DEMOKRATISCH – LINKS

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RENTENANGST

Archiv für März 4th, 2012

Linke Parteiwerbung Saar

Erstellt von DL-Redaktion am 4. März 2012

Oh, wie ist das Leben schön, wenn wir Oskar baumeln seh’n

File:2008-02-16-Oskar Lafontaine 0122.JPG

Es ist Wahlzeit im Saarland und wie immer in solchen Zeiten versuchen sich die Parteien von ihrer besten Seite zu zeigen. Neben programmatischen Versprechungen treten zu solchen Zeiten aber auch immer die Führungspersonen und verschiedene Mitglieder der Parteien in den Vordergrund welche dementsprechend mit mehr oder weniger großen Plakaten um die Aufmerksamkeit der BürgerInnen heischen. Man weist mit stolz auf Personen hin, welche die Partei repräsentieren.

Selbstverständlich spielt auch das Internet in der heutigen Zeit eine immer größere Rolle. Einen interessanten Beitrag liefern hier die bisherigen MDL Oskar Lafontaine und Wolfgang Schumacher aus dem Kreis Saarlouis welche selbstverständlich ihren Platz im Landtag des Saarlandes erfolgreich verteidigen möchten. Zur Verwirklichung ihres Vorhabens haben sie natürlich auch eine entsprechende Mannschaft um sich versammelt welche sie entsprechend unterstützen.

So dient die Website eines Kreisverbandes im Internet zu Wahlkampfzeiten natürlich auch dazu, die entsprechenden Kandidaten für einen Sitz im Landtag entsprechend vorzustellen. Sehen wir uns die Seite des KV Saarlouis aber einmal genauer an, finden wir dort leider kaum Informationen über die Kandidaten des KV des Oskar Lafontaine und Wolfgang Schumacher. Laut Impressum der Seite wird Dirk Biefeld als für die Seite zuständiger Bearbeiter ausgewiesen.

Dirk Biefeld ist aber auch anderweitig im Internet aufzufinden und macht natürlich dort mit seinen Namen auch auf seine Art auf seine politischen Aktivitäten aufmerksam. So scheint er in seiner Umgebung als Hundeliebhaber einen entsprechenden Ruf zu verteidigen, so wie er es auf der Internetseite seiner eigenen „Tierschutz Online“ jedermann bekundet.

Weitere interessante Eindrücke vermittelt uns dann auch die „Website Tierschutzbusiness“

[youtube R_asUKHOAL8]

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Flag of Germany.svg
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Auf einen Tee mit Assad ?

Erstellt von DL-Redaktion am 4. März 2012

Die ganze Welt blickt zur Zeit auf Syrien

Die ganze Welt blickt zur Zeit auf Syrien und sieht zu wie die Truppen des Assad-Regimes nach wochenlangen Panzerbeschuss mit Bodentruppen in Homs einrücken und ein Gemetzel unter den Aufständischen veranstalten, deren Ausrottung das oberste Ziel ist. Scheinbar hilflos schaut die ganze Welt diesem Gemetzel zu, was unter anderen auch daran liegt, da es derzeit nur unter Lebensgefahr möglich ist objektiv aus Syrien zu berichten.

Der im Exil lebende syrische Schriftsteller empört sich jetzt in einem aufsehenden Artikel über den „Prominenz Journalismus“ wie er von Leuten wie Peter Scholl-Latour und Jürgen Todenhöfer ausgeht. Wörtlich heißt es: „ Sie reisen nach Syrien, sind zum Tee trinken mit dem Diktator verabredet und schreiben nach der Rückkehr syrische Staatspropaganda. Er schreibt den folgenden Artikel als Protest welcher uns zum Nachdenken bringen soll. Er möchte aufklären damit der Bürger weiß, wie die deutsche Medienwelt funktioniert.

So lesen wir in diesem sehr ausführlichen Artikel unter anderen folgendes und wir zitieren:

„Ich frage mich aber auch: Wie erklärt man sich die Sympathie, die solche Prominenz-Journalisten ebenfalls unter Linken und manch kritischer Zeitung wie Der Freitag erhält?

