind viele Faktoren, die die Kosten für den Kubikmeter Gas in die Höhe treiben. Nach der Pandemie ist die Nachfrage in Asien stark gestiegen, die meisten Flüssiggasexporte gehen derzeit dorthin. Auch wegen des vergangenen langen Winters sind die Gasspeicher in Europa nur zu etwa 70 Prozent gefüllt. In der EU ist neben den langfristigen Pipelineverträgen, die Gazprom bevorzugt, ein freier Spotmarkt für Gas entstanden. Dort steigt und fällt der Preis je nach Angebot sehr schnell.
Deutschlands Spezialprobleme

Zeit-online

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Schläfer und Schläferin betrachten die Wandlungen ihrer Zeit ? Wer vermag die Veränderungen dieser Welt besser zu erklären ?  Weder Habemus Mutti, sondern der Pontifex oder die Pontikleckse ? Hier ist vielleicht zu viel an Fantasie gefragt und es sollten einige „Experten“ angehört werden??

Merkel spricht mit Papst über Klimawandel

2.) PRIVATAUDIENZ

Kurz vor ihrem Abtritt als Bundeskanzlerin ist Angela Merkel von Papst Franziskus bei einer Privataudienz empfangen worden. Die beiden sprachen unter anderem über die Klimakrise – und Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche.
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat bei einer Privataudienz bei Papst Franziskus über die Herausforderungen in der Klimakrise gesprochen und sich erfreut über das Engagement des Vatikans gezeigt. Es sei für sie „sehr wichtig und ermutigend“, dass dieses Thema auch „vom Heiligen Vater bearbeitet wird“, sagte Merkel nach ihrem Besuch im Vatikan am Donnerstag. Papst Franziskus setzt sich seit Jahren für einen besseren Klimaschutz ein. Zuletzt hatte der Pontifex gemeinsam mit knapp 40 anderen Kirchenführern einen gemeinsamen Appell an die Weltgemeinschaft vor dem Weltklimagipfel COP26 in Glasgow geschickt. Bei ihrem voraussichtlich letzten Besuch des Vatikans als Kanzlerin sprach Merkel auch über den Kampf gegen Kindesmissbrauch. Vor der Papstaudienz besuchte sie deshalb ein Institut der Päpstlichen Universität Gregoriana, wo sie unter anderem auf den deutschen Pater Hans Zollner traf, den päpstlichen Kinderschutzbeauftragten.

Welt-online

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Wäre es dieses Mal vielleicht zum Ersten, das sich Politiker-Innen nicht in den Vordergrund drängen, oder wird nicht gerade darum  – versucht  Absprachen geheim zu halten so das die Aufmerksamkeit hauptsächlich auf die Personen gerichtet wird, wegen des Mangels an Gesprächsstoffs ? Denn um Personalien geht es doch in der Politik an allererster Stelle. Darauf muss der Fokus ausgerichtet sein, will man wie immer nach Wahlen – die Wähler-Innen über den Tisch ziehen. Politik war nie etwas anderes – als staatlich legitimierter Betrug am Wähler. Das „Durchstechen“ erfolgt viel später, denn bevor ein Messer gezogen wird, muss das Opfer als solches erkannt sein – was bei der CDU schon lange von Söder ausgemacht war.

Leaks aus Sondierungsgesprächen :

3.) Der Boulevardjournalismus ist am Ziel

Viele beklagen sich darüber, dass Details aus den Sondierungsgesprächen durch die Presse geleakt werden. Doch schuld ist die Politik. Die Sondierungsgespräche sind abgeschlossen, jetzt kann richtig verhandelt werden. Früher war das die Zeit für Abwarten und Tee trinken. Heute gibt es #handyalarm bei Bild live und alle regen sich drüber auf. Alles würde durchgestochen, motzt die Politik. Die Sondierungsgespräche der Union hätten Interessierte „auf Twitter quasi eins zu eins nachlesen“ können, so der Grüne Cem Özdemir. Darf noch mal an das erste thermische Gesetz des Boulevardjournalismus erinnert werden? Wenn sich alle über Bild aufregen, dann haben Julian Reichelt, Paul Ronzheimer und Co ihr Klassenziel erneut erreicht. In diesem Fall ist es dazu auch noch komplett wohlfeil. Es ist das Problem der Politik bzw. der handelnden Politiker*innen. Da wird ja alles rausgeblasen. Dass sie danach den Medien vorwerfen, dass sie ihnen zugespielte Info-Schnipsel verwenden und weitermelden, zäumt das Pferd von hinten auf. Das passt zur aktuellen politischen Lage. Da sieht sich Armin Laschet absurderweise immer noch als ernst zu nehmenden Bewerber ums Kanzleramt. Schon beim Jahrestreffen von Netzwerk Recherche 2007 greinte Christian Wulff, das Vertrauensverhältnis zwischen Po­li­ti­ke­r*in­nen und Jour­­na­lis­t*in­nen sei gestört. Wulff war damals niedersächsischer Ministerpräsident und der Rubikon noch nicht überschritten. Dass aus Prä­sidiumssitzungen der CDU schon damals alles nach draußen drang, daran seien die Jour­na­lis­t*in­nen schuld, so Wulff.

TAZ-online

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Dumm um Dumm, sie kreisen um sich selber herum. Hat es in der Politik je Rücksichten auf ein andre gegeben ? So ist das Leben unter Raubtieren, welche die besseren Menschen wären, da sie einmal gesättigt, plötzlich ganz zahm werden. Ein-e Politiker-In aber will immer noch mehr für sich selbst, er bekommt den Hals nie voll. Für diese These gibt es, auch in jüngster Vergangenheit genügende Beispiele und ohne Zerstörung  gibt es keinen Neubau !

