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Archiv für Juli 1st, 2021

Nach Morden von Würzburg

Erstellt von DL-Redaktion am 1. Juli 2021

Erklärungswut nach der Tat

Main in Würzburg - DSC02901.JPG

Von Joachim Kersten

Systematische Analysen von Amoktaten sind rar und geschehen viel zu selten. Sie könnten jedoch auch häusliche Gewalt verhindern helfen.

Untersuchungen über Amokgeschehen und die Motive der Täter gibt es in Deutschland seit 1913. Damals tötet der Hauptlehrer Ernst Wagner zunächst seine Familie mit einem Dolch und danach im Nachbardorf mit Schusswaffen 8 Personen, 12 verletzte er schwer. Wagner litt an Wahnvorstellungen, ähnlich wie Anders Breivik, der Täter von Oslo und Utøya, dessen Bombenanschlag und Schüssen fast 80 Menschen zum Opfer fielen. Breivik sah sich als „Vollstrecker einer großen Sache“ und wollte „sein Volk“, vermeintlich bedroht vom muslimischen Bevölkerungswachstum, „erlösen“.

Ein 24-jähriger Mann in Würzburg tötete am vergangenen Freitag Menschen, die ihm nichts getan hatten. Der Hergang der Bluttat macht es schwierig, trennscharf zu erkennen, ob es ein Anschlag oder eine Amoktat war. Das ist von einiger Wichtigkeit, weil der junge Mann als geduldeter Bürgerkriegsflüchtling nicht zur einheimischen Gesellschaft gehörte, dieser aber auf fürchterliche Weise die Schuld an seinem Elend aufbürdet. Dass er Flüchtling ist, gibt der Tat eine politische Bedeutung.

Welchem Wahn der Täter von Würzburg ausgesetzt war, werden vielleicht die psychiatrischen Gutachten zeigen. Ob damit ein islamistischer Dschihadwahn einherging, wissen wir noch nicht. Die Fremdheit des Würzburger Täters und seines schrecklichen Verhaltens wird durch die mögliche Verbindung zum Dschihad zu einer für uns nicht nachvollziehbaren „religiösen“ Gewaltbereitschaft. Die Tat erhält eine besonders befremdende, ja – im eigentlichen Sinn abstoßende – Dimension eines Verbrechens.

Systematische Analysen von Amoktaten sind Mangelware. Sie geschehen zu selten, beispielsweise gemessen an der Zahl der Tötungsdelikte, die Ehemänner oder Ex-Partner an Frauen begehen und die in unserem Land durchschnittlich jeden dritten Tag passieren. Bei denen gibt es – im Unterschied zu Würzburg und anderen Vorfällen – deutliche Vorgeschichten und Warnhinweise.

Amok wird nicht einheitlich definiert, aber ein gemeinsames Merkmal ist, dass unbekannte Opfer wahllos ermordet werden. In der Zeit vor den Taten werden im Nachhinein unmittelbare „Auslöser“ entdeckt. Meistens sind das persönliche Kränkungen oder subjektiv wahrgenommene Bedrohungslagen.

Keine Planung der Tat

In Würzburg gab es offenbar keine Planung der Tat. Sie erfolgte in einem hochgradig erregten Zustand. Liegen bei Tätern Wahnvorstellungen zugrunde, so müssen diese keine Referenz in der Wirklichkeit haben – und können, weil sie realitätsfern sind, von außen auch nicht nachvollzogen werden. Häufiges aggressives Verhalten wie Angriffe und Drohungen gegen andere Personen können ernste erste Signale für Amoktaten sein. Im Würzburger Fall gab es solche Hinweise. Sie wurden aber in dem Obdachlosenheim, in dem der Täter lebte, nicht ausreichend erkannt.

File:2013-03-16 Herrmann, Seehofer, Söder 0183.JPG

Der IMI als Dritter von der Zankstelle ? Zuständig – ja – aber ohne Standing? 

Hätten Sicherheitskräfte die Tat verhindern können? Etwa 5 Prozent der Einsätze von Spezialeinsatzkräften der Polizei erfolgen wegen psychisch erkrankter, gewalttätiger oder bedrohlich agierender Personen. Im Würzburger Fall hätten Sondereinheiten der Polizei nur dann einschreiten können, wenn sie sich zufällig im selben Kaufhaus aufgehalten hätten.

