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Was Atomkraft kostet !

Erstellt von DL-Redaktion am Samstag 6. November 2010

Was uns die Atomkraft kostet

Kernkraftwerk Grohnde an der Weser: links die beiden Kühltürme, rechts das Reaktorgebäude und der Abluftkamin

Die taz dokumentiert in der heutigen Ausgabe auf zwei Sonderseiten die Kosten, die der Gesellschaft durch den Betrieb der Atomkraftwerke in Deutschland entstehen. Dazu zählen verdeckte Subventionen und Steuervergünstigungen in dreistelliger Milliardenhöhe. Zugleich trägt die Allgemeinheit die Risiken der Kernenergie, sonst wäre sie unbezahlbar. Die Profiteure der Laufzeitverlängerung streichen den Gewinn ein – und sie bestimmen die Stromkosten der Bürger. (mit dapd, afp, dpa)

VON LALON SANDER

Ein Super-Gau würden den Bankrott Deutschlands bedeuten. Müssten die Atomkonzerne dafür haften, wäre die Atomkraft so teuer, dass sie sich von selbst abschaffen würde.

5,5 Billionen Euro. 5.500 Milliarden Euro. Es ist eine Zahl die fast unvorstellbar ist. Und doch gibt es sie: Sie ist der geschätzte wirtschaftliche Schaden den eine Kernschmelze in Deutschland  anrichten würde. Zum Vergleich: Der gesamte Haushalt der Bundesregierung liegt bei gut 350 Milliarden Euro; das deutsche Bruttoinlandsprodukt bei etwa 2.500 Milliarden Euro. Das Land wäre bankrott. Die Opfer eines solchen Unglücks lassen sich zudem kaum in Zahlen bemessen.

Man könnte solche Rechnungen als Propaganda-Material der Atomkraftgegner abtun, die mit fragwürdigen Methoden auf eine völlig astronomische Zahl kamen. Aber sie ist die Berechnung einer schwarz-gelben Regierung: Im Auftrag des FDP-geführten Wirtschaftsministeriums schätzte die Prognos AG bereits 1992 die möglichen Kosten einer Kernschmelze in Deutschland auf über 10 Billionen Deutsche Mark.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

Panorama berichtet: Atomklo Norddeutschland: Warum der Süden verschont bleibt

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Grafikquelle : Axel HindemithEigenes Werk

5 Kommentare zu “Was Atomkraft kostet !”

  1. Gabi Köhler sagt:

    Tjaja, was soll man dazu noch sagen?
    Ich weiß nur eines, dass es so nicht weiter gehen kann, aber die schwarz-gelbe Zebraregierung interessiert das ja keinen Deut, was ihre Bürger wollen, die könnnen Demos machen, die Können sich die Finger im I-net wundschreiben und was nicht noch alles. Klar gibt es dazwischen auch Ausnahmen, aber eher die Seltenheit, ist nun mal so. Was die Regierung dann noch die Polizeieinsätze wegen der Demos kosten, naja, darüber sprechen wir dann mal lieber erst gar nicht, was solls auch, alleine die Absperrung des Dannenberger Bahnhofs? Hat da mal einer nach den Kosten gefragt? Also ich kenne keine Zahlen, auch der Einsatz der Polizei, wir sprechen hier mal eben von 17.000 Polizisten, kann mir mal einer dazu genaue Zahlen nennen? Wäre doch schon mal interessant! Vor allem ganz wichtig, würden diesen Gurkentruppen von Politikern endlich mal nachgeben, hätten wir doch wesentlich weniger Kosten, oder sehe ich das nur alleine so? Klar müssen Alternativen zur Kernenergie her, aber das wissen wir ja nun schon seit so ca. 30 Jahren, macht aber nichts, doch unseren Damen und Herren Politiker interessiert das anscheinend herzlich wenig. Na, macht nichts, muss halt der Bürger wieder mal zahlen. Welche Steuern gibt es eigentlich noch nicht bzw. welche wurden noch nicht erhöht? Naja, Fragen über Fragen und keine denfinitiven Antworten, sondern nur herumgeeiere, seitens der Grukentruppen, hauptsache die schlafen gut und haben genug Geld fürs Alter, während Kinder und andere Menschen in ihrem Land hungern.
    Ich frage mich allen ernstes, wo soll das noch hinführen?

