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Nun geht sie von selbst

Erstellt von DL-Redaktion am Donnerstag 16. August 2012

Zur Stasi-Vergangenheit von Frau Kerstin Kaiser

Datei:Kerstin Kaiser und Bodo Ramelow in Dresden-2.jpg

Ein großes Thema seit mehreren Jahren schon, ist in der DIE LINKE Brandenburg die ehemalige Stasi-Vergangenheit von Frau Kerstin Kaiser. Sie wurde seit Beginn ihrer politischen Laufbahn 1990 von dieser Vergangenheit verfolgt. Obwohl sie ihre Vergangenheit öffentlich machte wurde ihr diese Mitarbeit vor 30 Jahren bis heute an gehangen.

Auffällig auch in diesen speziellen Fall das die Zensur und Verurteilung aus den eigenen Reihen kommt, was zeigt wie viel Missgunst und Neid unter den Postengeiern vertreten ist. Das politische Gegenspieler versuchen eine solche Situation zu ihren Gunsten auszunutzen, ist in diesem schmutzigen Gewerbe normal.

Sollten wir doch an und für sich gelernt haben das ein jeder ein Recht auf Vergebung hat. Das gilt um so mehr für Entscheidungen welche im jugendlichen Alter abverlangt werden. Zumal die folgende öffentliche Erklärung in ihrer Deutlichkeit keinen Zweifel aufkommen lässt. Für ein solches Verhalten: Chapeau!

Das würden wir gerne öfter sehen.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

Erklärung zur Zusammenarbeit mit dem MfS

Was ich im Folgenden schreibe, dient der Information und Erklärung dieses Teils meiner Biografie. Es ist meine persönliche Sicht der Dinge, eine Erklärung und keine Rechtfertigung. Die beschriebenen Erfahrungen haben mich sehr geprägt. Sie wirken bis heute nach und behalten Bedeutung für mein jetziges und weiteres Leben.

1979 erklärte ich mich als 18jährige Schülerin an der ABF in Halle/Saale damit einverstanden, dem MfS mit Beginn des Studiums im Ausland als Ansprechpartnerin und Informantin zur Verfügung zu stehen.  Das Gespräch fand mit zwei Mitarbeitern des MfS und meinem Stellvertretenden Direktor und Lehrer statt. Die begründeten mir gegenüber ihr Anliegen mit dem Interesse der DDR an der Sicherheit und Zuverlässigkeit ihrer Studenten im Ausland. Wir hätten die Gesetze der UdSSR zu respektieren und es könne sein, dass Geheimdienste aus dem kapitalistischen Ausland den Kontakt zu uns suchen, hieß es.

Dieses Gespräch im Büro des Stellvertretenden Direktors und während der Unterrichtszeit traf mich völlig unvorbereitet. Niemand erklärte mir, warum ich ausgesucht worden war, und was man – außer Stillschweigen zu bewahren – genau von mir erwartet.  Ich musste damals nicht lange nachdenken, bevor ich zustimmte. Die Bezeichnung „Inoffizielle Mitarbeiterin“  fiel zu der Zeit nicht. Und vom Gebot des Stillschweigens nahm ich automatisch meine engen Freunde aus.

Bis heute beschäftigen mich die Fragen: Warum hatte ich – als achtzehnjährige Schülerin – keine Zweifel an der Legitimität des Ansinnens der MfS-Offiziere und an der Richtigkeit meiner Entscheidung? Wer und wie war ich damals, dass ich keine Zweifel hatte?

Ich lebte als Kind glücklich, in völliger Sicherheit und Geborgenheit. Meine Eltern hatten durch den Zweiten Weltkrieg sehr viel verloren, auch ihre Heimat. Als Flüchtlingskinder konnten sie dann in der DDR lernen, studieren, arbeiten. Diese Erfahrungen und das damit verbundene Gefühl der Dankbarkeit diesem Staat gegenüber haben sie uns Kindern mitgegeben.

