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Menschen wie du & ich

Erstellt von DL-Redaktion am Donnerstag 23. September 2010

Menschen wie du und ich – Leben und leben lassen!

DIE LINKE Bundesparteitag 10. Mai 2014-2.jpg

Gibt es wohl heute kaum noch -zumindest unter den PolikernInnen nicht
alles nur Beute-Germanen und somit nicht wählbar

Heute war ich einkaufen und bin dabei an der Kasse auf einen alten Mann getroffen. Wir kamen gleichzeitig an der Kasse an, ich ließ ihm den Vortritt, was den Mann dazu bewegte sich bei mir zu bedanken. Als ich ihm mitteilte, dass ich Zeit hätte und somit mir keinen Stress mehr antun würde, kamen wir ins Gespräch. Während wir die Lebensmittel auf das Band legten, teilte er mir mit, dass dies viel zu wenig Menschen machen bzw. so denken würden. Denn wenn wir viel mehr Ruhe im Umgang miteinander hätten, wenn viele oder alle so denken würden, dann wäre das Leben um einiges leichter. Der Mann hatte recht!

Ich habe in den vergangenen Wochen auch viel an meiner Einstellung geändert, seit dem passieren mir häufiger solche Situationen. Ich gehe mit den Menschen anders um und sie mit mir. Ich habe in den letzten Monaten häufiger solche Gespräche gehabt und ein wenig Rücksichtnahme und Hilfsbereitschaft tut keinem weh, doch es erleichtert uns allen das Leben gewaltig. Als der Mann bezahlt hatte, war er so in das Gespräch mit mir vertieft, dass er fast seinen Einkauf vergaß, wobei er sich einen Rüffel seitens der Kassierin  einhandelte: „Er solle doch nicht nur erzählen, sondern weiter gehen und seinen Einkauf mitnehmen!“ Klar muss die Frau auch ihren Job machen, doch es war nicht besonders viel los, also war diese Eile unnötig. Irgendwie ärgerte mich das, sagte allerdings nichts. Durch den Kopf ging mir nur, warte mal ab, wenn du alt bist und einmal beim einkaufen jemanden netten triffst, dann würdest du dich auch sicherlich freuen. Immer noch in Gedanken versunken an dieses Gespräch, ging ich meinem restlichen Einkauf nach. Doch nun sitze ich hier und schreibe diesen Bericht, da mir die Situation einfach nicht aus dem Kopf gehen will. Übrigens haben der alte Mann und ich uns dann noch ganz nett verabschiedet, was auch nicht selbstverständlich ist.

Eines weiß ich ganz sicher, wenn sich mehr Menschen für einander interessieren und einsetzten bzw. Rücksicht nehmen würden, dann hätten wir es wirklich viel einfacher.

Doch das Leben ist in Wirklichkeit ganz anders, denn wir leben in einer extrem Schnelllebigen Zeit und jeder ist sich doch selbst der  nächste. Das Ellenbogensystem regiert die Welt und wer da nicht mitzieht, der geht eben unter oder bekommt die gesamte Härte des Lebens zu spüren, leider.

Ich bin auf, ja wie soll man sagen, auf Umwegen zum Weg des anders Denkens geraten. Ich habe ein ganz tolles Buch gelesen, welches mir meinen Weg geebnet hat.

