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RENTENANGST

Ramelow attackiert Wagenknecht

Erstellt von DL-Redaktion am Samstag 9. April 2016

Bodo Ramelow über seine Partei, die Flüchtlinge und die AfD

File:2014-09-14-Landtagswahl Thüringen by-Olaf Kosinsky -80.jpgFile:DIE LINKE Bundesparteitag 10-11 Mai 2014 -120.jpg

von IE

Erwartet wurde der Krach schon lange. Und es ist schon ein wenige erstaunlich das die Wagenknecht nun ausgerechnet von Bodo Ramelow attackiert wurde, hätte man ihm an und für sich eher weniger zugetraut. Wollte wohl im Gegensatz zu vielen Anderen zumindest sein Image als einer der vielen linken Hasenfüße ablegen? Ist ja schon eine Aufmerksamkeit wert, dem Oskar seine Statue auf die Füße zu treten.

Aber seien wir doch ehrlich , wurde es nicht allerhöchste Zeit diese Selbstinszenierungen zu beenden? So hätte sie wohl niemand daran gehindert weiter ihre Bücher zu schreiben und dementsprechend  zu vertreiben. Auch wenn sie mit den Fehlzeiten im Parlament an die Spitze liegt. Ist es doch schließlich ihr persönliches Problem ob sie denn später auch in der Lage ist das Geschriebene zu verstehen. Aber als Frau Dr. sollte das eine Voraussetzung sein. Nur für die Politik, dazu braucht es schon ein wenig mehr Sachverstand, Zumindest dann, wenn die Partei die Hoffnung hat, irgendwann einmal ihren WählerInnen gerecht zu werden.

Sie ist schon ziemlich Unberechenbar wenn sie sich heute beim Tanz mit ihren Aussagen Links herum und morgen Rechts herum dreht. Schade, nur einen Handstand haben wir noch nicht gesehen, aber da wäre auch die Gefahr des Auslaufens zu groß.

So kritisierte der Thüringer Regierungschef das die Vertreter seiner Partei, versuchten, „die Tonlage der AfD zu imitieren“. Besonders scharf griff er auch die Bundestagsfraktionsvorsitzende Sahra Wagenknecht an in dem er anmerkte:  „Nicht durch das noch schrillere Beschreiben lösen wir die Probleme, sondern durch ein gelingen der Integration“. So mahnte Ramelow. Wagenknecht hatte zuvor kritisiert, die Linke habe sich für den Flüchtlingskurs der Regierung “ ausnutzen  lassen“.

So sieht Ramelow wohl viele Konzepte ohne Ziel in seiner Partei.  Nur in einer Opposition gegen alle anderen zu stehen, reicht nicht. Das macht schon die AfD“, kritisierte der Linken-Politiker. „Vor zehn Jahre wusste man noch: Die Linke, das ist die Hoffnung, dass es auch anders geht.“ Nun gebe es die Wahrnehmung, dass die Partei lange nur noch als Teil des politischer Alltag angesehen werde.

Hier das Interview aus der Thüringer Allgemeine:

Bodo Ramelow über seine Partei, die Flüchtlinge und die AfD

Der Thüringer Ministerpräsident im Gespräch mit unserer Zeitung: „Ich erkenne kein Profil, das mir sagt: Das ist die Linke“

Herr Ramelow, jetzt mal ehrlich: Wo liegt Ihr Geld?
 
Wenn Sie schon so fragen: nicht in Panama. Das, was ich mit diesem Land verbinde, ist Janosch und der Geruch von Bananen. Das Geld von meiner Frau und mir ist für jeden sichtbar in unserem Haus in Erfurt angelegt. Ansonsten bin ich ein sehr konservativer Mensch, wenn es ums Geld geht. Ich will absolutes Vertrauen zu meiner Bank haben und ich lege nichts in Fonds oder seltsam strukturierten Finanzprodukten an.
 
 Das ist aber nicht mehr die Welt, in der wir leben. Die sogenannten Panama-Papers. …
 
zeigen, was wir schon lange wissen, nur dass wir diesmal mehr Daten und Namen haben. Hier werden offenbar im großen Stil illegale Geschäfte über anonyme Briefkastenfirmen abgewickelt. Dieser Sumpf muss trockengelegt werden. Das heißt: Bei jeder Gesellschaft, ob nun in Panama, Luxemburg oder in Deutschland, sollte erkennbar sein, wer Eigentümer ist. Jeder Geldtransfer ist transparent und nachvollziehbar abzuwickeln. Wir müssen zurück zu den klassischen, überprüfbaren Finanzstrukturen. Das kann Deutschland aber nicht allein leisten, das kann nur europaweit passieren.
 
Müsste der Linke, der Sie ja sind, nicht einfach sagen: So funktioniert er nun mal, der böse Kapitalismus?
 
Nein, ich muss das nicht sagen. Und so böse ist der Kapitalismus auch nicht. Das System Panama, diese irren Finanzprodukte und der immer schnellere Geldkreislauf, der sich längst von normalen, echten Geschäften losgelöst hat – dies alles hat mit freier und sozialer Marktwirtschaft wenig zu tun. Diese Pervertierung bedroht auch das kapitalistische System, in Thüringen ganz konkret das Geschäftsmodell der Sparkassen und Volksbanken. Dabei sind sie enorm wichtig für den Mittelstand, für öffentliche Investitionen und für die Menschen im Land. Diesen Teil des Kapitalismus will ich nicht nur gerne behalten. Ich will ihn ausbauen und wieder ergänzen – um gemeinwohlorientierte Kapitalvermögen etwa in Form von Wohnungsbeständen oder Bürgergenossenschaften.
 
Was ist mit dem Sozialismus, der in Ihrem Programm steht?
 
Wenn wir etwas aus der Geschichte gelernt haben, dann das: Jeder Gesellschaftsentwurf, auch wenn er sich sozialistisch nennt, benötigt neben den politischen und sozialen Grundfreiheiten den freien Handel, also auch ein großes Stück Marktwirtschaft. Nur so wird Kreativität und Dynamik freigesetzt. Einheitsvorgaben führen immer zu totalitären, unfreien Strukturen, die am Ende auch ökonomisch scheitern. Der Staat muss den Rahmen vorgeben – und genau daran krankt es gerade.
 
Man hat nicht den Eindruck, dass die Menschen derartig differenzierte Antworten von der Linken hören wollen. Die Rolle der Protestpartei hat Ihnen die AfD abgenommen.
 
 
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Fotoquelle: Wikipedia
Beide Fotos: Autor –  Blömke/Kosinsky/Tschöpe

3 Kommentare zu “Ramelow attackiert Wagenknecht”

  1. Penelope sagt:

    Chapeau Herr Ministerpräsident!

  2. Petra Filipowitz sagt:

    Die Verantwortlichen für die desaströsen Wahlergebnisse müssen weg.

  3. Lothar Schwab sagt:

    Lesenswert:

    http://blog.wawzyniak.de/parteivorstandssitzung-14ii/

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