DEMOKRATISCH – LINKS

                      KRITISCHE INTERNET-ZEITUNG

RENTENANGST

Probleme mit den Alten ?

Erstellt von DL-Redaktion am Mittwoch 20. Juni 2012

Pflege einmal privat, bitte

Gamlehjemmet Enerhaugen - no-nb digifoto 20160122 00020 NB NS 000239C.jpg

Die Nachricht aus dem Awo-Seniorenzentrum Elversberg im Saarland machte gestern blitzartig ihre Runde im gesamten Land. Zwei Mitarbeiter sollen angeblich Pflegepatientinnen misshandelt, gequält und gedemütigt haben.

So schockiert wir auch sind wenn wir solche Nachrichten lesen oder hören so müssen wir uns doch als Teil der Gesellschaft eingestehen das solcherart Zustände aus der Sicht unserer Politiker zumindest so provoziert und im Unterbewusstsein herbeigeführt werden. In einem Land in den Ministerinnen aus reinen Populismus heraus ungebildete Kräfte einfach umschulen und zu Alten- oder Kranken-Pflege umfunktionieren wollen, werden solcherart Vorkommnisse zur Normalität werden. Umfunktionieren oder trainieren kann man in Jobs, aber nicht in „Berufen“ wo schon das Wort auf den Inhalt „Berufung“ als Hinweis dient. Ein Job wäre zum Beispiel der eines/r PolitikerIn welche/r zum Müllwerker/in umgebildet wird, um damit zu erlernen dass mit Händen zu fassen was aus ihrem Mund als Sprache entweicht.

Hatte noch am Sonntag Gerd Heming mit seinen Bericht „Pflege einmal privat, bitte“ auf die Probleme und die unmöglichen Zustände in den Heimen und bei den Kassen hingewiesen, lesen wir seit gestern über die Vorkommnisse im Saarland. So schreibt die SZ unter anderen folgendes:

Der jüngere Altenpfleger, der seit 2005 in dem Heim arbeitete, soll einem Patienten als „Erziehungsmaßnahme“ die Atemkanüle entfernt haben und ihn dann gefragt haben, wie es denn sei, wenn man keine Luft mehr bekomme. Der 25-Jährige habe auch einem anderen Patienten Schnittverletzungen zugefügt, angeblich weil der Mann beim Rasieren nicht stillgehalten habe. Vor Weihnachten 2011 soll er zudem eine alte Frau „auf üble Art und Weise zugerichtet haben“ mit einem „Hitler-Schnurrbart und Gurkenscheiben im Gesicht“. Mit seinem Handy habe er sein misshandeltes Opfer fotografiert und die Fotos an Kolleginnen geschickt.

Quelle: Saarbrücker-Zeitung >>>>> weiterlesen

Das solcherart Vorfälle aber nicht nur in Heimen vermehrt beklagt werden, sondern gefördert von einer unverständlichen, eiskalten Politik, auch im privaten Umfeld vermehrt auftauchen weist ebenfalls ein Beispiel aus dem Saarland hin, worüber wir am Wochenende Informiert wurden.

Massiv kritisiert wird in diesen Fall die „häusliche Krankenpflege der AOK Saarbrücken“. In einem Schreiben vom 23. 05. 2012  weist die Beschwerde führende Person auf diverse Missstände im Umgang mit ihren 85 jährigen Mündel hin. Erwähnt wird unter anderen auch ein „Wundmanager“, wobei schon die Titulierung dermaßen kalt und deplatziert klingt, so das einem normalen Bürger bei so viel Dummheit der Namensfinder, der berühmte Bissen im Halse steckenbleiben muss, welcher unangemeldet zur Begutachtung auftauchte.

Aus diesen Schreiben zitieren wir:

„Vorab ein herzliches Danke für lhr Engagement, kurzfristig – ohne Vorankündigung – den Wundmanager zur Begutachtung der Pflegesituation zu entsenden. Sinn und Zweck seines Besuches verstehe ich dennoch nicht recht.

Seine Pflegeberatung brachte für mich – nach fast I2-jähriger Dauerpflege, ohne jeglichen Besuch einer Pflegefachkraft durch die AOK – keine neuen Erkenntnisse. Alternativ-Lösungen konnte der Herr nicht aufzeigen.

Sein Ratschlag, man müsse regelmäßig umlagern, gehört zum Basiswissen; war für meine Person völlig überflüssig l Wie hätte ich ohne das Wissen darum eine Person so lange pflegen können? Das Kompliment, dass ich schon das Optimum leiste, habe ich dankbar aufgenommen.

Als einzigen auf Dekubitus spezialisierten Arzt, der auch Hausbesuche durchführt konnte mir der Herr nur Dr. T. benennen. Ich kenne Dr. T. hege aber gewisse Vorbehalte gegen ihn. In der Vergangenheit hat er vereinbarte Termine (! nicht wahrgenommen. Seine Rezepte werden – ungefragt – der Fa. V. Zugeleitet, wodurch ich mein Recht auf eine freie Apothekenwahl eingeschränkt sehe. Ihr Herr konnte mir trotz Nachfrage leider keinen anderen Arzt gleicher Kompetenz benennen.