Viele, aber nicht alle Amoktäter sind oder waren psychisch krank. Der Täter von Würzburg war in der Zeit vor der Bluttat psychisch auffällig und wurde in die Psychiatrie eingewiesen. Mit Blick auf Selbst- oder Fremdgefährdung wurde jedoch die psychische Verfassung des jungen Manns von den dortigen Ärzten so beurteilt, dass man ihn nicht gegen seinen Willen im Krankenhaus behalten konnte.

Hätte ihn die Polizei nach den aggressiven Vorfällen in den Obdachloseneinrichtungen, in denen Streit alltäglich vorkommt, als islamistischen „Gefährder“ einschätzen sollen? Auf welcher Grundlage? Auch jetzt, nach intensiven Durchsuchungen und Befragungen, gibt es wenig handfeste Hinweise, außer seinen „Allahu akbar“-Rufen bei den Angriffen, und dem, was er nach seiner Festnahme geäußert haben soll.

Quelle         :       TAZ       >>>>>        weiterlesen

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Grafikquellen       :

Oben      —       Along the River Main in Würzburg, Germany.

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Unten       —        Titel des Werks: „Horst Seehofer, Joachim Herrmann und Markus Söder (2013)“

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Angriffe auf A. Baerbock

Erstellt von DL-Redaktion am 1. Juli 2021

Die Hysterie der Konservativen

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Eine Kolumne von Sascha Lobo

Hinter den Angriffen auf die Grünen und ihre Kanzlerkandidatin steckt auf konservativer Seite vor allem eines: Angst. Das war zu erwarten – doch die Grünen wirken überrascht und laufen in eine Falle.

Der öffentliche Umgang mit den Grünen und speziell mit Annalena Baerbock von konservativer Seite, von Politik, Medien und Netzöffentlichkeit, verdient eine nähere Analyse – ebenso wie die grüne Reaktion darauf. Es beginnt vielleicht etwas überraschend mit der Frage, warum die CDU von Helmut Kohl im 20. Jahrhundert so umfangreiche schwarze Kassen anlegte.

Diese Frage lässt sich auf mehrere Arten beantworten. Die vielleicht interessanteste ist die angstgetriebene: Maßgebliche Teile der CDU waren überzeugt, dass ein Sieg der SPD das Ende der Bundesrepublik darstellen würde. Dass die Sozialdemokraten das Land quasi den Russen übergeben würden. Und dagegen musste man sich mit buchstäblich allen Mitteln wappnen – eben auch illegalen Geldmitteln. Die eigene, selbst verstärkte Angst diente der CDU als Begründung für den Bruch allgemeingültiger Regeln.

Konservatismus. Das lässt sich sogar wissenschaftlich nachvollziehen, wie der bekannte Psychologe John Bargh sagt. Nicht nur, dass die Amygdala, das Angstzentrum des Gehirns, bei Konservativen im Schnitt messbar größer ist. Eine Studie der Universität von Kalifornien zeigte auch folgenden Zusammenhang: Je ängstlicher Vierjährige sich verhielten, desto konservativer waren sie 20 Jahre später. Es gibt in den USA einen bösen Witz, der dazu passt: Ein Linker ist ein Konservativer, der noch nicht überfallen wurde. John Bargh unternahm sogar eine Art Gegenexperiment. Er verschob die Einstellungen konservativer Menschen messbar nach links – einfach, indem er sie bat, sich vorzustellen, sie seien körperlich unverwundbar. Das reicht aus, um »Konservative in Linke zu verwandeln«, wie Bargh in der »Washington Post« schreibt.

