DEMOKRATISCH – LINKS

                      KRITISCHE INTERNET-ZEITUNG

RENTENANGST

Wer rettet die LINKE?

Erstellt von DL-Redaktion am Montag 10. Januar 2011

„Ernst hat Fehler gemacht“

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Das wurde auch einmal Zeit.  Endlich redet Dietmar Bartsch Klartext. Der ehemalige Geschäftsführer der Linkspartei gibt heute in einem ausführlichen Interview Antworten über die Partei.

Wir erinnern uns!  Dietmar Bartsch war Anfang Januar des letzten Jahres beschuldigt worden durch Indiskretionen für sehr viel Unruhe in der Partei gesorgt zu haben. Zwei West – Landesverbände votierten damals gegen eine erneute Wiederwahl von Bartsch und stärkten damit Osakar Lafontaine den Rücken.

Der in der ehemaligen DDR mit einem „Bembel am Bande“ hoch dekorierte Stasi Agent aus der Vulkaneifel lief seinerzeit in RLP mit einer Unterschriftenliste pro Oskar im Internet schwanger. Die Hauptvorwürfe wurden von Gregor Gysi geäußert, einer Person, welcher Bartsch immer eine sichere Stütze gewesen war. Der so Beschuldigte nannte die gegen ihn erhobenen Vorwürfe eine Unverschämtheit und Unwahrheit.

Hier das Interview:

„Ernst hat Fehler gemacht“

INTERVIEW STEFAN REINECKE

taz: Herr Bartsch, sind Sie nachtragend?

Dietmar Bartsch: Nein, aber auch nicht vergesslich.

Vor genau einem Jahr hat Gregor Gysi Sie öffentlich bezichtigt, sich illoyal gegenüber Oskar Lafontaine verhalten zu haben. Danach haben Sie als Bundesgeschäftsführer nicht mehr kandidiert. Das ist nicht vergessen?

Nein, so einen Tag vergisst man nicht. Nicht nur weil es um mich ging, sondern auch weil an diesem Tag ein Stück politischer Kultur in unserer Partei kaputtgegangen ist.

Was bedeutet kulturell zerstört?

Es war ein einmaliger Vorgang, dass der Fraktionsvorsitzende dem Bundesgeschäftsführer Illoyalität vorgeworfen hat. Ich war als direkt gewählter Bundesgeschäftsführer und zuvor als Bundesschatzmeister immer loyal zu den Zielen, Grundsätzen, Beschlüssen und Aufgaben der Partei. Dahin hatten wir uns in der PDS von der personengebundenen Loyalität gegenüber einem oder einer Vorsitzenden emanzipiert. Das machte es möglich, Meinungsverschiedenheiten in innerparteilicher Solidarität auszutragen.

Sie waren überrascht, als Gysi Sie abgekanzelt hat?

Ich habe mit Gregor Gysi schwierigste Zeiten und Aufgaben erfolgreich gemeistert. Er hat unendlich viel für den Erfolg der PDS und der Partei Die Linke geleistet. Ich hatte bis zu diesem Tag nicht für möglich gehalten, dass so etwas passieren kann.

Also war der 11. Januar 2010 der Beginn der Führungskrise der Linkspartei, die bis heute andauert?

Wir haben bis 2009 zu Recht die Parteibildung und die Wahlkämpfe in den Mittelpunkt gestellt und politische Kontroversen nicht öffentlich ausgetragen. Der Januar war Ausdruck politischer Konflikte. Danach ist ein neunköpfiges Personaltableau mit Klaus Ernst und Gesine Lötzsch an der Spitze ausgehandelt worden, das für Befriedung und Ausgleich sorgen sollte. Ich habe das nächtliche Auswahlverfahren nicht kritisiert, weil es nötig war, Handlungsfähigkeit zu zeigen.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

IE

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Grafikquelle  :       Der stellvertretende Vorsitzende der Bundestagsfraktion DIE LINKE, Dietmar Bartsch, bei einem Pressestatement zur Plenumsdebatte am Freitag.

 

Ein Kommentar zu “Wer rettet die LINKE?”

  1. Bundesdemokrat sagt:

    Gregor Gysi har klargestellt: Die Linke ist eine Partei des demokratischen Sozialismus. Und zu Ernst und Lötsch gebe es keine Alternative. Diese Aussage allerdings trägt entweder Dilemma oder Sichtverfälschung in sich. Die Geschichte kennt kein Vakuum. Jeder ist zu ersetzen, denn wir sind endlich. Eine Partei ohne Alternativen ist eine Partei ohne Perspektive. Dazu kommt, wenn man Gysi folgt das den Mitgliedern und Wählern etwas diktiert wird und sie hätten zu folgen. Das hat mit Demokratie, mit der immer wieder heraus gestellten Basisdemokratie schon garnichts zu tun.
    Und damit befindet sich die Linke genau dort wo sie angeblich nicht sein will, nämlich im Bürgertum. Siehe CDU, FDP usw.
    Willkommen in der wahren Welt.

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