Die ,,Dekubitus-Spezialistinnen“ aus Merchweiler haben bei ihrem Besuchen 201I nicht empfohlen, zur Dekubitusvermeidung einzelne Würfel aus der Matratze zu entfernen obwohl dieses geholfen hätte. Ich vermute daher, dass der Verkauf von entsprechenden Produkten wichtiger ist als die Gesundheit der Patienten.

Meinen jetzigen Vorschlag, vorsorglich auf eine Wechseldruck-Matratze umzustellen lehnte ihr Wundmanager  mit dem lapidaren Hinweis ab: „wir warten mal ab“ – Er blieb mir allerdings die Antwort auf die Frage schuldig, worauf – in Gottes Namen – er denn noch warten wolle, wenn aus pflegerischer Sicht dringendst eine Verbesserung geboten sei.

Als merkwürdig habe ich empfunden dass ein Wundmanager sich das „Corpus delicti “ wie er den Dekubitus nannte nicht einmal angesehen hat. Mein Eindruck ist daher, dass der Besuch andere Ziele hatte als den mich in meiner Pflegesituation zu beraten. Frage: „Was war der eigentliche Grund für seinen Besuch?

Abschließend habe ich fo|gende Bitten -ggf.a|s Antrag an die AoK – Die Gesundheitskasse –

Bitte benennen sie sie mir einen anderen auf Dekubitus spezialisierten Haus- oder Facharzt, der auch Hausbesuche durchführt als Dr.  T.
Bitte stellen Sie der zu Pflegenden möglichst kurzfristig eine Wechseldruckmatratze zur Verfügung
Bitte stellen sie umgehend einen Lifter (Bett) zur Verfügung
Bitte bezahlen sie die zur Behandlung pflegerisch und medizinisch unerlässlichen Behandlungen.“

Außerhalb des Briefes wurden wir ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht,  die umsichtige und aufmerksame Pflege durch den Alten- und Pflegedienst Susanne Woerner, in Person von Schwester Angelina, zu erwähnen. Die große Frage welche wir uns in solchen Fällen stellen ist aber folgende: Warum wenden sich die Bürger in solchen Fällen nicht an die Politiker ?

——————————————————————————————————————————-

Grafikquelle    :     ildet er hentet fra Nasjonalbibliotekets bildesamling. Anmerkninger til bildet var: Påskrift arkivark: Gamlehjemmet Enerhaugen Eldste arkivnummer: 239 Enerhaugen,Oslo, Oslo, Oslo

6 Kommentare zu “Probleme mit den Alten ?”

  1. Helga Mertens sagt:

    Wir warten erst einmal ab ? Auf den Tod ? Diese Antwort läge sehr nahe. Keine Kosten, keine Rente, ganz im Sinne einer nur auf Geld fixierten politischen Kaste und seiner Manager ? Wundmanager? Was der wohl managt, mit Sicherheit noch nicht einmal sich selber.

  2. Bednarek sagt:

    Versicherte haben darauf hinzuwirken, dass sie durch eine gesundheitsbewusste Lebensführung, Beteiligung an Vorsorgemaßnahmen dazu beitragen, Krankheiten zu verhindern.
    Wozu trägt die AOK im geschilderten Fall bei?
    Die angebliche Gesundheitskasse müsste wegen unterlassener Hilfeleistung angezeigt werden.

  3. Diogenes sagt:

    DIE AOK ist – wie andere Kassen übrigens auch – eine Gesundheits-Sparkasse. Hauptsache, die Bürokratie kommt auf ihre Kosten, und die eigenen Finanzen. Auf der Strecke bleiben alle anderen Beteiligten am noch so genannten Gesundheitssystem: die Patientn, die Pflegebedürftigen, deren Angehörige, die Hausärzte (weitgehend), die Kliniken, die Pflegeheime, die Apotheken, der Gesundheitsminister (ach nein, der ja gerade nicht).

    Als G-Reform wolte man 2007 verstärkt das „Verursacherprinzip“ einführen. Es hätte bedeutet, dass jeder, der durch eigenes Tun oder Lassen seine Erkrankung ursächlich selbst mit herbeigeführt hat, ganz oder teilweise auch zu den Heilungskosten beitragen sollte. – Und wer hat nicht dazu beigetragen, durch zu viel oder zu wenig Bewegung z.B., letztlich eigentlich, wenn man es recht bedenkt, sogar durch seine – der Kassengemeinschaft nur lästige – Existenz! Und was man nicht der Gemeinschaft auflegen kann oder soll, das muss dann jeder persönlich durch private Nachversicherung selbst tragen. Mehr Eigenverantwortung nennt man das Zahlungsprinzip.