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Mururoa-Atoll im Südpazifik

Erstellt von DL-Redaktion am 1. Juli 2021

Erfolgreicher Protest gegen französische Atomwaffentests auf Mururoa

Mururoa lagon.jpg

Quelle:    Scharf  —  Links

Von Axel Mayer Mitwelt Stiftung Oberrhein

Wie der BUND am Nördlichen Kaiserstuhl vor 25 Jahren die französischen Atomtests in Polynesien stoppte…

Ich geb´s ja zu. Die vollständige Überschrift über diesem Beitrag müsste lauten: „Wie der BUND am Nördlichen Kaiserstuhl, gemeinsam mit Millionen von Menschen und Tausenden von Gruppen weltweit, vor 25 Jahren die französischen Atomtests in Polynesien stoppte.“ Aber jede einzelne dieser unglaublich vielen Gruppen könnte heute mit Recht auf ihren großen-kleinen Anteil am erfolgreichen Protest von 1995-1996 hinweisen. Es geht nicht um Überheblichkeit, sondern um das Wissen der Macht des kleinen Rädchens im großen Weltgetriebe. Und die selbstbewusst-freche Überschrift soll allen Aktiven heute Mut machen, sich vor Ort und dennoch global zu engagieren und einzumischen für Mensch, Natur, Umwelt, Frieden und Gerechtigkeit…

Vor 25 Jahren: Erfolgreicher Protest gegen französische Atomwaffentests auf Mururoa

Eines der unrühmlichsten Kapitel der jüngeren französischen Geschichte waren die Atomwaffentests in Polynesien und die darauffolgende radioaktive Verstrahlung. Von 1960 bis 1996 führte die Kolonialmacht Frankreich in Nordafrika und im Pazifik insgesamt 210 Atomtests durch. Davon waren 50 besonders verheerende oberirdische Atomtests. Die enorme Zahl aller Atomexplosionen, insbesondere die Testserien der Großmächte USA und Sowjetunion, führten zu einer globalen Belastung mit radioaktiven Stoffen und zu weltweiten Protesten. 1963 trat der von den Vereinigten Staaten, der Sowjetunion und Großbritannien unterzeichnete Atomteststoppvertrag in Kraft und bedeutete das Ende aller Tests in der Atmosphäre. Doch Frankreich führte selbst nach dem Abschluss des partiellen Atomteststoppvertrags weiterhin oberirdische Atomtests durch. Auf Proteste reagierten die unterschiedlichen französischen Regierungen teilweise sehr aggressiv, etwa als 1985 das Greenpeace-Schiff „Rainbow Warrior“ vom französischen Geheimdienst versenkt wurde. Alle oberirdischen Atomtests haben zu einer weltweiten Strahlenbelastung der Erde geführt, was die Gesundheit der Menschen in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft beeinträchtigte und beeinträchtigen wird. In der Nähe der Testgelände führten die atmosphärischen Tests häufig zu einem intensiven radioaktiven Fallout, zu schweren gesundheitlichen Beeinträchtigungen der lokalen Bevölkerung und zu Verseuchungen der Umwelt. Die gesundheitlichen Folgen für die Menschen in Polynesien waren verheerend. Wasserproben zeigten eine Nachweisbarkeit des Fallouts bis nach Südamerika. Neuseeländische Milch enthielt hohe Dosen an radioaktivem Jod. Die Ureinwohner auf Mururoa wurden durch diese Kolonialverbrechen teilweise dauerhaft aus ihrer Heimat vertrieben. Eine neu gestartete Testserie Frankreichs führte 1995-1996 zu schweren Unruhen auf Tahiti und internationalen Protesten. Am 27. Januar 1996 zündete Frankreich auf dem Mururoa-Atoll im Südpazifik die sechste und letzte Atombombe einer Unterwasser-Testreihe. Erfolgreicher Protest ist wie ein selbstspielendes Klavier mit vielen Tasten. Da gab es die „Greenpeace-Taste“, die „Boykott-Taste“, die „Protest-Taste“ und die kritischen Pressekommentare. Auch die grenzüberschreitende Umweltbewegung am Oberrhein reagierte mit gemeinsamen Demos und Aktionen (nicht nur) in Freiburg, Mulhouse und Straßburg. Hier zeigte sich die jahrzehntelang geübte gute Zusammenarbeit über die Grenzen hinweg. Eine von weltweit tausenden Protestaktionen organisierte der BUND am Nördlichen Kaiserstuhl. Unterstützt von französischen Umweltaktiven gab es am Grenzübergang Sasbach-Marckolsheim regelmäßige Demos, Mahnwachen und Aktionen mit Bannern und Transparenten und viel Zuspruch aus der Bevölkerung. Das „Protest-Klavier“ funktionierte und es spielte immer lauter, während die teure PR der Rüstungslobby immer weniger wirkte. Zermürbt von diesem anschwellenden weltweiten Protest, Boykott-Aufrufen, juristischen Klagen und von dieser erfolgreichen globalen Zusammenarbeit erklärte der französische Staatspräsident Jacques Chirac 1996, also vor 25 Jahren, das offizielle Ende der französischen Kernwaffentests. Jetzt werden die französischen Explosionen am Computer simuliert. Im Jahr 2000 zogen die Franzosen von dem Atoll ab.