Die Linkspartei-Abgeordneten Diether Dehm, Annette Groth, Heike Hänsel, Ulla Jelpke, Eva Bulling-Schröter und deren außenpolitische Sprecherin Sevim Dagdelen vertreten ähnliche Haltungen wie die Prominenz-Journalisten Todenhöfer und Scholl-Latour. Auf einmal stehen sich Extremlinke und reaktionäre alte Herren so nahe. Das erstaunt, aber es ist nicht neu.

Ich habe als Student in Heidelberg in den 1970er Jahren erlebt, wie Anhänger einer linksradikalen Studentengruppe gegen uns und unsere chilenischen Freunde, aber für Pinochet, Sadat und Assad auftraten. Damals war Todenhöfer CDU-Bundestagsabgeordneter und wie CSU-Chef Franz Josef Strauß ein bekennender Freund des chilenischen Diktators Pinochet. Heute lügt Todenhöfer, wenn er sich als einstigen Kritiker des Mörders Pinochet darstellt. Sein Pech ist, dass seine Freundschaft dokumentiert ist (so z. B. in Der Spiegel, 14. 4. 1975). Einige Linkspartei-Abgeordnete verschließen heute die Augen vor den über 7.000 ermordeten und 50.000 gefangenen Menschen seit dem Beginn des Protests. Sie wollen Assad bis zum letzten Syrer verteidigen.

Ich frage mich, ob die Haltung dieser Linksparteiabgeordneten etwas mit der Russlands zu tun hat, so dass sie parallel und nur scheinbar identisch mit dem launischen, oberflächlichen Prominenz-Journalismus erscheint, in Wirklichkeit aber Teil einer globalen Politik ist.

Es ist nicht einfach scheinbar und zugleich nicht ganz identisch. Es ist eine merkwürdige Konstellation der Freunde des Assad-Regimes. Todenhöfer findet die Russen auf einmal sehr klug und die Linkspartei vertritt in Teilen, wie die DKP und SED früher, die Meinung der Russen. Die russischen Machthaber aber sind keine Vermittler, sondern stehen eindeutig auf der Seite des Diktators. Sie liefern ihm Waffen, Militär- und Geheimdienst-Experten zur Bekämpfung des syrischen Volkes. Russland ist Partei in dem Konflikt, es folgt seinen historisch gewachsenen geopolitischen Interessen. Die Russen haben seit der Zarenzeit von Warmwasserhäfen geträumt. Ihre Politik stand nicht selten unter diesem Drang. Persien, Indien, der frühere Südjemen, Syrien, Ägypten, Libanon oder die Türkei wurden gezielt angegangen. Die imperiale russische Politik scheiterte aber auf der ganzen Linie. Heute haben sie nur noch in Syrien offene Häfen am Mittelmeer und ihren letzten Stützpunkt. Die arabischen Diktatoren haben in den 1960 und 1970er Jahren Milliarden-Waffengeschäfte mit der früheren Sowjetunion getätigt.

Dafür verrieten die Sowjets auch die arabischen Kommunisten an die jeweiligen Machthaber. Es war makaber, russische Kommunisten in Eintracht und inniger Freundschaft (inklusive Küsschen) mit ägyptischen, syrischen, irakischen oder algerischen Diktatoren zu sehen, während arabische Kommunisten in den Kellern der jeweiligen Geheimdienste und in Folterlagern in der Wüste starben. Ostdeutsche Spezialisten sowie KGB-Experten bauten den syrischen Geheimdienst mit auf. Und die arabischen Stalinisten kramten nach Zitaten von Lenin oder Stalin, die diesen Verrat unter „Unabhängigkeit der kommunistischen Bewegung und der sozialistischen Länder in ihrem politischen Handeln“ rechtfertigen sollten. Für die Kommunisten in den arabischen Ländern war das der größte Schock ihrer Geschichte. Die Rechtfertigung aber wirkte so vertikal in die Seelen der Stalinisten, dass heute zwei winzige K-Parteien (mit jeweils ein paar hundert Anhängern) Assad in Syrien unterstützen. Putin, der heutige russische Machthaber und ehemalige KGB-Offizier, handelt in diesem Sinne in der Tradition seiner Vorfahren.„

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

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Grafikquellen    :

Oben     —    English: Said to be „A demonstration in the city of Banyas,“ Syria at the „Friday of rage“ in 29 ِApril 2011.

