* Klassengesellschaft
Erstellt von Gabi Koehler am Mittwoch 1. September 2010
Kinder gegen Kinder, den Grundstein legen die Eltern!
Es ist wieder soweit, überall wo man hinschaut, sind die I-Dötzchen unterwegs.
Kinder mit großen Augen, in Erwartung, was auf sie zukommt. Wer kommt in meine Klasse? Ist es hoffentlich die beste Freundin oder Freund? Wer wird mein Klassenlehrer?
Zumindest waren dies die Fragen, die mir zu dieser Zeit durch den Kopf gingen. Während die Eltern mit ganz anderen Dingen beschäftigt waren, besonders in der Vorbereitungszeit.
Ich erinnere mich daran, dass ich meine Tochter fragte, wie sie sich ihre Schultüte wünschte, was darauf für Motive sein sollten? Wir haben uns damals die Mühe gemacht und die Schultüte selbst gebastelt, damit sie nachher so aussehen sollte, wie meine Tochter es sich vorstellte. Glücklicherweise habe ich damals es auch richtig gemacht und meine Tochter war an ihrem Einschulungstag super glücklich.
Allerdings kommt auf jede Eltern die erst dann entscheidende Frage, wie befülle ich die Schultüte meines Kindes?
Für mich stand damals fest, es kommen Dinge in die Schultüte, wie Süßigkeiten, Buntstifte und vielleicht noch eine schöne Brotdose, kurz gesagt Dinge, die meine Tochter für die Schule gebrauchen konnte und etwas worüber sie sich freuen konnte, es hat auf jeden Fall gepasst. Auch war es für mich damals kein Thema, darüber nach zu denken, was haben die anderen Kinder in ihren Schultüten, ich sollte bereits kurze Zeit später eines besseren belehrt werden, als meine Tochter zu Hause war und mir erzählte, was die anderen Kinder so tolles in ihren Schultüten hatten. Doch dies war erst der Anfang, denn im Laufe der Zeit kamen immer neue Wünsche meiner Tochter auf mich zu, die hat dies, der hat das, ich brauche….usw.
Ich brauche an dieser Stelle wohl nicht groß erwähnen, dass ich zu den Geringverdienern gehörte. Nun zurück in die heutige Zeit.
Allerdings hat mich heute ein Bericht sehr schockiert. Ich sah, wie Eltern ihrem Kind sogar zwei Schultüten in die Arme drückten, die dann auch noch so schwer waren, dass das Kind diese kaum tragen konnte.
Meine Augen wurden sehr groß, als die Mutter dann zeigte, was sie dem Kind alles in die Schultüte getan hatte, alles hier auf zu zählen, wäre zu viel. Fakt ist, dass die Schultüten einen Gesamtwert von 400.-€ hatten, ich war sprachlos und entsetzt.
Nun muss ich dazu sagen, dass die Kinder anderer Eltern daneben standen und zum Teil sogar weinten, da sie nicht solch tolle Sachen in ihrer Schultüte hatten. Was war passiert?
Die anderen Kinder hatten nicht so „reiche“ Eltern, mussten sich also mit weniger zufrieden geben. Selbst den Eltern dieser Kinder stand der Schock ins Gesicht gezeichnet. Lehrer versuchen zwar zu vermitteln, aber oftmals ohne jede Chance.
Eines steht fest, dass bereits bei der Einschulung der Grundstock für die sozialen Kluften, die sowieso schon groß genug sind, gelegt wird. Denn die Eltern legen den Grundstock für die soziale Kluft bei ihren Kindern. Klar wird der eine oder andere hier nun sagen, es gab schon immer Menschen, die mehr oder weniger verdient haben, richtig. Aber sind es nicht letztendlich die Werte, die wir unseren Kindern vermitteln und die dann am Ende das ausmachen, was aus unseren Kindern später einmal wird.
Hand aufs Herz, wer möchte nicht da Beste für sein Kind! Klar jeder, aber dabei sollten wir doch unseren Kindern auch die richtigen Ideale vermitteln, den Umgang mit anderen Kindern, sie nicht von oben herab zu behandeln, für andere da sein, das miteinander und nicht das gegeneinander. Allerdings genau das Gegenteil ist leider der Fall.
Die sozialen Unterschiede machen doch aus unseren Kindern, dass was wir eigentlich nicht erwartet haben, Mobbing, Sticheleien, Druck auf andere ausüben, „die“ halt nicht so sind wie die Masse es erwartet. So werden diese sozialschwachen Kinder ungewollt zu Außenseitern, ob sie wollen oder nicht. Nun, wir können uns unsere Eltern nicht aussuchen und auch nicht deren Werdegang, wir können nur versuchen es später zu ändern, wenn uns nicht gefällt, in was wir hineingeboren wurden. Einige schaffen es, andere eben nicht. Die die es nicht schaffen, bleiben in dem Kreislauf der Sozialschwachen und werden dies auch ein Leben lang mit sich tragen und auch leider immer wieder zu spüren bekommen.