Mururoa lg.jpg

Bis heute ist Mururoa ein Sperrgebiet und in rund 140 Bohrschächten lagern große Mengen langlebiger radioaktiver Abfälle. Seit 1996 hat die Anzahl der atomaren Sprengköpfe weltweit zwar abgenommen, doch im neuen Kalten Krieg „modernisieren“ die Atommächte die verbliebenen Arsenale, und nicht nur im Nahen Osten versuchen immer mehr Staaten durch den Bau von neuen AKW in den Besitz von Atomkraftwaffen zu kommen. Auch wenn die atomaren Gefahren durch Atomwaffen, zum Beispiel durch die US-Bomben in Büchel, weiter existieren, zeigt der erfolgreiche Protest vor einem Vierteljahrhundert, dass Umwelt- und Friedensbewegung gemeinsam erfolgreich sein können und dass kleine, örtliche Proteste, eingebunden in weltweite Aktionen durchaus auch wirksam sind. Es ist ein wenig verwunderlich, dass diese Erfolge heute, ein Vierteljahrhundert nach dem Ende der französischen Tests vergessen sind und nicht gefeiert werden. Axel Mayer, Mitwelt am Oberrhein, (Alt-) BUND-Geschäftsführer und Mitorganisator der damaligen Proteste

Urheberecht
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Oben        —     The lagoon of Mururoa

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Berliner Stadtgespräch

Erstellt von DL-Redaktion am 1. Juli 2021

Die Freiwilligenarmee

Befolge nur die Befehle

Von Daniel Kretschmar

Am 1. Juli 2011 wurde die Wehrpflicht ausgesetzt. Seitdem gibt es Recruitingkampagnen anstatt der Ladung zur Musterung und seltene sichtbare Momente des Militärs.

Die Ladung zur Musterung war für Generationen junger Männer ein einschneidendes Erlebnis. Der Brief vom Kreiswehrersatzamt mit dem Termin und amtlicher Sanktionsdrohung bei Nichterscheinen, die spätere Einberufung, im Falle der Kriegsdienstverweigerung eine bisweilen recht zudringliche Anhörung, verdeutlichten vor allem eines: Macht über Körper und Zeit. „Bürger in Uniform“ hieß das. Im Zweifelsfall hatte die Uniform aber Vorrang, es galt das Soldatengesetz. Das sich schon seit 1990 ankündigende, dann aber doch recht plötzliche Ende der Wehrpflicht vor zehn Jahren war deshalb ein großer Gewinn an individueller Freiheit. Die Frage, welchen Zweck die Bundeswehr nach dem Kalten Krieg hat, bleibt dabei bis heute seltsam unbeantwortet.

Als der damalige Verteidigungsminister Guttenberg im Mai 2010 bei einer Rede an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg eine Abschaffung der Wehrpflicht kontemplierte, rührte das am Markenkern von CDU und CSU. Von Horst Seehofer bis zu Angela Merkel ging man sofort auf Distanz, „als Partei der Bundeswehr“ sage man selbstverständlich ja zur Wehrpflicht. Innerhalb weniger Monate drehte sich die Stimmung in der Unionsspitze jedoch komplett. Die letzten Wehrpflichtigen der Bundeswehr rückten im Januar 2011 ein. Seit dem 1. Juli 2011 ist die Wehrpflicht zwar formal nicht abgeschafft, aber ausgesetzt.

