DEMOKRATISCH – LINKS

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RENTENANGST

Mit Tee und Empathie

Erstellt von DL-Redaktion am Donnerstag 31. Mai 2012

Also nix mit Camping – Kaviar schmeckt besser.

Occupy zieht um die Welt und macht damit auf die Finanzskandale und internationalen Demokratiedefizite  aufmerksam. Der Journalist Raphael Kempf nimmt uns mit auf eine weite Reise durch die Protestcamps von London bis Santiago de Chile.

Zuvor einige Impressionen aus Frankfurt. Einer unserer Leser, welcher in Frankfurt dabei war schrieb uns folgendes: „Sahra Wagenknecht war schon da und zwar wie immer in schwarzem Kostüm. Sie reihte sich aber nicht in die Demo ein, sondern spazierte wie Klaus Ernst „abseits„ der Demonstrationsgruppen. Damit wurde sie besser gesehen !!!“

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Amir Imran, der von Anfang an dabei war, führte uns durch das Occupy-Camp vor der St Paul’s Cathedral in London.1 „Mein Zelt steht da hinten, neben der Technikzentrale mit dem Internetanschluss. Wir sind ja ständig in Kontakt mit den anderen Occupy-Gruppen. Außerdem posten wir täglich auf Facebook. Das hier ist die Küche. Da holen wir uns Frühstück, Mittag- und Abendessen. Und hier ist das ,Tea and Empathy‘-Zelt. Da steht sogar ein Klavier drin, und es gibt kostenlos Tee und Kaffee.“

Am 28. Februar wurde das Zeltlager von der Polizei geräumt. Seit dem 15. Oktober 2011 hatte Amir Imran Tag und Nacht in dem Protestcamp im Herzen Londons verbracht und es nur zweimal in der Woche verlassen, um an der Uni seine Seminare zu besuchen. Der 24-Jährige war damals neu in der Stadt. Er war erst ein paar Monate zuvor nach London gekommen, um sein Journalismusstudium abzuschließen.

Imran kommt aus Malaysia, wo strenge Gesetze herrschen. „Wer auch nur in den Verdacht gerät, die Harmonie und die öffentliche Ordnung zu stören, wird verhaftet. Ich war in einer Gruppe, die für die Versammlungsfreiheit gekämpft hat. In Malaysia darf man nicht einfach so auf die Straße gehen. Hier ist das alles viel einfacher!“ Für ihn war es ganz selbstverständlich, sich den Aktivisten von „Occupy the London Stock Exchange“ (Besetzt die Londoner Börse) anzuschließen.

Die globale Occupy-Bewegung, die ihren ersten Auftritt am 17. September 2011 im New Yorker Zuccotti Park(2) hatte (Occupy Wall Street, OWS), ist von den spanischen Indignados (Empörte), aber auch vom Arabischen Frühling inspiriert. Zwar unterscheidet sich die Situation in London von der in New York, Madrid oder Tel Aviv und die politischen Forderungen sind zugegebenermaßen zuweilen recht nebulös. Doch trifft man überall auf das gleiche Unbehagen an einer Politik, die sich der Kontrolle durch die Bürger entzieht, und einer sich immer nur bereichernden Oligarchie. Für allgemeine Begeisterung sorgt indes das Gefühl, Teil einer globalen Bewegung zu sein. Ungeachtet der verbreiteten Wunschvorstellung, die Proteste auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen, stellt sich die Frage, ob man bei dieser Bewegung tatsächlich von einem „globalen Volk im Kampf“ sprechen kann.

Quelle: Le Monde diplomatique >>>>> weiterlesen

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Grafikquelle    :    Anonymous-Aktivisten mit Guy Fawkes-Masken

6 Kommentare zu “Mit Tee und Empathie”

  1. Bednarek sagt:

    Hummer speist die schöne „Kommunistin“ ja auch nicht mit dem Fussvolk.

  2. Terminator sagt:

    Wenn die Linke glaubt eine Demokratisch Pluralistische Partei zu sein, dann irrt sie aber gewaltig. Solange sich Sarah Wagenknecht und Oskar Lafontaine nicht an die Basis begeben und dort mitmachen kann von Pluralismus keine Rede sein. Bierbaum und Linsler sind nicht dazu in der Lage. Ich frage mich wo Bierbaum seinen Doktor gemacht hat, und wo er seine Verdienste als Professor her hat. Von Linsler erspare ich mir die Nachfrage, da jeder hier im Saarland seine Intelligens hinreichend kennt. Tja mit Frechheit kann man seine Dummheit auch nicht übertünchen.

    Leider muss ich feststellen dass die echten Demokraten längst die Partei verlassen haben, oder sie sind durch Fieg und Maus hinaus geschmissen worden.
    Von Demokratie und Pluralismus kann ich in der Linken nichts feststellen eher der Hang zur totalen Diktatur, schämt euch und tretet alle ab.!!!!

  3. REWE sagt:

    @ 2

    „Leider muss ich feststellen dass die echten Demokraten längst die Partei verlassen haben, oder sie sind durch Fieg und Maus hinaus geschmissen worden.
    Von Demokratie und Pluralismus kann ich in der Linken nichts feststellen eher der Hang zur totalen Diktatur, schämt euch und tretet alle ab.!!!!“

    Ich bin sehr gespannt, wie lange es noch dauert, bis der Terminator Tabula rasa macht.

  4. aldibe sagt:

    Bierbaum und Linsler wären, wenn sie den wollten, zeitlich schon in der Lage, sich an der Basis ehrenamtlich zu betätigen. Aber beide sind sich zu vornehm. Bei beiden kommt noch hinzu, dass sie den Hals nicht vollbekommen. Bierbaum erstellt lieber Gutachten für Unternehmen, die Leute entlassen wollen und Linsler reicht die üppige Verdi-Rente nicht. Dann muss man halt in die Politik und von Kommunal bis Landtag alles mitnehmen.

    Aber manchmal denke ich mir: Gut, dass sich die beiden so rar machen an der Basis, sie wären eh zu nichts zu gebrauchen. Und bevor man die Wähler mit ihnen noch weiter verschreckt, sollen sie besser wegbleiben.

  5. ichgreifmirandenkopf sagt:

    Soeben im „Aktuellen Bericht“- Saar: Herr Genosse Bierbaum will wieder für den Bundesvorstand der Linken kandidieren UND, wenn nicht ausgeschlossen, als BUNDESSCHATZMEISTER!
    Kann der den Hals nicht voll bekommen?? Ich mache einen Vorschlag: In einer Schokoladenfabrik im Saarland braucht man immer fleißige Mitarbeiter am Fließband. Jeder linke Antragsteller auf ein Amt sollte dort mal erst ein Praktikum ablegen, bevor er auf die Menschheit losgelassen wird. Vielleicht kommt dann die Erleuchtung, dass man nur gemeinsam etwas erreichen kann und Ämterhäufung nix aber gar nix bringt. Vielleicht kommen sie dann wieder zur Besinnung, um welche politischen Probleme man sich als Linke kümmern sollte. Oh, geh fort! UND nehmt die Sahra gleich mit, da weiß sie dann nach einer Schicht, was das Volk spricht und dass man mitten unter ihm sein muss!!!

  6. REWE sagt:

    #5

    Alternativ zum Ludwig wäre auch eine Tätigkeit am Hochofen in Dillingen geeignet, sich in die Probleme der kleinen Leute einzuarbeiten. Interessant wäre es auch bei der Firma „Sonderbar“ in Sulzbach.
    Als Examensarbeit wäre dann noch ein Hartz IV-Antrag bis zum bitteren Ende zu stellen.

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