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Wohin geht die Linke?

Erstellt von DL-Redaktion am Montag 28. März 2011

Wohin geht die Linke?

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/04/Bundesarchiv_B_145_Bild-F079284-0015%2C_M%C3%BCnster%2C_SPD-Parteitag%2C_Lafontaine.jpg

Auch gestern, dem großen Wahltag im Südwesten von Deutschland  war festzustellen, dass es ruhig geworden ist um Die LINKE. Mit den erreichten, satten 3% kann man sich auch beruhigt zurücklehnen, hat man doch wieder einmal Wahlen gewonnen und den großen Parteien gezeigt wie sehr die Bevölkerung die gute Arbeit der Partei honoriert und bewertet. Stehen doch selbst die Hartz IV Empfänger sowie die Randgruppen der Gesellschaft wie eine Eins hinter ihren Förderern.

Wie kommentiert der große Weise Rolf Linsler aus dem Saarland den Ausgang der  gestrigen Wahlen im Saarländischen Rundfunk: „Weder in Rheinland-Pfalz noch in Baden-Württemberg haben die Linken den Einzug in den Landtag geschafft. Rolf Linsler, Landesvorsitzender der Linken im Saarland, bedauert, dass die Fünf-Prozent-Hürde – und somit das Wahlziel – nicht erreicht wurde.
Trotzdem lobte Linsler den Wahlkampf seiner Parteikollegen in Rheinland-Pfalz. Zukünftig müsse man sich aber besser positionieren und einen größeren Bekanntheitsgrad schaffen. Am parteipolitischen Programm liege der Misserfolg der Linken laut Linsler nicht. „Wir haben uns klar und deutlich gegen Atompolitik ausgesprochen, aber wir haben davon nicht profitiert. Das ist eigentlich schade, so Linsler.(kbl)“

Hier im O-Ton: Das Interview

Eine Aussage welche so schon für ein gewisses Maß an Naivität spricht: Eine klare Positionierung hätte  der Wähler sicher verstanden. Die Aussage erinnert sehr stark an die Worte eines ehemaligen Dummschwätzers der SPD welcher einst folgende Weisheit verbreitete: „Das was wir machen ist gut, die Wähler haben es nur noch nicht verstanden“. Linsler scheint schon den richtigen Lehrmeister gehabt zu haben.

Wahlergebnisse sind immer ein Blick zurück auf die geleistete Arbeit der Vergangenheit, sind eine Bewertung von gefühlter Volkswahrnehmung. So hat es die Linke Partei des Westens nicht geschafft auch nur ein Thema in den Augen der Öffentlichkeit für sich zu besetzen. Im Gegenteil, Zwist und Streitereien innerhalb der eigenen Reihen waren die einzigen Themen bei den Linken.

So auch in NRW wo wir nur an die seit dem Jahre 2007 andauernden Unruhen in Düsseldorf aufmerksam machen möchten.  Schon am 13. 10. 2007 brachte die Linkezeitung folgenden Artikel: „Die LINKE Kreisverband Düsseldorf: Machtkämpfe vertreiben die Mitgliedschaft“

Die Probleme reichen hin bis zum heutigen Tag, brachte doch noch am 20. 03. 2011 die WZ-newsline unter der Titelzeile: „Düsseldorfer Rat will Laubenburg ausschließen“ den damaligen Protagonisten wieder in die Schlagzeile.

In der letzten Woche wurde auch über Unruhen in Essen berichtet. Unter dem Titel „Linke nehmen Schlagabtausch wörtlich“ wusste die WAZ sehr pikante Details aus dem Essener Rat zu vermelden.

Es rächt sich jetzt, das es im Westen versäumt wurde entsprechende Parteistrukturen aufzubauen. Dem Erreichen von Mandaten und Pöstchen wurden alle Türen und Tore geöffnet und der absolute Vorzug eingeräumt. Da sowohl Mandate als auch Posten mehr vergeben als gewählt wurden, fehlt heute überwiegend die Bindung der „Erwählten“ zu ihrer Basis. Das berühmte Feedback bleibt aus. Die da „Oben“ haben es sich in ihren Schaukelstühlen bequem gemacht und die „Unten“ wollen, können oder dürfen für die Auserwählten nicht arbeiten.