Vorgeblich ging es dabei um die Erfüllung von Sparvorgaben. So ist der Verteidigungsetat in den vergangenen Jahren „nur“ um mehr als 20 Prozent gestiegen. Nicht zuletzt schlagen die Rekrutierungskosten heftig zu Buche. Statt muffigen Kreiswehrersatzämtern werben heute generische „Karrierecenter“ um den freiwilligen jungen Nachwuchs. Dazu kommen zahllose Teilnahmen an Berufsorientierungsmessen, Infoveranstaltungen und Besuchen an Schulen. Allein für Werbemittel, Anzeigen und dergleichen werden mehr als 30 Millionen Euro im Jahr ausgegeben.

Vorausgegangen waren dem abrupten verteidigungspolitischen Wandel von 2011 zwei Jahrzehnte der Sinnsuche. Mit dem Wegfall des Ostblocks löste sich die wichtigste Begründung für eine große stehende Armee inklusive Wehrpflicht auf. Verteidigungsminister Volker Rühe (CDU, 1992–98) ist eng mit dem strategischen Kurswechsel verbunden, von einer reinen Verteidigungsarmee zu einem vollwertigen NATO-Partner, inklusive bewaffneter „Out-of-area-Einsätze“. In kleinen Schritten, immer auf Sicht fahrend, begleitet lediglich vom Protest der Linkspartei und bis zum endgültigen Einknicken der Grünen 1999 im Kosovokrieg durch Querschläger von deren linkem Flügel, wurde die deutsche Armee fit für den internationalen Kampfjet-Set gemacht.

Bildergebnis für Wikimedia Commons Bilder Bundeswehr in Schulen Lupus in Saxonia / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Die Wehrpflichtigenarmee war so bereits Ende der 1990er nurmehr eine Illusion. Die Zahl der Kriegsdienstverweigerer bewegte sich konstant bei knapp 150.000 im Jahr. Die sogenannte Wehrgerechtigkeit, also die Einberufung aller tauglichen Männer im wehrfähigen Alter, fand sowieso mangels Bedarfs schon längst nicht mehr statt. Presseberichte machten die Runde über gelangweilte Wehrdienstleistende, die mit offensichtlich nutzlosen Tätigkeiten oder gänzlich beschäftigungslos in den Kasernen ihre Zeit totschlugen. Weniger politische, moralische und juristische Auseinandersetzungen, sondern alltagspraktische Erfahrung zeigte, dass es keinerlei Rechtfertigung mehr dafür gab, halbe Kinder zwangsweise in Uniformen zu stecken und ihnen wertvolle Lebenszeit mit der Ausbildung an tödlichen Waffen zu stehlen.

Nicht ganz so klar entwickelte sich die generelle Zielvorstellung der deutschen Verteidigungspolitik. Als Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) 2002 erklärte: „Die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland wird auch am Hindukusch verteidigt“, war das zwar eine markige Zustandsbeschreibung, schließlich ging es um den Afghanistaneinsatz der Bundeswehr, aber eben keine nachhaltig begründete Strategie.

Quelle        :       TAZ      >>>>>         weiterlesen

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DL – Tagesticker 01.07.2021

Erstellt von DL-Redaktion am 1. Juli 2021

Direkt eingeflogen mit unseren Hubschrappschrap

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Die Schuld an allen, was in einem Land passiert oder nicht, sollte man schon den Regierungen, welche genau dafür gewählt werden, „Schaden vom Volk abzuhalten.“  Und nicht, wie ausführende Amateure, sondern gleich Profis bezahlt werden! Da kann sich dieser blasierte Nasenzwerg aufblasen, wie immer er will, als Influencer ist er Teil der Macht. Sollte er Einfluss haben müsste er es ändern wollen, kann er es nicht, wäre es gescheiter den Mund zu halten. Was wäre stattdessen, es einmal mit der Bewahrung der Demokratie zu versuchen ? Hatte es im übrigen unter Schröder nicht gegeben und wird es unter Scholz, siehe G 20 Hamburg,  als Kanzler nicht geben! Die Schuld trägt immer der, welcher eine Arbeit annimmt ohne sie ausführen zu können. Folgerichtig die Möchtegern aus dem Neuland.

