DEMOKRATISCH – LINKS

                      KRITISCHE INTERNET-ZEITUNG

RENTENANGST

Archiv für Mai 3rd, 2021

Mehr als nur Anerkennung

Erstellt von DL-Redaktion am 3. Mai 2021

Klassismus umfasst mehr als Bildungsdiskriminierung.

Wer könnte dort die Hammelbeine langgezogen bekommen ? Merkel oder ihr Influencende Nasenbär ?

Von Andreas Kemper

Die Debatte über Klassismus ist spät auch in Deutschland angekommen. Jetzt wird sie mit falschem Fokus geführt – und ignoriert die antiklassistische Praxis.

Klassismus ist der älteste aller Diskriminierungsbegriffe. Bereits in den 1830er Jahren wurden Klassenunterschiede als „Classism“ bezeichnet. In den 1970er Jahren wurde dieser Begriff in den USA parallel zu Sexismus von dem lesbischen Arbeitertöchterkollektiv „The Furies“ wiederbelebt. In Deutschland dauerte es noch einmal fünfzig Jahre. Jetzt endlich wird Klassismus auch hier in den Medien diskutiert. Allerdings läuft in dieser Debatte einiges schief.

Daher ist es nötig, daran zu erinnern, wofür der Begriff Klassismus steht: Unterdrückung aufgrund des sozialen Status. Der Begriff bezieht sich also nicht nur auf Fragen der Anerkennung, wie in verschiedenen Beiträgen behauptet wird, sondern auf die ganze Palette, die die Politikwissenschaftlerin Iris M. Young in ihrem Artikel „Five Faces of Oppression“ (Fünf Gesichter der Unterdrückung) benannt hat: Ausbeutung, Machtlosigkeit, Marginalisierung, Gewalt und Kulturimperialismus. Kulturimperialismus bedeutet, dass die besondere Perspektive einer gesellschaftlichen Gruppe unsichtbar gemacht wird. Sie wird stereotypisiert und als „das Andere“ markiert.

All dies sind Aspekte von Klassismus, die Geringverdiener*innen, Erwerbslose, Wohnungslose oder Ar­bei­te­r*in­nen­kin­der betreffen. Sie reichen von der Vermögens- und Eigentumsverteilung bis zum Wohnen, von der Gesundheit bis zur Bildung. Was Klassismus im Bildungssystem konkret heißt, führt pars pro toto eine Studie vor Augen, die Schulen in Wiesbaden untersucht hat. Das Ergebnis: Die Schulnote 2,5 führt bei 70 Prozent der privilegierten Schü­le­r*in­nen zu einer Gymnasialempfehlung, aber nur bei 20 Prozent der nichtprivilegierten. Nicht die Leistung, sondern der Bildungsstand und das Einkommen der Eltern spielen eine wesentliche Rolle bei der Verteilung der Bildungschancen.

Die Iglu-Studie (Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung) zeigte 2016 bundesweit einen ähnlichen Befund. Bei gleicher Lesekompetenz und den gleichen kognitiven Fähigkeiten erhalten Kinder aus privilegierten Elternhäusern gegenüber denen aus der Arbeiterklasse 3,37-mal so oft eine Gymnasialempfehlung. 2001 betrug dieser Bevorteilungsfaktor noch 2,63. Die strukturelle Benachteiligung von Ar­bei­te­r*in­nen­kin­dern nimmt nicht ab, sie wächst. Die Ungerechtigkeiten beginnen mit der Geburt und setzen sich über Kitas, Grundschulen und weiterführende Schulen fort. Im Studium und selbst noch, wenn man promoviert hat, bleibt die soziale Herkunft ausschlaggebend, so der Elitenforscher Michael Hartmann.

Heike Helen Weinbach, Professorin für Pädagogik mit dem Schwerpunkt Didaktik im Kindesalter, und ich haben in dem vor zwölf Jahren erschienenen Buch „Klassismus. Eine Einführung“ die ganze Palette der Klassismus-Aspekte ausgeführt. Die aktuellen Debattenbeiträge in der taz, Zeit und vor allem in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung („Klassismus. Überbau ohne Basis“ von Isabell Opperbeck vom 21. 4.) kreisen indes einseitig um den Begriff Anerkennung. Die Behauptung, Klassismus werde akademisch ohne Basis als Anerkennungsbegriff benutzt, führt in die Irre. Klassismus ist kein „Überbau ohne Basis“, es ist ein Basisbegriff. Mehr noch: Der Begriff Klassismus ist ein Praxisbegriff und nur ein Nebenprodukt der antiklassistischen Praxis. Die aber wird in der aktuellen deutschen Diskussion ausgeblendet.

