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RENTENANGST

Linker Start zum Gemetzel

Erstellt von DL-Redaktion am Mittwoch 23. Januar 2013

Die Linke feiert ihre „Erfolge“

Der Westen kann mit packen beginnen

Geht es jetzt richtig los mit der Wahlpartie in der LINKEN ? Werden nach der vernichtenden Wahlniederlage in Niedersachsen jetzt die Messer gewetzt? Es sieht danach aus denn der Streit um die Wahlkampfstrategie für die Bundestagswahl hat begonnen.

Der linke Parteiflügel attackierte schon einmal die Spitzenfunktionäre, da diese zuletzt regelmäßig ein rot-rot-grünes Regierungsbündnis nicht nur in Niedersachsen sondern auch im Bund ins Pokerspiel um die Macht  gebracht haben. Da werden natürlich auch Vorwürfe gegen Ex-Parteichef Lafontaine geäußert.

Dieser hatte beim politischen Jahresauftakt der Partei Mitte Januar in Berlin unterstrichen, dass er diesen Kurs „sehr wohl“ mit  unterstütze, wenn die Inhalte stimmig seien. „Wir sind für eine Mehrheit links der Mitte“, so hörten wir ihn damals reden. Man müsse aber Sorge dafür tragen die SPD und Grüne nicht allein regieren zu lassen, „dabei kommt dann nur Mist heraus“.

Auch lassen die letzten Aktivitäten in Niedersachsen nicht gerade auf einen Alleingang von Sahra Wagenknecht schließen. Die den Wählern dargebotenen Vorstellungen stehen in einen zu krassen Gegensatz zu ihrer Herkunft und Vergangenheit. Da braucht es schon einer erfahrenen Hand ein Mündel derart durch all die Widersprüchlichkeiten zu führen.

Noch in den letzten Wochen wurden von Katja Kipping als auch Bernd Riexinger und Gregor Gysi sowohl in Niedersachsen als auch im Bund Angebote an die SPD und Grüne unterbreitet. So solle versucht werden gemeinsam einen Politikwechsel zu vollziehen.

Lauten Protest gegen diese Strategie schlägt nun der Flügel der AKL welche derlei Offerten scharf kritisiert. So distanziert sich denn der Bundessprecherrat der AKL in einer Erklärung, welche auch von den MdB Inge Höger und Ulla Jelpke unterzeichnet ist, scharf gegen diesen „abstoßenden Regierungsfetischismus“. Eine Mehrheit links von der Mitte sei nicht vorhanden.

So lesen wir denn in der Erklärung unter anderen folgendes:

Gegenüber der bürgerlichen Politik besteht eine tiefe Abneigung. Die CDU hat ihr schlechtestes, die SPD ihr zweitschlechtestes Wahlergebnis eingefahren. Wahlsieger sind wieder die Nicht-WählerInnen. Es ist ein Jammer, dass DIE LINKE davon nicht profitiert. Sie hat dies wesentlich mit verursacht und ist zugleich Opfer dieser Abwendungsbewegung. Diese Abwendung von der herrschenden Politik führt nicht zwangsläufig zur LINKEN, wenn diese sich staatstragend und devot gibt. Sie kann bedeutende Teile des Nichtwählerlagers mobilisieren, wenn sie die neoliberale Politik demaskiert. Als Reparaturfiliale des Politikbetriebs braucht sie der/die traditionelle Links-WählerIn nicht.

Zur Sache: Eine solch falsche Analyse einer Wahl haben wir selten gelesen und es bleibt festzustellen dass auch dieses typisch für die Partei ist. Keine Ahnung aber dafür laut. Verschwiegen wird, dass die Linke den zweitgrößten Stimmenverlust eingefahren hat, nach der CDU. Wenn denn immer geschimpft wird, was ja nicht falsch ist, dass sowohl zwischen der CDU, FDP, SPD und den Grünen kein Unterschied besteht, stellen wir fest das diese Parteien dem bürgerlichen Lager angehören.