Source [1]
Author Syria-Frames-Of-Freedom (Pro-FSA information)

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kleines Foto:   CC BY 3.0

Rafik_Schami_Buchmesse.jpg:

FelixRo derivative work: Sir James (talk) – 

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Sturm über Hebron

Erstellt von Gast-Autor am 4. März 2012

Sturm über Hebron

Autor Uri Avnery

ANSCHEINEND GIBT es keine Grenzen für das Unheil, das die Stadt Hebron verursacht.

Dieses Mal ist der Grund so unschuldig, wie er nur sein kann: die organisierten Besuche von Schulkindern zur Machpela-Höhle, in der unsere Vorfahren angeblich beerdigt wurden.

Von Rechts wegen sollte Hebron ein Symbol für Brüderlichkeit und Versöhnung sein. Die Stadt ist verbunden mit der legendären Person von Abraham, dem Vorfahren von Hebräern und Arabern. Tatsächlich bedeutet der Name selbst „Freundschaft“: der hebräische Name Hebron hat dieselbe Wortwurzel wie „haver“ – Freund, Kamerad, während der arabische Name der Stadt – al-Khalil – „Freund“ bedeutet. Beide Namen sprechen davon, Abraham sei der Freund Gottes.

Abrahams Erstgeborener, Ishmael, war der Sohn der Nebenfrau Hagar, die, als der legitime Sohn Isaak von Sarah geboren wurde, in die Wüste hinaus getrieben wurde, um dort zu sterben. Ishmael, der Patriarch der Araber, und Isaak der Patriarch der Juden, waren Feinde, aber als ihr Vater starb, kamen sie zusammen und begruben ihn: „Als Abraham seinen Geist aufgab und in einem guten Alter (175) starb , als er alt und lebenssatt war, wurde er zu seinen Vätern versammelt. Und seine beiden Söhne, Isaak und Ishmael begruben ihn in der Höhle von Machpela…“ (Genesis 25)

IN LETZTER ZEIT hat Hebron einen ganz anderen Ruf erlangt.

Seit Jahrhunderten lebte eine kleine jüdische Gemeinde dort im Frieden und guter Nachbarschaft mit den muslimischen Bewohnern. Aber 1929 geschah etwas Schreckliches. Eine Gruppe jüdischer Fanatiker inszenierte in Jerusalem einen Vorfall, als sie versuchten, den empfindlichen Status an der Klagemauer zu verändern. Religiöse Aufstände brachen im ganzen Land aus. In Hebron ermordeten Muslime 59 Juden, Männer Frauen und Kinder, ein Ereignis, das eine unauslöschliche Spur im jüdischen Gedächtnis hinterließ (weniger bekannt ist die Tatsache, dass 263 Juden von ihren arabischen Nachbarn gerettet wurden).

Kurz nach der Besetzung der Westbank im Sechs-Tage-Krieg drang eine Gruppe fanatisch-messianischer Juden mit einer List in Hebron ein und gründete dort die erste jüdische Siedlung. Diese wurde zu einem wahrhaftigen Nest von Extremisten, einschließlich einiger eingefleischter Faschisten. Einer von ihnen war der Massenmörder Baruch Goldstein, der 29 betende Muslime in der Machpelahöhle mordete – die in Wirklichkeit gar keine Höhle ist, sondern ein festungsartiges Gebäude, vielleicht von König Herodes gebaut.

Seitdem gibt es endlose Scherereien zwischen den etwa 500 jüdischen Siedlern in der Stadt, die sich des Schutzes der Armee erfreuen, und den 165 000 arabischen Einwohnern, die völlig von ihrer Gnade abhängig sind und keine Menschenrechte noch zivilen Rechte genießen.

WENN DIE Schulkinder dorthin geschickt worden wären, um beide Seiten anzuhören und so von der Kompliziertheit des Konfliktes erfahren hätten, dann wäre dies gut gewesen. Aber das ist nicht die Absicht des Bildungsministers Gideon Sa’ar.

