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Steinbrück rollt die SPD

Erstellt von DL-Redaktion am Samstag 29. September 2012

Aus der Troika wird

Peer Steinbrück

War schon der Genosse der Bosse eine Zumutung für viele Mitglieder der SPD, könnte dessen Glaubensbruder im Geiste die Partei in eine erneute Spaltung führen. Denn dieser Panzerfahrer mit Tunnelblick kennt nur eine Richtung und das ist seine eigene.

Er geht in einen Wahlkampf, den er schon verloren hat, bevor dieser erst richtig begann. Der Wähler wird sich bei zwei gleichgearteten Kandidaten für das gewohnte Gesicht, das der Merkel, entscheiden. Die sorgt zwar auch für allerhand Verrückt- und Unausgegoren  -heiten, scheint aber immer noch verlässlicher als das, was den Bürger bei einem Regierungswechsel droht.

Ist doch die letzte Rot – Grüne Regierung noch bei jedermann im Gedächtnis, vor allen Dingen da die Auswirkungen der damaligen Fehlentscheidungen bis zum heute für viele Bürger tagtäglich spürbar sind. Entscheidende Korrekturen sind bis heute nicht in Erwägung gezogen worden. Im Gegenteil, die Zerstörer des Sozialstaates wurden dieser Tage noch für den 10. Jahrestag gefeiert.

Der tapfere Sozialdemokrat

Peer Steinbrück wird im nächsten Jahr Angela Merkel herausfordern. Die Wähler wollen das bisher offenbar nicht. Kann der Kandidat das ändern?

Am Freitagnachmittag war alles klar. SPD-Parteichef Sigmar Gabriel erklärte in der Parteizentrale, er werde am Montag dem Parteivorstand Peer Steinbrück als Kanzlerkandidaten vorschlagen. Das Ziel laute ab jetzt Rot-Grün im Bund. Nun gut, diese Neuigkeit war bereits seit dem Morgen bekannt und bestätigt. Spannend war jedoch die Frage, wie der Vorsitzende die Personalie den Fraktions- und Parteilinken schmackhaft machen würde.

Und tatsächlich, schon in seinem zweiten Satz warf Gabriel die Angel aus. Man werde, sagte er, am Montag auch „einen Vorschlag vorlegen, wie die SPD in den kommenden Jahren ein weiteres Absinken des Rentenniveaus bis 2030 auf 43 Prozent verhindern wird“. Der Streit über die Rentenhöhe war zuletzt eng an die Kandidatenfrage gekoppelt worden. Nun also Steinbrück, der Agenda-2010-Mann.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

Erst der Peer, dann die Partei

Das gab es seit Konrad Adenauer nicht mehr. Zum 2. Mal in Folge steht schon vor der Bundestagswahl fest, wen die Deutschen ins Bundeskanzleramt wählen. Wer hätte gedacht, dass es ausgerechnet eine Frau aus Ostdeutschland sein würde, der das gelingt. Chapeau, Frau Merkel.

Mit der Nominierung von Peer Steinbrück als SPD-Frontmann steht fest: Die SPD akzeptiert, dass sie es im kommenden Jahr maximal zum Vize-Kanzler schafft. Größere Visionen gibt es nicht. Und so entspricht es der Verfasstheit der Partei, dass die einzige wirkliche Zukunftshoffnung Hannelore Kraft nicht in einem aussichtslosen Kampf verbrannt werden soll. So weit so plausibel.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

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Fotoquellen:

Beschreibung
English: Three wise monkeys, Tōshō-gū Shrine, Nikkō
Polski: Trzy mądre małpy w świątyni Tōshō-gū w Nikkō
Quelle Eigenes Werk
Urheber Jakub Hałun

Steinbrück: Wikipedia/ Namensnennung: dts. Nachrichtenagentur.de Nachrichtenbilder.de

8 Kommentare zu “Steinbrück rollt die SPD”

  1. pontius pilatus sagt:

    Da es genug Dumme gibt, die Erika Merkel wählen, steht von vorneherein fest, dass es nicht reicht.
    Wieso sollten es Gabriel oder Steinmeier also versuchen, oder Kraft? – die überlassen dem Egomanen Steinbrück das Feld – jeder soll sich so gut blamieren dürfen, wie er möchte.

  2. Thomas A. Bolle sagt:

    Steinbrück hat die Agenda mit zu verantworten. Er steht heute noch zu der gemeinsamen Politik unter Schröder. Ich stehe weder zu Schröder noch zu Steinbrück.
    Wenn sich die SPD-Basis mit Änderungen der Agenda 2010 durchsetzt, hat ihr neuer Kandidat an Glaubwürdigkeit verloren. Setzt sich Steinbrück durch, dürften sich einige Genossen nicht mehr im Spiegel anschauen.