    Mit regnreischen (hoffentlich kein Saurer Regen) Grüßen

  2. UP. sagt:

    … keinen Deut, was ihre Bürger wollen, …

    … paar Gedanken dazu … man *) schreibt es belanglos und nichtsdenkend bedenkenlos so hin: ihre Bürger; mach‘ ich auch schon manchmal.
    Aber vielleicht sollte man grundsätzlich konsequenter sein – auch in diesen kleinen Dingen; denn ich denke, dass die hier Schreibenden nicht als Bürger dieser Regierenden sich befinden.
    Ich fühle mich nicht als Bürger dieser Zebras, sondern als Bürger, eher noch als Citoyen – diese französische feinfühligere ‚Variante‘ trifft’s besser – von Deutschland. Aber ganz bestimmt nicht als Angehöriger des Personals dieses Staates, auch wenn es da heisst: Personal-Ausweis, im Moment mal wieder ganz aktuell. Auch mit Einführung des neuen bleibt es weiterhin beim Personal. Mit Verlaub – eine Verhöhnung des Volkes sondergleichen!
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    *) Aus Vereinfachungsgründen und wegen der besseren Lesbarkeit verzichte ich in der Regel auf eine Darstellung der weiblichen und männlichen Form. Mit Begriffen wie zum Beispiel Freunde oder Feinde meine ich Freunde als auch die Freundinnen oder Feinde als auch die Feindinnen. Und mit „man“ sind auch Männinnen gemeint – 😉

  3. UP. sagt:

    … zurück zur Tagesordnung:
    Im Fernsehen hörte ich gestern, dass allein der Polizei-Einsatz 25’000’000, also fünfundzwanzigmillionen, €uronen kostet bzw. kosten soll.
    Da schreit die Reaktion auf: „Was, so teuer!? Das sollten die bezahlen, die gegen das Atom sind und dort protestieren – nicht immer die Steuerzahler“

    Diese 25-Mio-Kalkulation würde ich mal gern sehen.
    Werden die Polizisten nicht sowieso aus Steuergeldern bezahlt? Und fahren die nicht zur Genüge im Lande rum? (ja, ich meine schon die kasernierte Bereitschaft und die SEKs). Sollte es wirklich sein, dass Mehraufwand für Verpflegung und das bissle Diesel mehr diesen horrenden Betrag erreicht? ? Oder die Überstunden??? ( …die allerdings den beamteten „Hilfkräften der Staatsanwaltschaft“ in der Regel nicht bezahlt werden.)

  4. Gabi Köhler sagt:

    Na, denn sage ich halt die Menschen, obwohl umgangssprachlich doch immer wieder von Bürgern gesprochen wird, besonders seitens der Politiker, aber macht ja nichts, wer sich angesprochen fühlt, bitte, wer nicht der läßt es eben.
    Zu den Finanzen, das war doch klar, die Zahlen, sofern sie stimmen, oh Graus!
    Nun ja, ändern können wir es sowieso nicht mehr und bezahlt werden muss es wohl leider auch. Die Gedanken dazu sollten sich die Politiker doch wohl mal vorher machen und nicht im Nachhinein ins Nirvana schießen.
    Mich ärgerts und wie soll all das noch enden?
    Irgendwann kommt der große Knall und hinterher kommen dann irgendwelche Deppen: „Ja hab ichs nicht gesagt!“
    Fazit: Erst denken, dann handeln!

    Grüezi woll aus dem trüben Rheinland

  5. Gabriel van Helsing sagt:

    Diese 25 Millionen EURO Kalkulation ist noch tief gerechnet.
    So wie es heute aussieht, kommt das Desaster des Rücktransport aus Frankreich dem Steuerzahler doppelt so teuer.

    Ein bischen Zahlenmaterial für Ungläubige, da Statistik, schon immer eine Schwäche von mir war.
    Ganz nebenbei befasse ich mich beruflich und privat schon seit ca. 30 Jahren mit atomaren, oder biologischen chemischen Gefahren. Egal ob als Kriegerisches Ereignis oder Herstellung in Zivile Labore.

    Das „Endlager“ Gorleben selbst ist mir als Besucher bekannt, da man dieses bis vor einigen Jahren besichtigen durfte. Aber ebenso ist mir der HRT in Hamm-Uentrop, die Kernforschungsanlage Jülich, oder Kerni nebst Wackersdorf, etc. nicht ganz so unbekannt. Ich weiß allso wovon ich schreibe.

