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Schmutzige Götterspiele

Erstellt von DL-Redaktion am Samstag 1. Dezember 2012

Götter der Politik zeigen kein Unrechtsbewusstsein

Es ist schon ein Kreuz mit den Göttern. Haben wir noch am Donnerstag über die in Weiß berichtet folgt heute ein Bericht über die Robenträger in Schwarz. Wer kennt ihn nicht, den Spruch aus der Erfahrung der Menschen heraus: „Auf hoher See und vor Gericht sind wir in Gottes Hand“. Der Spruch wurde im Laufe der Geschichte vielfach bestätigt, die Existenz von Göttern dagegen angezweifelt, wobei wir in der Modernen sagen könnten das Gott nur ein Mitglied der CDU/CSU sein kann.

Obwohl, schwarze und weiße Götter finden wir in allen Parteien. Nur der Mix im Verbund mit der Politik wird nirgendwo so offen zur Show gestellt wie in den sich christlich nennenden Parteien. Götter sind über allem erhaben und brauchen darum kein Unrechtsbewusstsein zu zeigen.

So auch im neuesten Fall aus dem göttlichen Freistaat Bayern. Dort war Gustl Mollath als tüchtiger Geschäftsmann bekannt welcher viel Geld vom Tuning der schnellen Autos verdiente. Seit sechs Jahren lebt der heute 56 jährige in psychiatrischen Krankenhäusern.

Seit die Details seines Schicksals bekannt geworden sind, häufen sich die Stimmen, die darin einen Justizskandal sehen. Der Fall hat Bayerns Justizministerin Beate Merk (CSU) erheblich unter Druck gebracht und ihr Rücktritt wird seit bekanntwerden dieses Fall vermehrt gefordert.

So sind diese immer wieder aufkommenden dreier Verbindungen verdächtig. Geld, Banken und Macht bieten immer wieder Anlässe zu sogenannten Kungelrunden. Das muss gar nicht einmal, wie in diesem Fall vermutet, um das ganz große Geld gehen, sondern hier reichen schon kleinere Summen aus, um in den unteren Etagen der Parteien persönlicher Vorteile abzusichern.

Die LINKE weiß davon viele schöne Lieder zu singen. Ist doch jedermann das Papier „Analyse der Gegenkräfte im Landesverband Bayern“ bestens in Erinnerung und innerhalb des DL Artikel „So machen wir es mit links“ nachlesbar. Geschehen ist bislang nichts, obwohl eine Partei das größte Interesse daran haben müsste sich von derlei Vorwürfen freizumachen. Aber nichts da, es wird weiter gewurstelt als wäre nichts geschehen.

Die im Fall „Mollath aufkommenden Vorwürfe sind für uns auf DL daher nicht unbekannt, nichts Neues. Auffällig auch hier die bayrischen Wurzel mit seinen Energiequellen bis ins ins Saarland reichend? Es scheint mehr Götter als die oben aufgeführten zu geben. Vielleicht hat sogar jede Partei ihre Eigenen?

Fall Mollath Abgestempelt als „wahnhafte Störung“

Seit sechs Jahren sitzt Gustl Mollath in der Psychiatrie – und das, obwohl ein interner Bericht der Hypo-Vereinsbank seine Hinweise auf Schwarzgeldgeschäfte bestätigt hat.

Justizministerin Merk behauptet, die Frage illegaler Finanztransaktionen habe für seine Einweisung keine entscheidende Rolle gespielt.

Seit sechs Jahren ist Gustl Mollath, 56, Insasse einer Psychiatrie. 2006 war er zwangseingewiesen worden, wegen Allgemeingefährlichkeit.

Er soll seine frühere Frau geschlagen und gewürgt haben. Mollath hielt vor Gericht dagegen, es solle ihm etwas angehängt werden, weil er Schwarzgeldgeschäfte aufdecken wollte, in die seine Frau, eine frühere Vermögensberaterin der Hypo-Vereinsbank, verwickelt sei.