Persönlich ist Sa’ar (sein Name bedeutet „Sturm“) eine nette Person. Tatsächlich begann er seine Karriere in meinem Magazin Haolam Hazeh. Doch ist er ein fanatischer Rechter, der glaubt, sein Job sei es, die israelischen Kinder vom miesen kosmopolitischen Liberalismus zu reinigen, in dem ihre Lehrer angeblich stecken würden, und sie in uniforme loyale Patrioten zu wandeln, die bereit sind, fürs Vaterland zu sterben. Er sendet Armeeoffiziere zum Predigen in die Klassen, verlangt von den Lehrern, dass sie den Kindern „jüdische Werte“ beibringen (d.h. nationalistische Religiosität), selbst in säkularen Schulen, und jetzt möchte er sie nach Hebron und anderen „jüdischen Plätzen“ schicken, damit ihre jüdischen Wurzeln kräftiger werden.

Die dorthin gesandten Kinder sehen die „jüdische“ Machpela-Höhle ( die 13 Jahrhunderte eine muslimische Moschee war), die Siedler, die Straßen, in denen sich keine Araber mehr bewegen dürfen, und lauschen der Indoktrinierung patriotischer Führer. Kein Kontakt mit Arabern, keine andere Seite, überhaupt keine anderen.

Als eine rebellische Schule Mitglieder der friedensorientierten Ex-Soldatengruppe „Das Schweigen brechen“ einlud, um sie zu begleiten und ihnen die andere Seite zu zeigen, kam die Polizei und hinderte sie daran, die Stadt zu besuchen. Jetzt haben etwa 200 Lehrer und Schulleiter einen offiziellen Protest gegen das ganze Projekt unterschrieben und verlangten, es zu streichen.

Sa’ar ist empört. Mit glühenden Augen hinter den Brillengläsern denunziert er die Lehrer. Wie konnte man solchen Verrätern erlauben, unsere kostbaren Kinder zu lehren?

ALL DIES erinnert mich an meine Frau Rachel. Ich mag diese Geschichte schon einmal erzählt haben, dann bitte ich um Nachsicht. Ich kann gerade nicht anders, als sie nochmals zu erzählen.

Rachel war viele Jahre lang Lehrerin in der ersten und zweiten Klasse. Sie war davon überzeugt, dass danach weiter nichts getan werden könne, um den Charakter eines Menschen zu formen.

Wie ich liebte auch Rachel die Bibel – nicht als religiösen Text oder als Geschichtsbuch (was sie ganz entschieden nicht ist), sondern als großartige Literatur – unübertroffen in seiner Schönheit.

Die Bibel erzählt, wie der mythische Abraham die Machpela-Höhle kaufte, um seine Frau Sarah dort zu beerdigen. Es ist eine wunderbare Geschichte, und wie Rachel es immer tat, ließ sie die Kinder die Geschichte in der Klasse spielen. Dies machte die Geschichte nicht nur lebendig, sondern erlaubte ihr auch, schüchterne Jungen und Mädchen, denen das Selbstvertrauen fehlte, zu ermutigen. Wenn sie in einem der improvisierten Spiele für eine bedeutende Rolle auserwählt wurden, gewannen sie Selbstrespekt und blühten auf einmal auf. Einige hatten ihr ganzes Leben verändert (wie sie mir viele Jahre später anvertrauten).

Die Bibel (Genesis 23) sagt, Abraham habe die Leute von Hebron um ein Stück Land gebeten, damit er seine Frau, die im reifen Alter von 127 Jahren starb, begraben könne. Alle Hebroniten boten ihre Felder umsonst an. Aber Abraham wollte das Feld von Ephron, dem Sohn Zohars, für so viel Geld abkaufen, wie es wert wäre.

Ephron jedoch weigerte sich, Geld anzunehmen, und bestand darauf, dem verehrten Gast das Feld als Geschenk zu vermachen. Nach dem Austausch von Freundlichkeiten kam Ephron schließlich zu dem Punkt: „Mein Herr, höret mich doch an, das Land ist vierhundert Lot Silber wert, was ist das aber zwischen mir und dir?“

Die Szene wurde aufgeführt mit einem 7Jährigen Jungen der einen langen Bart trug, der Abraham spielte. Ein anderer spielte Ephron, während der Rest der Klasse die Leute von Hebron als Zeugen der Übergabe spielten, wie Abraham gebeten hatte.