Karikatur Merkel Politikerdiäten.jpg

Vor 20 Jahren organisierten sich erstmals studierende Ar­bei­te­r*in­nen­kin­der in einer Vollversammlung und wählten Ver­tre­te­r*in­nen mit dem politischen Auftrag, gegen die Diskriminierung von Ar­bei­te­r*in­nen­kin­dern im Bildungssystem vorzugehen. An der Uni Münster wurde das erste autonome Referat von Ar­bei­te­r*in­nen­kin­dern gegründet. Als Initiator kann ich versichern, dass es nicht darum ging, Ar­bei­te­r*in­nen­kin­der passförmig zu machen, um so Bildungsaufstiege zu erleichtern. Das Ziel ist vielmehr, den „Habitus-Struktur-Konflikt“ (Lars Schmitt) von studierenden Ar­bei­te­r*in­nen­kin­dern zu verändern, und zwar durch den Abbau der Bildungsbarrieren, die Aka­de­mi­ke­r*in­nen­kin­der privilegieren. Im Zuge dieser politischen und praktischen Selbstorganisierung habe ich auf den Begriff Klassismus zurückgegriffen. Zu dieser Praxis gehörte eine von mir initiierte internationale Konferenz der WorkingClass/PovertyClass Academics, das Arbeiterkinder-Magazin Dishwasher, das Institut für Klassismusforschung und mehr. Nach zahlreichen Anläufen gründete sich dann erst 2019 nach einer Vollversammlung das nächste Arbeiter*innenkinder-Referat.

Quelle        :       TAZ        >>>>>          weiterlesen

Abgelegt unter Bildung, HARTZ IV, Kultur, Regierung | Keine Kommentare »

Hashtag-Bewegungen FFF

Erstellt von DL-Redaktion am 3. Mai 2021

Das Zeitalter der #Viralpolitik

FridaysForFuture protest Berlin 2021-04-29 01.jpg

Eine Kolumne von Christian Stöcker

Diese Woche gab es zwei Nachrichten über Bewegungen, die sich um Hashtags herum versammeln: #Querdenken wird vom Verfassungsschutz beobachtet, #FridaysForFuture siegt vor dem Verfassungsgericht. Es gibt da einen Zusammenhang.

Im 21. Jahrhundert ist das Internet der mächtigste Treiber gesellschaftlichen Wandels, den die Menschheit je gesehen hat. Die neuen sozialen Bewegungen sind ohne sozial-mediale Vernetzung nicht denkbar. Das gilt im Guten wie im Schlechten.

Abgelegt unter APO, Deutschland, Energiepolitik, Positionen | Keine Kommentare »

Corona-Impfung – Skepsis?

Erstellt von DL-Redaktion am 3. Mai 2021

Misstrauen gegen Impfhersteller kommt nicht von ungefähr

2020 12 27 mas vacunados en la residencia mixta 1.jpg

Wer diesen Politikern noch glauben schenkt, sollte sich später nicht beschweren !

Quelle      :        INFOsperber CH.

Urs P. Gasche /   

Pharmakonzerne müssen sich selber an der Nase nehmen, wenn man ihnen unterschiebt, Arzneimittelstudien zurechtzubiegen.

Red. Gesundheitsbehörden erklären einhellig, dass aus Sicht der öffentlichen Gesundheit der Nutzen der Impfungen gegen Covid-19 ungleich grösser ist als mögliche Nebenwirkungen. Mit Anreizen laden sie die Bevölkerungen ein, sich mit einem der zugelassenen Impfstoffe impfen zu lassen.

Manche, die sich skeptisch äussern, fühlen sich allzu schnell in die Ecke religiöser Fundamentalisten oder Verschwörungsphantasierer gestellt. Doch die Skepsis beruht teilweise auch auf Erfahrungen mit der Pharmaindustrie. Mit voller Transparenz könnten die Pharmakonzerne viele entsprechende Zweifel und Ängste beseitigen.

Am 25. Januar informierte Infosperber darüber, dass Pfizer/Biontech die Rohdaten ihrer Zulassungsstudie für den Corona-Impfstoff Comirnaty vorläufig weder veröffentlicht noch unabhängigen Forschern zur Verfügung stellt. Ebensowenig haben dies andere Impfstoffhersteller wie Moderna getan. Wie wichtig der Zugang zu diesen Daten für die Vertrauensbildung wäre, zeigt ein neues Buch[i] von zwei Pharma-Gutachtern.

