DEMOKRATISCH – LINKS

                      KRITISCHE INTERNET-ZEITUNG

RENTENANGST

Linke + Gewerkschaften

Erstellt von Diogenes am Freitag 29. April 2011

Als neue „Gewerkschaftspartei“
ist DIE LINKE gescheitert.

Ein Schlüssel für das Verständnis der Krise der Partei DIE LINKE ist deren Orientierung an den deutschen Gewerkschaften und an der aus diesen entliehenen politischen Kultur wichtiger Akteure und Mitglieder der Partei DIE LINKE.

ver.di ist nun 10 Jahre alt.  Aus der kritischen Bilanz von Franz Kersjes zitiere ich wie folgt:

„Verbale Proteste reichen nicht aus. Die mangelnde individuelle Bereitschaft zum aktiven Engagement muss durch Aufklärung und konkrete Alternativen zur herrschenden Ideologie des Neoliberalismus überwunden werden. Dafür brauchen die Gewerkschaften mehr Mut, ein stärkeres Selbstbewusstsein und die Bereitschaft, zu kämpfen! Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft hat mehr Mitglieder als alle in den Parlamenten vertretenen Parteien zusammen und vertritt ein großes Meinungsspektrum unserer Gesellschaft. Sie muss mit Überzeugungskraft  zur  Mobilisierung  gegen  die  asoziale  Politik  der  herrschenden  Eliten fähig sein. Die Gewerkschaften bilden die einzige gesellschaftliche Kraft, die eine soziale und ökonomische Katastrophe noch verhindern können.

Zukunft braucht Gegenmacht

Für Gegenwart und Zukunft der Gewerkschaften ist entscheidend, wie sie ihren Umgang mit den Realitäten in den Betrieben und in der Gesellschaft gestalten. Der Aufbau von Gegenmacht ist derzeit die wichtigste Aufgabe der Gewerkschaften. Sonst verlieren sie vor lauter Bemühen um Dialog und Konsens ihre politischen Ziele gänzlich aus den Augen – und das in einer Phase erneuter Brutalisierung und totaler Kommerzialisierung unserer Gesellschaft  durch  das  Kapital.  Aber  viele  Funktionäre  verstehen ihre Gewerkschaft  vornehmlich  immer  noch  als  Ordnungsfaktor.  Das  wird  aktuell erneut deutlich durch eine gemeinsame Forderung und Initiative des Deutschen  Gewerkschaftsbundes  und  der  Bundesvereinigung  Deutscher  Arbeitgeberverbände zur Änderung des Tarifvertragsgesetzes. Bei sich überschneidenden Tarifverträgen soll künftig nur derjenige gelten, den die mitgliederstärkste Gewerkschaft abgeschlossen hat. Während der Laufzeit des Vertrags sollen konkurrierende Gewerkschaften nicht streiken dürfen. Aber viele  Unternehmen  zahlen  weiterhin  Dumpinglöhne  und  versuchen,  tarifliche  Verpflichtungen  zu  umgehen  und  Belegschaften  zu  erpressen.  Trotzdem  wollen  die  Gewerkschaften  im  DGB  mit  dem  Unternehmerverband gemeinsam auch noch das Streikrecht einschränken.

Die  Gewerkschaften  werden  künftig  nur  dann  erfolgreich  wirken  können, wenn sie ihre Kraft nicht in endlosen Debatten über Satzungsfragen, Strukturen  oder  Macht  und  Einfluss von  Funktionären  verschwenden.  Gewerkschaften brauchen Innovationen! Das erfordert Beharrlichkeit, Mut und Risikobereitschaft.  Etwas  Neues  kann  nur entstehen, wenn möglichst  viele Mitglieder und Funktionäre die eigene Trägheit,liebgewordene Gewohnheiten  und  die  Angst  vor  Risiken  überwinden.  Das  gilt  besonders  für  das hauptamtliche Führungspersonal auf allen Ebenen der Gewerkschaften.