Rachel erklärte den Kindern, dass dies eine alte Art sei, Geschäfte zu machen, um nicht direkt auf die unfeine Art des Geldes zu kommen. Sondern man wechselte zunächst höfliche Worte und Proteste, und dann kam man nach und nach zu einem Kompromiss. Sie fügte noch hinzu, dass diese zivilisierte Art heute noch in der arabischen Welt besteht, besonders unter den Beduinen, sogar in Israel. Für die Kinder, die wahrscheinlich noch nie ein gutes Wort über Araber gehört hatten, war dies eine Offenbarung.

Später fragte Rachel die Kollegin der Parallelklasse, wie sie dieselbe Geschichte erzählt habe. „Was meinst du damit?“, erwiderte die Frau, „ich habe ihnen die Wahrheit gesagt, dass Araber immer lügen und täuschen. Wenn Ephron 400 Schekel haben will, warum sagt er es nicht gleich? Statt vorzugeben, er wolle es ihm schenken?“

WENN LEHRER wie Rachel ihre Kinder nach Hebron nehmen und ihnen alles zeigen könnten, den arabischen Gewürzmarkt und die Glasbläsereien, die seit Jahrhunderten das einzigartige blaue Hebronglas herstellen, so wäre das wunderbar. Wenn die Kinder mit Arabern und Juden, einschließlich den Fanatikern auf beiden Seiten, sprechen könnten, dann wäre das von hohem Bildungswert. Die Gräber der Patriarchen zu besuchen (von denen die meisten Archäologen glauben, dass es tatsächlich die Gräber von muslimischen Scheichs sind) die für Muslime und Juden heilig sind, könnte eine Botschaft übermitteln. Den Israelis ist gar nicht bewusst, dass Abraham als Prophet auch im Koran erwähnt wird.

Vor der Eroberung Jerusalems, um diese zu seiner Hauptstadt zu machen, hatte der mythische König David (auch als Prophet im Islam verehrt) seine Hauptstadt in Hebron. In der Tat erfreut die Stadt, die 930 m über dem Meer liegt, mit ihrer wunderbaren Luft und angenehmen Temperaturen im Sommer wie im Winter.

Diese ganze Episode bringt mich zurück zu einem alten Hobby von mir: die Notwendigkeit für alle israelischen Schulkinder, die jüdischen wie arabischen, die ganze Geschichte des Landes zu lernen.

Das scheint selbstverständlich, ist es aber nicht. Weit davon entfernt. Die arabischen Kinder in Israel lernen die arabische Geschichte, die mit Anfang des Islam im weit entfernten Mekka beginnt. Die jüdischen Kinder lernen jüdische Geschichte, die fast 2000 Jahre keine bedeutende Rolle im Lande spielte. Große Teile der Landesgeschichte sind der einen Seite oder gar beiden Seiten unbekannt. Die jüdischen Schüler wissen nichts über die Mamelucken und fast nichts über die Kreuzfahrer (außer dass sie die Juden in Deutschland auf dem Weg hierher mordeten). Die arabischen Schüler wissen sehr wenig über die Kanaaniter und die Makkabäer.

Die Geschichte des Landes im Ganzen zu lernen, einschließlich seiner jüdischen und muslimischen Phasen, würde eine vereinheitlichte allgemeine Ansicht schaffen, die die beiden Völker viel näher zu einander bringen und den Frieden und die Versöhnung leichter machten. Aber diese Aussicht ist heute so weit entfernt wie vor 40 Jahren, als ich dies das erste Mal in der Knesset vorbrachte. Seitdem gab mir der damalige Bildungsminister Zalman Aran von der Laborpartei den Spitznamen „der Mameluke“.

In einer anderen Atmosphäre würde Hebron anders angesehen werden: eine faszinierende Stadt, die beiden Völkern heilig wäre; die zweite heilige Stadt für das Judentum (nach Jerusalem) und eine der vier heiligen Städte für den Islam (mit Mekka, Medina und Jerusalem). Mit gegenseitiger Toleranz und ohne die Fanatiker auf beiden Seiten was wäre es für ein wunderbarer Ort, den die Schulkinder besuchen könnten!

(Aus dem Englischen: Ellen Rohlfs, vom Verfasser autorisiert)

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