    Zu den Kosten an sich.
    Da man bis vor einigen Jahren die Polizisten in Turnhallen und Schulen im Raum Uelzen, Lüchow und Dannenberg untergebracht hatte. Dieses aber immer unmöglicher wurde, u.a. durch Absagen von Kommununen in der Heide, entschloss man sich, nur für die Unterbringung der Polizeibeamten, zum Bau einer Polizeiunterkunft.
    Diese dümpelt ein Schattendasein in Castorfreien Zeiten.
    Muss aber trotzdem von der Bausubstanz, ohne Renovierungsstau, instand gehalten werden.

    Zu der Polizei, hier der Bereitschaftspolizei der Länder. Bei der Bundespolizei ist es ähnlich.
    Diese werden von den einzelnen Bundesländern als Hundertschaft vorgehalten.
    Es werden nur noch Beamte des mittleren oder höheren Dienst eingestellt.
    Anfangsgehalt ist A11 der Länder, analog A11 des Bundes für die Bundespolizei.

    Wöchentliche Arbeitszeit, pardon Dienstzeit, beträgt 41 Stunden.
    Nur weil in der Lüneburger Heide ein Zug aus Niegendwo irgendwann ankommt, werden in BW oder NRW keine Dienstfreien Zeiten geschoben. Ausserdem steht noch Sport, Übungsschießen, etc. auf dem Heimat-Dienstplan.

    Dann geht es ein paar Tage vor der angemeldeten Demo per Konvoi mit Rollendem Material richtung Gorleben.
    Da lt. Bundesreisekostentabelle, die Dienstzeit durchgängig ist, werden auch nur kurze Bereitschaftszeiten oder Ruhezeiten eingeplant.

    Neben wir mal an, Ankunft des Castor ist am Verladebahnhof Samstag um 14.00 Uhr.
    Dann ist Anreise ca. drei Tage vorher und ca. drei Tage nach verbringen in der Anlage Gorleben.
    Macht so 6-7 Tage, da der Tag nur 24Std. hat, das ganze für 16.000 Einsatzkräfte hochgerechnet,
    2.688.000 Std. Eine Reserve an Hundertschaften ist schon Wochen vor und nach der Demo im Raum Gorleben.
    Das obige sind „nur“ die Einsatzstunden.

    Über den Fahrzeugpark eines Konvois einer Hundertschaft braucht man auch nicht viel zu verlieren, wenn man sich diesen anschaut. Dazu gesellen sich noch die Spezial-KFZ, wie San-Fahrzeuge, Wasserwerfer, Kamerawagen, Leitstellen, Gefangenentransporter, Motorräder, Observation-KFZ, LKW mit zig verschiedenen Aufbauten, etc. die auch dazu gehören.
    Und alle brauchen Sprit, das eine KFZ weniger, das andere um so mehr.
    Getankt wird nicht an Tankstellen im Raum Uelzen, Lüchow, Dannenberg, sondern auf dem Gelände der Unterkunft, oder aus Kanister und Tankfahrzeuge.
    Eine Fahrzeugart die viel Sprit verbraucht, ca. 80l/Std., waren die Polizei- und Rettungshubschrauber der beteiligten Bundesländer an der Strecke Kehl/Rhein nach Gorleben.
    Wenn man dann noch weiß, dass bei den Maschinen nach 2 Flugstunden, 1 Wartungsstunde eingesetzt werden muß, kommt ein schönes Sümmchen zusammen.
    Die Bahner auf der Strecke und den Lokleitungen wollen auch bezahlt werden.
    Einige Hundertschaften sind ab Grenze in den Zug mitgefahren.
    Das ganze läßt sich fortsetzen.

    Ich halte die 25 Millionen EURO Unkosten für diesen Transport stark untertrieben.

    Weshalb kostet jede k/wh-Stunde aus Atomstrom ohne Subventionen 40 EUROCENT?

    Und durch den Ausstieg vom Ausstieg, haben wir diese Transporte jetzt 20 Jahre länger.

    Ich bin nicht gegen ein Endlager, da das unser Mist ist, der nach Deutschland gehört und nicht ab in den Ural.
    Nur ich streube mich gegen diese Kosten, der man der Allgemeinheit aufbürdet und nicht den Verursachern.

    Gewinne für die Aktionäre der 4 Atom-Stromkonzerne, Verluste für den Steuerzahler.

    Noch eine kleine Rechnung:
    Da das Zeug noch ca. 100.000 Jahre strahlt und dem zufolge auch bewacht werden muss.
    Was kostet ein Wachmann, dem Steuerzahler Brutto in diesen 100.000 Jahren?

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