Notwendig sind vor allem eine stärkere Dezentralisierung von Entscheidungen und die Einbeziehung der Erfahrungen von Mitgliedern. Aus der Pluralität  der  Meinungen  müssen  gemeinsame  Ziele  entwickelt  werden.  Statt strikter Arbeitsteilung in der Hierarchie sind Projektarbeiten erforderlich. Die Liste notwendiger gewerkschaftlicher Aktivitäten wird länger und nicht kürzer.  An  den  Gründen,  die  Gewerkschaften  vor  weit  mehr  als  100  Jahren entstehen  ließen,  hat  sich  trotz  Sozialstaat  nichts  Entscheidendes  geändert.  Nur  Gewerkschaften  können  die  Konkurrenz  zwischen  den  Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern begrenzen und Solidarität organisieren.

In ver.di sollte in den vergangenen Jahren insbesondere die Mitgliederwerbung verstärkt werden. In einem Diskussionspapier des Gewerkschaftsrates  zur  Weiterentwicklung  in  den  nächsten  Jahren  mit  dem  Ziel  „Chance 2011“, das im Herbst 2008 beschlossen wurde, ist von „Mitgliederorientierung“ als „Maßstab der Veränderungsarbeit“ die Rede. „Das bedeutet nichts anderes,  als  dass  ein  erheblicher  Einstellungs-  und  Verhaltenswechsel  in der  Organisation  erforderlich  ist“.  –  Wie  bitte?  Welche  Orientierung  hatte ver.di denn in der Vergangenheit? Eine echte Mitgliederbeteiligung ist auch künftig nicht vorgesehen?“

Quelle: Welt der Arbeit >>>>> weiterlesen

IE

—————————————————————————–

Gratisquelle  :  Wikipedia – Hochgeladen von Malula~commonswiki

CC BY-SA 3.0

13 Kommentare zu “Linke + Gewerkschaften”

  1. Dieter M. sagt:

    Oh Gott, was für ein himmelschreiender Unsinn – in jedem einzelnen Satz. Greifen wir nur mal wenige heraus:

    „Zukunft braucht Gegenmacht“ – Die Gewerkschaften sind per se eine „Gegenmacht“, in jeder Form, in jeder Gestalt. Man braucht die gewerkschaftliche „Gegenmacht“ nicht neu zu erfinden, man muss ihr die richtige Form geben – den politischen Klassenkampf.

    „Der Aufbau von Gegenmacht ist derzeit die wichtigste Aufgabe der Gewerkschaften.“ – Zu allen Zeiten haben sich die Gewerkschaften bemüht, eine Gegenmacht aufzubauen. Dieses war zu allen Zeiten die einzige Aufgabe der Gewerkschaften. Ihr gegenwärtiges Scheitern ist den Gesetzen des Kapitalismus geschuldet, konkret der „Globalisierung des Arbeitsmarktes“. Alleine hier müssen die Überlegungen eines Gewerkschafters um die erforderliche Form der Gegenmacxht ansetzen. Doch worin sieht Herr Wittich die „neue Gegenmacht“ der Gewerkschaften?

    „Gewerkschaften brauchen Innovationen!“ – Wie bitte??? „Innovationen“? Was soll das denn vorstellen?

    „Das erfordert Beharrlichkeit, Mut und Risikobereitschaft. Etwas  Neues  kann  nur entstehen, wenn … bla bla bla“ – Den Gewerkschaften vorzuwerfen, sie sollen nicht so viel labern, aber gleichzeitig hier die hohlsten Phrasen über „Pluralität der Meinungen“ zu dreschen, ist schon ziemlich infam.

    Die Gewerkschaften brauchen nichts anderes als ein politisches Ziel – die Vergesellschaftung der Produktionsmittel – und müssen sich dazu des einzig möglichen Mittels bedienen – des politischen Generalstreiks.

  2. Dieter M. sagt:

    „Als neue “Gewerkschaftspartei” ist DIE LINKE gescheitert.“

    Hier müsste man eigentlich zunächst die objektive Aufgabe der Gewerkschaften, anschließend die Beziehung der Gewerkschaften zur „linken“ Politik analysieren, um ein Scheitern der LINKEN zu beweisen oder zu widerlegen.

