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Leitfaden für Linke :

Erstellt von IE am Montag 28. April 2014

Still, satt und sauber – das reicht nicht!

Autor: 24. April 2014 / Matthias Höhn

Ein Jahr mehr ist ein Jahr weniger, spricht der Volksmund gern zu Geburtstagen als Glückwunsch aus. In der Konsequenz mag dies stimmen – die Jahre zwischen dem zunehmenden Alter und der abnehmenden Zeit, die noch bleibt, sind aber nicht alle gleich oder gar gleich schön. Mit der zunehmenden Zahl an Jahren werden Menschen anfälliger, anfälliger für Krankheiten, weniger widerstandsfähig, einfach mürbe von Jahren der Arbeit, der Aufopferung für dies und das. Und dann?

Weil wir mehr werden und im Schnitt immer älter, nimmt auch die Zahl derjenigen zu, die im Alter – aber beileibe nicht nur im Alter – stetiger Hilfe, Zuwendung und Betreuung bedürfen. Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts steigt die Zahl derer, die pflegebedürftig sind – die Kosten trugen die Betroffenen selbst, bezogen in der Regel Sozialhilfe. Seit Mitte der 80er Jahre war es möglich, privat eine Pflegeversicherung abzuschließen – ein Weg, der nur denen offenstand, die es sich leisten konnten. Und die anderen?

Für die übergroße Mehrheit der Betroffenen dauerte es noch eine ganze Weile, bis sich etwas tat: Am 22. April 1994 verabschiedete der Bundestag, ein paar Tage später der Bundesrat, den Beschluss, der die Einführung einer Sozialen Pflegeversicherung als Pflichtversicherung zum 1. Januar 1995 vorsah. Die Sozialversicherungen bekamen damit – neben der gesetzlichen Kranken-, Unfall-, Renten- und Arbeitslosenversicherung – eine weitere Säule, die bis heute steht. Ob das Handeln der absoluten Dringlichkeit des Pflegeproblems geschuldet war, kann ich nur vermuten. In der Rückschau allerdings, mit Blick auf die gesamten 16 Jahre Helmut Kohl und seine damals oft neoliberale Politik, ist die Einführung der Pflegeversicherung eine „bemerkenswerte Ausnahme“, so Jörg Roesler von der Historischen Kommission unserer Partei. Und weiter?

Quelle: DIE LINKE >>>>> weiterlesen

Sehr schön und sicherlich treffend dieser Artikel des Bundesgeschäftsführers Matthias Höhn. Geschrieben am 24. April 2014 welcher als Beitrag in die Rubrik „Europawahlen“ unter Positionen auf der Bundesseite der Linken zu finden ist. Aber, was soll dem Wähler mit diesen Artikel suggeriert werden? Kann er bei den anstehenden Wahlen seine zukünftigen PflegerInnen wählen, oder ist das Thema insgesamt bereits nach Europa ausgelagert worden?

Sicher alle aufgeführten Probleme sind den Bürgern seit langen bekannt, weit über die Zeit einer Regierung Kohl hinaus. Ja das waren 16 zu lange Jahre, aber die Zeit nach der Wiedervereinigung beträgt 25 Jahre und damit auch im groben und Ganzen das Lebensalter der LINKEN, rechen wir das  Bestehen der Wurzel PDS hinzu! 16 Jahre Kohl – verschenkte Jahre, gleichwohl – wie die Jahre der LINKEN!

Nein „Still, satt und sauber – das reicht nicht!“, noch nicht einmal für diejenigen welche den Zustand vielleicht nicht mehr bei vollem Bewusstsein erleben. Wenn dann sogar in solch einen Artikel die „Historische Kommission und ein international bekannter Jörg Roesler“ erwähnt wird, kann dieses doch nur als ein Zeichen gewertet werden, dass in dieser Partei sehr wenig rund läuft. Erinnern wir uns nicht auch: „Historische Kommission“ in einer Partei welche sonst bei jeder sich bietenden Gelegenheit als Entschuldigung darauf verweist, wie „Jung“ diese Partei doch ist und ihre Lernphase gerade doch erst beginnt?  Werden hier wieder einmal „Alte Seilschaften“ Mittels einer Kommission finanziell bedient?