Es heißt: „Denken sie nicht an einen blauen Elefanten!“ von Thorsten Havener. Im Grunde ist es doch so simpel, denn viele Dinge die dort aufgeführt werden, kenne ich von früher, doch im Laufe meines Lebens habe ich sie ganz einfach vergessen. Oft sind es die Kleinigkeiten, für die wir einfach nicht mehr den Sinn oder den Blick haben. Oder wann haben sie oder sie einmal bewußt die bunte Farbenpracht der Blätter im Herbst wahrgenommen, denn die Sonne drauf scheint. Ich hatte dieses tolle Vergnügen heute auf meinem Rückweg und alleine dieses Bild, habe ich gespeichert, denn diese Farbenpracht haben wir halt nicht jeden Tag, besonders wenn die Sonne tief steht und den Zauber noch größer macht.  Und so hat jede Jahreszeit seine eigene Schönheit auf die eine oder andere Art und Weise. Und genauso wie ich die Natur sehe, so betrachte ich auch die Menschen, inzwischen mit ganz anderen Augen. Ich saß in einem Kaffee und konzentrierte mich auf das was um mich herum geschah, plötzlich hörte ich Stimmen und Gespräche viel intensiver. Ob mir das Gehörte auch gefiel, ist eine andere Sache. Aber machen sie einmal den Versuch, setzten sie sich irgendwo hin und schließen die Augen und dann nehmen sie ihre Umgebung plötzlich ganz anders wahr. Das Stimmengewirr was mich sonst vielleicht genervt hat, bekam plötzlich ein Bild und wenn man dann die Augen wieder öffnet und sich die Menschen genauer betrachtet, dann sieht man diese Menschen auch wieder mit ganz andern Augen. Plötzlich, sitzt eine Frau alleine an einem Tisch und führt Selbstgespräche, weil sie einsam ist. Oder ein älteres Ehepaar sitzt an einem anderen Tisch, die Frau schaut sich die anderen Menschen an und gibt ihren Kommentar ab und der Mann antwortet etwas ganz anderes, für mich ist es sehr interessant gewesen, denn plötzlich hatten alle diese Menschen eine Geschichte, ihre Geschichte, die sie uns unbewusst mitteilen. Was mich wieder zu dem alten Mann zurück kehren lässt, denn er war sicherlich froh, dass er sich mal für einen kurzen Moment seinem Leben zu entfliehen, er unterhielt sich mit jemand Fremden und ganz ungezwungen und ohne Vorurteile. Nicht nur dem alten Mann ging es so, denn ich ging richtig gut gelaunt aus dem Laden und war auch froh einmal ein ganz anderes Gespräch führen zu können. Hin- und Her gerissen zwischen meinen Gedanken, was soeben passiert war und meiner guten Laune, wurde mir bewußt, dass soeben etwas besonderes in meinem Leben passiert war, was mir auf meinem jetzigem Weg recht gibt. Somit haben wir beide davon profitiert, der alte Mann hatte einen schönen Abend und ich auch und wir beide haben sogar noch von einander gelernt. Vielleicht treffe ich ihn ja mal irgendwann wieder, ich würde mich auf jeden Fall freuen, denn er hatte viel zu Berichten. Allerdings ist es leider nicht immer so, denn die meisten Menschen hetzten und haben sehr wenig Zeit. Leider werden wir auch in solche Situationen hineingezwängt, denn wenn ich sehe, dass manche Menschen um ihre Existenz kämpfen oder wieder andere 2 oder 3 Jobs haben, um zu überleben, dann können sie oft gar nicht anders.

Doch wie soll eine alleinerziehende Mutter gleichzeitig mehrere Jobs, den Haushalt, die Kinder und noch so vieles andere bewältigen und sich dann noch beim einkaufen oder wo immer auch noch die Zeit und die Ruhe für ihre Mitmenschen nehmen? Sie ist wahrscheinlich schon in Gedanken wieder zu Hause, was sie noch alles erledigen muss. So ist doch die Realität. Durch immer schlechtere Arbeitsbedingungen werden wir doch tagtäglich in diese Situationen gezwungen und oft kommen wir nicht mehr daraus, die Folgen sind dann, Krankheiten, Wut beim Auto fahren, drängeln an der Kasse usw. Dies ist nur der Beginn einer doch endlos langen Liste, die man hier sehr lang weiter führen könnte, würde jedoch den Rahmen sprengen – die mittlerweile häufigsten Krankheiten sind inzwischen Burn – Out, Hörsturz oder sogar Depressionen, die aber meist nicht oder zu spät erkannt werden.  Und so macht unser System uns langsam aber sicher immer mehr kaputt, wenn wir uns nicht einmal bewußt daraus befreien und endlich Leben, bewußt Leben!

Diese Kleinigkeiten sollten wir uns einfach manchmal wieder ins Bewusstsein rufen, in dem wir vielleicht jemanden einmal beim Auto fahren vor lassen, oder an der Kasse, was haben wir denn dabei zu verlieren? Höchstens einige Minuten, die aber uns und auch dem/ der anderen das Leben erleichtert. Achten sie einmal darauf, wenn sie jemanden vorlassen, er/sie bedankt sich, klar auch nicht immer, aber vielleicht macht er oder sie es nächstes Mal auch so und so entsteht unbewusst eine Kettenreaktion, denn diese Situationen bleiben in unserem Unterbewusstsein hängen und wir reagieren oft beim nächsten Mal anders. Mir macht es sogar richtig Spaß, denn die Menschen lächeln einen plötzlich an oder grüßen ganz unverhofft und so kann ein ganz simpler Einkauf zu einem richtigen Erlebnis werden, von dem wir glücklich zurück kehren!

Versuchen sie es doch nächstes Mal.

Mit entspannten und fröhlichen Grüßen an alle!

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Grafikquelle :

Bundesparteitag DIE LINKE Mai 2014 in Berlin, Velodrom

2 Kommentare zu “Menschen wie du & ich”

  1. Nastja Schenk sagt:

    Die Texte von sind auf diesem Blog immer absolute Highlights!!

  2. UP. sagt:

    …sicher sind das ‚highlights‘, wobei dieses Wort auch negative ‚highlights‘ beinhalten könnte. Ein Blog lebt davon, wenn man inhaltlich kommentiert; denn ein Autor braucht ein feedback. In diesem Sinne laden wir dich ein, liebe Nastja Schenk, vielleicht auch einmal ein paar Gedanken inhaltlicher Art sachbezogen zu formulieren.

    UP.

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