    Auch die Alten haben doch irgendwie selbst dazu beigetragen, dass sie so alt geworden sind, oder? …
    Bei den Alten werden die Risse und Brüche der ursprünglich noch Solidargemeinschaft besonders deutlich. Jedem Beteiligten ist doch klar, dass die verfügbaren Finanzen für eine Heimunterbringung nicht ausreichen. Trickreich aber wird ein Großteil die Lasten auf die Angehörigen verteilt – mit dem moralischen Klopper: man wird doch noch für seine alten Eltern sorgen wollen, wenn man dies schon muss. Weil nach demselben Prinzip die jungen Eltern – natürlich – auch für ihre Kinder zu sorgen haben – im Schnitt bis 25 oder 27 Jahre – stecken in der Klemme „Generation Sandwich“. Wer richtig reich ist, den ficht das nicht an. Normalbürger allerdings können an der Doppelbelastung kaputt gehen. Gerade in dem Alter, in dem sie ihre Kinder „flügge“ gemacht haben, sind plötzlich „die Alten“ zusätzlich zu versorgen, durch eigene Dienstleistung und/oder durch finanzielle Beiträge.

    Gäbe es deutlich hörere Einkommen der „Mittelschicht“, gäbe es spürbar höhere Transferleistungen der Gesellschaft besonders gegenüber der ständig wachsenden sozialen „Bodenschicht“, gäbe es härtere Einkommenskürzungen für die 10-20% der „Ober- und Super- und Hyperschichten“, könnte der Löwenanteil dieses Problems wenigstens finanziell gelöst werden. Jedenfalls besser als Bankenrettung.

  4. amore mio sagt:

    „Vor Weihnachten 2011 soll er zudem eine alte Frau „auf üble Art und Weise zugerichtet haben“ mit einem „Hitler-Schnurrbart und Gurkenscheiben im Gesicht“. Mit seinem Handy habe er sein misshandeltes Opfer fotografiert und die Fotos an Kolleginnen geschickt.“
    Vor Weihnachten? Und jetzt wird es öffentlich, obwohl Kolleginnen davon wussten?

    Wohl nicht der einzige Skandal, der vertuscht werden sollte. Liest man den Text gründlich, sind auch die Todesfälle nicht mehr ganz aktuell, im Februar und Mai passiert. Wer hatte da so lange den Mund gehalten oder halten müssen? Mitarbeiter oder Chefs?

  5. Gabriel van Helsing sagt:

    In obigen Heim müssen einige Kontrollmechanisse gefehlt haben.
    Anders kann ich mir die Sauereien an Heimbewohner nicht erklären.
    Hoffentlich zeigen die Angehörigen oder die Staatsanwaltschaft,
    falls diese ein „Arsch in der Hose“ hat, auch die Heimleitung an.

    Weiterhin steht in der Saarbrücker Zeitung etwas von Betäubungsmittelmissbrauch und Schmerzmittel.
    Das sind 2 paar verschiedene Schuhe. Wobei sich die Frage stellt, was ein Alten- und Pflegeheim, zb. mit Ketanest,Dornicum, etc.
    in seinen Medikamentenportfilio anstellen will.

    Als Schmerzmittel sind hier wohl BTM-Medikamente zu verstehen?
    Für diese gibt es BTM-Karten und sollten a.- nur von einer Person verabreicht werden und b.-sollte die Abgabe und die Eintragung von einer weiteren Person überwacht werden.
    Weiterhin wird die BTM Abgabe, von der zuständigen Amtsstelle überwacht. Da müssen zig Stellen innerhalb und ausserhalb dieses Heimes gepennt haben!
    Das weitere klärt das BTM-Gesetz oder die Bundesopiumstelle.

    Zum Dekubitus.
    Als langjähriger Beschäftigter im Not-Arztdienst oder Ärztl. Bereitschaftsdienst stehe ich nicht nur dazu, ein Bettlägeriger braucht keinen Dekubitus zu bekommen.
    Es gibt Maßnahmen, dieses vor zu beugen.
    Auch bestätigt dieses in Untersuchungen oben geschriebene,
    in Studien der Rechtsmedizin der Berliner Charite.
    Ein Dekubitus ist meistens die Ursache von Faulheit und Nichtanwändung von Hilfsmittel zur Dekubitusprophilaxe, des Pflegepersonals. In vielen Krankenhäuser mit ausreichend Personal, ist ein Dekubitus bei Beatmungspatienten und Komapatienten, ein Fremdwort.
    Und falls trotzdem mal ein leichter Dekubitus eintreten sollte,
    kann man diesen schnell Herr werden.

    Apropo Beatmungspatienten.
    Die neueste Masche ist, das im Namen von Beatmungspatienten eine WG gegründet wird. Hier hat die Heimaufsicht nichts zu suchen.
    Eine Lücke im Gesetz eben. Diese Patienten heuern auf eigene Kosten ihr Pflegepersonal an. Alles legal auf Papier.
    Viele Pflegedienste sind bei der Antragstellung hier zu, sehr behilflich, da die Pflegekassen diese Pflegekosten übernehmen müssen. So kann es sein, dass sich in Industriegebieten schon mal in nach Aussen dem Anschein verlassenen Büros, eine Beatmungs-WG befindet.

  6. Tomacina sagt:

    …hat ein Politiker wirklich fundiertes Wissen? Es ist eher zu vermuten, dass die Lobbyisten auch in diesem Ressort kräftig mitmischen!

Kommentar schreiben

XHTML: Sie können diese Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>