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Verwirrt in Neukölln

Erstellt von DL-Redaktion am Donnerstag 27. September 2012

Buschkowsky- ein schreibender Leser

Leerer Kopf auf stolzer Brust ?

Wie wir bereits am 21. 09. 2012 in den Artikel „In der Spur von Sarrazin“ berichteten hat Buschkowsky mit seinen Buch für reichlich Wirbel gesorgt. Das ist aber der Sinn der ganzen Sache da für so ein Buch schließlich Werbung gemacht werden muss. Zeigt sich doch besonders hier das die Gier nach immer mehr Geld besonders bei den Politikern unermesslich ist.

Zu diesen Thema ein Kommentar von Martin Reeh:

Verwirrt in Neukölln

Heinz Buschkowsky ist in diesen Tagen wieder in seiner Paraderolle unterwegs, als der harte, aber knuffige Hund der Integrationsdebatte. Für sein Buch „Neukölln ist überall“ hat ihm die Bild schon letzte Woche den roten Teppich ausgerollt; heute folgt der Talkshow-Auftritt bei Sandra Maischberger.

Eine kritische Auseinandersetzung muss er nicht befürchten. Publikum und Medien fressen dem Neuköllner Bezirksbürgermeister die Geschichten von kriminellen und integrationsunwilligen Migranten aus der Hand.

Dabei gibt es mindestens drei Fragen, die der Diskussion einen interessanten Verlauf geben könnten: Warum ist gerade Neukölln zum Synonym für gescheiterte Integration geworden – und nicht das benachbarte Kreuzberg? Hängt dies vielleicht mit der Politik von SPD und CDU zusammen, die sich im Bezirksrathaus die Klinke in die Hand gaben? Und ist das Buch nicht streckenweise einfach wirr?

Vorgeschobene Debatten

Buschkowsky gelingt es nämlich nicht, einen genauen Begriff von Integration zu entwickeln. Mal geht es – richtigerweise – um die Anerkennung der Verfassung und der Gesetze. Und dann schreibt er gegen „arabische Schriftzeichen“ auf Geschäften und das spärliche Currywurst- und Bulettenangebot in der Sonnenallee.

Genau diese Wirrnis macht die deutsche Integrationsdebatte so unerquicklich. Bei Migranten muss sie den Eindruck auslösen, die Debatten über Kriminalität oder Zwangsheiraten seien vorgeschoben – im Grunde wolle man sie gar nicht. Jedenfalls nicht, solange sie noch irgendwie durch ihr Anderssein kenntlich sind.

Auch Neuköllns praktische Integrationspolitik hat einiges dazu getan, diesen Eindruck zu hinterlassen. Zumindest gilt dies für die Zeit von 1999 bis 2001, in denen ich als Lokaljournalist dort unterwegs war. Rassismus aus der Mitte der Gesellschaft hatte ich zuvor vornehmlich in Ostdeutschland verortet – offensichtlich ein Vorurteil.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

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Grafikquelle  :

Buschkowsky auf dem Kongress christlicher Führungskräfte im Januar 2013

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