DEMOKRATISCH – LINKS

                      KRITISCHE INTERNET-ZEITUNG

RENTENANGST

Ein Papst macht Politik

Erstellt von DL-Redaktion am 6. August 2013

Der Papst lebt gefährlich, weil er ja sagt, nein sagt
Ein Kreuz aus Eisen

Datei:Pope Francis South Korea 2014.png

Zu berichten gab es über den Papst und seine Institution in den letzten Jahren mehr als genug. Für gewöhnlich negatives. Jetzt lässt ein neuer Mann plötzlich aufhorchen, wir lesen positive Schlagzeilen. Und das alles von Journalisten welche den Ruf haben sich nicht gerade in die Nähe von Kirchen und Religionen aufzuhalten.

Sicher das „Made in Germany“ zog seine persönliche Reißleine. Er wollte nicht nicht mehr machen, was er nicht konnte ! Sah sich den großen Erwartungen der Bildzeitung nicht gewachsen. So legte einen Rücktritt hin, über welchen vielleicht auch noch in 2000 Jahren berichtet wird. Denn wer verzichtet schon freiwillig darauf über Nacht seine Heiligkeit zu verlieren ? Unsere Politiker, Merkel ? Diese sind so intelligent und abgehoben, dass sie nicht einmal verstehen warum ihre Arbeit kritisiert wird. Sich selber Versagen bescheinigen, niemals.

So wird doch auch gesagt das ein jeder in seine Arbeit hineinwächst, eine gewisse Entwicklung vollzieht. Politiker sind hier natürlich ausgeschlossen. Sollte sich dieses bewahrheiten werden einem manchen in absehbarer Zeit schlaflose Nächte bevorstehen. Denn, vielleicht werden dann die TäterInnen auch einmal mit Namen genannt werden. Vielleicht lesen oder hören wir eines Tages dass er zum Beispiel den Besuch einer Frau Merkel ablehnt. Das er für WaffenlobbyistInnen und KriegstreiberInnen keine Verständnis und damit auch keine Zeit erübrigen möchte? Niemand zwingt einen Papst sich auf eine Seite mit BetrügerInnen zu stellen.

Überhaupt vielleicht reicht es in unserer Gesellschaft schon aus, wenn ein jeder genau das macht, was er zuvor angekündigt hat. Seinen gegebenen Versprechungen nachkommt. Wer weiß, ein Licht im Tunnel, eine Kerze der Hoffnung welche die Parteien nicht mehr entzünden können? Wir leben wirklich in einer verrückten Zeit. Wir gehen wählen und können trotzdem nur darauf hoffen dass die Wahlverträge auch eingehalten werden?

Der Papst lebt gefährlich, weil er ja sagt, nein sagt
Ein Kreuz aus Eisen

 Papst Franziskus mag Situationen, die seinen Sicherheitsleuten die Haare zu Berge stehen lassen. Für seine Tour über die Flüchtlingsinsel Lampedusa und durch Rio de Janeiro verschmähte er das gepanzerte Papamobil, er wählte stattdessen einen offenen Fiat. Und stieg immer wieder aus.

 Aber womöglich droht ihm eher Gefahr aus den Reihen derer, die ihn gerne weiter umstellen, „beschützen“, abschirmen würden: aus der Kurie.

 Dogmen und Prunk

 Dieser Papst ist, wenigstens in der Inszenierung, das Gegenteil seines Vorgängers. Ratzinger, der dogmatisch sattelfeste „Theologenpapst“, liebte die prunkvolle Selbstzurschaustellung in prächtigen Gewändern, kramte längst in Vergessenheit geratene Mützchen mit Pelzbesatz wieder raus, die seit Jahrzehnten kein Papst mehr getragen hatte. Zugleich gab sich der Hirte im Umgang mit seinen Schafen schüchtern, fast verklemmt, aber entschieden, wenn es um die Verteidigung der Dogmen ging. Ohne größere Gegenwehr ließ er zu, dass ihn diverse Vatikan-Seilschaften von der Welt abschirmten und ertrug still leidend deren Verschwörungen – bis er dann aus dem Käfig ausbrach. Sein einziger revolutionärer Akt, der ihm einen Platz in den Papstannalen sichern wird.

 Und jetzt Franziskus. Statt „Tradition“ nimmt der ein in Kurienkreisen eher gefährliches Wort in den Mund: „Normalität“ – und stellt derweil, vatikanisch gesprochen, recht unnormale Sachen an. Der Mann wohnt im Gästehaus Santa Marta statt in den Papstgemächern – und erklärt, er würde halt „psychiatrische“ Probleme bekommen, wenn er nicht unter Menschen sei. Er trägt ein Kreuz aus billigem Eisen auf der Brust, keines aus Gold oder Silber, er predigt nicht farbenfroh aufgebrezelt, sondern im schlichten weißen Talar. Seine schwarze Tasche (Inhalt: Rasierapparat und Gebetsbrevier) trägt er selbst ins Flugzeug. Und auf dem Rückflug der Brasilienreise redet er ungeschützt mehr als eine Stunde mit Journalisten, über Schwule, Frauen, Geschiedene – während Ratzinger auf seinen Reisen immer nur für ein paar Minuten zur Medienmeute fand, um dann drei, vier vorher eingereichte Fragen mit erwartbaren Sprachregelungen zu beantworten.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

—————————————————————————————————————————–

Grafikquelle     :

Diese Datei ist unter der Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 2.0 generisch“ (US-amerikanisch) lizenziert.
Namensnennung: Korea.net / Korean Culture and Information Service (Photographer name)

Abgelegt unter International, Kommentar, Religionen | Keine Kommentare »