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RENTENANGST

Warum laufen der Linkspartei die Wähler weg?

Erstellt von IE am Mittwoch 6. Februar 2013

„Wir müssen raus aus der Isolation“

Das ist das Thema eines Streitgespräch zwischen Ost und West, Stefan Liebich und Diether Dehm in der Wochenzeitung „Der Freitag“. Auffällig bei diesem Gespräch die unterschiedlichen Sichtweisen. Dehm weist als Begründung für die Wahlverluste mehr auf Probleme innerhalb der Gesellschaft hin während Liebich durchaus innerparteiliche Verhältnisse verantwortlich macht.

„Wir müssen raus aus der Isolation“

Der Schock nach der Wahlniederlage von Niedersachsen sitzt tief. Denn das miese Ergebnis der Linkspartei (3,1 Prozent) ist nur der jüngste Misserfolg. Derzeit ist die Partei nur noch in zwei westlichen Flächenländern im Parlament vertreten. Auch Parteichefin Katja Kipping schlug Alarm: Die Partei müsse sich neu erfinden. Die Frage ist nur: Wie?

Freitag: Wenn man sich die letzten Wahlergebnisse ihrer Partei ansieht: Ist die Westausdehnung gescheitert?

Dieter Dehm: Sie hat einen herben Rückschlag bekommen. Solange aber die deutsche Gesellschaft so still steht, dass demonstrierende Rentner und Arbeiter im Süden Europas allein bleiben, werden Wahlen für Linke nur schwer zu gewinnen sein.

Ihnen laufen in Scharen die Wähler weg. Und der Stillstand der Gesellschaft ist schuld?

Dehm: Wenn es eine soziale Bewegung gegeben hätte, etwa gegen die Stationierung von Patriot-Raketen in der Türkei, so wie damals die Montagsdemos, wäre mehr drin gewesen. Außerdem gab es damals den früheren SPD-Chef Oskar Lafontaine, der gerade an unsere Spitze gekommen war. So etwas gibt Schwankenden ähnlichen Halt wie eine Bewegung.

Herr Liebich, im Osten kommt die Linkspartei ohne soziale Bewegung aus. Erklären Sie doch mal dem Westlinken Dehm das Geheimnis des Erfolgs.

Stefan Liebich: Im Osten sind wir eine Volkspartei, die an der Basis von den Menschen anerkannt wird und die sich mit den Brot- und Butterthemen der Bürger befasst. Und wir sind in den Kommunen stark und gut vernetzt. Im Westen ist der Weg dahin länger als gedacht. Dort sind wir immer noch zu sehr Klientelpartei. Einige Genossen im Westen bevorzugen die revolutionäre Abkürzung mit knalligen Slogans. Aber das läuft so nicht.

Herr Dehm, vom Osten lernen heißt siegen lernen?

Dehm: Im Osten ist die alte PDS in der Tradition einer Kümmererpartei. Davon kann man lernen. Außerdem müssen wir viel mehr dafür tun, dass Leute mit Vorfreude zu linken Versammlungen kommen. Und wiederkommen.

Quelle: Der Freitag >>>>> weiterlesen

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Grafikquelle    :   Fotoquelle: Wikipedia – Blömke/Kosinsky/Tschöpe

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11 Kommentare zu “Warum laufen der Linkspartei die Wähler weg?”

  1. Justizstoffel sagt:

    Entweder machen sie alles mit, was die anderen machen (siehe in den östlichen Landesregierungen) oder quatschen Kinderkram wie in einer Krabbelgruppe. Diese ganzen Sprüche glauben die doch wohl selber nicht. Wie lange geht das mit den Linken noch gut?

  2. Gilbert Kallenborn sagt:

    Dehm ist eine Sache für sich. Fragt Wolf Biermann.
    Und wer wen der Stasi-Mitarbeit bezichtigte. Der Linken laufen Wähler deswegen weg, weil Wähler wählen wollen. Nicht um als Stimmvieh bei Wahlfälschungen die Statistenrolle zu spielen, sondern um Grundrechte auszuüben. Ausüben-nicht verschenken.
    Dehm ist ein Wagenknecht-Fan, also lobhudelt er Lafontaine ohne zu wissen, wovon er spricht.
    Er ist hier Apparatschik, Ost-Insider -aber null Ahnung von den kriminellen Vorgängen in der Linken West. Die Linke West wird nichts vom Osten lernen, sie hat es nie gewollt -sie wollte den Osten einsaugen. Ging daneben.