„Die Uefa ist für den Tod von vielen Menschen verantwortlich“

1.) Corona bei der EM

Die Kritik am europäischen Fußballverband wächst. Nicht nur der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach äußert sich besorgt über die Zuschauerzahlen in den Stadien. In der Debatte um die Zuschauerzulassung bei der Europameisterschaft wird die Kritik an der Uefa zunehmend drastischer – und es gibt neue Zahlen zu Ansteckungen im Zusammenhang mit dem Turnier. Vor allem der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach zeigte sich besorgt. „Das Spiel hat gestern noch mal gezeigt, wie eng die Fans stehen, wie oft sie sich umarmen und anschreien. Es haben sich sicherlich Hunderte infiziert und diese infizieren jetzt wiederum Tausende“, twitterte er. „Die Uefa ist für den Tod von vielen Menschen verantwortlich.“ In einem weiteren Tweet schrieb er: „Die Uefa lässt es zu, dass die Deltavariante über volle Stadien weiter zunimmt.“ Das sei „eine Schande für den Sport“. Vizekanzler und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz mahnte zur Vorsicht. „Bei aller Freude über die spektakulären Spiele dieser EM halte ich es für bedenklich, wie viele Zuschauer inzwischen in einige Stadien gelassen werden“, sagte er der Süddeutschen Zeitung. „Mühsam und unter großen Anstrengungen haben wir die Pandemie in Europa in den Griff bekommen, das sollten wir jetzt nicht aufs Spiel setzen.“ Neben den Stadien in St. Petersburg, Budapest, Bukarest und Kopenhagen ist auch das Londoner Wembley-Stadion für Pandemiezeiten außergewöhnlich voll. Beim Achtelfinale der deutschen Fußballnationalmannschaft gegen England waren am Dienstagabend 41.973 Zuschauer dort, für die Halbfinals und das Endspiel sollen 60.000 Zuschauer zugelassen werden. Auch Scholz fordert von der europäischen Fußballunion, ihr Konzept dringend zu überdenken – in Großbritannien sorgt die Deltavariante für wieder massiv steigende Infektionszahlen.

Zeit-online

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Ja, vielleicht haben die Grünen die stille Macht der CDU/CSU maßlos Unterschätzt ? Macht beginnt dort wie die Wähler sich aufhalten: „Auf der untersten Ebene der Gesellschaft.“ Von den Dörfern bis in die Städte. – Von der Verwaltung auf den Behörden bis hinunter in die Vereine. Da wird Politik gemacht und und nicht im Laber -Kasten  eines  selbsternannten Bundestag. Dort sitzen keine Wähler, sondern nur die Vertreter aus den Parteien Clans. Dort wir zur Schwafelei getanzt – die Musik aber wird unten gemacht. Auch nach den 68-gern, entscheidend verändert hat sich dieses Land nicht, da die Menschen außen vorgelassen werden und immer noch so Obrigkeitshörig sind, wie vor den letzten Krieg.

Grünen-Kandidatin unter Druck – Promi-Anwalt, aggressive Tweets:

2.) Jetzt droht Baerbock der Guttenberg-Effekt

Annalena Baerbock wird vorgeworfen, in ihrem neuen Buch abgeschrieben zu haben. Ihre Partei reagiert darauf, indem sie zum Gegenangriff übergeht. Hinter der Reaktion ist mehr Kalkül als gedacht. „Wer einen großen Skandal verheimlichen will, inszeniert am besten einen kleinen“, schrieb der Autor Friedrich Dürrenmatt einmal. Das beschreibt die Reaktion der Grünen auf die Abschreibe-Vorwürfe gegen ihre Parteivorsitzende ziemlich genau. Empörung anstelle eines schlechten Gewissens. Offensive statt Verteidigung. Nicht Baerbock soll einen Fehler begangenen haben, sondern diejenigen, die sie angreifen. Alles vor einem gezielten Hintergrund: Dass am Ende das Wort „Schmutzkampagne“ bei mehr Menschen hängen bleibt als die Tatsache, dass Frau Baerbock in ihrem Buch abgeschrieben hat. „Propagandakrieg“, „Verarsche“ – ein Grüner stellt sogar den Vergleich zum Nationalsozialismus her und zitiert eine Passage aus „Mein Kampf“. So verteidigen die Grünen ihre Parteichefin und Spitzenkandidatin derzeit in den sozialen Medien. Keine Spur von Eingeständnis, nicht einmal ein arrogantes Abwinken, wie es Politiker sonst gerne tun, wenn sie finden, dass aus einer Fliege ein Elefant gemacht wurde – stattdessen wirkt es, als lautete das Motto: „Holt die Bazooka raus, und auf sie mit Gebrüll!“ Parteizentrale fordert Grüne auf sich mit Baerbock zu solidarisieren