    Halten wir nur mal fest, dass die objektive, historische Aufgabe der Gewerkschaften NICHT die Fixierung des Lohnes ist, sondern die Vergesellschaftung der Produktionsmittel. Denn, bestände die Aufgabe der Gewerkschaften tatsächlich nur in der Bestimmung des Arbeitslohnes, wäre also das Ausbeutungsverhältnis zwischen Kapital und Arbeit – und damit der Kapitalismus – ewig, ja dann müssen die Gewerkschaften an der Notwendigkeit der objektiven Gesetze der kapitalistischen Verhältnisse erfolglos scheitern. Nehmen wir aber die Vergesellschaftung der Prod.mittel und die Errichtung des Sozialismus/Kommunismus als Aufgabe der Gewerkschaften, dann müssen wir nüchtern feststellen, dass DIE LINKE gar keine „Gewerkschaftspartei“ sein will und kann, da sie – mit wenigen Ausnahmen – am Kapitalismus und seinem Ausbeutubgsverhältnis festhalten will. Wenn DIE LINKE also gar keine Gewerkschaftspartei sein kann – so kann sie auch schwerlich „scheitern“. Wenn man natürlich dem sozialdemokratischen Irrtum verfallen ist, die Gewerkschaften seien alleine zur Festlegung des Lohnes da, ja dann müssen unter allen Umständen alle sozialdemokratischen Parteien zusammen mit den Gewerkschaften „an der Notwendigkeit der Dinge erfolglos scheitern“ (Marx).

  3. Bundesdemokrat sagt:

    Etwas wird immer wieder übersehen. Gewerkschaften sind keine politischen Parteien. In unserem System können also nur über politische Mandate gewerkschaftliche Positionen erkämpft, erreicht und umgesetzt werden. Und genau da hapert es. Die Parteien, und zwar alle haben die Arbeitnehmer mit all ihren berechtigten Bedürfnissen und Anliegen im großen Ganzen auf der Strecke liegen gelassen. Aus den verschiedensten parteiprogramatischen Gründen. Immer von staatwegen nötig. Es wäre also notwendig das die Gewerkschaften eigene Kandidaten zu allen Verfassungsorganen ins Rennen schickt. Und da beißt sich die Katze wieder in den Schwanz. Viele, zu viele sind gleichzeitig Mitglied in einer der „staatstragenden“ Parteien. Als Konsequenz hieße das, sofort austreten oder die Gewerkschaft verlassen.
    Vielleicht sollten wir noch mehr bei der Aufstellung von Kandidaten mitwirken bis hin zu ganz konkreten Wahlempfehlungen.

    Wie kann jemand gegen etwas kämpfen um politisch etwas anderes umzusetzen? Die besten Beispiele sind die CDA und die AFA.
    Ich finde es richtig das keine politischen Streiks durchgeführt werden dürfen. Aber dann muss über andere radikalere Aktionen nachgedacht werden. Leider ist aber auch so das sich die Vorsitzenden der Einzelgewerkschaften nicht über den Weg trauen. Das geht runter bis an die Basis. Auch das lähmt die Arbeit. Deswegen kommt es auch nicht zu einem Generalstreik.
    In einem Punkt muss man den Kritikern recht geben. Es wird auch in den Gewerkschaften zu viel abgenickt.
    Es ist ja auch einfach: lass das mal einen anderen machen, der macht das schon.
    Es muss anders rumgehen: wenn ich nicht tue, tut sich nichts.
    Leider haben die meisten vergessen das Urlaub, Tariflohn etc. nicht vom Himmel gefallen oder Wohltaten der Arbeitgeber sind. Diese Dinge haben unsere Großeltern und Eltern schwer erkämpft. Alle, die das faktisch kampflos aufgeben, sollten sich in Grund und Boden schämen. Ich jedenfalls will mich noch im Spiegel betrachten können.
    Von den angedachten Maßnahmen die die Tarifverhandlungen und Streikrecht betreffen, sollten die Gewerkschaften tunlichst die Finger lassen. Dieser Schuss geht sonst nach hinten los.
    Aber eins wird unbestritten bleiben: Auch eine Gewerkschaft ist nur so stark wie ihre Mitglieder sie machen. Und leider gibt es zu viele Karteileichen.
    am 1.Mai kann man es wieder gut beobachten. Der ist inzwischen zu einem Familienausflugstag verkommen. Vielleicht sollten wir den als Feiertag zu erst wieder abschaffen.
    Am lautesten schreien dann die, die sowie so nie da waren oder sind.