Da passt es, dass nun der „Geschäftsführer“ in NRW das Handtuch wirft oder werfen muss! Als Erster von Vielen? Er verlässt ein sinkendes Schiff und überlässt die Nachlassverwaltung anderen? Wie eine Keule schweben eventuelle Neuwahlen in NRW über den Häuptern der Linken Mandatsträger im Landtag da zu erwarten ist, dass sich neue Wahlergebnisse den erreichten Zahlen von gestern anpassen werden. Das hieße dann für einige das zurück von der reichlich gedeckten Tafel wieder hin zu den Tafeln.

Quo vadis Die Linke?

IE

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Grafikquelle  : For documentary purposes the German Federal Archive often retained the original image captions, which may be erroneous, biased, obsolete or politically extreme. 30.8.-2.9.1988 SPD-Parteitag in Münster, Halle Münsterland

6 Kommentare zu “Wohin geht die Linke?”

  1. linsenesser sagt:

    [Zitat] Am parteipolitischen Programm läge der Misserfolg der Linken laut Linsler nicht. “Wir haben uns klar und deutlich gegen Atompolitik ausgesprochen, aber wir haben davon nicht profitiert. Das ist eigentlich schade, so Linsler.

    Man kann wirklich brüllen vor Lachen. Wie impertinent dreist einfältig scheint Linsler, wenn er nicht einmal andeutungsweise in Betracht zieht, dass es an ihm liegen könnte.

  2. ichbins sagt:

    ich hab grad zuerst Linsleresser gelesen, aber der wär echt total unverdaulich und eine Darmverschlingung sollte man nicht riskieren… Schwere Kost 😉

  3. Gabriel van Helsing sagt:

    Es gibt ein Sprichwort:

    „Pack schlägt sich, Pack verträgt sich.“

    Dieses trifft auf die Genossen aus dem Westen besonders zu!

    „Dreck am Stecken“ haben alle oben genannten. Man muss nur ein paar Jährchen zurück denken.

    Egal ob es den von sich sehr eingenommenen Laubenburg aus Düsseldorf betrifft.
    Kommt er doch als geschasster Fraktionsgeschäftsführer aus Duisburg.
    Hat wohl auch etwas mit dem letztjährigen OB-Kandidaten zu tun gehabt, der die Existenz Israels bei Wahlveranstaltungen anzweifelte.

    Oder das Doppelpack Freye mit dem Spezi von bis jetzt 4 (vier) Parteimitgliedschaften. Genosse Wolfgang war mal Landesschatzmeister und hielt wohlwollend die Hand über seine Kreisschatzmeister.
    Bis zur zwangweisender Abwahl von einigen Strategen, die nicht unterscheiden konnten zwischen dein und mein.

    Das dazu die ganzen Jahre der Landesverband NRW geschwiegen hat ist klar,
    aber in Berlin hätte ich nicht so viele Flachpfeifen vermutet.

    Man denkt bis zuletzt an das Gute im Menschen.

  4. Ex-Saarländer sagt:

    Linsler will nach dem Desaster Panik an der Saar vermeiden.

    Die OB-Wahlen in VK haben schon sehr verdeutlicht, dass auch der Stern der LINKEN an der Saar am Sinken ist.

    In der Hochburg der Linken, Völklingen, nur knapp 9% für einen
    engagierten Wahlkampf mit Zugpferd Oskar.

    Gewerkschaftler an der Spitze einer Partei sind der Untergang.

  5. SchmidtchenSchleicher sagt:

    Bei diesen katastrophalen Ergebnissen hätte es auch ein Glas Wasser getan. Aber nein, die Bundesvorsitzende zeigte sich mit einem Glas Sekt/Cremant/Champagner.
    „Wasser predigen und Wein saufen“ !!!

  6. SchmidtchenSchleicher sagt:

    Sekt wurde ausgeschenkt, es sollte ein bisschen feierlich zugehen bei der Linken in Berlin, dazu ein paar freundliche Worte – der Dank für den Einsatz der Wahlkämpfer in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. Auch die Parteichefs Gesine Lötzsch und Klaus Ernst nahmen ein Glas. Aber die Mienen der beiden am Montag: verkniffen bis bemüht freundlich.

    weiterlesen:
    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,753671,00.html

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