Es locken Milliardenumsätze

Schon die blosse Aussicht, dass Zulassungsbehörden in den USA und in Europa ein umsatzträchtiges Medikament bewilligen, lässt die Aktienkurse der betroffenen Pharmaunternehmen steigen. Steigende Kurse versprechen CEOs noch höhere Boni. Nachrichten unerwarteter Nebenwirkungen dagegen beeinflussen den Aktienkurs negativ. Meldungen über Nebenwirkungen und erwartete Zulassungen kann man deshalb meistens zuerst auf den Börsenseiten lesen.

Fast sämtliche Studien über Nutzen und mögliche Nebenwirkungen von Medikamenten und Impfstoffen führen die Hersteller selber durch und finanzieren sie auch. Ihr wirtschaftliches Interesse ist gross, die Studien so anzulegen, dass der Nutzen möglichst gross erscheint und gleichzeitig seltene, aber schwere Nebenwirkungen statistisch untergehen. Zwei Fälle von gravierenden Datenfälschungen und Tricksereien haben involvierte Gutachter nach Abschluss langjähriger Gerichtsverfahren jetzt in einem Buch[i]aufgearbeitet.

Das Hauptproblem: Trotz des evidenten Interessenkonfliktes stellen die Behörden für eine Zulassung nicht die Bedingung, dass die Pharmafirmen sämtliche Rohdaten der von ihnen durchgeführten Studien veröffentlichen müssen. Wie die Vergangenheit mehrfach gezeigt hat – am bekanntesten sind die Beispiele Vioxx und Tamiflu –, wäre Transparenz zugunsten der Öffentlichkeit und der Forscher enorm wichtig: Sie könnte wenigstens grobe Missbräuche verhindern. Ohne Transparenz dürften Behörden diese Studien eigentlich auch nicht als wissenschaftlich anerkennen, weil sie von anderen Forschern ohne Kenntnis der Detaildaten nicht überprüfbar sind. Die Behörden selber geben keine Studien in Auftrag. Das Gesetz, das wissenschaftliche Studien verlangt, also reproduzierbare, bleibt toter Buchstabe.

Drei Milliarden Dollar Geldstrafe wegen irreführender Information über Studie

Nach einem mehrjährigen Verfahren verurteilte des US-Justizministerium den Pharmakonzern GSK zu einer Geldstrafe in Höhe von drei Milliarden Dollar. Dazu kamen diverse Schadenersatzzahlungen. Grund: Der Pharmakonzern verbreitete falsche Informationen über seine Zulassungsstudie mit Namen «Study 329», und förderte den Verkauf des Antidepressivum Paroxetin an Jugendliche, obwohl dies in den USA verboten war.

Die «Study 329» wurde 2001 mit angeblich positiven Ergebnissen veröffentlicht. In der Folge kam Paroxetin dann in vielen Ländern zum verbreiteten Einsatz bei Jugendlichen (Im Handel unter den Namen Paroxetin, Paxil und Deroxat). Erst nach mehreren Jahren und millionenfacher Verschreibung kam ans Licht, dass Paroxetin praktisch keinen Nutzen hatte, jedoch Selbstmorde, Selbstmordversuche und verstärkte Depressionen zur Folge hatte.

Erst nach jahrelangen Auseinandersetzungen gab GSK die Rohdaten der «Study 329» heraus. Es war dann ein australisches Forscherteam mit dem Pädiatrie- und Psychologieprofessor Jon Jureidini, das im Jahr 2015 aufgrund einer Nachprüfung dieser Rohdaten im British Medical Journal BMJ aufdeckte, dass Paroxetin in Wirklichkeit nicht besser wirkte als ein Placebo, jedoch die erwähnten schweren Nebenwirkungen hatte. Infosperber berichtete am 4. Oktober 2015 darüber: «Depressive Jugendliche: Falsche Studienresultate».

Die Manipulationen mit der Studie

Zusammen mit dem emeritierten Professor Leemon McHenry von der California State University entlarvte jetzt Jureidini folgende Tricks des Pharmakonzerns GSK:

  1. GSK verglich Paroxetin mit einem vergleichbaren Arzneimittel, das den Testteilnehmenden jedoch in zu hoher Dosierung verabreicht wurde, was zu mehr Nebenwirkungen führte. So machte das neue Mittel Paroxetin im Vergleich eine gute Figur.
  2. Bereits die GSK-Studie ergab bei Paroxetin als schwerwiegende Nebenwirkung ein suizidales Verhalten. Dieses wurde aber nicht beim Namen genannt, sondern unter dem Begriff «emotionale Labilität» verniedlicht.
  3. Schwere Nebenwirkungen wurden einfach in unterschiedliche Nebenwirkungen aufgeteilt, so dass die einzelnen als «selten» eingestuft werden konnten oder gar nicht erwähnt wurden.
  4. Bei Beginn der Studie war als einer der zu prüfenden Endpunkte festgelegt, wie stark depressive Symptome bei der Paroxetin-Gruppe im Vergleich mit der Placebo-Gruppe zurückgehen. Weil die Studie keinen Unterschied fand, wurden am Ende der Studie einfach andere Endpunkte verglichen, die zufällig zugunsten von Paroxetin ausfielen.
  5. Einen weiteren Trick fanden die Forscher bei einer zweiten untersuchten Studie: Beim Vergleich der Testgruppen hätte eine Gruppe von Teilnehmenden aus wissenschaftlichen Gründen von der Auswertung ausgeschlossen werden müssen, was jedoch nicht geschah.

Die beiden Forscher und Buchautoren sind überzeugt, dass diese Manipulationen «nicht aussergewöhnlich» seien. Nur weil GSK entscheidende Dokumente vor Gericht herausrücken musste, die sonst geheim blieben, sei an die Öffentlichkeit gekommen, wie Pharmafirmen mit ihren Studien «regelmässig» umgehen. Das dies tatsächlich zutrifft, hat Professor Peter Gøtzsche in seinem Buch «Tödliche Medizin und organisierte Kriminalität» eindrücklich aufgezeigt. Gøtzsche war Direktor des «Nordic Cochrane Centers». Von Gegendarstellungen, Berichtigungen oder Klagen der betroffenen Pharmakonzerne gegen die schweren Anschuldigungen ist nie etwas bekannt geworden.

Jureidini und McHenry machen auf das Problem aufmerksam, dass die Pharmafirmen ein grosses ökonomisches Interesse daran haben, dass ihre Studien zu einem positiven Ergebnis kommen. Bereits bei der Testanlage und dem Versuchsaufbau könnten sie viele Möglichkeiten nutzen, um die Ergebnisse in ihrem Sinne zu beeinflussen.

Vor allem aber würden Hersteller exklusiv über die Daten verfügen, was ihnen bei der Auswertung viele statistische Tricks erlaube. Ohne Zugang zu den Rohdaten könnten unabhängige Forscher die Manipulationen nicht erkennen. Es dürfe nicht sein, dass «nur diejenigen Zugang zu den Primärdaten haben, welche an der Auswertung ein Eigeninteresse haben».

«Informationswäsche» statt Kontrolle bei den Fachzeitschriften

Auch die «renommierten» Fachzeitschriften könnten die Studien ohne Zugang zu den Originaldaten nur sehr unzureichend überprüfen. Sie hätten aber auch keinerlei Anreiz, näher hinzuschauen. Denn sie sind von der Pharmaindustrie finanziell gleich doppelt abhängig: Erstens schalten die Firmen einträgliche Werbung, und zweitens kaufen die Pharmafirmen Sonderdrucke der Artikel über ihre Medikamente – und das teils für sehr hohe Beträge.

GebtDiePatenteFrei protest Berlin 2021-01-23 38.jpg

Es sei bezeichnend, dass die Fachzeitschrift «Journal of the American Academy of Child and Adolescent Psychiatry» die «Study 329» bis heute nicht zurückgezogen habe, so dass diese weiterhin mit ihren manipulierten Ergebnissen zitiert werde. Die Buchautoren bezeichen Fachzeitschriften als «Informationswäscher» dubioser Studien.

Pharmakonzerne könnten zum Vertrauen beitragen

Volle Transparenz könnte einiges Misstrauen besonders bezüglich der im Schnelltempo entwickelten Impfstoffe beseitigen. Doch selbst wenn die Schweizer Zulassungsbehörde Swissmedic die Rohdaten der Impfstudien einfordern würde – was sie nach eigenen Angaben nicht machte – dürfte sie diese Daten unabhängigen Forschern nicht weitergeben. Denn das Parlament hat den Pharmafirmen im Heilmittelgesetz Art. 11 einen «Unterlagenschutz» von zehn Jahren eingeräumt. Die Swissmedic muss sich daran halten.

Das Parlament könnte diesen «Unterlagenschutz» aufheben und für eine Zulassung sogar vorschreiben, dass alle Rohdaten der Studien der Öffentlichkeit zugänglich sein müssen. Doch das ist Wunschdenken. Denn die Politikerinnen und Politiker, die oft so sehr auf die angebliche Souveränität der Schweiz pochen, können gegen die Macht der internationalen Pharmakonzerne nichts ausrichten. Diese haben international durchgesetzt, dass höchstens die Zulassungsstellen in die Rohdaten ihrer Studien Einsicht erhalten – mit dem Verbot, diese an Dritte weiterzugeben. Würde sich die Schweiz nicht daran halten, erhielte sie keinen Zugang mehr zu wichtigen Medikamenten und Impfstoffen. Bei den Impfstoffen und neuerdings auch bei etlichen teuren Medikamenten dürfen die Behörden die Öffentlichkeit nicht einmal mehr über die ausgehandelten Preise informieren. Eine Marktwirtschaft ohne transparente Preise? Egal!