Mit Sicherheit tragen auch andere Einflüsse mit dazu bei, wie unsere Kinder sich entwickeln und was später aus ihnen wird. Die Umgebung in denen sie groß werden, Freunde, die Medien und viele andere Kleinigkeiten, die wir oftmals gar nicht mehr bewußt wahr nehmen, da sie für uns selbstverständlich geworden sind oder wir keine Zeit dafür haben.
Oftmals sind es ganz einfache Dinge, Worten oder Taten, die eine große Wirkung haben, nur sind wir Eltern oftmals mit so vielen anderen Dingen beschäftigt, dass wir diese Kleinigkeiten glatt vergessen oder es selber nicht anders beigebracht bekommen haben, leider.
Ein Beispiel, oft denken wir, was für eine Situation, da komme ich nie heraus! Denke ich aber einfach nur, ich werde eine Lösung finden, dann kommt die Idee, sich aus einer unangenehmen Situation heraus zu finden ganz von selbst. Und dieses Umdenken, ist es welches wir unseren Kindern manchmal ganz einfach beibringen müssten, damit auch unsere Kinder dann lernen mehr an sich selbst zu glauben und somit die anderen „die“ nicht so sind, wie es die Masse halt eben vorschreibt, einfacher macht.
Ist nicht jeder schon einmal in der Situation gewesen, dass er dachte, ach, der hat aber ein tolles neues Teil, Neid erfasst uns. Und diesen Neid spüren dann unsere Kinder, auch wenn wir es oftmals nicht merken oder wahr haben wollen und diese negativen Gefühle, die wir unbewusst durch Taten oder noch schlimmer sogar durch Worte, vielleicht nur einem Freund oder einer Freundin gegenüber äußern, schlicht unsere Kinder merken es.
Haben wir uns eigentlich darüber einmal Gedanken gemacht, wie viel unsere Kinder mitbekommen, von dem wir keine Ahnung haben, ich denke, es sind die wenigsten, doch mit solch einem Verhalten prägen wir unsere Kinder, genauso wenn wir meinen wir müssen immer nur das Beste, dass Neueste oder die teuersten Klamotten für unsere Kinder kaufen, nur um dem Gro gerecht zu werden, denn wir wollen ja immer nur das Beste für unser Kind, oder?!
Aber tun wir damit auch das Beste für unser Kind? Ich denke nicht, denn wenn manche Eltern schon bei der Einschulung so teure Geschenke kaufen, verlieren unsere Kinder doch jegliche Realität für die kleinen Dinge im Leben aus den Augen. Sie gehen hin und halten es natürlich, denn so sind Kinder nun einmal, den anderen das Neueste immer wieder unter die Nase. Zorn, Wut und vielleicht sogar handgreifliche Taten sind die Folge, Ausgrenzungen, Mobbing und oftmals sogar passiert es, dass die Kinder, die diese Sachen dann nicht haben, immer auffälliger werden. Einige werden später vielleicht sogar der Schule verwiesen, andere wieder ziehen sich immer mehr in Sich zurück und werden vielleicht dann irgendwann mal zu Amokläufern, andere wieder rutschen in schlimme Szenen ab, man könnte diese Liste um einiges weiter führen, leider!
Eines ist Sicher, dass wir für unsere Kinder verantwortlich sind und ihnen beibringen sollten, wie sie mit ihren Mitmenschen umzugehen haben. Wir sollten sie wieder einmal das Miteinander lehren und nicht das Gegeneinander, denn so wird unsere Welt sicher nicht besser, sondern eher immer schlimmer, oder warum haben viele Kids heute keinen Respekt mehr vor den Erwachsenen oder gar Mitschülern?! Aufregen tun wir uns alle, aber ändern wir es dadurch? Nein!
Den Grundstein legen wir Eltern, alleine schon dadurch, was wir unseren Kindern beim Schulanfang die Schultüte tun und was nicht, der Rest sind viele Kleinigkeiten, die unsere Kinder prägen, keine Frage, aber wie heißt es so schön in unserem Grundgesetz:
(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.
(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.
Aber leben wir auch danach? Geben wir es auch an unsere Kinder weiter?
Mehr Toleranz unseren Mitmenschen gegenüber, dass ist es was wir unseren Kindern viel öfter beibringen sollten. Die Beeinflussung durch unsere Umwelt wird zunehmend größer und wir lassen es zu.








Mittwoch 1. September 2010 um 16:47
klassenunterschiede?
gleichheit?
zwischen theorie und praxis ist doch ein gewaltiger unterschied…theorie ist eben das, was gepredigt wird und praxis eben wie’s gehandhabt wird.
PS: schön, mit dem güldnen löffel geboren zu werden, dann machen einem diese klassenunterschiede nichts aus…lol