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Erstellt von DL-Redaktion am Donnerstag 7. Oktober 2021

Wenn Benzinkrise und Massenzwangsschlachtungen zu notwendigen Übeln der Politik werden

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Quelle:    Scharf  —  Links

Ein Kommentar von Georg Korfmacher, München

Nur mit großer Verwunderung mag man sich an die Versprechungen von Boris Johnson 2016 erinnern, als er die Briten mit Wunschträumen von Wohlstand und Souveränität zum Austritt aus der EU aufrief. Nach fünf Jahren heftiger Diskussionen ist der Austritt eingetreten, die Versprechen aber haben sich in Schall und Rauch aufgelöst. Absolut nichts ist besser geworden, es sei denn man bewertet die Beschilderung der Fahrzeuge neuerdings mit UK als Fortschritt. GB (Großbritannien) ist nicht mehr.

Und jetzt behauptet Boris Johnson kühn, dass die aktuelle Benzinkrise und das bevorstehende Zwangsabschlahten von bis zu 120.000 Schweinen auf den Zuchtfarmen notwendige Ereignisse beim Übergang zur Post-Brexit-Zeit seien. Davon war vor dem BREXIT nichts zu hören und auch nicht davon, dass das alles eigentlich in der Verantwortung der Industrie läge, die nur auf Billiglohn setze. Das ist zwar richtig, aber insofern doppelzüngig, als die Regierung des UK eben diese Billiproduktion zur Ankurbelung des Exports gewollt und gefördert hat. Aber was kümmert Boris Johnson sein Geschwätz von gestern. Heute muss er sein Gesicht retten und einen anderen Schuldigen finden. Und mangels EU muss der wohl im eigenen Land sein. Oder vielleicht doch in der eigenen Politik? Eine Tory-Konferenz scheint da die richtige Bühne, um sich selbstgefällig reinzuwaschen. Jetzt auf einmal soll es die Aufgabe der Industrie und nicht der Minister sein, solche Probleme zu lösen. Die Frage, wer denn diese Probleme geschaffen hat, wird nicht mehr gestellt, hat man doch eine freie Marktwirtschaft. Geradezu schamlos behauptet Boris Johnson heute, dass sein Volk für das Ende der UK-Wirtschaft auf einer Basis von Billiglöhnen, geringer Qualifikation und niedriger Produktivität gestimmt hatte und dass man sich davon jetzt löse. Allen Ernstes führt er den LKW-Fahrermangel darauf zurück, dass dieser Beruf für Frauen nicht attraktiv genug sei, weil sie in kleinen Kabinen schlafen und in Gebüsche pinkeln müssen. Also sollen jetzt die auf der Insel lebenden Deutsche LKW-Fahrer werden. Welche Logik!? Welches Verständnis von freier Marktwirtschaft!?

In dieser prekären Situation allenthalben die Steuern zu erhöhen, scheint Boris Johnson aber normal und notwendig, um die Wirtschaft anzukurbeln. Welche Wirtschaft denn, wenn es überall an englische Fachkräften mangelt? Alle Sektoren jammern und jetzt auch noch der Finanzplatz London mit dem Abwandern essentieller Bankgeschäfte auf den Kontinent. Und jetzt auch noch der Pandora-Skandal, der London als Angelpunkt gigantischer Steuervermeidung weltweit indentifiziert. Wenn das alles notwendige Schlaglöcher auf dem Weg in die vielversprochene,bessere Zukunft des (noch) vereinigten Königreiches sind, kann man die Menschen dort nur bedauern, die das alles ertragen und mit ihren Steuern bezahlen müssen.

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