Zu Beginn der Woche ist ein interner Prüfbericht der Bank aus dem Jahr 2003 bekannt geworden, in dem festgestellt worden war, alle nachprüfbaren Behauptungen Mollaths hätten sich „als zutreffend herausgestellt“. Die Justizministerin Beate Merk (CSU) stellte daraufhin fest, die Frage illegaler Finanztransaktionen habe für die Beurteilung Mollaths keine entscheidende Rolle gespielt.

Das ist nur die halbe Wahrheit, wenn überhaupt: Dokumenten zufolge, die der Süddeutschen Zeitung vorliegen, spielte die Annahme eines „Schwarzgeldkomplex“ für Mollaths Einweisung nicht nur im Urteil des Landgerichts Nürnberg 2006 eine wichtige Rolle. Es ist vielmehr so, dass diese Frage auch in späteren richterlichen Entscheidungen – bis ins Jahr 2011 – eine zum Teil ganz erhebliche Rolle spielte.

2006 war Mollath vor Gericht attestiert worden, er habe „ein paranoides Gedankensystem“ entwickelt: Er sei „unkorrigierbar der Überzeugung“, Personen aus dem Geschäftsfeld seiner früheren Ehefrau – und diese selbst – seien in ein „System der Schwarzgeldverschiebung“ verwickelt.

Quelle: Sueddeutsche >>>>> weiterlesen

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Grafikquelle    :     Grafikquelle: Verlinkung mit Twitter

3 Kommentare zu “Schmutzige Götterspiele”

  1. RosaLux sagt:

    Der Fall wurde bereits im Fernsehen vorgestellt (habe mir Sender und Zeit nicht gemerkt). Auch das Interview mit der Ministerin war – negativ – beeindruckend. Dass Deartiges in Deutschland, der Verfassung nach ein Rechtsstaat, überhaupt möglich ist, übersteiigt alle meine Vorstellungen! Dass diese Ministerin nicht sofort bereits beim Anfangsverdacht von Rechtsbeugung und Verdunkelung und Straftat entlassen wurde, ist beschämend genug! Als ob es nicht genug wäre, haben Richter und sog. „Gutachter“ ihr unrühmliches Spiel getrieben, vermutlich allesamt von der Exekutive dazu aufgefordert. Debei käme es überhaupt nicht darauf an, ob Mollath tatsächlich an den behaupteten wahnhaften Vorstellungen leidet, denn diese wären als Grundlage einer Zwangseinweissung in die Psychiatrie ungeeignet. Weshalb wird Ministerpräsident Seehofer wegen Wegschauens und Deckelns (was sonst?) nicht selbst seines Amtes enthoben, nach Ruhen seiner möglicherweise bestehenden Immunität? Und weshalb findet dieses himmelschreiende Unrecht nicht 14 Tage lang die Titelseite der BILD? Oder anderer – ernsthafter – Zeitungen? Sind wir für dieses Unrecht schon zu abgestumpft? …

  2. Sauser sagt:

    Menschen wegsperren wie zu Zeiten des Österreichers!!!

  3. linkesmitglied sagt:

    Neue Ungereimtheiten
    Bayern will Fall Mollath wieder aufrollen

    ZDF heuteJournal vom Fr 30.11.2012

    Neue Ungereimtheiten im Fall von Gustl Mollath: Der Nürnberger, der Schwarzgeld-Geschäfte mit der Hypovereinsbank angeprangert hatte, ist seit sieben Jahren in der Psychiatrie. Einem Bericht zufolge soll die Justiz verhindert haben, dass die Finanzbehörden einer Anzeige Mollaths Beachtung schenkten. Nun will Bayern den Fall neu aufrollen.

    http://heutejournal.zdf.de/ZDF/zdfportal/form/ZDF.de/4/10/3c7f64/Globale-Suche.html?text=Gustl+Mollath&Suchen=&action=search

    Kurz-url:
    http://tinyurl.com/br6jlnz
    und
    http://tinyurl.com/bp4o7mw

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