Diese Parteien haben runde 90 % der abgegeben Wählerstimmen auf sich vereinigen können. Aus Abneigung gegen diese Parteien? Nein es muss heißen aus Abneigung gegen über den Schrott und die Unfähigkeit aus der LINKEN! Die LINKE kann nicht profitieren da sich noch nicht einmal deren „Spitzenkräfte“ zu den Bürgern dieses Landes zählen. Wie will ich dann dort Zustimmung bekommen?

Es ist bezeichnend und muss beschämend für die Mitglieder einer Partei sein, von solchen Typen im Bundestag vertreten zu werden. Von Typen welche noch nicht einmal die Grundrechnungsarten der Volksschule beherrschen, da ansonsten Wahlergebnisse anders interpretiert würden. Kein Wunder das dort nichts für die Menschen dieses Landes erreicht werden kann, wenn man sich selber außerhalb der Bürgerschaft stellt. Runde drei Prozent Wählerzuspruch in den letzten Landtagswahlen spiegeln  das rechte Erscheinungsbild einer kleinen Splittergruppe wieder. Auf Veränderungen kann der Bürger da noch einige Generationen warten.

Alle dort gegebenen Wahlofferten als Problemlöser für Mindestlöhne, Leiharbeiter, Hartz 4, Regulierung der Finanzmärkte usw. einzutreten, sind Wechsel auf eine Zukunft welche von dieser Partei in der vorhandenen Zusammensetzung nie eingelöst werden können. Fairerweise sollten wir von „Versprechungen ohne Wert“, von vorsätzlichen Wahlbetrug sprechen. Für die Veränderung einer Gesellschaft braucht es Mehrheiten und keine mickrigen drei Prozent.

Quelle: AKL >>>>> weiterlesen

9 Kommentare zu “Linker Start zum Gemetzel”

  1. Friedl sagt:

    Die Vereinigung ist noch lange nicht vollzogen. Die Weichen fürs Zerfleischen werden gestellt.

  2. Lotti Baier sagt:

    Dieser unsympatische besserwisserisch und arrogant wirkende Typ aus dem Saarland ist ein Grund warum ich die Linke nicht wähle. Der Laberer sollte Abschied nehmen und wieder in die SPD zurückkehren. Ein bißchen Strippen ziehen und vielleicht wird der Typ der neue Kanzlerkandidat der SPD.

  3. Oliver Kleis sagt:

    @2: wen meinst Du? Alleine im Landesvorstand Saar fällt mir da nicht nur einer ein, auf den Deine Beschreibung passt.
    Ich freue mich auf den Wahlkampf im September. Bald werden sie kommen, kommen um Stimmen zu fangen bei der Kandidatenkür… Was wird das geil werden!!! Die Anzahl der Möchtegerns hat sich verdoppelt und die zu vergebende Mandatsplätze halbiert! Kein Negerstamm im Urwald kann so ein Tohuwabohu veranstalten, wie das demnächst hinter der Bühne ablaufende. Leute, bleibt bei der Stange – alleine das Frühjahr wird uns für Vieles entschädigen. Da fast nur noch Messer-in-den-Rücken-Stecher übrig sind, werden sie sich diesmal selbst entsorgen. Das wird Evolution pur! Und wir können danach sagen wir sind dabei gewesen…

  4. Ski sagt:

    @ 2 Lotti Baier

    Den nimmt die SPD doch nicht mehr. Wenn doch, dann sind sie ebenfalls am Untergehen.

    @ 3 Oliver Kleis

    Es wird spannend 🙂

  5. RosaLux sagt:

    Der Mangel an Grundrechnungskenntnissen war es ja nicht, der zum LINKEn Wahldebakel geführt hat, sondern das miserable Image in den vergangenen zwei bis drei Jahren. Da hätte auch der von der AKL geforderte klare Opposionskurs nicht mehr geholfen. Auch fehlte die Offerte einer großen Partei, die Zweitstimmen – bitte, bitte – der kleineren Schwesterpartei zu geben, damit sie die 5%-Hürde nehmen kann. Nein, die LINKE hatte die Wahl bereits weit im Vorfeld verloren. Und die meisten der vernünftigen Wähler werden ihre Stimme nicht einer Partei geben, die höchstwahrscheinlich keine Chance hat, in den Landtag einzuziehen, aus Liebhaberei sozusagen. Dann besser gar nicht wählen.