  4. Ingo Engbert sagt:

    @ 1+2

    Leitende Gewerkschaftsfunktionäre sind Lobbyisten ihrer Mitglieder, da sie von diesen bezahlt werden. Sie haben in politisch bezahlten Ämtern nichts, aber auch rein gar nichts zu suchen. Aufgabe der Politik wird immer die Suche nach Kompromissen sein. Die Aufgabe der Gewerkschaftsfunktionäre ist die bedingungslose Arbeit für ihre Auftraggeber, den Beitragszahlern.
    Das beste Negativ-Beispiel sind die Hartz Gesetze. Ohne die Mitarbeit der Gewerkschaften hätte Schröder keine Chance gehabt, diese Gesetze einzuführen. Ich wage zu behaupten, dass die Gesetzgebung unter einer CDU nicht möglich gewesen wäre, da in diesem Fall die Gewerkschaften auf die Barrikaden gegangen wären.

  5. Dieter M. sagt:

    „Etwas wird immer wieder übersehen. Gewerkschaften sind keine politischen Parteien.“

    Wer sagt das? Die Verfassung? – Warum hat wohl der besitzende Bürger in seiner Verfassung den Gewerkschaften den politischen Generalstreik verboten? Ganz einfach: nur die Arbeiterklasse mit ihren Gewerkschaften kann dem besitzenden Bürgertum, also den Großaktionären, Unternehmern und Spekulanten, erst ihre politische Macht und dann ihr Eigentum an Prod.mitteln streitig machen. Dass den Gewerkschaften jede politische Aktivität verboten wird, ist eine rein politische Willkür der herrschenden Klasse. Die Minderheit des besitzenden Bürgertums verbietet der überwältigenden Mehrheit des arbeitenden Volkes die politische Aktivität? Was für eine verlogene „Demokratie“ ist das eigentlich? „Ja, aber“, ruft uns ängstlich der um seine kleine Dividende zitternde Kleinaktionär zu, „der Arbeiter kann doch in und über die politischen Parteien aktiv werden.“ Jedoch hat das Großbürgertum auch auf der politischen Bühne dafür gesorgt, dass der Arbeiter politisch mundtot gemacht wird. Denn wenn eine Partei zum politischen Generalstreik aufruft, wird sie nächsten Tags als „verfassungsfeindlich“ verboten. – Nein! In der BRD hat sich die Arbeiterklasse vom Kapital von der Politik ausschließen lassen, nicht nur über die Tarifautonomie, sondern gleich per Verfassung.

    „Etwas wird immer wieder übersehen. Gewerkschaften sind keine politischen Parteien.“

    Und genau deshalb MÜSSEN die Gewerkschaften „an der Notwendigkeit der Dinge erfolglos scheitern“ (Marx). Aber dieses Scheitern bedeutet mit aller Notwendigkeit eine unaufhaltsame Verelendung der Arbeiterschaft. Und es wird mit absoluter Sicherheit ein Maß an Verelendung geben, das die Gewerkschaften alternativlos zwingt, politisch zu werden. Und werden die Gewerkschaften erst politisch, dann wird der Kapitalismus, also das Privateigentum an Produktionsmittel, seinem Ende nicht entrinnen können.

    „Die Parteien, und zwar alle, haben die Arbeitnehmer mit all ihren berechtigten Bedürfnissen und Anliegen im großen Ganzen auf der Strecke liegen gelassen.“

    Und WIE haben sie die Arbeiterklasse im Stich gelassen? – Weil sie sich alle – mit Ausnahme der Kommunisten – an die kapitalistischen Besitzverhältnisse gekoppelt haben. Wer das Privateigentum an Prod.mittel akzeptiert, der überlässt die Arbeiterklasse der Erbarmungslosigkeit der Marktgesetze. Und diese objektiven (!) Marktgesetze (z.B. die Globalisierung des Arbeitsmarktes) fordern mit aller Notwendigkeit die Verelendung der Arbeiterschaft, weltweit. Die absolute Ohnmacht der deutschen Gewerkschaften, die inzwischen sogar beim bürgerlichen Staat um einen Mindestlohn betteln müssen, sind der unwiderlegbare Beweise der Objektivität der Marktgesetze und deren Forderung nach Verelendung der Arbeiterklasse.