Die Selbstzerstörung der CDU

4.) Krise der Union

Laschets Tage sind gezählt – doch auch Spahn & Co. werden den Niedergang der „letzten großen Volkspartei“ kaum aufhalten. In welche Lager wird die CDU zerfallen? Verlierer dürfen in der Christlich Demokratischen Union nicht mit Barmherzigkeit rechnen, sie werden gnadenlos abserviert. Das ging schon den Vorsitzenden Ludwig Erhard, Kurt Georg Kiesinger und Rainer Barzel so. Armin Laschet wird sich demnächst dazu gesellen. Die Diadochenkämpfe um seine Nachfolge sind in vollem Gange. Jens Spahn, der Jüngste, hat sich klammheimlich schon während des Wahlkampfs aus dem „Team Laschet“ abgeseilt und fordert nun eine „Neuaufstellung“ der CDU: „Dass unser Spitzenkandidat nicht richtig gezogen hat, kann niemand leugnen.“ Spahn beklagt vor allem, dass Laschet die Flüchtlingsfrage aus dem Wahlkampf herausgehalten habe, aus Angst, die AfD könne davon profitieren. „Themen taktisch abzubügeln, weil sie angeblich andere Parteien stark machen – das gehört ab sofort in die Mottenkiste.“ Die moralisch nicht so empfindliche „Generation nach Angela Merkel“ müsse jetzt „stärker sichtbar“ werden. Damit meint Jens Spahn natürlich sich selbst. Ein rasch einberufener Sonderparteitag solle dafür die Weichen stellen, denn „das Projekt 2025 beginnt heute“. Norbert Röttgen, der moderate Modernisierer, verlangt wie Spahn einen „umfassenden Erneuerungsprozess“ und zählt unverblümt auf, was sich ändern muss: „Partei, Fraktion, Inhalte, Kommunikation, Personal.“ Vorsitzende und Spitzenkandidaten sollten künftig anders ausgewählt werden. „Die fehlende Akzeptanz des Kandidaten Laschet“ sei schließlich „der Hauptgesprächsgegenstand im Wahlkampf“ gewesen. Röttgen will, dass alle CDU-Mitglieder über Laschets Nachfolge entscheiden. Das unterstützt auch der Dritte im Bunde, der wirtschaftsliberale „Anti-Establisment“-Kandidat Friedrich Merz. Er spricht am klarsten aus, dass es so nicht mehr weitergehen könne. Nicht nur der Spitzenkandidat habe versagt, nein, schuld sei die ganze geistig verrottete Funktionärspartei. Die CDU sei „denkfaul“ geworden. Sie brauche eine „vollständige Neuausrichtung“, unkonventionelle Konzepte zur Reform der Sozialversicherungen und des Steuersystems, eigene Vorstellungen in Sachen Klimaschutz und eine robust vorgetragene Außen- und Sicherheitspolitik im Rahmen der EU. Merz weiß auch, welchen Typus die Runderneuerung erfordert: „Ohne starke und notfalls konfliktbereite politische Führung geht das nicht.“

Der Freitag-online

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Wäre es Unrecht wenn die Polen Recht haben ? Vielleicht ein schönes Beispiel wenn Länder sich nicht erpressen lassen ? Selbst dann nicht, wenn die Gerichte von Heute vielleicht nicht mehr das sind, was sie schon einmal waren ? Unabhängig! Die Zuschauer aus der neutralen Ecke des politischen Stadion sehen aber einmal mehr, wie ein schlecht gebautes Haus in seine ihm eigenen Einzelteile zerfällt. Die einstigen Bauherren waren vielleicht nie mehr als b-willige Hilfsarbeiter ?

Polen heizt Streit mit EU weiter an :

5.) EU-Verträge verfassungswidrig

Das oberste Gericht Polen entscheidet, dass künftig die nationalen politischen Entscheidungen Vorrang gegenüber EU-Recht haben. Der Streit mit der EU wird dabei noch hitziger. Warschau – Dass die EU bereits des Öfteren in politische Entscheidungen Polens eingriff, ist kein Geheimnis. Nun aber hat das Warschauer Verfassungsgericht am Donnerstag (07.10.2021) die EU-Verträge für teilweise verfassungswidrig erklärt. Mit der historischen Entscheidung, dem polnischen Recht Vorrang gegenüber dem EU-Recht zu geben, heizte das oberste Gericht den Streit der polnischen Regierung mit Brüssel weiter an. Brüssel reagierte „besorgt“ auf die Entscheidung Polens. Die Vorsitzende Richterin, Julia Przylebska, argumentierte, dass sich die EU-Institutionen unrechtmäßig in Polens innere Angelegenheiten einmischten. Ihre Argumentation bekräftigte Przylebska mit einer Reihe von Artikeln der EU-Verträge, die nicht mit dem polnischen Grundgesetz „vereinbar“ seien. Demnach würden EU-Institutionen mit ihrem Vorgehen gegen Warschau ihre Kompetenzen überschreiten. Polens Regierungschef gab den Denkanstoß für die Entscheidung. Regierungschef Mateusz Morawiecki ersuchte Ende März die Frage, ob die polnische Verfassung Vorrang vor EU-Recht habe. Das Gericht folgte der Auffassung Morawieckis. Anlass waren Entscheidungen der EU-Gerichtsbarkeit in Luxemburg gegen die umstrittenen Justizreformen der rechtsnationalistischen Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS).

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