    Die Kritik der AKL geht fehl, wenn sie richtig verstanden der Parteiführung eine falsche Wahlkampfstrategie vorwirft. Der Niedersachsenpartei war nicht mehr zu helfen.

    Was aber generell auffällt in den Kommentaren der Parteiführung und der AKL, ist die totale Ausblendung des eigenen Versagens in der Zeit davor. Vertrauen der Wähler erwirbt man sich nicht durch Schnickschnack in den letzten 14 Tagen, sondern nur durch eine kontinuierliche (Aufbau-)Arbeit, mit einem klaren verständlichen Programm, mit einem guten Ruf, mit der nach außen wirkenden Zufriedenheit der Mitglieder, mit überzeugenden und vertrauenswürdigen Führungspersonen, und vielem anderen mehr. M.E. hat es der LINKE auf allen Feldern gefehlt. Daran konnte auch eine Sahra Wagenknecht – wenigstens in der Kürze der Zeit – nicht mehr ändern.

    Dass LINKE Wahlversprechen dessen, was man nach der Wahl durchsetzen wollte, käme man nur in die Regierung, nur „Wahlbetrug“ seien, geht dann doch zu weit. Was anderes soll eine Partei denn zur Wahl verkünden? Ich denke aber, bei aller – und leider allzu oft berechtigten – Kritik an der LINKE ist doch nicht alles und jedes, was diese Partei tut oder unterlässt, irgendwie dilettantisch oder böswillig! So blind solte ein Kommentator nicht seines sei denn, Blindheit sei wichtigste Voraussetzung für LINKEN-Kritik.

    Ich wünsche mir auch hier mehr Substanz beim Analyseversuch, aus welchen Gründen die LINKE derart mies abgeschnitten hat, ganz gleich, ob man ihr das nun gönnt – oder nicht.

  6. Gabriel van Helsing sagt:

    Das Statement im Fernsehen von 3 Spitzenfunktionäre der LINKEN zum Wahldebakel in Niedersachsen war einsamme Spitze.

    Die Spitzenkandidatin NS hatte den Nerv zu sagen,
    das sie jetzt gestärkt mit ihren GenossInnen aus NS in den Bundestagswahlkampf geht.

    So kann man sich eine Wahlklatsche auch schön reden!

    Etwas aus der Vergangenheit!
    Es war einmal, aber kein Märchen:

    „Zu der Jelpke nur so viel, irgend wann muss sie wieder vom Zeilenhonorar leben. Da zu viele dann vom Fleischtrog laben wollen. Der Fleischtrog wird dann höher.
    Haaaaaalt, da fällt mir ein, besagte Dame war schon längst im Bundestag, da wartete die Schatzmeisterin immer noch auf die Mandatsträgertantiemen.
    Auch der Mitgliedsbeitrag war nicht ganz Koscher.
    Partei-Eintritt war auch viel später, sagt mir mein Langzeitgedächnis!“

    So sind sie nun mal die LINKEN, linken alle.
    Sogar ihre eigenen GenossInnen.

    Zur AKL, ich empfehle Übersiedlung nach Nordkorea.

  7. Bremer sagt:

    Zu Ulla Jelpke:
    die war von 1990-2002 und seit 2005 MdB (5 Legislaturperioden)
    1982-1989 MdL Hamburg (2 Legislaturperioden).
    http://de.wikipedia.org/wiki/Ulla_Jelpke

    Sie bewirbt sich für die 6. Legislaturperiode auf Listenplatz 3 der NRW-Liste:
    http://www.ulla-jelpke.de/uploads/Arbeitsbericht_2009-2013.pdf

    Um bis zur verdienten Rente mit 67 zu kommen, braucht die Linke NRW dort bei Listenplatz 3 ungefähr 1,8% der Wählerstimmen.

  8. Opa Fielmann sagt:

    Die Messer liegen parat.

    http://www.tagesspiegel.de/politik/krach-um-strategie-fuer-die-bundestagswahl-linker-fluegel-der-linken-legt-sich-mit-spitzengenossen-an/7671232.html

  9. Opa Fielmann sagt:

    Schreibt Jelpke nicht auch bei der jungen Welt?

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