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RENTENANGST

Unsere Sommermärchen

Erstellt von DL-Redaktion am Donnerstag 30. Juni 2011

Merkels eigenes Sommermärchen

Kaum haben die heißen Tage begonnen und die ersten Spiele der Frauen WM sind ausgetragen, werden auch die dafür notwendige Brotkrümel unter das Fußvolk verteilt. Die Zeit für Sommermärchen ist angebrochen. Wie zu Zeiten der Römer: Brot und Spiele. Die Chefin lässt sich in den Ehrenlogen der Stadien in den Fokus der TV Sender rücken um den unten agierenden Gladiatorinnen und aller Welt durch rhythmisches Hüpfen ihre Volksnähe zu demonstrieren.

Nicht ohne zuvor dem beständigen Drängen der FDP nachgegeben und auch einer notleidenden Bevölkerung ein gewisses Entgegenkommen anzukündigen. Eine mit Pauken und Trompeten angekündigte Steuerreform ward geboren welche dem Durchschnittsverdiener den monatlichen Gegenwert einer Eiskugel beim Italiener (gut das der Grieche nicht gerade als Eisverkäufer bekannt ist) verspricht.

Ein taktischer Schachzug welcher den Bürgern Erleichterung in harten Zeiten verspricht. Um dieselben nun auf den Fußball abgelenkten, sodann richtig ins Maul zu fassen. Der Speck fängt die Maus, nicht nur im Saarland. An und für sich brauchte nicht weiter erwähnt werden dass die Vergessenen der Gesellschaft, die Rentner und die Sozial schwachen, sprich Hartz 4 Empfänger wieder einmal leer auszugehen haben.

Um diese Außenseiter der Gesellschaft ja nicht rebellieren zu lassen und klare Fronten zu ziehen, wurde über die Boulevardpresse  erst einmal der Knüppel des Betrugsvorwurfs hervorgeholt. Von den ARGEN wurden im letzten Jahr angeblich 226.269 Straf- und Bußgeldverfahren wegen Leistungsmissbrauch eingeleitet. Die Strafzahlungen erreichten pro Durchschnittsfall eine Summe von 105,99 Euro, das waren 1,20 Euro ( da ist sie wieder, die Kugel Eis welche nun an die Steuerzahler als Vergünstigung verteilt wird) weniger als 2009.

Diese 105,99 Euro ist so ungefähr die Summe welche einem Ausgestoßenen der Gesellschaft laut den Aussagen der verschiedensten Sozialverbände im Monat zu einem dem Grundgesetz entsprechenden Leben fehlt und kann demnach als Mundraub welcher nicht strafbar ist, gewertet werden. Nicht strafbar gemacht haben sich ja auch die vielen Bankbetrüger welche die Steuerzahler nicht aus Hunger sondern aus Gier um viele Milliarden von Euro straffrei betrogen haben und auch heute ihre Geschäfte ungestört fortsetzen dürfen. Wo bleibt die Anzeige gegen eine  Bundeskanzlerin welche bei Ihrer Vereidigung geschworen hatte „Schaden vom Deutschen Volk abzuwehren“?

So passen dann auch wieder die immer aktuellen Sprüche wie: „Die Kleinen fängt man und die Großen lässt man laufen“.  Oder, für den der es härter möchte: „Pack schlägt sich, Pack verträgt sich“.

Nun war es auch genau der richtige Zeitpunkt das nächste Kapitel des Sommermärchen zu starten. Was in Form einer angekündigten Möglichkeit die Sätze für Hartz 4 Empfänger eventuell im nächsten Jahr um runde 10 Euro erhöhen zu können auch geschah. Ein Anstieg des Regelsatzes von 364 auf 374 Euro. Eine Geste welche die wahre Größe zeigt.

Aber wie bei allem was von großherzigen Machtpotentaten verteilt wird, auf einen jeden Kuchen gehört zum Schluss das berühmte Sahnehäubchen und auch im Sommermärchen sitzen die Fürsten immer noch am Kopf der Tafel. Das Sahnehäubchen wird die unteren Gefilde der Tafel nicht erreichen, da es von der wahren Begehrlichkeit lange aufgezehrt wurde.

So wurde dann auch bekannt gegeben das sich die Bewohner der goldenen Märchenkuppel, die Bundestagsabgeordneten, darauf geeinigt haben die Diäten 2012 und 2013 um je 292 Euro monatlich zu erhöhen. Die Erhöhung kommt also fast an den Hartz 4 Satz heran und entspricht 3.8 und 3.7 %.

Einigkeit bei den Fraktionen von CDU, FDP und man höre und staune, oder auch nicht, der SPD. Wenn man sich nirgends einig wird,  bei den persönlichen Bezügen immer.

Passend dazu, sozusagen als Kirsche auf das Sahnehäubchen wird dann auch die Obergrenze für die so genannte Wahlkampfkostenerstattung steigen – also die Gesamtsumme der Mittel für die staatliche Parteienfinanzierung. Geplant ist demnach eine Anhebung von derzeit 133 auf 141 Millionen Euro. Unverständlich da die Bürger sich immer mehr den Wahlen enthalten was auch auf eine mangelnde Qualität der Kandidaten hinweist. Die Parteien erhalten eine Belohnung dafür, das ihnen die Mitglieder und Wähler Scharen weise davon laufen. Je schlechter die Politik, je größer scheint die Selbstbedienungs Mentalität aufzufallen.

Das in den letzten Jahren immer wieder zu hörende Schlagwort: „Wir haben alle über unsere Verhältnisse gelebt und müssen die Gürtel enger schnallen“ wurde  wohl nach Griechenland weitergereicht. So beobachten wir denn weiterhin die anhaltenden Unruhen in Griechenland, Spanien, England, Arabien und Nord-Afrika von der Insel der Glückseligen aus. Mit einem verständnislosen Kopfschütteln zeigen wir an, nicht verstehen zu können wie sich so viele Menschen gegen die Allmacht ihrer Staaten zu wehren versuchen. Hoffen wir darauf das die in vielen Märchen alles fressenden Wölfe dort verbleiben wo sie hingehören. In Merkels schöner Märchenstunde.

IE

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