Fakt ist doch, dass es dem Wähler bei der Europawahl noch nicht einmal möglich ist den Aspiranten für ein Mandat zu wählen. Das wird nur den Parteimitgliedern bei den Listenaufstellungen mehr oder weniger ermöglicht. Warum sollte sich der nicht einer Partei zugehörige Wähler dann an diese Wahlen beteiligen? Um sich anschließend  anhören zu können der Mandatsträger handelt im Namen des Volkes wo im Namen der Partei richtig wäre. Hier entscheiden Parteien und die haben bekanntlich immer Recht.

Zumal dem  Mitglied einer Partei, Kritik in dieser öffentlichen Form nicht einmal zugestanden wird. Darin ist die Partei DIE LINKE ja besonders erfahren, und so für ihre undemokratischen Machenschaften bekannt; seit einigen Wochen auch vor Gericht. So wird also die Stille nicht nur den Alten verordnet sondern auch den Mitgliedern der LINKEN per Maulkorb. Auf dem verordneten Rezept ist dann der Parteiausschluss schriftlich fixiert. Für weit geringere Vorkommnisse als eine öffentliche Kritik, da reicht oftmals schon der schiefe Blick aus.

Letztendlich wird also die Pflege welche für die Alten gefordert wird, noch nicht einmal den eigenen Parteimitgliedern angeboten. Willkür ist das Motto und so sitzen die alten Rechtsbrecher, Manipulierer, Rufmörder oder Wahlbetrüger immer noch fest im Sattel der Partei und treiben weiterhin ihr Unwesen. So etwas wählen? Ein anständiger Bürger beschmutzt sich nicht damit.

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Fotoquellen: Oben: LAKL – SKPF

Wahlplakat: Wikipedia –  Urheber Cherubino

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15 Kommentare zu “Leitfaden für Linke :”

  1. Saarlouiser sagt:

    Was nützen einem Mitgliedsrechte, wenn man seine Rechte nicht wahrnehmen darf?

  2. Odilienplatz sagt:

    Wie war der Slogan, der mir heute von einem Plakat der Partei DIE LINKE. entgegen leuchtete:

    „Auf gute Nachbarschaft!“ — So ähnlich.

    Also, ich kann auf die Nachbarschaft verzichten, auf jegliche linke Nachbarn, denn man muss immer damit rechnen, dass sie einen durch den Kakao ziehen oder Falschaussagen treffen … oder… oder.
    Ich würde meine Mauer 5,70 m hoch ziehen, wenn mein Nachbar Schumacher hieße.

  3. ichgreifmirandenkopf sagt:

    Leitfaden für die Linke: Ämterhäufung!

    Alles in die Kommunen und dann noch Kreistag und später alle noch in den Landtag.
    UNWÄHLBAR!!!

  4. Opa Fielmann sagt:

    Ich liebe es, Märchen zu lesen.

  5. [bremer] sagt:

    Wie hieß es in der DDR-Verfassung Artikel 5 Absatz 1:

    „Die Bürger der Deutschen Demokratischen Republik üben ihre politische Macht durch demokratisch gewählte Volksvertretungen aus.“

    http://www.documentarchiv.de/ddr/verfddr.html#ABSCHNITT%20I

    …. der Apfel fällt nicht weit vom Stamm …….

  6. Thomas Weigle sagt:

    @ Bremer Lesen tut er sich aber gut, der Art.5, Absatz 1. Da steht nun aber …“ üben ihre politische Macht durch demokratisch gewählte Volksvertretungen aus.“ In Wirklichkeit war es doch eher das Politbüro dass die DDR dekretierte, was wir beide und viele andere noch wissen bzw. wissen sollten, so lange zumindest Dr. Alzheimer noch nicht Dauergast in unserem Oberstübchen ist.

