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RENTENANGST

Von den LINKEN zu Piraten

Erstellt von IE am Freitag 27. Januar 2012

Nach langer Vorarbeit ist es endlich soweit.

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Am heutigen Freitag präsentieren sich die Piraten endlich mit ihrer neuen Beute. In Werl, einer Stadt zwischen Hamm und Dortmund, stellt die Piratenpartei ihre erste Stadtratsfraktion in Nordrhein-Westfalen. Entsprechende Danksagungsschreiben werden mit Sicherheit an den LINKEN Landesverband in Düsseldorf und auch Berlin gerichtet sein.

Die schon im November bekanntgewordenen Querelen haben damit einen für die Piraten guten Abschluss gefunden. Die beiden Stadtratsabgeordneten der LINKEN Matthias Fischer und sein Ratskollege Ali Kaya haben mit der LINKEN gebrochen und sind bei den Piraten an Deck gegangen. Sie folgten damit ihrer fast geschlossen wechselnden Basis des Ortsverbandes in Werl. Ihre Mandate nahmen sie natürlich mit.

So nehmen dann im Werler Rat dort Platz, wo einst die Linksfraktion saß. Diese möchten nun soziale Politik ohne Denkverbote machen. Fischer sagt weiter das DIE LINKE zu dogmatisch, ideologisch und autoritär sein. Er und seine Mitstreiter seien Freidenker und würden sich bei den Piraten besser aufgehoben fühlen.

Das in der Partei die LINKE zu viele Spießer sitzen welche in ihrer ideologischen Befangenheit steckengeblieben sind beweist einmal mehr die Reaktion dieser Kleingeister. So wird denn der Soester Kreisvorsitzende Manfred Weretecki mit den Worten zitiert: „Es sei wichtiger, den Politik-Clown zu spielen, als ernste Politik zu machen.“ Auch erbost er sich darüber dass die Piraten anstandslos die Mandate mitnehmen obwohl sie nicht einen Handschlag dafür getan haben. Aber wie heisst es hier so schön: „Man sieht den Splitter in des anderen Auge, aber den eigen Balken sieht man nicht“. War es doch gerade in NRW, das mit dem Wechsel des Grünen Rüdiger Sagel die LINKE plötzlich im Landtag vertreten war.

Das dieser Aderlass in Werl für die LINKE kein Einzelfall ist belegen die Auflösungen von kompletten Orts- oder Kreis- Fraktionen Landesweit. Aus NRW sind uns bislang alleine zwischen 15 und zwanzig Fälle bekannt. So räumt auch der Landessprecher Hubertus Zdebel unterdessen eine große Bewegung innerhalb der Mitgliedschaft ein. Wurden vor einigen Zeiten noch 9000 Mitglieder gezählt, spricht man heute nur noch von um die 8100. Auch sollte hier einmal festgestellt werden das alle ausgetretenen Mandatsträger einmal zu den Spitzen dieser Partei gehört haben. Wurden sie doch nicht von ungefähr an die Spitze der aufgestellten Wahllisten aufgeführt.

Natürlich werden die Piraten von diesen Umständen weiterhin profitieren. Sie werden auch ziemlich schnell ihre teilweise sehr vollmundige Aussage keine Mandatsträger anderer Parteien aufzunehmen, zurückziehen. In NRW scheinen sie sich bereits den Realitäten angepasst zu haben, da sie unterdessen insgesamt sieben Mandatsträger in ihren Reihen zählen. Nur in Oberhausen kam ein Träger von den Grünen, alle anderen waren zuvor Mitglieder der LINKEN.

Dazu ist in vielen weiteren Kreisverbänden eine vermehrte Unruhe auszumachen. Zu oft wird deutlich dass bei allen vorgekommenen und belegten Betrügereien vor den letzten Wahlen, sich anbahnende Strukturen restlos zerstört wurden. Das jetzt aufgetauchte „Zersetzungspapier aus Bayern“ war kein Pamphlet welches der Partei von Außen aufgedrückt wurde. Es war eine Arbeitsanleitung welche den Westdeutschen Landesverbänden insgesamt lange vorlag und nach dem mit äußerster Präzision gearbeitet wurde. Die zersetzenden Vorkommnisse in den Orts- und Kreis- Verbänden, beginnend im hohen Norden bis hinunter im tiefsten Süden glichen und gleichen auch heute noch alle einander, wie ein Ei dem anderen. Zufälle in einem solchen Ausmaß gibt es nicht.