    „Ich finde es richtig, dass keine politischen Streiks durchgeführt werden dürfen. Aber dann muss über andere radikalere Aktionen nachgedacht werden.“

    Das ist doch Unsinn! Warum soll man Raketen verbieten, aber gleichzeitig die Einführung von Bomben und Granaten planen. Der politische Streik, und alle anderen europäischen Länder, in denen sich die Arbeiterklasse nicht wie hierzulande mit Haut und Haar der Arroganz des Kapitals unterworfen hat, beweisen dies, ist die einzig mögliche „radikale Aktion“ der Arbeiterschaft, um ihre Verelendung zu verhindern. Dass auch in Frankreich, Italien, Griechenland, Portugal usw. die Arbeiterklasse und ihre Gewerkschaften noch nicht politisch genug ist, steht auf einem ganz anderen Blatt. Unter dem Strich bleibt unverrückbar die Tatsache, dass nur mit dem politischen Generalstreik Veränderungen erzielt werden können.

  6. krokoschinski sagt:

    „Etwas wird immer wieder übersehen. Gewerkschaften sind keine politischen Parteien.“

    Richtig! Und deswegen meinen die Gewerkshaften, sie dürften sich nicht politisch betätigen; waren sich aber nicht ‚zu schade‘, mit Maschmeyer und Co Schröders Wahlkampf auch finanziell zu unterstützen. Erzähl mir nichts mehr von Gewerkschaften! Nichts als heisse Luft und Verbalerotik; denn verdammt noch mal: mannomann, ganz schön „heiss“ war der letzte Herbst. Für gut bezahlte Sprücheklopfer wie Sommer – wenn man sich mal das Gehalt dieses Menschen anschaut – ist der Satz: Merkel macht Politik gegen die Arbeitnehmer!“ (in einem Inteview mit dem Handelsblatt) so das einzige, was er gegen diese Frau hat. Und ab und zu geht er bei ihr kaffetrinken. Auch die Gewerkschaften wissen um den warmen Wind und wo der herkommt.

    —————————————–

    @Dieter M.

    Kann ich unterschreiben!

    Mindestens seit 2005 (Einführung der Hartz IV – Gesetze unter Mitwirkung der Gewerkschaften) kannste die Gewerkschaften vergessen.

    Ganz grob: Die Korruption eines Steinkühlers wurde durch Sommers Unverbindlichkeit abgelöst. (Ja, ich weiss: der eine war IGM, der andere DGB; trotzdem vergleiche ich hier nicht Äpfel mit Birnen!)

    Es ist lange her: Ich bin nach 25 Jahren Mitgliedschaft aus der IG BAU STEINE ERDEN ausgetreten. Zum Wischi-Waschi-Abwink-Verein waren sie mutiert.

    Auch wenn ich mit Oskar nicht mehr viel am Hut habe, aber wo er Recht hat, hat er Recht:
    Das Verbot des politischen Generalstreiks muss aufgehoben werden. Aber dann werden wir ein Problem haben: Es wird kaum welche geben, die dafür auf die Strasse gehen.
    Wie schlecht muss es den Menschen noch gehen!?

  7. Ingo Engbert sagt:

    @ 5)

    Von was für „besitzende Bürger“ wird hier gesprochen? Auch ich zähle mich zu diesen Bürgern. Ich besitze ein Auto (keinen Porsche), ich beziehe eine Altersrente (kein Abgeordnetengehalt), ich habe viele Bücher, einen PC, viele Möbel in meiner Wohnung und das ist das Wichtigste, besitze einen gesunden Menschenverstand.
    Warum unterstellt man den Bürgern dieses Landes eigentlich immer, nicht aus den negativen Erfahrungen der DDR, oder anderen kommunistischen Ländern gelernt zu haben? Richtig, auch an der Demokratie dieses Landes ist vieles Verbesserungswürdig, ich habe aber immerhin Freiheiten zu dessen Erreichung viele unserer Vorväter gestorben sind und viele DDR oder auch Nordafrikanische Bürger auf die Straße gingen und noch gehen. Diese Freiheiten bietet der Kommunismus weder den Arbeitern noch mir. Ich möchte meine Ideologie gesteuerten Mitbürger auffordern sich des öfteren bei den Religionen aus zu toben, denn dort sind sie mit Sicherheit besser aufgehoben. Es gibt auch ein linkes Gedankentun ohne die Friedhofsruhe längst Verwester dauerhaft zu stören.

  8. Dieter Carstensen sagt:

    Wer ist die „Arbeiterklasse“?