Zum Vertrauen in die Impfstoffe (und Medikamente) könnten die Pharmakonzerne wesentlich beitragen, indem sie alle Rohdaten ihrer Studien von Anfang an offenlegen. Vom langjährigen Patentschutz könnten sie weiterhin profitieren.

FREIE NUTZUNGSRECHTE

© Das Weiterverbreiten sämtlicher auf dem gemeinnützigen Portal www.infosperber.ch enthaltenen Texte ist ohne Kostenfolge erlaubt, sofern die Texte integral ohne Kürzung und mit Quellenangaben (Autor und «Infosperber») verbreitet werden. Die SSUI kann das Abgelten eines Nutzungsrechts verlangen.

Bei einer Online-Nutzung ist die Quellenangabe mit einem Link auf infosperber.ch zu versehen. Für das Verbreiten von gekürzten Texten ist das schriftliche Einverständnis der AutorInnen erforderlich.

*********************************************************

Grafikquellen        :

Oben        —   First day of vaccination against Covid-19 in Spain. In the image, a woman receives her first dose in ‚Residencia Mixta‘ of Gijón (Asturias)

Abgelegt unter Gesundheitspolitik, International, Mensch, Positionen | 4 Kommentare »

DIE * WOCHE

Erstellt von DL-Redaktion am 3. Mai 2021

Wie geht es uns, Herr Küppersbusch?

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/1b/Die-Woche.png?uselang=de

Kolumne von Friedrich Küppersbusch

Impfneid, Klimaschutzgesetz, #SofaGate: Jung gewinnt – Eine weitere Woche voller Satire liegt hinter und auch vor uns. Aber wenigstens hat das Klima diesmal gewonnen.

taz: Herr Küppersbusch, was war schlecht vergangene Woche?

Friedrich Küppersbusch: Satiredebatte.

Und was wird besser in dieser?

Satire über Satiredebatten.

Die Covid-Infektionszahlen in Deutschland sinken langsam, am Dienstag wurden erstmalig über eine Million Menschen an einem Tag geimpft. Dürfen wir jetzt mal ein wenig hoffnungsvoll sein?

Ja, aber nur heimlich! Schon will Sachsen seinen Tourismus loslassen, Unternehmer die Belegschaft fit spritzen, Olaf Scholz einen Öffnungsplan basteln. Und eine dröhnende Kakophonie von tollen Ideen für den übernächsten Schritt ruiniert den nächsten. Das haben wir jetzt circa dreimal durch.

Im Juni soll die Priorisierung bei den Corona-Impfungen aufgehoben werden. Geht dann das Hauen und Stechen los? Und sollte man seiner Hausärztin lieber jetzt schon mal einen Strauß Blumen schicken?

Stechen ja, hauen nein. Die traditionelle Priorisierung bei HausärztInnen heißt „Der Nächste, bitte“, und so werden oft bereits Angehörige, Beifang und wer gerade einspringen kann, mitgeimpft. Wenn Impfstoff da ist. Gesetzt, alle besonders Gefährdeten sind versorgt, geht es nun um den Bonusbereich. Da rangelt Verwaltungsaufwand gegen Tempo: Will man die Richtigen impfen – oder mal so richtig impfen? Wenn die HausärztInnen nun auch noch die Frage klären sollen, ob diese Gesellschaft solidarisch oder egoistisch tickt, dauert ihr Studium 40 Jahre. Von Impfpriorisieren zu Improvisieren. Drei Buchstaben, schaffen wir.

Das Bundesverfassungsgericht hat geurteilt: Das deutsche Klimaschutzgesetz von 2019 greift zu kurz. Der Jubel über das Urteil ist groß – auch bei den Regierungsparteien, die ebenjenes Gesetz zu verantworten haben. Wie geht das zusammen?

Habe ich richtig verstanden, dass eine jüngere Generation das Recht hat, einer älteren ihren Egoismus wegzuklagen? Wie doof war ich dann eigentlich, nicht schon seit Jahrzehnten gegen die Rentenpolitik zu klagen? Zu spät. Die Minister Altmaier, Scholz und Heil battleten sich stracks nach dem Urteil bei Twitter, wer es schon-am-immersten gesagt habe. Nun wollen sie es gern noch schnell regeln, um den Grünen ein Wahlkampfthema wegzunehmen. Klingt nach funktionierender Demokratie.