Wenn die Medien und das breite Band der schreibenden Presse erst dieses verinnerlicht haben und dieses auch als Realität wahrnehmen, werden sich Skandale ungeahnten Ausmaßes öffnen. Packen wir es an, wir arbeiten daran.

Hier auch ein Link zur Webseite des Kreisverband Soest. Eine Offenheit in der sich die Demokratie spiegelt.

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Grafikquelle      :    Logo der Piratenpartei NRW seit 2014

9 Kommentare zu “Von den LINKEN zu Piraten”

  1. Sonne sagt:

    Die Sache ist nur, dass die Medien und das breite Band der schreibenden Presse dieses nicht als Realität wahrnehmen (wollen), weil rausgemobbten Mitgliedern subjektive Rache unterstellt und damit keine objektive Einschätzung zugestanden wird. Das Zersetzungspapier spielt in der Presse auch schon keine Rolle mehr.

  2. Ingo Engbert sagt:

    Richtig, aber könnte man dann nicht jedem Urteil der Justiz irgendwie ein Akt der Rache unterstellt werden? Wer kann eine Institution denn besser beurteilen als ehemalige Mitglieder?

  3. Sonne sagt:

    Wenn du es schaffst, davon die Medien zu überzeugen, dann steht dir das Bundesverdienstkreuz zu. Die Stimme irgendwelcher Mitglieder genauso hoch zu schätzen wie die Stimme häufig zitierter Abgeordneter scheint innerhalb der Medienpolitikclique jedes Vorstellungsvermögen zu sprengen.

  4. Ingo Engbert sagt:

    # 1 + 3

    Sonne! Da ist ein feiner Unterschied! Wir von DL wollen nichts und haben folglich nichts zu verlieren. Die andere Seite hat alles, will immer mehr und kann alles verlieren. Wir sind also in einer weitaus besseren Position da wir viel Zeit haben. Allerdings, alleine schaffen wir nichts und hier machen viele mit. Schließe dich an. Gemeinsamkeit macht stark.
    Wenn Betrüger die Oberhand behalten sieht es um die Demokratie schlecht aus.

  5. DerböseWolf sagt:

    Praktiken, die innerparteilich angewendet werden, um kritische Stimmen zu unterdrücken, sind oftmals nicht mit der freiheitlich demokratischen Grundordnung in Einklang zu bringen.
    Viele sagen nicht umsonst tschüss liebe Linke.

  6. Sonne sagt:

    also wollt ihr doch was (die Demokratie retten) – das aber nicht zielgerichtet?

  7. Pimpf sagt:

    @ 3 Sonne

    Es tut mir leid, wenn ich sagen muss, dass dies schon wieder eine Diskussion ist, um ehemalige Parteimitglieder ausser Gefecht zu setzen. Wer sonst, als nur diese können objektiv die Lage in der Partei beurteilen. Man muss mal gründlich analysieren, warum die einzelnen Person die Partei verlassen haben, oder warum sie ausgeschlossen wurden. Diese unsinnige Pauschalisierung bringt keinen weiter und keiner kann sich über den Anderen so erheben, dass er alles besser weiß, warum, wer was gemacht hat. Ausgetretene und ausgeschlossene Mitglieder haben BEWEISE und keine Strernschnuppen. Es gibt andere Erfahrungen mit der Presse. Es gibt Journalisten, die zuhören und sammeln. Manche sind nur klug genug, die gesammelten Daten im richtigen Moment zu gebrauchen. Man sollte das nicht unterschätzen.

  8. ichbins sagt:

    @ 7 GENAU!

  9. Gabriel van Helsing sagt:

    Um die 8100 Mitglieder in NRW?

    Weihnachten ist doch vorbei, dass man sich etwas wünschen darf?

    Ich halte diesen Wunsch für stark übertrieben, wenn man sich das Zahlenwerk des LV NRW genauer ansieht.

    Alleine in Köln gab es 800-1000 Karteileichen in der Mitgliederverwaltung.

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