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Nato Libyeneinsatz ?

Erstellt von DL-Redaktion am Sonntag 3. April 2011

Vernunft im Schlachtenlärm

File:Auslandseinsätze der Bundeswehr.svg

Auslandseinsätze der Bundeswehr

Ist der Militäreinsatz der Nato in Libyen gerechtfertigt? Darf den Aufständischen welche die Diktatur  von Gaddafi stürzen wollen durch den Militärischen Eingriff geholfen werden? Ist der Pazifismus obsolet weil es darum geht, die westliche Kriegsmaschinerie für die Demokratie in Stellung zu bringen um einen Völkermord, wie in Ruanda geschehen, zu verhindern?

Sind die Vergleiche wieder einmal nur politisch motivierte Lügen und es geht in Wahrheit um reine Kapitalinteressen, um Öl? Werden hier Völkerrechtsnormen nur endgültig entsorgt und das Recht durch die Willkür des Stärkeren ersetzt werden? Oder können sich die Menschen Libyens nur selber befreien?

Gibt es nicht eventuell sogar die moralische Verpflichtung des Westens zum Eingreifen, da erst durch dessen Unterstützung der Despot aufgerüstet wurde und so in die Lage versetzt wurden das Volk zu drangsalieren?

Viele Fragen welche viele Antworten offen lassen. Heute einmal als PRO und Kontra gegenübergestellt auf das ein jeder sich seine Meinung bilden kann?

IE

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PRO

Mein Pakt mit dem Teufel

Die westliche Militärintervention in Libyen ist richtig. Denn wer Massenmord zur „inneren Angelegenheit“ erklärt, macht sich zum Mittäter.

Als ich am Donnerstag vor elf Tagen Gaddafis furchteinflößende Rede vernahm, in der er ankündigte, Bengasi innerhalb der kommenden Stunden zu überrennen und ein Blutbad unter den Rebellen anzurichten, war ich voller Sorge und Zorn auf die internationale Gemeinschaft – insbesondere auf die USA -, die Tage und Wochen kostbarer Zeit mit leerer Phrasendrescherei verschwendet hatten, während der Diktator Libyen Stück für Stück zurückeroberte.

Doch dann kam dieser fast unglaubliche Beschluss des UN-Sicherheitsrates, der all das Gerede schlagartig beendete und den Weg für eine militärische Intervention freimachte. Die Szenen, die sich anschließend auf dem Hauptplatz von Bengasi abspielten und live von al-Dschasira übertragen wurden, erinnerten mich an den Mugrabi-Platz in Tel Aviv am 29. November 1947, kurz nachdem die Generalversammlung der UN die Resolution zur Teilung Palästinas in einen jüdischen und einen arabischen Staat verabschiedet hatte.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

Kontra

Vernunft im Schlachtenlärm

Deutschlands Skepsis gegenüber dem Libyenkrieg ist richtig. Denn für die militärische Intervention dort gibt es zu wenige gute Gründe.

Wer die Libyen-Intervention des Westens kritisiert, macht sich noch lange nicht mit Gaddafi gemein, wie die Meinungsathleten des Pariser Intellektuellenzirkus um Bernard-Henri Lévy oder manche Berliner Hinterbänkler derzeit behaupten. Die Dinge liegen komplizierter.

Die politische Achillesferse der Befürworter einer militärischen Intervention ist ihre Begründung. Was beim Irakkrieg die Propagandaparolen von „Giftgas“ und angeblichen „Massenvernichtungswaffen“ waren, sind im Falle des Libyenkriegs die Kampfworte „Blutbad“, „Henker“, „Massaker“, „Racheorgie“, „gezielter Massenmord“, „Völkermord“ und „Barbarei“. Neben diesen Begriffsklötzchen aus dem Repertoire der pathetischen Nebelwerfer darf das unvermeidliche Geisterbahnpersonal der Leitartikler nicht fehlen: „Der Obergefreite mit zweifelhaftem Leumund“, wie Jens Jessen in der Zeit schrieb, oder gleich: „Adolf Hitler“ (Theo Sommer).

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

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Grafikquelle :Überblick der Auslandseinsätze der Bundeswehr

Ein Kommentar zu “Nato Libyeneinsatz ?”

  1. Dieter Carstensen sagt:

    Ich möchte Euch in diesem Zusammenhang auf einen interessanten Beitrag aus „Zeit – online“ aufmerksam machen.

    Titel: „Die Idee des gerechten Krieges“

    Hier ein Auszug daraus:

    „Ohnehin stellt sich die Frage, weshalb in Libyen und nicht auch anderswo interveniert wird. Natürlich, die Entscheidung über ein Eingreifen der UN obliegt nicht einem einzelnen Staat. Dennoch ist deutlich zu sehen, dass der beim Thema Libyen so aktive Westen wenig Anstalten macht, beispielsweise die Demokratiebewegung in Birma aktiv zu unterstützen.

    Die Legitimation des Libyen-Einsatzes nach Vitoria schon dann brüchig, wenn bei Bombardements Zivilisten getötet werden. Wenn die, die Gaddafi heute angreifen, vom Handel mit ihm profitierten. Oder wenn westliche Firmen mit dem Wiederaufbau des Landes betraut würden und einen günstigeren Zugang zu den Ölressourcen erhielten. Jede Art von Vorteil der Akteure des gerechten Kriegs steht demnach seiner Legitimität entgegen.

    Nach Vitorias Maßstäben für einen gerechten Krieg – und auch denen der Vereinten Nationen – steht das Vorgehen der internationalen Gemeinschaft auf einem brüchigem Fundament.“

    Der gesamte Beitrag findet sich hier:

    http://www.zeit.de/politik/2011-04/libyen-gerechtigkeit-krieg?page=1

    Ebenfalls interessant ist dazu ein Artikel von Christoph R. Hörstel, Regierungs- und Unternehmensberater, sowie Nah- und Mittelost-Experte.

    Titel: „Kriegsverbrechen in Libyen“

    Hier ein Auszug:

    „Dieser Tage outen sich eine Reihe „Journalisten“ als Bestandteil des US-Netzwerks: Sie schmieren und krakeelen voller Wut in allen großen Medien, dass Deutschland noch immer nicht am mehrfach rechtswidrigen Morden der Nato in Libyen teilnimmt. (Das erinnert an das „rat race“ unserer Politiker in dieUS-Botschaft, sobald sie meinen, dadurch Vorteile zu erhalten.) Selbstverständlich ist niemand überrascht, dass ausgerechnet das gleiche Personal zu den Blinden und Tauben gehört, die Existenz und Wirkung von Uranwaffen geflissentlich übersehen, denn solche Kleinigkeiten können schließlich nicht beunruhigen.“

    Der gesamte Beitrag findet sich hier:

    http://www.hoerstel.ch/hoerstel/News/Eintrage/2011/3/29_Das_Dumm-Schwein__eine_neue_Sub-Species_erlebt_seine_Blute.html#Libya

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