Zwei Wochen nach dem ­#SofaGate beim EU-Türkei-Treffen, sagt Ursula von der Leyen nun, dass sie sich als Frau schlecht behandelt gefühlt habe. Doch warum ­äußert sie sich gerade jetzt?

Quelle     :       TAZ       >>>>>       weiterlesen

*********************************************************

Grafikquelle       :

Oben     —    Bearbeitung durch User:Denis_Apel – Lizenz “Creative Commons“ „Namensnennung – Weitergabeter gleichen Bedingungen“

Abgelegt unter Feuilleton, International, P.CDU / CSU, Positionen | Keine Kommentare »

DL – Tagesticker 03.05.2021

Erstellt von DL-Redaktion am 3. Mai 2021

Direkt eingeflogen mit unseren Hubschrappschrap

*********************************************************

 Verstand Merkel nicht die Russische Sprache besser als das AMI – Englisch? In einer unverständlichen Sprache ist es leichter bestimmte Meinungsklippen mit einen naiven Lächeln auszuweichen. Das war selbst unter Trump so und wird auch so bleiben, „Amerika First“ – so lautete schon immer die Nachkriegsparole seit Adenauers Zeiten. Verstand er es doch so, viele seiner ehemaligen Gesinnungsbrüder-Schwestern in den USA und Südamerika unterzubringen um sie so, vor der Israelischen und Deutschen Verfolgung abzusichern. 

Deutschland ist der Herausforderung durch Putins Russland nicht gewachsen.

1.) Ratlose Außenpolitik

Die deutsche Außenpolitik blickt ratlos auf ein nach innen autoritärer und nach außen aggressiver auftretendes Russland. Die Geschichte, die ein Schlaglicht auf das skrupellose Vorgehen russischer Geheimdienste mitten in Europa wirft, beginnt 2014 in einem tschechischen Wald. Offiziere von Moskaus Militärgeheimdienst GRU verüben einen Anschlag auf ein Munitionsdepot, zwei Menschen werden getötet. Ziel ist es offenbar, eine Waffenlieferung an die Ukraine zu verhindern. Sechs Monate später wird der bulgarische Waffenhändler, der für den Deal verantwortlich ist, in Sofia selbst Ziel eines Anschlags, durch Gift auf dem Türgriff seines Autos. Auch hier führt die Spur nach Moskau. Zwei der Männer, die den Anschlag in Tschechien verübt haben sollen, erlangen 2018 zweifelhafte Berühmtheit: Im britischen Salisbury versuchen sie den russischen Ex-Spion Skripal mit Nowitschok zu ermorden. Doch als Tschechien den ungeheuerlichen Vorgang publik machte, schien das in Deutschland kaum jemanden zu interessieren. Das politische Berlin war wieder einmal mit sich selbst beschäftigt, die Soap Opera um die K-Frage in der Union überlagerte alles andere. Erst vier Tage nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe versicherte die Kanzlerin dem tschechischen Regierungschef Solidarität. Leider blieb völlig offen, was das in der Praxis bedeutet. Andere europäische Staaten hatten sich den Tschechen angeschlossen und Mitarbeiter russischer Botschaften zu unerwünschten Personen erklärt. Deutsche Regierungsvertreter machten dagegen hinter den Kulissen deutlich, dass sie von solchen Ausweisungen wenig halten.

Tagesspiegel-online

*********************************************************

Hat sich nicht das ganze Land, einschließlich einer schweigenden Opposition, – nicht erst seit Merkel, von den politischen Betrügern wie Schröder oder Kohl verführen lassen ? Und nun soll es so weitergehen ? Tretet die Führer in den so „sprichwörtlichen Hintern“, denn nur so wird die Gesellschaft das weitere Führerdiktat verhindern.

