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RENTENANGST

RLP-stellt sich neu auf

Erstellt von Diogenes am Montag 1. August 2011

DIE PARTEI in Rheinland-Pfalz stellt sich neu auf – Opportunisten voran! Maul halten als Karriereplan!

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Mainz, wie es singt und lacht – die Linke feiert sich selber das ganze Jahr
und haben endlich jemanden gefunden welcher die Arbeit macht

So nehmen wir Kurs auf die nächsten Wahlen zum Bundestag und in den Kommunen. Auf eine Wahlanalyse, die ja vielmehr vor allem auch eine Analyse der Partei hätte sein müssen verzichten wir. WIR schauern nach vor, vorn ist, wo der Euro in der eigenen Tasche winkt und das Ego zum feisten Leuchten gebracht wird. Von dem mit Angelerntem gefüllten Verstand soll hier nicht die Rede sein, sondern vom Hoffnungsträger Karl Vosskühler in seiner wahren Größe.

Der Genosse strebt nach Höherem. Das sei ihm gegönnt. Aber wie?

Vor allem verzichtet der Mann auf den Gebrauch seines Verstandes. Denn dann müsste er sich gar zu weit aus dem Fenster lehnen und über Verantwortlichkeit der großen Vorsitzenden im Landesvorstand von gestern und heute reden. Der Mann ist schlau: Das würde seiner geplanten Karriere in den Plenarsaal des Bundestages schaden. Recht hat er! Solange mit Mauscheleien von oben und unten die Mandate gemacht werden…

Aber vielleicht kommt es ja auch ganz anders, die WählerIn verweigert

das Kreuzchen beim Karl und der Linken.

Haben wir in der Landespartei und im Landesvorstand „linke Politiker“, wenigstens solche im Werden? Das wären doch Leute, so müsste man meinen, die selbständig und hörbar politische Interessen und Standpunkte vertreten. Das wären doch Leute, so müsste man meinen, die das Austragen von Konflikten wenigstens in den eigenen Reihen nicht scheuen. Was ist von solchen Genossen erst zu erwarten, wenn sie dem politischen Gegner gegenüber sitzen? Wollen sie zukünftig linke Politik durch Aus sitzen und Phrasendrescherei machen, wie sie es innerparteilich vorführen? Nein, linke Politiker, KämpferInnen ohne eigene Vorteilsuche, die haben wir bisher an der Landesspitze noch nicht gesehen. Mag sein, dass es sie gibt. Aber so lange in einem Klima der Angst, Köpfchen die sich vorwagen werden unsanft abgeschnitten, die Landesvorstandsmitglieder mit geschlossenem Visier agieren, lässt sich leider nichts differenziertes Aussagen. Wir haben keine Protokolle der Diskussionsverläufe, wir kennen nicht das konkrete Abstimmungsverhalten der Personen, über Kontroversen dringt nichts nach außen, geschlossene Sitzungsphasen werden zur Routine. Wir haben einen Rücktritt, den Genossen Skupin, wohl weil er sich von anderen GenossInnen im Landesvorstand bei kritischen Bei- und Anträgen verraten und verlassen fühlte.

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Die Mehrheit des gegenwärtigen Landesvorstand zeigt bisher nicht leiseste Anzeichen, dass sie willens oder fähig wäre, mit der Mitgliedschaft der Landespartei ein politisches Reorganisationskonzept zu erarbeiten. Warum? Aus „Rücksichtsnahme“ auf die eigenen Interessen gibt es keine angemessenen Lernprozesse, denn am meisten gefürchtet wird die Verantwortungsübernahme für das Desaster. Bisher bleibt es beim „bewährtem“ ETH-Stil: Ignorieren, Aussitzen, keine Antwort auf Vorschläge, auf unbequemne Kritik – so hält es bisher die ganze Mannschaft!

Was nun Karl Vosskühler, exemplarisch, versteht sich, angeht: Ohne Redlichkeit, ohne die Tugend des Zweifels und der Fähigkeit zur öffentlichen (Selbst)reflexion wird daraus kein linker Politiker. Sondern das Übliche, ein gut bestallter Opportunist, der zu den wichtigsten Fragen aus „guten“ und „taktischen“ Gründen Bauern schlau das Maul hält. Von einem Intellektuellen im Sinne Gramscis kann schon gar keine Rede sein, denn ohne Redlichkeit und Mut zur Wahrheit verkümmert auch der Verstand. Eine Wissenschaft ohne Anstand ist keinen Pfifferling wert.

Man soll angeblich nicht über das Personal reden, das sei zu „persönlich“. Nein, es ist hoch politisch. In unserer Partei kommen zu oft ungeeignete Persönlichkeiten an die Spitze. Warum? „Hannemann geh du voran“, nur nicht die Verantwortung selbst mit übernehmen! Das Interesse der Parteibasis am Parteileben scheint nahezu erloschen, die Gleichgültigkeit und die Dummheit als Betriebsmodus dieser Gesellschaft hat DIE LINKE eingeholt.

Machen Programme Politik? Oder machen nicht Menschen mit ihren Kenntnissen, Fähigkeiten und ihrem Charakter Politik?

Karl Vosskühler und andere Akteure des Landesvorstandes sind der Partei etwas schuldig:

Verantwortungsübernahme und Aufklärung über unsere Lage. Die Parteikrise ist nicht zuletzt das Ergebnis des Handelns und des Unterlassens billiger Opportunisten, die die Partei wie ihr Eigentum behandeln und die Mitglieder wie den letzten Dreck für dumm verkaufen!

Warum sollen wir solchen Bonzen unsere Mitgliedsbeiträge anvertrauen, ihnen unsere Stimme und Kraft geben? Wenn es uns nicht gelingt, uns von solchen Personen zu befreien, dann ist es an der Zeit ihnen die kümmerliche Restpartei zu überlassen.

Es gibt jedoch mindestens ein Problem:

Die enttäuschten und verzweifelten WählerInnen könnten zukünftig

ihre Stimme den rechten Populisten geben.

Bernd Wittich Ludwigshafen, 27. Juli 2011

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Namensnennung: Martin Bahmann aus der deutschsprachigen Wikipedia

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