  3. Gilbert Kallenborn sagt:

    Und jetzt,nach dem Länderspiel Frankreich /Deutschland -Anne Will. Das Erste.
    Thema : Gekaufte Fussballspiele/Wettskandal. Und wer sitzt da -Dieter Dehm. „Von der Linkspartei…“
    Oskar und Sarah hatten scheinbar dort bereits genug Promotion.
    Was will mir einer, der bei den Wahlskandalen der Linken beide Augen zudrückt, über Wettskandale im Fussball beibringen ????
    Zeit die Glotze auszuschalten. Dieter Dehm bei Anne Will, nein danke. Sie hätten Wolf Biermann daneben setzen sollen, aber dann wärs ja keine Parteiwerbung mehr, sondern Parteientlarvung geworden.
    Kennen Sie Kino, bzw -kennen Sie Stasi ???

  4. HenningM sagt:

    Im Grunde ist es, mMn, ziemlich einfach. Im Osten ist die PDL den Weg von Eduard Bernstein, „Revisionismus“, gefolgt, im Westen ist sie im Fahrwasser von, tja, so’n Zwischending zwischen Bebel, Luxemburg und ein kleines bisschen Lenin. Vielleicht braucht es beides, also eine Partei für Überzeugungstäter und Pragmatiker – aber dann bitte gemischt, und nicht jeweils (!) eine Partei westlich und östlich der Elbe!

  5. Andrea S. sagt:

    @ 4 HenningM

    Im Grunde genommen ist es, zzV, überhaupt nicht einfach. Im Osten hatte man die PDS vor über 20 Jahren gegründet und sie sogar in den Kommunen etabliert. Die alte SED sollte reformiert werden. Das heißt weg von alten Denkmustern und weg von der Diktatur. Dies kann auch nur ein Ostdeutscher Parteigenosse 100 % -ig beurteilen, der dort involviert ist. Die Ostdeutschen wissen übrigens auch, wer Bebel, Rosa Luxemburg und Lenin waren und welche Ziele sie hatten.
    Was ist ein „Zwischending zwischen Bebel, Luxemburg und ein kleines bisschen Lenin“????
    Ich konnte diese „Zwischending“ im Westen noch nie feststellen. Ich stellte eher fest, dass die Meisten zwar die Namen derer kennen, aber frage sie mal nach den Inhalten? Was kommt dann als Antwort: Lächerlich machen, abwerten, mobben der Fragesteller, weil sie keine Antworten kennen.
    Also, wie sollen die „Überzeugungstäter“ und „Pragmatiker“ denn aussehen? So wie sich die Linke heute darstellt? Eine Mischung funktioniert niemals.

  6. Alpentrudel sagt:

    Im Westen laufen die Mitglieder weg. Immer nur auf fahrende Züge aufspringen… Bei Stuttgart 21 war das so, jetzt in Bayern. Was wird auf der Landesseite Bayern in den schönsten Farben suggeriert- immer so tun als …
    Das Volksbegehren in Bayern gegen die Studiengebühren hat nämlich nicht die Linke ins Leben gerufen.

    http://www.die-linke-bayern.de/politik/themen/studiengebuehren/

  7. Tracy H. Rice sagt:

    Nun ja, wenn sich die Linke wenigstens ihrer selbst sicher wäre, ginge es ja noch. Aber der eindruck ist übermächtig, dass sie – bzw. ihr führungspersonal – dem „medialen druck“ nicht gewachsen ist. Ironisch könnte konstatiert werden: Die Linke hat sich gemausert, von der avandgardepartei zur umfrage(angst)partei… Von selbstgewissheit über die einegen stärken und souveränität im umgang mit den medien keine spur. Der fraktionschef im landtag von sachsen-anhalt gibt vor der landtagswahl schon mal die losung aus „keine visionen – nur realistisches“ ins wahlprogramm zu schreiben!? Sic! Eine partei, noch dazu eine linke, die sich schämt, über „wege zum kommunismus“ nachzudenken und das (vermeintlich) unmögliche zu fordern (statt „Seien wir realistisch, fordern wir das unmögliche!“ Ché umzusetzen), braucht wirklich keiner – egal wer das spitzenpersonal stellt. Statt in selbstzweifeln zu zerfallen, sollte sich die partei ein beispiel (ausgerechnet!) an Sarrazin nehmen, der alle kritik an seinen spinnereien mit „Das wird man doch mal sagen dürfen…“ an sich abgleiten lies ohne folgen für „seine “ SPD-Partei.Vielleicht würde es also umgekehrt wesentlich besser funktionieren. Statt immer zu kuschen und sich stets zu entschudigen, einfach mal mit den schultern zucken – und die als analystin des finanzkapitals längst renommierte Sarah Wagenknecht zur parteivorsitzenden machen – Oskar hätte dann wenigstens jemand an seiner seite, der ihm gewachsen ist.