Plötzlich reden sie dauernd über »Führung«

2.) Überraschende Grünenstrategie

Die Basis beteiligen? Mehr direkte Demokratie? Im Wahlkampf brechen die Grünen mit alten Idealen – und versprechen stattdessen: politische Führung. Treffen sie damit einen Nerv? Manchmal macht einen das, was man zu sehen erwartet hat, kurz blind für alles andere. Zum Beispiel in diesem Satz, den die grüne Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock in der ersten Rede nach ihrer Kür gesagt hat: »Eine grüne Kanzler*innenkandidatur steht für ein neues Verständnis von politischer Führung.« Dass die Grünen manches anders machen wollen und sowieso vieles neu, daran hat man sich gewöhnt, das fiel auf. Aber was, wenn es nicht nur um das »neue Verständnis« von Führung geht, sondern mindestens ebenso sehr um »Führung« an sich? In den Kommentaren zur Verkündung der Kandidatur fiel das Wort jedenfalls auffallend oft: Robert Habeck, der Co-Vorsitzende sagte: »Vor allem haben wir einen neuen Führungsstil etabliert.« Michael Kellner, der Bundesgeschäftsführer, sagte: »Wir setzen Maßstäbe, wie moderne Führung aussieht.« Katrin Göring-Eckardt, Co-Fraktionschefin im Bundestag, twitterte: »Annalena und Robert sind genau die Führung, die dieses Land jetzt braucht.« Anton Hofreiter, Co-Fraktionschef im Bundestag, sagte über die Parteivorsitzenden: »Sie verkörpern eine moderne Führung.«

Der Spiegel-online

*********************************************************

So lange nicht nach den Herkunft  des Virus  gründlichst Geforscht wird – hat es seine Existenzberechtigung! An die Story von der Fledermaus glaubt doch niemand! Sind nicht alle Seuchen  wie z.B. Pest und Cholera in grauer  Vergangenheit aus den Gossen der Städte in Form von Ratten übergelaufen? Die ähneln in ihrer Mitnahme-Tätigkeit vielen Politikern in frappierender Art und Weise.

Globale Ungleichheit in der Pandemie

3.) Die Coronakrise fängt erst an

Zu wenig Impfstoff und Behandlungsmöglichkeiten, kaum soziale Hilfen. Die armen Länder werden ärmer, während sich die reichen wirtschaftlich sanieren. Endlich ist ein Ende der Coronapandemie in Sicht. Was Israel, Großbritannien und die USA vormachen, dürfte bald auch den Rest Europas erfreuen: Immer mehr Menschen sind geimpft, Kontaktbeschränkungen fallen, sogar Sommerurlaube rücken in den Bereich des Möglichen, mit Impfpässen natürlich. Licht am Ende des Tunnels? Wer so denkt, leidet an Tunnelblick. Für große Teile der Welt ist die Coronakrise keineswegs vorbei. Sie fängt für viele gerade erst an. Mit neuen Mutanten, die die Pandemie am Leben halten. Mit einer zunehmenden Überlastung von Gesundheitssystemen, die schon sonst nicht ausreichen. Mit der schleichenden Wucht des ökonomischen und sozialen Zerfalls, der sich nach einem Jahr halbwegs überbrückbarem Ausnahmezustand jetzt erst als unerträglicher und unerbittlicher Dauerzustand etabliert.Die brennenden Coronaleichenberge Indiens und die zuhauf an Sauerstoffmangel erstickenden Kranken von Südamerika sind sichtbare Zeichen einer weitgehend unsichtbaren Krise, die mit jedem Todesfall noch mehr Familien und Gemeinschaften zerreißt und noch mehr Menschen in Armut stürzt. Schon der Beginn der Pandemie zeigte, wie mörderisch globale Ungleichheit ist: Manche Länder konnten ihre Bürger schnell und effektiv schützen, andere nicht. Das nahende Ende ist noch viel ungleicher:

TAZ-online

*********************************************************

Warum müssen Parteien immer nach den Fäden ihrer Marionetten suchen, wenn sie als Clan-Mitglieder nur einmal an der Fahne mit den hellbraunen Gesäßstreifen ziehen müssten ? Dazu braucht es nicht einmal  zu Knallen. Lehrer verteilten zu meiner Schulzeit gerne leichte Schläge auf die Hinterköpfe, mit den Worten das diese die Denkfähigkeiten erhöhen. Das hatten sie wohle im Krieg für ihr Drecksland gelernt ?

Hans-Georg Maaßen 02.jpg

 