    Angestellte fühlen sich ihr bestimmt nicht zugehörig, auch wenn einige Marxisten dieses unter dem Motto der Gleichmacherei „lohnabhängig“ Beschäftigte gerne auch heute noch so sehen möchten.

    Dem gegenüber diametral entgegengesetzt steht die Ausdifferenzierung der heutigen Industriegesellschaften, an denen der Anteil der Arbeiter immer weiter schrumpft, die Arbeiter sind in Deutschland eine Minderzahl der Beschäftigten.

    „Das Sein bestimmt das Bewusstein“ sagte schon Karl Marx.

    Der hochqualifizierte Arbeiter in unserer Gesellschaft, mit gutem Einkommen, würde empört schimpfen, wenn ihm jemand sagen würde, er sei „Arbeiterklasse“, da sein ganzes Bestreben danach ausgerichtet ist, einen besseren sozialen Status zu erreichen.

    An der einfachen Erkenntnis, dass unsere Gesellschaft und ihre Strukturen sich grundlegend verwandelt haben, seit Marx und Engels den Begriff der „Arbeiterklasse“ einführten, scheitern alle heutigen „linken“ Denkansätze, die sich auf Theorien des vorigen Jahrhunderts berufen.

    Ein „Generalstreik“? Wer soll den denn durchführen?

    Die paar Müllwerker oder Bauarbeiter?

    Das ist blauäugig, so zu argumentieren, wenn es doch heute reichen würde, wenn die neue „technische Intelligenz“ einfach ein paar Rechenzentren bestreikt und dann nichts mehr geht.

    Da braucht es keinen „Generalstreik“ und keine „Arbeiterklasse“ mehr, sondern einfach nur ein bißchen Gehirn, um zu begreifen, daß die platten und einfachen Antworten von Marx und Co. heute diejenigen lohnabhängig Beschäftigten, die wirklich etwas ändern könnten, nicht mehr hinter dem Ofen hervorholen.

    Träumt weiter, liebe Linke, von „Generalstreiks“, aber alleine mit den paar Arbeitern laufen sie in’s Leere, die Beispiele aus Griechenland, Frankreich und Italien haben es bewiesen.

  9. Django sagt:

    zu 4)

    Peter Gasse, Bezirksleiter der IG Metall Nordrhein-Westfalen

    und

    Isolde Kunkel-Weber, Mitglied des ver.di Bundesvorstandes

    gehörten zur Hartz-Kommission

    Gewerkschaftsfunktionäre stopfen sich auch die Taschen voll.

  10. Dieter M. sagt:

    „Von was für „besitzende Bürger“ wird hier gesprochen?“

    Die kapitalistische Gesellschaft spaltet sich in Produktionsmittel besitzender Bürger und Arbeiter. Ersterer lebt von seinem Besitz, zu dessen Vermehrung er sich auf dem Arbeitsmarkt die Arbeitskraft des Arbeiter kauft, der Arbeiter lebt vom Verkauf seiner Arbeitskraft. Wir haben also eine besitzende und eine arbeitende Klasse.

    „Wer ist die “Arbeiterklasse”? Angestellte fühlen sich ihr bestimmt nicht zugehörig“

    Letztlich muss auch der Angestellte seine Arbeitskraft verkaufen, so dass er im weiteren Sinne zur Arbeiterklasse zu rechnen ist. Und die gesetzmäßige Verelendung wird den Angestellten genauso treffen wie den Arbeiter. – Und die Wut über dieses Elend dürfte bei beiden ebenfalls gleich sein.

    “Das Sein bestimmt das Bewusstein” sagte schon Karl Marx.“

    Genau! Und wenn die Verarmung und das Elend das Sein bestimmt, dann wird im Bewusstsein irgendwann auch die Lösung erscheinen: die Vergesellschaftung der Prod.mittel.

    „Der hochqualifizierte Arbeiter in unserer Gesellschaft, mit gutem Einkommen …“

    … ist durch sein sattes Sein auf ein kleinbürgerliches Bewusstsein reduziert. Wenn das „gute Einkommen“ typisch für die kapitalistische Gesellschaft wäre und nicht etwa Hungerlöhne und Leiharbeit, dann wären doch alle glücklich. Dieter, was soll dieser blödsinnige Einwand?