  8. Maria Hilf sagt:

    Wat the matter… „…längst renommierte Sahra Wagenknecht zur Parteivorsitzenden machen – Oskar hätte dann wenigstens jemand an seiner seite, der ihm gewachsen ist…“

    Nur Sahra wäre Oskar gewachsen? Dies ist aber ärmlich.
    Stellt man mal anders herum die Frage, warum wollen diese Frau nur wenige in einer Führungsposition sehen? Warum!
    Diese Frage gilt es immer wieder zu stellen, denn viele ihr ebenbürdige Mitglieder verließen die Partei oder wurden gemobbt.
    Warum muss ich mit Okar im Tenor singen, wenn ich eine Führungsposition in der Partei DIE LINKE. begleiche. Warum!

  9. Nora Bauer sagt:

    „Lafontaines Statthalterin“ wird schon dafür sorgen dass alles seinen ”sozialistischen Gang” geht. Er sorgt dafür, dass es kleidermäßig keinen Fauxpas mehr gibt.
    Schöne heile „sozialistische Welt“.

    http://www.demokratisch-links.de/linkes-saar-sommerfest

  10. Gilbert Kallenborn sagt:

    Es gibt an der Saar jede Menge Politiker,die dem 1,68-Meter Männlein „gewachsen “ sind.Die gabs schon in der SPD, echte Linke wie Ottmar Schreiner,MdB, jetzt schwer an Krebs erkrankt unter Aufgabe seiner Führungsrolle als linker Flügelmann.
    Nur wurden sie gezielt beseitigt, innerparteilich gemobbt, kaputtgemacht bis hin zur Darstellung als Geisteskranke; mit Methoden (..“das haben wir 30 Jahre lang in der SPD auch nicht gemacht.. „Lafontaine-Lüge zur Verhinderung der geheimen Wahl der Wahlkörper am 30.5.2011 in der Stadtthalle Dillingen,wo die BSchK wegen zuvoriger Wahlfälschung eine Neuwahl erzwungen hatte,
    die in KEINER anderen Partei zu finden sind, mit DDR-Methoden der Neostalinisten unter Verachtung des Grundgesetzes, Oskar gewachsen??? Ich kann und will nicht hergehen, die noch-Oskar-Anhänger verteufeln, oder die, die zweifeln -ich selber war 30 Jahre ein Oskar Fan und ich brauchte die 5 Jahre in der Linkspartei, direkt GV Wallerfangen vor seiner Haustüre, um ihnendlich zu durchschauen. „Jamaika“ machte eine Zeitlang blind, für die inneren Zustände der Linken, die Bürgerlichen lieferten ja
    einen Skandal nach dem Anderen, der Focus lag auf CDU/FDP/Grüne an der Saar. Oskar jedoch -die Lichtgestalt. Ein Trugbild.
    Und es ist so einfach -messt sie, die Sozialismusschwaller und Bonzendaseingenießer, an ihrer Taten, ihren eigenen vorgelebten Leben, denn wenn ein Parteiführer etwas haben sollte, dann: Vorbildfunktion.
    Da sitzt ein selbstherrlicher unbelehrbarer Egomane, duldet jede Wahlfälschung und Satzungsbruch, der seiner Clique zur Machterhalt dient und erzählt uns in Talkshows einen vom Sozialismus in Freiheit.
    Gleichzeitig werden die Rechte der beitragszahlenden Basis zuiwder der eigenen Satzung so deformiert, daß sie nicht mehr zu erkennen sind -bis hin zur Verweigerung der Einsicht in die Verwendung der eigenen Mitgliederbeiträge. Und dem Verbleib des Vermögens der PDS.
    Wo kam es hin ????!!!!!

  11. Frühspätaufsteher sagt:

    Die Linke hat nicht die richtigen „Manager“, Humba Täterä!

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