  3. Gilbert Kallenborn sagt:

    Das ist der Rechtsruck der SPD.
    „The Friend of the Gasmann-Schröder“ Nur-es kann dennoch funktionieren.
    Ein Volk, dem der Griechenland-Hauptschuldige Helmut Kohl im Rollstuhl vorgeschoben wird wie eine tatsächliche stumme Ikone, von der man 1 Jahrzehnt nichts mehr wissen wollte – guckt, da isser, Angie & Helmut -,alles gut. Drachmes nix gut
    Lang lebe der Bankenprofit am Euro, wird am Ende, wenn nur noch die Finanzklammer geht,
    auch der Konservativo – Rentnerarsch auf Grundeis, den besseren Finanzexperten wählen. Das ist der arrogante Möpp Steinbrück.
    Jo. Der Saar-SPD Boss hat schon Beifall geklascht, so wird es bundesweit gehen.
    Das „linke Urgestein“ an der Saar- MdB Ottmar Schreiner, Arbeitervertreter – ward bisher nicht von me-gusto medien befragt. Und die Grünen sind happy, es will sie einer heiraten, die abgetakelte Braut. Vergesst den flotten Piratenfreier nicht im Kalkül.

  4. Ichbins sagt:

    langsam ist unser Land dem Untergang geweiht, bei solchen Politikern und Hardlinern wracken wir langsam ab… die lernen nie… und werden immer wieder gewählt 🙁 Der Krug geht solange zum Brunnen… – aber der ist bereits übelst zerbrochen, der Krug!)

  5. RosaLux sagt:

    Der einzig glaubwürdige Kanzlerkandidat SPD wäre Hannelore Kraft gewesen. Nur mit dieser Frau hätte die SPD die Chance gehabt, „Mutti“ abzulösen. Basta-Chef Steinbrück steht für „Agenda 2010 for ever“ und für eine große Koalition – unter der „Lobbyisten-Mutti“. Seine klotzigen Aussagen sind eine Steilvorlage für die LINKE, auch für die Grünen. Man darf daher mit einem Stimmenzuwachs Das wiederum könnte der LINKE und der Piraten rechnen, wären diese Parteien nur glaubwürdiger, als sie es heute noch sind. Im Wahljahr 2013 können wir uns auf Überraschungen gefasst machen. Und die „Wirtschafts- und Banken-Mutti“? Sie wird mit Hilfe einer Zombie-FDP weitere Wahlgeschenke erfinden, um die Wahlbürger zu korrumpieren.

  6. RosaLux sagt:

    Nachtrag: Wahlumfragen Stand 28.09.
    – CDU: 37,0% (zwischen 34,0-38,0)
    – SPD: 28,0% (zwischen 26,0-29,0)
    – FDP: 4,6% (zwischen 4,0-5,5)
    – LINKE: 6,9% (zwischen 6,0-8,0)
    – Pirat: 6,1% (zwischen 5,5-7,0)
    Ein Steinbrück-Faktor ist hier weder positiv noch negativ wirksam. Warten wir die Folgeumfrage ab.

  7. pontius pilatus sagt:

    Die SPD-Linke schmnollt angesichts Steinbrück und seiner Positionen.
    Und dennoch steht sie hinter ihm, zumindest offiziell. Wie so oft, wenn es darauf ankommt, fällt die SPD-Linke um. Lässt sich einlullen von Tante SPD, die erzählt: „Im Wahlkampf und bei öffentlichen Abstimmungen, da müssen wir brav zusammenhalten, sonst profitiert die CDU“.
    Diese Haltung der SPD verhalf einst der Linken zum Aufstieg. Jetzt ist diese am Boden, die Piraten schwächeln.
    Ich möchte mir gar nicht ausmalen, welche politischen Kräfte angesichts der Wirtschaftskrise zur Macht kommen könnten.

    Mit dieser unsozialen Bastapolitik wird Steinbrück zumindest noch nicht einmal die 24 Prozent von Steinmeier erreichen.

  8. Frans Wagenseil sagt:

    Peer Steinbrück wird z.Z. als der große Heilsbringer in den Medien dargestellt.
    Aber der ist er nicht, auch nicht mit den Weihen von Helmut Schmidt.
    Er ist allenfalls eine bunte, schillernde Figur.

    Wir sollten uns zurückerinnern:
    Von 2002 bis 2005 war PS Ministerpräsident in NRW.
    Und da hat er seinen großen Befähigungsnachweis allenfalls in negativer Form erbracht, nämlich das er es nicht kann.
    Bei den Wahlen zum NRW-Landtag 2005 erreichte er als Amtsinhaber für die SPD das bis dahin schlechteste Ergebnis aller Zeiten in diesem Land.
    Das sagt doch alles.
    Er mag vielleicht ein guter Volkswirt sein, der viele der heute wichtigen Zusammenhänge der Finanzmärkte kennt, aber er ist kein Head, der die ganze Maschine zu steuern vermag.

    http://wissen.spiegel.de/wissen/image/show.html?did=27333858&aref=image035/E0324/ROSP200302400200020.PDF&thumb=false

    http://wissen.spiegel.de/wissen/image/show.html?did=27286850&aref=image035/E0322/ROSP200302300260029.PDF&thumb=false

    http://wissen.spiegel.de/wissen/image/show.html?did=27497140&aref=image035/E0326/ROSP200302700200020.PDF&thumb=false

    Dies ist nur eine ganz kleine Auswahl der fast unzähligen Berichte aus dieser Zeit.

    Übrigens:
    Ministerpräsident in NRW wurde PS scheinbar nur zufällig, denn der Favorit für dieses Amt, der SPD-Landesvorsitzende und Arbeits- und Sozialminister Harald Schartau durfte nicht antreten, weil er kein Mitglied des Landtages war.

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/kabinett-clement-soll-angeblich-superminister-werden-a-216990.html

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