„Ihr habt echt den Knall nicht gehört!“

4.) Laschet-Vertraute kritisiert Maaßen-Nominierung

Grüne, SPD und Linke kritisieren die Nominierung von Hans-Georg Maaßen als CDU-Bundestagskandidaten in Südthüringen. Die heftigste Reaktion kommt jedoch aus den eigenen Reihen – von der NRW-Integrationsstaatssekretärin Serap Güler. ie Nominierung von Hans-Georg Maaßen als CDU-Bundestagskandidaten in Südthüringen hat heftige Kritik der politischen Gegner ausgelöst. Die deutlichste Reaktion kam allerdings von der Christdemokratin Serap Güler, der Staatssekretärin für Integration in Nordrhein-Westfalen, die als Vertraute des Ministerpräsidenten, Unionskanzlerkandidaten und CDU-Parteichefs Armin Laschet gilt. Die 40-Jährige twitterte am Freitagabend in Richtung der 37 CDU-Mitglieder, die Maaßen gewählt hatten: „Ihr habt echt den Knall nicht gehört! Wie kann man so irre sein und die christdemokratischen Werte mal eben über Bord schmeißen? Wer so große Angst vor der AfD hat, hat so vieles längst aufgegeben. Ein bitterer Tag.“ Für diesen Tweet bekam sie bis Samstagnachmittag gut 2600 Likes. Auch CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak reagierte relativ reserviert: Er erwarte von jedem Kandidaten ein klares Bekenntnis zu Werten und Politik der CDU sowie eine scharfe Abgrenzung zur AfD. „Ich gehe nun davon aus, dass Herr Maaßen alles zu einem gemeinsamen Wahlerfolg der CDU beitragen wird“, sagte Ziemiak dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). „Hans-Georg Maaßen ist eine Randfigur im demokratischen Spektrum, mit dem die meisten Christdemokraten wenig gemein haben“, distanzierte sich CDU-Bundesvorstandsmitglied Karin Prien in den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Welt-online

*********************************************************

Vielleicht sieht so die Belohnung für Laschet aus und genau dieses hat für seine Wahl gesprochen? Fand er doch treffgenau die Unterbringung für seine Leute? Maaßen aus Aachen in Thüringen und der Rest seines rechten Flügels in der Jungend ?

In der neu gegründeten Roten Jugend Aachen sind mehrere ehemalige Nazis

5.) Roter Pelz, brauner Kern

Eine linke Gruppe wirft anderen vor, das »Volk« nicht wertzuschätzen, und hat ehemalige Nazis in ihren Reihen – ganz im Westen der Repu­blik hat sich eine neue Formation gegründet. In der nordrhein-westfälischen Universitätsstadt Aachen hat sich im März die Splittergruppe »Rote Jugend Aachen« (RJA) gegründet, die aus einer Handvoll Jugendlicher besteht. Inhaltlich und ästhetisch orientiert sie sich an der 2019 aufgelösten Berliner Gruppe »Jugend­widerstand«, einer selbsternannten mao­istischen Kiezmiliz, die Gewalt gegen Linke ausübte, vor allem gegen solche, die als israelsolidarisch zu erkennen wa­ren. Ihrer Selbstbeschreibung zufolge richtet sich die RJA »nach der wissenschaftlichen Weltanschauung des Marxismus-Leni­nismus-Maoismus« und sieht sich als »kommunistischer Gegenpol« zur »antideutschen Szene« Aachens. Einige der Mitglieder waren bislang eher als Neonazis bekannt, die Feindbilder sind die gleichen geblieben. Der »AK Antifa Aachen« warnt in einer Stellungnahme davor, »mit der Gruppe zu interagieren, ge­schweige denn zusammenzuarbeiten«. Eigenen Angaben zufolge sind in der RJA Aussteiger aus der Neonaziszene, Migranten und ehemalige Autonome aktiv. In Aachen agierte seit Anfang der nuller Jahre die Kameradschaft Aachener Land (KAL). Eines der Hauptangriffsziele der aus dem Umfeld der NPD hervorgegangenen Kameradschaft waren Linke und antifaschistisch Aktive sowie das am Hauptbahnhof in einem unterirdischen Bunker gelegene Autonome Zentrum (AZ); wiederholt kam es zu Provokationen und Übergriffen. Am 17. Juli 2010 wurde vor der Tür des AZ eine Paketbombenattrappe von Neonazis aus dem KAL-Umfeld abgelegt. Im Februar 2012 wurden über anonyme Mailserver Bombendrohungen an ­Linke, Antifaschisten und das AZ geschickt. Im August 2012 verbot der ­damalige Landesinnenminister Ralf Jäger (SPD) die KAL.

JungleWorld-online

*********************************************************

Den Morgengruß an gleicher Stelle – schreibt jeden Tag
„Der freche Bengel“

*********************************************************

Anregungen nehmen wir gerne entgegen

Wir erhalten in letzter Zeit viele Mails mit Texten zwecks Veröffentlichung – Um diese zu Verbreiten  sollten Sie sich aber erst einmal vorstellen und zeigen mit wem wir es zu tuen haben.  Danke !

Treu unserem Motto: Es gibt keine schlechte Presse, sondern nur unkritische Leser

*********************************************************

Grafikquellen          :

Oben     —   DL / privat – Wikimedia

*************************

Unten      —    Hans-Georg Maaßen, Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz.

Abgelegt unter Allgemein | Keine Kommentare »