  7. Schichtwechsler sagt:

    #5 vollste Zustimmung!

  8. alter ego sagt:

    Ämterhaufung, das alte Spiel. Die Chinesentante kriegt speziell den Hals nicht voll: Gemeinderat, Kreistag, Landtag, stell. Fraktionsvorsitzende Landtag, auch ihre Familienmitglieder kandidieren kommunal noch.

  9. Alternativer Linker sagt:

    Volle Kraft voraus falls die nächste Kandidatur f.d. Landtag in die Hose geht … 😀

  10. TARA sagt:

    Die DDR war eine Diktatur und heute nennt es sich Demokratie. UNTERSCHIED! Zwei Welten und manch einer, der nicht in der DDR gelebt hat, meint, die Allwissenheit gepachtet zu haben. Über alles schmieren, heißt noch nicht allwissend zu sein. Kotz!

    Zu „Thomas Weigle“

  11. H-J. Faber sagt:

    #2
    Wer will schon eine/n Linken als Nachbar, der/die andere linkt? Mit Sicherheit die wenigstens Bürgerinnen und Bürger.
    Heute, immer, sowieso: Gemeinsam gegen Linke mit Heiligenschein.

  12. friitzje sagt:

    @8

    Die >Chinesentante< hat ihren Zenit längst überschritten.
    Sie und ihr Clan nehmen bei der Schussfahrt nun Fahrt auf.

    Das ist wie bei der Achterbahn, mit einem kleinen Unterschied:
    Wenn man unten angelangt ist geht’s nicht mehr hoch.

  13. Thomas Weigle sagt:

    #10 ja, das höre ich öfter, besonders von dkpisten, die früher politisch gut von Geldern lebten, die die sed vorher uns bundesdeutschen Steuerzahlern durch Häftlingsverkäufe abgegaunert hatte.Dies ist nicht als Kritik an den jeweiligen Bundesregierungen zu verstehen, die mussten darauf eingehen.Auch dass ich für eine gute Freundin den Verlobten zwecks Ausreise „gemacht“ habe, hat mir einen außergewöhnlich tiefen Einblick in das Innenleben der Stasidiktatur verschafft.

  14. Roswitha Schnur sagt:

    Fundgrube Facebook- ohne Denunziation, ohne Ausgrenzung –
    tja, leere Worthülsen

    Klaus Lederer
    14 Std. • Berlin •
    hat jetzt der Bundesgeschäftsstelle das Angebot zur Mitarbeit im demnächst zu wählenden Parteivorstand übermittelt.
    „Erfolg setzt voraus, alle Spielräume für politische Veränderungen tatsächlich auch zu nutzen, gesellschaftlich breit verankert zu sein. Wie können wir aus Protestthemen Gestaltungsprojekte machen? Wie können wir gemeinsam mit Engagierten, Initiativen, politischen Partnern Themen stark machen, die mit uns verbunden werden? Wie gewinnen wir einen politischen Stellenwert zurück, der uns zu einem attraktiven und relevanten politischen Akteur in der Bundesrepublik werden lässt? Wir kommen nicht umhin, festzustellen, dass sich das politische Koordinatensystem im Land in den zurückliegenden Jahren eher nach rechts verschoben hat. DIE LINKE braucht nach wie vor eine mobilisierende „neue soziale Idee“. Gemeinsam mit vielen anderen bin ich bereit, an einem solchen Projekt zu arbeiten. Offen, vertrauensvoll, ohne Denunziation, Wahrheitsmonopole und Ausgrenzung – als Antworten Suchender, nicht als Allwissender.“

  15. Helmut W. sagt:

    Während die Linken verlieren, geht es für die Euroskeptiker der Alternative für Deutschland bergauf – Stern-Wahltrend

    AfD wählen – AfD wählen – AfD wählen – AfD wählen – AfD wählen

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