    „Ein “Generalstreik”? Wer soll den denn durchführen?“

    Die vereinigte, in der Mehrheit an den Abgrund des Elends gedrängte Arbeiterklasse? Dieter, blendest du den Rest Europas tasächlich aus? Griechenland, Portugal, Irland, Italien, überall drängt das Kapital die Arbeiterklasse in den sozialen Abstieg – und wir erleben politische Generalstreiks. Dass die deutsche Arbeiterklasse alles – aber auch ALLES, von der Rente mit 67 bis zur Leiharbeit – mit sich machen lässt, ist die Ursache sowohl ihrer zukünftigen Verarmung, als auch der absoluten Notwendigkeit eines politischen Generalstreiks.

  11. Dieter M. sagt:

    Sozialarbeiter Dieter Cartensen: „Das (mit dem Generalstreik) ist blauäugig, so zu argumentieren, wenn es doch heute reichen würde, wenn die neue “technische Intelligenz” einfach ein paar Rechenzentren bestreikt und dann nichts mehr geht.“

    Unser Sozialarbeiter macht es Marie Antoinette nach, als diese den Hungernden zurief: „Wenn ihr kein Brot habt, dann fresst doch Kuchen!“ Den Arbeitern geht es von Jahr zu Jahr schlechter, und die „technische Intelligenz“ soll streiken? Dieter, hast du ein Glas Port zuviel getrunken? Warum in Drei-Herrgotts-Namen sollte die Intelligenz wohl die Wirtschaft lahmlegen? Für die Arbeiter? – Niemand wird der Arbeiterklasse den Kampf gegen das Elend abnehmen – und ihr bleibt nur ein Mittel: der politische Generalstreik.

    „Da braucht es … einfach nur ein bißchen Gehirn, um zu begreifen, daß die platten und einfachen Antworten von Marx und Co. heute diejenigen lohnabhängig Beschäftigten, die wirklich etwas ändern könnten, nicht mehr hinter dem Ofen hervorholen.“

    Was für eine Logik – vom Gehirn! Auch wenn wir voraussetzen müssen, dass Herr Cartensen nicht eine einzige dieser „platten und einfachen Antworten von Marx und Co“ auch nur ansatzweise verstanden hat, so kann man sich doch schwerlich vorstellen, dass Millionen lohnabhängig Beschäftigte – ein Minimum Gehirn bei ihnen angenommen – lieber hungernd ihr Los ertragen, als sich irgendwann zu organisieren und politisch aktiv zu werden gegen ihre Ausbeuter: gegen Großaktionäre und Spekulanten.

    „Träumt weiter, liebe Linke, von “Generalstreiks”, aber alleine mit den paar Arbeitern laufen sie in’s Leere, die Beispiele aus Griechenland, Frankreich und Italien haben es bewiesen.“

    Herr Carstensen, sind sie volltrunken? In Griechenland, Frankreich und Italien sind Hunderttausende bis Millionen auf die Straßen gegangen. Ein Generalstreik von „den paar Arbeitern“ gibt es nur in ihrer merkwürdigen Vorstellung. Einen Generalstreik können die Arbeiter nur als Klasse durchführen – und führen ihn auch durch. Dieser Streik muss nur das richtige Ziel haben, dann ist die Sozialisierung der Gesellschaft sicher.

  12. Dieter Carstensen sagt:

    Warum so persönlich beleidigend Herr Dieter M.?

  13. Ingo Engbert sagt:

    @Dieter M.

    Wenn die Argumente ausgehen fangen die Beleidigungen an? Wer seine Ideologie leben möchte sollte nach Kuba oder N. Korea gehen wo sie Euch auch nicht haben wollen. Feiglinge aus der Anonymität werden diese Gesellschaft mit Sicherheit nicht verändern und sollten sich andere Plätze suchen ihre Weisheiten loszuwerden.
     
    ___________________________________________________

    Nachtrag


    @ Dieter M.
    Und nach dem geistigen Schrott, den sie in fortführend beleidigender Weise nach vorstehender Kritik erneut von sich gegeben haben, machen wir ab sofort von unserem „Hausrecht“ Gebrauch. Wir feuern sie als Kommentator und belegen sie mit Schreibverbot auf Demokratisch-Links; d.h. versuchen können sie es, aber wir werden sie nicht mehr veröffentlichen!
    Viel Spass noch …

Kommentar schreiben

XHTML: Sie können diese Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>