Ich habe meinen Wohnort, meine Schulen und meine Lehrer überwiegend in guter Erinnerung. Sie haben mich gefördert, ich konnte mich verwirklichen. In meinem Leben gab es kein West-Fernsehen und ich traf keine Verwandten, die in der BRD lebten. Über Probleme und Widersprüche wurde diskutiert, auch in der Schule. Politisches Interesse war für mich immer selbstverständlich. Als Kinder erfuhren wir über die Diktatur in Griechenland und schrieben Karten für die Freilassung von Mikis Theodorakis, die Bilder vom US-Krieg gegen Vietnam zeigten uns, wie gut es uns doch ging. Uns erschütterte der Putsch in Chile 1973.  Das Böse existierte für mich anderswo. Nicht in meinem Land, nicht in meinem Leben. Vom Prager Frühling wusste ich damals kaum etwas. Wenn beliebte Künstler die DDR verließen, waren wir traurig. Aber wir ahnten nur, dass uns wohl vieles verborgen war.

Quelle: Kerstin Kaiser >>>>> weiterlesen

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3 Kommentare zu “Nun geht sie von selbst”

  1. Konrad sagt:

    Da sieht man mal wieder, dass die Kleinen „gehängt“ werden und die Großen laufen unbescholden umher.
    Hut ab vor dieser Frau, dass sie ihre Vergangenheit nicht verschwieg. Aber der Haß auf die Stasi ist immer noch so groß, auch auf die, die durch irgendwelche Schiksale mit ihr verstrickt wurden. Es ist aber immer besser, wenn ich solch eine Vergangenheit habe, nicht in die Politik zu gehen. Dann laufe ich nicht Gefahr, gejagd zu werden. Immer oben mitschwimmen ist eben auch nicht gut.
    Viele Ex – SED -Funktionäre sind in die CDU, SPD, FDP abgetaucht. Von denen spricht keiner mehr. Da DIE LINKE. den SED – Stallgeruch niemals los werden wird, kommt es dann zu solchen Geschehnissen.

  2. Gilbert Kallenborn sagt:

    Viele haben die eigene Stasi-Vergangenheit gezielt geleugnet.
    Sie ließen sich in den Bundestag wählen als auch in vielen Landtagen. MfS und Stasi-Angehörige wohnten in noblen eigenen Bezirken und Bauten und hatten alle nur erdenklichen Privilegien;
    während der Normal-Bürger des DDR, Arbeiterparadies mit Schiessbefehl, nicht mal Westradio hören durfte, seine Existenz deswegen auf dem Spiel stand.
    Die Stasi-Mitarbeiter oder Spitzel, wussten genau, daß sie Existenzen vernichteten. Das waren keine roten Pfadfinder oder Heilsbringer, das waren Vernichter. Und alle gut, gut ausgebildet im Lügen und Betrügen in Politik der dreckigen Art.
    Deswegen sind auch heutige ex-Stasispitzel mit extremer Vorsicht zu genießen.
    Kaum einer von denen outete sich freiwillig, sondern wissend, da kommt was auf mich zu… besser selber reden.. vor 3einer Aufdeckung. Andere vertrauen darauf, ihre Akte sei vollständig geschreddert, das ist ein Irrtum.
    Die Stasi innerhalb der Linken ist eine tickende Zeitbombe. Was muss das für ein Gefühl sein, als Ostbürger, die Brut der alten Stasi im Deutschen Bundestag oder in den Landtagen zu sehen, die Stasi-Beamtenrente der Täter ist höher, als -wenn je gezahlt – die Rente der Opfer der Stalinisten.

  3. Helmut Leih sagt:

    Ich habe die Stasi schon immer gehast,die haben meinen Eltern in Weißenfels(Sachsen-Anhalt)
    schwierigkeiten gemacht.Aber wenn eine oder einer das zugibt,dann soll mann sie auch in
    ruhe lassen. Hier ist der Aufdeckung doch geholfen worden.
    Was einige nicht WISSEN,wer nicht mitgemacht hat wurde am Arbeitsplatz mit MOBBING belegt.
    Genau dass, haben die NAZIS auch gemacht!!!!.

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