Focus-online

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Zog nicht die Gewalt immer den Krieg hinter sich her, ohne je die geringste Rücksicht auf die Bevölkerung genommen zu haben ? Jeglicher Einsatz von Militär ist ein beredtes  Beispiel für staatlich Lizensierter Mord und Totschlag. Uniformierte haben den Auftrag ihren Konterpart ohne jegliche Rücksicht auszuschalten. Daran ist der Krieg unter Terroristen in Afghanistan gescheitert und wird auch die Besetzung in Mali gleiches nachziehen. Es wäre auch zu Schade – würden die Mörderbanden obsiegen. Jedes Mitglied und jede Abgeordnete, welche für den Einsatz von Militär ihre Stimme im BT geben, müsste sich gleichzeitig verpflichten für den Zeitraum des Militäreisatzes ihren Laden dort Tag für Tag zu begleiten, vielleicht würden sie dann begreifen, für was sie ihre Stimme abgegeben haben?

Die Intervention in Afghanistan ist gescheitert.

3.) Operation misslungen

Die internationalen Truppen lassen ein politisch instabiles Land zurück. Die Taliban sind auf dem Vormarsch, ihre Gegner zerstritten und korrupt. Natürlich lief nicht alles schlecht in Afghanistan, aber unterm Strich ist die westliche und damit auch die bundesdeutsche Intervention dort klar gescheitert – militärisch und politisch. Zwar ging nach 9-11 von Afghanistan Dank Intervention kein weiterer Terrorangriff mehr aus. Aber Al-Qaidas damaliger Gastgeber, die dann besiegten Taliban, sind heute stärker denn je seit 2001. Sie kontrollieren wieder große Landesteile und dürften bald noch mehr Macht gewinnen, wahrscheinlich auch in Kabul. Gescheitert ist die Intervention aber vor allem politisch. Afghanistan ist nicht stabil, sein politisches System ist dysfunktional. Es gibt unter den Taliban-Gegnern mehrere sich bekämpfende Machtzentren, die von Korruption zerfressen sind. Dies weckt bei nicht wenigen Afghanen Sehnsucht nach harter Führung, wie sie die Taliban versprechen. Gemessen an den hohen menschlichen wie finanziellen Kosten sind die Ergebnisse der Intervention äußerst dürftig. Dabei ist das Afghanistan im Jahr 2021 mit mehr (städtischer) Bildung, selbstbewussteren Frauen, Internet und Mobilfunk nicht mehr das Afghanistan von 2001. Es ist viel komplexer. Doch haben der Ruf und die politische Überzeugungskraft der führenden Interventionsländer stark gelitten.

TAZ-online

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In der Bevölkerung beginnt und endet die Macht der sich immer selbst überschätzenden Herrscher. Wie hörten wir es früher: „Heute noch auf hohen Rossen – Morgen durch die Brust geschossen.“

Die Regionalwahl stärkt die Blöcke von einst: Republikaner und Sozialisten

4.) Frankreich – Macron klar abgewählt

Seit 2004 gilt für die französischen Regionalräte ein kompliziertes Wahlverfahren. Es besteht in einem Verhältniswahlrecht nach Listen, in der Regel zwei Wahlgängen und einer „Mehrheitsprämie“. Wenn im ersten Wahlgang keine Liste die absolute Mehrheit der Stimmen gewinnt, muss es eine weitere Abstimmung geben, zu der alle Listen zugelassen sind, die es beim ersten Votum auf mehr als zehn Prozent der Stimmen gebracht haben. Wer in Runde eins auf wenigstens fünf Prozent kommt, kann mit anderen Listen fusionieren. Hat ein zweiter Urnengang wie am 27. Juni stattgefunden, werden drei Viertel der Sitze eines Regionalrats proportional unter allen Listen verteilt, die im zweiten Wahlgang mehr als fünf Prozent erreicht haben. Die siegreiche Liste mit mehr als 50 Prozent im ersten Wahlgang beziehungsweise der größten Stimmenzahl im zweiten erhält – als Bonus quasi – das letzte Viertel der Mandate im Regionalrat. Eine besondere Machtposition erwächst daraus nicht. Die Regionen in Frankreich verfügen – im Unterschied zu den deutschen Bundesländern – über keine Gesetzgebungskompetenz und bekommen ihre Geldmittel vom Zentralstaat zugewiesen. Eine dritte Kraft. Die jetzige Abstimmung galt vor allem für die konservativen Les Républicains (LR) als Test- und Schlüsselwahl. Sie konnten ihre Chancen bei der Entscheidung über die nächste Präsidentschaft ausloten – sie wollten nicht nur, sie mussten sich fragen: Kommen wir als dritte Kraft neben und gegen Emmanuel Macron und Marine Le Pen in Betracht? Die Antwort lautet: im Augenblick durchaus. Die Rechtskonservativen haben sich in ihren Regionen behauptet und keine an den Rassemblement National (RN) verloren, auch nicht das schwer umkämpfte Gebiet Provence-Alpes-Côte d’Azur (PACA) im Südosten.

Der Freitag-online

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Sind es nicht überwiegend die Konservativen. welche einen Klimawandel leugnen und „immer weiter, immer weiter“ auf der vollgeschissenen Hühnerleiter schreien? Klimawandel was ist das, fragt Laschet und lässt weiter die Dörfer nahe Frechen zum Gewinn von Braunkohle räumen. Wer hat den Satz nicht gelesen: „An ihren Taten sollt ihr sie erkennen und nicht an ihren Werkeln? Vielleicht sollten wir uns mehr mit uns selber beschäftigen als in  Kanada auf Spurensuche zu gehen. Die Klimagangster leben so nahe ! Schwachköpfe regieren die Welt – wer hat sie bestellt ?

Hitzerekord von 49,5 Grad und 486 Tote in Kanada

5.) „Der Klimawandel macht das Unmögliche wahrscheinlich“

Eine extreme Wetterlage hat in Kanada und den USA zu Rekordtemperaturen geführt. Hunderte sind schon gestorben. Wie lässt sich dieses Wetter erklären? Lytton ist ein kleines Dorf in Kanada. 260 Kilometer nordöstlich von Vancouver, wie so viele Orte in der Region gegründet während des Goldrauschs Mitte des 19. Jahrhunderts, umgeben von Bergen im Tal des Fraser-Flusses. Keine 300 Menschen leben hier. Trotzdem hat es die Gemeinde jetzt zu Weltruhm gebracht, der in Wahrheit aber gar nicht so rühmlich ist. Denn dass es in diesem Teil Kanadas, der eigentlich für kühle Temperaturen bekannt ist, einmal heißer sein würde als der Wüstenstadt Dubai, damit hätte wohl keiner gerechnet. 49,5 Grad wurden am Dienstag gemessen – ein neuer Rekord für ganz Kanada. Schon in den beiden Tagen zuvor waren Höchstwerte vermeldet worden. Selbst für einen Meteorologen sei das fast nicht zu glauben, sagt Jeff Berardelli in der Morgensendung des TV-Senders CBS. Er erklärt die „verrückte Wetterlage“ mit einem starken „atmosphärischen Blockierungsmuster“, bei der sich Wärme in einem größeren Gebiet aufstaut. „Für diese Hitze gibt es einfach keine Übertreibungen, um sie zu beschreiben“, sagt Armel Castellan, Meteorologe des kanadischen Umweltministeriums.

Tagesspiegel-online

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Den Morgengruß an gleicher Stelle – schreibt jeden Tag
„Der freche Bengel“

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Anregungen nehmen wir gerne entgegen

Wir erhalten in letzter Zeit viele Mails mit Texten zwecks Veröffentlichung – Um diese zu Verbreiten  sollten Sie sich aber erst einmal vorstellen und zeigen mit wem wir es zu tuen haben.  Danke !

Treu unserem Motto: Es gibt keine schlechte Presse, sondern nur unkritische Leser

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Grafikquellen          :

Oben     —   DL / privat – Wikimedia

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Unten     —     Obama Taliban

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